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Author: Christian Grabbe

Sicherheit und Rendite

Der Anstieg der Volatilität macht Konditionen von Bonuspapieren attraktiv. Deep-Bonus-Zertifikate machen mit einem großen Sicherheitspuffer Anleihenrenditen Konkurrenz.

Die europäische Staatsschuldenkrise lastet wie ein großer Schatten über den Finanzmärkten. Es vergeht kaum ein Tag ohne Hiobsbotschaften. Die Schlappe von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen und das Rücktrittsgesuch des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte nach den geplatzten Haushaltsverhandlungen haben in der vergangenen Woche an den Finanzmärkten die Verunsicherung der Anleger deutlich verstärkt. Die angespannte politische Lage in Europa und die starken Renditeaufschläge bei spanischen und italienischen Anleihen trieben die Anleger in den sicheren Hafen der Bundesanleihen. Im dritten Jahr der europäischen Schuldenkrise erreichte der Bund-Future mit Juni-Fälligkeit mit einem Niveau von 141,38 Prozent einen Rekordstand. Die zehnjährigen Bundesanleihen setzten ihren Kursanstieg fort, sodass die Rendite mit 1,63 Prozent ein Rekordtief erreichte. Spanische Anleihen werfen dagegen rund 6 Prozent ab. Der Markt preist ein entsprechendes Ausfallrisiko ein. Das wurde in der vergangenen Woche durch die Abstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens um zwei Stufen von „A“ auf „BBB+“ deutlich. Zudem ist der Ausblick negativ. Es droht damit eine weitere Herabstufung.

Die Erosion der Bund-Renditen hat sich in den vergangenen Wochen über alle Laufzeiten den fortgesetzt. So wurde bei der Auktion deutscher 30-jähriger Anleihen ein Kupon von 2,5 Prozent ausgerufen. Erstmals lagen die Kuponzinsen unter 3 Prozent. Die Vorgängeranleihe hatte noch einen Kupon von 3,25 Prozent. Bei den Bundespapieren mit kurzen Laufzeiten von zwei Jahren sank die Rendite auf 0,14 Prozent jährlich.

Geht es nach Albert Edwards und Dylan Grice, Chefstrategen von Société Générale, werden wegen der lockeren Geldpolitik der Notenbanken die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 1 Prozent fallen, diejenigen deutscher Bundesanleihen auf 0,75 Prozent. Edwards und Grice erwarten aber, dass der Trend dreht und die Renditen wieder steigen werden – wie das in Japan bereits der Fall ist. Doch bis der Trend dreht, werden wohl noch einige Monate vergehen. Diese Phase ist für Anleger allerdings wenig befriedigend. Als Anleihenalternativen eignen sich Deep-Bonus-Zertifikate auf Indizes, die je nach Bonität des Emittenten und Underlying deutlich höhere Renditen abwerfen als An leihen. So wirft das Bonuszertifikat der Royal Bank of Scotland auf den Euro STOXX 50 Preisindex (DE000RBS3CU4)mit einem Bonuslevel bei 3.603,90 Zählern innerhalb der Laufzeit von 5 Jahren eine Rendite von durchschnittlich 7,2 Prozent jährlich ab. Umin den Genuss dieser Rendite zu kommen, darf der Kurs des Euro STOXX 50 nicht das Knock-in-Niveau bei 677,85 Punkten, also 71 Prozent unter dem aktuellen Indexkurs, triggern. Ein Puffer in dieser Größenordnung sollte als Sicherheit ausreichend sein. Das Produkt ist ohne Cap, der Anstieg über das Bonus-Level ist also nicht limitiert.

Eine deutlich bessere Bonität als der Konkurrent bietet die Credit Suisse. Von Moody’s und Fitch wird die Kreditwürdigkeit mit Aa1bzw. AA– bewertet. Das Deep Bonus 30 122 Plus (3) Zertifikat auf den Euro STOXX 50 (DE000CS8ACW8) bietet bei einer Laufzeit von viereinhalb Jahren eine Bonusrendite von 6,85 Prozent p.a. Das Bonuslevel liegt bei 3.270,71 Punkten. Das Knock-in-Level liegt bei 784,97 Zählern und damit 66,5 Prozent unter dem aktuellen Indexniveau. Das Produkt ist ebenso wie das Konkurrenzpapier ohne Cap. Steigt der europäische Leitindex am Ende über das Bonusniveau von 3.270,71 Punkten, partizipiert der Anleger ohne Obergrenze an dem Anstieg.

Höhere Renditen lassen sich mit Produkten auf Einzelaktien erzielen, aber wegen der tendenziell höheren Volatilität ist auch das Risiko höher. Wie bei allen Bonuspapieren gilt: Wird die Barriere bzw. das Knock-in-Level getriggert, verwandeln sich die Bonuszertifikate in Partizipationszertifikate ohne Bonusanrecht und Dividendenanspruch. Der Anleger partizipiert dann auch eins zu eins an den Verlusten des Kursindex. Ein geringeres Risiko eines Schwellenereignisses während der Laufzeit versprechen die Last-Minute-Bonus-Zertifikate der BNP Paribas. Die für die Bonuszahlung wichtige Barriere ist nur am Ende der Laufzeit an einem bestimmten Bewertungszeitpunkt aktiv. Damit hat der Anleger eine größere Chance auf den Bonus, da das Risiko eines Schwellenereignisses während der Laufzeit entfällt. Das Bonus-Zertifikat auf den Euro STOXX 50 (DE000BP3F889) hat einen Bonuskurs bei 2.658,11 Punkten, die Barriere liegt bei 1.145,76 Punkten. Das entspricht einem Puffer von 51 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Bei dem Last-Minute-Bonus-Zertifikat ist die Barriere nur noch beim Schlussabrechnungspreis an den Terminbörsen für Optionen am Bewertungstag scharf. Notiert der Kurs also am Bewertungstag, dem15. April 2016, über der Barriere von 1.145,76 Zählern, zahlt die BNP Paribas einen Betrag von mindestens 116 Euro zurück, was einer Rendite von 15,7 Prozent bzw. 3,7 Prozent p.a. entspricht. Steigt der europäische Leitindex am Ende über das Bonusniveau von 2.658,11 Punkten, partizipiert der Anleger ohne Obergrenze an dem Anstieg. Wenn es allerdings zum Schwellenereignis kommt, wandelt sich das Produkt in ein Partizipationszertifikat. Der Anleger partizipiert dann eins zu eins an den Verlusten des Kursindex.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

Disclaimer

Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.

Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.

Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

Durch das Zurverfügungstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument “Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft” das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltenen weiteren Links übernehmen.

Copyright © 2011: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.

Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Lurgiallee 12, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen.

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Ängste essen Kurse auf

Die Furcht vor der Staatsschuldenkrise schwächt erneut die Aktienmärkte. Schwache Anleihenmärkte in Italien und Spanien drücken auf die Stimmung. Reverse-Bonus-Zertifikate bieten attraktive Renditen.

Die Angst vor der Staatsschuldenkrise ist an die Finanzmärkte zurückgekehrt. Nachdem Griechenland an den Märkten kein Thema mehr ist, sind andere Krisenstaaten ins Visier der Märkte geraten. Anleger trauen dem panischen und dem italienischen Staat nicht über den Weg. Daher können beide Länder ihre Anleihen nur zu steigenden Zinsen unterbringen. Die Rendite für zehnjährige spanische Staatsanleihen ist mit 5,994 Prozent der kritischen Marke von 6 Prozent wieder näher. Spanien hatte 2011 sein Defizitziel weit verfehlt und muss angesichts der Rezession 2012 mehr Schulden machen als geplant. Auch Portugal ist vollständig abhängig von Hilfsgeldern. Es gibt seit zwölf Monaten keine Bankmehr in der Welt, über die sich die portugiesischen Finanzinstitute im Interbankenmarkt Geld leihen können. Daher haben sich Portugals Banken von der Europäischen Zentralbank (EZB) so viel Geld geliehen wie noch nie zuvor. Im vergangenen Monat liehen sie sich von der EZB 56,3 Mrd. Euro, was 18 Prozent über dem Niveau vom Vormonat liegt. Das Volumen lag sogar noch über dem bisherigen Rekordstand von 49,1 Mrd. Euro vom August 2010.

