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Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Die Verhandlungen in Griechenland sind gescheitert. Die Reaktion des Marktes auf diese Nachricht ist schön im DAX-Future zu erkennen:

Der FDAX brach in wenigen Minuten um 100 Punkte ein, konnte sich aber anschließend zunächst wieder etwas erholen.

Trotzdem steigt jetzt die Unsicherheit, wie es in Europa weitergeht. Und Unsicherheiten mag der Markt überhaupt nicht. Wir müssen also damit rechnen, dass die Märkte weiterhin belastet bleiben. Ich wünschte, ich könnte Ihnen andere, bessere Nachrichten mitteilen.

Euro-Reaktion vergleichsweise harmlos

Interessanterweise reagiert der Euro zwar mit deutlichen Abschlägen, aber im Vergleich mit anderen Kurseinbrüchen muss man diese angesichts der heiklen Situation als noch eher mäßig bezeichnen. Dazu der Euro/Dollar-Chart:

Sie sehen, dass es bei weitem schon dramatischere Kursabschläge des Euro gegeben hat. Der bisherige Rückgang der vergangenen Tage reicht hingegen nicht einmal mehr bis zu den Tiefs von Anfang des Jahres. In der langfristigen Betrachtung sieht also die Reaktion des Euros bisher noch wenig dramatisch aus. Aber, das kann natürlich noch kommen.

Zwischen Abwärtstrend und Seitwärtsbewegung

In dem Chart können Sie zudem schön erkennen, dass sich neben dem aktuellen Abwärtstrend (rote Linien) die Seitwärtsbewegung (blaues Rechteck), die ich hier schon häufiger als Prognose erwähnt hatte, gleichfalls etabliert hat. Irgendwann in den kommenden Monaten wird sich die Frage „Abwärtstrend vs. Seitwärtsbewegung” entscheiden.

Doch es gibt nach wie vor Hinweise, die auf die Seitwärtsbewegung hinweisen. So flachen sich die unteren Extrempunkte leicht ab. Des Weiteren ist zu erkennen, dass im Bereich der Marke von 1,25 bis 1,30 Dollar eine starke Unterstützung (siehe grünes Rechteck) ausgebildet wurde. Dieser Bereich ist einer der Kursniveaus, in denen sich der Euro in den vergangenen acht bis neun Jahren am häufigsten aufgehalten hat. Diese beiden Faktoren sind in der Lage, den bisherigen Abwärtstrend nach unten hin zu begrenzen.

Somit ist nach wie vor eine Fluktuation zwischen 1,50 Dollar (die obere Begrenzung ist mittlerweile eindeutig) und entweder 1,25 Dollar oder 1,18 Dollar das favorisierte Szenario - auch das zweimalige Testen der 1,50er Marke spricht für diese These.

Fallender Euro, steigendes Wirtschaftswachstum

Etwas, das angesichts der Krisenstimmung immer wieder in den Hintergrund der Berichterstattung gedrängt wird ist, dass ein schwacher Euro für die deutsche Wirtschaft wie Öl ins Feuer des Wachstums wirkt. Sollte der Euro tatsächlich wieder bis zur 1,18er Marke fallen, müssen wir mit damit rechnen, dass die Prognosen zum Wirtschaftswachstum in Deutschland nach oben angepasst werden müssen. Eigentlich sollte der DAX demnach bei einem fallenden Euro eher steigen! Doch wer will schon behaupten, die Börsen reagieren rational. Wenn Sie aber nach Gründen suchen, warum sich der DAX trotz der Risiken so stark hält, ist dies sicherlich eines der gewichtigeren Argumente. Auch wenn die Unsicherheit die Logik noch eine ganze Weile verdrängen wird, irgendwann werden sich die harten Daten durchsetzen. Dann, wenn sich die Börse wieder einmal an das ganze Chaos gewöhnt hat.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

(Quelle: www.stockstreet.de)

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Zunächst möchte ich mich bei Ihnen für das erfreulich hohe Interesse an unserem Stockstreet-Trader-Sentiment herzlich bedanken. Dass sich bisher bereits knapp 2.500 Teilnehmer angemeldet haben, ist angesichts der aktuellen Börsensituation ein höchst beachtliches und überraschendes Ergebnis.

Damit haben wir eindeutig die statistisch relevante Größe erreicht. Trotz einiger kleiner technischer Probleme im ersten Durchlauf hoffe ich, dass wir somit einen interessanten Indikator etablieren können.

Eine häufig gestellte Frage

Aber es gab auch diverse Fragen, vor allem eine Frage tauchte häufiger auf:

„Warum gibt es nicht die Möglichkeit „seitwärts” zu tippen?”

Das hat einen einfachen Grund: Wir wollen selbst von den nahezu Unentschlossenen eine Tendenz, auch wenn sie noch so knapp ist. Wir denken, dass wir so noch näher an den Mainstream kommen. Und es sollte tatsächlich so einfach wie möglich sein.

Noch müssen wir natürlich mit Ihnen zusammen einige Abstimmungsergebnisse sammeln, damit wir einen historischen Vergleich im Verhältnis zum DAX anstellen können. Dann wird es auch eine Grafik Trader-Sentiment vs. DAX geben. Aber auch jetzt schon werden sich interessante Prognosen zu den Ergebnissen dieses neuen Indikators ergeben.

Das aktuelle Abstimmungsergebnis

Das zeigt sich auch schon in dem ersten Abstimmungsergebnis:

53,04 % waren bullish für die jetzt laufende Woche eingestellt,

46,96 % sind eher bearish.

