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Kategorien: P&F-Technik, US-Börsen
Author: Klaus Buhl

Aber wo lauern die Risiken und welche Sektoren sind jetzt interessant?

Sehr geehrte Damen und Herren,

langsam wird die Hartnäckigkeit dieses Aufwärtstrends sogar einem fast schon notorischen, aber nicht blauäugigen Optimisten wie mir, etwas unheimlich. Wie von einer unsichtbaren Schnur gezogen streben die Kurse in die Höhe, und scheinen die Kerbe der Krise schneller ausmerzen zu wollen, als es die kühnsten Optimisten kürzlich noch träumten.
Seit mehreren Wochen konzentrieren sich die Investoren bereits auf die guten Nachrichten und ignorieren die schlechten, bzw. interpretieren diese als gut!
Seit einigen Wochen wird jede kleine Delle in den Charts rasch als Gelegenheit zum (nach) kaufen genutzt. Ebenfalls wurden in den vergangenen Wochen reihenweise tendenziell negative Chartformationen von den Bullen förmlich überrannt. Damit sind ganz offensichtlich die wichtigsten Komponenten einer Hausse erfüllt, obwohl sich derzeit kaum jemand traut, dieses Wort in den Mund zu nehmen.

Gute Nachrichten als Gefahr für den Aufwärtstrend?

Nach wie vor leben wir in einer Zeit, in der man wütende E-mails bekommt, wenn man den aktuellen Aufwärts-Impuls als Hausse bezeichnet. Trotzdem suche ich natürlich auch nach Kurswendemustern und Argumenten, ob es nicht an der Zeit sei, die Party zu verlassen obwohl es gerade so lustig ist.
Auf der anderen Seite aber sollte man sich nicht frühzeitig gegen den Strom stemmen, denn dies ist keinesfalls unter Antizyklik zu verstehen.

Momentan halten Bullen und Bären ein in etwa ausgeglichenes „Blatt” in den Händen! Es gibt immer mehr konjunkturelle Daten die belegen, dass sich die Wirtschaft schneller erholt als man es kürzlich zu träumen wagte. Dafür allerdings haben die Indizes bis jetzt auch einen ganz schönen „Schluck aus der Pulle” genommen! Dies könnte genau der Zeitpunkt sein, den die Bullen fürchten sollten. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass die launische Diva Börse zuschlägt, wenn sich exakt das ereignet, was die Masse seit langem herbeisehnt: das Ende der Krise!
Der Zeitpunkt, an dem die guten Nachrichten so „erdrückend” sind, das auch der letzte Bär aus seinen Shorts gequetscht wird, könnte nahe sein. Dies wäre für das „Smart Money” die ideale Gelegenheit, die Chips vom Tisch zu nehmen und Leerverkäufe zu tätigen.
Diese Denkweise ist auch geld- und zinspolitisch nicht ohne Charme. Denn egal wie groß die Not der Haushaltspolitiker sein mag eine gewisse Inflation zu tolerieren: mit dem Ende der Rezession wird die Börsianer auch in diesem Aufschwung wieder der Virus der Zinsangst packen! Obwohl die FED eine annähernde Null-Zinspolitik etabliert hat.

Bis diese oder andere Ängste von den Marktteilnehmern „gespielt” werden, empfehle ich investiert zu bleiben und die Stopps sinnvoll anzupassen.  Nochmals deutlich: Dies ist keine Crashwarnung und kein Aufruf, das Depot zu liquidieren. Ich will Sie nur daran erinnern, dass die Börse ein Haifischbecken ist und Ihnen hier niemand Gutes tun will. Um hier zu überleben muss man um einige Ecken denken.
Übrigens zeigt auch das von mir favorisierte Modell der Marktbreite (der innere Markt) noch keine Verkaufssignale, obwohl wir uns zweifelsfrei auf recht überkauftem Niveau befinden. Es gibt hier aber nach wie noch keine Verkaufssignale und die Marktbreite blieb in den letzten drei Wochen in etwa konstant.

