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Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Sie wissen, eine der Fragen, die ich hier immer wieder stelle, lautet: Welche Anlagemöglichkeit wird sich das renditehungrige Geld als nächstes aussuchen? Kann man die Frage frühzeitig beantworten, ergeben sich daraus zumeist hoch lukrative mittel- bis langfristige Anlagemöglichkeiten. Doch dieses weltweit agierende, vagabundierende Geld leidet im Moment unter einem Anlagenotstand. Die Zinsen sind weltweit auf niedrigstem Niveau. Es gibt nur noch wenige Länder mit höheren Zinsen (z.B. Brasilien). Die Aktienmärkte sind auf Talfahrt, und es ist trotz der aktuellen Erholung noch nicht sicher, wann diese Talfahrt wirklich zu Ende ist.

Was macht also dieses Geld? Es steht offenbar an der Seitenlinie und hofft auf bessere Zeiten. Teilweise wird bereits vorsichtig investiert, im Aktienmarkt und natürlich auch im Rohstoffmarkt. Und kein Zweifel, diese beiden Märkte hängen zusammen. Wenn der Aktienmarkt boomt , ist das normalerweise ein Zeichen dafür, dass auch die Wirtschaft wieder anziehen wird. Eine Erholung der Wirtschaft würde wiederum den Verbrauch von Rohstoffen antreiben und somit auch die Nachfrage und schlussendlich die Rohstoffpreise.

Sollte es jedoch zu einer tiefen weltwirtschaftlichen Rezession kommen, wird darunter sowohl der Aktien- wie auch der Rohstoffmarkt leiden. Soweit die Theorie.

Begrenzte Ressourcen als zusätzliche Sicherheit

Nun gibt es natürlich Rohstoffe, die schnell knapp werden könnten, zum Beispiel Öl. Versetzen wir uns also in die Lage eines vermögenden Anlegers. Sein Geld wirft zurzeit keine Rendite ab. Er beobachtet die Aktienmärkte mit Sorge und will nur vorsichtig seine Investitionsquote erhöhen. Auf der Suche nach Alternativen könnte er auf die Idee kommen, einen Teil des Vermögens in Rohstoffe zu investieren - langfristig.

Dem liegt eine Strategie zugrunde: Wenn der Aktienmarkt weiter fallen sollte und es zu einer länger andauernden globalen Rezession kommt, so hat er bei diesen Rohstoffen wenigstens noch eine langfristig zweite Chance auf Rendite, nämlich dass sich die Vorkommen immer mehr erschöpfen und das sinkende Angebot die Preise treibt. Gerade beim Öl gibt ihm diese Option langfristig Sicherheit. Zudem weiß er, dass Investitionen in die Erschließung und Entdeckung von neuen Ölvorkommen oder anderen  Gewinnungsmöglichkeiten (Ölsand / Ölschiefer/Tiefsee) bei Preisen unter 50 Dollar ausbleiben werden. Als Anleger hat er somit eine Art doppelten Boden. Zwar können die Kurse kurzfristig immer mal wieder unter diese Marke fallen, längerfristig sollten sie sich aber deutlich über dieser 50-Dollar-Marke stabilisieren.

Doch denken wir weiter

Diese Investmentidee ist natürlich noch nicht allzu bekannt. Zu sehr sind die meisten Anleger mit der Krise der Weltwirtschaft, dem Crash an den Aktienmärkten und dem Anleiheboom beschäftigt. Doch stellen wir uns vor, das renditehungrige Geld entdeckt nach und nach (erneut) den Ölmarkt. Stellen wir uns dazu weiter vor, dass immer offensichtlicher wird, dass der Ölpreis nach unten tatsächlich bei 50 Dollar massiv unterstützt ist.

Je mehr Anleger anhand des Charts oder aus eben diesen fundamentalen Überlegungen erkennen, dass eine Anlage bei einer bestimmten Marke massiv unterstützt ist, desto mehr werden sie bereit sein, dort zu investieren. Das wird zunächst dazu führen, dass sich diese untere Grenze immer weiter nach oben verschiebt. Es entsteht ein Aufwärtstrend.

In diesem Fall kommt noch ein weiterer Umstand hinzu: Die meisten Computerprogramme, die weltweit die Märkte scannen, beruhen im Prinzip noch immer auf Trendfolgesysteme. Wenn sich also im Ölpreis ein sich bestätigender Aufwärtstrend ausbildet, wird immer mehr Geld ins Öl fließen. Diese Faktoren könnten in letzter Konsequenz dazu führen, dass wir im Ölpreis eine massive Echoblase erleben, ohne dass es zu einer Stabilisierung der Weltwirtschaft kommen muss.

