szmmctag
Author: Klaus Buhl

 

Liebe Leserinnen und Leser,

keine Frage, heute, und aus dem Rückspiegel betrachtet, hat es wieder jeder gewusst oder mindestens geahnt. Als ich vergangenen Donnerstag meine hiesige Wochend-Kolumne vorbereitet habe, begann der aktuelle Kursrutsch als relativ laues Lüftchen. Der dann aber folgende dynamische Abverkauf kann getrost als eine faustdicke Überraschung bezeichnet werden, der für die meisten Anleger unangenehme Nebenwirkungen gehabt haben dürfte. Trotzdem hat sich die „launische Diva” Börse nicht einmal besonders hinterhältig verhalten, sondern einfach nur ihr altbekanntes Verhaltensmuster aufgezeigt. Den Weg zu gehen, der den meisten Anlegern die größten Schmerzen bereitet. Im aktuellen Fall hatten sich viel zu viele Anleger an die geringe Volatilität gewöhnt,  haben zu große Positionen gehandelt und diese auch noch unzureichend abgesichert. Per Saldo brachten die vergangenen Tage speziell den am DAX orientierten Anlegern Verluste von etwa 9 Prozent. Sehr auffällig ist die anhaltende relative Schwäche der deutschen Märkte gegen die führenden US-Indizes. Dies ist u.a. deshalb beachtenswert, da die derzeitige Euroschwäche (gegen den US-Dollar) einigen europäischen Exporteuren sogar sehr gut gelegen kommen dürfte.

Kursrutsch mit diffusen Argumenten

Auch heute macht es keinen Sinn, nach den „wahren” Hintergründen für das Kurs-Gemetzel zu suchen. Denn die Nachrichtenlage ist in etwas so gut oder schlecht, wie sie es auch während der freundlichen Handelstage zuvor war. Auch gute Unternehmensdaten, wie beispielsweise bei Intel oder Nokia, werden nach einer sehr kurzen Erholung abrupt verkauft, was natürlich psychologisch sehr negativ zu bewerten ist.

Die gegenwärtige Kursschwäche legt also den Gedanken nahe, dass die abgedroschene Phrase „die Liquidität treibt die Märkte”, nicht mehr zieht und keinen potentiellen Käufer mehr hinter dem Ofen hervorlockt, auf der anderen Seite aber wachsendes Verkaufsvolumen nach sich zieht. Es gibt in der jüngeren Vergangenheit einige gute Beispiele dafür, dass trotz intakten Aufwärtstrends irgendwann die fundamentalen Daten IMMER an Bedeutung gewinnen und die jeweilige Hausse abwürgen. Denken Sie nur an das warnende Beispiel des Neuen Marktes!

Die derzeitige Bedrohung für die Fortsetzung der Hausse sind der schleppende Konsum durch die hohe Arbeitslosigkeit, der schmerzhafte und langwierige Weg der Entschuldung in Kombination einer demnächst drohenden Reduzierung der Liquidität durch die Notenbanken und steigende Zinsen. Erschwerend kommt hinzu, dass in den ersten Januartagen traditionell frisches Geld in die Märkte fließt, dieses aber aktuell nicht ausreicht, die  Kapitalabflüsse zu neutralisieren. Dies ist kein gutes Anzeichen für das beginnende Börsenjahr und könnte der Beleg für eine Umverteilungsphase von starken in die schwachen Hände sein! Diese Befürchtung wird dadurch verstärkt, dass vor wenigen Tagen noch praktisch jede Bank und jede Fondsgesellschaft positiv für die erste und sehr zurückhaltend für die zweite Jahreshälfte eingestellt war. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Das kann natürlich nicht gut gehen, da dies jeder rationale Anleger antizipieren und die Party vor der Masse verlassen würde. Davon einmal abgesehen, dass kaum eine Analyse, die ohne Entgelt von institutionellen Anlegern veröffentlich wird, aus purer Menschenliebe geschrieben wurde. Die Börse ist und bleibt ein Haifischbecken, in dem die Gewinne der Einen durch die Verluste der Anderen gespeist werden. 

Sind die Bullen nur angezählt oder bereits K.O.?

Vergangene Woche bin ich hier davon ausgegangen, dass die Unterstützungszone etwas oberhalb von 5.650 Punkten im DAX wahrscheinlich den ersten Angriff der Bären überstehen würde, was sich als falsch erwies. Ebenfalls habe ich vermutet, dass die sehr wichtige gleitende 50-Tage-Linie gehalten wird. Diese stellt eine Angewohnheit großer Investoren und Fondsmanager dar, die quartalsweise an ihre Kunden berichten, und sollte niemals unterschätzt werden. Vor allem eine fallende 50-Tage-Linie birgt die Gefahr eines Tests der nach wie vor positiven und steil steigenden 200-Tage-Linie! Die steigende 200-Tage-Linie ist übrigens auch eines der größten Argumente der Bullen, da diese deren langfristige Dominanz unterstreicht und jedem Einstieg auf der Long-Seite eine hohe Erfolgsquote zuweist. Falls sich nun der gestrige Ausflug unter die Marke von 5.550 Punkten im DAX nicht sehr schnell als Fehlsignal entwickelt, wäre das (alte) Projektionsziel der Point & Figure Technik von 6.500 für eine längere Zeit zu den Akten zu legen. Das zyklische Tief bei 5.400, oder sogar das August-Tief bei 5.200 Punkten wären dann absolut realistisch!

Trotzdem kann gesagt werden, dass der aktuelle Kursrutsch noch längst nicht das Ende des übergeordneten Aufwärtstrends ist. Die Bullen sind stark angeschlagen, aber nicht K.O! dax_4

 Gut erkennen Sie auf der einen Seite die intakte steigende Aufwärtstrendgerade, die auch in gesunden Bullenmärkten zeitweise getestet wird. Negativ ist aber die sehr lange O-Spalte, die den Angebotsüberschuss zeigt und mittlerweile die positive X-Spalte total überlagert. Die Bären sind also kurz bis mittelfristig eindeutig am Drücker. Mit der jüngsten Kursbewegung wurde ein frisches Verkaufssignal generiert, bzw. die vorhergehende O-Spalte bei 5.650 unterschritten. Der Chart verdeutlicht sehr gut die große Bedeutung der Marke von 5.550, deren Kästchen bisher nur kurz „angetestet” und bestätigt wurde. Hier befinden sich die letzten guten Unterstützungen auf dem Weg in Richtung 5.400 und 5.200 Punkte.

US Märkte wieder in erhöhtem Risiko Modus

Sehr gut zeigt dieser „innere” Chart des breiten Aktienmarkts der NYSE, in welchem Marktzustand wir uns wirklich befinden. Am Mittwoch wechselte der von favorisierte NYSE Bullish-Percent in eine O-Spalte (Angebotsüberschuss). Dies ist ein untrügliches Zeichen für Sie als Investor, dass die Defensive aufs Spielfeld geschickt werden muss! Mindestens sechs Prozent der gehandelten Werte haben also ein „frisches” objektives Verkaufssignal generiert und zeigen eine deutliche Verschlechterung des Verhältnisses von Angebot zu Nachfrage!

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  Wie ich hier bereits früher darlegte, ist der „Bullish Percent Index” ein Risiko- und kein Timing-Parameter! Daher ist er auch kein geeignetes Instrument für sehr kurzfristig orientierte Trader, obwohl er auch denen natürlich zeigt, ob eher die Bullen oder Bären am Zug sind, bzw. wie weit sich eine Kursbewegung noch ausbreiten könnte. Aktuell könnte also noch ein gute Strecke nach unten vor uns liegen.

Heute notiert der Index bei knapp 69 % und in einer O-Spalte, die den anhaltenden Kapitalabfluss symbolisiert! Mittlerweile handeln also „nur” noch 69 % der an der NYSE gehandelten Aktien auf einem objektiven Kaufsignal der P & F Technik! Mithin wurde die kritische 70 %-Marke von oben durchstoßen in Verbindung mit einem Volatilitäts-Ausbruch der Indizes! Dies ist die klassische Ausdrucksform eines Marktes in einem hohen Risiko-Zustand, der von weiteren Kapitalabflüssen bedroht ist.

Long-Engagements sind hier mit hohen Risiken behaftet!

Ebenfalls gut zu erkennen ist, wie stark sich der breite Markt der NYSE mit über 3.600 Aktien bereits von seinen extrem überkauften Ausprägungen bei 84 % im September 2009 zurückgezogen hat.  Wie bereits gesagt, der NYSE BPI ist ein Risiko und kein Timing-Indikator! Übrigens befindet sich der Index bei anderen Datenanbietern und anderer Zählweise noch in einer X-Spalte und oberhalb der kritischen 70 %-Zone. Auch die traditionellen äußeren Charts lassen die Möglichkeit zu, dass wir vor einem „Turnaround” stehen, da alle wichtigen Indizes in unmittelbarer Nähe ihrer sehr robusten Unterstützungen in Form der Oktober-Tiefs, bzw. November-Hochs handeln. Ein Gegenangriff der Bullen ist also sehr  gut möglich, obwohl ich dann auf ein längeres Übergewicht der Bären tippe, welches sich über mehrere Wochen hinziehen könnte.

Näheres zu der Philosophie und dem Nutzen der P & F Technik erfahren Sie auch in meinem Newsletter!

Der Autor kombiniert für seine Kunden marktneutrale, vermögensverwaltende und Absolut Return Strategien in Abhängigkeit seines Trendbarometers! 

Herzliche Grüße!

Ihr Klaus Buhl

Kategorien: P&F-Technik, US-Börsen
Author: Klaus Buhl

 

Liebe Leserinnen und Leser

Obwohl in den vergangenen Tagen einige schlechte konjunkturelle Daten und mäßige Unternehmensdaten veröffentlicht wurden, zeigen sich die Indizes unbeeindruckt. Der Kapitalzufluss in die Märkte bleibt erhalten und die Vola sinkt!

Da hat man sich gerade an die scheinbar unaufhaltsam steigenden Kurse gewöhnt, droht fast am Steuer einzuschlafen, und prompt kommt die Gegenbewegung. Auch wenn während der vergangenen Tage  natürlich viele zur Vorsicht mahnende Kommentare zu lesen waren, bin ich mir nicht so sicher, ob die von vielen ersehnte Korrektur wirklich JETZT beginnt.

Untypisch wäre dies zwar nicht nach dem kurzen Ausflug des DAX über die 6.000-Punkte-Marke und dem Rückzieher an den wichtigen Widerständen zwischen 6.000 und 6.100 Punkten. Aber dieses Szenario, in Einklang mit den enttäuschenden Konjunkturzahlen der letzten Tage, z.B. dem Arbeitsmarkt und den wichtigen Einzelhandelsumsätzen, ist mir zu simpel. Wahrscheinlich schlägt die launische Börse erst dann zu, wenn die wichtigsten internationalen Indizes sich genügend weit oberhalb der neuen zyklischen Hochs befinden, und die Sorglosigkeit im Bullenlager neue Rekordwerte erklommen hat. Immerhin zeigen heute einige Sentimentdaten (aber nicht alle) ein extrem großes und schnell wachsendes Bullenlager, was bald schon ein Austrocknen der Nachfrage zur Folge haben könnte, denn die Optimisten sind natürlich schon längst investiert.

Meine Analysetechnik der Point & Figure Philosophie zeigt mir, dass nach wie vor frisches Kapital in die Märkte fließt und die Bullen noch immer am Ball sind. Die derzeitig bewährte Praxis der institutionellen und privaten Anleger „Buy the Dipps” könnte also noch eine Weile anhalten. Die traditionell starke Liquidität innerhalb der Märkte am Jahresanfang wird dabei kein Nachteil sein.

Formales Kursziel für den DAX liegt bei 6.500 Punkten

 dax_kw_2Die vergangenen Tage waren ein gutes Beispiel dafür, dass an der Börse Nachrichten keine Kurse machen, sondern umgekehrt die Nachrichten von den Kursen erzeugt werden. Weder enttäuschende Konjunkturdaten noch durchwachsene Geschäftszahlen des US-Alu-Giganten Alcoa konnten bspw. die Nachfrage nach Aktien länger als für ein paar Stunden unterbrechen.