Wegen der sich häufenden negativen Nachrichten haben sich viele Anleger von den Aktienmärkten zurückgezogen. Der DAX hat in den vergangenen Wochen rund 600 Punkte auf 6.600 Zähler verloren. Damit liegt er im laufenden Jahr zwar 15 Prozent im Plus, aber die Markttechnik hat sich deutlich verschlechtert. Darüber hinaus ist die Volatilität deutlich angesprungen. Noch stärker als den deutschen Aktienmarkt hat es die Aktienmärkte in Mailand und Madrid erwischt, die an manchen Tagen in der vergangenen Woche bis zu 5 Prozent verloren. Gemessen am FTSEMIB Index verloren italienische Aktien in den vergangenen vier Wochen 8,5 Prozent, der spanische IBEX 35 liegt 9,4 Prozent im Minus. Im laufenden Jahr sind die Kurse der spanischen Aktien allerdings bereits um 12,2 Prozent zurückgegangen. Geht es nach Joseph E. Stiglitz, dem US-Ökonom und Nobelpreisträger, wird der Sparzwang in den Krisenstaaten Europa in eine Rezession stürzen. Auch Großinvestor George Soros warnte jüngst davor, dass sich die Euro-Krise sogar verschärft hat. Anleger, die von einer weiteren Unsicherheit an den Aktienmärkten ausgehen, können mit Reverse-Bonus-Zertifikaten von der aktuellen Marktphase profitieren. Diese Produkte entwickeln sich spiegelbildlich zu den klassischen Bonuspapieren. Vorteilhaft sind fallende oder sich seitwärts bewegende Aktienkurse. Dank der gestiegenen Volatilität haben sich die Kennzahlen von Bonuszertifikaten in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Bei Reverse-Bonus-Zertifikaten befinden sich im Gegensatz zu der klassischen Struktur die Barrieren oberhalb des aktuellen Kursniveaus. Das Recht auf die Zahlung eines Bonus erlischt allerdings, wenn der Kurs des Index oder der Aktie die Barriere verletzt. Dann wandelt sich das Produkt in ein klassisches Partizipationszertifikat. Der Verlust entspricht dem Prozentsatz, um den der Basiswert zulegt.

Konservativen Anlegern, die mit einer länger anhaltenden Korrektur rechnen, bietet die Deutsche Bank ein Reverse-Bonus-Zertifikat mit Cap auf den DAX (DE000DE97E35) mit einer Laufzeit von lediglich knapp neun Monaten an. Die Barriere des DAX-Reverse-Bonus-Zertifikats befindet sich mit 8.000 Punkten oberhalb des aktuellen Kursniveaus. Das entspricht einem Sicherheitspuffer von ca. 20 Prozent. Verletzt der deutsche Leitindex diese Barriere bis zum Laufzeitende im Dezember 2012 nicht, zahlt die Deutsche Bank mindestens eine Rendite von 6,5 Prozent. Das entspricht einer Rendite von 8,9 Prozent p. a. Sollte der DAX unter das Bonus-Level von 6.392 Punkten fallen, partizipiert der Anleger wegen des Caps nicht mehr an der Kursentwicklung des DAX. Verletzt der Index die Barriere bei 8.000 Punkten, erlischt das Recht auf die Zahlung eines Bonus und das Produkt wandelt sich in ein Partizipationszertifikat um. Der Verlust entspricht dem Prozentsatz, um den der Index zulegt, der Wert entwickelt sich also spiegelverkehrt zum klassischen Bonuspapier. Neben dem üblichen Emittentenrisiko bei den Zertifikaten hat der Anleger das Risiko, dass es zu einem kräftigen Anstieg des Aktienmarktes kommt, er das Anrecht auf den Bonus verliert und spiegelverkehrt zu den Gewinnen des DAX Verluste macht. Positiv ist bei dem Produkt, dass ein Abgeld von sogar 2 Prozent besteht.

Ein Capped-Reverse-Bonus-Zertifikat von Goldman Sachs auf den Euro STOXX 50 (DE000GS83HE7) mit einer Knock-in-Schwelle bei 2.700 Punkten wirft bei einer Fälligkeit Ende Dezember dieses Jahres aktuell eine Rendite von 8,4 Prozent bzw. 12,5 Prozent p. a. ab. Das Knockin-Niveau liegt also knapp 23,8 Prozent vom aktuellen Kursniveau entfernt. Eine höhere Rendite ist allerdings nicht möglich. Das Abwärtspotenzial ist durch einen Cap bei 2.000 Zählern limitiert. Reverse- Bonus-Zertifikate mit Cap bieten ein geeignetes Chance-Risiko- Verhältnis. Das Aufgeld liegt bei diesem Produkt bei rund 5 Prozent.

Da die Banken vieler Krisenländer gezwungen waren, die Staatsanleihen des eigenen Landes zu kaufen, leiden sie natürlich unter dem Einbruch der Anleihenkurse. Daher sind die Kurse der Finanzwerte deutlich unter Druck. Goldman Sachs hat ein Bonus-Zertifikat mit Cap auf den STOXX 600 Banken (DE000GS9TRR0) im Angebot, das bei einer Fälligkeit im Dezember dieses Jahres eine Rendite von 6,3 Prozent bzw. 8,8 Prozent jährlich abwirft. Das Knockin-Level liegt bei 180 Zählern und damit rund 29,5 Prozent über dem aktuellen Kurs. Der Cap liegt bei 135 Punkten. Auch hier besteht ein Abgeld von 2,6 Prozent.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

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Mit Spread-Optionsscheinen auf Platin wetten

Gold ist derzeit deutlich teurer als Platin. Das war zuletzt Anfang der 80er Jahre so. Anleger können mit Spread-Optionsscheinen auf eine Einengung spekulieren oder direkt auf einen Anstieg des Platinpreises setzen.

Platin ist 15-mal seltener als Gold. Daher wird das silbrige Schwermetall normalerweise mit einem Aufpreis Zum gelben Edelmetall gehandelt. Aber die wachsenden Sorgen über die Staatsschuldenkrise haben den Goldpreis in den vergangenen zwölf Monaten um 26,5 Prozent steigen lassen, der Platinpreis sank dagegen im selben Zeitraum um mehr als 8 Prozent. Der Gold-Platin-Spread liegt nun bei 62 Dollar, das Gold-Platin-Ratio bei 1,03. Der Goldpreis wird also mit einer Prämie gegenüber dem Platinpreis gehandelt.

Gold ist eigentlich eine defensive Anlageklasse, die allerdings besonders in Zeiten wirtschaftlicher Probleme an Glanz gewinnt. Da Platin vor allem bei der Herstellung von Katalysatoren für Autos und Industrie sowie andere industrielle Zwecke genutzt wird, ist die Beziehung zwischen der konjunkturellen Entwicklung und dem Platinpreis sehr eng. Die Furcht vor einer erneuten Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft und einer Eskalation der Staatsschuldenkrise in Europa ist daher sicherlich ein Grund, wieso Gold gegenüber Platin mit einem Aufpreis gehandelt wird. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich der Spread nur selten umgekehrt. In den vergangenen Monaten hat sich der Spread stark zugunsten von Gold ausgeweitet. Das war zuletzt im Oktober 2008 der Fall. Im September vergangenen Jahres wurde Gold ebenfalls mit einem kräftigen Aufpreis gehandelt, weil die Anleger wegen der überkochenden Schuldenkrise in Europa Kapital in den vermeintlich sicheren Hafen Gold umschichteten und der Platinpreis wegen der Angst vor einer Konjunkturabkühlung zurückging. Im Oktober vergangenen Jahres fiel der Platinpreis gegenüber Gold sogar um 162 Dollar zurück. Wegen der Rallye an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen hat sich der Spread gegenüber Platin um 80 Dollar vermindert. Solche Extreme wurden zuletzt im Oktober 1982 gesehen. Mit Ausnahme einer neunmonatigen Phase Anfang 1981 schnellte der Platinpreis relativ schnell über den Goldpreis. Diejenigen, die damals Platin gekauft und Gold verkauft haben, konnten von dieser Entwicklung überdurchschnittlich profitieren.