Der Konsumsektor lässt sich nicht Kleinreden

Sehr interessant ist momentan der Konsumsektor, der trotz hysterischer Warnung von mehr oder weniger gescheiten Leuten einfach nicht unter Druck geraten will. Kürzlich wiederholte sogar Gewerkschaftsboss Bsirske dieses Credo aus purer Verzweiflung, ein wichtiges Wahlkampfthema noch auf der Zielgerade zu verlieren. Es ist schon amüsant zu lesen, wie sehr sich mache Leute offenbar darüber ärgern, dass die Deutschen trotz Krise einfach weiter konsumieren. Obwohl doch nach dem Lehrbuch der Konsum in Deutschland einbrechen müsste. Ein starkes Stück, welches gerade am Donnerstag wieder von der Gesellschaft für Konsumforschung bestätigt wurde.
Im folgenden Sektorchart sind die europäischen Konsumaktien des europäischen Dow Jones EuroStoxx abgebildet.

Sektorchart Retail

konsumQuelle:tradesignalonline.com

Quelle: tradesignalonline.com

Stabiles Kaufsignal im Sektor

Sehr gut erkennt man den Absturz der europäischen Retail-Aktien im vergangenen Spätsommer und die sich anschließende Bodenbildung.
Diese war übrigens bei 200 Punkten abgeschlossen und wurde mit einem Rücktest knapp oberhalb dieser Marke im Mai erfolgreich bestätigt. Bitte achten Sie übrigens immer auf diesen Rücktest in einer Formation. Erst nach einem erfolgreichen Test steigen die echten Investoren im großen Stil in einen Wert oder einen Sektor ein. Deutlich erkennt man im Chart die Dynamik der Nachfrage in den langen X-Säulen, die den Nachfrageüberschuss signalisieren.
Seit einigen Tagen läuft eine kleine Konsolidierung im Sektor, wie Sie an der O-Spalte rechts oben erkennen können. Diese ist bisher keinesfalls besorgniserregend, da der Retail-Sektor von einem übergeordneten sehr positivem Kaufsignal dominiert wird. Denn die jüngste X-Säule überragt die vorigen drei X-Säulen, was einem Ausbruch über ein dreifaches Hoch gleichkommt. Auch wenn der Sektor noch eine Weile Kraft schöpft oder das Niveau von etwa 215 Punkten testet, gehe ich davon aus, dass der Index seinen nächsten Widerstand bei 240 bald überwinden kann.
Die wachsende Attraktivität des Index erkennen Sie übrigens auch an den positiven wichtigen gleitenden Durchschnitten. Mittlerweile notiert der Index nicht nur über diesen Durchschnitten, sondern diese weisen auch eine positive Steigung auf. Dies ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass man sich mit einiger Sicherheit in einem Sektor oder einem Einzeltitel bewegt.  An diesem Beispiel erkennt man deutlich die Vorzüge der P & F-Charts. Die wesentlichen Widerstände und Unterstützungen sind viel deutlicher als im Kerzenchart und der Investor wird kaum vom unbedeutenden „Rauschen” im Chart beeinflusst.

Warum ist Sektoranalyse sinnvoll?

Gemäss der Point & Figure-Philosophie liegt das Hauptrisiko nicht in der einzelnen Aktie, in der man investiert ist. Ganz im Gegenteil liegen sogar 80 % des Risikos im Sektor und im breiten Markt! Daher ist es sehr wichtig, zuerst den Sektor der Aktie zu analysieren, in die man investieren will. Nur falls der Sektor als Ganzes einen positiven Trend aufweist, oder besser noch relative Stärke aufbaut, sollte man die Investition in einen einzelnen Titel erwägen.
Aber auch die Investition in Sektor-Zertifikate oder ETF`s halte ich für sinnvoll, da man hier im Gegensatz zu einem Index-Investment nicht die schwachen Sektoren mitkaufen muss. Mittlerweile gibt es ein ordentliches Angebot von entsprechenden Papieren, konservative und gehebelte! Interessant ist derzeit die Douglas-Aktie, die den Aufschwung der anderen konsumnahen Titel kaum mitgetragen hat, aktuell aber eine wachsende relative Stärke gegen den Sektor aufweist. Trotz der jüngst positiven Kursentwicklung konnte Douglas bisher noch nicht sehr stark an der Entwicklung teilhaben und hat erst kürzlich Ihre Bodenbildung abgeschlossen.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Rheinland

Ihr Klaus Buhl

Der Autor kombiniert für seine Kunden u.a. vermögensverwaltende und alternative Fondskonzepte in einem Fondsdepot, bei dem der Werterhalt in Vordergrund steht. Hier gehts zum Newsletter…