Damit haben wir zwar ein leichtes Übergewicht der Bullen, doch im Prinzip muss man das als Patt-Situation ansehen. Wie auch schon im Newsletter beschrieben, der heute Morgen bereits an die registrierten Nutzer versendet wurde, bildet diese Patt-Situation lediglich die Unsicherheit des Marktes ab. Der DAX notierte in der vergangenen Woche seitwärts, und eigentlich tut er das mit leicht abwärts gerichteter Tendenz seit Februar dieses Jahres.

Es passt alles ins Bild

Und so passt dieses Ergebnis perfekt ins Bild: Bären und Bullen sind gleich stark. Das bedeutet, sobald entsprechende Nachrichten den Markt in eine Richtung drücken, wird diese darauf folgende Bewegung das Potenzial haben, auch die Stimmung noch eine längere Weile mitzutragen. Kurz: Sollten die Kurse nach oben ausbrechen, ist noch viel Platz, bis die Bullenquote ein Niveau erreicht, an dem es wieder bedenklich wird. Das Gleiche gilt für die Bärenseite.

Und genau das entspricht der charttechnischen Beurteilung der Situation: Der Ausbruch ist entscheidend.  Und das wiederum passt zur fundamentalen Situation: Der Markt wartet auf neue, entsprechend nachhaltige Impulse.

Auch wenn das erste Ergebnis logischerweise in der aktuellen Situation noch keine Extremwerte liefert und damit keine Richtungsprognose ermöglicht, so zeigt sich doch schon, dass es mit der aktuellen Marktsituation in Einklang steht. Schauen wir, wie es in den kommenden Wochen weitergeht. Ich bin sehr gespannt und möchte abschließend noch einmal für Ihre Mitarbeit „Danke!” sagen und hoffe, dass Sie auch weiterhin so engagiert mitmachen.

Wenn Sie ebenfalls noch beim Trader-Sentiment teilnehmen wollen, melden Sie sich unter www.trader-sentiment.de an. Am kommenden Freitag erhalten Sie die nächste Mail, die Sie daran erinnert, abzustimmen.

Noch kurz zum DAX:

Der DAX kämpft angesichts der weiterhin bestehenden politischen Unsicherheiten in Griechenland immer noch mit der hier beschriebenen Nackenlinie der Formation, die einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation ähnelt (aber aufgrund der fehlenden Umsatzentwicklung keine ist):

Das legt nahe, dass es sich um eine relevante Trendlinie handelt und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich an dieser Linie das Wohl und Wehe der Märkte entscheidet.

Zumindest wäre das so, wenn die Börsen nicht in diesem frustrierenden politischen Modus wären, der zurzeit die gewohnte Prognosequalität beeinträchtigt. Aber gut, das ist ja mittlerweile nichts Neues mehr…

Viele Grüße

Jochen Steffens

(Quelle: www.stockstreet.de)

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Das was heute an den Börsen passiert ist, könnte der Startschuss für eine positive kommende Woche gewesen sein.

Ermüdung im Abwärtstrend

Seit Anfang Mai lag im Dow Jones ein Abwärtstrend vor, der sich zuletzt abflachte.

Die Volatilität nahm innerhalb des flacheren Trends dabei Stück für Stück ab. Im Future-Handel von heute Nacht 0 Uhr bis zur Handelseröffnung um 15:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit bewegte sich der Dow Jones schon nur noch in einer sehr engen Spanne von gerade einmal 70 Punkten bzw. knapp 0,5 Prozent. Und das vom höchsten und tiefsten Punkt aus gesehen. Die meiste Zeit war die Range sogar noch enger.

Ein erstes kleines Ausbruchssignal

Doch mit der Handelseröffnung der US-Börsen ging der Dow Jones in einen dynamischen Aufwärtstrend über. Man könnte hierbei also von einem kleinen Ausbruchssignal sprechen (siehe lange weiße Kerze ganz rechts).

Bislang reichte die Bewegung nicht aus, um die Range der letzten Tage zu verlassen. Sie wurde bisher nur exakt angesteuert. Sollte spätestens am Montag ein Ausbruch erfolgen, dann könnte uns eine positive Woche bevorstehen. Denn dann dürfte der Dow Jones wieder das obere Ende seiner übergeordneten Seitwärtsbewegung ansteuern.

Breite Seitwärtsbewegung im Dow Jones

Diese Seitwärtsbewegung (dunkelblauer Bereich) hatten wir zuletzt am 4. Mai besprochen. Im aktuellen Chart haben wir nun konsequenterweise den Trendkanal an die Bewegungen des Dow Jones angepasst (hellblauer Bereich).

Fortgesetzte Flagge im DAX

Und noch etwas spricht für die steigenden Kurse. Erinnern Sie sich noch an die Flagge, die wir am 3. April im DAX frühzeitig identifiziert hatten? Der DAX hat sich zwar nicht exakt an die damals erkennbaren Trendlinien gehalten, passt man diese jedoch ein wenig an, erhält man heute folgendes Chartbild:

Ein Trend wie er schöner kaum sein könnte. Und anscheinend befindet sich auch hier der DAX bereits auf dem Weg zur oberen Begrenzung dieser Formation. 6.700 Punkte lautet demnach das erste Kursziel.

Bearisher Keil verliert seinen Schrecken

Im übrigen war der 3. April auch genau der Tag, an dem wir Sie mit dem Titel “Braut sich da was zusammen im Dow Jones?” auf die aktuellen Kursverluste in DAX und Dow vorbereitet hatten.