Der Ölchart

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Quelle: www.prorealtime.com

Bis jetzt bildet sich im Ölpreis, nach diesem massiven Einbruch im Jahr 2008, lediglich eine Gegenbewegung aus, die bisher auch eine einfache „abc”-Korrektur darstellen könnte. In diesem Fall wäre noch Platz bis knapp unter 70 Dollar. Anschließend sollte der Kurs wieder einbrechen.

Längerfristig betrachtet liegt der eigentliche Widerstand jedoch bei 78 Dollar. Im Prinzip kann man sagen: Kurse unterhalb der 78-Dollar-Marke sind bearish, Kurse über 78 Dollar weisen auf einen neuen Boom hin.

Die Entscheidung wird um den 2. Juni herum fallen, dort befindet sich ein Target (roter Kreis). Sollte die 68er Marke dynamisch überwunden werden, ist die bei 78 Dollar das nächste Kursziel. Prallt der Kurs an dieser Marke nachhaltig ab, wird es zu einer Konsolidierung kommen, die bei einem dynamischen Verlauf die Kurse auch wieder an die 50-Dollar-Marke treiben kann. Dort wird sich dann zeigen, wie unterstützt diese 50er Marke wirklich ist.

Gefahr für die Wirtschaft

Sollte es zu einer Echo-Bubble kommen, werden der stark steigende Ölpreis und damit verbunden auch die wahrscheinlich weiter steigenden Rohstoffpreise die sowieso schon stark angeschlagene Weltwirtschaft empfindlich treffen. Auf die Unternehmen aber auch auf die Verbraucher kämen erhebliche zusätzliche Belastungen zu. Diese würden eine Rezession nur verschärfen.

Eigentlich müssten darauf dann wieder die Rohstoffpreise reagieren, weil eine tiefe Rezession die Nachfrage belasten würde. Das sieht man in diesem Jahr, die Rezession führt dazu, dass der weltweite Ölverbrauch in diesem Jahr um 3 % zurückgehen soll.

Doch da dieser Anstieg der Rohstoffpreise Folge des Renditehungers des vagabundierenden Geldes wäre, könnte dieser Renditehunger die schwächere Nachfrage überkompensieren. Eine an sich völlig verrückte Entwicklung, aber auch ein gutes Beispiel dafür, was eine Niedrigzinspolitik verbunden mit einer unkontrollierten Ausweitung der Geldmenge alles für seltsame Blüten treiben könnte.

Noch ist das alles nichts weiter als eine Theorie. Aber wie immer geht es darum, mögliche Entwicklungen frühzeitig abzuklopfen.

Viele Grüße

Jochen Steffens

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Nach den deutlich verbesserten Daten des US-Verbrauchervertrauens gab es viele sehr positive Analystenstimmen. Es besteht natürlich keine Frage, dass sich ein steigendes Verbrauchervertrauen positiv auf das Konsumverhalten der US-Bürger auswirken wird. Da die US-Wirtschaft bislang zu zwei Dritteln vom Binnenkonsum getragen wird, ist natürlich das Konsumverhalten ein wichtiger Indikator. Doch vielleicht ist das etwas zu einseitig gedacht.

Stimmungen werden gemacht

Zunächst darf man eben nicht vergessen, dass die Stimmung der Verbraucher ganz entscheidend von den Nachrichten abhängt. Die Nachrichten hängen zum Teil wieder von dem Kursverlauf der Börsen ab. Sobald die Aktienkurse wieder steigen, und sei es, weil es einfach nur zu einer technischen Gegenreaktion gekommen ist, werden die Redakteure und Analysten optimistischer. Das wirkt sich wiederum auf die Darstellung der aktuellen Lage und die Prognosen aus. Diese beeinflussen wiederum die Anleger, was zu weiter steigenden Kursen führen kann.

Und so sehen wir, wenn wir das Verbrauchervertrauen über den Kursverlauf des S&P500 legen, dass wir doch einen recht synchronen Verlauf erkennen.