Kategorien: P&F-Technik
Author: Klaus Buhl

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Eigentlich waren die Konjunkturdaten über das vermeintliche Ende der Rezession, die uns vergangene Woche erreichten, ein Grund die Sekt-korken knallen zu lassen. Doch anstatt die wieder anziehende Dynamik des Wirtschaftswachstums mit einem Kurssprung zu quittieren, wie dies wahrscheinlich viele Marktteilnehmer erwartet haben, legten die Börsen den Rückwärtsgang ein. Vor allem den wie gewöhnlich flatterhaften DAX erwischte es temporär sehr kräftig mit einem Kursrückschlag von ca. 4 Prozent. Die Entwicklung der letzten Handelstage zeigt wieder einmal, dass die offizielle Berichterstattung in den Medien über die fundamentale Verfassung eines Landes der Börsenentwicklung meilenweit hinterher hinkt. In den dynamischen Schwellenländern, die sehr stark von ausländischen Kapitalströmen abhängig sind, gilt diese Beobachtung noch stärker als in den traditionellen Volkswirtschaften.
Ebenfalls erkennt man an diesem Beispiel, dass man sich als Trader an eine Systematik halten sollte und das die Lektüre von Marktberichten nicht weiter hilft. Heute kann es uns völlig egal sein, warum und aus welchen Gründen von wem jüngst die Gewinnmitnahmen ausgelöst wurden. Da man als durchschnittlicher Investor oder Trader leider über keine Glaskugel verfügt, gelingt es praktisch nie, die kleinen Marktbewegungen korrekt zu antizipieren. Daher konzentriere ich mich auf die P & F Charts und deren Philosophie, da diese nur die relevanten Kursbewegungen zeichnen und das unbedeutende „Rauschen” des Marktes ausblenden.

Ein wichtiges Instrument meiner Anlagestrategie ist auch der hier bereits mehrfach angesprochene NYSE Bullish Percent Index, der mittels der Marktbreite sehr gut die Gefahren- und die Investitionsphasen des Aktienmarktes verdeutlicht. Da die etablierten Aktienmärkte sich niemals länger vom US-Markt abkoppeln, gelten die Signale auch für die europäischen Indizes und den DAX. Demnach verharren die Börsen nach wie vor in der Gefahrenzone bei 78%! Dieses Niveau bedeutet, dass 78 % der an der NYSE gehandelten Werte auf einem objektiven P & Kaufsignal stehen und diese nur extrem selten erreichte Marktbreite kaum noch gesteigert oder länger durchgehalten werden kann. Denn diese enorme Marktbreite belegt, dass auch fundamental höchst fragwürdige Titel von der Welle nach oben gespült wurden, von denen die frühen Trader demnächst auch wieder abspringen werden. Sehr wichtig ist bei diesem Konzept zu beachten, dass die Gefahr einer größeren Korrektur erst gegeben ist, wenn die Marktbreite unter die Schwelle von 70 % fällt. Von diesem Punkt sind wir noch weit entfernt und man muss ehrfürchtig feststellen, dass Märkte länger überkauft bleiben können als man dies rational begreifen kann. Aber schließlich waren die Indizes im Winter auch historisch überverkauft, was sie aber nicht daran hinderte, noch weiter zu fallen. Deshalb hat es keinen Sinn, Entwicklungen zu antizipieren. Erfolgreiche Trader warten diszipliniert auf ein Kauf- oder Verkaufssignal. Noch gibt es kein Verkaufssignal vom NYSE BPI, es schadet aber nicht im Hinterkopf zu behalten, dass wir auf sehr überhitztem Niveau handeln!

DAX trotz Erholung im Konsolidierungsmuster

Ein richtiges spannendes Chartbild liefert uns nach dreiwöchiger Langeweile der DAX!

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Sehr gut erkennt man die Anfang August beginnende Unsicherheit, die den DAX am Widerstand bei 5.450 Punkten scheitern ließ. Es bildete sich ein negatives Doppeltop mit einem frischen Verkaufssignal. Dies erkennen Sie daran, dass die rechts oben zu erkennende O-Spalte die vorhergehende unterschritten hat. Mittlerweile stieg der Index wieder bis auf 5.300 Punkte an, was die P & F-Notierung aber noch nicht anzeigt. In dieser Notierung müssen mindestens 3 Kästchen ausgefüllt werden um eine neue X-Säule zu beginnen, was erst bei 5.350 der Fall wäre. Erst dann wäre der Trend wieder eindeutig positiv und die Bullen klar im Ballbesitz.

