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Kategorien: Bonds
Author: Klaus Stopp

Gewitterwolken über Euroland

Seit diesem Wochenende ziehen wieder dunkle Wolken über Euroland. War das Wahlergebnis in Frankreich wie erwartet ausgefallen, so ist das Ergebnis aus Athen Wasser auf die Mühlen der Euroskeptiker. Es ist aber Fakt, dass durch die jetzigen Mehrheitsverhältnisse keine politische Stabilität erreicht werden kann und alles auf erneute Neuwahlen hindeutet. Nur auch bei der nächsten Volksbefragung, die auch wieder Unsummen an Geld verschlingen wird, dürfte das Ergebnis nicht wesentlich anders ausfallen. Es herrschen Chaos-Tage in Griechenland und es ist kein Ende in Sicht! Einerseits ist es verständlich, dass nach solch tiefen Einschnitten die Stimmung innerhalb der Bevölkerung weiter kippt und sie kein Vertrauen mehr in die bisher politisch handelnden Personen hat. Andererseits macht es aber auch keinen Sinn, heute seitens der EU 5,2 Mrd. € an ein Land zu überweisen, dessen zwischenzeitlich mit der Regierungsbildung beauftragter Chef der linksradikalen Syriza-Partei vollmundig die Aufkündigung der Sparzusagen vertritt. Das ist für keinen Staatsbürger in Euroland nachvollziehbar! Dabei tröstet auch nicht der Gedanke, dass mit diesen Geldern unter Umständen die heimischen Banken stabilisiert werden. Es ist generell ein falsches Zeichen und ein mehr als unglücklich gewählter Auszahlungstermin. Ohne diese Tranche wäre Griechenland wohl bankrott, aber dennoch wird kurzfristig darüber zu entscheiden sein, ob diese Auszahlung verschoben werden muss. Die Angst vor einer ungeordneten Insolvenz Griechenlands wird uns noch lange erhalten bleiben. Am 15. Mai steht ein Floater im Volumen von 450 Mio. € zur Rückzahlung an. Das könnte ein erstes Zeichen Athens pro oder contra der Eurotreue sein. Noch ist keine neue Regierung bestellt und somit das angekündigte “Rückzahlungsmoratorium” nicht in Kraft. Dennoch ist die Zukunft Eurolands wieder völlig offen und sowohl Italien, Portugal als auch Spanien sind unverzüglich in Sippenhaft genommen worden.

Österreichische ALPINE mit 6,04% Rendite

Baader als German Arranger

Auch nach den Wahlen in Griechenland und Frankreich blieb der Markt für Neuemissionen nahezu geschlossen. Verstärkt wurde dies noch durch den „Bank Holiday“ in England, der den Börsianern zum Wochenauftakt mehr Zeit zur Analyse der Wahlergebnisse ließ.

Dennoch wagten zwei österreichische Bauunternehmen den Schritt an den Kapitalmarkt. Der österreichische Baukonzern Strabag AG emittierte eine Anleihe im Volumen von 100 Mio. €. Das Unternehmen wird von S&P mit BBB- bewertet. Innerhalb kürzester Zeit war die, wegen der kleinsten handelbaren Einheit von nominal 1.000 €, auch für Privatanleger interessante Anleihe 4-fach überzeichnet. Über die Laufzeit von sieben Jahren wird ein jährlicher Kupon i.H.v. 4,25% bezahlt.

Mit der ALPINE Holding GmbH begibt ein weiteres österreichisches Bauunternehmen eine Anleiheemission im Volumen von ebenfalls 100 Mio. €. Die ALPINE Gruppe ist Österreichs zweitgrößter Baukonzern mit einer Bauleistung (2011) von 3,6 Mrd. €, das operative Ergebnis lag bei 47,9 Mio. €. Die Holding ist zu 100% im Eigentum der spanischen FCC Gruppe S.A..

Den Investoren wird für fünf Jahre ein jährlicher Kupon von 6% geboten und der Ausgabekurs liegt bei 99,80%. Ab Freitag, den 11. Mai können Privatanleger im Rahmen des öffentlichen Angebots ab Börsenbeginn um 8 Uhr über die Börse München zeichnen. Es ist beabsichtigt, das Zeichnungsbuch bis zum 18.05.2012 offen zu halten, allerdings ist eine vorzeitige Schließung jederzeit möglich.

Die Baader Bank AG fungiert bei dieser Emission als Senior Co-Lead Manager und German Arranger.

Disclaimer

Diese Mitteilung stellt kein Angebot zum Kauf von Wertpapieren der ALPINE Holding GmbH dar und ersetzt keinen Wertpapierprospekt. Eine Investitionsentscheidung die Anleihe der ALPINE Holding GmbH betreffend muss ausschließlich auf der Basis des durch die Commission de Suvrveillance du Secteur Financier gebilligten Wertpapierprospekts erfolgen, der auf der Website des Unternehmens (www.alpine.at) veröffentlicht ist. Diese Mitteilung ist nicht zur Weitergabe oder Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA ) und darf nicht an „U.S. persons“ (wie in Regulation S des U.S. Securities Act of 1933 in der geltenden Fassung definiert) sowie an Publikationen mit allgemeiner Verbreitung in den USA weiter gegeben oder verteilt werden.

Hat Athen den Mut zum Inkasso?

Steuerehrliche Bürger braucht das Land

Die Voraussetzungen für eine Stabilisierung Griechenlands sind denkbar ungünstig. Was Griechenland fehlt, ist ein klares Konzept einer neuen Riege von Politikern. Diese muss sich von den Vorgängern abgrenzen und der Bevölkerung klare Perspektiven aufzeigen. Ein Schuldenmoratorium ist nicht der richtige Weg. Arbeit muss sich wieder lohnen. Diese Krise wird nicht mit Geld anderer Eurostaaten besiegt, sondern mit Mut und Zuversicht der eigenen Bürgerinnen und Bürger. Griechenland ist sanierbar, aber dazu müssen die Sümpfe ausgetrocknet werden. Steuerehrliche Bürger braucht das Land. Für diejenigen Staatsbürger, die das nicht sein wollen, sind die bereits vorhandenen Gesetze ohne Rücksicht auf Verluste anzuwenden. Mit den geschuldeten Steuern wäre Griechenland fast schuldenfrei. Bisher scheuen sich die Politiker davor und man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass dies aus Eigeninteresse erfolgt. Die Rettung Griechenlands erinnert immer mehr an die Rettung eines Ertrinkenden. Wenn dieser nicht bereit ist gerettet zu werden, wird er zur Gefahr für seine Retter! Diese Hängepartie ist eine Zumutung für alle Euroländer, denn alle Ideen, wie ein europäisches Protektorat oder die Begebung von Zweckanleihen (Vorreiter der ungeliebten Eurobonds), sind keine echten Lösungen der Probleme. Das Mutterland der Demokratie muss sich selbst finden und dazu ist auch der Austritt aus dem Euro in Erwägung gezogen werden. Es muss eine Entscheidung her!

Kompetenzübertragung nach Brüssel?

Linksruck in Euroland

Die beiden Wahlen in Frankreich und Griechenland zeigten eine Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse nach links. Das Kreuz auf dem Wahlzettel war auch das Ja zu mehr Staatsverschuldung statt eines kompromisslosen Sparkurses. Wer glaubt, dass dies Einzelfälle waren, sieht sich durch die kommunalen Teilwahlen in Italien getäuscht. Etwa 9 Mio. Italiener, das entspricht etwa 20% der italienischen Wahlberechtigten, verschafften der Forza Italia, der Partei des ehemaligen Präsidenten Silvio Berlusconi und der rechtspopulistisch Lega Nord eine verheerende Niederlage. Dieser Wahl wird deswegen eine so hohe Bedeutung beigemessen, weil es die erste Wahl nach Silvio Berlusconis Rücktritt und dem Amtsantritt Mario Montis im November 2011 war. Nicht wenige Experten halten eine derartige Verschiebung nach links auch bei der nächsten Bundestagswahl in Deutschland für möglich. Allerdings wird die Bundeskanzlerin unter der Voraussetzung, dass es keine vorgezogenen Neuwahlen in Deutschland geben wird, erst 2013 an ihrer Politik der Krisenbewältigung gemessen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird noch viel passieren und die Deutschen werden dann gefühlsmäßig darüber abstimmen, wie sie ihre Zukunft sehen. Rosarot oder pechschwarz? Allerdings kann jetzt schon konstatiert werden, dass das nationale Gedankengut immer mehr in den Vordergrund tritt. Diesem Trend wird eventuell seitens der Politik mittels einer Kompetenzübertragung an Brüssel entgegengewirkt. Ob ein solcher Schritt von allen Bürgern begrüßt werden würde, darf allerdings bezweifelt werden. Ein von oben per Gesetz verordnetes Zusammengehörigkeitsgefühl! Das kann nicht gut gehen.

Grossinvestoren reagieren verschnupft

Ist Deutschland der Einäugige unter den Blinden?

Vor Fehlern sind auch große renommierte Investoren nicht gefeit. Zuletzt hat es den weltweit größten Staatsfonds, den norwegischen Ölfonds (Statens pensjonsfond), erwischt. Wie viele deutsche Privatanleger hat auch dieser mit Anleihen Griechenlands viel Geld verloren. Norwegen sprach sich sicherlich nicht zuletzt deshalb gegen einen “Hair Cut” aus. Aufgrund der rückwirkenden Collective-Action-Klauseln, die von den Griechen nachträglich eingebaut wurden, musste der Fonds bei seinen Hellas-Bonds im ersten Quartal 2012 Abschreibungen von rund 500 Mio. € hinnehmen. Diese nachträgliche Änderung hat aber auch viel Vertrauen in die Zuverlässigkeit europäischer Staaten zerstört und das wurde nun erstmals laut ausgesprochen. Aufgrund der Befürchtung, dass andere Problemstaaten dem griechischen Vorbild folgen werden, verkaufte der Fondsmanager Yngve Slyngstad den gesamten Bestand an portugiesischen und irischen Staatsbonds. Aber auch Staatspapiere anderer Staaten wie Spaniens und Italiens wurden massiv reduziert und Neuinvestitionen in Anleihen Brasiliens, Mexikos und Indiens getätigt. Politiker müssen endlich verstehen, dass ohne Investoren das ganze Kartenhaus in sich zusammenbricht. Auch Deutschland profitiert bei der negativen Realverzinsung von den Problemen der anderen Staaten. Ist Deutschland also nur der Einäugige unter den Blinden?

Euro-Bund-Future in neuen Sphären.

Future bei 100%. Ist das nochmals möglich?

Die nachhaltige Unsicherheit über die Fortsetzung der vor zehn Jahren begonnenen „Erfolgstory Euro“ hat das „Sorgenbarometer“ Euro-Bund-Future in neue Höhen katapultiert. Mit 143,03% wurde knapp die psychologische Marke von 143,00% überschritten. Dieses Level entspricht einer Rendite für zehnjährige Bundesanleihen von ca. 1,5%. Somit könnte man sich jetzt zurücklehnen und sagen: „Ziel erreicht!“ Aber so einfach wird es nicht funktionieren. Die politische und wirtschaftliche Unsicherheit wird diesen Monat prägen und somit sind auch neue Fluchtbewegungen in deutsche Staatsanleihen vorstellbar. Daher richten sich die Blicke der Rentenhändler weiter nach oben und Rückschläge beim Euro-Bund-Future werden im Zweifelsfall für Zukäufe genutzt. Denn keiner weiß wie diese Krise enden wird, aber eines ist gewiss: Die Welt wird nie wieder wie früher sein. Den Euro-Bund-Future werden wir erst dann wieder bei 100% sehen, wenn auch Deutschland niemand mehr Geld leihen wird oder wir den Kupon mit einer Vorlaufzeit von neun Monaten massiv nach unten anpassen. So bereits vor vielen Jahren beim 30-jährigen Future geschehen.

In solchen Zeiten kann man lediglich die Charttechnik zu Rate ziehen. Nach unten sind die Hochs vom 23. und 27. April bei 141,37% als starke Unterstützung anzusehen und nach oben gibt es keine echten Widerstände mehr. Lediglich die zugrundeliegenden Renditen bilden solche Marken aus.

Staatsanleihen und sonstige Neuemissionen

Neue Bobl bei 0,56%

In dieser Woche hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen eines siebentägigen Refinanzierungsgeschäfts dem Geldmarkt unverändert 214,0 Mrd. € entzogen. Dieser Betrag entspricht der Summe der -im Rahmen des Ankaufprogramms- abgewickelten Transaktionen. Die EZB ist die achte Woche in Folge nicht am Kapitalmarkt aktiv gewesen. Somit erhielt die EZB von 74 Instituten (Vw.: 58) Gebote über 441,270 Mrd. € (Vw.: 389,405 Mrd. €). Der gewogene Durchschnittssatz betrug unverändert 0,26%.

In den USA wurden in dieser Handelswoche den Investoren Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten zum Kauf angeboten. Dabei handelte es sich um 30 Mrd. US-Dollar als 4-Wochen-, 30 Mrd. US-Dollar als 3-Monat-, 28 Mrd. US-Dollar als 6-Monat-T-Bills, sowie 32 Mrd. US-Dollar als 3-Jahre-, 24 Mrd. US-Dollar als 10-Jahre- und 16 Mrd. US-Dollar als 30-Jahre-T-Bonds.

Der EFSF konnte 2 Mrd. € als 3-Monats-Geldmarktpapier zu 0,1729% Rendite platzieren. Darüber hinaus wurden in dieser Handelswoche Altemissionen Österreichs (A1ASCX / 2017; A1GZRQ / 2022) und der Niederlande ( A1G0P3 / 2022 ) aufgestockt. In Deutschland wurde gemäß Emissionskalender die neue 5-jährige Bundesobligation Serie 163 (114163) den Anlegern im Tenderverfahren offeriert. Die mit einem Kupon von 0,50% ausgestattete Obligation wurde bei einer 1,4-fachen Überzeichnung mit einer Durchschnittsrendite von 0,56% zugeteilt. Im April lag diese noch bei 0,8%. Bei der Bondauktion konnte die Bundesrepublik Deutschland 4,032 Mrd. € einnehmen. Das Emissionsvolumen beträgt einschließlich der Marktpflegequote insgesamt 5 Mrd. €.

Währungsanleihen

Die zwei Seiten der Medaille

Das Wahlergebnis in Frankreich ließ den Euro kalt. Was ihn allerdings ins Taumeln brachte, war das Ergebnis aus Athen. Gegenüber dem US-Dollar fiel der Euro unter die Marke von 1,30 und markierte mit 1,2910 ein neues 15-Wochen Tief. Aber im Vergleich zu anderen Alternativwährungen konnte die Gemeinschaftswährung sogar zulegen. Beispielsweise gegenüber dem südafrikanischen Rand wurde bei 10,4092 ein neues 3-Wochen-Hoch herausgebildet.