Dies ist natürlich ein positives Anzeichen für die Qualität des Aufwärtstrends trotz der relativ starken Überkauftheit der meisten Indizes. Vielleicht werden ja die sensationellen Zahlen von Intel den Bullen auf die Sprünge helfen. Der stetige Nachfrageüberschuss nach Aktien wird vor allem in der P & F Technik sehr deutlich, da diese systematisch nur das Ergebnis des Kampfs zwischen Bullen und Bären darstellt. Kleinere Kursbewegungen, die man ohnehin in der Praxis und ohne Glasgugel kaum handeln kann, werden dabei erst gar nicht erfasst. Nur vorab definierte Kursbewegungen, hier beim DAX z.B. jeweils 50 Punkte, werden in einem Kästchen abgetragen. Kleinere Kursschwankungen werden herausgefiltert, da sie den primären Trend nur verdecken, bzw. den Anleger verwirren und vom Wesentlichen ablenken. Dabei steht eine X-Säule für die Nachfrage, eine O-Säule für das Angebot. Ich wage zu behaupten, dass Sie in keiner anderen charttechnischen Darstellung die Überwindung der wichtigen Widerstände im DAX so gut erkennen konnten wie in diesem P & F Chart! Während alle Welt noch von der Bedeutung der runden Marke von 6.000 Punkten sprach, war der eigentliche Widerstand bei 5.850 bereits längst geknackt. Zu Mindest aus der jüngeren Vergangenheit her resultierten keine hartnäckigen Bremsklötze auf diesem Niveau, weshalb der Weihnachtsrallye auch nichts im Weg stand. Leider ist hier wegen der Vielzahl an Spaltenwechseln das Jahr 2008 nicht mehr vollständig chartiert, sonst würde man erkennen, dass einige Widerstandsbereiche zwischen 6.150 und 6.250 Punkten lauern. Leider bleibt auch der schönste Chart ein Schnappschuss der Gegenwart, der nur gewisse Wahrscheinlichkeiten  über die zukünftige Kursentwicklung vermittelt. Allerdings bietet die P & F Technik verschiedene regelbasierte und emotionslose Kurszielberechnungen, die auf Schwungkraft und Durchschlagskraft von Bewegungen basieren. Das aktuelle Chartbild des DAX favorisiert heute ein mittelfristiges Kursziel von 6.500 Punkten. Höchstwahrscheinlich wird dieses Kursziel natürlich nicht linear und ohne größeren  Gegenwind zu erreichen sein, stellt aber eine sehr gute Orientierung für Sie dar! Damit wurde das alte, seit dem letzten September existierende Ziel von 6.300 nach oben geschraubt! Bitte bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass in den vergangenen Monaten bereits einige unglaublich anmutende Kurziele dieser Projektionstechnik sich schneller als von mir erahnt eingestellt haben. Im Januar konnten die Bullen in der aktuellen Spalte ganz recht ein weiteres Kästchen füllen, welches mit einer „1″ gekennzeichnet ist, die für den Monat Januar steht. Bitte erinnern Sie sich daran, dass die P F Technik keine Rücksicht auf die Zeit nimmt und diese nur der Orientierung dient. Alleine das Ergebnis der Schlacht um Angebot und Nachfrage verändert das Chartbild und nichts soll davon ablenken.

Trotzdem sind natürlich jederzeit Rückschläge möglich, gut erkennen Sie hier aber die potentiellen Unterstützungen, die nicht „kaputt” gehen sollten. Achten Sie auf ein neues Verkaufssignal, welches sich bildet, wenn die letzte O-Säule im rechten Bereich durch eine neue O-Spalte unterschritten wird. Dies wird bei 5.600 Punkten der Fall sein. Dies ist zugegebenermaßen ein weiter Weg nach unten, zeigt Ihnen aber deutlich die Risken Ihrer Trades und verdeutlicht, warum die allermeisten Anleger keinen Erfolg mit ihren sehr kurzfristigen und vor allem hochgehebelten Engagements haben.

 Die sinkende Volatilität unterstützt höhere Kurse

 Da ich Ihnen mit dem DAX ein sehr positives äußeres Chartbild gezeigt habe, will ich mit der Vola einen „internen” Marktfaktor gegenüberstellen. Die Volatilität ist bekanntlich ein Faktor für das bestehende Risiko in den Märkten. Steigende Kurse sind praktisch immer mit sinkender Schwankungsintensität verbunden, da die Anleger sich relativ sicher fühlen. Daher werden plötzliche und äußerlich nicht erklärbare Kursverluste gefährlich, wenn die Vola schnell ansteigt. Genau dies war aber in den letzen Tagen nicht zu beobachten, wie man an der Schwankung des weltweit führenden S & P 500-Index sehen kann.

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Leider habe ich keine Möglichkeit, Ihnen die längere und kürzere Historie in einer vergleichbar guten Einstellung zeigen zu können. Mittlerweile tendiert die Vola bei einem leicht unterdurchschnittlichen Wert von knapp 18, der praktisch exakt dem Tief aus dem Sommer des Jahres 2007 entspricht. Ihren dramatischen Höhepunkt markierte die Schwankungsintensität übrigens im Herbst bei unglaublichen  85 Prozent! Seit dem weicht sie kontinuierlich aus den Märkten wie die Luft aus einem alten Luftballon und reflektiert die zunehmende Sorglosigkeit der Marktteilnehmer. Sehr gut erkennen Sie diesen intakten Abwärtstrend an der fallenden roten bärischen Widerstandslinie, entgegen der Sie niemals handeln sollten. Die jüngste und bisher mehr als harmlos verlaufende Korrektur an den Aktienmärkten ging mit einem kleinen Sprung der Vola einher, wie die X-Spalte zwischen 17,5 und 19 zeigt. Mittlerweile hat sich die Lage aber wieder beruhigt und der Abwärtstrend der Schwankung scheint sich fortzusetzen. Größeren Gegenwind für die internationalen Aktienmärkte erwarte ich daher erst, wenn sich die Vola mit einer dynamischen X-Spalte über die fallende bärische Widerstandslinie schieben sollte. Dies war übrigens im letzten Herbst im Zusammenhang mit der Dubai-Krise kurz der Fall. Damals verzeichnete der gesamte Markt der NYSE Abflüsse, weshalb ich Sie hier auch gewarnt hatte, dass eine Korrektur vor uns liegen könnte. Im Nachhinein entpuppte sich der Vola-Anstieg als Bärenfalle und die Kursdelle wurde sofort wieder „gekauft”! Heute übrigens verzeichnet der von mir favorisierte Bullish Percent Index nach wie vor Kapitalzuflüsse in den breiten Markt der NYSE, bleibt aber stark überkauft. Man kann sich also, auch in Einklang mit der fallenden Vola, relativ sicher in den Märkten bewegen. Wegen der starken Überkauftheit schadet es aber wie gewöhnlich nicht, mindestens einen Fuß  über dem Bremspedal zu halten, d. h. mit dosierten Stopps zu arbeiten und Pläne für den geordneten Ausstieg bereit zu halten.

Bitte erlauben Sie mir noch einige Sätze zu meiner Kolumne der Vorwoche, die den Unsinn von Jahresprognosen zum Inhalt hatte. Zu dieser habe ich viele Anfragen und Anregungen erhalten, für die mich nochmals bedanken will. Diesbezüglich wurde ich auch nach Belegen und der Praxisrelevanz meiner Thesen gefragt. Mir ist natürlich bewusst, dass jede Anlageentscheidung in die Zukunft hinein geplant werden muss und daher eine Prognose enthält. Natürlich auch meine Analysen hier in dieser Kolumne. Trotzdem denke ich, dass man mit der Analyse von bereits bekannten Nachrichten und den „äußeren” Charts nicht viel weiter kommt an der Börse, da es immer Insider gibt, die bestimmte kursrelevante Informationen wie auch immer vor Ihnen erhalten. Daher sind mir die Ausprägungen des „inneren” Marktes viel wichtiger als Prognosen und öffentliche Analysen, da der „innere” Markt das Verhalten der Herde der Anleger systematisch zeigt. Denn Kurse werden nicht von den Vorhersagen der „Experten” und nicht von den Massenmedien bewegt, sondern einzig vom Ergebnis der Schlacht um Angebot und Nachfrage!  Oder hätten Sie Anfang des letzten Jahres etwa gedacht, dass im Jahr 2009 die Investmentbanken wieder fette Boni an ihr Führungspersonal zahlen würden?

Ich für meinen Teil bin so ehrlich und sage Ihnen, dass ich darauf höchstens meine Schwiegermutter als Einsatz gewettet hätte! Nähere Informationen zu diesen Themen erhalten Sie auch regelmäßig in meinem Newsletter!

Herzliche Grüße

Ihr Klaus Buhl

Author: Klaus Buhl

Liebe Leserinnen und Leser,

auch in den vergangenen Handelstagen hielt sich die Unsicherheit in den Aktien, Rohstoff- und Rentenmärkten, die vor allem von den Kreditmärkten ausging.
Fast alle wichtigen Industriesektoren litten unter leichten Kapitalabflüssen.  Etwas stärker kamen die Edelmetalle, die Minen und vor allem die Explorer unter die Räder.
In Anbetracht der prekären Nachrichtenlage hielten sich die Märkte ausgesprochen Robust und es kam kein größerer Abgabedruck auf. In dieser sehr erstaunlichen Widerstandsfähigkeit der Indizes bei schlechter Nachrichtenlage, Ausnahme ist der positive Bericht zum US-Arbeitsmarktbericht, sehe ich den größtem Trumpf der Bullen. Auch andere wichtige Argumente deuten darauf hin, dass die international tonangebenden US-Indizes eher neue Hochs als negative Doppeltops machen. Dafür spricht u.a. die stabile Verfassung des Transportindex, auf den ich etwas weiter unten zu sprechen
komme! Aktuelle Informationen zu derartigen Themen erhalten Sie auch in meinem Newsletter!

Verschuldung bleibt die größte Bedrohung der Hausse

Auffällig in den vergangenen Tagen waren die stärkeren Einbussen der europäischen Märkte gegenüber den amerikanischen, was natürlich mit der Sorge um die Eurozone zusammenhing, die durch das Kreditproblem Griechenlands ausgelöst wurde. Weitere europäische Wackelkandidaten sind mit England, Italien und Irland schnell ausgemacht. Ich persönlich empfand es als sehr bedrückend, dass sowohl der europäische Notenbankpräsident Trichet als auch der hoch angesehene luxemburgische Regierungschef Juncker sich überhaupt genötigt sahen, verbal dem Euro zur Seite zu stehen. Beide haben wohl das Bild des Extremfalls einer fiskalischen Krise vor Augen: Kapitalflucht, Schwächung der Währung und Ausverkauf von Staatsanleihen. Umgekehrt wird die Verschuldungsproblematik nun zu einer echten Bewährungsprobe für den Euro, der sich zu einem Glücksfall für die griechische Wirtschaft und zum Retter der griechischen Staatsfinanzen entwickeln könnte. Die Engländer, die kein Mitglied der Euro-Zone sind, können diesen Rettungsschirm nicht genießen. Deshalb befürchtet z.B. Morgan Stanley eine Staatsschuldenkrise in Großbritannien im kommenden Jahr 2010! Schon jetzt warnen unabhängige Skeptiker vor einem zweiten Japan, welches sich seit zwei Jahrzehnten unter immensen fiskalischen Opfern gegen die Krise stemmt, sich immer weiter verschuldet, der Krise aber nicht entrinnen kann!

Kapitalabfluss vorerst gestoppt

Die Schwäche des Euro hat unverhofft dem Dollar zu einer Erholung verholfen und dadurch das lange Zeit funktionierende Spiel der Trader unterbrochen: alle Anlageklassen gegen den Dollar! Dafür verschuldeten sich die Mitspieler im „billigen” US-Dollar und spekulierten mit diesem günstigen Geld in Aktien und Rohstoffen. Nun aber wurde prompt Kapital aus Aktien und Rohstoffen abgezogen, besonders heftig aus den Sektoren Öl, Öl-Service, Energie, Basismaterialien und natürlich Edelmetalle. Betroffen war auch wieder der wichtige US-Bankensektor, wo derzeit große Kapitalerhöhungen ausgelotet werden, um sich von der staatlichen Knute zu befreien (und endlich wieder gescheite Boni verdienen zu dürfen)
Diese hier geschilderten Probleme hätten in einem weniger stabilen Marktumfeld eine ordentliche Bereinigung ausgelöst und die Indizes um einiges mehr als nur wenige Prozentpunkte von ihren Hochs zurückgedrängt. Stattdessen kommen aber sowohl die äußeren als auch die inneren Märkte kaum noch zurück.