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Trotzdem gibt es einige interessante Besonderheiten:

Im Herbst 2002 (an der linken senkrechten blauen Linie) fand der S&P500 (rote Kurve) seinen Boden, das Verbrauchervertrauen (schwarze Kurve) reagierte  deutlich zeitversetzt und markierte erst im März / April 2003 das Tief. Verantwortlich für diese deutliche Verzerrung  war natürlich der Irak-Krieg. Der Unterindex, der die Einschätzung der aktuellen Situation abbildet (blau gestrichelte Linie), bildete sogar erst über ein Jahr später sein eigentliches Tief aus.

Insgesamt erkennt man aber, dass besonders die Tiefs im Verbrauchervertrauen und hier besonders die Tiefs in der Erwartungskomponente (grün gestrichelte Linie) gerne mit Tiefs am Aktienmarkt zusammenfallen. Das belegt die antizyklische Ausrichtung des Verbrauchervertrauens: Wenn die Stimmung im Keller ist, muss man kaufen.

Verbraucher lagen mehrere Jahre falsch

Ebenfalls interessant ist, dass das Verbrauchervertrauen im Prinzip den gesamten Anstieg der Aktienmärkte ab 2004/2005 nicht mehr nachgebildet hat. Es kam zu einer deutlichen Diskrepanz zwischen der Einschätzung der aktuellen Situation und der Erwartung. Während die Erwartung gedämpft blieb, stieg die Einschätzung der aktuellen Lage weiter an. Entgegen der Erwartungskomponente kam es aber zu einem weiteren Anstieg der Börsenkurse. Auch hier lagen also die Verbraucher in ihren Erwartungen mehrere Jahre falsch. Insoweit war dieses Misstrauen der US-Verbraucher eine klare bullishe Indikation und belegte erneut die antizyklische Interpretation des Verbrauchervertrauens.

Verbraucher euphorisch

Und auch in dem aktuellen Anstieg erkennt man, dass wieder das Tief des Verbrauchervertrauens mit dem Tief der Aktienmärkte zusammengefallen ist. Und jetzt ist es die Erwartungskomponente, die mit den Märkten nach vorne prescht. Die Einschätzung der aktuellen Situation hat sich hingegen bisher kaum von den Tiefs erholen können. Wenn man hier wieder antizyklisch denkt, muss man sich fragen, ob dieser enorm schnelle Anstieg der Erwartungskomponente, also die “Euphorie” der US-Verbraucher nicht fast wieder negativ für die Aktienmärkte zu werten ist.

Zu früh für klarere Prognosen

Auf jeden Fall ist es trotz des beachtlichen Anstiegs des US-Verbrauchervertrauens zu früh für Euphorie an den Börsen. Selbst wenn wir all diese Interpretationen außen vorlassen, hat der Index noch nicht einmal das Niveau vom Tief des Jahres 2003 erreicht (von unten). Das Verbrauchervertrauen ist immer noch auf historisch niedrigem Niveau. Noch ist der aktuelle Anstieg demnach nichts weiter als eine Erholung nach einer Übertreibung nach unten. Und damit ist diese Situation mit den Märkten vergleichbar.

In den nächsten Wochen muss sich zeigen, ob sich die US-Konjunkturdaten weiter stabilisieren oder sogar verbessern können. Dann wird sich die Erholung an den Märkten fortsetzen. Sollte das nicht der Fall sein, werden wir wieder fallende Kurse sehen.

Viele Grüße

Jochen Steffens

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Während der DAX nun endgültig in den Kampf um die 5.000er Marke eingetreten ist, bleibt uns etwas Zeit, die gestern angefangene, langfristige Analyse fortzusetzen. Dazu möchte ich noch einmal auf den ultralangfristigen Dow Jones zurückkommen:

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Wenn man sich den Trendverlauf anschaut, erkennt man eine gewisse Regelmäßigkeit. Nach jeder Seitwärtsbewegung folgt eine starke Trendbewegung, die wieder in eine größere Seitwärtsbewegung übergeht. Man kann sogar grob die Zeitspannen dieser Phasen bestimmen: Die Aufwärtstrends dauern um die 15 Jahre, die Seitwärtsbewegungen um die 20 Jahre.

Grundlage für die Prognose einer Seitwärtsbewegung

Dieser Chart ist eine der Grundlagen dafür, dass ich schon seit vielen Jahren eine große Seitwärtsbewegung an den Märkten erwarte. Mit dem Einbruch 2008 wurde diese Seitwärtsbewegung nun offensichtlicher.