Einen baerishen Keil hatten wir damals identifiziert, der gewöhnlich für schnelle Kursrückgänge steht. Gewohnt rechtzeitig hatten wir Sie darauf hingewiesen, dass “ein Bruch der Aufwärtstrendlinie zu kurzzeitig fallenden Kursen führen” könnte.

Die gewöhnlich schnellen und dynamischen Kursverluste hatten wir dabei ausgeschlossen, weil die Kurse zu weit in die Spitze hineingelaufen waren.

Trendbestätigende Konsolidierungsformationen

Rückblickend betrachten stellt sich die Analyse von vor über einem Monat als goldrichtig heraus. Daher können wir auch an der Prognose festhalten, dass wir nach der Konsolidierung mit weiter steigenden Kursen rechnen. Beide Formationen, sowohl die Flagge im DAX als auch das Rechteck (Seitwärtsbewegung) im Dow Jones gelten in der Charttechnik als trendbestätigende Konsolidierungsformationen.

Wenn Sie auch von einem positiven Verlauf in der kommenden Woche ausgehen, oder aber denken, das ist Unsinn, dann stimmen Sie hierfür noch ab und nehmen Sie teil beim Stockstreet-Trader-Sentiment!

Seien Sie also von Anfang an mit dabei, bei unserem neuen und einzigartigen Indikator für Ihren Börsenerfolg!

Hier geht es zur Startseite: http://www.trader-sentiment.de/

Hier geht es direkt zur Anmeldung: http://www.trader-sentiment.de/meintradersentiment/registrierung/

Viele Grüße

Ihr

Stockstreet-Team

(Quelle: www.stockstreet.de)

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Wir bitten in Ihrem Interesse um Ihre Mithilfe!

Seit vielen Jahren lesen Sie diese für Sie kostenlosen Zeilen des Steffens Daily. Sicherlich haben Sie in dem einen oder anderen Text Nützliches und Verwertbares gefunden haben. Vielleicht konnten Sie sogar Ihre Performance verbessern oder Fehler vermeiden.  Deshalb würde ich mich freuen, wenn Sie sich und mir einen kleinen Gefallen tun könnten.  Und zwar einen, der letztlich in Ihrem ganz eigenen Interesse ist.

Alles vollkommen kostenlos!

Wir wollen einen neuen Stimmungsindikator starten. Und zwar einen simplen, ohne viele Fragen - ohne Mühe und Arbeit: Das Stockstreet-Trader-Sentiment! Es genügen einmal in der Woche zwei Klicks, und Sie sind dabei.

Ihr Vorteil: Wenn Sie sich für diesen Indikator registrieren und mitmachen, erhalten Sie jeden Montagmorgen eine kostenlose Analyse zur aktuellen Börsenstimmung! Sie könnten sich sogar schon sonntags einloggen und das Abstimmungsergebnis erfahren. Alles, was Sie dafür tun müssen: Sobald Sie freitags die Erinnerungsmail erhalten haben, brauchen Sie lediglich den darin befindlichen Link anzuklicken und Ihre Einschätzung für die kommende Woche abgeben.

Melden Sie sich also bereits heute kostenlos an und Sie erhalten morgen schon Ihre erste E-Mail, mit der Sie an diesem neuen Sentiment-Indikator teilnehmen können.

Was diesen Indikator so einzigartig macht: Ihr Bauchgefühl!

Aber Achtung: Wir legen Wert darauf, dass Sie die Abstimmung nicht nach Ihren Analysen und charttechnischen Prognosen entscheiden, sondern nur Ihr reines Bauchgefühl abstimmen lassen. Was sagt Ihr Gefühl: Steigen die Börsen in der kommenden Woche oder fallen sie?

Wir legen Wert auf diesen emotional orientierten Indikator, weil nur dieser wirklich funktionieren wird (siehe auch Steffens Daily von Mittwoch). Sie kennen es doch sicher auch: Die eigene Stimmung ist ein perfekter Kontraindikator. Wenn hier im Stockstreet-Team die Stimmung zu euphorisch wird, werden wir vorsichtig. Wenn wir dagegen depressiv werden und am liebsten nie wieder etwas mit Börse zu tun haben wollen, fangen wir an zu kaufen.

Um wie viel genialer wäre es, das Bauchgefühl nicht nur weniger, sondern ganz viele Trader, Spekulanten und anderer Börsenteilnehmer in einem Indikator zusammenzufassen!!! Auch und gerade in dem Wissen, dass das Gefühl oft falsch liegt.

Es geht nicht darum, richtig zu liegen!

Wichtig: Bei dieser Abstimmung geht es also nicht darum, richtig zu liegen - es überprüft auch keiner, ob jemand richtig lag oder nicht - sondern es geht allein um das Abfragen der Mainstream-Stimmung, der wir doch alle immer wieder anheimfallen.

Sollte es uns gelingen, mit diesem neuen Projekt diese Mainstream-Stimmung perfekt einzufangen, hätten wir einen einzigartigen und wahrscheinlich auch sehr aussagekräftigen Indikator. Und deswegen wende ich mich dieses Mal mit dieser Bitte an Sie: Machen Sie mit! Sorgen Sie dafür, dass wir diesen Indikator auf die Beine stellen - zu unser aller Nutzen!

Seien Sie also von Anfang an mit dabei!

Hier geht es zur Startseite: http://www.trader-sentiment.de/

Hier geht es direkt zur Anmeldung: http://www.trader-sentiment.de/meintradersentiment/registrierung/

Viele Grüße

Jochen Steffens

PS: Zum Markt muss man wohl nicht viel schreiben - der DAX startet stark, rutschte dann ins Minus, nur um dann wieder deutlich ins Plus zu laufen. Das alles getrieben von politischen Nachrichten. Wie gesagt, hier sinkt die Prognosequalität im kurzfristigeren Bereich dramatisch.