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 Hier im Bullish Percent Index erkennt man im rechten Bereich einerseits den nach wie vor erhöhten Risikozustand an der das Angebot darstellenden O-Spalte. Auf der anderen Seite sieht man aber auch an den Buchstaben, die die Monate darstellen, dass die Dynamik nach unten bereits im November stark nachgelassen hat. Mittlerweile steht der Index bei 67,50, hat also seit seinem Hoch bei 84 % bereits um 20 % nachgelassen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, nach wie vor befindet sich der breite US-Aktienmarkt der NYSE in einem sehr riskanten Marktzustand, in dem eindeutig die Bären am Ball sind. Aber trotzdem geht nach unten derzeit nichts mehr voran, da offenbar nach wie vor schwächere Kurse von den unterinvestierten als Gelegenheit zum Nachkauf betrachtet werden. Wenn die Bären nun nicht sehr bald ihre Chance wahrnehmen können, vermute ich, dass die aktuelle Konsolidierung bald beendet sein könnte, und wir demnächst hier im Bullish Percent Index wieder eine X-Spalte sehen, die den Nachfrageüberschuss signalisiert. Ähnlich verlief auch das Jahr 2004, in welchem nach der langen Baisse dieser Index sich kaum abkühlte und ungewöhnlich lange auf überkauftem Niveau verharrte. Auch die große Unsicherheit und der jüngst wieder schnell ansteigende pessimistische Anteil der Marktteilnehmer spricht gegen ein plötzliches Abrutschen der Indizes. Wenn ich mich derzeit in den Banken, in den Handelsabteilungen und bei meinen Kollegen umhöre, weiß niemand etwas mit dem Markt anzufangen und die Unsicherheit ist sehr groß! Seit dem ich mit dem Bullish Percent Index arbeite, ist mir persönlich große Unsicherheit viel lieber als gleichförmiges Denken der Marktteilnehmer, denn bekanntlich bekommt die Masse der Anleger an der Börse niemals Recht. Auch der große Verfalltag an den Terminbörsen am kommenden Freitag ist ein Thema, welches bereits jetzt abgearbeitet wird und an den plötzlichen Ausflügen des DAX in Richtung der 5.600 Punkte-Marke zu erkennen ist. Ganz offenbar liegen in diesem Bereich einige Wetten von maßgeblichen institutionellen Investoren!
Transportindex markiert bereits neues Hoch

Wie oben angedeutet, unterstützt der Transportindex die Sichtweise der Bullen, dass die internationalen Indizes eher vor neuen Hochs als vor einer heftigen Korrektur stehen.
Im rechten Bereich der Grafik erkennen Sie deutlich das frische und starke Kaufsignal eines überwundenen dreifachen Hochs! Die aktuelle X-Spalte bei 4.100 Punkten bildete sich im Dezember (Buchstabe C) und zeigt Ihnen den Nachfrageüberschuss in diesem wichtigem Sektor. Die genannte X-Spalte konnte den sehr hartnäckigen Widerstand bei 4.050 ganz klar überspringen und die drei vorhergehenden X-Spalten, denen auf diesem Niveau die Puste ausging, überwinden. Dies ist für mich ein bedeutendes Signal, welches sich in den nächsten Tagen und Wochen auch im Bullish Percent Index niederschlagen könnte, was aber natürlich bisher nur eine subjektive Prognose ist!

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Der hier abgebildete Transportindex gehört meiner Meinung nach zu den sträflich unterschätzten Analyse-Instrumenten. Wie in einer klassischen Symphonie fügen sich auch in den Wertpapiermärkten verschiedene Komponenten zu einem Gesamtwerk zusammen. Bereits der „Erfinder” des Dow Jones Index, Charles Dow, stellte im Jahr 1884 fest, dass sich in einem stabilen Börsentrend sowohl der Industrie- als auch der Transportindex gegenseitig bestätigen müssen. Ein neues zyklisches Hoch im Dow Jones, ohne eine Bestätigung im Transportindex, muss als deutliche Warnung (Divergenz) verstanden werden und umgekehrt. Übrigens müssen gem. der Dow-Theorie die beiden Indizes nicht synchron ein Signal liefern, sondern es darf eine gewisse Zeit dazwischen liegen. Genau dies erleben wir aktuell, in dem der Transportindex im Dezember trotz der ungünstigen Umstände ein neues Hoch markiert hat. Hier im abgebildeten Chart erkennen Sie den positiven Fall: der Transportindex markiert ein neues Verlaufshoch, während der Dow Jones, der S & P 500 und vor allem die gesamte NYSE noch unterhalb ihrer jeweiligen letzten Hochs herumdümpeln!
Auch die Nebenwerte zeigen Biss

Ein wichtiger Mosaikstein in der Gesamtposition eines positiven Marktes sind auch die Nebenwerte, die ich hier am weltweit führenden Nebenwerte Index Russell 2000 zeige!
Die „Small Caps” sind sehr zyklisch und reagieren frühzeitig auf veränderte Stimmungslagen im Konjunktur- und Börsenzyklus. Deshalb ist es immer lohnend, diese im Blick zu behalten.

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Gut erkennen Sie im Chart der zyklischen Nebenwerte die aufsteigende „bullische Unterstützungslinie” die den positiven Trend anzeigt. Idealerweise kommen die Kurse regelmäßig in die Nähe dieser Geraden zurück, um hier durchzuatmen und frischen Schwung zu holen. Genau dies ist im Dezember (Buchstabe C) passiert, wie Sie an der rechten positiven X-Säule erkennen. Bisher wurde kein neues Hoch markiert, aber wenigstens ein Kaufsignal gesetzt. Derzeit klemmt der Index inmitten des starken Widerstandsbereichs zwischen 600 und 615 Punkten fest. Wichtig ist nun, dass der Index nicht unter die relativ schwache Unterstützung bei 570 rutscht. Das Gesamtbild erinnert mich stark an eine Konsolidierungsformation.
Wegen des starken Transportindex und des hoffnungsvollen Bildes bei den Nebenwerten vermute ich, dass wir in den kommenden Wochen eher positive als negative Überraschungen erleben. Für den DAX z.B. könnte sich daraus ein mittelfristiges Kursziel von etwa 6.200 Punkten ergeben.
Wie gesagt, dies ist alles noch mit Vorsicht zu genießen, bis der favorisierte Bullish Percent Index in eine X-Spalte wechselt! Dazu wiederum werden vom Tief aus betrachtet mindestens sechs Prozent frische Kaufsignale am breiten Markt der NYSE benötigt! Bis dahin würde ich nicht zu offensiv handeln und enge Stopps setzen.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames und ruhiges Adventswochenende.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Rheinland,

Ihr Klaus Buhl

Der Autor kombiniert für seine Kunden alternative Fondsstrategien, die einen regelmäßigen Ertrag erwirtschaften - Jahr für Jahr

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Author: Klaus Buhl

 Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

erstaunlich schnell haben die internationalen Indizes den „Dubai-Schock” überwunden und zeigen die hohe Risikotragfähigkeit der Anleger. Keineswegs kann man den Aktienmärkten  vorwerfen, sie würden in vorweihnachtlicher Ruhe und Lustlosigkeit erstarren! Möglicherweise hängt die aktuelle Widerstandsfähigkeit der Märkte gegenüber schlechten Nachrichten aber auch mit dem alljährlichen „Windows-Dressing” zusammen, welches längst begonnen hat. Dabei verstärken institutionelle Anleger ihre Positionen in Aktien, die gut gelaufen sind, um ihren Kunden zu zeigen, dass sie die Erholung nicht verschlafen haben. Ein Beleg für diese aktive Kosmetik ist z.B., dass die Indizes derzeit von relativ wenigen hoch gewichteten Aktien oben gehalten werden. Übrigens hat die Korrektur der vergangenen  Woche ein sehr interessantes Umdenken der Marktteilnehmer gegenüber dem vergangenen Herbst gezeigt. Bisher wurde jedes Aufflackern der Finanzkrise mit Dollarflucht und fallenden Edelmetall- und Rohstoffpreisen beantwortet. Dies war jüngst nicht mehr der Fall, Gold und Silber zeigten sich fast unbeirrt und unterbrachen ihre Hausse nur kurz. Der Drang der institutionellen Anleger und der Hedgefonds, bei geringstem Gegenwind das Geld vom Tisch zu nehmen, hat sich also stark vermindert. Dies muss als Beweis für die Stärke der Märkte interpretiert werden und ist der stärkste Trumpf der Bullen.

Nicht handeln, nur um zu handeln!

 Ich will Sie hier nicht wochenlang mit vorsichtigen Mahnungen traktieren, bleibe aber vorerst bei meiner leicht pessimistische Auffassung. Denn es ist nicht ein Bärenmarkt oder ein plötzlicher Einbruch der Kurse, der Ihr Portfolio ruiniert. Nein, es ist die fehlende Vorbereitung der Anleger auf schwächere Kurse und das Ignorieren von deutlichen Warnzeichen falls Probleme im Anmarsch sind. Sie brauchen einen Plan für den Fall, dass die negativen Tendenzen die Oberhand gewinnen sollten. Das von mir favorisierte Bullish Percent Konzept ist ein sehr gutes Mittel, um sich aufbauende Probleme und Verschiebungen von Angebot und Nachfrage in den Märkten zu erkennen. Trotz der oben geschilderten Verbesserungen der äußeren Charts hat sich im für mich wesentlichen „inneren” Chart, dem NYSE Bullish Percent, nicht viel geändert. Dieser handelt nach wie vor bei etwa 68 % und in einer O-Spalte, die den anhaltenden Kapitalabfluss darstellt. Die Anzahl der gehandelten Aktien, die von einem Kauf- auf ein Verkaufssignal wechselten, hat sich vom Top um 15 % erhöht. Aber bereits die Tatsache, dass dieser Index in einer O-Spalte steht die den Angebotsüberschuss visualisiert, macht deutlich, dass ehemalige Käufer auf jetzigem Niveau als Verkäufer auftreten. Einige institutionelle Anleger müssen erkannt haben, dass wir uns einer größeren Korrektur in den Märkten nähern und versuchen jetzt, möglichst viele Stücke an kurzfristig orientierte Anleger abzugeben. Dies ist der Grund, warum wir in den meisten großen Indizes seit Wochen seitwärts tendieren und die alten Hochs nicht überbieten können. Ich will die Chance auf eine Jahresendrallye nicht zu klein reden, Sie aber deutlich vor einem der häufigsten Fehler warnen: Handeln, nur um zu handeln und Aktivität vorzutäuschen! Wenn es wie derzeit keinen guten Kaufgrund gibt, sollte man sich zurückhalten und die Hand von Mr. Market ablehnen! Alleine schon die Tatsache, dass nach der starken Kurserholung die fundamentalen Daten und die Charts nicht übereinstimmen, sollte sehr misstrauisch machen. Speziell heute, am Tage der Veröffentlichung der von offizieller Seite geschönten Arbeitslosenstatistiken, ist Vorsicht angebracht!

 Nasdaq ohne Leitfunktion und in erhöhtem Risikozustand

 Ein negatives Zeichen für die Verfassung der Märkte ist die Schwäche der Wachstumswerte. Diese sollten in starken Aufwärtstrendphasen eigentlich die Lokomotive der Indizes sein, erinnern mich aber derzeit eher an einen Bremsklotz. Sehr gut erkennen Sie hier am Bullish Percent Chart der Nasdaq die Ähnlichkeiten von heute mit der Korrektur nach dem ersten Hausseimpuls vom Frühling 2004. Im Jahre 2003 als Reaktion auf den „Salami-Crash” , befand sich die Nasdaq in einem ähnlich überkauften Zustand wie heute. Auf fast dem gleichen überhitzten Indexstand wie heute, drehte der Markt im Herbst 2003 kurz nach unten und erholte sich sehr kurz, um dann im Winter 2004 eine „echte” Korrektur einzuläuten.