Im Euroland bleibt die Unsicherheit weiterhin bestehen. Um das davon ausgehende Risiko zu begrenzen greifen Privatanleger nach wie vor zu Bonds in Alternativwährungen. In dieser Handelswoche konnten wir in der Skontroführung vermehrt Nachfrage nach Anleihen auf australische Dollar und norwegische verzeichnen.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

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Author: Klaus Stopp

Der Euro steht zur Wahl

Am kommenden Sonntag geht es um die Zukunft des Euro. Nicht nur in Griechenland wird im Rahmen der vorgezogenen Parlamentswahlen mit der Vergangenheit abgerechnet und eine neue Regierung mit der zukünftigen Interessenvertretung beauftragt. In Frankreich ist eine multikulturelle Nation aufgerufen, einen Präsidenten zu wählen, der die nationalen Interessen auch gegenüber der Wirtschaftsmacht Deutschland vertreten soll.

In Frankreich ist lediglich zwischen alt oder neu zu entscheiden. Anschließend wird somit schnell eine gemeinsame Sprachregelung gefunden. In Griechenland gestaltet sich die Angelegenheit wesentlich schwieriger. Meinungsumfragen vor der Wahl deuten auf eine Zersplitterung in der Parteienlandschaft hin. Die beiden großen Parteien sind mehr denn je von einer möglichen absoluten Mehrheit entfernt und neun kleinere Parteien könnten den Sprung über die 3%-Hürde schaffen. Die Umfragen gehen davon aus, dass die rechtsradikalen Parteien bei den griechischen Wahlen sogar auf 20% kommen und kein Weg an ihrer politischen Beteiligung vorbeiführt. Somit kommt nicht nur der ehemalige Finanzminister Evangelos Venizelos zu dem Schluss, dass die weitere Mitgliedschaft Griechenlands in der Eurozone vom Ausgang dieser Wahl abhängt. Die Zugehörigkeit Griechenlands zum Kreis der Euroländer ist aber nicht in Stein gemeißelt und so drängt sich die Frage auf: “Was passiert in den nächsten Wochen, wenn die politischen Machtverhältnisse in Griechenland ein Vakuum erzeugen?” Fehlende Planungssicherheit wäre Gift für die Kapitalmärkte. Es ist zu befürchten, dass die EU keinen Plan B für den Fall der Fälle parat hat. Und was passiert eigentlich, wenn Griechenland am Ende sogar noch freiwillig aus der Eurozone ausscheidet? Dann herrscht Chaos an den Märkten, denn die bisherigen Vereinbarungen zwischen IWF, EU und Griechenland haben diese Möglichkeit außer Acht gelassen. Euroland galt als unsinkbar, aber das war auch bei der Titanic so.

Neu-Medikamentierung der Finanzmärkte

Es wird Zeit, dass sich etwas ändert.

Schon seit langer Zeit werden bei der Gesundung der Kapitalmärkte fatale Fehler begangen. Es werden immer wieder neue Untersuchungen veranlasst und anschließend versucht man mit den alten Medikamenten, die Leiden in den Griff zu bekommen. Aber auch in der Medizin werden Behandlungstherapien an die Mutationen von Viren angepasst. Wenn ein Patient gesund werden soll, dann wird er gegebenenfalls isoliert stationär aufgenommen und neu medikamentiert. Das heißt alte Medikamente werden eingesammelt und neue verabreicht. In der Finanzbranche ist diese Vorgehensweise allerdings weitgehend unbekannt. Alles bleibt beim Alten und die Hedgefonds und ähnliche Investorengruppen dürfen lustig weiter spekulieren. Das größte Problem hierbei ist, dass unseren Politikern das notwendige Fachwissen fehlt und die Lobbyisten ganze Arbeit verrichten. Es wird stets argumentiert, dass eine Einschränkung der Gewinnmaximierung auch die Allgemeinheit treffen würde, denn keine Gewinne bedeuten auch keine Steuern. Dies ist aber zu kurz gesprungen, denn die Banken verwenden das billige Geld der EZB zum Ankauf von Anleihen der Problemstaaten und maximieren das Risiko der Steuerzahler. Wenn es gut geht, dann gibt es Prämien für die Banker und wenn es schief geht, dann lässt man sich retten. Der Steuerzahler wird es schon richten. Dass nun auch Hedgefonds in großem Stil die Eurolandkrise verstärken, kann so nicht weiter hingenommen werden. Ich fordere keine Glasglocke für die Finanzmärkte, aber Spekulationen im großen Stil auf den Zusammenbruch eines Systems müssen untersagt werden. Auch wenn es schon viel zu lange gedauert hat, kann die Rettung noch gelingen. Es ist aber bereits kurz vor zwölf! Nur alleine auf einen dritten Langfristtender zu setzen und die Wirkung noch durch eine Lockerung der zugelassenen Repo-Sicherheiten zu erhöhen, ist der falsche Weg aus diesem Irrgarten. Die EZB hat neue Medikamente zu verabreichen!

SoFFin-Verlust: bisher 22,1 Mrd. €

Wer soll da noch den Überblick bewahren?

Schattenhaushalte wohin man schaut.

Der Bankenrettungsfonds SoFFin hat mit steigenden Verlusten zu kämpfen. Der Fonds zur Finanzmarktstabilisierung verzeichnete im Jahr 2011 einen Verlust von 13,1 Mrd. €. Ein Jahr zuvor war es noch ein Minus von 4,8 Mrd. €. Das bedeutet, dass seit seiner Gründung insgesamt ein Fehlbetrag von 22,1 Mrd. € angesammelt wurde. Die Verluste wurden, wie soll es anders sein, größtenteils durch die Umschuldung Griechenlands verursacht. So musste die Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE) mehrere Milliarden abschreiben, was zu einer deutlichen Erhöhung der Rückstellungen seitens der SoFFin führte. Es handelt es sich vorerst nur um Buchverluste, aber der SoFFin wird sicherlich nicht vor 2020 aufgelöst und erst dann wird abgerechnet. Doch wer trägt die potenziellen Risiken, falls ein Minus übrigbleibt? Natürlich der Steuerzahler. Somit sind die aktuell niedrigen Zinsen wenigstens ein kleiner Trost.

Banken werden immer restriktiver

Mittelstands-Unternehmen haben selten eine andere Wahl

Obwohl die Europäische Notenbank (EZB) über zwei Dreijahrestender insgesamt 1 Bill. € in den Markt pumpte, hat sich die Situation des Mittelstandes nicht wesentlich gebessert. Die Privatwirtschaft besitzt weiterhin nur begrenzt Zugang zu notwendigen Krediten. Dies berichten nicht nur die Unternehmen, sondern belegt auch eine Studie der EZB. Es sank die Verfügbarkeit von Bankkrediten und die Ablehnungsquote für Darlehen hat sich sogar erhöht. Da die großen Banken offensichtlich erst einmal an sich selbst denken und versuchen ihre eigenen Risiken zu reduzieren bzw. die Gelder zur Eigenanlage verwenden, wird die Luft für die kleinen und mittleren Unternehmen immer dünner. In dieser Situation entdecken viele Gesellschaften den Anleihemarkt und beschaffen sich Geld über sogenannte Mittelstandsanleihen. Es bleibt ihnen häufig kein anderer Weg mehr übrig, um ihre Refinanzierung zu stemmen. Air Berlin hat diesen Schritt ebenso gemacht wie Dürr oder Katjes. Mit einer überdurchschnittlichen Rendite erkaufen sich die Anleger allerdings auch ein erhöhtes Risiko, wie man an der Insolvenz des Windkraft-Zulieferers SIAG sehen konnte. Die Anleihen sind also nur so sicher wie die Unternehmen selbst. Unter Berücksichtigung der jährlichen Kuponzahlungen und der Transaktionskosten ist der Unterschied zu den Kreditkosten nicht so groß, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Euro-Bund-Future

Ein Hoch jagt das nächste.

Inzwischen ist jedem klar geworden, dass uns die Krisen in Euroland noch lange Zeit beschäftigen werden. Über Monate oder auch Jahre hinaus gehören die Haushaltsprobleme zu unseren täglichen Rahmenbedingungen. In Anlehnung an den Werbespruch eines Reifenherstellers: “Er läuft und läuft und läuft, der … . “, kann man zurzeit die Begriffe Reifen und Renten-Future austauschen. Nach der Herabstufung Spaniens durch die Ratingagentur Standard & Poor’s kam es erneut zu einer erhöhten Nachfrage nach deutschen Staatspapieren. Somit war ein neues Allzeithoch beim Euro-Bund-Future vorprogrammiert. Das Sorgenbarometer Eurolands kletterte auf 141,83% und es ist nicht auszuschließen, dass im Vorfeld der anstehenden politischen Weichenstellungen in Griechenland und Frankreich auch noch die psychologisch wichtige Marke bei 142% keinen Widerstand leisten wird. Der Weg Richtung 142,80% wäre dann frei. Da weiterhin sehr viel Liquidität vor sich hergeschoben wird, wäre für verschiedene Investoren eine Korrektur hilfreich. Aber der Handel an den Börsen ist kein Wunschkonzert und somit werden die Investoren einen langen Atem brauchen. Dennoch ist normalerweise die Börsenkursentwicklung keine Einbahnstraße. Aber was ist heute noch normal? Daher sei der Blick nach unten gestattet und die Unterstützungslinien verlaufen aktuell bei ca. 140,65% und 140,00%.

Gespenstische Ruhe am Primärmarkt bei Corporates

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte man vermehrt den Eindruck, dass die Unternehmen noch möglichst schnell ihre Refinanzierung für die nächsten Jahre unter Dach und Fach bringen wollten und sollten. Die Politik bemühte sich nach Leibeskräften Brandmauern zu errichten und somit die Lage zu beruhigen. Diese Annahme hat sich aber als Trugschluss erwiesen und inzwischen kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Finanzchefs der großen Unternehmen sich bequem in ihren Sesseln zurücklehnen und die Zeit für sich arbeiten lassen. Eile ist nicht mehr geboten! Auch wegen der unterschiedlichen konjunkturellen Erwartungen, des Tarifstreiks in der der Metallindustrie und der politischen Unsicherheiten herrscht gespenstische Ruhe am Markt für Unternehmensanleihen. Lediglich kleine Mittelstandsunternehmen füllen dieses Vakuum. Allerdings ist das nicht eine wirkliche Alternative für große Investoren, die auch noch ein bestimmtes Rating für ihre Anlageentscheidungen benötigen.

Somit bleibt den Investoren nichts anderes übrig, als nach dem alten Motto der Börsianer zu leben: “Abwarten und Tee trinken.” Oder aber nach alten Anleihen mit entsprechender Rendite Ausschau zu halten.

Staatsanleihen und sonstige Neuemissionen

50-jährige Bundestitel?

In dieser Woche hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen eines siebentägigen Refinanzierungsgeschäfts dem Geldmarkt unverändert 214,0 Mrd. € entzogen. Dieser Betrag entspricht der Summe der -im Rahmen des Ankaufprogramms- abgewickelten Transaktionen, da die EZB erneut nicht am Kapitalmarkt aktiv war. Somit erhielt die EZB von 58 Instituten (Vw.: 70) Gebote über 389,405 Mrd. € (Vw.: 411,451 Mrd. €). Der gewogene Durchschnittssatz betrug unverändert 0,26%.

In den USA wurden in dieser Handelswoche den Investoren lediglich Geldmarktpapiere zum Kauf angeboten. Dabei handelte es sich um 30 Mrd. US-Dollar als 4-Wochen-, 30 Mrd. US-Dollar als 3-Monat-, 28 Mrd. US-Dollar als 6-Monat- und 26 Mrd. US-Dollar als 52-Wochen-T-Bills. Bereits in der nächsten Woche werden aber auch T-Bonds mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren auf der Agenda stehen. In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, dass nach jüngsten Schätzungen die Quartalsrefundierung (April bis Juni 2012) von derzeit 200 Mrd. US-Dollar auf 182 Mrd. US-Dollar gesenkt wurde. Während der ersten sechs Monate des aktuellen Fiskaljahres, das im Oktober 2011 begonnen hat, übertrafen die Ausgaben die Einnahmen um 778,99 Mrd. US-Dollar. Insgesamt wird mit einem Defizit i.H.v. 1,2 Bill. US-Dollar gerechnet. Dies würde einer Reduzierung ggü. dem Vorjahr um 100 Mrd. US-Dollar entsprechen.

In Euroland wurden in dieser Handelswoche diverse Altemissionen Spaniens (A1GY50 / 2015; 850920 / 2017) und Frankreichs ( A0TJQ6 / 2017; A1GR5V / 2021; A1GZ7K / 2022; 413038 / 2025) aufgestockt. Zusätzlich wird per morgen die 30ig jährige Anleihe des EFSF (A1G0AJ) um 1 Mrd. € auf insgesamt 2,5 Mrd. € aufgestockt. Die Anleihe ist mit einem Kupon von 3,875% ausgestattet und ist am 30.03.2032 fällig.

In den nächsten Monaten werden sich die Kapitalmärkte den Anforderungen der Investoren entsprechend wandeln. So ist im Herbst damit zu rechnen, dass das US-Schatzamt erstmals Floating Rate Notes in ihr Sortiment aufnehmen wird. Aber auch in Deutschland werden Neuerungen gefordert. So ist es denkbar, dass sich Deutschland mit der Begebung einer 50-jährigen Anleihe anfreundet. Die Versicherungsbranche hat Interesse bekundet und in Großbritannien denkt man bereits über eine Anleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren nach.

Der Euro verharrt in der Warteposition

Der Kluge baut vor!

Kurz vor den für Euroland so wichtigen Wahlen notiert der Euro in einer engen Bandbreite zwischen 1,3121 und 1,3283. Dies kann sich in den nächsten Tagen zwar noch ändern, aber niemand weiß wie die Welt am Montag, dem 7. Mai, aussehen wird. Erste Tendenzen werden sich zwar abzeichnen, aber speziell in Griechenland wird es noch einige Tage oder sogar Wochen dauern, bis Planungssicherheit für die anderen Euro-Regierungen herrscht.

Für Anleger, die im Euro ihre Risiken minimieren wollen bleibt ausschließlich die Flucht in Bundeswertpapiere. Anleger, die sich vom Euro sogar abwenden, fragen u.a. vermehrt Anleihen auf australische Dollar nach. In dieser Woche hat sich die australische Notenbank infolge der verstärkten Nachfrage sogar zu einer Leitzinssenkung um 0,50 BP auf 3,75% entschlossen. Der australische Dollar notiert aktuell in einer Bandbreite zwischen 1,2644 und 1,2866.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen.