Eine Reihe von Experten erwartet, dass der Spread abgebaut wird. Eine überschießende Inflation sei nicht in Sicht, heißt es. Außerdem sind die Zahlen des US-Wirtschaftswachstums positiv. Für Anleger, die auf eine relativ bessere Wertentwicklung von Platin gegenüber Gold setzen wollen, bietet Goldman Sachs beispielsweise einen Call-Optionsschein auf den Platin-Gold-Spread (DE000GS897S4) an. Mit diesem Call-Optionsschein kann der Anleger überproportional davon profitieren, dass die Differenz aus dem Platin- und dem Gold-Spotpreis größer wird. Im Prinzip verbrieft der Optionsschein eine Long-Position in dem Spotpreis einer Feinunze Platin und einer Short-Position auf den Spotpreis einer Feinunze Gold. Der Basispreis liegt bei 800 Euro bzw. entsprechend des Bezugsverhältnisses bei 8 Euro. Ist Platin 50 Dollar teurer als Gold, liegt der Kurs des Optionsscheins bei 8,50 Euro. Notiert Gold – wie aktuell – 67 Dollar höher als das silbrige Schwermetall, liegt der Optionsschein bei 7,83 Euro. Wenn also das gelbe Edelmetall relativ gegenüber Platin teurer wird, macht der Anleger Verluste. Er hat zudem das Risiko, dass der Call-Optionsschein wertlos verfällt, wenn der Referenzpreis auf oder unter den Basispreis fällt. Mit einem Put auf den Spread (DE000GS897X4), dessen Basispreis bei 800 Euro liegt, kann er auf eine Ausweitung des aktuellen Spreads setzen. Beide Optionsscheine sind gegenüber Währungsschwankungen des Dollar gegenüber dem Euro geschützt.

Für Anleger, die direkt auf einen absoluten Anstieg des Platinpreises setzen wollen, bietet die Deutsche Bank einen Wave Call auf Platin (DE000DE2GJE6) mit einem Knock-out-Level von 1.442,67 Dollar an. Mit diesem kann der Anleger mit einem Hebel von 7 die steigenden Kurse von Platin verstärken. Da Totalverluste drohen, wenn der Platinpreis das Knock-out-Level berührt, das 13,4 Prozent unter dem aktuellen Kurs liegt, ist ein strenges Risikomanagement notwendig. Nach Ansicht von Analysten ist es positiv, wenn es zu einer Annäherung des Gold-Platin-Spreads kommt. So stieg der S&P 500 in den darauffolgenden zwölf Monaten um mehr als 30 Prozent, nachdem der Platin-Gold-Spread im September 1982 mit einemNiveau von 130 Dollar seinen Höhepunkt erreicht hatte. Bis zum Schwarzen Montag 1987 stieg der Markt nach Angaben von Reuters sogar um 150 Prozent. Der Optimismus der Analysten für den Aktienmarkt ist gestiegen. So hat beispielsweise Andrew Garthwaite von Credit Suisse zuletzt sein Kursziel für 2012 von 1.260 auf 1.340 Dollar angehoben und das Risiko für eine Rezession der US-Wirtschaft von 35 auf 25 Prozent gesenkt.

Für konservative Anleger bietet die Royal Bank of Scotland ein Bonus-Zertifikat auf den S&P 500 (DE000AA4BKA6) an, das bei einer Laufzeit bis März 2013 eine Rendite von 10,7 Prozent jährlich bringt, wenn der US-Leitindex die Marke von 1.050 Punkten nicht verletzt. Der Sicherheitspuffer beträgt also 21 Prozent. Die Deutsche Bank hat ein Indexzertifikat auf den S&P 500 Composite (DE0007093361) im Angebot, mit dem der Anleger an einem Anstieg des US-Leitindex partizipieren kann. Die Laufzeit ist unbegrenzt. Das Produkt ist allerdings ohne Währungsabsicherung, sodass der Anleger theoretisch auch an einer Aufwertung des Dollar gegenüber der europäischen Einheitswährung Euro profitieren kann. Allerdings besteht kein Sicherheitspuffer, sodass der Anleger auch an den Verlusten partizipiert.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

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Dividendenperlen für hektische Zeiten

Dividendenzahlungen sind ein wichtiger Teil des Gesamtertrages einer Aktienanlage. Sie dienen zudem als Sicherheitspuffer bei Kursverlusten. Dividendenperlen performen häufig besser als der Gesamtmarkt.

ThyssenKrupp und Siemens haben den Dividendenreigen im Januar eröffnet. Weitere 28 Unternehmen aus dem DAX werden in den kommenden Wochen folgen. Der Höhepunkt der Ausschüttungen folgt im Mai und Juni dieses Jahres. Es wird von den Analysten geschätzt, dass die Blue Chips der deutschen Unternehmenslandschaft 2012 wahrscheinlich 26,9 Mrd. Euro an ihre Aktionäre zahlen. Das liegt in Schlagweite der Rekordzahlungen in Höhe von 27,5Mrd. Euro im Jahr 2007. Durchschnittlich 4,2 Prozent beträgt die Dividendenrendite der Blue Chips Im DAX laut Bloomberg. Nachdem die neuesten Daten anzeigen, dass der Konjunkturpessimismus des vergangenen Jahres nicht berechtigt ist, steigt auch die Hoffnung, dass die Dividendenzahlungen in den kommenden Jahren höher ausfallen werden. Seit dem Tief im Dezember befinden sich die Dividendenfutures wieder im Aufwind. Dividendenzahlungen tragen zu einem nicht unerheblichen Maß zu der Gesamtrendite einer Aktienanlage bei. Lange Untersuchungsreihen am amerikanischen Aktienmarkt, die bis zu 200 Jahre zurückreichen, sprechen von einem Anteil von bis zu 66 Prozent an der Gesamtrendite. Aber auch auf kürzere Zeiträume haben die Unternehmen, die hohe Dividendenrenditen aufweisen, Performance-Vorteile. Im vergangenen Jahr konnten die Top-Dividendenzahler aus dem S&P 500 mit Renditen von 4 Prozent eine Performance von durchschnittlich 8 Prozent erzielen. Der breite Gesamtmarkt ging zu unveränderten Kursen gegenüber dem Vorjahr aus dem Handel. Darüber hinaus dienen hohe Dividendenrenditen als Sicherheitspuffer in volatilen Zeiten.

Für Anleger, die von den steigenden Dividendenerwartungen am amerikanischen Aktienmarkt profitieren wollen, bietet die Société Générale das Dividend Stars USA Index-Zertifikat (DE000SG0EDH2) an, das auf zehn amerikanische Blue Chips mit den höchsten Dividendenrenditen setzt. Der Index enthält zehn gleich gewichtete Werte. Darunter befinden sich Unternehmen wie Du Pont, Johnson & Johnson und AT&T. Das Zertifikat kam in den vergangenen zwölf Monaten auf einen erstaunlich hohen Gewinn von 23 Prozent. Über drei Jahre liegt er bei fast 75 Prozent. Das Zertifikat profitierte in den vergangenen Monaten auch von der kräftigen Aufwertung des Dollar. Eine Alternative stellt das STOXX Americas Select Dividend 40 Return-Zertifikat der HypoVereinsbank (DE000HV5ADB6) dar, das in den vergangenen zwölf Monaten eine Performance von 17,2 Prozent erzielt hat. Über drei Jahre liegt das Plus sogar bei 98,50 Prozent. Auch die asiatischen Aktienmärkte besitzen dividendenstarke Werte. Das zeigt auch das Partizipationszertifikat der Royal Bank of Scotland auf den DJ Asia Select Index (NL0000623759). In den vergangenen drei Jahren erreichte es einen Gewinn von 136,2 Prozent. Auf Jahressicht konnte es sich allerdings nicht der Korrektur an den asiatischen Aktienmärkten entziehen und musste Einbußen von 3,6 Prozent hinnehmen. Wegen der niedrigen Bewertung asiatischer Aktien lohnt es sich, einen Blick auf dieses Zertifikat zu werfen.

Für Anleger, die von den Aussichten des europäischen Marktes überzeugt sind, bietet Goldman Sachs ein Partizipiationszertifikat auf den Euro STOXX 50 Index 12/2012 Dividenden Future (DE000GS1ZZ29) an. Dieser Kontrakt bezieht sich auf die Dividendenperiode, die im Dezember 2011 begonnen hat und im Dezember 2012 endet. Wenige Wochen vor dem Laufzeitende errechnet sich der Zertifikatekurs aus den Dividendenzahlungen der Euro-STOXX-Unternehmen einerseits und den Erwartungen für die Dividendenzahlungen im darauf folgenden Jahr andererseits. In den vergangenen vier Wochen erzielte das Zertifikat einen Gewinn von 7 Prozent. Einen deutlich stärkeren Anstieg wies in den vergangenen Wochen das Zertifikat auf den Euro STOXX 50 Index 12/2013 Dividenden Future (DE000GS1ZZ37) auf. Es brachte dem Anleger ein Plus von mehr als 11 Prozent.