Interessant ist die aktuelle Chartformation aber auch aus anderen Gründen, die auf die Stärke der Bullen deuten. Die Konsolidierung im DAX reichte noch nicht einmal bis in die „logische” Unterstützungszone bei 5.150 Punkten. Schon oberhalb davon drehten die Kurse wieder nach Norden. Ebenfalls könnte sich im DAX sowie in den führenden Indizes wie Nasdaq und S & P 500 ein potentielles Fehlsignal bilden, welches die voreiligen Bären jetzt zum Eindecken ihrer flugs eröffneten Shortpositionen zwingen würde. Diese Formation, die im DAX bei einem Niveau von 5.350 Punkten abgeschlossen wäre, hat den anschaulichen Namen „Shake-Out”! Wie der Name andeutet, werden hier nervöse Marktteilnehmer voreilig aus ihren Positionen geschüttelt. Deren Stücke werden dann aber schnell wieder von den Unterinvestierten gekauft und der Aufwärtstrend setzt sich fort.
Sie erkennen das „Shake-Out” Muster im DAX an der langen X-Säule, die die stabile Nachfrage visualisiert, am folgenden Doppeltopp und dem Verkaufssignal. Sollten sich die Kurse hier wieder fangen und ein frisches Kaufsignal in Form einer X-Säule bilden, werden die Kurse wahrscheinlich noch im Herbst in der Gegend von 5.900 Punkten anklopfen. Obwohl der breite Markt und die meisten Sektoren mehr oder wenig überkauft sind, tippe ich darauf, das die Bullen noch nicht locker lassen und sich die Sommer-Rallye noch eine Weile fortsetzt.

Volatilität fällt weiter

Auch die Vola deutet darauf hin, dass die Bullen weiter im Ballbesitz bleiben.

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Langfristig pendelt die Vola zwischen 23 und 28, schoss aber im vergangenen Herbst auf unglaubliche Rekordwerte von 78 ! Je höher die Vola und damit die Panik steigt, desto schneller fallen die Kurse in der Regel. Derzeit weicht die Vola aus den Märkten und hat mittlerweile ein durchschnittliches Niveau von 25 erreicht.

Die Korrektur der Aktienmärkte Mitte Juli wurde von einem Vola-Anstieg begleitet, der sich aber nicht durchsetzen konnte. Sehr deutlich zeigt der Chart das Widerstandsniveau bei 34, was nicht überwunden werden konnte. Wie im Lehrbuch hangelt sich die Vola unterhalb der „bärischen Widerstandslinie” entlang, nur um an dieser immer wieder nach unten abzuprallen.
Mich erinnert dies sehr an die Marktverfassung des Jahres 2003. Nach der damaligen Baisse blieben die Indizes ungewöhnlich lang im überkauften Bereich, während die Vola kontinuierlich aus den Märkten wich. Auch dies spricht dafür, dass wir natürlich jederzeit heftige Korrekturen sehen können, aber das der langfristige Trend nach wie vor und trotz (oder besser wegen?) aller Bedenken nach oben zeigt.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und viel Erfolg bei Ihren Engagements!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Buhl

Author: Klaus Buhl

 

Sehr überraschend gewinnt der führende Bankensektor wieder an relativer Stärke

Sehr geehrte Damen und Herre

seit zwei Wochen pendeln die internationalen Indizes um wichtige Widerstände, die meist auch mit den bisherigen Jahreshochs über-einstimmen, der DAX z.B. beschäftigt sich seither mit der Marke von 5.400 Punkten, von der er sich nicht lösen kann.

Fast könnte man vermuten, die Börsen befänden sich nach der Rallye im wohlverdienten Sommerurlaub. Nur die beiden Verlusttage in dieser Woche, die ersten nach einer langen Serie von positiven Handelstagen, verhinderten das Einschlafen am Steuer. Die meisten Analysten interpretieren diese Trendlosigkeit eher als negativ, ich dagegen will da nicht voreilig sein. Möglicherweise haben die Skeptiker Recht und wir befinden uns in einer Umverteilungsphase, in der das „Smart-Money” die Party verlässt wenn es am schönsten ist. Dafür wären die verhaltenen Umsätze ein Indiz. Ebenso wahrscheinlich ist aber auch der positive Fall, dass die Börsen seitwärts konsolidieren, die wichtigsten Indikatoren Kraft schöpfen und dann wieder neue Käufer anlocken. Ohne Ermüd-ungserscheinungen zeigen sich übrigens die Nebenwerte-Indizes wie der SDAX oberhalb des überwundenen Widerstandes bei 3.000 Punkten und der amerikanische Russell 2000 Index.