Wenn wir uns nun anschauen, dass wir in etwa 1996 in die aktuelle Seitwärtsbewegung eingetreten sind, eine solche um die 20 Jahre dauern soll, dann werden wir erst 2016 (!) eine Chance haben, aus dieser herauszukommen. Sollte das passieren, werden wir seitwärts an die untere Aufwärtstrendlinie des großen Aufwärtstrendkanals des 20. Jahrhunderts laufen.

Vorsicht vor einer offensichtlichen Regel
Nun ist es an den Börsen so, dass sich oft Regelmäßigkeiten ausbilden. Das Problem ist aber, dass diese meistens nur so lange Bestand haben, bis sie „offensichtlich” werden. Wenn bereits viele Anleger eine solche Regelmäßigkeit entdeckt haben, sollte man sehr vorsichtig werden. Dieser oben beschriebenen Regelmäßigkeit gebe ich zurzeit noch eine gute Chance, wenigstens einmal noch zu funktionieren. Zurzeit sind die Meinungen der Analysten vergleichsweise extrem weit auseinander. Entweder Hopp oder Top. Da meistens die Masse falsch liegt, ist auch aus dieser Betrachtungsweise eine Seitwärtsbewegung naheliegend.

So augenfällig eine solche Seitwärtsbewegung auch sein mag, wir müssen weiter die konjunkturellen und strukturellen Faktoren beobachten und analysieren. Denn wie immer ist an den Börsen auch gerade das möglich, womit man nicht gerechnet hat.

DAX bis 5.350 Punkte?

Und damit wieder zum Dax:

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Um das kurzfristige Kursziel aus der aktuellen Bewegung zu bestimmen, greife ich wieder einmal auf die Target-Methode zurück. Im Bereich der 5.350er Marke befindet sich ein weiteres Target, welches nun offensichtlich beginnt, die Kurse anzuziehen. Allerdings sind nur noch 2-3 Handelstage Zeit, dieses Target zu erreichen. Anhand des steilen Anstiegs sieht man, dass der bisherige Trend schon in eine leichte Übertreibung übergeht. Es ist also fraglich, ob dieses Target in der kurzen Zeit noch erreicht werden kann, bevor es den Einfluss verliert. Ich bin gespannt.

Viele Hinweise auf einen massiven Widerstand

Das Kursziel bei 5.350 kann man aber auch noch anders bestimmen: Zunächst einmal nimmt man den Abstand zwischen der 5.000 Punkte-Marke und der letzten Konsolidierung, welche bis zur 4.650er Marke reichte, hier mit dem blauen Rechteck gekennzeichnet und legt diesen Abstand an die 5.000er Marke nach oben an. Daraus ergibt sich ein Kursziel von 4.350 Punkten. Aber auch wenn man die Spanne der ersten Aufwärtswelle seit dem Jahrestief nimmt (gelbes Rechteck) und dieses an das Tief der letzten Konsolidierung anlegt, ergibt sich ein ähnliches Kursziel. Dann hätten wir einen typisch dreiwelligen Anstieg, dem erst einmal eine größere Konsolidierung folgen sollte.

Interessanterweise liegt an dieser Marke auch eine wichtige Widerstandszone (grünes Rechteck), die durch entscheidende Bewegungshochs ausgebildet wurde. Und zu guter Letzt ergibt sich aus der Fibonacci-Methode, wie wir sie anwenden (siehe Text vom Montag) ein Kursziel von 5.330 Punkten. Am Montag hatte ich diese Marke als obere Begrenzung einer möglichen Seitwärtsbewegung genannt.

In dem Bereich wird es also sehr eng für den DAX. Da der DAX nun schon sehr dynamisch ansteigen müsste, um dieses Target zu erreichen, kann es sein, dass es allerdings noch länger dauert, bis diese obere Begrenzung getestet wird.

Viele Grüße

Jochen Steffens

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Eines der Probleme, mit denen man als Börsianer täglich zu tun hat, ist die Gefahr, sich zu schnell auf bestimmte Überzeugungen festzulegen. Bestimmte Analysen ergeben, dass der Markt steigen oder fallen soll und schon hat eine festgefahrene Meinung die eigene Wahrnehmung fest im Griff. Von diesem Moment an werden Nachrichten, Kursverläufe, Konjunkturdaten und andere Indikatoren nur noch in Richtung dieser neu gewonnenen Erkenntnis interpretiert. Störende Fakten, die auf ein anderes Szenario hinweisen, werden schlichtweg ausgeblendet. Nachrichten hingegen, welche die eigene Überzeugung stützen, werden höher bewertet. In der Psychologie gibt es einen Begriff dazu, der dieses Phänomen treffend beschreibt: „Selektive Wahrnehmung”. Der Mensch nimmt nur das wahr, was er wahrnehmen will.