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Author: Klaus Stopp

Wann kommen die Eurobonds?

Noch vor Wochen hegte man die Hoffnung, dass höhere Brandmauern die Feuerteufel von der Sinnlosigkeit ihres Handelns überzeugen könnten. Nun ist allerdings allen Marktteilnehmern klar geworden, dass es eine Fehleinschätzung war. Der Wille war vorhanden, aber Geld alleine hat in dieser Branche keine abschreckende Wirkung mehr. Heute werden Fehlbeträge mit einer Vielzahl von Nullen ohne Zögern zur Normalität erklärt, die noch vor Jahren als unaussprechbar galten. Nun hat sich aber auch das politische Umfeld sehr stark gewandelt und es besteht die Gefahr, dass sich die Bürgerinnen und Bürger Eurolands wieder mehr ihren eigenen Problemen widmen und nicht für die Verfehlungen der anderen zahlen wollen. Die sich abzeichnenden politischen Änderungen in Euroland sind vielfältig und geben keinen stabilen Rahmen für die Finanzmärkte her. In den ursprünglich 17 Eurostaaten sind inzwischen sieben Regierungen an der Sparpolitik gescheitert und bangen um ihre politische Zukunft. Nach Irland, Portugal, Italien, Griechenland, Belgien und Spanien bereiten sich nun auch die Niederlande auf Neuwahlen vor. Mit den Niederlanden verliert die Fraktion der „Unbeugsamen“ einen wichtigen Verbündeten und im Hinblick auf die Wahl des französischen Präsidenten macht Euroland insbesondere diese fehlende politische Stabilität zu schaffen. Trotz der finanziellen Kraftakte ist man bei der Brandbekämpfung nicht viel weiter gekommen. Und auch der IWF kann nicht soviel Löschwasser herbeischaffen, wie notwendig wäre. Trotz der politischen Instabilität wird es in den nächsten Wochen erneut zu einer Diskussion über die Einführung von Eurobonds kommen. Im Vorfeld der anstehenden Fussball-Europameisterschaft und der Olympischen Sommerspiele ist der Zeitpunkt günstig, denn Europa steht im Fokus eines Wettkampfes und die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich während sportlichen Großereignissen viele politische Maßnahmen ohne nennenswerte Gegenwehr durchsetzen lassen. Schon im alten Rom ist nach diesem Motto “Spiele statt Brot” verfahren worden. Eurobonds werden zwar weiterhin kritisch gesehen, aber mittels kurzer und überschaubarer Laufzeiten wird meines Erachtens bereits bis zum Herbst ein erster Vorstoß gewagt werden. Im Zusammenspiel mit der Europäischen Zentralbank sind also kurzfristige gemeinsame Geldmarktpapiere nur noch eine Frage der Zeit.

Die Phalanx zerbricht

Scheitert der Euro?

Nur dreimal AAA ist zu wenig.

Nachdem die Haushaltsverhandlungen mit ihren Sparplänen in den Niederlanden gescheitert sind, ist die Regierungspartei unter Ministerpräsident Mark Rutte zurückgetreten. Nun dringt die niederländische Opposition nach dem Rücktritt auf ein Abrücken vom umstrittenen Sparkurs. Das von der EU vorgegebene Defizitziel von 3% des Bruttoinlandprodukts müsse nicht zwingend eingehalten werden, wenn die Wirtschaft sich in einer Ausnahmesituation befinde, ließ der Chef der Sozialdemokraten, Diederik Samsom, im Parlament verlauten. Damit scheint es trotz des Dementi von Moody’s nicht mehr lange zu dauern, bis Ratingagenturen die Niederlande aus der exklusiven Gruppe der AAA-Staaten verbannen. S&P hatte bereits im Januar ein mögliches Downgrade angekündigt, weil die Gefahr besteht, dass das Verhältnis von Schuldenstand und BIP im nächsten Jahr auf 73% ansteigen könnte. Für 2012 wird ein Wert von 65% erwartet. Sollte den Niederlanden das Triple-A-Rating entzogen werden, so wären lediglich noch Deutschland, Finnland und Luxemburg mit der Bestnote ausgestattet. Der Wertverlust des Euros wäre vorprogrammiert. Scheitert dann der Euro in letzter Konsequenz oder wird lediglich unsere Exportwirtschaft stimuliert?

Wann wird Deutschland abgestuft?

Auch Fondsmanager können irren

US-Hedgefonds-Investor John Paulson wettet darauf, dass sich die Schuldenkrise in Europa wieder zuspitzt. Nach Informationen der englischen Finanzzeitung „Financial Times” wettet Paulson insbesondere auf eine Verschlechterung der Bonität Deutschlands, dessen Bonds bislang als sicherer Hafen gelten. Paulson geht offenbar davon aus, dass auch Deutschland in den Finanzstrudel gerät, wenn sich die Lage in den nächsten Monaten zuspitzt. Doch zunächst einmal hat sich die Renditeerrosion bei den zehnjährigen Bundesanleihen mit einem Renditeabstieg fortgesetzt und markierte mit 1,63% ein neues Rekordtief. Behalten die Zinsoptimisten Recht, wird sich der Renditerückgang der zehnjährigen Bundesanleihen bis auf ca. 1% fortsetzen. Spätestens dann müsste allerdings auch dieser Hegdefonds-Manager feststellen, dass die Märkte länger irrational bleiben können, als er liquide.

EIB misstraut griechischen Unternehmen

Drachme-Klausel

Nun endlich ist es soweit. Die ersten Banken wappnen sich für den griechenlosen Euro. Die Europäische Investitionsbank hat als erste verlautbaren lassen, dass man in neue Kreditverträge mit griechischen Unternehmen -nach angelsächsischem Recht- die „Drachme-Klausel“ aufgenommen hat. Auf diesem Wege sollen die Gelder mittels notwendiger Neuverhandlungen im Falle des Austritts Griechenlands aus dem Euro vor einem Verlust geschützt werden. Diese Vorgehensweise ist sinnvoll, sollte aber auf alle Staaten des Euroraums mit Anpassungsbedarf ausgeweitet werden. Ob hierbei eine Möglichkeit der Rückeinsetzung solcher Klauseln besteht, wird juristisch zu prüfen sein. Nur so kann ein Missbrauch europäischer Hilfsgelder verhindert werden. Den Bürgerinnen und Bürgern der Geberländer ist man das auch schuldig.

Euro-Bund-Future

Die Krise hat sieben Leben

Nach neuem Hoch nun seitwärts

Das Klima in der Eurozone bleibt trotz des bevorstehenden Frühlings vorerst frostig. Die negativen politischen Schlagzeilen aus fast allen Euroländern lassen die Märkte nicht zur Ruhe kommen und die Volatilität bei Aktien und Renten bleibt hoch. Nach dem Rücktritt der niederländischen Regierung, dem französischen Wahlergebnis und neuen Wirtschaftsdaten aus der Eurozone wurde ein wahrer „RUN“ auf die als sicher geltenden Bundesanleihen ausgelöst. Der als Indikator für die Sorgen der Euroländer geltende Euro-Bund-Future wurde dadurch am 23.4. auf ein neues Allzeithoch bei 141,37% katapultiert. Dass es auf diesem Niveau -infolge guter Quartalsergebnisse diverser Unternehmen- zu steigenden Aktienkursen und nachgebenden Rentennotierungen kam, ist nicht verwunderlich. Die Tradingrange wird somit zwischen 141,37% (Hoch vom 23.4.12) und 139,45% (Tief vom 10.4.12) gesehen. Erst ein nachhaltiger Ausbruch nach unten könnte zu weiteren Verlusten bis hin zu 138,50% führen.

Corporates immer noch im Dornröschenschlaf

Französische Unternehmen als Speerspitze

Leider konnte der Primärmarkt infolge der vielen ungelösten Probleme auch in dieser Woche nicht seine Fesseln abstreifen. Zu groß sind die Unsicherheiten in punkto Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Irland und der Niederlande. Aber auch die ersten Anzeichen einer sich eintrübenden konjunkturellen Entwicklung bremsen vorerst die Aktivitäten der Unternehmen.

Dennoch wagte das britische Unternehmen G4S PLC erstmals einen Eurobond über 600 Mio. € zu emittieren. Das Sicherheitsunternehmen für Geld- und Wertdienste refinanzierte sich bis 2017 zu einem Zinssatz von 2,875%. Das Rating des Unternehmens wird mit BBB angegeben.

Zu einem wahren Daueremittenten hat sich der französische Autobauer Renault entwickelt. Das Unternehmen wurde bereits zum vierten Mal in diesem Jahr am Kapitalmarkt aktiv und konnte 650 Mio. € an frischem Kapital einsammeln. Die Anleihe wird in 2017 zurückbezahlt. Die Investoren erhalten dafür einen jährlichen Kupon von 4,25%.

Für die gleiche Laufzeit musste die französische Kaufhauskette Galeries Lafayette einen jährlichen Zinssatz von 4,75% ausloben, um sich 500 Mio. € leihen zu können.

Die aktuell niedrigen Refinanzierungskosten werden sicherlich von den namhaften Unternehmen in den nächsten Wochen genutzt werden, um die „Kriegskasse“ zu befüllen oder auch Altemissionen zu ersetzen.

Staatsanleihen und sonstige Neuemissionen

In dieser Woche hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen eines siebentägigen Refinanzierungsgeschäfts dem Geldmarkt 214,0 Mrd. € (Vw.: 214 Mrd. €) entzogen. Dieser Betrag entspricht der Summe der -im Rahmen des Ankaufprogramms- abgewickelten Transaktionen, da die EZB erneut nicht am Kapitalmarkt aktiv war. Somit erhielt die EZB von 70 Instituten (Vw.: 75) Gebote über 411,451 Mrd. € (Vw.: 438,324 Mrd. €). Der gewogene Durchschnittssatz betrug 0,26% (Vw.: 0,26%).

In den USA wurden in dieser Handelswoche den Investoren Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten zum Kauf angeboten. Dabei handelte es sich um 30 Mrd. US-Dollar als 4-Wochen-, 30 Mrd. US-Dollar als 3-Monat-, 28 Mrd. US-Dollar als 6-Monat-T-Bills, sowie 35 Mrd. US-Dollar als 2-Jahre-, 35 Mrd. US-Dollar als 5-Jahre- und 29 Mrd. US-Dollar als 7-Jahre-T-Bonds.

In Euroland wurden in dieser Handelswoche diverse Altemissionen Italiens (A1GP58 / 2016; A1GZ7J / 2017; 881970 / 2019; A1G1UZ / 2022), darunter zwei inflationsindexierte Anleihen ( A0GUKM / 2017; A0D2B5 / 2019) und den Niederlanden ( A0AXNE / 2014; A0D2B5 / 2037) aufgestockt. In Deutschland wurde planmäßig eine neue 32-jährige Bundesanleihe (113548) den Anlegern im Tenderverfahren offeriert. Die mit einem Kupon von 2,50% ausgestattete Anleihe wurde bei einer 1,1-fachen Überzeichnung mit einer Durchschnittsrendite von 2,41% - dem absoluten Rekordtief - zugeteilt. Bei der Bondauktion konnte die Bundesrepublik Deutschland 2,4054 Mrd. € einnehmen, das Emissionsvolumen betrug insgesamt 3 Mrd. €.

Insgesamt lässt sich konstatieren, dass die weiterhin hohe Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen zu Nettokapitalimporten führt. Im Februar betrugen diese 36,2 Mrd. € und auch in den Folgemonaten sollte dieser Trend anhalten. Somit ist Deutschland weiterhin -zumindest zinstechnisch gesehen- der Profiteur dieser Krise.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen.

Kategorien: Bonds
Author: Klaus Stopp

Die Krise ist tot, es lebe die Krise

Auch in dieser Woche lässt die Krise in Europa die Märkte nicht zur Ruhe kommen. Spanische Anleihen haben zu Wochenbeginn die kritische Marke von 6% Rendite passiert. Nach der erfolgreichen Platzierung der Geldmarkttitel konnte sich der Markt zwar vorübergehend wieder beruhigen, aber nach neuerlichen Befürchtungen über Schwierigkeiten bei der heutigen Begebung zehnjähriger Anleihen stieg das Krisenbarometer (Euro-Bund-Future) erneut an. Die negativen Meldungen aus Italien -Verschiebung der Haushaltssanierung als Folge der Rezession- waren auch nicht zur Aufhellung der Stimmung geeignet. Dass die zehnjährigen Credit Default Swaps für Spanien mit 510 Basispunkten ein neues Hoch markierten, veranlasste die Marktteilnehmer zu Spekulationen über ein baldiges Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB hat allerdings -ungeachtet des Drucks an den Anleihemärkten- in der zurückliegenden Woche keine Staatspapiere von Euroländern neu angekauft. Das so genannte SMP Programm lässt sie bereits seit einigen Wochen weitestgehend ruhen. Warum aber lassen die Notenbanker einen Anstieg der spanischen Renditen auf über 6% zu? Wartet man nur auf den richtigen Zeitpunkt für einen neuen Dreijahrestender oder ein neues Anleihekaufprogramm?

Es ist aber durchaus möglich, dass man den Anstieg der Anleiherenditen billigend in Kauf nimmt, um im Rahmen einer erzieherischen Maßnahme den Druck auf die Staatsregierungen zu erhöhen, damit diese die Haushaltssanierung vorantreiben. Es gilt nämlich, die falschen Signale des griechischen Schuldenschnitts für Nachahmer zu entkräften.

Spanien will sich gesund reden

Verrohung der Sitten

Grenzenloses Selbstvertrauen oder Ignoranz? „Spanien wird keine Unterstützung brauchen. Eine Rettung ist nur notwendig, wenn sich ein Land, wie im Falle Griechenlands oder Portugals, nicht mehr am Markt refinanzieren kann”, ließ sich Wirtschaftsminister Luis De Guindos in der Tageszeitung “El Mundo” zitieren. Diese Darstellungen erinnern aber sehr stark an die Kommentare griechischer Politiker. Der Begriff „Déjà vu“ macht immer mehr die Runde und somit wächst das Misstrauen der Märkte von Stunde zu Stunde. Inzwischen muss die spanische Regierung für Geldmarkttitel mit einer Laufzeit von 12 Monaten mit 2,62% eine höhere Rendite als Deutschland für 30 Jahre zahlen.