(Quelle: www.stockstreet.de)

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Als Reaktion auf die jüngsten politischen Entwicklungen zeigen sich die Aktienmärkte weiter schwach. Aber auch bei den Rohstoffen tut sich etwas. So ist Gold nun aus seinem langen Aufwärtstrend nach unten ausgebrochen. Das ist ein wichtiges und bearishes Signal: Hier der bekannte Target-Trend-Methoden-Chart zur Entwicklung des Goldpreises:

Damit scheint sich zunächst die von mir seit längerem favorisierte Seitwärtsbewegung (grünes Rechteck) nun endgültig durchzusetzen. Allerdings sollte der Goldpreis an der unteren Begrenzung dieses Rechtecks bei 1535 Dollar einen Boden finden. Andernfalls wird es kritisch.

Emotionen als Indikator

Das Folgende  schreibe ich nicht, um darzustellen, dass ich Recht hatte - darum geht es mir nicht - zumal es auch nicht mal so ganz stimmt. Es soll Ihnen lediglich als lehrendes und warnendes Beispiel dienen:

Am 11. August 2011 (siehe senkrechte Linie oben im Chart) erkannte ich, dass der Goldpreis in eine Übertreibungsphase übergegangen war und warnte Sie. Damals titelte ich „Der Goldcrash wird kommen”. Dieser ist bis jetzt noch ausgeblieben (sehen Sie, so ganz richtig habe ich also bisher noch nicht gelegen - aber das kann noch kommen) - aber kurze Zeit später bildete sich tatsächlich das bisherige Hoch im Gold und bestätigte somit die vermutete Übertreibung. Die Warnung kam also gerade rechtzeitig. Das ist nun fast ein Jahr her. Doch darum geht es, wie gesagt, nicht. Interessanter sind die Reaktionen auf diesen Steffens Daily vom 11. August 2011. Dazu zitiere ich aus dem Steffens Daily, den ich einen Tag später, am 12.08.2011, verfasste:

„Ein kleiner Kommentar zu meinem Artikel „Der Goldcrash wird kommen”: Ich weiß es ja, man darf zurzeit nichts Negatives über Gold schreiben. Das führt zu vielen bösen Mails. Mir wurde gerade alles Mögliche vorgeworfen: Diese Kolumne hätte „Bild-Charakter”; ich sei nur neidisch, weil ich nicht dabei sei; ich solle mich nicht jetzt auch noch in die Masse von Schundkommentatoren einreihen; ich hätte mir diesen Text sparen können, wenn ich schon so vage bleibe, was den Zeitpunkt anbetrifft, ich sei unseriös etc., etc..

Meine lieben Kritiker, auch solche Mails sind ein deutlicher Beleg dafür, dass wir uns in einer Übertreibungsphase befinden und dass zu viele Anleger ein zu hohes Vertrauen in Gold haben.”

Emotionen wiesen auf Hoch hin

Und das ist der Grund, um den es mir bei diesem Rückblick geht: Damals schlugen die Emotionen hoch. Ich erhielt viele böse Mails, weil ich es gewagt hatte, die Hoffnungen der Goldbullen in Frage zu stellen. Und genau diese hochkochenden Emotionen waren der eigentliche Grund, besorgt zu sein. Wenn Sie mich schon länger lesen, wissen Sie, dass ich schon häufiger auf den sogenannten Hassmailindikator hingewiesen habe: Immer, wenn ich aufgrund einer Prognose viel negative und sogar wütende Post erhalte, ist dies ein gewichtiger Hinweis für die Richtigkeit dieser Prognose!

Zu den eigenen Emotionen konträres Verhalten führt zum Erfolg

Aber was bedeutet das für Sie als Anleger, die nicht solche Mails erhalten? Ganz einfach, wenn Sie sich zu sicher werden, wenn Sie anfangen, anderen Meinungen wütend entgegen zu treten  - wenn Sie nicht mehr auf die Kritiker hören wollen, dann sollten Sie anfangen, die Positionen, die solche Emotionen hervorrufen, zu hinterfragen!

Tatsächlich ist das einer der wichtigsten Punkte, die ein Trader lernen muss: Wird man zu euphorisch und rechnet seine Gewinne hoch, sollte man vorsichtig werden und eventuell aussteigen. Doch dazu gehört die Fähigkeit, sich selbst distanziert und kritisch zu betrachten beziehungsweise zu hinterfragen. Und genau dies ist einer der Charaktereigenschaften über die ein Trader unbedingt verfügen muss. Da diese Eigenschaft vielen Menschen fehlt…

Der Indikator schlechthin

Aber wäre es nicht ein vortrefflicher Indikator, wenn man diese Emotionalität messen könnte? Dazu habe ich etwas für Sie - etwas, das auch noch absolut kostenlos für Sie ist. Das wird, da es heute zu weit führen würde, allerdings erst morgen im Steffens Daily ausführlich vorgestellt - ich kann nur jetzt schon sagen: Sie sollten diesen Indikator nicht verpassen!

Zum DAX

Und damit kurz noch zum DAX: Der DAX kämpft eigentlich noch immer mit der hier vorgestern beschriebenen Nackenlinie dieser Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die keine ist. Es bleibt aber dabei: Iim Moment spielt die Politik noch die Musik, nach der sich die Börse bewegt. Kurz, im Moment ist Börse nicht spannend - im Moment kann man nur schauen, was passiert.