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 Gut erkennen Sie den heute ähnlichen Verlauf im rechten Teil der Grafik. Im September des Jahres (Ziffer 9) wurde das Verlaufshoch bei 74 % gebildet, bevor sich im Oktober (Buchstabe A) deutlicher Verkaufsdruck aufkam. Dies bedeutet, dass sich damals 74 % der an der Nasdaq gehandelten Werte auf einem objektiven Kaufsignal befanden, was ein selten erreichter Zustand ist. Im Oktober (A) beginnt allmählich der Kapitalabfluss bei den Wachstumswerten, den Sie an der O-Spalte erkennen. Bedenken Sie, dass sich die Anzahl der Verkaufssignale um mindestens 6 % erhöhen muss, um eine O-Spalte zu erzeugen. Diese Skalierung hat sich in langer Praxis bewährt und zeigt ein Umdenken der Marktteilnehmer und die Gefahr einer drohenden Umverteilung. Zeitgleich erkennt man natürlich auch im traditionellen Chart die Gewinnmitnahmen und den Beginn des aktuellen Seitwärtstrends.

Bedenklich ist der Chart aber nicht nur weil er in einer O-Spalte handelt, welche die Dominanz der Bären zeigt. Außerdem befindet sich die Nasdaq im ungünstigsten aller denkbaren Marktzustände, den man „Bear Confirmed” nennt! Diesen erkennen Sie an der aktuellen O-Spalte, die nicht nur die vorhergehende X-Spalte des September, sondern vor allem die vorhergehende O-Spalte des Juli (7) unterschreitet!

Obwohl sich die Kurse nach wie vor nur seitwärts bewegen und keine hohe Abwärtsdynamik zeigen, bleibt das Risiko in den Märkten hoch. Denn der Bullish Percent Chart der Nasdaq zeigt, dass die schwachen Tage von deutlich mehr Volumen gestützt werden als die Aufwärtstage. Der Bullish Percent ist ein Risiko- und kein Timing-Indikator. Trotzdem gibt es genügend Hinweise darauf, sich derzeit zurückzuhalten und eher Short als Long-Einstiege zu planen. Vielleicht bringt ja der heutige US-Arbeitsmarktbericht mehr Klarheit.

 Hochspannung im DAX

Sehr viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, interessieren sich vor allem für unseren guten alten DAX. Ich bin ganz sicher kein Freund von engen Indizes, da die wenig über einen breiten Markt aussagen, zeige Ihnen aber gerne die aktuelle Situation.

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  Sehr gut und ohne Schnörkel erkennt man den intakten Aufwärtstrend des DAX. Bemerkenswert finde ich dabei die lange X-Säule, die sich Sommer als Antwort auf die kurze Attacke der Bären im Juli bildete. Nach einer leichten Konsolidierung dieses starken Hausse-Impulses bildete sich auf dem Niveau von etwa 5.450 Punkten die noch heute dominierende Unterstützung. Diese empfehle ich Ihnen gut im Blick zu behalten, da hier eine zukünftige Schlacht zwischen Bullen und Bären langfristige Weichen stellen wird. Ähnlich verhält es sich umgekehrt beim alten Jahreshoch bei 5.850 Punkten. Dessen Signifikanz erkennen Sie gut am häufigen Spaltenwechsel in dieser Region, wo sich Bullen und Bären schon einige muntere Schlachten geliefert haben. Obwohl die Würfel noch nicht gefallen sind, räume ich den Bären einen Vorteil ein und tippe auf einen Test der Gegend von 5.450, bevor wir im Winter neue Hochs sehen werden. Bis die finale Entscheidung am alten Jahreshoch entschieden ist, empfehle ich Ihnen nur als Zuschauer dabei zu sein. Wer weiß heute schon, wie lange und zermürbend der aktuelle Seitwärtstrend noch andauert? Gerne erinnere ich mich an eine meiner ersten Lektionen im professionellen Aktienhandel, als mir einer der ganz alten Hasen dieses Geschäfts einbläute, dass gute Händler ihre Gewinne mit großer Disziplin und in einigen wenigen Zeitabschnitten verdienen. Und ansonsten werde die Rendite „auf dem Hinterteil” gemacht!

 In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein angenehme und entspannte Adventszeit!

 Mit herzlichen Grüßen aus dem Rheinland,

 Ihr Klaus Buhl

 

 

 

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Author: Klaus Buhl

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

typisch Börse! Da hatte man sich wegen des US-Feiertags „Thanksgiving” auf einen sehr ruhigen bis langweiligen Handelstag in Europa eingestellt, da kam wieder alles anders als man denkt! Eigentlich muss diese Diskrepanz bereits als amüsant bezeichnet werden, denn immerhin hatte sich die Mainstream-Presse schon am Vortag mehrheitlich auf den besagten „lustlosen” Handel eingestellt. Der plötzliche Einbruch der europäischen Indizes um etwa 3,5% war ein klassisches Beispiel dafür, dass die Masse an der Börse niemals Recht bekommt!
Leider habe auch ich keine Glaskugel und muss deshalb konsequent auf bewährte Mittel des Risiko-Controlling zurückgreifen! Diese teile ich aber gerne mit Ihnen hier und in meinem kostenlosen Newsletter!
Immerhin hat der von mir streng beobachtete „NYSE Bullish Percent Indikator” bereits seit einigen Wochen, in denen die Indizes übrigens nur seitwärts verliefen, den erhöhten Risiko-Zustand signalisiert. Dieses Konzept hat nichts mit charttechnischer Linienmalerei gemein, da hier die Überkauftheit eines Marktes objektiv gemessen wird. Führt man diesen Gedanken weiter, ist es nicht schwer zu ahnen, dass sehr stark investierte Marktteilnehmer bereits bei geringen Anlässen eher Material abladen als unterinvestierte Anleger.
Bildhaft ausgedrückt könnte man auch sagen, dass es nicht schwieriger ist über einen Baumstamm zu balancieren der über eine Schlucht führt, als über einen, der auf dem Boden liegt. Nur die Folgen im Ernstfall, also wenn man abrutscht, sind sehr unterschiedlich!

Einige Sektoren geraten in Schieflage

Vielleicht erinnern Sie sich noch an meine letzte Kolumne hier, in der ich auf die Gefahren hingewiesen habe, die aktuell vom inneren Markt und speziell vom Bankensektor ausgehen! Am gestrigen Donnerstag hat sich diese Zurückhaltung bestätigt, als die finanziellen Engpässe Dubais publik wurden und der breite Markt von den Banktiteln nach unten gezogen wurde. Plötzlich wurde die im Bullenlager schon verdrängte Angst des vergangenen Herbstes wieder lebendig. Sogar Spekulationen über einen Staatsbankrott von Dubai machten die Runde!
Trotz aller Vorsicht und der geschätzten Verschuldung des Emirats von etwa 80 Mrd. $ halte ich diese Befürchtungen für übertrieben, denn immerhin stehen der Auslandsverschuldung auch Sicherheiten in Form von „sprudelnden” Öl-Einnahmen gegenüber!
Heute kann noch nicht beurteilt werden, ob der „Dubaischock” dem starken Hausse-Impuls nur eine gesunde Verschnaufpause verschafft, oder ihn sogar beendet. Aber es besteht natürlich die Gefahr, dass arabische Investoren weltweit Aktiva verkaufen müssen, um daheim die Schlagseite auszugleichen.
Wie von „Zauberhand” gelenkt trifft dieses Ereignis genau zu dem Zeitpunkt auf die Märkte, an dem viele wichtige Indizes und Aktien mit wichtigen Widerständen kämpfen, was in den kommenden Tagen die Bären wahrscheinlich stark beflügeln wird.
Ich halte den gegenwärtigen Marktzustand aber vor allem deshalb für riskant, da immer mehr Industriesektoren relative Schwäche aufbauen und von innen „aufweichen”.
Die Chancen auf neue Hochs in den internationalen Indizes und die von vielen bereits fest eingeplante Jahresend-Rallye rückt dadurch in weite Ferne. Nun gilt es genau zu beobachten, ob die zuletzt wieder stark gesunkene Volatilität, („die Panikglocke”) anspringt oder nicht.
Ebenfalls sollten die zuletzt starken und wichtigen Sektoren wie die Versorger, Edelmetalle und Ölaktien, nicht unter die Räder kommen. Selbiges gilt natürlich für den Transport Index, der neue Hochs der Aktienindizes bestätigen sollte, um die Fortsetzung der Hausse nicht zu gefährden.
Der noch gefeierte Ölsektor wird zum Problem

In den vergangenen Tagen habe ich einige Analysen gelesen, dass nun starke Sektoren wie der Öl-Sektor die Führung übernehmen und die Indizes weiter nach oben schieben werden.
Leider kann ich diese optimistische Meinung bereits nach einem kurzen Blick auf den inneren Zustand des Ölsektors nicht teilen und will Sie davor warnen, nun voreilig in diesen traditionell stabilen Sektor auszuweichen.
Ganz entgegen der landläufigen Meinung litt nämlich der Ölsektor trotz steigender Notierungen von Öl unter Kapitalabflüssen. Was die Sache noch verschlimmert: trotz des schwachen Dollars gegen praktisch alle Währungen in den vergangenen Tagen, der Investitionen in Rohstoffe und Basismaterialien beflügelte, kam der Ölsektor nicht vom Fleck! Dies ist kein gutes Zeichen und nur mit aller größter Vorsicht zu bewerten, denn immerhin wurde in der „Mainstream-Presse” ordentlich für den Einstieg in den Ölsektor getrommelt. 

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An diesem Sektor-Chart der an der „AMEX” gehandelten Ölaktien, erkennen Sie gut den dominierenden Aufwärtstrend an den langen X- Spalten (Nachfrageüberschuss) und den kürzeren O-Spalten (Angebotsüberschuss). Ebenfalls zeigt die blaue „bullische Unterstützungslinie” gegen die Sie niemals investieren sollten, den Haupt-Trend an.
Gut zu erkennen ist im rechten oberen Teil des Charts die Konsolidierung auf hohem Niveau, die bereits im September einsetzte (Buchstabe A). Trotz des positiven Umfelds für Aktien und steigender Ölpreise kam der Sektor nicht vom Fleck.
Nach wie vor ist hier nichts dramatisches passiert, das aktuelle Kaufsignal bleibt solange intakt, bis sich Kurse unterhalb von 1.070 Punkten durchsetzen. In diesem Fall rechne ich mit einer weiteren Korrektur von etwa zehn Prozent, die natürlich auch die großen Indizes stark unter Druck setzten würde. Vor allem der interne Chart, den ich hier aus Gründen des Copyright nicht abbilden darf, warnt vor Engagements im Ölsektor. Der Bullish Percent Indikator der Öltitel an der NYSE steht auf 62 Prozent und befindet sich in einer O-Spalte. Dies ist ein Zustand hohen Risikos und die Bären halten ganz klar den Ball in ihren Tatzen. Dies erstaunt natürlich umso mehr, da die meisten Analysten nach wie vor bullish auf Öltitel sind. Genau hier liegen aber die Vorteile der Analyse des „inneren” Markts. Viel besser als durch die Interpretation von Kerzen- oder Liniencharts erkennen Sie die wahren Risiken eines Marktzustandes. Denn schließlich ist es völlig normal, dass Indizes zwischen überkauften und überverkauften Zuständen pendeln.
Obwohl viele Öltitel fundamental sogar preiswert sind, bin ich mittelfristig skeptisch für den Sektor und werde mich hier vorerst nicht engagieren. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass etwa 80 Prozent des Risikos im breiten Markt und im Sektor liegen. Nach günstigen „Perlen” innerhalb eines schwachen Sektors zu suchen, führt daher nur selten zum erwünschten Erfolg.

Verkaufssignal bei Crude-Oil

Im P & F Chart zeigt der Ölpreis trotz des bis gestern intakten Umfelds ein Verkaufssignal. Die aktuelle O-Spalte, die den Angebotsüberschuss visualisiert, hat die vorhergehende unterschritten und eine dreifache Unterstützung pulverisiert. Obwohl der Dollar schwächelte, hielten sich die Händler zurück - kein gutes Zeichen.