Knüppeldick trifft es Spanien aber auch in anderer Hinsicht. Sowohl der wirtschaftliche Streit zwischen Argentinien und Spanien als auch die Angst vor der größten Dürre seit 70 Jahren lassen die spanischen Bürgerinnen und Bürger mit Unbehagen in die Zukunft blicken. Ist das Aufbegehren Argentiniens ein Ausnutzen der politischen Unfähigkeit Spaniens zu einer Reaktion? Es könnte einem in den Sinn kommen, denn die finanziellen Mittel für neue Investitionen fehlen und man hat selbst genügend Probleme zuhause. Ist das der neue Umgang mit Spanien oder nur ein Beispiel für die Verrohung der Sitten?

Liberales China

Der Beginn einer wundersamen Freundschaft

Der nicht frei konvertierbare Yuan darf seit Montag eine verdoppelte, also eine einprozentige Schwankungsbreite im Wechselkursverhältnis mit dem Dollar haben. Die Regierung in Peking hat sich dazu entschlossen, die Wechselkursbildung des Yuan stärker den Märkten zu überlassen. Mit dem flexibleren Wechselkurs gibt Peking auch eine „künstliche Unterbewertung“ ihrer Währung auf, die den Export förderte. Gibt das Reich der Mitte damit pro Forma einer Forderung der Amerikaner nach? Oder ist es nicht vielmehr ein wichtiger Liberalisierungsschritt auf dem Weg einer langfristigen Etablierung des Yuan als internationale Reservewährung? Ohne Hintergedanken wird man sich sicherlich nicht zu diesem Schritt entschlossen haben, denn liberal und China passt nicht zusammen. Da China „lediglich“ noch ein Wachstum von 8,1% ausweist, ist man aber auch auf das Wohlwollen der Exportpartner angewiesen, um das politisch wichtige Wachstum zu erhalten. Es ist also ein Geben und Nehmen! Aber auch die westlichen Industriestaaten sind auf die Volkswirtschaft China angewiesen und somit entsteht eine wundersame Freundschaft.

Neue Zeiten beim IWF

Aufbegehren der Schwellenländer

Es gibt unterschiedliche Sichtweisen darüber wie die Weltwirtschaft künftig vor Turbulenzen durch den Finanzsektor geschützt werden soll. Während EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der Meinung ist, dass Europa bereits seinen Beitrag geleistet hat, sehen dies die Schwellenländer ganz anders. Dies wird deutlich am Versuch des Internationalen Währungsfonds, (IWF) seine Ausleihkapazitäten um 500 Mrd. US-Dollar zu erhöhen. Nachdem bereits die USA sich verweigern, wehren sich nun auch die Schwellenländer gegen eine massive Ausweitung der IWF-Mittel für die Euro-Rettung. Brasilien und acht weitere lateinamerikanische Länder im IWF-Exekutivdirektorium werfen den Euro-Ländern sogar einen Machtmissbrauch vor, um die Mittel zu erzwingen. Darin und auch in der Kandidatur für den Chefposten der Weltbank wird das gesteigerte Selbstbewusstsein der Schwellenländer überdeutlich. Die Zeiten der „Ja-Sager“ sind vorüber!

Euro-Bund-Future

Die 141% im Blick!

Es scheint so, als wäre die Krise wieder neu entfacht und die Marktteilnehmer haben große Zweifel, ob die Schuldenkrise zu bewältigen ist. Vor allem die Angst um Spanien und Italien sorgt weiterhin für viel Unsicherheit. Daher waren Bundesanleihen als „sicherer Hafen“ gefragt. Das beherzte Zugreifen der Anleger bei den vermeintlich sicheren Anleihen verhalf dem Rentenbarometer zu einem neuen All-Time-High bei 140,56%. Nun verharrt der Bund-Future auf diesem hohem Niveau. Die weitere Entwicklung ist maßgeblich von der heute anstehenden spanischen Bond-Auktion abhängig. Verläuft diese nicht wie erhofft, so wird die psychologisch wichtige Marke von 141% in Angriff genommen. Bei einem nachhaltigen Durchstoßen ist die nächste Marke bei ca. 142,50% angesiedelt. Sollte das “Sorgenbarometer Euro-Bund-Future” infolge der Krisenentspannung aber unter Gewinnmitnahmen leiden, so wird die nächste Unterstützung bei 139,45% gesehen. Und erst bei einem nachhaltigen Durchbrechen dieses Bereichs ist ein Abrutschen bis auf 138,50% denkbar.

Corporates: Magere Kost am Primärmarkt

Unternehmen bleiben in Lauerstellung

Langsam erwacht der Primärmarkt aus dem Osterschlaf. Dennoch ist die Emissionstätigkeit noch als lethargisch zu bezeichnen. Dies ist insbesondere der wieder aufkeimenden EU-Schuldenkrise geschuldet. Nur wenige Unternehmen wagten sich an den Primärmarkt. Wie beim FC Bayern, setzte auch hier hauptsächlich Frankreich die Akzente. So konnte das französische Unternehmen für Elektrotechnik Legrand SA am Kapitalmarkt 400 Mio. € zu einem Zinssatz von 3,375% aufnehmen. Die Anleihe des mit A- gerateten Unternehmen hat ein Laufzeit von zehn Jahren. Die französische Holdinggesellschaft PPR, die unter ihrem Dach einige Nobelmarken vereint (u.a. Gucci, Yves Saint Laurent, Puma) war der Zweite im Bunde und konnte sogar 500 Mio. € an frischem Kapital einsammeln. Die 2019 fällige Anleihe beschert den Investoren eine jährliche Verzinsung von 3,125% und wird mit BBB benotet.

Staatsanleihen und sonstige Neuemissionen

Heute Auktion Spaniens

In dieser Woche hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen eines siebentägigen Refinanzierungsgeschäfts dem Geldmarkt 214,0 Mrd. € (Vw.: 214 Mrd. €) entzogen. Dieser Betrag entspricht der Summe der -im Rahmen des Ankaufprogramms- abgewickelten Transaktionen. Auch in dieser Woche war die EZB am Kapitalmarkt nicht aktiv. Somit erhielt die EZB Gebote von 75 Instituten (Vw.: 66) über 438,324 Mrd. € (Vw.: 365,273 Mrd. €). Der gewogene Durchschnittssatz betrug 0,26% (Vw.: 0,26%).

In den USA wurden in dieser Handelswoche den Investoren neben Geldmarktpapieren auch eine inflationsindexierte Anleihe zum Kauf angeboten. Dabei handelte es sich um 30 Mrd. US-Dollar als 4-Wochen-, 30 Mrd. US-Dollar als 3-Monat-, 28 Mrd. US-Dollar als 6-Monat-T-Bills, sowie 16 Mrd. US-Dollar als 5-Jahre-TIPS.

In Euroland wurden in dieser Handelswoche zwei Altemissionen Frankreichs (A0DYDV / 2015; A1G02A / 2017) und in Deutschland die aktuelle 2-jährige Bundesschatzanweisung sogar um 5 Mrd. € auf insgesamt 15 Mrd. € aufgestockt. Die Zuteilung des 1,8-fach überzeichneten Wertpapiers erfolgte bei einer Durchschnittsrendite i.H.v. 0,14%.

Währungsanleihen: Berg- und Talfahrt beim Euro

Zu Beginn der Handelswoche musste der Euro seine Gewinne nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten wieder abgeben. Er fiel sogar kurzzeitig unter die Marke von 1,30. Erst die positiven Konjunkturdaten in Euroland brachten die Gemeinschaftswährung wieder in das alte Fahrwasser zurück. Vor der heutigen spanischen Bondauktion pendelt der Euro aktuell um die 1,3150.

Gegenüber dem südafrikanischen Rand und der schwedischen Krone konnte der Euro seine in der letzten Woche aufgestellten Drei-Monats-Hochs nicht verteidigen. Er fiel bis auf 10,2 respektive 8,83 zurück.

Im Vorfeld der anstehenden Entscheidungen sind die privaten Anleger weiterhin auf der Suche nach Anleihen in Alternativwährungen. Diese Woche wurden hauptsächlich Bonds auf australische Dollar, sowie auf skandinavische Währungen nachgefragt.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

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Author: Klaus Stopp

Die Krise als Stehaufmännchen

Es ist schon frustrierend, was man tagein tagaus lesen muss. Es gibt aktuell sicherlich schönere Jobs als den des Rentenhändlers. Die Freude über immer neue Höchstkurse ist leider auch zugleich Ausdruck von Missmanagement der Politiker. Und in diesem Zusammenhang rauben einem die jüngsten Daten der Bundesbank noch zusätzlich den so dringend benötigten Schlaf. Die bereits schon oft erwähnten Target2-Forderungen gegenüber der EZB belaufen sich zum 31. März 2012 auf 615,592 Mrd. €. Das entspricht annähernd dem Haushaltsbudget der Bundesrepublik Deutschland für zwei(!) Jahre. Noch besorgniserregender ist allerdings die Geschwindigkeit des Anstiegs. Nur als rasant kann dieser bezeichnet werden, denn noch vor 31 Tagen standen „lediglich“ 547,047 Mrd. € zu Buche. Das entspricht einem Zuwachs von 12,5% nach “nur” 9,8% im Februar. Tendenz weiter steigend!

Da viele südliche Länder des Euroraums immer weniger Kredite aus anderen europäischen Ländern erhalten und sowohl die Deutsche Bundesbank, als auch die Österreichische Nationalbank keine riskanten Bankenanleihen mehr als Repo-Sicherheit akzeptieren, ist dieser Weg der Mittelbeschaffung vorprogrammiert. Diese Länder gehören dem Euroraum an und haben dadurch via EZB Zugang zur Refinanzierung. Target2 ergänzt bzw. ersetzt somit die private Kreditvergabe.

Iberisches Kopf-an-Kopf-Rennen

EZB der rettende Engel?

Es darf gewettet werden. Wer macht das Rennen um das nächste Hilfspaket? Portugal oder Spanien? Vielleicht ist die Nachricht über den Kapitalbedarf portugiesischer Banken ein erster Hinweis. Diese haben sich von der Europäischen Zentralbank (EZB) so viel Geld geliehen wie noch nie zuvor. Im vergangenen Monat borgten sie sich 56,3 Mrd. € (+18% gegenüber Vormonat) und dieser Betrag liegt sogar noch über dem bisherigen Rekordstand von 49,1 Mrd. € vom August 2010. Es gibt seit zwölf Monaten keine Bank mehr über die sich die Portugiesen am Interbankenmarkt Geld leihen können. Darüber hinaus wird das Land von der Europäischen Union und dem Internationalem Währungsfonds durch ein Rettungspaket von insgesamt 78 Mrd. Euro gestützt. Die Löcher und die Gräben werden immer tiefer. Somit sind portugiesische Banken gezwungen, sich über einen neutralen Dritten Geld zu leihen. Und so schnell ist die EZB wieder im Spiel!

Athens Fristverlängerung 5.0

Lernerfolg bei Hellas

Was lange währt, wird endlich gut. Das scheint die Regierung in Athen zu hoffen. Sie verschiebt immer wieder den Termin der Umtauschentscheidung für die Anleihen des Landes, die nach internationalem Recht oder von griechischen Staatskonzernen begeben wurden. Die Frist war am 9. März zunächst bis zum 23. März verlängert worden, dann ein weiteres Mal bis zum 4. April. Letztlich hatten die Halter dieser Anleihen im Volumen von nominal 20 Mrd. € bis zum 11. April Zeit, um ihre Erklärung über eine Beteiligung am Schuldenschnitt abzugeben. Diese Frist wurde nun abermals verlängert, und zwar bis zum 20. April. Allerdings müssen sich die Anleger der neuen griechischen Anleihen keine Sorgen mehr machen, denn ein Zahlungsausfall bei den nach ausländischem Recht begebenen griechischen Staatsanleihen wird keinen Zahlungsausfall nach den Bestimmungen der neuen Staatsanleihen darstellen. Im März hat das griechische Parlament vorsorglich in dem neuen Anleihengesetz eine wechselseitige Drittverzugsklausel vermieden. Damit zieht ein Zahlungsausfall bei einer Anleihenserie automatisch keinen Zahlungsausfall des ganzen Landes nach sich. Damit haben die Griechen – ausnahmsweise – mal aus den Fehlern anderer Staaten gelernt. Somit wird am 6. Mai eine neue Staatsregierung gewählt und voraussichtlich am 15. Mai erstmals nicht gezahlt!

Spritzenkur à la EZB

Kapitalmärkte in Not

Die Kapitalmärkte könnten von neutralen Beobachtern mit Drogenabhängigen in Verbindung gebracht werden. Denn beide sind abhängig und warten auf den nächsten Schuss. Während der Junkie auf das Heroin oder ein ähnliches Rauschmittel wartet, sehnen sich die Kapitalmärkte nach der nächsten Liquiditätsspritze. Nach einer intravenösen Injektion von 500 Mrd. € im Dezember vergangenen Jahres setzte die Europäische Zentralbank (EZB) Ende Februar den zweiten Schuss. Doch der Rausch, sprich die Entspannung am Rentenmarkt, hielt nicht lange an. Die nachlassende Wirkung war bereits Anfang April bei der Auktion spanischer Anleihen zu beobachten. Nur zu höheren Renditen konnten die Anleihen bei den Investoren untergebracht werden. Mit Spannung blicken die Anleger auf die Auktion italienischer Bonds am heutigen Donnerstag. Vier Anleihen sollen an den Investor gebracht werden. Bereits vor Ostern reduzierten die Investoren ihre italienischen Anleihen im Portfolio und die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen stieg bis auf 5,92%. Die bedrohliche Grenze von 6% ist nicht mehr fern und diese gilt inzwischen nur noch kurzfristig als finanzierbar. Das war nicht immer so, denn Italien musste viele Jahre mit solchen Zinsen leben. Aber inzwischen ist der Schuldenberg so angewachsen, dass die Zinszahlungen ebenfalls über die Kapitalmärkte refinanziert werden müssen. Daher schmerzt jeder noch so geringe Zinsaufschlag. Man darf gespannt sein, wann die EZB die nächste Spritze aufzieht.