Viele Grüße

Jochen Steffens

(Quelle: www.stockstreet.de)

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Und da sieht man wieder, wie abhängig wir von der heiligen Technik sind. Die heutige Handelssitzung auf der elektronischen Handelsplattform Xetra startete erst mit einer Verzögerung von knapp 1,5 Stunden. Bis dahin ging eigentlich nichts. Hintergrund waren laut der Deutschen Börse technische Probleme.

Wilde Theorien

Und so witzelten die Trader, dass die Regierung wohl kein Geld mehr hätte, die ganzen Stützungskäufe zu tätigen. Auch war zu hören, dass die Xetra-Händler und Market-Maker in einen internen Streik getreten seien, um gegen diese politisch motivierten Börsen zu demonstrieren. Andere gingen davon aus, dass mal wieder einer dieser Programmierer die falschen Tasten gedrückt hatte oder ein Update nicht kompatibel war, wer weiß … (Diesen Absatz bitte nicht ernst nehmen.)

Börse ohne Signal

Die Börse reagierte erstaunlich gelassen, aber es war auch nicht das erste Mal, dass es zu einem solchen Stillstand gekommen ist - die Technik eben.

Ansonsten konnten die Börsen das Reversal des gestrigen Tages erst einmal nicht fortsetzen. Erneut sind es politische Themen: Wird es in Griechenland Neuwahlen geben, wird Griechenland sogar doch in eine Staatspleite schliddern? Was geschieht dann mit dem europäischen Finanzsystem? Die Unsicherheit ist entsprechend groß! Antworten auf diese Fragen gibt es noch keine.

Auf der anderen Seite wollte zunächst trotz dieser doch wichtigen negativen Themen noch keine richtige Abwärtsdynamik aufkommen. Doch im weiteren Verlauf rutschte der DAX dennoch immer weiter abwärts, um schlussendlich mit einem Minus von 1,9 % zu schließen. Im Moment ähnelt die Beschäftigung mit der Börse damit eher dem hilflosen Herumstochern in einer trüben Brühe.

Die einen kaufen, weil sie wissen, die Aktien sind billig, die anderen verkaufen, weil sie Angst vor einer Verschärfung der Euro-Krise haben. Seit März sind die Bären im Vorteil. Mit den heutigen Kursverlusten ist das gestern beschriebene Fehlsignal wiederum negiert und somit rückt die „abc”-Abwärtskonsolidierung erneut in den Vordergrund.

(Hinweis: Die roten Rechtecke sind in diesem Chart im Vergleich zu der vorherigen Version der weiteren Kursentwicklung angepasst worden, um das Kursziel genauer bestimmen zu können.)

Die Kurse können bei diesem Szenario bis zur 6.170er Marke fallen. Da damit der (grüne) Aufwärtstrend gebrochen wäre, sind auch Kurse bis 6.000 Punkte möglich. Aber warten wir ab, was in den nächsten Tagen an neuen kursbewegenden Nachrichten veröffentlicht wird. Vielleicht ist morgen wieder alles ganz anders. Politische Börsen sind, wie Sie aus dem letzten Jahr bereits wissen, schwer zu prognostizieren, da hier Menschen entscheiden und nicht wirtschaftliche Entwicklungen.

Seit 14 Jahren seitwärts

Ich hatte gestern geschrieben, dass wir vielleicht bald einen  Big-Point bei den Einstiegssignalen sehen. Dazu noch mal der langfristigen Chart des DAX. Schließlich befinden uns mittlerweile nicht nur auf dem Niveau von Ende Januar, sondern bald auch wieder in dem Bereich des Hochs aus dem Jahr 1998! Ja, Sie haben richtig gehört: 1998 - damals, als die Welt noch eine ganz, ganz andere war. Wie gerne hätten wohl viele von uns diese alten Zeiten wieder zurück…

Im Juli 1998 stieg der DAX in seinem Hoch auf 6.200 Punkte. Heute notiert er bei knapp über 6.400 Punkten. Kurz, seit 14 Jahren hat der DAX nahezu keine Rendite erwirtschaftet. Wenn Sie sich dann im Vergleich die Entwicklung von Gold, den Immobilienpreisen oder auch der Zinsen anschauen, wird deutlich, wie extrem unterbewertet der DAX im Vergleich mit diesen anderen Anlageklassen eigentlich ist. Denn die im DAX befindlichen Unternehmen haben sich in den vergangenen 14 Jahren durchaus weiterentwickelt.

Dieses Ungleichgewicht führt zu Aktienkäufen

Und das ist der Grund, warum immer mehr langfristig orientierte Anleger Aktien als Beimischung ins Depot legen. Leider reagiert der gemeine Anleger anders. Er fühlt sich wohler, wenn in den vergangenen 14 Jahren der Markt gestiegen ist. Schließlich neigen wir Menschen dazu, das Vergangene in die Zukunft zu projizieren. Dieses Verhalten ist aber mit Blick auf die Börsen grundfalsch und führt gerade im langfristigen Kontext oft zu groben Fehleinschätzungen.

Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit höher, langfristig erfolgreich anzulegen, wenn eine 14 jährige Seitwärtsbewegung hinter einem liegt, als wenn die Kurse 14 Jahre nur gestiegen sind. Das hat damit zu tun, dass die Börsenzyklen, also der Wechsel zwischen steigenden Kursen und Seitwärtsbewegungen, meist 15 bis 20 Jahre daueren.  Für uns bedeutet das: Wer jetzt erste langfristige Positionen anlegt und dabei noch genügen Geld in der Hinterhand behält, um bei weiteren Kursrückgängen nachzukaufen, hat gute Chancen in 15 bis 20 Jahren ein Vermögen verdient zu haben.