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Aus der charttechnischen Formation heraus ergibt sich ein Preisziel von 71 $, welches unterhalb der bullischen Unterstützungslinie läge und die Hausse schmerzhaft in Frage stellen würde. Dies alles sind Anzeichen, dass mit dem Ölpreis „etwas nicht in Ordnung ist” !
Dies muss zwei wichtige Überlegungen auslösen:

• entweder wird der US-Dollar zu einer von der Masse unerwarteten Rallye ansetzen, oder

• es könnte eine schmerzhafte Unterbrechung der wirtschaftlichen Erholung vor uns liegen

Beide Szenarien sind für die globalen Aktienmärkte natürlich ungemütlich, kämen aber zu einem idealtypischen Zeitpunkt. Während die Mehrheit der Anleger von einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft ausgeht, werden seit Wochen bereits in den Indizes Aktien von den starken in die schwachen Hände umverteilt. Dieses Bild deutet zumindest der Bullish Percent Indikator der NYSE an.

Ich wünsche Ihnen trotzdem ein tolles Wochenende und die Muße, schon einmal einen Glühwein oder eine eisgekühlte Limonade auf dem Weihnachtsmarkt zu probieren!

Der Autor kombiniert für seine Kunden u.a. vermögensverwaltende Fonds und echte marktneutrale Absolut Return Strategien zu Depots, die eine konstante Rendite generieren. 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Buhl

Kategorien: P&F-Technik, US-Börsen
Author: Klaus Buhl

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

 vergangenen Freitag habe ich mich hier eher zurückhaltend über die aktuelle Börsenverfassung geäußert und nicht mit einem nachhaltigen Anstieg des Dow Jones über die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten gerechnet - da will ich ganz ehrlich zu Ihnen sein. Zu Recht habe ich dafür auch einige kritische Rückfragen und Anregungen erhalten. Trotzdem will ich nochmals ganz deutlich darauf hinweisen, dass es sich bei dem Modell des „Bullish Percent Index” um einen Risiko-Indikator handelt und nicht um ein Timing-Instrument. Hier werden lediglich Perioden mit größerem Risiko von Zeiträumen mit geringerem Risiko unterschieden. Diese Signale des inneren Marktes beachte ich sehr streng, da sie sich bewährt und schon viele Investoren davor bewahrt haben, mit der Masse der Investment-Schafe aufs Schafott geführt zu werden. Weitere Informationen dazu gebe ich Ihnen auch gerne bei Bedarf in meinem kostenlosen Newsletter.

Grundlage dieser Philosophie sind übrigens Betrachtungen des gesamten Aktienmarktes der NYSE (also kein gestauchter Index) und der relativen Stärke der einzelnen Industriesektoren. Übrigens sind wir diesbezüglich nach wie vor noch nicht „über den Berg”. Denn der interne Markt bleibt angeschlagen und notiert nach wie vor bei 70 Prozent in einer O-Spalte, die den Überschuss des Angebots signalisiert. Meiner Meinung nach sind die Chancen für Bullen und Bären auch heute, trotz der aktuellen Kurserholung, höchstens ausgeglichen, was ich als ungünstiges Chance-Risiko-Verhältnis betrachte. Mittelfristig mach ich mir keine besonders großen Sorge um die Fortsetzung der Hausse bis etwa 6.200 Punkten im DAX z.B. Kurzfristig bin ich aus verschiedenen Gründen aber vorsichtig, da die Gefahr einer Korrektur noch nicht vom Tisch ist! Immerhin wurde die festere Tendenz nur von sehr geringen Kapitalzuflüssen begleitet, was auf einen fragilen Marktzustand deutet.  Ein wichtiges Signal für den gesamten Markt könnte auch der Bankensektor geben, der seit Wochen schwächelt und den ich strikt meiden oder sogar shorten würde.

Als größter Aktivposten der Bullen gilt nach wie vor die Bereitschaft der Marktteilnehmer, jede kleine Kursdelle zu kaufen und Bestände aus dem Geldmarkt in risikoreichere Anlagen umzuschichten. Positiv ist auch die wieder deutlich sinkende Volatilität in den Märkten, die zwar auch trügerisch sein kann, momentan aber kein ausgeprägtes Risikopotential erkennen lässt.

Ermüdungstendenz im S & P 500?

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 Der viel beachtete amerikanische S & P 500 Index zeigt seit Tagen die Gefahr eines Doppeltops bei gleichzeitig langfristigen Divergenzen in der Markttechnik.

Im oberen und rechten Teil des Charts erkennen Sie gut die Unentschlossenheit der Anleger an den vermehrten Spaltenwechseln, welche ab September auftraten.  Übrigens ist der Oktober mit dem Buchstaben A gekennzeichnet, B steht für November. Eine neue Spalte wird erst gezeichnet, wenn eine Kursbewegung mindestens 3 Boxen mit jeweils 5 Indexpunkten übertrifft, also 15 Punkte im S & P 500! Dies mag sehr kurzfristig orientierten unter Ihnen als langweilig erscheinen, hilft Ihnen aber den Blick auf das Wesentliche zu bewahren. Als Folge der Unentschlossenheit, die ja nach diesem tollen Aufwärtstrend auch nicht verwundern darf, wächst nun die Gefahr eines negativen Doppeltop im Index beträchtlich, falls wir uns nicht bald vom aktuellen Niveau bei 1.100 Punkten nach oben absetzen können. Noch ist hier keine Entscheidung im Sinne der P & F-Technik gefallen, aber ich würde nach wie vor sehr bedächtig agieren. Wie schon oben kurz erwähnt, befinden wir uns nach wie vor in einem riskanten und überkauften Marktzustand, welches Sie auch leicht an den Divergenzen im Macd-Indikator (hier nicht abgebildet) erkennen können. Ebenfalls sind viele Industriesektoren, u.a. auch die sehr wichtigen Banken und die Autos, in einem schlechten technischen Zustand. Ein weiteres Argument für die Bären ist der Transportindex, der stark an Boden verloren hat, eine stabile Aufwärtsbewegung aber anführen sollte. Das gleiche gilt im Übrigen auch für die zyklischen Nebenwerte und die kapitalintensiven Versorger!

  Der Goldsektor bietet weiterhin Chancen

 In jedem Marktzustand gibt es mehr oder weniger attraktive Industriesektoren. Dies zu übersehen ist speziell die Gefahr für einen oberflächlichen Betrachter, der nur die äußere Verfassung eines willkürlichen Indexes analysiert. Zwangsläufig wird der „Indexanalyst” die spannendsten Vorgänge unter der Oberfläche gar nicht mitbekommen und auch nicht registrieren, welche Sektoren den Index treiben oder bremsen. Nicht zu Unrecht gilt die altbewährte Börsenregel „there is always a bullmarket somewhere”! Lassen wir uns also nach Bullenmärkten unter der Oberfläche suchen, die trotz des Stadiums der reifen Hausse im breiten Markt noch attraktive Gelegenheiten bieten. Wahrscheinlich ist es für Sie als aufmerksamer Beobachter keine Überraschung, aber einen der attraktivsten Bullenmärkte bietet nach wie vor der Goldsektor. Vor allem im Explorer-Bereich gibt es nach dem Zusammenbruch des Segments im vergangenen Jahr noch viele gute Investmentgelegenheiten, auch wenn hier temporäre Korrekturen nicht überraschen sollten!

 gold_47Sehr Sehr deutlich erkennen Sie nach der Korrektur im September das wieder erstarkte Interesse der Bullen bei 152 Punkten. In wenigen Tagen trieb der Nachfrageüberschuss die X-Spalte auf 184 Indexpunkte, wo sich aktuell eine leichte Konsolidierung anbahnt, die Sie an der O-Spalte erkennen. Natürlich muss man eine sich langsam entwickelnde O-Spalte sorgfältig beobachten. Auf der anderen Seite aber bildete der Philadelphia Index ein sehr bemerkenswertes Kaufsignal bei 182, in dem er hier gleich mehrere Widerstände übersprang. Alleine diese Formation deutet auf weiteres Kurspotential von etwa 20 Prozent hin. Langfristig vermute ich, dass dieser Sektor einer der interessantesten auch des kommenden Jahres sein wird.

Natürlich ist es unmöglich, hier in einigen dürren Sätzen auf alle Gründe der Gold-Hausse einzugehen. Der lapidare Hauptgrund dafür ist der simple Nachfrageüberschuss nach einem beliebten Gut, welches sich nicht verbraucht und nicht beliebig reproduzierbar ist wie fast alle anderen Güter, etwa Mikrochips. Ein wichtiger Grund für die starke Nachfrage nach Gold und Silber ist sicherlich die überraschend dynamische Wirtschaftserholung in Asien, denn dort ist Gold eher ein Wohlstands- als ein Kriseninvestment. Auch die momentane „PR-Aktion” im staatlichen chinesischen Fernsehen zu Gunsten des Kaufs von Edelmetallen ist bestimmt kein Nachteil. Ebenso die starken Rohstoffkäufe Chinas, die diese als sicherer als eine Aufstockung ihrer Dollarbestände betrachten.

Ganz anders sieht die Sache allerdings in unseren westlichen Gefilden aus, wo Gold nach wie vor als Notfall-Prävention und „Inflations-Hedge”gehalten wird.  Daher ist es auch kein Zufall, dass vergangenen Freitag der Goldpreis neue Hochs erklomm, nachdem in dieser Woche mehrere Zentralbanken ihre Zinsentscheidungen veröffentlichten. Die FED beließ die Leitzinsen in einer Spanne zwischen Null und 0,25 Prozent und will diese sogar für einen längeren Zeitraum beibehalten. Genau hier liegt die Krux, da auf der einen Seite viele Ökonomen und die „Mainstream-Presse” die Erholung der Wirtschaft feierten, auf der anderen Seite aber die skeptischen Notenbanken, die keinen Hinweis auf  eine im positiven Fall notwendige Zinsanhebung gaben. Für echte Goldfans muss dies wie das ultimative Eingeständnis der Notenbanken geklungen haben, die Regierungen bei ihrer zwangsweisen Inflationspolitik zu unterstützen, denn ohne Inflation ist die Staatsverschuldung natürlich nicht in den Griff zu bekommen. Spätestens seit der Bundestagswahl ist deutlich geworden, dass Staatsschulden eben nicht die Steuern von morgen sind, bzw. nicht alleine durch höhere Steuern und einen harten Sparkurs bewältigt werden können. Die starke Nachfrage nach Gold zeigt deutlich, dass viele Investoren davon überzeugt sind, dass sich viele Staaten nur durch tolerierte Inflation von ihren Schulden befreien können - zu unseren Lasten natürlich!

Daher zeigt die aktuelle Nachfrage nach Gold die nach wie vor gegebene Brüchigkeit unseres Finanzsystems. Kein Wunder also, dass der Goldpreis einen weiteren Gang zulegte, und den Minensektor mit nach oben zog!

Der Autor bietet seinen Kunden eine Fondsbasierte Vermögensverwaltung, in der er echte “vermögensverwaltende” und Absolut Return Konzepte zu einer persönlichen Strategie zusammenführt, die konstante Renditen ermöglicht! Hier gehts zum Newsletter!

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende und erfolgreiche Engagements!

 Mit herbstlichen Grüßen

 Ihr Klaus Buhl

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E-mail: info@kb-assets.de

Kategorien: P&F-Technik, US-Börsen
Author: Klaus Buhl

Liebe Leserinnen und Leser,

wieder war die nun zu Ende gehende Handelswoche eine sehr aktive in den einzelnen Industriesektoren, die ich verfolge! Erstaunlicherweise zeigt sich aktuell die Erholung der letzten beiden Tage weniger stark unter der Oberfläche der Indizes, als man das annehmen würde! Etwa 80 Prozent der Sektoren des S & P 500 stehen auf einem Verkaufssignal und auch die NYSE und der OTC- Markt („over the counter”) mussten in den letzten Tagen Kapitalabflüsse hinnehmen! Dies verwundert in so fern nicht, da die Vorwoche mit einem Paukenschlag endete und eine schwierige Marktphase einläutete. Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung meiner Analyse hier am vergangenen Freitag trat ein Ereignis ein, welches ich angesprochen hatte! Mit einem der 20 größten prozentualen Tagesanstiege seit 1987 schoss die Volatilität nach oben und übersprang erstmals seit 11 Monaten wieder ihre fallende Abwärtstrendgerade! Das Läuten der „Panikglocke” ist ein Signal, welches Sie aus Gründen der Risikokontrolle unbedingt beachten sollten. Weitere Infos erhalten Sie auch regelmässig in meinem kostenlosen Newsletter!