Euro-Bund-Future

Steter Tropfen höhlt den Stein

Future muss im ersten Anlauf Federn lassen

Endlich war es soweit! Der Euro-Bund-Future konnte mit Hilfe der aufkeimenden Schuldenprobleme in Europa und schwächerer US-Daten die bisherigen Höchststände überschreiten. Nach dem Herausbilden eines neuen Allzeithochs im Juni-Kontrakt bei 140,44% wurde dieses Niveau allerdings nur kurz gehalten und das Rentenbarometer sackte unter die Marke von 140,00%. Denn auch an den Börsen gilt, dass jeder Hügel befestigt werden muss, um darauf stehen zu können. Und so ist unter Umständen das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Denn im Zuge der immer noch vorhandenen Marktunsicherheiten ist auch eine Rendite von 1,5% für zehnjährige deutsche Staatsanleihen nicht auszuschließen. Charttechnisch sind die Widerstände nach oben dünn gesät. Das All-Time-High vom 7.3.12 bei 140,52% wurde nur knapp verfehlt und stellt neben der psychologisch wichtigen Marke von 141,00% obere Begrenzungslinien dar. Darüber hinaus entspricht ca. 142,50% einer möglichen Rendite von 1,5% für zehnjährige Anleihen. Nach unten gelten die Marken 139,40% (altes Allzeithoch) und 138,75% jeweils als Unterstützungslinie.

Corporates-Fastenzeit geht noch weiter

Unternehmen stehen Gewehr bei Fuß

Auch am Primärmarkt wartet man auf die Auferstehung. Dies kann allerdings noch einige Tage dauern, aber nach der Osterpause ist mit einer Belebung der Emissionstätigkeit zu rechnen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Unternehmen inzwischen besser geratet sind als manche Eurostaaten und man sich die historisch niedrigen Zinsen sichern möchte, werden die Finanzchefs der Unternehmen auf eine erhöhte Mittelaufnahme drängen. Auch die Ablösung von Altschulden ist immer noch ein Thema. So ist z.B. der Perpetual Bonds der Postbank (A0DHUM) mit einem Sonderkündigungsrecht seitens des Emittenten zum 23.10.2012 ausgestattet. Solche Wertpapiere stehen wegen der weiteren Anrechenbarkeit von Hybridkapital auf das Eigenkapital von Kreditinstituten unter besonderer Beobachtung. Die Kurse spiegeln nicht zuletzt innerhalb der letzten 12 Monate die Hoffnungen und Befürchtungen einer ganzen Branche wider. Auf Kurse nahe 75% folgte der Absturz auf 45% und eine kleine Auferstehung auf 65%, um nun bei ca. 60% zu verharren.

Es bleibt also trotz verlängerter Fastenzeit interessant.

Staatsanleihen und sonstige Neuemissionen

Auch über Ostern wird Kapital benötigt

In dieser Woche hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen eines siebentägigen Refinanzierungsgeschäfts dem Geldmarkt 214,0 Mrd. € (Vw.: 213,5 Mrd. €) entzogen. Dieser Betrag entspricht der Summe der -im Rahmen des Ankaufprogramms- abgewickelten Transaktionen. Entsprechend der geringen Erhöhung des zu absorbierenden Betrags ist die EZB in der vergangenen Handelswoche in geringem Maße -nach langer Abstinenz- wieder aktiv geworden. Somit erhielt die EZB Gebote von 66 Instituten (Vw.: 78) über 365,273 Mrd. € (Vw.: 415,044 Mrd. €). Der gewogene Durchschnittssatz betrug 0,26% (Vw.: 0,26%).

In den USA wurden in dieser Handelswoche den Investoren neben Geldmarktpapieren auch wieder Treasuries mit längeren Laufzeiten zum Kauf angeboten. Dabei handelte es sich um 30 Mrd. US-Dollar als 4-Wochen-, 31 Mrd. US-Dollar als 3-Monat-, 29 Mrd. US-Dollar als 6-Monat-T-Bills, 32 Mrd. US-Dollar als 3-Jahre-, 21 Mrd. US-Dollar als 10-Jahre- und 13 Mrd. US-Dollar als 30-Jahre-T-Bond.

Trotz der österlichen Ruhe wurden bzw. werden in Euroland diverse Altemissionen Italiens (A1G2JD / 2015 , A1A3MT / 2015 , A0AXDU / 2020 , A0TT2V / 2023), der Niederlande (A1GSZE / 2023) und Österreichs (A1ASCX / 2017 , A1GZRQ / 2022) aufgestockt. Vor dem Hintergrund der wieder aufflammenden Euro-Schuldenkrise stand aber auch die Neubegebung der zehnjährigen Anleihe der Bundesrepublik Deutschland im Mittelpunkt des Interesses. Die geringe 1,1-fache Überzeichnung ist sicherlich auf die Marktumstände zurückzuführen. Denn bei einer Zuteilung zu einer Durchschnittsrendite von 1,77% stellten die anvisierten 5 Mrd. € zwar kein Problem dar, aber die Nachfrage hielt sich in Grenzen und als Marktpflegequote mussten ca. 1,1 Mrd. € zurückbehalten werden. Dass auf dem bisherigen Renditetiefpunkt die Käufer nicht Schlange standen ist nachvollziehbar und kein Zeichen von Misstrauen.

Währungsanleihen

Der Euro profitiert von der Schwäche anderer.

Der Euro kann sich gegenüber dem US-Dollar über der Marke von 1,30 halten und das trotz der Probleme in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland. Dies hängt weniger mit der eigenen Stärke, als mit den schlechter als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten zusammen. Dennoch konnte sich die gemeinsame Währung aber gegenüber Alternativwährungen behaupten. So wurde mit 10,5453 und mit 8,9279 gegenüber dem südafrikanischen Rand bzw. der schwedischen Krone jeweils ein neues 3-Monats-Hoch herausgebildet.

Um gegen die Probleme in Euroland besser geschützt zu sein, sind Privatanleger weiterhin an Alternativen zum Euro interessiert. Daher stehen Fremdwährungsanleihen auf südafrikanischen Rand, australische Dollar sowie norwegische und schwedische Kronen lautend im Fokus der Privatanleger.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

Disclaimer

Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.

Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.

Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

Durch das Zurverfügungstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument “Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft” das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltenen weiteren Links übernehmen.

Copyright © 2011: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.

Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Lurgiallee 12, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen.

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Author: Klaus Stopp

Spanien schockt die Märkte

Schon lange wurde gemutmaßt, dass Portugal das nächste Griechenland ist. Aber, dass so schnell auch Spanien in dieses iberische Fahrwasser geriet, war doch für viele Experten überraschend. Die Märkte reagierten schockiert auf die Meldungen, dass die Arbeitslosigkeit in Spanien den achten Monat in Folge anstieg und die Staatsverschuldung nach Schätzung der Regierung in Madrid im laufenden Jahr auf 79,8% des Bruttoinlandsprodukts klettern wird. Das ist neuer politischer Zündstoff. Die logische Konsequenz waren steigende Renditen für spanische Staatsanleihen und sich ausweitenden Spreads bei spanischen CDS. Nicht wenige Marktteilnehmer unken schon, dass die Wirkung der EZB-Liquiditätsspritzen (Dreijahrestender) nachlässt. Wenn das der Fall sein sollte, wie will man dann eine Staatspleite in dieser Größenordnung aufhalten?

Der Blick nach Spanien ist alles andere als ermutigend. Die jüngste Bondmarktauktion zeigt, dass offensichtlich das Geldpolitik-Schwert der Europäischen Notenbank in Form der Dreijahrestender stumpf wird. Immer mehr Anleger scheinen sich von den Iberern abzuwenden. Das platzierte Volumen lag mit 2,6 Mrd. Euro am unteren Rand der Erwartungen. So konnte z.B. die Anleihe mit einer Laufzeit bis 2020 nur zu steigenden Renditen (5,338% nach 5,156%) untergebracht werden und das traf auch auf die anderen Laufzeiten -bei rückläufiger Nachfrage- zu. Allerdings sollte man in diesem Zusammenhang auch bedenken, dass Spanien bereits 46% seiner Planung realisiert hat. Dennoch waren die Märkte verunsichert und die CDS stiegen in die Nähe der Rekordmarken vom November letzten Jahres. Mit den Dreijahrestender von 1 Bill. Euro hat man sich also nur drei Monate Zeit erkauft. Ohne Beseitigung der fundamentalen Ursachen scheinen die Instrumente der Notenbank zur Lösung der Schuldenkrise nicht mehr auszureichen. Und dann hilft auch keine Brandmauer à la ESM und EFSF! Was wir brauchen ist eine wachstumsfreundliche Defizitreduzierung. Also die Quadratur des Kreises.

Yen-Abwertung. Segen oder Fluch?

Asiaten sind geduldiger als Europäer. Besonders geduldig sind aber die Japaner. Die Wirtschaft des Landes gleicht einem Patienten im Wachkoma. Seit dem Platzen der “Bubble Economy” Anfang der neunziger Jahre ist das Land in einer Deflationsspirale gefangen. Alle Reanimations-Maßnahmen sind bisher fehlgeschlagen. In den vergangenen zehn Jahren pendelte Japans Wirtschaft zwischen einer Rezession und einem leichten Wachstum von max. 2,4%. Nach der Rezession im vergangenen Jahr durch die Katastrophe von Fukushima im März 2011 erwarten die Firmen für 2012 lediglich einen Gewinnanstieg um ca. 2%. Das kann bestenfalls den Verlust des Vorjahres ausgleichen. Nachdem der japanische Yen in den letzten Jahren ungeahnte Stärke aufwies, scheint nun die Zeit der Yen-Schwäche gekommen zu sein. Endlich scheinen sich die Fundamentaldaten durchzusetzen und die wirtschaftlichen Probleme in den Vordergrund zu rücken. Eine schwächere Währung beflügelt aber auch die Exporte und so könnte die Abwertung zum Dollar eine moderne Form des “Aufbauprogramms Ost” werden. Auch die japanische Notenbank, Bank of Japan, will schützend die Hand über das zarte Pflänzchen „Wachstum“ halten und nimmt sich ein Beispiel an den westlichen Notenbanken. Bereits im Februar wurden überraschend die Ankäufe für Staatsanleihen ausgeweitet. Nach dem Motto „Viel hilft viel.“

Nichts soll unversucht bleiben, um die japanische Wirtschaft wieder flott zu bekommen.

Griechenland 3.0: Aller guten Dinge sind Drei

Wer hatte eigentlich gedacht, dass zwei Rettungspakte für Griechenland ausreichen? Es sind nicht einmal 21 Tage vergangen, seit dem Mittelmeerland das zweite Rettungspaket überwiesen wurde, aber schon jetzt bereiten die Helenen die übrigen Europäer auf den Bedarf weiterer Hilfen vor. So ließ die Athener Forschergruppe IOBE jüngst verlauten, dass die griechische Wirtschaft nach ihrer Einschätzung in diesem Jahr wohl um 5% schrumpfen wird. Darüber hinaus befürchten sie eine Arbeitslosenquote von rund 20%. Entwickelt sich die Konjunktur und der Arbeitsmarkt derart schlecht, dürften die Sparziele des Landes in Gefahr geraten, so die IOBE. Damit sind die Forscher pessimistischer als die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds. Wen wundert, dass Premierminister Lukas Papademos fast zeitgleich gegenüber einer italienischen Zeitung von weiteren finanziellen Hilfen sprach, die das Land möglicherweise benötige. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds schätzt den Bedarf Griechenlands schon jetzt auf 50 Mrd. €. Aller guten (?) Dinge sind Drei! Oder?

Die Richter und das SchVG

In finanzielle Not geratene Unternehmen sind leicht versucht, im Zuge einer Sanierung zusätzlich die ausstehenden Altanleihen zu restrukturieren. Anleger sollen dabei auf Ansprüche verzichten. Dieses Recht gibt den Firmen das Schuldverschreibungsgesetz von 2009. Das wollte jetzt auch der Holzspezialist Pfleiderer nutzen. Bei einer Versammlung stimmten 75% der Gläubiger zu, dass sie bei einer 2007 aufgelegten Hybridanleihe gegen eine geringere Aktienbeteiligung auf ihre Ansprüche verzichten. Zwar gilt das Schuldverschreibungsgesetz für Anleihen, die ab dem 5. August 2009 aufgelegt wurden. Aber das Gesetz kann sich unter Umständen auch auf Anleihen beziehen, die vor diesem Datum begeben wurden. Für eine Änderung der Usancen genügt eine Zustimmung der einfachen Mehrheit von 75% der teilnehmenden Gläubiger (qualifizierte Mehrheit). Das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt hat jetzt allerdings entschieden, dass die Pfleiderer-Anleihe nicht von dem Schuldverschreibungsgesetz gedeckt ist. Warum? Das Papier hatte Pfleiderer über eine niederländische Tochter aufgelegt. Die Richter hatten in erster Instanz geurteilt, dass die Altanleihen nur dann in den Anwendungsbereich fallen, wenn sie ausschließlich nach deutschem Recht begeben wurden. In zweiter Instanz haben sich die Richter auf das Rückwirkungsverbot gestützt, weil sich die Rechtsverhältnisse der vor 2009 begebenen Anleihen unzulässig verschlechtern würden. Mit anderen Worten: Im Falle einer Restrukturierung von Altanleihen, die über ausländische Finanzierungstöchter begeben wurden, müssen demnach faktisch 100% der Gläubiger zustimmen. Der Gläubiger hat damit etwas mehr Rechtssicherheit. Aber diese nutzt im Falle notleidender Unternehmen, wie beim Solarkonzern Q-Cells, auch nichts mehr.

Euro-Bund-Future

Und wöchentlich grüßt das Murmeltier

Wann wird sich das Verhaltensmuster der Anleger ändern?

Auch diese Woche konnte man unter dem altbekannten Börsenmotto zusammenfassen: „Todgesagte leben länger.“ Zum wiederholten Male hat sich das Rentenbarometer angeschickt, den oberen Trendkanal zu durchstoßen und den bisherigen Höchststand zu testen. Ohne die Unterstützung aus den USA und ein erneutes Aufflackern der Euro-Schuldenkrise wäre diese Bewegung wahrscheinlich nicht gelungen. Ob sich der Euro-Bund-Future allerdings in diesen Höhen behaupten kann, muss abgewartet werden. Ein nachhaltiges Durchstoßen der Marken bei 138,74% (Hoch v. 4.4.2012) und 139,06% (Hoch v. 12.3.2012) würde sicherlich Absicherungsmaßnahmen und weniger Neuengagements initiieren, denn stets auf die Zuspitzung der Krisen zu spekulieren kann gefährlich sein. Irgendwann wird dieses Verhaltensmuster der Anleger nicht mehr funktionieren! Nach unten ist eine Unterstützungslinie bei 137,70% (Hoch v. 23.03.2012) vorhanden und lediglich im Falle des Durchbrechens droht eine Abwärtswelle bis auf 135,22% (Tief v. 9.2.2012).

Corporates: Fastenzeit auch am Primärmarkt

Erstmals seit einigen Wochen war eine vorösterliche Zurückhaltung am Primärmarkt zu spüren. Anleihen konnten zwar weiterhin problemlos platziert werden, dennoch ließ die Performance zu wünschen übrig, da die Schuldverschreibungen meist mit geringerem Aufschlag - im Vergleich zur Sekundärkurve - gepreist wurden. Normalerweise bieten Unternehmen eine “Neuemissionsprämie”, um neue Bonds erfolgreich am Kapitalmarkt platzieren zu können.