Aber, auch das ist nur eine der möglichen Entwicklungen. Zwar die wahrscheinlichste, aber wie immer kann auch alles ganz anders kommen. Und das ist der Grund, warum man niemals alles auf eine Karte setzen sollte - sprich ausschließlich im Aktienmarkt investiert sein darf. Vermögen will immer diversifiziert angelegt, sprich auf mehrere Anlegeklassen verteilt, sein. Und so dürfen die anderen Anlageklassen, auch wenn sie schon vergleichsweise teuer sind, trotzdem niemals in einem gut geführten Portfolio fehlen.

Viele Grüße

Jochen Steffens

(Quelle: www.stockstreet.de)

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Die Märkte sind nach den Wahlentscheidungen in Frankreich und in Griechenland in Sorge, dass sich die Probleme im Zusammenhang mit der EU-Krise wieder verschärfen. Vor drei Jahren hätte ich noch salopp dazu geschrieben: „Machen Sie sich keine Sorge, politische Börsen haben grundsätzlich kurze Beine!” Leider wurden wir da im vergangenen Jahr eines Besseren belehrt. Und so hat die leidige Politik auch jetzt wieder das theoretische Potenzial, uns noch eine Weile in unseren Börsenanalysen zu begleiten.

DAX erholte sich schnell

Aber, insgesamt wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird - das fand wohl auch der DAX. Nach einem doch deutlichen Kursrückgang am Morgen konnte er sich gegen Mittag wieder fangen. Hier hatten politische Börsen offenbar doch wieder kurze Beine - wobei wir das Spiel schließlich kennen: Jede Nachricht ist, wenn sie erst einmal eingepreist ist, eine alte Nachricht.

Alles schon eingepreist?

Und doch, welche langfristigen Auswirkungen die Wahlergebnisse auf die Euro-Krise haben, ist noch nicht auszumachen. Es ist schließlich fraglich, ob die weiteren Folgen bereits eingepreist sind. Und so möchte man weiter hoffen, dass die Börsen möglichst bald von dieser unheiligen Verkettung mit der Politik befreit werden!

Die große Hoffnung

Ich kann immer nur betonen: Wenn sich jedoch abzeichnen sollte, dass diese Krise in der EU und die Krise in den USA irgendwann einmal nachhaltig vorbei sein sollte, egal wie dieses „Ende der Krise” dann auch immer aussehen sollte, wäre dies mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sehr günstiger Zeitpunkt langfristig zu investieren. Es könnte sogar einer der wenigen Big-Points der Einstiegssignale sein, die man als Trader in seinem Leben erleben darf.

(Kleiner Einschub: Der letzte Big-Point-Einstiegszeitpunkt war zum Beispiel der Zusammenbruch der Sowjetunion. Damals schrieb Kostolany seinen so oft zitierten und nahezu genauso oft fehlinterpretierten Satz: „Jetzt muss man kaufen und sich dann 10 Jahre schlafen legen!” Dieser bezog sich tatsächlich nur auf diese spezielle Situation und war keineswegs als grundsätzliche Anlageform gedacht, wie es so oft dargestellt wird.)

Wenn sich also ein Ende der beiden Krisen abzeichnet, sollten Sie Aktien kaufen und diese 10 bis 15 Jahre halten. In der Zeit sollten Sie schlafen gehen und sich keinesfalls von irgendwelchen Nachrichten verwirren lassen.

Die SKS mit ihrem möglichen Fehlsignal ist immer noch im Spiel:

Und ich muss noch einmal auf die Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS)  zurückkommen, von der ich in den vergangenen Wochen schon häufiger berichtet habe. Vielleicht erinnern Sie sich: Ich hatte geschrieben, dass nach einem Crash in der darauffolgenden Gegenbewegung gerne SKS-ähnliche Formationen auftauchen, die aber aufgrund des Umsatzes keine echten SKS sind. Häufig kommt es aber in dieser Phase zu einem Bruch der Nackenlinie, der sich als Fehlsignal herausstellt.

Die SKS-ähnliche Formation hat sich nun eindeutig herausgebildet, wenn auch etwas anders als ursprünglich angenommen:

Der Unterschied ist, dass die Nackenlinie (blaue Linie) nach rechts etwas abfällt. Das wäre für sich gesehen kein Ausschlussgrund für das Vorliegen einer SKS. Über dieser Nackenlinie hat sich aber die klassische Form der Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausgebildet. Wie man ebenso erkennen kann, fehlen die Umsatzspitzen, die sich parallel zur linken „Schulter” und „Kopf” entwickeln sollten. (Die eine große Umsatzspitze unter dem „Kopf” ist der Verfallstag. Da in seinem direkten Umfeld keine weiteren Umsatzhochs ausgebildet worden sind, muss man diese vernachlässigen).

Nackenlinie verletzt

Die blaue Nackenlinie wurde heute im Abverkauf nach unten gebrochen (roter Pfeil). Bei einer regelgerechten SKS wäre dies das entscheidende Verkaufssignal  gewesen. Anschließend erholte sich der DAX allerdings wieder deutlich! Damit ist jetzt genau das passiert, wovon ich seit Wochen schreibe. Es könnte sich hier das entsprechende Fehlsignal ausbilden. Und das macht die Situation so unglaublich spannend:

Kommt es in den kommenden Tagen zu einer Erholung, bei der das rechte Schulterniveau überwunden wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine längere Fortsetzung der bisherigen Rally sehen. Das würde viele Anleger überraschen.