Konservative Investoren haben die Chance, über ein Zertifikat der Commerzbank auf den DivDAX Performanceindex (DE000CB52598), der die 15 DAX-Werte mit der höchsten Dividendenrendite enthält, auf Dividendenpapiere zu setzen. Dabei werden auch die Dividendenzahlungen berücksichtigt. In den vergangenen drei Jahren schlug der DivDAX den DAX um 5 Prozentpunkte. Es gibt aber noch einige andere Dividendenstrategien, die attraktive Renditen erzielen.

Seit Jahrzehnten bewährt hat sich die „Dogs-of-the-Dow-Strategie“. Die seit den Siebzigerjahren in den USA bekannte Investmentstrategie wählt am Jahresanfang die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus dem Aktienkorb von 30 Standardaktien des DowJones Index aus. Die Zusammensetzung wird zu Beginn des kommenden Jahres überprüft und das Portfolio mit den „Dividendenprotzen“ neu besetzt. Diese Strategie selbst umzusetzen, ist aufwendig. Aber die Bank of America/Merrill Lynch hat das German Top Twelve TR Zertifikat (DE000ML0C6Z8) im Angebot, das die „Dogs-of-the-Dow-Strategie“ verbrieft. Nach den Turbulenzen an den Kapitalmärkten musste der Anleger allerdings in den vergangenen zwölf Monaten einen Verlust von rund 18 Prozent hinnehmen. Grund sind die Versorger, die nach dem Atomstopp kräftige Verluste hinnehmen mussten. Im Dreijahreszeitraum blieb dem Anleger aber immer noch ein Gewinn von knapp 64 Prozent. Das Dividend Stars Germany Index-Zertifikat der Société Générale (DE000SG0EDK6), das sich aus den zehn höchstrentierenden DAX-Titeln zusammensetzt, kam auf vergleichbare Ergebnisse. Der Verlust von 15,1 Prozent über die vergangenen zwölf Monate zeigt, dass sich die Dividendenstrategien nicht dem Abwärtstrend am deutschen Aktienmarkt entziehen konnten. Knapp 49 Prozent ist der Gewinn über den Dreijahreszeitraum. Das ist deutlich schlechter als bei den amerikanischen Dividendenperlen.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

Disclaimer

Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.

Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.

Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

Durch das Zurverfügungstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument “Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft” das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltenen weiteren Links übernehmen.

Copyright © 2011: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.

Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Lurgiallee 12, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen.

Author: Christian Grabbe

Unternehmen im Dividendenrausch

Gesellschaften schütten so viel Dividenden aus wie selten zuvor. Die hohen Dividendenrenditen machen die Aktien gerade in turbulenten Börsenphasen attraktiv. Sie können auch als Sicherheitspuffer dienen.

Die Aktienmärkte sind nach dem steilen Fall in einer Erholungsphase. Die täglichen Kursschwankungen sind allerdings immer noch sehr hoch. Die Notierungen sind derzeit ein Spielball zwischen den Meldungen über die Staatsschuldenkrise und den guten Quartalszahlen. Investoren sind unsicher, welche Folgen ein Schuldenschnitt Griechenlands hat und die Sparkurse der Regierungen in Athen und Rom haben werden. Aufgrund der erhöhten Unsicherheit der Anleger steigt das Interesse an Aktien mit hohen Dividendenrenditen. Es ist durch viele Untersuchungen bekannt, dass Dividenden einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Rendite einer langfristigen Aktienanlage haben. Am US-Aktienmarkt stammt die durchschnittliche Rendite in den vergangenen zweihundert Jahren von durchschnittlich 7,8 Prozent p.a. zu fast 70 Prozent aus Dividendenzahlungen.

Die Dividendenrenditen machen mittlerweile den Staatsanleihen Konkurrenz. Denn die Bundespapiere werfen nur noch Magerzinsen ab. Während die zehnjährige Bundesanleihe nur noch eine Rendite von 1,71 Prozent jährlich bietet, kommen zweijährige Bundestitel auf einen Ertrag von 0,65 Prozent p.a. Anders dagegen bei den Blue Chips im DAX. Die RWE bietet ihren Aktionären eine Rendite von 11,9 Prozent, die Deutsche Telekom eine von 7,5 Prozent und Daimler eine von 6,2 Prozent. Noch beeindruckender ist die Ausschüttung der spanischen Telefonica. 11,4 Prozent ist die Schätzung der Analysten für das laufende Jahr, bereits für 2012 wird eine Dividendenrendite von 12,5 Prozent geschätzt. Mit diesen Renditen hängt der Aktionär die Erträge eines Besitzers einer Unternehmensanleihe um Längen ab. Bereits im laufenden Jahr liegt die Dividendenrendite im breiten Stoxx 600 bei 4,1 Prozent. Die Dividendenquote soll auch im kommenden Jahr deutlich wachsen. So steigern die Unternehmen im Stoxx 600 ihre Ausschüttungen nach Schätzungen der Agentur Bloomberg in den kommenden zwölf Monaten um 11 Prozent. Gleiches gilt auch für die USA. So erwarten die Analysten von Standard&Poor`s für den S&P 500 Index 13,1 Prozent höhere Dividenden als im Vorjahr. Auch wenn sich die Kurse an den Aktienmärkten auf Talfahrt befinden, sieht die wirtschaftliche Lage der Unternehmen besser aus als die Stimmung an den Aktienmärkten. Die Rezession in der Nach-Lehman-Brothers-Ära haben die Firmen dazu genutzt, sich schlanker aufzustellen und Schulden abzubezahlen. Durch die positive Entwicklung der Wirtschaft hat sich jetzt viel Cash angesammelt, an dem die Unternehmen ihre Aktionäre partizipieren lassen.

Für Anleger gibt es eine Reihe von Produkten, mit denen sie auf Dividendenstrategien setzen können. Recht einfach können sie beispielsweise mit einem Zertifikat der Commerzbank an der Wertentwicklung des DivDAX (DE000CB52598) partizipieren, der die 15 Unternehmen des DAX mit den höchsten Dividendenrenditen enthält. Die Zusammensetzung wird einmal jährlich den Marktverhältnissen angepasst. Dieser Strategieindex konnte in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Gewinn von 5,4 Prozent den DAX schlagen, der nur auf einen Verlust von 9,9 Prozent kam. Über den Zweijahreszeitraum sieht die Differenz von rund12 Prozentpunkten noch beeindruckender aus. Eine Optimierung der Auswahlkriterien bieten dagegen die Select-Dividendenindizes. Sie fügen quasi die dividendenstärksten Aktien mit bestimmten Zusatzbedingungen (nicht mehr als 60 Prozent des Gewinns ausschüttend, jährlich wachsende Gewinne) zusammen.

Die HypoVereinsbank bietet ein Zertifikat auf den Euro STOXX Sel.Div. 30 Performanceindex (DE000HV0EEV5) an, das über die zurückliegenden zwölf Monate einen Verlust von rund 1 Prozent machte. Der Euro STOXX 50 musste dagegen einen Verlust von fast 19 Prozenthinnehmen. Das Zertifikat der Royal Bank of Scotland auf den Asia Sel. Div. Performanceindex (NL0000623759) kommt im Einjahreszeitraum auf eine Performance von rund 5 Prozent, über zwei Jahre auf eine von mehr als 35 Prozent. Die HypoVereinsbank bietet einen Tracker auf den STOXX Americas Select Dividend 40 Return (DE000HV5ADB6) an, der von der Aufwertung des Dollar und den Kursgewinnen der Aktien profitiert. Die Addition beider Bewegungen führt zu einem Einjahresgewinn von 3,6 Prozent. Das Dividend Stars Germany Index-Zertifikat der Société Générale (DE000SG0EDK6), das sich aus den zehn höchstrentierenden DAX-Titeln zusammensetzt, kam über zwölf Monate auf eine Rendite von 4 Prozent. Es konnte damit den DAX schlagen. Über zwei Jahre bleibt dem Anleger sogar ein Gewinn von 17,5 Prozent.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

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Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

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Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument “Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft” das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

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Mit Sicherheitspuffer durch turbulente Marktphasen

Trotz guter Ergebnisse beim EU-Gipfel ist die Lage an den Märkten weiter unsicher. Anleger misstrauen Italien. Bonus-Pro-Zertifikate ohne Cap bieten Schutz in volatilen Zeiten. Barriere ist erst am Ende scharf.