So emittierte erstmals der israelische Pharmakonzern Teva Ltd. eine in Euro begebene Schuldverschreibung. Die im Jahre 2019 endfällige Emission wird jährlich mit 2,875% verzinst und hat ein Gesamtvolumen von 1 Mrd. €.

Darüber hinaus zahlt der finnische Netzbetreiber Fingrid Oyj seinen Investoren 3,5% über zwölf Jahre, um sich mit 300 Mio. € am Kapitalmarkt refinanzieren zu können. Durch das sehr gute A1/A+ Rating gilt der Bond für Institutionelle Kunden als solides Investment.

Aber auch französische Unternehmen sind stets auf der Suche nach der billigen Refinanzierung. So konnte das französische Immobilienunternehmen Gecina (Baa3) am Kapitalmarkt 650 Mio. € für sieben Jahre zu 4,75% aufnehmen. Und auch Peugeot wagte diesen Schritt. Bei einem Rating von Ba1/BB+ ist das Unternehmen im „Ramschbereich“ eingestuft und musste zur Mittelaufnahme i.H.v. 600 Mio. € eine jährliche Zinszahlung von 5,625% für ca. 5 Jahre ausloben.

In der nächsten Woche ist ebenfalls mit einer geminderten Emissionstätigkeit zu rechnen und erst Mitte April wird man wieder annähernd Normalität erreichen können.

Staatsanleihen und sonstige Neuemissionen

Abstinenz beim Ankauf von Staatsanleihen

In dieser Woche hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen eines siebentägigen Refinanzierungsgeschäfts dem Geldmarkt 213,5 Mrd. € (Vw.: 213,5 Mrd. €) entzogen. Dieser Betrag entspricht der Summe der -im Rahmen des Ankaufprogramms- abgewickelten Transaktionen. Zum wiederholten Male wurde die EZB in den vergangenen Tagen am Kapitalmarkt nicht aktiv. Somit erhielt die EZB Gebote von 78 Instituten (Vw.: 82) über 415,044 Mrd. € (Vw.: 322,943 Mrd. €). Der gewogene Durchschnittssatz betrug 0,26% (Vw.: 0,26%).

In den USA wurden in dieser Handelswoche den Investoren lediglich Geldmarktpapiere zum Kauf angeboten. Dabei handelte es sich um 30 Mrd. US-Dollar als 4-Wochen-, 31 Mrd. US-Dollar als 3-Monat-, 29 Mrd. US-Dollar als 6-Monat- und 26 Mrd. US-Dollar als 52-Wochen-T-Bills. Bereits in der Woche nach Ostern werden zusätzlich T-Bonds mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren aufgelegt.

In Euroland wurden in dieser Handelswoche verschiedene Altemissionen Spaniens (A0BEBS / 2015 ; A1GU8C / 2016 ; A1AY1D / 2020) und Frankreichs (A0TJQ6 / 2017 ; A1GZ7K / 2022 ; A1AYTR / 2026 ; A1AJL2 / 2041) aufgestockt. Auch in Deutschland wurde planmäßig die fünfjährige Bundesobligation Serie 162 den Anlegern im Tenderverfahren offeriert. Die mit einem Kupon von 0,75% ausgestatteten Wertpapiere wurden bei einer 1,8-fachen Überzeichnung mit einer Durchschnittsrendite von 0,80% -nahe dem bisherigen Rekordtief bei 0,79%- zugeteilt. Das Volumen der Gesamtemission beläuft sich -einschließlich des Aufstockungsbetrags i.H.v. 4 Mrd. €- nun auf 16 Mrd. €.

Währungsanleihen

Der Euro ist noch nicht wieder fit

Aktuell leidet die europäische Gemeinschaftswährung unter den weiterhin existierenden Schuldenproblemen und einem fester werdenden US-Dollar. Auch gegenüber den Alternativwährungen konnte der Euro keinen Boden gut machen. So hat der Euro im Bezug auf die norwegische Krone sogar einen Teil der erzielten Währungsgewinne wieder aufgebraucht.

Da die Probleme in der Eurozone aber nicht kleiner werden, sind Privatanleger weiterhin auf der Suche nach Alternativen zum Euro. Fremdwährungsanleihen sind sicherlich eine Möglichkeit der Risikostreuung. Wir beobachten vor diesem Hintergrund insbesondere Aktivitäten bei Anleihen auf australische Dollar und norwegische Kronen lautend.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

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Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.

Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.

Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

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Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument “Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft” das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

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Author: Klaus Stopp

Unternehmen auf Griechenlands Spuren

Inzwischen kann man sich des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass der Bogen am Rentenmarkt überspannt wird! Bereits vor mehreren Wochen haben wir uns noch verwundert die Augen gerieben hinsichtlich der Idee einer nachträglichen Änderung der Anleihebedingungen. Angesichts des immensen Refinanzierungsbedarfs der Staaten, Länder, Kommunen und Unternehmen sollten alle Bedürftigen darauf achten, dass die Investoren nicht das Vertrauen in die Sache verlieren. Nachdem Griechenland den ersten Teil umgetauscht hat, kam es für den zweiten Teil nun zu einer Fristverlängerung bis zum 4. April. Diese wurde seitens Athens sicherlich nicht gewährt, weil die Zustimmung zu groß war. Nein, die Rettung Griechenlands steht immer noch auf des Messers Schneide. Wie kleine Kinder wurden die Gläubiger nochmals aufgefordert, in sich zu gehen und ihr Verhalten zu überprüfen. Nur Realitätsfremde können glauben, dass die Unbeugsamen nachgeben. Never ever! Durch Griechenland wurde allerdings ein Verhalten initiiert, das die Investoren umdenken lässt.

Praktiker hat von den Gläubigern eine Absage erhalten und muss sich nun auf anderen Wegen neues Kapital suchen. Die Altgläubiger jedenfalls waren nicht dazu bereit, eine rückwirkende Kuponreduzierung mitzutragen. Ermöglicht wird das daraus entstehende Chaos aber durch ein bisher in der Öffentlichkeit fast nicht wahrgenommenes Gesetz, das Schuldverschreibungs-Gesetz (SchVG). Darin ist geregelt, dass für die nach deutschem Recht begebenen Schuldverschreibungen durch Mehrheitsbeschlüsse der Gläubiger die Anleihebedingungen für alle Gläubiger derselben Anleihe nachträglich noch geändert werden dürfen. Dieses Gesetz gilt zwar nicht für gedeckte Schuldverschreibungen im Sinne des Pfandbriefgesetzes oder für Anleihen des Bundes, der Länder und Gemeinden. Aber es gibt Anwendungsmöglichkeiten! Erst vor wenigen Tagen wurden die Gläubiger der Anleihe A0KAH3 der CCG Cool Chain Group Holding AG, Bremen, zu einer Gläubigerversammlung eingeladen. Mit einer Einladungsfrist von 14 Tagen soll dann am 5. April 2012 über eine Veränderung der Fälligkeit der Hauptforderung entschieden werden. Früher galt an den Börsen das gesprochene Wort und auf Anleihen übertragen entsprechend die niedergeschriebenen Bedingungen. Das kann ja noch heiter werden!

Neuer Dreikampf für Politiker

Der Druck wurde zu groß und Deutschland knickte ein.

Für viele Experten war es nur eine Frage der Zeit, wann Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble umfallen. Und nun ist es soweit. Die Euro-Finanzminister werden am Freitag in Kopenhagen beschließen, dass die Euro-Rettungsschirme aufgestockt werden. Dies galt lange Zeit als nicht mit uns umsetzbar. Aber nachdem der Druck von außen stetig erhöht wurde, hat Frau Merkel nun erstmals ihre Bereitschaft signalisiert, den dauerhaften Rettungsschirm ESM (Europäische Stabilitätsmechanismus) und seinen zeitlich begrenzten Vorgänger EFSF (European Financial Stability Facility) vorübergehend nebeneinander aufzuspannen. Damit wird das Kreditvolumen in einer Übergangszeit auf 700 Mrd. € anwachsen. Das hat zur Folge, dass sich das Risiko für den deutschen Steuerzahler bis Sommer 2013 von 211 Mrd. € auf bis zu 280 Mrd. € erhöht. Und das Risiko bleibt uns für 30 Jahre erhalten. Mal wieder ist ein Nein verworfen und eine rote Linie überschritten worden. Das scheint ein neuer Dreikampf für Politiker geworden zu sein: Diskutieren, dementieren und dennoch realisieren. Aber wenn man sich die Erklärungsversuche unserer Politiker zu Gemüte führt, dann weiß man nicht, ob man weinen, oder lachen soll. Aus CDU-Kreisen heißt es z.B.: „Durch die höhere Brandmauer (..) sei das Risiko wesentlich geringer geworden, dass es zu einer Haftung kommen wird.” Man verlässt sich hierbei auf die Wirksamkeit einer Schaufensterauslage, aber eine Brandmauer kann nur wirklich helfen, wenn man den Feuerteufeln auch das Streichholz wegnimmt, sprich den Finanzmärkten neue Spielregeln verordnet.

Irland und der Fiskalpakt

Ist das die irische Art der Selbstverstümmelung?

Ein kleines unbeugsames Land, eher ein Inselstaat, verfolgt noch demokratische Prinzipien. Irland lässt als einziger europäischer Mitgliedsstaat - wie bereits bei den EU-Verträgen von Nizza und Lissabon - die Vereinbarungen durch das Volk legitimieren. Die Iren stimmen am 31. Mai über den EU-Fiskalpakt für eine strengere Haushaltsdisziplin ab. Nachdem sich bereits Großbritannien und Tschechien auf jeden Fall nicht an dem EU-Fiskalpakt beteiligen wollen, besteht das Risiko, dass ein weiteres Land ausscheren wird. Der Fiskalpakt wird aber auch ohne Irland in Kraft treten! Doch eine Ablehnung wird den Zugang zu dem neuen Rettungsfonds der EU, dem European Stability Mechanism (ESM) und damit zu neuen und notwendigen Krediten verhindern. Doch wie wird man sich in der EU nach einem „Nein“ verhalten? Ein Ausschluss aus der EU ist nicht vorgesehen und vorstellbar! Aber auch dann wird gelten: Wer zahlt schafft an!

Der Mai ist der Monat der Entscheidungen

Wahlen in Frankreich und Griechenland

Ende gut alles gut? Nachdem die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) das zweite Rettungspaket an Griechenland genehmigt hat, schienen die Kapitalmärkte zur Tagesordnung überzugehen. Doch am Horizont sind bereits wieder dunkle Wolken zu sehen. Zwar werden die Neuwahlen in Griechenland immer weiter hinausgezögert, doch im Moment steht der 8. Mai im Raum. Bei der Wahl Anfang Mai gilt es keineswegs als sicher, dass die aktuelle Koalition unter Ministerpräsident Lucas Papademos die Wahl gewinnen wird. Nach den neuesten Umfragen drohen den beiden Traditionsparteien, den Konservativen und den Sozialisten, wegen der Sparbeschlüsse deutliche Stimmenverluste. Es ist davon auszugehen, dass die Gegner der Reformen, also linke und rechte Splittergruppen, ein Votum von weiten Teilen der Bevölkerung erhalten. Werden sie dann die Sparbeschlüsse rückgängig machen? Wenn ja, wie wird die EU darauf reagieren? Dies ist aber nur ein wichtiges Ereignis.

An der Börse ist auch die Präsidentschaftswahl der Franzosen am 22. April ein Thema. Der Ausgang ist mehr als ungewiss und wirft deshalb einen Schatten bis in den Wonnemonat Mai hinein. Obwohl der bisherige Staatspräsident Nicolas Sarkozy bei den Terroranschlägen eine gute Figur machte, werden seinem Konkurrenten François Hollande gute Chancen eingeräumt, einen zweiten Wahlgang zu erzwingen. Daher ist es möglich, dass die Franzosen am 6. Mai zu einer zweiten Abstimmung aufgerufen werden. Der französische Sozialistenchef François Hollande hat für den Fall eines Sieges bei der Präsidentenwahl Korrekturen am kürzlich beschlossenen europäischen Fiskalpakt angekündigt. Er macht sich für gemeinsame europäische Anleihen und eine erweiterte Zuständigkeit der Europäischen Zentralbank stark. Das Fiskalpaket, das eine Schuldenbremse enthält, bezeichnete Hollande als Illusion und risikobehaftet. Wie werden sich dann die Finanzminister und Regierungschefs der anderen europäischen Staaten verhalten? Wie wird Deutschland auf den Wunsch nach europäischen Anleihen reagieren? Somit wird auch in diesem Jahr der alte Spruch der Börsianer wiederbelebt: „Alles neu macht der Mai.“

Der Emissionszug rollt weiter

Unternehmen stillen den Hunger der Investoren

Der Emissionszug rollt mit unveränderter Geschwindigkeit weiter. Und das, obwohl die konjunkturellen Signale nicht unterschiedlicher sein könnten. Die Beweggründe der Investoren sind aber sehr unterschiedlich. Die einen haben Liquidität, die nach Anlage verlangt und andere trauen Unternehmen mehr als Staaten, und nutzen die höheren Renditen zur Neuanlage.

So konnte das Bad Homburger Gesundheitsunternehmen Fresenius eine 500 Mio. € große Anleihe mit Laufzeit 2019 und einem Kupon von 4,25% am Kapitalmarkt platzieren. Dass die Anleihe teilweise unter dem Emissionskurs gehandelt wurde, ist damit zu begründen, dass sie im Vergleich mit den bestehenden Anleihen zu teuer gepreist wurde. Das Unternehmen wird mit BB+ benotet.

Dagegen musste das finnische Mineralölunternehmen Neste Oil seinen Investoren 4% bieten, um 250 Mio. € an frischem Kapital bis 2017 einzusammeln.

Der Stahlkonzern ArcelorMittal sicherte sich ebenso die derzeit günstigen Refinanzierungsbedingungen und konnte zu 4,25% 500 Mio. € über den Kapitalmarkt mit einer Laufzeit bis 2018 aufnehmen. Mit Baa3/BBB- ist das Unternehmen nur noch eine Stufe vom Ramschbereich entfernt.

Das größte Telekommunikationsunternehmen Österreichs, Telekom Austria, refinanzierte sich über 10 Jahre in einem Volumen von 750 Mio. €. Das Unternehmen (Baa1, BBB) musste dafür 4% als Zins bieten.