Fällt der DAX jedoch weiter, bleibt die „abc-Konsolidierung” das wahrscheinlichste Szenario. Dann müssen wir mit einem Kursrückgang bis 6.000 Punkte rechnen.

Zumindest haben wir damit aber nun klarere Bezugspunkte in verschiedenen Indizes. Denn das Bild und die entsprechenden Szenarien passen ziemlich gut zu der Analyse des Dow Jones vom Freitag.

Viele Grüße

Jochen Steffens

(Quelle: www.stockstreet.de)


Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Die Pattsituation vor den US-Arbeitsmarktdaten, die wir gestern festgestellt haben, hat sich nach den heutigen offiziellen Zahlen zum Arbeitsmarkt in einen Sieg für die Bären aufgelöst.

Für die Anleger eindeutig zu wenig

Zwar ist die Arbeitslosenquote im April von 8,2 auf 8,1 Prozent gesunken und die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA um 115.000 gestiegen, doch wurden damit die Erwartungen schwer enttäuscht. Diese lagen bei einem Anstieg von 140.000 bis 162.000.

Reaktion fällt eindeutig aus

Die Reaktion der Märkte fiel eindeutig aus. Mit Veröffentlichung der Zahlen (rote Elipse) zuckten die Indizes wild in beide Richtungen, entschieden sich dann jedoch für den Rückzug.

Damit kann die Frage vom Mittwoch, ob der Dow Jones den Ausbruch schafft, klar mit Nein beantwortet werden. Denn der Dow Jones gab den gesamten bisherigen Handelsverlauf kontinuierlich ab.

Für viele dürfte es sowieso sehr überraschend gewesen sein, dass sich der Dow Jones angesichts der immer länger werdenden Reihe enttäuschender US-Daten auf ein Vier-Jahres-Hoch hieven konnte. Doch irgendwann mussten die Kurse der fundamentalen Entwicklung Rechnung tragen.

Ausbruch gescheitert oder verschoben?

Fraglich ist jetzt natürlich, ob es sich nun um eine Trendwende oder nur um ein Luftholen für einen weiteren Ausbruchsversuch handelt. Mit Blick auf den folgenden Chart, müssen wir diese Frage zunächst unbeantwortet lassen. Denn solange sich der Dow Jones in seiner Seitwärtsbewegung befindet, können beide Szenarien noch eintreten. Allerdings gewinnt die Variante des bearishen Fehlausbruchs damit an Bedeutung.

Aber selbst wenn der Index nun wieder aus dem schraffierten Bereich herausfällt, wäre dies noch kein endgültiges Urteil. Denn dies war bereits in der Vergangenheit nicht zwingend gleichzusetzen mit einer Trendwende. Als der Dow Jones im April aus seiner Seitwärtsrange herausfiel, wurden die Kursverluste schnell wieder aufgeholt.

Gefahr eines Doppeltopps

Richtig ernst wird die Lage also erst, wenn der Kurs unter das Tief vom 10. April fällt. Denn dann würde sich eine Art Doppeltopp ausbilden - diese könnte die Trendwende einleiten, die dann letztlich nur der Trendwende in den US-Konjunkturdaten folgt.

Beim Blick auf diesen Chart zeigt sich zum einen, wie hoch der Dow Jones eigentlich trotz der Kursverluste noch steht, zum anderen allerdings auch, welches Abwärtspotential eine Trendwende auslösen könnte. Es bleibt wie immer spannend.

Ihr

Stockstreet-Team

(Quelle: www.stockstreet.de)


Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Zunächst die Überraschung: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank unerwartet deutlich auf 365.000 Stellen, nach 392.000 in der Vorwoche. Analysten hatten lediglich mit 375.000 Stellen gerechnet.

Die sinkenden Erstanträge sind natürlich ein positiver Hinweis auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht, der am morgigen Freitag veröffentlicht wird. Zunächst konnten die Indizes auch nach der Veröffentlichung zulegen.

EZB sieht höhere Unsicherheiten

Doch die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi nach der heutigen EZB-Sitzung belasteten. Draghi hatte trotz der schlechteren Konjunkturdaten aus der EU (so zum Beispiel die gestern erwähnten Einkaufsmanagerindizes von Spanien und Italien) keine zusätzlichen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen angekündigt. Gleichzeitig bestätigte er auf Nachfrage, dass die Unsicherheiten in der EU wieder zugenommen haben.

ISM-Dienstleistungsindex unter den Erwartungen

Etwas später, um 16.00 Uhr MESZ, wurde dann noch der ISM-Dienstleistungsindex veröffentlicht. Dieser Index sank unerwartet deutlich auf 53,5 Punkte, nach 56,0 Punkten zuvor. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, jedoch nur auf 55,5 Punkte.

Der Dienstleistungsindex ist eigentlich wichtiger als der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes. Immerhin macht dieser Sektor 70-80 Prozent der US-Wirtschaft aus. Allerdings wurde er früher weniger beachtet, erst seit der Anpassung der Berechnung an den ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes nimmt die Bedeutung für die Märkte immer weiter zu. Und so muss man diesen Rückgang der vergangenen drei Monate durchaus als Warnung begreifen! Da führt kein Weg dran vorbei, der ISM-Dienstleistungsindex ist ein Big-Point für die Bären unter Ihnen.