Mit großen Kurssprüngen an den Aktienmärkten und beim Euro wurden in der vergangenen Woche die EU-Gipfelbeschlüsse von Brüssel gefeiert. Der DAX und der Euro STOXX 50 legten mehr als fünf Prozent zu. Am Ende blieb dem deutschen Leitindex eine Wochenperformance von 6,3 Prozent. Der VDAX, das Angstbarometer der Anleger, das sich aus den Optionen auf den DAX errechnet, rutschte von 40 Prozent auf 27 Prozent ab.

Doch diese Zahlen täuschen über die Misere bei der europäischen Staatsschuldenkrise hinweg. Die Hoffnung auf ein Ende der Krise währte nicht einmal 24 Stunden. Die Kurssteigerungen waren nach Meinung von Händlern keine echten Anlagekäufe, sondern wurden offensichtlich durch das Schließen von Leerverkaufspositionen verursacht. Bereits einen Tag später gingen die Märkte wieder zur Tagesordnung über und verzeichneten leichte Verluste. Die Versteigerung italienischer Anleihen wurde von den Anlegern mit Enttäuschung aufgenommen. Erst mit einer Rendite von 6,06 Prozent konnten die zehnjährigen Staatsanleihen an den Mann gebracht werden. Die Anleger zeigten sich misstrauisch, dass Premierminister Silvio Berlusconi seine Reformankündigungen umsetzt. Andernfalls dürfte das kommende Jahr zu einem Fiasko für Italien werden. Nach einer Analyse der DZ Bank werden 2012 italienische Staatsanleihen über 192Mrd. Euro und Geldmarktpapiere von mehr als 108Mrd. Euro fällig. Darüber hinaus kommen Zinszahlungen und die Finanzierung der Neuverschuldung von 53 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich entsprechend der Analyse der DZ Bank eine Neuverschuldung von 406 Mrd. Euro. Kein Wunder also, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble vor zu großer Gipfeleuphorie warnt. Seiner Meinung nach muss das Land unter der Regierung von Silvio Berlusconi zunächst das Haushaltsdefizit deutlich senken, den Schuldenstand drücken und die Wachstumskräfte stärken.

Nach der Erleichterungsrallye stellt sich die Frage, wie es an den Märkten weitergeht. Für Charttechniker ist es positiv, dass der DAX den Widerstand bei 6.283 Punkten hinter sich lassen konnte und so 50 Prozent der bisherigen Baisseverluste ausgleichen konnte. Darüber gibt es Widerstände im Bereich von 6.330 bis 6.380 und 6.500 Punkten. Unterstützung für den deutschen Aktienmarkt könnte es von der Quartalsberichtsaison auf beiden Seiten des Atlantiks geben oder gar die Andeutung der US-Notenbank, schon bald mit einer neuen Lockerung der Geldpolitik durch den Rückkauf von Staatsanleihen (Quantitative Easing) zu beginnen.

Die Unsicherheit an den Aktienmärkten macht Bonusstrukturen attraktiv. Dabei sind Papiere besonders von Interesse, bei denen es bei einem geringen Anstieg der Volatilität nicht zu einem Schwellenereignis kommt. Bei vielen der klassischen Bonuszertifikate ist es vor allem Ende August/Anfang September durch den Kurseinbruch zu einer Verletzung der Schwelle gekommen, so dass die Papiere ihren Bonus-Anspruch verloren haben.

Eine Alternative sind Bonus-Pro-Strukturen. Die Royal Bank of Scotland hat jüngst zwei Index-Bonus-Pro-Zertifikate auf den Euro STOXX 50 aufgelegt, bei denen die Barriere erst zum Laufzeitende gültig ist und ein Anstieg nicht durch einen Cap limitiert wird. Bei dem Produkt mit der Laufzeit bis zum Juni 2013 (DE000AA3Y2K8) liegt die Barriere bei 1.650 Punkten und damit rund 26,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs des europäischen Leitindex. Das Bonus-Niveau liegt bei 2.600 Punkten, was einer Rendite von 6,7 Prozent entspricht. Allerdings partizipiert der Anleger uneingeschränkt an einem weiteren Anstieg des Euro STOXX 50 in den kommenden Jahren. Kurseinbrüche vor dem Laufzeitende muss der Anleger nicht befürchten, da die Barriere erst am 21.März 2013 wirksam ist. Erst wenn der Leitindex unter dem Niveau von 1.650 Punkten notiert, kommt es zum Schwellenereignis.

Bei dem Papier mit der längeren Laufzeit bis zum Dezember 2013 (DE000AA3Y2L6) liegt das Bonus-Level bei 2.700 Zählern, die Barriere ebenfalls bei 1.650 Zählern. Die Bonus-Rendite liegt aktuell bei 10,3 Prozent. Auch hier ist die Barriere erst am Ende der Laufzeit, dem 20. Dezember 2013, scharf gestellt. Unterschreitet der Index während der Laufzeit die Barriere, bleibt dem Anleger trotzdem das Recht auf die Bonuszahlung erhalten. Auch hier wird ein weiterer Anstieg über das Bonus-Level von 2.700 Punkten nicht limitiert.

Für den DAX bietet die Commerzbank ein Bonus-Pro-Zertifikat (DE000CK2LVB0) an, das mit einer Barriere von 4.950 Punkten ausgestattet ist, die rund 22 Prozent unter dem aktuellen Indexkurs steht. Das Bonus-Level liegt bei 6.950 Punkten, sodass die Bonus-Rendite bei 13,1 Prozent bzw. 11,2 Prozent p.a. liegt. Die Barriere ist zwischen dem 20.09.2012 und dem Ende der Laufzeit, dem 20.12.2012, für das Schwellenereignis relevant und sollte während dieses Zeitraums nicht verletzt werden. Für Anleger, die keine Verluste in Kauf nehmen wollen, bietet Goldman Sachs ein Kapitalschutzzertifikat (DE000GS7JCE5) in der Zeichnungsfrist bis zum 4. November (siehe Seite 3) an, das eins zu eins an der Entwicklung des Euro STOXX 50 partiziert. Mit dem Zertifikat nimmt der Anleger unbegrenzt an steigenden Kursen des Index teil. Gleichzeitig verhindert der Kapitalschutz des Zertifikates einen Verlust der Investition. Das Zertifikat wird am Ende der Laufzeit mindestens zu 100 Euro pro Zertifikat zurückgezahlt.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

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Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

Durch das Zurverfügungstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument “Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft” das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

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Sicherheit geht vor

Discount-Zertifikate sind ein Gegenmittel gegen Niedrigzinsen und Unsicherheiten an den Finanzmärkten. Hohe Volatilität schafft attraktive Chance-Risiko-Kennzahlen bei den Rabatt-Papieren.

Obwohl der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen fünf Handelstagen mehr als 15 Prozent zugelegt hat, sind die Unsicherheiten der Anleger weiterhin sehr hoch, obwohl es nach der Verkündung eines Maßnahmenpakets durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zur Bewältigung der Staatsschuldenkrise in Europa zu einer leichten Entspannung an den Finanzmärkten gekommen ist. Nach Ansicht von Analysten wie Manfred Hübner von sentix gibt es noch keine Anhaltspunkte für eine Trendwende. Der bisherige Anstieg sei vor allem durch das Schließen von Leerverkaufspositionen verursacht worden, weniger durch richtige Anlagekäufe. Das Problem der sich abschwächenden Konjunktur sei von den Anlegern noch nicht adäquat berücksichtigt worden, sagt Hübner. Die Gefahr eines Rückschlages sei hoch, sagt auch Stephen Schneider, technischer Analyst der WGZ Bank. Er schließt nicht aus, dass der DAX noch einmal zurückfällt. Ein Zeichen für die Unsicherheit an den Märkten ist der hohe VDAX. Mit einem Niveau von 44 Prozent erreichte das Angstbarometer den höchsten Stand seit Dezember 2008.