 An der Börse ist einfach Alles möglich - auch das Unmögliche

Man kann ja einiges am bisherigen Börsenjahr 2009 und am vorher-gehenden Crash-Jahr 2008 herumnörgeln. Aber keinesfalls kann man sich über Langeweile oder alltägliche Börsensituationen beschweren! Obwohl es den meisten Investoren nach der schärfsten Rallye seit 70 Jahren bereits schwindelig ist, hat sich jüngst im von mir beobachteten „internen Markt” wesentliches verändert. Wie Sie bereits wissen, befasse ich mich weniger mit subjektiven charttechnischen Formationen, sondern vielmehr mit der Rotation der einzelnen Industriesektoren im breiten Markt. Dazu zählt auch die Veränderung der Relativen Stärke der Branchen in einem Index. Dabei führen die US-Sektoren die internationalen Börsen praktisch immer an, weshalb ich diese hier meistens abbilde.

In der vergangenen Woche hat sich überraschendes, von der Masse kaum bemerkt, im wichtigen Bankenindex verändert. Bekanntlich waren es die Banken und die Finanztitel, die weltweit erst die Indizes in den Abgrund und im Frühling auf den Pfad der Erholung führten. Deshalb hält derzeit die Masse der Anleger den Bankensektor für total überhitzt und allenthalben wird vor einer Übertreibung gewarnt. In Wahrheit ist aber das Gegenteil der Fall. Während der von mir favorisierte Bullish Percent Index für den breiten Aktienmarkt der NYSE bereits bei überhitzten 74 % steht, handelt der selbige Sektorindex für die Banken bei gesunden 60 % und baut nach seiner Konsolidierung wieder relative Stärke auf. Dies ist ein untrügliches Zeichen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit die Banken weiter haussieren und auch andere Sektoren mitziehen werden. 

 Banken Index

Der Chart des Bankenindex zeigt uns, dass an der Börse ALLES möglich ist - vor allem das  Unmögliche und das Unerwartete. Kurse fallen tiefer als man denkt, und jede bereits „heiß” gelaufene Aktie kann von den Bullen noch höher getrieben werden. Auch nach der fast Verdreifachung des Index bleibt der Aufwärtstrend intakt. Knapp oberhalb der „bullish-supportline” übernahmen die Bullen Mitte Juli wieder das Ruder und generierten sogar ein sehr starkes frisches Kaufsignal in Form eines mehrfachen Ausbruchs. Allerdings wandert der Index nun in eine Widerstandszone aus dem vergangenen Herbst, die aber keineswegs unüberwindbar erscheint. Ganz im Gegenteil legt das Chartbild ein mittelfristiges Kursziel von über 60 nahe, auch wenn das fundamental derzeit utopisch erscheint. Point & Figure Charts „lügen” nur selten und nichts ist unmöglich!

Schweizer Aktien interessanter als Löcherkäse

 Investoren, die von der weiteren Erholung des Bankensektors überzeugt sind, sollten aber nicht nur auf Sektorzertifikate, ETF’s und die Aktien der internationalen Großbanken achten.

Ich empfehle Ihnen aus mehreren Gründen, einen Blick auf den Schweizer Aktienindex SMI zu werfen. Denn während die Nasdaq in der Hausse als Leitindex etabliert ist, kommt in schwierigen Situationen dem SMI die Rolle eines wichtigen Risiko-Indikators zu. Dies könnte daran liegen, dass sich hier die cleversten Investoren der Welt tummeln und weniger heißblütige Trader wie bsw. im DAX.

Der SMI ist aber auch wegen seiner Zusammensetzung, bzw. Sektorgewichtung interessant. Denn neben seiner sprichwörtlichen Bankenlastigkeit sind hier auch die Sektoren Finanzen und Versicherungen sowie Pharma und Gesundheit hochgewichtet.  Gerade die defensiven Branchen haben bisher kaum an der Rallye teilgenommen und bauen jetzt wieder relative Stärke auf. Alle diese Argumente sprechen für Engagements im SMI!