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Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Wenn der DAX nun tatsächlich in eine volatile Seitwärtsbewegung um die 5.000 Punkte-Marke einschwenkt, dann wird es für Trader, die auf Wochen- oder Monatssicht traden, sehr, sehr hart werden. Das Problem ist, dass es auf der Unterseite dieser möglichen Seitwärtsbewegung immer so aussehen wird, als ob nun die Kurse in einen Abwärtstrend übergehen, während auf der Oberseite die meisten Anleger davon ausgehen werden, dass es zu einem Ausbruch kommt.
Einzelne Aktien und sogar ganze Indizes werden schließlich tatsächlich in die ein oder andere Richtung ausbrechen, nur um dann etwas später vom Gesamtmarkt wieder eingefangen zu werden. False Breaks (Fehlausbrüche) sind typisch für so eine Phase und machen das Traderleben zusätzlich schwer. Es wird eine harte Zeit werden, aber auch eine gute Schule für die nächsten Jahre.

Fundamentales Patt

Auch auf fundamentale Aspekte können Sie nicht viel geben. Meistens entstehen solche Seitwärtsbewegungen in einer Phase, in der die Lager der Bullen und Bären verhärtet sind. Der Vergleich mit einem Grabenkrieg passt hier sehr gut: Die Bullen haben sich auf der Unterseite eingebuddelt und lassen die Bären nach unten nicht durch, und die Bären haben sich auf der Oberseite einer solchen Seitwärtsbewegung eingebuddelt und lassen die Bullen nicht durch.

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Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Da freut sich doch die Presse. Endlich wieder Schlagzeilen, die Angst und Schrecken verbreiten. Das generiert Auflage: „Die schlimmste Rezession der Nachkriegszeit.”, “Die Wirtschaft bricht in diesem Jahr um 6,7 % ein” „Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal um 3,8 % geschrumpft!” und andere.

Schließlich heißt es bei den etablierten Medien nicht „Sex Sells” (Sex verkauft) - das wäre nicht seriös, sondern Fear Sells (Angst verkauft). Ob es jedoch tatsächlich seriöser ist, mit Angst auf Kundenfang zu gehen, darüber kann man streiten. Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, reduziert deren Lebensqualität erheblich. Frauen oder Männer auf einem Cover zu zeigen, wohl eher weniger. Aber gut, das ist ein ganz anderes Thema.

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Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Bund, Länder und Kommunen werden bis 2013 bis zu 316 Mrd. Euro Steuern weniger einnehmen. Das geht aus einem Bericht des Bundesfinanzministeriums hervor.

Nun gut, diese Schätzungen sind ebenso zuverlässig wie die Prognosen zum Wirtschaftswachstum, zumal sie auch noch von diesen abhängen. Aber trotzdem, diese Zahl zeigt, wohin die Reise gehen “könnte”.

Ohne Geld kein Wachstum

Leider ergibt sich daraus ein Problem, das nicht leicht zu lösen ist. Eigentlich müsste der Staat, um den deflationären Gefahren eines wirtschaftlichen Abschwungs zu begegnen, mehr Geld ausgeben. Doch dieses Geld hat er nicht, es sei denn, er weitet die Staatsverschuldung massiv aus. Und in diesem Punkt zoffen sich nun die Parteien. Die Fehler wurden aber bereits weit früher gemacht. Deutschland gehört mit zu den Ländern mit der höchsten Steuerlast, ganz abgesehen davon, dass das deutsche Steuerrecht mittlerweile sogar für Experten nicht mehr durchschaubar ist. Hier wurden in den letzten 20 Jahren viele Chancen vertan. Das gleiche gilt für den Rentenbereich, die Förderung des Mittelstandes, etc.

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Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Im DAX setzen sich die langen Dochte nach oben, von denen ich berichtet hatte, offenbar durch. Gerade bricht der DAX um über 2,5 % ein. Schauen wir uns das im Chart an:

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Der rote Pfeil weist auf die fünf langen Dochte nach oben hin. Diese Dochte zeigen, wie gesagt, dass bei 5.000 Punkten Verkaufsdruck aufkommt. Die Kurse versuchen immer wieder im Intradayhandel diese Marke zu erreichen, doch sie können sich zum Handelsschluss nicht auf dem Niveau halten. Jeder dieser Versuche kostet Energie. Irgendwann geht den Bullen einfach die Luft aus, sie müssen sich erst einmal zurück ziehen, um neue Kraft zu sammeln.