Hohe Kursschwankungen sind Chance wie Risiko zugleich. Doch es gibt eine Reihe von Strategien, um Volatilitäten in Erträge umzumünzen. Bei institutionellen Anlegern ist die Covered-Call-Strategie beliebt. Dabei werden auf Aktienbestände im Depot Kaufoptionen (Calls) geschrieben. Diese Strategie wird auch in Discount-Zertifikaten verbrieft. Mit diesen können Anleger von den hohen Volatilitäten an den Aktienmärkten profitieren.

Die Rabatt-Papiere gehören mit einem von den Banken verwalteten Open Interest von 7,4 Mrd. Euro zu den beliebtesten Produkten am Zertifikatemarkt. Da ein Discount-Zertifikat letztlich den Verkauf einer Option auf den Basiswert verbrieft, profitierte diese Produktgruppe von dem Volatilitätsanstieg. Der Investor verkauft durch das Discount-Papier indirekt Volatilität. Befindet sich die implizite Volatilität, also die vom Markt erwartete Kursschwankung, auf einem hohen Niveau, verdient er durch den Verlust des Zeitwertes der Option. Er setzt also im Prinzip auf den Zeitwertverlust bzw. den Volatilitätsrückgang. Je höher die Volatilität, umso höher ist also der Discount und sind damit auch die Ertragschancen. In den vergangenen Monaten haben institutionelle Anleger einen Schwerpunkt auf Deep-Discounter gelegt, deren Cap (Kursdeckel) weit unter dem aktuellen Kurs liegt. Die gestiegenen Volatilitäten haben die Discount-Papiere attraktiver gemacht. Die Discount-Rendite-Matrix auf der Webseite von baadermarkets.de zeigt für die Produkte verschiedener Anbieter attraktive Renditen (siehe Chart). Diese ermöglichen Anlegern die Auswahl der attraktivsten klassischen Discounter zu dem gesuchten Basiswert. Damit kann der Anleger das geeignete Produkt mit einem für seine Bedürfnisse individuellen Chance-Risiko-Profil aussuchen. Beachtenswert ist, dass die Volatilität im VSTOXX, also dem Volatilitätsindex des Euro STOXX 50, um rund 3 Prozentpunkte höher ist als im VDAX. Damit sind die Kennzahlen der Discount-Zertifikate auf den europäischen Leitindex attraktiver. In sehr volatilen Zeiten erscheint die konservative Ausrichtung bis hin zum Festgeldersatz als sinnvoller Anlageansatz.

Für konservative Anleger bietet Vontobel ein Discount-Zertifikat auf den Euro STOXX 50 mit einem Cap von 1.550 Zählern (DE000VT2WG88) an. Der Anleger erhält das Zertifikat also aktuell um 33,8 Prozent günstiger, als wenn er direkt in den Index investieren würde. Bleibt der europäische Leitindex stabil oder fällt er nur moderat, erhält der Anleger im Gegenzug bis zum 31.Dezember 2012 eine auf 8 Prozent oder 6,5 Prozent p.a. begrenzte Rendite. Einen Verlust würde der Anleger nur erleiden, wenn die 50 Blue Chips unter das Niveau von 1.434 Punkten sinken. Ein Rabatt-Papier auf den DAX mit einem Cap von 3.900 Punkten (DE000BP1AFF5) und 38,9 Prozent unter dem aktuellen Indexniveau bietet eine Rendite von 7,6 Prozent bzw. 6,2 Prozent p.a. Einen Verlust würde der Anleger nur erleiden, wenn die 30 Blue Chips unter das Niveau von 3.625 Punkten fallen. Einen Deep-Discounter auf den Euro STOXX 50 bietet Goldman Sachs (DE000GS24UU0) an, der einen Abstand zum Cap von mehr als 49 Prozent besitzt, der Discount liegt bei 52 Prozent. Bei einer Laufzeit von maximal fünfzehn Monaten bietet das Zertifikat eine Rendite von durchschnittlich 5,7 Prozent jährlich. Für den etwas mutigeren Anleger bietet Goldman Sachs ein DAX-Rabatt-Papier (DE000GS2AER3) mit einem Cap von 4.200 Zählern und einer Laufzeit bis zum 12. Dezember 2012 an, das derzeit eine Rendite von 9,6 Prozent p.a. bringt. Ein Verlust droht, wenn der Index unter 3.832 Zähler sinkt. Insgesamt hat die hohe Volatilität die Renditen der Discount-Zertifikate attraktiv gemacht. Der Anleger sollte allerdings beachten, dass ein Teil der Emittenten ihr Funding mit einpreist. Deswegen gibt es für identische Produktkennzahlen Renditeunterschiede von bis zu 5 Prozentpunkten. Um das Emittentenrisiko zu verringern, eignen sich Produkte von Emittenten, die entsprechenden Sicherungssystemen angehören.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

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Author: Christian Grabbe

Staatsschuldenkrise verspricht weiter steigenden Goldpreis

Kurseinbruch von 15 Prozent beim Gold. Ermäßigtes Preisniveau bietet Chancen zum Einstieg mit Derivaten.

Gold hat einen Teil seines Glanzes verloren. Nach dem Allzeithoch von 1.921 Dollar je Unze stürzte der Kurs des Edelmetalls auf 1.532 Dollar. Zuletzt notierte das wertvolle Edelmetall bei rund 1.612 Dollar, was einem Fall von 15 Prozent vom Wochenhoch bis zum Wochentief entspricht. Noch ärger erwischte es Silber. Die Unze fiel von 40,7Dollar auf 26,15 Dollar im Tief. Vom Wochenhoch bis zum Wochentief betrug die Spanne 22 Prozent.

Ein ganzes Bündel an Ursachen wird für den dramatischen Einbruch des Goldpreises verantwortlich gemacht. Der Anstieg des Dollarkurses bis auf 1,34 Dollar, die nachgebende Inflationserwartung durch eine Abkühlung der Konjunktur sowie die Erhöhung der Sicherheitsleistungen (Margin) an den Terminmärkten bei den Edelmetallkontrakten lösten im asiatischen Handel Verkäufe aus. Hedgefonds und institutionelle Investoren liquidierten teilweise ihre im Gewinn liegenden Goldpositionen, um Verluste in den anderen Portfoliobereichen auszugleichen. Im europäischen Handel griffen die Anleger dann auf dem ermäßigten Preisniveau wieder zu, sodass sich der Goldpreis nachfolgend bis auf 1.671 Dollar erholen konnte. Interessant ist, dass der Goldpreis auf seinem Aufwärtstrend, den er im Oktober vergangenen Jahres etabliert hat, drehte. Die großen Gold-ETF waren nicht auf der Verkäuferseite. So lag der Edelmetallbestand des SPDR Gold ETF nur 0,4 Prozent unter dem Vortag.

Nach Ansicht der Rohstoffanalysten der DZ Bank finden sich Parallelen im Herbst 2008 nach der Insolvenz des US-Investmenthauses Lehman Brothers. Die Feinunze ging in eine vierwöchige Konsolidierung über, bei der es zu einem Kursrückgang von mehr als 20 Prozent kam. Die Analysten der Genossenschaftsbank verwiesen auf den ausgeprägten Optimismus im Vorfeld, der vor einer nahenden Korrektur warnte. Eine Reihe von Analysten und Anlegern geht davon aus, dass die Goldhausse beendet sein könnte. Diese Meinung teilen aber viele Anleger nicht. Nach einem Einbruch von gut 18 Prozent sehen die Analysten der DZ Bank das Abwärtspotenzial als begrenzt an. Im Herbst 2008 reagierte die Feinunze um rund 20 Prozent nach unten.

Viele Analysten erwarten, dass der Goldpreis nach einer mehrwöchigen Konsolidierung wieder seinen Aufwärtstrend aufnehmen wird. Neben der Nachfrage nach ETF durch die Notenbanken und Investoren sowie die Hochzeitssaison in Indien sprechen die eskalierende Staatsschuldenkrise und die Geldpolitik der Notenbanken auf beiden Seiten des Atlantiks für steigende Edelmetallnotierungen. Die aktuellen Edelmetallkurse bieten auf dem ermäßigten Niveau sicherlich eine Kaufgelegenheit. Die DZ Bank-Analysten hatten bereits im Vorfeld der Ereignisse ihre Prognose für das vierte Quartal 2011 und das Jahr 2012 auf 1.850 Dollar bzw. 1.950 Dollar angehoben. Die Deutsche Börse sieht ebenfalls Aufwärtspotenzial für das gelbe Edelmetall. Die Analysten wären erst bei 2.175 Dollar je Unze nervös. Für Silber sehen die Aussichten wegen der industriellen Nutzung schlechter aus. Wegen der Prognose einer Abschwächung der Weltkonjunktur hat die DZ Bank ihre Prognose für das vierte Quartal 2012 von 44,5 auf 38 Dollar ermäßigt.

