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Author: Klaus Buhl

 

Sehr überraschend gewinnt der führende Bankensektor wieder an relativer Stärke

Sehr geehrte Damen und Herre

seit zwei Wochen pendeln die internationalen Indizes um wichtige Widerstände, die meist auch mit den bisherigen Jahreshochs über-einstimmen, der DAX z.B. beschäftigt sich seither mit der Marke von 5.400 Punkten, von der er sich nicht lösen kann.

Fast könnte man vermuten, die Börsen befänden sich nach der Rallye im wohlverdienten Sommerurlaub. Nur die beiden Verlusttage in dieser Woche, die ersten nach einer langen Serie von positiven Handelstagen, verhinderten das Einschlafen am Steuer. Die meisten Analysten interpretieren diese Trendlosigkeit eher als negativ, ich dagegen will da nicht voreilig sein. Möglicherweise haben die Skeptiker Recht und wir befinden uns in einer Umverteilungsphase, in der das „Smart-Money” die Party verlässt wenn es am schönsten ist. Dafür wären die verhaltenen Umsätze ein Indiz. Ebenso wahrscheinlich ist aber auch der positive Fall, dass die Börsen seitwärts konsolidieren, die wichtigsten Indikatoren Kraft schöpfen und dann wieder neue Käufer anlocken. Ohne Ermüd-ungserscheinungen zeigen sich übrigens die Nebenwerte-Indizes wie der SDAX oberhalb des überwundenen Widerstandes bei 3.000 Punkten und der amerikanische Russell 2000 Index.

 An der Börse ist einfach Alles möglich - auch das Unmögliche

Man kann ja einiges am bisherigen Börsenjahr 2009 und am vorher-gehenden Crash-Jahr 2008 herumnörgeln. Aber keinesfalls kann man sich über Langeweile oder alltägliche Börsensituationen beschweren! Obwohl es den meisten Investoren nach der schärfsten Rallye seit 70 Jahren bereits schwindelig ist, hat sich jüngst im von mir beobachteten „internen Markt” wesentliches verändert. Wie Sie bereits wissen, befasse ich mich weniger mit subjektiven charttechnischen Formationen, sondern vielmehr mit der Rotation der einzelnen Industriesektoren im breiten Markt. Dazu zählt auch die Veränderung der Relativen Stärke der Branchen in einem Index. Dabei führen die US-Sektoren die internationalen Börsen praktisch immer an, weshalb ich diese hier meistens abbilde.

In der vergangenen Woche hat sich überraschendes, von der Masse kaum bemerkt, im wichtigen Bankenindex verändert. Bekanntlich waren es die Banken und die Finanztitel, die weltweit erst die Indizes in den Abgrund und im Frühling auf den Pfad der Erholung führten. Deshalb hält derzeit die Masse der Anleger den Bankensektor für total überhitzt und allenthalben wird vor einer Übertreibung gewarnt. In Wahrheit ist aber das Gegenteil der Fall. Während der von mir favorisierte Bullish Percent Index für den breiten Aktienmarkt der NYSE bereits bei überhitzten 74 % steht, handelt der selbige Sektorindex für die Banken bei gesunden 60 % und baut nach seiner Konsolidierung wieder relative Stärke auf. Dies ist ein untrügliches Zeichen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit die Banken weiter haussieren und auch andere Sektoren mitziehen werden. 

 Banken Index

Der Chart des Bankenindex zeigt uns, dass an der Börse ALLES möglich ist - vor allem das  Unmögliche und das Unerwartete. Kurse fallen tiefer als man denkt, und jede bereits „heiß” gelaufene Aktie kann von den Bullen noch höher getrieben werden. Auch nach der fast Verdreifachung des Index bleibt der Aufwärtstrend intakt. Knapp oberhalb der „bullish-supportline” übernahmen die Bullen Mitte Juli wieder das Ruder und generierten sogar ein sehr starkes frisches Kaufsignal in Form eines mehrfachen Ausbruchs. Allerdings wandert der Index nun in eine Widerstandszone aus dem vergangenen Herbst, die aber keineswegs unüberwindbar erscheint. Ganz im Gegenteil legt das Chartbild ein mittelfristiges Kursziel von über 60 nahe, auch wenn das fundamental derzeit utopisch erscheint. Point & Figure Charts „lügen” nur selten und nichts ist unmöglich!

Schweizer Aktien interessanter als Löcherkäse

 Investoren, die von der weiteren Erholung des Bankensektors überzeugt sind, sollten aber nicht nur auf Sektorzertifikate, ETF’s und die Aktien der internationalen Großbanken achten.

Ich empfehle Ihnen aus mehreren Gründen, einen Blick auf den Schweizer Aktienindex SMI zu werfen. Denn während die Nasdaq in der Hausse als Leitindex etabliert ist, kommt in schwierigen Situationen dem SMI die Rolle eines wichtigen Risiko-Indikators zu. Dies könnte daran liegen, dass sich hier die cleversten Investoren der Welt tummeln und weniger heißblütige Trader wie bsw. im DAX.

Der SMI ist aber auch wegen seiner Zusammensetzung, bzw. Sektorgewichtung interessant. Denn neben seiner sprichwörtlichen Bankenlastigkeit sind hier auch die Sektoren Finanzen und Versicherungen sowie Pharma und Gesundheit hochgewichtet.  Gerade die defensiven Branchen haben bisher kaum an der Rallye teilgenommen und bauen jetzt wieder relative Stärke auf. Alle diese Argumente sprechen für Engagements im SMI!

 

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Mit einem dynamischen Ausbruch hat sich der SMI aus der Seitwärts-bewegung bei 5.500 Punkten befreit und sogar die Widerstände bei 5.900 im ersten Versuch geknackt. Ich will keinesfalls Euphorie auslösen oder alle Vorsicht fallen lassen. Aber das Chartbild des SMI macht Mut und Hoffnung, dass die Wirtschaftskrise schneller gelindert wird als wir kürzlich nur zu träumen wagten. Auch wenn hier eine baldige Konsoli-dierung zu erwarten ist, tippe ich auf mittelfristige Kursziele jenseits der 6.500 Punkte im kommenden Winter.

Noch ein Satz zum breiten Markt aller gehandelten Aktien jenseits der Indizes. Ohne Zweifel befinden wir uns in einem überhitzten Marktzu-stand, aber es gibt noch kein Verkaufssignal.

Mit sommerlichen Grüßen

Ihr Klaus Buhl


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