 Keine Glaskugel, aber ein guter Risikoparameter

 Obwohl es heute einige Hinweise darauf gibt, dass die Konsolidierung in den Indizes bereits beendet sein könnte, würde ich keine voreiligen Long-Positionen aufbauen und mich eher diszipliniert zurückhalten. Noch  halte ich die Gefahr, in eine idealtypische Bullenfalle zu rennen, für relativ hoch! Denn wie ich hier bereits darlegte, ist der „Bullish Percent Index” ein Risiko- und kein Timing-Parameter! Aktuell notiert der Index bei 68 % und in einer O-Spalte, die den anhaltenden Kapitalabfluss symbolisiert! Mithin wurde die kritische 70 %-Marke von oben durchstoßen in Verbindung mit einem Vola-Ausbruch! Dies ist die klassische Ausdrucksform eines Marktes in einem hohem Risiko-Zustand! bpi_45

  Zu früh für eine Entwarnung

 Obwohl sich die Börsen momentan wieder von ihren zyklischen Tiefs lösen, beachte ich die abnehmende Marktbreite ehrfürchtig. Denn während meiner Jahre in den Handelsräumen verschiedener Banken habe ich gelernt, dass man mit diskretionären Handelsansätzen mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit zu den Verlierern an der Börse gehört. Vor allem setze ich diesen Indikator auch für meine Kunden ein, um die Investitionsphasen von den Risikophasen zu trennen, denn für Investoren muss der Kapitalerhalt vor dem Vermögenszuwachs stehen!

Anders ausgedrückt: Wir müssen akzeptieren, dass es Markzustände gibt, in denen man mit relativ geringem Risiko Positionen halten darf, und das es Phasen gibt, in denen „Mr. Market” gegen uns Anleger punktet. Ganz wichtig ist es meiner Meinung nach sich davon freizumachen, permanent auch die kleinsten Marktbewegungen handeln zu wollen. Viel wichtiger ist es, zu den „richtigen” Zeitpunkten im Markt zu sein - egal ob long oder short! Gut kann man diese Vorgehensweise mit der Spielweise des American Football vergleichen. Dort sollte die Mannschaft, die den Ball führt, auch tunlichst punkten, denn der Ball wechselt viel seltener zwischen den Mannschaften als in „unserem” europäischen Fußballspiel! Es gibt Zeiten, in denen man riskieren darf sein Vermögen zu mehren, und Zeiten, in denen man es verteidigen muss. Aktuell steht der BPI in einer den Angebotsüberschuss signalisierenden O-Spalte an einem kritischen Punkt! Dies bedeutet, dass die Verkäufer die Trümpfe in der Hand halten und die Zahl der Aktien, die auf einem objektiven Verkaufssignal steht, zunimmt!

 Die FED blickt nach hinten und die Märkte nach vorne

 Eigentlich ist es ja nicht besonders lukrativ zu spekulieren, warum die Börse gerade fällt oder steigt! Wegen der extremen konjunkturellen Verwerfungen ist es aber momentan sehr interessant, die Protokolle der US-Notenbank FED näher zu beleuchten. Trotz der Probleme im „internen” Markt hat es die FED offenbar geschafft, die Indizes kurzfristig auf einen wahrscheinlich nur vorübergehenden Erholungskurs zu schicken. Mit sehr geschickten Worten hat die Notenbank die bestmögliche Konstellation für bullische Träume umrissen. Sie sieht die amerikanische Wirtschaft auf Erholungskurs, gab aber wie in den vergangenen Monaten nach wie vor noch keinen Hinweis auf die nächste Zinserhöhung. Einige Ökonomen hatten hingegen mit einer Wortwahl gerechnet, die den Zeitpunkt der zwangsläufigen Zinserhöhung andeuten würde. Konkret stellte die FED fest, dass sich die Konjunktur weiter erholt, der Immobilienmarkt leicht belebt und sogar die Verbraucherausgaben etwas anziehen würden. Speziell die Aussagen über die freundlichen Verbraucherausgaben haben meiner Meinung nach den freundlichen Impuls an den Märkten ausgelöst, denn der Konsument bleibt die Achillesferse im konjunkturellen Aufschwung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten war der US-Verbraucher mit seiner legendären Kaufsüchtigkeit zu Lasten der Sparquote der Garant für zwei Drittel des weltweiten Wirtschaftsbooms! Da aber sogar der schwächelnde Dollar nur einmal ausgegeben werden kann, ist es also mehr als optimistisch, gleichzeitig auf eine Erholung des Konsums und eine Entschuldung der US-Wirtschaft zu wetten! In diesem Zusammenhang sollte beachtet werden, dass die bisherige Erholung der Konjunktur vom Lageraufbau ausgelöst wurde. Nun müssen die Verbraucher zurückkehren und den Aufschwung tragen, um ein Strohfeuer zu verhindern. Dies aber ist ein langwieriger Prozess der Vertrauensbildung, der nicht in kürzester Zeit erwartet werden darf. Vor allem in Zeiten, in denen die Arbeitslosenquote stramm ansteigt! Da würde ich auch nicht voreilig auf die leicht verbesserten Erstanträge vom Donnerstag hoffen. Aber über den Arbeitsmarkt wird ja der Freitag etwas Klarheit vermitteln. Hier lauert nun nach dem positiven Wochenbericht für die Märkte ein negatives Überraschungspotential kurz vor dem Wochenende.   

 Bullenfalle im DAX  gestellt?

 Bekanntlich bin ich kein Freund einer willkürlichen Benchmark, vor allem wenn sie wie der DAX nur aus 30 Werten besteht. Da sehr viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sich speziell für diesen Index interessieren, will ich ihn noch rasch als Point & Figure Chart darstellen.

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 Sehr gut erkennt man speziell im P & F Chart den stabilen Aufwärtstrend im DAX, den auch die aktuelle Korrektur nicht einmal im Ansatz beschädigen konnte! Die aufsteigende Bullische Unterstützungslinie wurde nicht einmal berührt. Auf der anderen Seite wechseln sich die längeren X-Spalten (Nachfrageüberschuss) und die kürzeren O-Spalten (Angebotsüberschuss) ab und bilden den Aufwärtstrend aus höheren Hochs und ansteigenden Tiefs. Erst in den letzten beiden Wochen hat sich dieses Bild verschoben, wie Sie im rechten Teil der Grafik erkennen können. Nach dem Oktoberhoch bei etwa 5.850 Punkten bildete sich Anfang November (den erkennen Sie am Buchstaben B) eine O-Spalte, die die vorhergehende O-Spalte unterschritt. Dies muss als Warnzeichen und einfaches Verkaufsignal bewertet werden. Aktuell erkennen Sie in der rechten X-Spalte den Gegenangriff der Bullen deutlich, der aber noch längst nicht die Güte eines „echten” Kaufsignals besitzt. Einen „Matchball” mit Kaufsignal würden die Bullen erst oberhalb der vorigen X-Spalte bei 5.850 Punkten erringen. Bis dahin steht der Angriff der Bullen auf tönernen Füssen und man sollte sich gut überlegen, ob man diesen wirklich mitgehen will. Leider gibt es aber an der Börse keine Sicherheit, sondern nur Wahrscheinlichkeiten, die man als Anleger gut abwägen sollte. Deshalb will ich auch die guten Argumente der Bullen vortragen. Der Spaltenwechsel in Richtung der Nachfrage wurde in der Gegend einer kleinen Unterstützung bei 5.350 Punkten erreicht. Bis hierher korrigierte der DAX um 8,5 % vom Top her, was von den Unterinvestierten als attraktive Einstiegsgelegenheit interpretiert worden sein könnte.

Ebenfalls für eine Gegenbewegung spricht ein kurzfristig funktionierender Indikator, der den prozentualen Anteil der Werte an der NYSE misst, die unterhalb ihrer 50-Tage-Linie handeln. Obwohl es natürlich als sehr negativ zu bewerten ist, wenn viele Werte ihre sehr wichtige 50-Tage-Linie verlieren, gibt es dennoch typische prozentuale Muster, an denen häufig Gegenbewegungen starten. Einen typischen Wendepunkt bei knapp 40 %, der etwas über die Verkauftheit eines Marktes aussagt, hat die NYSE kürzlich erlangt und wird zwangsläufig auch den DAX auf die Sprünge helfen. Selbstverständlich ist dabei die Tatsache, dass der Dow Jones die psychologisch wichtige 10.000 Punkte-Barriere zurückerobert hat, auch als Vorteil zu bewerten.

Wichtiger für meinen strategischen Ansatz ist aber zweifellos der Bullish Percent Indikator, der wie oben beschrieben, Sie zu sehr großer Vorsicht ermahnen sollte. Mindesten solange dieser in einer O-Spalte handelt, sehe ich keinen Grund für aggressive Käufe und würde gut abgesichert in der Deckung bleiben. In der jetzigen Marktphase schadet es Ihnen nicht, wenn Sie einmal die anderen die Kastanien aus dem Feuer holen lassen. Diesem System zu vertrauen hat sich schon sehr häufig bezahlt gemacht. Denken Sie dabei nur an den Frühling, als der BPI die historische Chance schon zwei Wochen vor dem Beginn der Rallye deutlich anzeigte und die Kapitalzuflüsse signalisierte. Aus den genannten Gründen bleibe ich zunächst vorsichtig, kann mir aber eine Zwischenerholung bis etwa 5.550 oder 5.600 Punkten gut vorstellen, bevor wir nochmals die Gegend bei 5.050 bis 5.100 testen!

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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und viel Erfolg!

 Ihr Klaus Buhl

 E-mail: info@kb-assets.de

Author: Klaus Buhl

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

falls Sie während der letzten zwei bis drei Wochen die Schlagzeilen der „Mainstream-Presse” verfolgt haben, wird Ihnen die wachsende Nervosität der Anleger nicht entgangen sein. Es häufen sich die Schlag-zeilen wie „Indizes vor der großen Korrektur”, „DAX prallt am Jahres-hoch” ab und, „die Kurse sind der Konjunktur zu weit enteilt”! Dies erstaunt insofern nicht, da Kurse Nachrichten machen und nicht umgekehrt.
Immerhin verschnaufen seit etwa zwei Wochen die Indizes auf hohem Niveau. Nicht Fleisch und nicht Fisch. Das macht den Tradern keinen Spaß und auch die Investoren werden nervös. Schließlich bezweifeln viele Anleger die aktuelle Rallye und haben das Gefühl, dass sich die Kurse viel zu weit von der konjunkturellen Datenlage entfernt haben.
Die zunehmende Skepsis der Investoren wird vor allem an deren Reaktion auf die aktuellen Quartalsergebnisse deutlich. Obwohl zwei Drittel der Unternehmen bisher besser berichteten als erwartet, teilweise sogar excellent wie z.B. Apple, Texas Instruments oder Intel, wird dies nicht mehr honoriert. Dies liegt einerseits an den zu pessimistischen Schätzungen der Analysten. Sehr deutlich wird aber jetzt, dass die Umsätze der Firmen in der Rezession stark eingebrochen sind und nun bestenfalls stagnieren. Echte Verbesserungen sind kaum zu erkennen. Aber immerhin, viele Firmen strukturieren um, entschlacken sich und werden gestärkt aus der Krise in den nächsten Aufschwung starten.