Für Anleger, die von einem weiteren Anstieg des Goldpreises ausgehen, bieten sich Produkte mit physischer Hinterlegung des Edelmetalls an, wie beispielsweise das Xetra-Gold von Deutsche Börse Commodities (DE000A0S9GB0). Dabei handelt es sich um das am häufigsten gehandelte Gold-Produkt an der Deutschen Börse. Es ist eine physisch gedeckte Schuldverschreibung in Form einer Nullkuponanleihe. Jeder Anteil verbrieft einen Lieferanspruch auf 1 Gramm des Edelmetalls. Die Kosten bei Auslieferung entsprechen der Handelsspanne, die beim Direkterwerb von Gold anfällt. In den vergangenen zwölf Monaten kam Xetra-Gold trotz der heftigen Korrektur immer noch auf eine Performance von 25 Prozent, über drei Monate lag das Plus bei 15,3 Prozent. Für Anleger, die den Goldpreis in Dollar hebeln wollen, bietet die Commerzbank einen Turbo-Bull an (DE000CK4ETU5), bei dem Basispreis und Knock-out-Schwelle bei 1.550 Dollar liegen. Der Hebel beträgt hier 26. Aufgrund des Totalverlustrisikos sollten Anleger bei diesem Produkt ein strenges Risikomanagement mit Stop-Loss durchführen.

Für Anleger, die wegen der eskalierenden Staatsschuldenkrisen von einem weiteren Anstieg des Goldpreises ausgehen, aber Währungsrisiken ausschalten wollen, bietet die Commerzbank ein Unlimited Turbozertifikat Long auf das Edelmetall mit einer Währungsabsicherung an (DE000CK27MK7). Das Produkt partizipiert mit einem Hebel von 20,5 an den Kursbewegungen von Gold. Das Knock-out-Level liegt bei 1.531 Dollar. Auch hier ist ein strenges Risikomanagement notwendig, da sonst der Totalverlust droht. Für Anleger, die auf einen weiteren Anstieg von Silber setzen wollen, bietet Macquarie einen Turbo-Call auf das Edelmetall an (DE000MQ4FF91). Die Laufzeit ist auf den 29. Dezember limitiert, der Basispreis und der Knock-out liegen bei 26 Dollar. Das Produkt hebelt die Bewegungen des Unzenpreises mit dem Faktor 7.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

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Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.

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Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

Durch das Zurverfügungstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument “Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft” das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltenen weiteren Links übernehmen.

Copyright © 2011: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.

Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Lurgiallee 12, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen.

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Author: Christian Grabbe

Gewinne durch die Euro-Abwertung

Staatschuldenkrise und Furcht vor einer Pleite Griechenlands haben zu einer Abwertung des Euro geführt. Mit Zins-Zertifikaten können konservative Anleger von der Aufwertung von Kronen und Dollar profitieren.

Mehrere Interventionen der Schweizer Nationalbank haben die Anleger nicht daran gehindert, ihr Kapital aus Furcht vor der Euro-Krise in eidgenössische Anlagen umzuschichten. Die Folge war eine massive Aufwertung des Schweizer Frankens, was die Geschäfte der Schweizer Unternehmen empfindlich getroffen hat. Doch die Meldung am vergangenen Dienstag traf die Spekulanten und Investoren wie ein Paukenschlag. Die Schweizer Nationalbank setzt für den Franken ein Mindestkursziel von 1,20 fest. Fügt an, dass sie „bereit sei, unbeschränkt Devisen zu kaufen“. Obwohl diese Maßnahme in den Wochen zuvor mehrfach diskutiert wurde, wurden die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Der Euro sprang innerhalb von Sekunden von 1,10 auf 1,20. Grund für diese Kursreaktion waren Deckungskäufe. Anleger mussten sich mit Euro eindecken. Auch die implizite, also die vom Markt erwartete, Volatilität fiel von mehr als 22 auf 11 Prozent in sich zusammen. Tatsächlich strebt die Notenbank einen noch schwächeren Franken an. Es ist zu erwarten, dass die Anleger die Schweizer Notenbank testen werden. Einige Analysten wie die von Barclays empfehlen vor dem Hintergrund, dass sich die europäische Schuldenkrise noch verschlechtern kann, weiterhin Euro zu verkaufen und in den Schweizer Franken einzusteigen. Anleger haben die Möglichkeit, mit relativ geringem Risiko immer dann auf einen steigenden Euro gegenüber dem Schweizer Franken zu setzen, sobald er unter die Marke von 1,20 fällt. Denn will die Schweizer Nationalbank glaubwürdig sein, muss sie dann mit Interventionen den Euro auf über 1,20 Franken schieben. Hier bietet sich beispielsweise ein Turbo-Bull der Commerzbank auf den Euro-Franken mit einem Basispreis und einem Knock-out bei 1,19 Franken an, um diese Bewegungen mit einem Hebel von 80 zu verstärken. Die Laufzeit endet am 27. März 2012. Auch wenn das Risiko niedrig erscheint, besteht wegen der Konstruktion des Produktes ein Totalverlustrisiko.

Für die Experten ist es klar, dass sich mit der eidgenössischen Devise eine weitere Währung aus dem Kreis der Safe-Haven-Währungen verabschiedet. Damit kommen andere Währungen mit unbeschränktem Aufwertungspotenzial in das Visier der Anleger. Mit der Aktion der Schweizer Nationalbank treten die Norwegische und die Schwedische Krone oder der Singapur-Dollar in den Mittelpunkt des Interesses. Seit dem Zinsentscheid haben sich die beiden nordeuropäischen Währungen gegenüber dem Euro um mehr als 2 Prozent verteuert. Die Norwegische Krone erreichte gegenüber der Gemeinschaftswährung gar ein Acht-Jahres-Hoch. Anleihen-Käufer schätzen die beiden Staaten. Die Wirtschaft ist viel robuster als in vielen anderen Industrienationen. Die Staatsfinanzen gelten als solide. Die Kreditwürdigkeit wird von den Ratingagenturen mit der Bestnote „AAA“ bewertet. Die Kosten für Kreditausfallversicherungen auf ihre Anleihen gehören zu den niedrigsten der Welt. Die Banken haben sowohl für den konservativen als auch für den mutigen Anleger Produkte im Angebot.

Für konservative Anleger hat die Royal Bank of Scotland Zins-Zertifikate im Angebot, die dem Anleger Zugang zu den kurzfristigen Geldmarktsätzen Schwedens und Norwegens verschaffen. Der Ertrag resultiert aus dem Zinsertrag und der Entwicklung der Währungen. Wie bei einem Fremdwährungskonto hängt der Wert des Zertifikats letztendlich davon ab, wie sich der Wechselkurs zwischen An- und Verkaufszeitpunkt entwickelt. Das Schwedische Krone Zins Zertifikat (NL0000412054) partizipiert an dem aktuellen Zinssatz des schwedischen Geldmarktes, der aktuell etwas mehr als 2 Prozent beträgt. Währungsgewinne und Zinserträge summierten sich in den vergangenen vier Wochen zu einem Gewinn von 3,3 Prozent. Über ein Jahr kam es auf einen Ertrag von 4,6 Prozent. Das Zertifikat auf die Norwegische Krone (DE0009186247) erreichte über vier Wochen bei einem Geldmarkt-Zinssatz von 2,8 Prozent einen Gewinn von knapp 4 Prozent, über ein Jahr kam es auf eine Rendite von 6,5 Prozent. Für Anleger, die von einer weiteren Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar ausgehen, offeriert die RBS auch ein Zins Zertifikat auf den Dollar (DE0009187294). Zinserträge und Währungsgewinne addierten sich in den vergangenen vier Wochen zu einer Performance von 1,6 Prozent.