Sehr gut platziert werden konnte auch eine neue Anleihe des Rohstoffhändlers Glencore AG. Die 4-fach überzeichnete Anleihe wird mit 4,125% verzinst und in 2018 zurückbezahlt. Zu den gleichen Bedingungen (Kupon und Laufzeit) war auch der spanische Stromkonzern Iberdrola SA im Volumen von 1 Mrd. € am Kapitalmarkt aktiv.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

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Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.

Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

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Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument “Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft” das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltenen weiteren Links übernehmen.

Copyright © 2011: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.

Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Lurgiallee 12, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen.

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Author: Klaus Stopp

Sind Corporates die besseren Staatsanleihen?

Die Gunst der Stunde nutzen.

Kaum war in punkto Griechenland die Katze aus dem Sack und der Nebel hatte sich gelichtet, da kam es zu einer wahren Flut an Neuemissionen. Die Refinanzierungskosten befinden sich weiterhin auf Rekord-Tief. Somit ist es kein Wunder, dass Unternehmen versuchen sich auf lange Sicht Geld zu leihen und somit die Niedrig-Zinsen über mehrere Jahre zu sichern. Noch vor Wochenfrist wagten sich die Unternehmen nicht aus der Deckung, aber jetzt waren viele Vorstände der Meinung die Karte „Corporates sind die besseren Staatsanleihen“ spielen zu können. Durch nachträgliche Veränderung der Anleihebedingungen hat man den solide wirtschaftenden Unternehmen einen großen Gefallen getan. Staatsanleihen werden zwar weiterhin nach Einschätzung der Politiker als krisensicher gelten und sind wegen der bevorzugten Handhabung bezüglich der Eigenkapitalunterlegung auch nicht wegzudenken. Aber bei ca. 1,5 Billionen in 2012 endfälligen Staatsanleihen sollte man vorsichtig mit den Marktteilnehmern umgehen und diesen nicht zuviel zumuten. Eine von Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret geforderte einheitliche CAC-Regelung bei Staatsanleihen hat sicherlich keine beruhigende Wirkung.

Hier nun eine kleine Auswahl der Neuemissionen:

Aus deutscher Sicht ist die bereits dritte Bondemission aus dem Hause <b>Daimler</b> in 2012 erwähnenswert. Der Autobauer konnte sich bis zum Jahre 2019 einen Betrag von 750 Mio. € in einer für Privatanleger freundlichen Mindeststückelung von 1.000 € zu 2,625% aufnehmen.

Aber auch der Essener Baukonzern <b>Hochtief</b> gab sein Debüt am Anleihemarkt. Die 500 Mio. € große Emission war bei den Anlegern sehr stark nachgefragt und konnte sich am ersten Handelstag bereits um 1,5% verteuern. Die jährliche Verzinsung beträgt 5,5% und auch hier wurde im Hinblick auf viele Privatanleger die kleinste Mindeststückelung von 1.000 € gewählt. Das Unternehmen Hochtief verfügt über kein Rating.

Das Versandhandelunternehmen <b>OTTO</b> GmbH emittierte eine kleine Anleihe über 150 Mio. € bei einer Laufzeit von 5 Jahren.

Aber auch andere Gesellschaften nutzten die Gunst der Stunde. So war u.a. die neue Anleihe des Pharmakonzerns <b>Roche</b> (A+) sehr gefragt. Der Konzern gilt als sehr sicheres Bondinvestment und muss daher jährlich lediglich 2,00% Zinsen für ca. 6 Jahre zahlen.

Für 7 Jahre und 1,25 Mrd. € zahlt der Elektrotechnikkonzern <b>ABB</b> seinen Anlegern einen Kupon von 2,625%. Bei einer Mindeststückelung von 100.000 € ist die Schuldverschreibung allerdings eher für institutionelle Kunden geeignet.

Der französische Baukonzern <b>Vinci SA</b> (Baa1) bot seinen Investoren jährlich 3,375% Zinsen, um sich für 8 Jahre verschulden zu dürfen. Und für 10-jährige Anleihen lobte das australische Telekommunikationsunternehmen <b>Telstra</b> (A2/A ) einen Kupon i.H.v. 3,5% und der französische Industriekonzern <b>Saint-Gobain</b> (Baa2) i.H.v. 3,625% aus. Für 15 Jahre musste <b>Veolia Environnement</b> für 750 Mio. € 4,625% p.a. zahlen.

Die Zeit macht erfinderisch und es gilt die Gunst der Stunde zu nutzen!

EZB plant den Ausstieg lieber heute als morgen

Genug ist genug. Das sagen sich einige Notenbanker, die sich an ihre eigentlichen Aufgaben erinnern. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wird offensichtlich laut über einen Ausstieg aus den Hilfsprogrammen zur Stabilisierung der Eurozone nachgedacht. Ziel muss es sein, den Ausstieg sukzessive und schonend für die Wirtschaft zu initiieren. In den vergangenen vier Monaten hatte die EZB den Banken mehr als 1 Bill. Euro zum “Schnäppchenzins” zur Verfügung gestellt, Staatsanleihen der EU-Krisenländer gekauft und den Leitzins auf den historischen Tiefstand von 1% geschleust. Die EZB möchte es künftig dem europäischen Rettungsschirm überlassen, Anleihen maroder europäischer Staaten zu kaufen und somit die Risiken verlagern. Die EZB wartet daher auf die notwendigen Entscheidungen europäischer Politiker. Die Pessimisten warnen allerdings davor, dass man auf eine Entscheidung der Politik lange warten kann. Denn eines ist gewiss: Die Bondkäufe der Zentralbanken stellen Risiken für die Bilanzen und die Reputation dar. Voraussetzung für einen solchen Beschluss seitens der Politik ist aber, dass man gemeinsam an einem Strang zieht. Während die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, Niederlande, Österreich und einigen anderen Ländern eine positive Entwicklung aufzeigt, sieht es in Südeuropa weiterhin finster aus. Es ist daher eine gemeinsame Wirtschafts- und Fiskalpolitik notwendig, um diese Ungleichgewichte zu beseitigen. Und das ist Aufgabe der Politik und nicht der EZB.

Die Zeit drängt, denn alleine in 2012 müssen die Länder der Eurozone Anleihen im Volumen von ca. 1,5 Billionen zurückzahlen, deren Refinanzierung gesichert sein muss. Sollten also die Kapitalmärkte nicht mehr ohne “Stützräder” auskommen, so kann aus der Staatsschuldenkrise schnell eine Bankenkrise werden.

Der Tag der Entscheidung naht

Erpressen lassen oder verweigern?

Altbonds als trojanisches Pferd

Streichen Sie sich den morgigen 23. März rot in Ihrem Kalender an! Denn da läuft die Frist ab, bis zu der sich die Anleger von griechischen Anleihen, die nach internationalem Recht begeben worden sind, äußern müssen, ob sie sich freiwillig an dem Schuldschnitt beteiligen wollen oder nicht. Bis zum 11. April soll dann der Anleihetausch vollzogen sein. Sollten aber verschiedene Hedgefonds und andere Investorengruppen in einigen internationalen Anleihen so positioniert sein, dass sie über einen Anteil von mehr als 70% verfügen, so werden diese nicht freiwillig an dem Schuldenschnitt teilnehmen. Und schon wird es wieder spannend! Die Regierung in Athen steht dann wenige Tage vor den Neuwahlen vor der Entscheidung, sich entweder erpressen zu lassen oder sich zu weigern, die Anleihen zu 100% zurückzuzahlen. Diese zweite Variante oder aber die Nichtbedienung der Zinszahlungen würden definitionsgemäß einen Default bewirken. Dabei wird sich der Default allerdings nicht nur auf diese Gattungen beziehen, sondern auf alle ausstehenden griechischen Bonds. Athen wird sich also überlegen müssen, ob es diese Anleihen bedient oder nicht.

Wird die noch amtierende Regierung Griechenlands wegen der noch ausstehenden Altanleihen im Volumen von 18 Mrd. € einen Staatsbankrott riskieren oder allen anderen Altgläubigern gegenüber die Zweiklassen-Gesellschaft eingestehen? Es bleibt spannend!

Wann kommt Portugal zwischen die Mahlsteine?

Die Schlinge zieht sich zu.

Für den Markt ist es bereits jetzt klar, das nächste Griechenland wird Portugal sein. Obwohl es an den Geldmärkten in Europa nach den beiden Liquiditätsspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer Entspannung gekommen ist, verweilen die Prämien für Kreditausfallversicherungen Portugals in der Nähe ihrer Rekordhochs. Nach Ansicht des US-Vermögensverwalters PIMCO wird sich das Krisenland Portugal bereits im laufenden Jahr zu einem zweiten Griechenland entwickeln. Die Fondsmanager sind davon überzeugt, dass sich das erste Rettungspaket als unzureichend herausstellen wird. Eine Äußerung, die von sogenannten Experten als Unsinn bezeichnet wird – wie seinerzeit auch die pessimistischen Prognosen über Griechenland. Allein mir fehlt der Glaube. Dementsprechend dementierte der portugiesische Finanzminister Fernando Teixeira umgehend. Doch dürfte es tatsächlich nur noch eine Frage der Zeit sein, wann Portugal seine EU-Nachbarn um weiteres Geld bitten wird. Nach Schätzungen von Ökonomen wird die Wirtschaftsleistung allein im laufenden Jahr um 3,3% zurückgehen. Das ist der stärkste Einbruch seit den 70er Jahren. Dieses Schrumpfen der Wirtschaft ist die Folge des aufgezwungenen Sparprogramms, das Teil des mit EU und IWF vereinbarten Hilfspakets über 78 Mrd. € ist. Zwar sind viele Strukturen anders als in Griechenland, doch wie soll in einer Rezession mit einer Arbeitslosenquote von 14% die Haushaltsverschuldung von über 100% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) abgebaut werden?

Griechenland: Der Countdown läuft

Gefahr für die Demokratie

Die harten Sparmaßnahmen und der Einbruch der Investitionen haben die griechische Wirtschaft auf Talfahrt geschickt. Das haben inzwischen auch führende europäische Politiker erkannt und eingestanden. Sicher war es richtig die Auswüchse zu kappen, aber mit dem Spardruck hat man Griechenland für viele Jahre aller Perspektiven einer nachhaltigen Konjunkturerholung beraubt. Für das laufende Jahr rechnet die griechische Notenbank mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 4,5%. Das wäre das fünfte Rezessionsjahr in Folge! Innerhalb dieses Zeitraums hat die griechische Wirtschaft ein Fünftel ihrer Wirtschaftsleistung verloren. Auch die Arbeitslosigkeit erreicht mit 22% einen Rekordwert. Unter den 15 bis 29-jährigen sind fast 40% ohne Arbeit. Ein Pulverfass ohne Gleichen. Am Kapitalmarkt stellt man sich die Frage, ob die Rekordarbeitslosigkeit und die Rezession nicht der Nährboden für das Entstehen extremer Parteien im Vorfeld der im April anstehenden Neuwahlen sein könnte. Schon jetzt erwarten die Pessimisten (je nach Standpunkt auch die Optimisten), dass Griechenland freiwillig und mit dem Einverständnis der Mitgliedsländer aus dem Euroclub austreten wird. Denn ohne massive Abwertung der Währung, kann das Land in Europa nicht konkurrenzfähig werden. Und ohne Wirtschaftswachstum ist keine Besserung in Sicht. Also wird Athen nichts anderes übrig bleiben, als mit einem deutlich reduzierten Schuldenstand den Weg Argentiniens und Uruguays zu beschreiten. Das Ergebnis der Wahl wird diesen Prozess eventuell sogar noch beschleunigen.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

Disclaimer

Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.

Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.

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Author: Klaus Stopp

Die Krise ist noch lange nicht vorbei!

Der unkontrollierte Staatsbankrott von Griechenland scheint abgewendet. Der Branchenverband ISDA hat ein Kreditereignis im Sinne einer Restrukturierung Griechenlands manifestiert. In den kommenden Tagen wird der Ablauf der Abwicklung festgelegt. Interessant könnte es hierbei allerdings nochmals wegen der nach internationalem Recht emittierten Hellas-Anleihen im Volumen von ca. 18 Mrd. € werden. Die Umtauschfrist wurde bei diesen Titeln bis zum 23. März verlängert, denn 31% dieser Investoren - im Volumen von rund 6 Mrd. €- haben sich noch nicht dazu bereit erklärt, ihre Anleihen gegen die neuen Anleihen zu tauschen. In einigen Wertpapieren haben Investoren sogar eine blockierende Minderheit. Sie können deshalb nicht zur Teilnahme gezwungen werden. Das bedeutet entweder, dass die Griechen diese Anleger bedienen oder es wird einen Default geben, also eine Insolvenz. Davon wären allerdings auch die neuen griechischen Staatsanleihen betroffen. Auch wenn der Markt bereits die Abwendung der griechischen Staatspleite feiert, in trockenen Tüchern ist diese noch lange nicht!

Auch besteht weiterhin die Gefahr, dass sobald der ESM installiert ist, Griechenland freiwillig mit den reduzierten Schulden aus dem Euro ausscheiden wird. Mit einer funktionsfähigen Brandmauer sollte erreichbar sein, dass die Finanzmärkte im Zweifelsfall nicht im Feuer stehen. Zeit ist Geld und Geld ist nur bedrucktes Papier! Es ist also ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Fed starrsinnig oder weitblickend?

Präsidentschafts-Wahlkampf lässt grüßen

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (FED) setzt ihre lockere Geldpolitik fort und lässt ihren Leitzins unangetastet in der Spanne zwischen 0% und 0,25%. Und das soll so bis Ende 2014 weitergehen? Die Währungshüter begründen dies weiterhin mit anhaltenden Unsicherheiten für die Wirtschaft. In diesem Zusammenhang sei aber die Frage erlaubt: In welcher Phase der Geschichte gab es Sicherheit bei der wirtschaftlichen Entwicklung? Inzwischen haben sich die Zeiten etwas geändert und die Konjunkturdaten aus den USA sprechen eine andere Sprache. Dies ist auch den Notenbankern klar geworden und somit ist es nicht verwunderlich, dass auf ein neues Programm zur Stimulierung der Wirtschaft verzichtet wurde. Denn in den kommenden Quartalen wird mit einem moderaten Wachstum sowie einer schrittweise sinkenden Arbeitslosenquote gerechnet. Das „moderate“ Wachstum bedeutete Ende 2011 eine Jahresrate von 3,0%, also eine Quote, bei der andere Notenbanken die Leitzinsen sehr viel schneller anheben würden. Daher drängt sich die Frage auf: Warum wird diese Linie so hartnäckig verteidigt? Es gibt hierfür nur zwei mögliche Gründe. Entweder die Wirtschaftsdaten sind im Vorfeld der anstehenden US-Präsidentschaftswahl geschönt oder die Zinsen werden künstlich niedrig gehalten, um die positiven Nebeneffekte einer aktuell 2,9%-igen Jahresinflation zum Schuldenabbau nutzen zu können.