 

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Mit einem dynamischen Ausbruch hat sich der SMI aus der Seitwärts-bewegung bei 5.500 Punkten befreit und sogar die Widerstände bei 5.900 im ersten Versuch geknackt. Ich will keinesfalls Euphorie auslösen oder alle Vorsicht fallen lassen. Aber das Chartbild des SMI macht Mut und Hoffnung, dass die Wirtschaftskrise schneller gelindert wird als wir kürzlich nur zu träumen wagten. Auch wenn hier eine baldige Konsoli-dierung zu erwarten ist, tippe ich auf mittelfristige Kursziele jenseits der 6.500 Punkte im kommenden Winter.

Noch ein Satz zum breiten Markt aller gehandelten Aktien jenseits der Indizes. Ohne Zweifel befinden wir uns in einem überhitzten Marktzu-stand, aber es gibt noch kein Verkaufssignal.

Mit sommerlichen Grüßen

Ihr Klaus Buhl

Kategorien: P&F-Technik, US-Börsen
Author: Klaus Buhl

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

 

die Sonne scheint weiter über Deutschland und den inter-nationalen Börsenplätzen und sollte doch eigentlich die Herzen der Anleger erwärmen. Wenn ich aber morgens die Schlagzeilen der Marktberichte überfliege, erhalte ich den Eindruck, dass sich die meisten Anleger und Kommentatoren daran kaum erfreuen. Die meisten Anleger erscheinen mir unzufrieden, weil sie nur gering investiert sind und jetzt das Beste verpassen. Die Analysten und Kommentatoren wiederum sind nicht zufrieden, da sie mit ihrem zyklischen Pessimismus wieder einmal nicht „Recht” bekommen haben und nun kläglich vorgeführt werden. Gerade für Journalisten und Fernseh-Moderatoren ist es offenbar noch viel schwieriger als für uns Anleger (für uns ist es schon schwer genug), zu begreifen, dass sich die Kursentwicklung erstaunlich lange von der Konjunktur abkoppeln kann. Oder einfacher: Börsen schwanken ständig um ihren fairen Wert und bilden diesen nur selten exakt ab!

Daher halte ich die Lektüre von herkömmlichen Marktkommentaren für Anleger auch nicht für besonders hilfreich. Auch aus dem Grund, da die Medien mit Angst und Pessimismus gute Quoten machen. Erfolgreiche Investoren „kaufen” daher keine Angst, sondern orientieren sich strikt an ihren vorab definierten Handelsregeln. 

 

Meiner Meinung nach ist der gegenwärtige Aufwärts-Impuls, der Mitte Juli begann, bereits in einem reifen Stadium. Um die Anfälligkeit eines Aufwärtstrends für Gewinnmitnahmen zu überprüfen, richte ich mich vor allem nach dem „inneren Markt”, den ich hier auch schon mehrfach angesprochen habe. Aktuell bewegen wir uns nach diesem Modell, mit dem ich im wesent-lichen die Fonds-Depots meiner Kunden steuere, allmählich in einer leicht erhitzten Marktphase, wobei es aber noch keine konkreten Verkaufssignale gibt. Nach wie vor gewinnen die meisten Sektoren an relativer Stärke gegen den breiten Markt und die Nachfrage dominiert zweifelsfrei! Da aber die Monate August und September nicht gerade zu den positiven für Aktien zählen, empfehle ich Ihnen einen Blick auf den Goldsektor zu riskieren. Denn in fast allen Marktphasen gibt es immer irgendwo einen Bullenmarkt!

  

Gold hinkt der Preisentwicklung (noch) hinterher

 

Einer der Sektoren mit einem ausgeprägten „Eigenleben” ist der Goldsektor, in dem die wichtigsten in den USA gehandelten Minenbetreiber und Explorer enthalten sind. Seit Mai etwa hat der Goldpreis und die Entwicklung der Goldaktien viele Anleger eher enttäuscht. Hauptgründe dafür waren neben Gewinnmitnahmen die abnehmende Risiko-Scheu und der kurzzeitig festere US-Dollar - dies sind zumindest die vom „Mainstream” am häufigsten genannten Gründe. Ich habe allerdings dazu eine etwas differenzierte Meinung und denke, dass der Minensektor kurz vor seiner Wiederentdeckung steht.

Meiner Meinung nach ist es kein Zufall, dass in Marktphasen, in denen die großen Blue-Chips gut laufen, Goldaktien weniger nachgefragt werden. Denn dann ist die Stimmung gut und Investoren haben weniger Absicherungs- und Diversifizierungsbedarf in defensiven Sektoren.