Auf kurzfristige Sicht kommt hinzu, dass auch gerade der Unterindex „Beschäftigung” von zuvor 56,7 auf nun 54,2 Punkte zurückgegangen ist. Leider hilft uns das kurzfristig nicht weiter, aus folgenden Gründen:

Keine klare Richtung bei der Prognose für die US-Arbeitsmarktdaten:

Am Dienstag sendete der Unterindex Beschäftigung des ISM-Index des verarbeitenden Gewerbe ein positives Signal für den Arbeitsmarkt. Die ADP-Daten gestern enttäuschten hingegen (beides nachzulesen im Steffens Daily von gestern). Heute gab es eine positive Entwicklung bei den Erstanträgen und eine negative beim ISM-Dienstleistungsindex. Zwei positive und zwei negative Faktoren. Damit hat sich ein klares Patt herausgebildet.

Auch wenn die verschiedenen Faktoren unterschiedlich gewichtet werden könnten (so würde ich die negative Entwicklung der Beschäftigung im Dienstleistungsindex höher gewichten, als die positive des Verarbeitenden Gewerbes, da der Einfluss auf den Arbeitsmarkt höher ist) entsteht trotzdem keine klare Richtung. Die aktuelle Faktenlage lässt meines Erachtens keine Tendenz erkennen.

Die Prognosen der Analysten für den US-Arbeitsmarktbericht (die Non Farm Payrolls) erwarten einen Anstieg auf 150.000 - 175.000 Stellen (allerdings fehlen bei diesen Prognosen die Daten der vergangenen Tage). Im vergangenen Monat gab es nur einen Anstieg um 120.000 Stellen. Das ist die Messlatte - es wird also wieder einmal spannend, morgen um 14.30 MESZ.

Viele Grüße

Jochen Steffens

(Quelle: www.stockstreet.de)

Kategorien: Börsengeschehen
Author: Jochen Steffens

Der Dow Jones hat gestern zumindest intraday seine Jahreshoch geknackt. Ein starkes Zeichen, das allerdings aus charttechnischer Sicht noch einer Bestätigung bedarf. Der Ausbruch muss nun auch noch auf Schlusskursbasis gelingen. Der DAX konnte nach diesen positiven Vorgaben zunächst gut in den Tag starten. Allerdings führten schlechte Einkaufsmanagerindizes in Italien und Spanien dazu, dass die Gewinne schnell wieder abgegeben wurden.

ISM-Index überrascht positiv ohne Inflationshinweis

Doch zunächst die Gründe für den gestrigen Anstieg des Dow Jones: Der vielleicht meist beachtete Index zu den US-Konjunkturdaten, der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes, überraschte gestern positiv. Er stieg auf 54,8 Zähler. Analysten hatten lediglich mit 53,0 Punkten gerechnet.

Interessant ist dabei im Zusammenhang mit der Inflationsfrage, dass der Preisindex die Steigerung des ISM-Index in den vergangenen Monaten nicht mehr mitmacht. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Fed tatsächlich noch keine große Sorge vor einer Inflation haben muss.

Beschäftigungsindex lässt hoffen

Doch ein anderer Aspekt des ISM-Index ist gerade in dieser Woche interessant. Am Freitag wird, wie an jedem 1. Freitag im Monat, der offizielle US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Und hier ließ der Unterindikator des ISM-Index „Beschäftigung” hoffen. Dazu die Entwicklung des ISM-Index mit dem Beschäftigungsindex seit dem Jahr 2000:

Sie erkennen eine deutliche Erholung dieser Komponente die, ähnlich wie in 2010 schon einmal, wieder in den „sehr positiven” Bereich vordringt. Insbesondere, wenn man die Werte mit den vergangenen zwölf Jahren vergleicht. Dies ließ einige Anleger hoffen, dass am Freitag positive Überraschungen vom US-Arbeitsmarkt veröffentlicht werden.

ADP-Daten enttäuschen

Doch diese Hoffnung wurde heute wieder jäh gedämpft. Die Daten von Automatic Data Processing (ADP) wiesen einen Anstieg der Beschäftigten von 119.000 aus. Analysten hatten jedoch mit 178.000 nach 201.000 Stellen im Monat zuvor gerechnet. Das dürfte neben den schlechten Vorgaben aus Europa einer der Gründe für den schlechten Start in den USA gewesen sein.

Wir erkennen bei den ADP-Daten eine seit Monaten eher abwärts gerichtete Tendenz. Wir wissen, dass die Daten nicht eins zu eins auf den US-Arbeitsmarktbericht anzuwenden sind. Doch die Tendenz wird sich auch in dem offiziellen Bericht widerspiegeln. Und das hat die Märkte nach den guten Zahlen zur Beschäftigung des ISM-Index heute wieder verunsichert. Eine wichtige Indikation liefert  auch die Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die morgen um 14.30 Uhr MEZ veröffentlicht werden. Dazu dann morgen mehr.

Fazit:

Trotz der Probleme in der EU geraten die Märkte nun immer mehr in den Bann der US-Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden. Die bisherigen Zahlen sind nicht eindeutig. Insgesamt zeigen die US-Indizes bisher aber im Vergleich zu den europäischen Indizes eine beeindruckende Stärke, die zurzeit zumindest noch auf eine Fortsetzung der dortigen Rally hinweist. Die Gefahr von Fehlsignalen besteht aber mindestens so lange, bis der Dow Jones nicht auf Schlusskursbasis ein neues Jahreshoch ausgebildet hat. Es wird also interessant in den kommenden beiden Tagen. Schafft der Dow den Ausbruch oder nicht?

Viele Grüße

Jochen Steffens

(Quelle: www.stockstreet.de)

Jochen Steffens Börsen-Kolumne