Der „Innere Markt” der NYSE bleibt positiv

Trotz der oben geschilderten Nervosität, die nur kurz von den teils überraschend guten Ergebnissen einiger Technologie- und Banktitel unterbrochen wurde, hat sich im für mich entscheidenden inneren Markt in den letzten Wochen nur wenig verändert.
Wie Sie sich vielleicht erinnern, analysiere ich vor allem die Veränderungen im breiten Markt und nicht innerhalb einzelner willkürlicher Indizes. Dafür stelle ich fest, wieviel Prozent der gehandelten Werte auf einem objektiven Point & Figure Kaufsignal handeln und wie sich diese Zahl verändert. Daraus ergibt sich der ursprünglich von der US-Firma „Investors Intelligence” ermittelte „Bullish Percent Index”. Dieser ist kein Timing-Instrument, zeigt aber sehr deutlich, wann man sich als Investor mit welchem Risiko im Markt bewegt. Seit mehreren Wochen bereits stehen z.B. 80 Prozent aller an der NYSE gehandelten Aktien auf einem objektiven Kaufsignal. Dies ist ein stark überkaufter Marktzustand, der zuletzt in den Jahren 2003, 1998 und 1981 auftrat und also eine sehr seltene Ausprägung darstellt. Trotzdem zeigte sich bisher keinerlei Verkaufssignal. Investoren, die sich mehr für die Kräfte des breiten Marktes und dessen Industriesektoren als für enge Indizes interessieren „dürfen” also weiter investiert bleiben, sollten aber mit relativ engen Stopp-Kursen arbeiten! Für eine mittelfristig freundliche Tendenz spricht übrigens auch die weiterhin sinkende Volatilität der Indizes. Trotz der temporären Gewinnmitnahmen sank die Intensität der Schwankung im S & P 500 kürzlich unter die wichtige Marke von 23 und markierte damit ein neues Jahrestief. Diese Annäherung an den langfristigen Durchschnittswert von 20 zeigt die strategisch positive Verfassung der Leitbörse!

Konsumsektor als traditioneller (Äußerer) Chart

Die oben beschriebene Anspannung der Marktteilnehmer wurde am Mittwoch besonders in einem der derzeit von Analysten „strenge bewachten” Industriesektoren deutlich. Binnen Minuten sackten die Kurse aus der Gewinnzone in negatives Terrain, als Andeutungen und Mutmaßungen von Wal Mart über den nach wie vor schleppenden Konsum die Runde machten. Dies ist insofern erstaunlich, da die krisenbedingt erzwungene Konsumzurückhaltung der Amerikaner eigentlich keine besondere Überraschung darstellt. Da über den Zwang der Konsumenten zu sparen und Kredite zurückzuführen schon seit zwei Jahren diskutiert wird, habe ich den Verdacht, dass die abrupten Verkäufe auch ganz andere Motive hatten, als die in der Presse kolportierten.
Werfen wir also mal einen Blick auf den Sektor der verbrauchsnahen Konsumgüter.

 

 

sektor_einzelhandelObwohl   es sich hier um den Sektorchart der alltäglichen Verbrauchsgüter handelt, der also nicht sehr stark auf konjunkturelle Veränderungen reagieren sollte, erkennt man gut, wie stark deren Aktien mit der konjunkturellen Entwicklung korreliert sind. Ebenfalls wird deutlich, wie stabil diese Branche handelt, denn auf der waagerechten Achse sehen Sie den Zeitraum ab dem Jahre 2000 abgetragen. Einmal eingeschlagene Kursrichtungen werden sehr lange beibehalten. Bis zum auch für diesen Sektor außergewöhnlichen Krisenjahr 2008 weist der Sektor nur wenige Spaltenwechsel auf. Während der letzten 10 Jahre war es mit einfachen Mitteln möglich, lukrative trendfolgende Strategien mit Aktien oder ETF´s aus diesem Sektor zu verfolgen, da sich Aktien sehr stark korreliert innerhalb ihres Sektors bewegen, übrigens auch international.  Speziell im Point & Figure Chart, der sich strikt auf die Ergebnisses des Kampfes zwischen Bullen und Bären konzentriert, erkennt man gut den stabilen Nachfrageüberhang im Konsumsektor seit diesem April! Vom Kurstief bei 19,50 zogen die Kurse bis auf aktuell über 26 an! Bemerkenswert ist hierbei, dass es zu keinem Zeitpunkt während der gesamten Rallye einen Grund gab, Positionen glattzustellen oder gar nervös zu werden. Im September (Ziffer 9) übersprang dann sogar die aktuelle X-Spalte, die für den Nachfrageüberschuss steht, die von oben kommende „bärische Widerstandslinie”. Dies ist eines der positivsten Ereignisse der P & F-Philosophie! Dies ist aber noch nicht alles. Denn mit dem bestätigenden Kaufsignal aus dem aktuellen Monat Oktober (Buchstabe A in der positiven rechten X-Spalte) ergibt sich weiteres Potential bis mittelfristig 30 bis 35 Punkte! Exakt an der Widerstandslinie bei 25 bestand auch ein massiver horizontaler Widerstand, der nun aufgelöst wurde. Gemäss diesem „äusserem” Chart verdient der Konsumsektor also weltweite Beachtung und Aktien der Branche sind bei Rücksetzern eine Versuchung wert!

Der „Interne” Chart der Konsumaktien

 

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Etwas kritischer ist der dominierende „interne” Bullish Percent Chart des Konsumsektors. Der Marktzustand der Branche ist recht stark überhitzt, denn mittlerweile stehen fast 90 % der Sektormitglieder auf einem objektiven Kaufsignal der P & F Technik! Dies ist kein Verkaufssignal, da der Bullish Percent Index kein Timing-Indikator ist, sondern ein sehr treffgenauer Risiko-Indikator. Einen langfristig funktionierenden Timing-Indikator gibt es übrigens auch nicht - kein Mensch wird Ihnen exakt voraussagen können, wie lange eine Rallye oder Baisse noch andauern wird! Ein Verkaufssignal würde sich erst ergeben, wenn sich eine das Angebot symbolisierende O-Spalte bilden würde, die idealerweise auch unter die kritische 70 %-Marke rutscht! Bis dahin sollte man im Sektor investiert bleiben, wobei natürlich Stopps niemals schaden! Zu beachten gilt es aber auf alle Fälle, dass der derzeitige positive Marktzustand nur noch schwer zu überbieten ist. Dies hängt damit zusammen, dass die noch auf einem Verkaufssignal verbleibenden 10 % der Werte höchstwahrscheinlich fundamentale Probleme aufweisen und es einen Grund für ihre Schwäche gibt. Beachten Sie bitte, dass seit dem Jahr 2001 Korrekturen immer in der Gegend von etwa 90 % aufgetreten sind. In den Jahren 2002, 2003, 2006 und 2007 drehten die Kurse jeweils in der Gegend des jetzigen Niveaus. Hierhin liegt der Wert des inneren Indikators, da er Ihnen im Gegensatz zum äusseren Chart mit seinen tollen Kaufformationen den Risikozustand eines Marktes zeigt! Immerhin ereignen sich die Korrekturen immer dann, wenn die Masse nicht damit rechnet. Auch bei der demnächst zwangsläufig folgenden Abkühlung wird es wieder so sein!

Der Dow Jones ist wieder fünfstellig!

In diesen Tagen feiert vor allem die Presse in den USA die „Rückeroberung” der 10.000-Punkte-Marke im Dow Jones Index! Von seinem März-Tief bei 6.547 Punkten betrachtet ist dies natürlich sensationell! Ist Ihnen aber auch bewusst, dass der berühmteste Index der Welt damit exakt dort steht, wo er auch vor 10 Jahren am 15 Oktober 1999 stand? Mal ganz abgesehen vom Kaufkraftverlust des US-Dollars oder des Wechselkursverlustes für ausländische Anleger in US-Aktien ist das nicht berauschend! Exakt aus diesem Grunde übrigens verfolge ich für meine Kunde Strategien, die einen konstanten Ertrag jedes Jahr generieren - egal was an der Börse passiert!

Der Autor befasst sich mit Strategien, die einen jährlichen Ertrag erwirtschaften und in offenen Fonds dargestellt werden können! Hierzu gibt es auch eine interessantes Research per Newsletter!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Buhl

Author: Klaus Buhl

Liebe Leserinnen und Leser,

langsam würde es mir sehr schwer fallen, die derzeitige Marktlage auf der Skala zwischen langweilig, extrem überhitzt, oder enorm profitabel einzuschätzen. Allerdings schreibe ich im Konjunktiv, denn nach wie vor gibt das von mir favorisierte Bullish Percent Konzept klare Handelsanweisungen, wie man systematisch mit der fortgeschrittenen Hausse umgehen sollte. Derzeit erleben wir den heftigsten Aufwärtstrend einer Sechsmonats-Periode an den Börsen seit 76 Jahren. Zweifelsohne hängt dieser mit dem ebenso historischen vorherigen Kursabsturz zusammen. Aber so sicher wie das „Amen in der Kirche” und der nächste Steuerbescheid, wird diese extrem ungewöhnliche Marktphase nicht auf Dauer anhalten. Denn wie die Geschichte zeigt, waren die Börsen niemals eine Einbahnstraßen zum Gelddrucken! Auch auf die jetzige Hausse wird eine Korrektur, oder wenigstens eine volatile Seitwärtsbewegung folgen, in der die überkauften Marktzustände abgebaut werden müssen.

Denn Märkte schwanken auch zukünftig zwischen überkauften und überverkauften Zuständen.

Welche Nachrichten haben das Potential, den Markt zu kippen?

Das große Problem der kurzfristig orientierten Trader wird immer sein zu erkennen, welche der ständig auf den Markt prasselnden Nachrichten das Potential hat, diesen in eine andere Richtung zu zwingen. Speziell P & F Charts sind ein wichtiges Instrument, um glasklar wichtiges von unwichtigen zu trennen, da hier nur das Ergebnis des Kampfs von Bullen und Bären notiert wird.

In den vergangenen Tagen z.B. trieben positive Meldungen aus der Industrie die Indizes weiter an, obwohl diese bereits überkauft waren. Im verarbeitenden Gewerbe legte die Leistung im August um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Zugleich wurden die Daten für Juli nach oben revidiert, was vor allem die Aktien der Industriekonzerne wie Siemens und General Electric kräftig anschob. Auch das stark erholte Geschäftsklima in der Region Philadelphia hat das positive Sentiment unterstützt. Ebenfalls die positiven Äußerungen von US-Notenbankchef Bernanke, der das Ende der Rezession ausrief und Ermunterungen der Legende Warren Buffet!
Auf der anderen Seite aber trafen Meldungen von prominenten Mitgliedern der FED auf die Händler ein, die vor einem Flächenbrand wegen der hohen Anzahl von faulen gewerblichen Immobilienkrediten warnten. Konkret gab die Direktorin der Distriktnotenbank San Francisco einen düsteren Ausblick für die US-Wirtschaft. Die hohe Arbeitslosigkeit, hohe Verschuldung und die schleppende Kreditvergabe würden eine starke Erholung verhindern.

Trotz dieses Wechselbades an Meldungen blieben die Märkte unbeirrt und der stabile Aufwärtstrend intakt - trotz des anstehenden großen Verfalltages! Wer mit dem Bullish Percent Konzept arbeitet, konnte die vergangenen Handelstage entspannt auf der Longseite investiert bleiben, da dieser keinen Kapitalabfluss zeigte! Da die meisten internationalen Börsenindizes sehr stark mit den amerikanischen korreliert sind, habe ich keine Probleme, den über 3.000 Aktien umfassenden breiten Markt der NYSE als weltweites Börsenbarometer zu bezeichnen. bpi_kw38

  Der „innere” Markt bleibt positiv, aber überhitzt

 Abgebildet ist hier der breite Markt der New York Stock Exchange mit ihren über 3.000 Werten als Bullish Percent Index. An der rechten X-Spalte erkennen Sie den positiven, aber überhitzten Marktzustand der NYSE.  Fast 84 % der hier gehandelten Werte markieren ein objektives Point & Figure Kaufsignal, was einer sehr ungewöhnlichen Marktbreite entspricht. Nur zur Erinnerung: oberhalb von 70 % beginnt die rote Zone! Kritisch wird es aber erst, wenn der Index in eine O-Spalte übergeht, die für das Angebot steht, und vor allem die 70 %-Marke unterschreitet. Davon sind wir noch weit entfernt, aber die potentielle Fallhöhe sollte man heute schon im Hinterkopf haben! Denn auch die längste positive Phase eines Marktes seit Jahrzehnten wird einmal zwangsläufig zu Ende sein. Meistens bekanntlich wenn der letzte Bär ins Bullenlager gewechselt ist. Noch sollte man aber die steigenden Kurse genießen, aber mit Stopp-Loss-Limiten arbeiten.