Für die mutigeren Anleger haben die Banken Hebelprodukte im Angebot. Mit einem Verkaufsoptionsschein auf Euro/Norwegische Krone der UBS (CH0125947892), Basispreis 7,4, einer Fälligkeit im März 2012 und einem Omega von rund 10 kann der Anleger am Fall der europäischen Einheitswährung gegenüber der Krone verstärkt partizipieren. In den zurückliegenden vier Wochen hat der Schein bereits 250 Prozent zugelegt. Für die Optimisten für die Schwedische Krone bietet die Commerzbank einen Turbo-Put auf Euro/Schwedische Krone (DE000CM5V669) mit einem Basispreis von 9,3392 Schwedische Krone an, der mit einem Hebel von 21 an den Kursbewegungen partizipiert. Für Anleger, die von einer weiteren Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar ausgehen, bietet die Commerzbank einen Euro-Dollar Turbo-Bear (DE000CK45LW6) mit einem Basispreis von 1,4198 Dollar und einem Hebel von 25 an. Wegen des Totalverlustrisikos ist bei den Hebelprodukten ein strenges Risikomanagement notwendig.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

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Author: Christian Grabbe

Angst zu Gewinnen machen

Staatsschuldenkrise hat die Volatilität an den Finanzmärkten auf den höchsten Stand seit 2008 getrieben. Derivate eignen sich zum Trading von raschen Vola-Anstiegen. Renditen von Langfristanlagen sind enttäuschend.

Die Furcht vor einer Staatspleite in Europa und den USA sowie die drohende Rezession haben zu massiven Kurseinbrüchen an den internationalen Aktienmärkten geführt. In den vergangenen Wochen waren Verluste von bis zu 7 Prozent an einem Tag bei den großen Aktienindizes wie dem DAX keine Seltenheit. Seit dem Höchstkurs Anfang Mai hat der deutsche Aktienindex rund 30 Prozent in der Spitze verloren. Parallel dazu ist der VDAX, der Volatilitäts-Dax, von 15 auf 40 Prozent gesprungen. Der VDAX gilt als Angstbarometer und leitet sich aus der von den Marktteilnehmern erwarteten Schwankungsbreite (implizite Volatilität) ab, die sie als Risikoprämie in die DAX-Optionen einpreisen. Während am Aktienmarkt die Volatilität in Form von Risikoprämien in Aufwärtsphasen wegen des zunehmenden Optimismus abnimmt, steigt sie, wenn die Kurse fallen. Bei den Rohstoffen ist es spiegelverkehrt. In der Regel steigt die Volatilität bei steigenden Rohstoffkursen und fällt, wenn die Notierungen der Commodity-Terminkontrakte fallen. Eine hohe Volatilität ist Chance wie Risiko zugleich. Während die hohe Schwankungsbreite an den Märkten das Verlustrisiko verstärkt, eignet sich die Volatilität wegen ihrer geringen positiven Korrelation zu den klassischen Assetklassen wie Aktien und Anleihen zur Generierung von Erträgen. Die Turbulenzen haben zu Rekordumsätzen bei Terminkontrakten und anderen Produkten auf Volatilitätsindizes geführt. Zu den am meisten gehandelten Exchange Traded Products in den USA gehört der iPath S&P 500 VIX Short-Term Futures, eine Exchange Traded Note (ETN), in der Anlegergelder von knapp 1Mrd. Dollar verwaltet werden. Während der Index in den vergangenen vier Wochen ummehr als 48 Prozent gestiegen ist, konnte das iPath-Produkt von Barclays nur rund 11 Prozent gewinnen. Die Differenz zeigt die Probleme, mit denen Anleger zu kämpfen haben, wenn sie über Produkte von den Volatilitätsschwankungen profitieren wollen. Terminkontrakte auf den VIX notieren – wie auch die Futures auf den Volatilitäts-DAX – in Contango. Da also die Kontrakte mit Liefertermin in der Zukunft teurer sind als zum aktuellen Verfallstermin, kommt es zu Rollverlusten.

Aus diesem Grund hat die UBS Performance-Zertifikate auf den VSTOXX Mini Future mit unterschiedlichen Verfallsterminen aufgelegt. Dabei beziehen sich die Zertifikate auf die Mini Futures mit dem Verfall September (DE000UB9DV44), Oktober (DE000UB9DV36), November (DE000UB9DV28) und Dezember (DE000UB9DV10). Am Laufzeitende entspricht der Rückzahlungsbetrag der Zertifikate genau dem Schlusskurs des entsprechenden Future. Mit diesen Produkten kann der Anleger an der Entwicklung unterschiedlicher Laufzeiten innerhalb der Fristenkurve der VSTOXX-Futures partizipieren. Es zeigt sich, dass Trader mit diesen Produkten in den vergangenen Wochen von der „Vola“-Entwicklung profitieren konnten. Das Papier mit Verfall September konnte in den vergangenen vier Wochen mehr als 51 Prozent zulegen, der Oktober-Termin kam auf ein Plus von rund 38 Prozent, das November-Produkt lag bei 30 Prozent und das Dezember-Produkt bei knapp 24 Prozent. Die UBS hat ein weiteres Zertifikat im Angebot, das auf dem Varianz-Prinzip basiert. Es nutzt das Phänomen aus, dass gewöhnlich die implizite Volatilität, also die vom Markt erwartete Schwankungsbreite, über der realisierten Volatilität liegt. Die Historie zeigt, dass die implizite Volatilität im Durchschnitt mehrere Prozentpunkte höher lag als die tatsächlich realisierte Volatilität. Das Zertifikat der UBS auf den Euro Volatility Arbitrage Index für den Euro STOXX 50 (CH0022148487) basiert auf der Differenz einer Short-Position der impliziten Ein-Monats-Variance gegenüber einer Position mit realisierter Variance. Aufgrund des großen Hebels durch die Berechnungsmethode investiert der Emittent lediglich 3 Prozent des eingezahlten Kapitals in eine Variance-Swap-Option, 97 Prozent des Kapitals werden im Geldmarkt angelegt. Das Produkt musste in den vergangenen vier Wochen einen Verlust von 4 Prozent hinnehmen. Grund ist hier der Anstieg der realisierten Volatilität, was aufgrund der Konstruktion des Index dann zu einem Kursrückgang führte. Seit dem Jahresanfang bleibt dem Anleger allerdings ein Plus von rund 4 Prozent. Der längerfristige Kursverlust zeigt, dass diese Kursrückgänge Gelegenheiten sind, um dann preisgünstig in das Produkt einzusteigen.

Von der Société Générale kommt jeweils ein Zertifikat in Euro und Dollar auf den SGI Vol Premium US Index (DE000SG0RVP9, DE000SG5GVP1). Der SGI Vol Premium US Index beruht auf einer monatlich rollierenden Position in sogenannten Variance-Swaps auf den Chicago Board Options Exchange Volatility Index (VIX). Da bei dieser Strategie kein Kapital gebunden ist, fallen zusätzliche Zinserträge an. Das Euro-Produkt musste über vier Wochen einen Verlust von mehr als 10 Prozent hinnehmen, über zwölf Monate kam es auf einen Gewinn von 2,5 Prozent. Das Dollar-Produkt kam im kurzfristigen Bereich auf einen Verlust von 11 Prozent, im Einjahreszeitraum blieb ein Gewinn von 26,2 Prozent. Ein anderes Konzept verfolgen Source und Nomura mit dem Nomura Voltage Mid-Term Source ETF (IE00B3LK4075).Der Indexfonds bildet den Nomura Voltage Strategy Mid-Term30-day Index (Voltage) in Dollar ab, mit dem der Anleger von der Entwicklung der Volatilität profitiert, im Unterschied zu den bisherigen Produkten aber die Nachteile einer dauerhaften Long-Position in Volatilität vermeidet. Der „Voltage“ bildet einerseits ein volatilitätsadjustiertes Investment in den S&P 500 VIX Mid-Term Futures Index ab. Darüber hinaus investiert Voltage in US-Schatzanweisungen mit dreimonatiger Laufzeit. Die Gewichtung des S&P 500 VIX Mid-Term Futures Index wird in Abhängigkeit von seiner eigenen Volatilität zwischen null und 100 Prozent verändert. Je höher die Volatilität in Relation zu den vergangenen 30 Tagen ausfällt, desto größer ist der Anteil. Fällt die Volatilität, wird das Anlegerkapital in den Geldmarkt umgeschichtet. Die Zusammensetzung wird täglich angepasst. Das Produkt kam in den vergangenen vier Wochen auf einen Gewinn von 0,8 Prozent.

Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.

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