Sollten Standardaktien jetzt etwas konsolidieren, würden viele Investoren ihren Blick wieder auf den Goldsektor richten

Die Masse der Anleger betrachtet Gold reflexartig als Krisengewinner. In Wahrheit ist Gold aber ein Wohlstandsmetall und entwickelt sich langfristig am besten, wenn die Konjunktur „brummt” und vor allem die Bevölkerung der asiatischen Schwellenländer genügend nachfragen kann. Aber auch in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise hat Gold einen besonderen Charme - egal ob diese nun hinter uns liegen sollte oder uns noch eine Weile erhalten bleibt!

Falls sich die aktuelle konjunkturelle Bodenbildung als erfolgreich erweist, wird dies wahrscheinlich nur unter erheblichen inflationären Entwicklungen möglich sein, was natürlich Sachwerten wie Gold sehr förderlich sein wird. Umgekehrt denken die Zentralbanken heute noch nicht einmal daran, die immense Liquidität wieder aus den Märkten zu holen, was den US-Dollar weiter schwächen und Edelmetalle stärken sollte. Daher wird Gold im positiven wie auch im negativen Fall zu den Gewinnern gehören. Natürlich ist es auch kein Nachteil, dass die Chinesen mit allen Mitteln ihre Abhängigkeit vom Dollar mindern und derzeit eher in Rohstoffe und Edelmetalle investieren als in US-Staatsanleihen.  Es ist kein Zufall, dass binnen weniger Jahre die chinesischen Goldbestände auf etwa 1.050 Tonnen aufgestockt wurden und erst kürzlich die „China Gold Association” erklärte, den Besitz von 5.000 Tonnen Gold anzustreben! Last but not least haben sich in den vergangenen Wochen die Industriemetalle bereits sehr gut entwickelt und sollten den Goldpreis nun nach sich ziehen.

Es gibt also einige gute Gründe dafür, dass die Goldwerte wieder stärker in den Fokus der Anleger geraten könnten.

Der Goldsektor als P & F-Chart

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Gut erkennt man den Aufwärtstrend des Philadelphia Gold & Silber Index in diesem Jahr, obwohl der positive Eindruck jüngst in Gefahr war. Ebenfall sieht man, dass die wichtigsten Widerstände bei 142 überwunden wurden. Wichtig ist die wieder aufsteigende blaue „bullish support-line”, entgegen der man niemals investieren sollte. Interessant ist hier das Fehlsignal im Juli, welches Sie im rechten Bereich an der langen O-Säule erkennen, die die vorhergehende O-Säule um ein Kästchen unterschritt. Nur zu Erinnerung: P&F-Charts zeigen das Verhältnis von Angebot und Nachfrage unabhängig von der Zeit. Nur zur besseren Orientierung zeichnet man unten die Jahreszahlen ab und innerhalb der Säulen die Monate. Die 7 steht für den Juli, 8 für August. Die Monate Oktober bis Dezember werden mit den Buchstaben A, B und C bezeichnet.

Nach dem Fehlsignal, welches ja auch übrigens in den anderen Aktiensektoren die Bären zum Eindecken zwang und die Indizes nach oben schießen ließ, zeigte sich sofort eine lange X-Säule, die den Nachfrage-Überhang darstellt. Rasch wurde auch der kurzfristige Abwärtstrend im Index in Form der „bärischen Widerstandslinie” überwunden. Vor allem seit dem positiven  Test dieser Linie von oben liegt der Ball nun wieder eindeutig im Spielfeld der Bullen. Positiv ist auch die jüngste Formation, die in der „Point & Figure-Sprache” als Bruch eines Doppeltops bezeichnet wird. Aus dieser Formation heraus ergibt sich für den Index, der momentan bei ca. 153 handelt, ein Kurspotential von etwa 30 % bis in den Bereich von 200 Indexpunkten. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um ein zwingendes Kursziel, aber um eine sehr gute Tendenz mit einem hohen Erwartungswert.

Für ein Engagement direkt auf den Index oder auf einzelne Titel des Sektors, spricht auch dessen „Sektor Bullish Percent”, der noch weit von einer Überhitzung entfernt ist (hier nicht abgebildet)  

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Engagements und ein sonniges Wochenende.

Herzliche Grüße

Ihr Klaus Buhl

Der Autor richtet für seine Kunden individuelle strategische Fonds-Depots ein und gibt auf seiner Seite wertvolle Tipps, wie man die Indizes dauerhaft schlägt!