Ratingagenturen können auch anders.

Welche Rolle spielte hierbei die EZB?

Kaum hatte sich die landläufige Meinung herumgesprochen, dass der Schuldenerlass Griechenland etwas Luft verschafft habe, da schaute die erste Rating-Agentur um die Ecke und sah sich zur Anhebung der Bonität Athens veranlasst. So setzte Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes deutlich nach oben und benotet nun die neuen Staatsanleihen mit der Note „B-“ und einem stabilen Ausblick. Noch am Freitag vergangener Woche hatte die Agentur die langfristige Kreditwürdigkeit Griechenlands vorübergehend mit der zweitschlechtesten Note “begrenzter Zahlungsausfall” bewertet. Das Timing der Rating-Agenturen scheint nicht ideal zu sein. Denn zeitgleich warnt die EU-Kommission in einem neuen Bericht vor weiteren „großen Finanzlücken in den Jahren 2013 und 2014“. Auch scheint nach Ansicht der aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) bestehenden Troika fraglich, ob sich Griechenland nach dem Ende des Hilfspakets ab 2015 wieder allein an den Finanzmärkten refinanzieren könnte. Außerdem ist der Ausgang der Wahlen im April ziemlich unsicher und daher könnte eine neue Regierung die bisher gegebenen Zusagen wieder rückgängig machen. In einem solchen Umfeld ist mit derartigen Aktionen kein Vertrauen in die Arbeit der Ratingagenturen zu erzielen. Dennoch hat mit diesem Schritt die EZB wieder neuen Spielraum bei der Besicherung griechischer Anleihen erhalten. Die Diskussion zur europäischen Geldpolitik zwischen Draghi und dem deutschen Widersacher, dem Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann, ist dadurch wieder um einen neuen Aspekt reicher.

Aus 1 mach 21. Was nun?

Blaupause für andere Staaten?

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos kann zufrieden sein und bereitet im Hinblick auf den anstehenden Wahlkampf schon seinen Rücktritt vor. Nach -wenn auch langen- Verhandlungen sind die Verbindlichkeiten seines Landes durch die erzwungene freiwillige Umschuldung um rund 107 auf 250 Mrd. € vermindert worden. Wer beispielsweise eine im März diesen Jahres endfällige Hellas-Anleihe im Depot hatte und sich am Schuldenschnitt freiwillig oder gezwungenermaßen beteiligte, findet nun 21 neue Anleihen in seinem Depot vor. Aus 1.000 Euro nominal sind also 21 Papiere mit einem aktuellen Wert von ca. 220 Euro geworden. Wahrlich kein gutes Geschäft für Investoren. Besser dagegen für die Griechen. Viele Anleger haben in den letzten Wochen bewusst auf eine Glattstellung in den alten Anleihen verzichtet, um vielleicht doch noch in den Genuss der vollen Rückzahlung zu kommen, und versuchen jetzt, Versäumnisse nachzuholen. In der Skontroführung beobachten wir eine Vielzahl von Glattstellungen in den neuen Gattungen. Dabei handelt es sich aber nicht zwingend immer um Verkäufe, sondern auch um Zukäufe, um die Nominalbeträge zu aussprechbaren Volumina zu erweitern. Insgesamt handelt es sich bei dieser weltweit größten Umschuldung in der Geschichte um ein historisches Ereignis. Dass dies ohne größere Kapitalmarktverwerfungen vonstatten ging, war so allerdings nicht zu erwarten. Ob dies der guten Vorbereitung seitens der Notenbanken oder aber der Tatsache geschuldet ist, dass sich die Marktteilnehmer nach einer Lösung -egal wie- sehnten, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Aber könnte das nicht eine Blaupause für Länder wie Portugal oder auch Spanien sein, die ebenfalls auf enormen Schulden sitzen? Noch stemmen sich diese beiden Länder gegen den Schuldenschnitt. Speziell in Portugal ziehen Bevölkerung und Regierung an einem Strang. Die Frage wird nur sein, wie lange noch und wer unterm Strich die Zeche zahlt, wenn weitere Staaten auf diesen Pfad der Entschuldung einschwenken.

Unternehmen bleiben in Deckung.

Vorösterliche Ruhe macht sich breit.

Das Warten auf das Ergebnis des Umschuldungsangebots für griechische Staatsanleihen hat auch auf den Corporates-Bereich ausgestrahlt. Größtenteils lähmte dies die Aktivitäten der Unternehmen und somit herrschte eine vorösterliche Ruhe am Primärmarkt. Nur wenige Gesellschaften wagten sich aus der Deckung. Eines dieser Unternehmen war die holländische Brauerei Heineken, die mit zwei unterschiedlichen Tranchen insgesamt 1,35 Mrd. € refinanzieren konnte. Die jährliche Verzinsung der beiden Tranchen liegt bei 2,5% respektive 3,5%. Diese werden in 2019 und 2024 zurückbezahlt. Heineken wird mit Baa1/BBB+ benotet.

Aber auch der schwedische Industriekonzern Atlas Copco wurde wieder am Kapitalmarkt aktiv. Nach fünf Jahren Abstinenz gelang es dem mit A3/A gerateten Unternehmen 500 Mio. € einzusammeln. Die Anleihe wird in 2019 zurückbezahlt und ist mit einem jährlichen Kupon von 2,625% ausgestattet.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

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Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.

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Author: Klaus Stopp

Angst vor Hellas

Freiwillige Umschuldung oder zwangsweise Umschuldung? Das ist hier die Frage, die nicht nur Investoren bewegt. Die privaten Anleihen-Gläubiger müssen bis heute (21:00 Uhr MEZ) entscheiden, ob sie dem Umtausch zustimmen und damit auf Forderungen im Gesamtvolumen von rund 107 Milliarden Euro verzichten. Griechenland hat Anleihen nach griechischem Recht für nominal 177 Mrd. € begeben. Um den Sanierungsbeitrag i.H.v. 107 Mrd. € zu erreichen, müssen 90 Prozent der Gläubiger das Umtausch-Angebot annehmen. Dies hatte Athen allerdings zur Bedingung gemacht! Während die Troika, bestehend aus der Euro-Gruppe, der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF), bezweifelt, dass es zu einem freiwilligen Umtausch kommt, herrscht in Griechenland noch (Zweck)-Optimismus. Für Experten ist es klar, dass die Umtauschquote von angestrebten 90 Prozent nicht erreicht werden kann. Damit dürften die nachträglichen Zwangsklauseln (sog. Collective Action Clauses, CACs) aktiviert werden. Die Bereitschaft zu einer solchen Lösung wurde bereits vom griechischen Finanzminister Venizelos in Aussicht gestellt. Denn die zwölf privaten Anleger, die bei den Verhandlungen mit den EU-Finanzministern und Griechenland dem Umtauschangebot zugestimmt haben, halten nur 20% der ausstehenden Bonds. Damit nicht genug, denn bei dem Gläubigervotum müssen mindestens die Hälfte des betroffenen Kapitals (88,5 Mrd. €) vertreten sein und die davon notwendige Zweidrittelmehrheit würde bei 59 Mrd. € erreicht werden. Das bedeutet aber zugleich, dass ein Drittel der Gläubiger (29,5 Mrd. €) einen Umtausch wiederum blockieren könnte. Diese Sicht gilt nur für das Minimumszenario. Sollten sogar alle 177 Mrd. € bei dem Gläubigervotum vertreten sein, so würden sich die Summen deutlich erhöhen. Die Zweidrittelmehrheit bei dem Maximumszenario beträgt 118 Mrd. €. Und hier beginnen nun die Spekulationen und Verschwörungstheorien! Eines sollte allerdings allen Beteiligten klar sein: Die Alternative im Falle des Scheiterns heißt ungeordneter Zahlungsausfall und das mit allen finanziellen Unabwägbarkeiten.

Wenn nicht jetzt wann dann?

Wer zahlt schon gerne sinnlos eine Prämie?

Bereits in der letzten Woche fiel die Entscheidung des Ausschusses der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) entgegen den Erwartungen aus, dass auch im Falle einer Zustimmung der privaten Anleger zur freiwilligen Umschuldung die Credit Default Swaps (CDS), also die genannten Kontrakte, mit denen sich Marktteilnehmer gegen den Ausfall des Schuldners Griechenland versichern können, nicht ausgezahlt werden. Diese Kreditausfallversicherung wird nicht automatisch fällig, sondern der Ausschuss des ISDA muss nach Stellen eines Antrags darüber beschließen. Nach deren Auffassung liegt kein entsprechendes Kreditereignis (Credit Restructuring Event) vor. Nicht zu Unrecht fragen sich nun die Marktteilnehmer, wann diese Kreditausfallversicherungen dann fällig werden, wenn nicht jetzt.

Für Experten ist die Entscheidung der ISDA ein Präzedenzfall. Sollte sich an den Märkten die Überzeugung durchsetzen, dass CDS im Ernstfall nicht ausgelöst werden, erfüllen sie ihren Zweck nicht mehr. Damit könnten professionelle Anleger sich nicht mehr gegen einen Kreditausfall absichern. Eine Folge könnte eine Flucht aus dem Markt für Staatsanleihen sein. Übrigens beobachten Fondsmanager interessiert diese Diskussionen, denn sie fungieren als Sicherungsgeber für Marktteilnehmer und generieren dadurch Zusatzeinnahmen in Zeiten magerer Zinserträge.

EZB auf der Lauer

Die Target2-Bombe tickt weiter.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer letzten Sitzung keine weiteren Schritte zur Stabilisierung der Euro-Zone unternommen und wird auch auf der heutigen Sitzung des Zentralbankrats den Leitzins auf dem niedrigen Niveau von 1,0% halten. Nach dem Dreijahrestender von mehr als 500 Mrd. Euro geht man davon aus, dass die Märkte ausreichend mit Liquidität versorgt sind. Doch das muss nicht immer so bleiben! Skeptiker halten es durchaus für möglich, dass die EZB ihren Leitzins im III. Quartal auf 0,5% senken wird, sollte Griechenland nach der Wahl im April tatsächlich aus der gemeinsamen Währung austreten und das Konstrukt der Finanzbranche ins Wanken geraten. Somit hat sich die EZB selbst eine Pause verordnet und tut gut daran, sich auf die neuen Herausforderungen einzustellen. Denn diese werden kommen! Die Geldpolitik ist weiterhin eher als eine Politik mit Geld zu verstehen. Somit entsteht die nächste Blase. Liquidität ist genügend vorhanden und diese sucht nach Anlagemöglichkeiten. Wie ausufernd die Geschäftspraxis der Notenbanken geworden ist, zeigt ein Blick in die Target2-Forderungen. Alleine bei der Deutschen Bundesbank haben sich diese Forderungen per 29. Februar 2012 auf 547 Mrd. € summiert. Das sind 70,6% mehr als noch vor einem Jahr. Und die Zuwachsraten steigen von Monat zu Monat an. Die dadurch ausgelösten Diskussionen über eine Begrenzung der Target2 Kredite scheint aktuell aber kein Gehör bei den EZB-Vertretern zu finden. Die Gefahren werden verniedlicht und Europa saniert sich nicht zuletzt über Inflation und eine schwache Währung zu Lasten der Schwellenländer. Viele Marktbeobachter sprechen bereits heute von einer Art Währungskrieg.

Fiskalpakt mit ersten Rissen

Spanien unterschreibt und schert aus

Mit Ausnahme von Großbritannien und Tschechien haben alle EU-Staaten auf dem Frühjahrsgipfel den Fiskalpakt unterzeichnet. Dies ist ein erster Schritt zu mehr Zuverlässigkeit, nun muss aber noch die nationale Umsetzung folgen. Dies ist zur Vermeidung neuer Schuldenkrisen unumgänglich und muss auch entsprechend gelebt werden. Von reinen Lippenbekenntnissen hat Europa wenig, denn hinter diesen sinnvollen Beschränkungen verbirgt sich eine Chance für Europa. Andere Staaten wie USA und Japan hinken hinterher. Somit kann man sogar von einer historischen Chance sprechen, den Staatshaushalt auf niedrigem Niveau zu konsolidieren und zu sanieren. Allerdings macht die Tatsache, dass Spanien bereits kurz nach der feierlichen Unterzeichnung die verschärfte Haushaltsdisziplin für nicht erreichbar erklärte, wenig Mut für die Zukunft. Dennoch gilt es nicht müde zu werden und den Weg weiter zu beschreiten.

MAN ist wieder aktiv geworden

Aber auch Ramsch lässt sich noch platzieren.

Trotz der nicht gelösten Griechenlandfrage und der damit verbundenen Verunsicherung der Investoren wagten sich einige Unternehmen an den Kapitalmarkt.

So wurde u.a. der französische Einzelhandelskonzern Casino Guichard-Perrachon am Primärmarkt mit 600 Mio. € aktiv. Die Anleihe wird mit jährlich 4,00% verzinst und in 2020 zurückbezahlt. Das Unternehmen wird mit BBB- benotet.

Auch der finnisch-schwedische Papier- und Verpackungshersteller Stora Enso konnte die noch positive Stimmung Ende letzter Woche nutzen, um 500 Mio. € frisches Kapital einzusammeln. Das Unternehmen ist mit der Note Ba2 ausgestattet. Somit handelt es sich um einen Non-Investmentgrade „High Yield“ Bond. Die „Ramschanleihe“ verzinst sich mit 5,5% und wird in 2019 getilgt.

Besonders interessant waren aber aus deutscher Sicht zwei Emissionen: Erstens die neue Anleihe von Heidelberger Zement. Die Altemissionen waren in den letzten Wochen sehr gefragt. Dadurch konnte sich das Unternehmen im aktuellen Marktumfeld günstiger refinanzieren und musste den Investoren lediglich eine jährliche Verzinsung von 4% bieten, um erfolgreich 300 Mio. € zu platzieren. Dennoch wurde der Bond vergleichsweise zu teuer gepreist und notiert mittlerweile unter dem Ausgabekurs.

Und zweitens wurde der Maschinen- und Fahrzeugbaukonzern MAN SE erstmals seit drei Jahren wieder am Anleihemarkt tätig. Das Unternehmen platzierte problemlos 750 Mio. € zu einem Zinssatz von 2,125%. Die Rückzahlung erfolgt in 2017 und das Rating beträgt A3.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.Baadermarkets.de

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Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.

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Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument “Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft” das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.

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