Im großen Bild wird das, was gerade passiert, noch deutlicher:

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Der DAX ist, nach dem er aus seinem flachen Abwärtstrendkanal (rot) ausgebrochen ist, erst einmal an seinem primären Abwärtstrend (obere, breite blaue, abwärtsgerichtete Trendlinie) und der 5.000er-Marke gescheitert. Dort befand sich auch die obere Trendlinie seines steilen Aufwärtstrends. Diese Schnittstelle ist Teil eines starken Alpha-Targets. Kurz: Hier gab es einfach zu viele „Hindernisse”, die nach dem steilen Anstieg zuvor eine zu große Hürde darstellten.

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Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

In den letzten Tagen hört man vermehrt Analystenstimmen, die davon ausgehen, dass es jetzt wieder zu einer starken Rally bei den Rohstoffen kommen wird. Hintergrund ist unter anderem, dass der Ölpreis von seinem Tief bei 33 Dollar mittlerweile wieder auf 58,50 Dollar angestiegen ist.

Natürlich ist die Erinnerung an die letzte Rohstoffhausse noch frisch. Die Hoffnung, dieses Mal vielleicht früher dabei zu sein, weckt Begehrlichkeiten. Völlig außen vor gelassen wird bei solchen Überlegungen, welche dramatischen Auswirkungen eine solche Rohstoffhausse in der aktuellen Situation auf die US-Wirtschaft hätte. Meiner Meinung nach ist es aus diesen Gründen auch noch zu früh, um eine solche Hausse prognostizieren zu können.

Den US-Bürgern fehlt die Konsumfähigkeit

Wie am Freitag schon beschrieben: In den USA sind seit Mitte letzten Jahres über 5 Millionen Stellen abgebaut worden. Die Arbeitslosenquote ist nach offiziellen Zahlen auf 8,9 % angestiegen. Es wird nicht mehr lange dauern, und sie wird zweistellig. Inoffizielle Berechnungen liegen bereits deutlich über den veröffentlichten Werten. Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, können nicht mehr wie gewohnt konsumieren. Ein derartiger Abbau von Arbeitsplätzen wird sich demnach immer auf den Konsum negativ auswirken.

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Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Kaum sind die Ergebnisse des Stresstests der US-Banken veröffentlicht, regt sich schon Kritik. Die Ergebnisse seien geschönt worden, so die Vorwürfe. Das Wall Street Journal will erfahren haben, dass die zunächst von der Fed errechneten Zahlen deutlich über den später veröffentlichten gelegen haben.

Die Fed reagiert auf diese Gerüchte und Jeffrey Lacker, Präsident der Federal Reserve von Richmont, betont, dass der Stresstest als verlässlicher Indikator für die vergleichsweise gute Verfassung der US-Banken angesehen werden kann.

Wie ich am Freitag schon geschrieben habe, selbst wenn die Zahlen geschönt wurden, sie sind auch so kein Grund zur Freude gewesen. Aber wie gesagt, der Markt tickt zurzeit etwas anders.

(Mehr zu dem Stresstest gleich in dem Artikel von Torsten Ewert)

Der Markt will „noch” nach oben, so scheint es

Man sieht deutlich, auch heute wieder, die Amis wollen nach oben. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die Stimmung seltsam bearish ist. Wenn die Stimmung noch so bearish ist, bedeutet das, dass noch viel Kapital an der Seitenlinie steht und sich dabei ein wenig ärgert, nicht genau am Tief eingestiegen zu sein (was natürlich Unsinn ist). Doch dieses „Minusgefühl”, etwas verpasst zu haben, führt dazu, dass viele Anleger noch hoffen, eine zweite Chance zu erhalten, also zu „besseren Kursen” in den Markt einzusteigen. Diese Haltung führt wiederum dazu, dass die Kurse zurzeit nach unten vergleichsweise gut abgesichert sind. Denn sobald es zu Kursrücksetzern kommt, wird gekauft. Und das ist, um den Kreis zu schließen, mit ein Grund dafür, warum die Märkte in den USA so stark sind.

Daraus folgt, wir sehen entweder eine Fortführung der aktuellen Aufwärtsbewegung oder, was ich für wahrscheinlicher halte, eine volatile Fluktuation um die 5.000- Punkte-Marke herum.

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