Auf der unteren Achse sind die Jahreszahlen abgetragen. Gut erkennen Sie, wie extrem der Markt momentan überkauft ist. Wir befinden uns sogar auf einem höheren Niveau als zu Beginn der Hausse im Jahre 2003, 2004 und sogar 1981 (hier nicht zu erkennen)!

Interessant ist auch zu sehen, wie selten in „normalen” Jahren die X- und O-Spalten wechseln, wie stabil sich also die Marktzustände halten. Umgekehrt wird die starke Hektik der vergangenen 15 Monate an der Vielzahl der Spaltenwechsel deutlich.

 Goldsektor nach wie vor in gesunder Verfassung

 Kaum ein anderes Thema war in den vergangenen beiden Wochen so dominierend wie der Goldpreis und die tolle Entwicklung der Minenwerte. Dies erstaunt viele Beobachter, da man doch eigentlich wegen der Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes und der Zunahme der Risikoneigung mit einem schwächeren Goldpreis als Krisenmetall rechnen müsste. Aber das Gegenteil ist der Fall, die Preise brechen nach oben aus und demütigen die „Mainstream-Analysten”! Was könnte also dahinter stecken?

Meine alte und einfachste Erklärung lautet, dass Gold in erster Linie weniger ein Krisenmetall als ein Wohlstandsmetall ist. Darüber hinaus zeigt der anziehende Preis, dass die Sorge der Investoren vor inflatorischen Tendenzen wieder zunimmt und die Angst vor Deflation abnimmt. Der aktuelle wichtigste Preistreiber ist aber wahrscheinlich der chinesische Goldhunger und die wachsende Sorge der Notenbank um ihre Reserven von über 2 Billionen US-Dollar! In diese Richtung weisen auch die jüngsten Gerüchte um ein chinesisches Exportverbot für Gold!    goldindex_09

 Dynamischer Ausbruch des Philadelphia-Index

 Gut erkennen Sie nicht nur den intakten Aufwärtstrend des Gold- und Silberindex seit Jahresbeginn, sondern auch die Dynamik, mit welchem dieser seine alten Widerstände bei 162 förmlich pulverisierte. Dabei wurde eine der positivsten Chartformationen überhaupt gebildet, der Ausbruch über ein dreifaches Hoch. Diese Formation bietet dem Index nun die Chance, ein Kursiel von ca. 230 Punkten binnen weniger Monate zu erreichen. Von daher sollte man in den kommenden Wochen die Minen und die Explorer nicht aus den Augen verlieren. Da dieser Sub-Index in einer viel besseren Verfassung als die breite NYSE ist, vermute ich, dass die Minenwerte eine etwaige Korrektur des Aktienmarktes besser als die meisten anderen Sektoren überstehen werden.

 Gemäß der P & F Philosophie ist es sehr wichtig, den Sektor zu analysieren in dem sich ein Einzelwert bewegt, bevor man in diesen investiert. Denn ca. 75 % des Risikos liegen im Gesamtmarkt und im Sektor. Der momentan viel beachtete Index der Minenwerte des S & P 500 befindet sich z.B. derzeit auf einem Stand des Sektor Bullish Percent von 72, was für den Goldsektor noch kein besonders überhitzter Zustand ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist es also noch nicht zu spät für ein Engagement in diesen Sektor oder in ausgesuchte Minenwerte.

Klaus Buhl informiert in seinem Newsletter über marktneutrale und Absolute Return Strategien, sowie Risikophasen in den Märkten!

 Mit spätsommerlichen Grüßen

 Ihr Klaus Buhl

Kategorien: P&F-Technik, US-Börsen
Author: Klaus Buhl

Liebe Leserinnen und Leser,

hoffentlich hat Sie der Gegenwind an den Börsen während der letzten Tage nicht auf dem falschen Fuß erwischt. Wieder einmal wurde deutlich, dass die Masse der Anleger nicht Recht bekommen kann und das konsequentes Money-Management unabdinglich ist. Ebenfalls wurde offenbar, dass die Medienerstattung über die Börsenverfassung dieser um Längen hinterherhinkt und Market-Timing unmöglich ist.  Typischerweise nahmen Spekulanten und das „Smart-Money” exakt zu dem Zeitpunkt ihre Chips vom Tisch, der von der Masse so sehnlich erwartet wurde: Der Tag, an dem das Ende der Rezession quasi offiziell wurde und an dem einige konjunkturelle Nachrichten fast „kurserdrückend” gut wurden!

Da Märkte nun einmal zwischen überkauften und überverkauften Zuständen pendeln, macht es auch keinen besonderen Sinn darüber zu philosophieren, wer warum die jüngsten Gewinnmitnahmen ausgelöst haben könnte. Auf alle Fälle hatte der September als schwächster Börsenmonat des Jahres einen standesgemäßen Einstand. Der Dax z.B. verlor bereits etwa 4,5 % von seinem zyklischen Hoch, was alleine noch kein Grund zur Beunruhigung sein sollte. Noch ist es viel zu früh, den Aufwärtstrend zu Grabe zu tragen. Ebenfalls kann noch nicht abgeschätzt werden, ob die bisherige Angewohnheit der Marktteilnehmer, jede Kursdelle zum (neu) Einstieg zu nutzen, nicht wieder auflodert. Trotzdem interpretiere ich den schlagartig zurückkehrenden Pessimismus einiger Anleger und das relativ große Bärenlager in den Stimmungsumfragen als recht positiv. Amüsant zu beobachten ist es auch derzeit, wie schnell manche prominente Bären, die natürlich die bisherige Hausse komplett verpasst haben, aus ihren Höhlen kriechen und es „schon immer gewusst haben”!

Noch halten die Bullen den Ball in ihrem Feld

Bullen wie Bären haben gute Argumente. Die überbordende Liquidität strömt weiter in Aktien, obwohl auch die Rentenmärkte in letzter Zeit wieder punkten konnten. Dies soll durchaus als Warnung für die Aktionäre verstanden werden, denn die haussierenden Edelmetallmärkte könnten ein Umdenken der Investoren signalisieren. Obwohl die Notenbanken noch keine konkreten Ankündigungen über den Beginn des kommenden Zinserhöhungszyklus gemacht haben, werden institutionelle Investoren bereits die ersten strategischen Weichen diesbezüglich stellen und auch Inflationsszenarien durchspielen! Da es meiner Ansicht nach unmöglich ist den Markt optimal zu „Timen”, will ich heute wieder auf den „inneren Markt” zu sprechen kommen. Mit diesem Instrumentarium, verbunden mit gutem Fingerspitzengefühl und einigen gleitenden Marktdurchschnitten, ist es nämlich möglich, die Investitionsphasen von den Risikophasen fein säuberlich zu trennen. Abgebildet habe ich heute den Bullish Percent Index für die marktbreite NYSE mit mehr als 3.000 Werten, die Ihnen einen besseren Überblick über den Markt gibt als jeder andere Index.

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In diesem Index wird dargestellt, wieviel Prozent der an der NYSE gehandelten Aktien auf einem objektiven Kaufsignal der P & F Charttechnik notieren. Dazu muss die aktuelle X-Säule (Nachfrage) die vorherige X-Säule überragen.  Gut erkennt man an der rechten Skala, dass aktuell 77 % der gehandelten Aktien auf einem objektiven Kaufsignal stehen, die Marktbreite aber in den letzten Tagen bereits abgenommen hat, da dieser Wert kürzlich noch bei 80 % stand. D.h. nichts anderes, als das Kapital aus Aktien fließt, ganz egal ob Indizes wie z.B. der Dow-Jones oder der DAX noch leicht klettern, oder sich noch mit Mühe und Not an ihren Hochs halten können. Dies ist durchaus als ein kleines Warnzeichen zu interpretieren, auch wenn bisher noch nichts passiert ist. Ungemütlich wird es erst, wenn der BPI Index in eine O-Spalte übergeht und unter die kritische Marke von 70 % fällt. Davon sind wir noch weit entfernt, vor allem wenn man bedenkt, dass für einen Spaltenwechsel mindestens sechs % der gehandelten Werte ein frisches Verkaufssignal generieren müssen. Diese Filterung ist übrigens auch einer der ganz großen Vorteile der P & F-Technik, da die unbedeutenden Schwingungen der Kurse herausgefiltert werden und man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.  

Neben dem leichten Kapitalabfluss der letzten Tage will ich auf einen weiteren Punkt aufmerksam machen. Wir stehen aktuell auf einem derart überkauftem Niveau, welches nur einmal in der vergangenen Dekade erreicht wurde. Der Markt kann sich durchaus noch eine Weile hier oben halten, aber das Eis ist sehr dünn. Denn irgendwann wird jeder überkaufte Marktzustand korrigiert - mitunter auch heftig. Die gegenwärtige Situation erinnert mich an Schlittschuhlaufen im Frühling auf langsam weicher werdenden Eis. Noch hält zwar die Eisdecke, man weiß aber, dass die Sonne zwangsläufig an Kraft gewinnen wird. Oder wie es ein Kollege von mir ausdrückte: Der Markt ist wie eine Badewanne, in der das Wasser noch steht, die Bären aber bereits am Stöpsel hantieren! Wie gesagt, der BPI ist kein Timing-Indikator (den gibt es auch nicht), sondern eher als Ampel zu verstehen, die in Kauf- und Verkaufphasen unterscheidet. Man muss als Investor einfach wissen „wo man steht”. Derzeit halten die Bullen noch den Ball, aber ich persönlich würde mit Neuengagements eine Korrektur abwarten. Mittelfristig bleibe ich positiv für den Markt und sehe den DAX z.B. im Winter bei etwa 6.400 bis 6.600 Punkten. Deshalb muss ich aber nicht unbedingt jetzt mit neuen Käufen in den Markt springen! Geduld und Disziplin haben sich an der Börse noch immer ausbezahlt. Der Versuch, einen Trend bis zum letzten Punkt mit zu gehen, endet dagegen meistens im Desaster! Um dies zu vermeiden kann Ihnen der BPI eine wertvolle Hilfestellung geben. Falls Sie weitere Fragen zu diesem Index haben, senden Sie mir doch bitte eine E-Mail!

 Volatilität steigt wieder

Sehr interessant in kritischen Marktphasen zu beobachten ist die Volatilität. Bekanntlich werden stabile Aufwärtstrends von fallender Vola begleitet, da man sich sicher fühlt. In fallenden Märkten ist es umgekehrt, da schnellt die Vola in die Höhe, weshalb sie auch als „Panikglocke” bezeichnet wird. Das vergangene Jahr brachte Rekordwerte von über 70 in der Vola, langfristig schwankt sie um durchschnittliche 28 %!

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Gut erkennt man den intakten Abwärtstrend der Vola und das sinkende Risikoempfinden der Marktteilnehmer. Den intakten Trend sieht man am besten an der roten bärischen Widerstandslinie, an der die Vola immer wieder von unten abgeprallt ist. So lange dies so bleibt, besteht keine erhöhtes Risiko in den Märkten. Sollte aber die aktuelle X-Säule, die bereits ein klassisches Kaufsignal generiert hat, weiter zulegen und sogar die bärische Widerstandslinie durchschlagen, dann ist erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich! Gemäß der Zielprojektion des Chartbildes könnte die Vola bis etwa 40 hochschnellen. Aber wie gesagt, noch bremst die bärische Widerstandslinie.

Falls Sie Absicherungen für Ihre Positionen planen, bieten sich wegen der (noch?) geringen Vola im Geld liegende und lang laufende Put-Optionsscheine an, da diese zusätzlich von der anspringenden Schwankungsintensität profitieren würden.

Herzliche Grüße

Ihr Klaus Buhl

Der Verfasser beschäftigt sich mit der Differenzierung von strategischen Risiko- und Investitionsphasen. Diese fliessen auch in die speziellen Fondsdepots ein, die er für seine Kunden individuell einrichtet!

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