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Author: Klaus Stopp

Bitte kein abrupter Zinsschock!

In vielerlei Hinsicht ist die Welt nicht mehr so wie sie noch vor wenigen Jahren war. Dies trifft auch auf die Notenbanken zu. Auf der einen Seite wird in den USA permanent über die angemessene Anzahl der Zinserhöhungen in Kombination mit einer Reduzierung der Bilanzsumme diskutiert. Auf der anderen Seite setzt man in Euroland auch zukünftig auf eine unterstützende Geldpolitik, da die Kerninflation noch nicht hoch genug ist und die Löhne nicht schnell genug steigen. Somit wird uns die Europäische Notenbank (EZB) auch in den kommenden Wochen und Monaten als Ankäufer von Anleihen erhalten bleiben.

Welche Dimensionen dabei inzwischen erreicht wurden, konnte man dem wöchentlichen Bericht der EZB entnehmen. So ist in der Woche zum 7. April - trotz der monatlichen Reduzierung um 20 Mrd. € - die Nachfrage nach Bonds kräftig gestiegen. In Erwartung der verkürzten Handelswochen über Ostern wurden in diesen fünf Handelstagen Bonds für insgesamt 19,492 Mrd. € (Vw.: 8,901 Mrd. €) angekauft. In Summe soll so dem Kapitalmarkt bis zum Jahresende Material im Gesamtwert von nominal 2,28 Bill. € entzogen werden. Besonders bedenklich erscheint hierbei, dass neben den Staatsanleihen auch Titel von 894 Unternehmen im Gegenwert von 77,87 Mrd. € im Bestand der EZB geführt werden, was ca. 12,39% der ausstehenden Volumina entspricht. Die Tatsache, dass es sich bei den Emittenten teilweise um ausländische Gesellschaften handelt, die lediglich einen Sitz in Euroland vorweisen können, ist schon für sich alleine betrachtet, schlimm genug. Aber dass von diesen 894 Bonds sogar über 16% eine negative Rendite abwerfen, kann sogar als grob fahrlässig bezeichnet werden. Im Gesamtbestand rentieren sogar über 70% der Bonds im negativen Bereich. Bei steigenden Zinsen entstehen somit automatisch Abschreibungen auf die Bestände der Notenbanken, was deren nationale Steuerzahler zu tragen haben. Dieses Problem haben aber nicht nur die Notenbanken, sondern auch alle Kapitalsammelstellen, Banken und Versicherer infolge ihrer Anlagerichtlinien. Nur in diesen Fällen sind die Verluste von den Anteilseignern zu tragen.

Noch versuchen die Notenbanken mit allen Mitteln die niedrigen Zinsen „einzufrieren“ und dadurch das wackelige Konstrukt zu stabilisieren. Doch früher oder später werden die Zinsen wieder steigen müssen. Nur weiß noch niemand in welchem Maße und wann. Unter Berücksichtigung der faulen Kredite bei den europäischen Banken sowie den angehäuften Beständen bei den Notenbanken tickt eine Zeitbombe in der Eurozone, die viel Fingerspitzengefühl bei der Entschärfung erfordert. Leider hat man bisher nicht den Eindruck gewinnen können, dass es hierfür geeignete „Entschärfer“ gibt, sondern eher Sprengmeister.

Schicksalswahl für Europa

Die wohl bedeutendste Wahl 2017 für die Zukunft der Europäischen Union (EU) rückt näher. Während in Deutschland mit Merkel und Schulz zwei europafreundliche Kandidaten um den Einzug ins Bundeskanzleramt kämpfen, bewirbt sich mit Marine Le Pen eine bekennende Gegnerin der EU um die französische Präsidentschaft. Am 23. April sind die Franzosen zum Urnengang aufgerufen, um ihren nächsten Präsidenten der fünften Republik in den Élysée-Palast zu wählen. Nachdem sich die Niederlande zuletzt überraschend klar gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders ausgesprochen hatten, haben sich die Kapitalmärkte mit Blick auf die Frankreich-Wahl zwar etwas beruhigt, aber französische Staatsanleihen notieren immer noch mit einem Aufschlag von ca. 70 Basispunkten über Bundesanleihen. Doch die Angst der Börsianer schwingt immer noch mit. Denn ein Terroranschlag in Frankreich könnte die Stimmung kippen lassen und dem Populismus als Wegbereiter dienen.

Sorgen bereitet allerdings auch die französische Volkswirtschaft, weshalb das Land bereits als „der kranke Mann Europas“ bezeichnet wird. Dafür sprechen wirtschaftlicher Stillstand und eine Arbeitslosenquote von ca. 10% sowie eine Staatsverschuldung von ca. 96% des Bruttoinlandprodukts. Vor diesem Hintergrund fordert der Aufsteiger unter den französischen Kandidaten, der frühere Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, einen „radikalen Umbau“, der unter anderem Steuersenkungen bei Unternehmen und Bürgern vorsieht. Gleichzeitig will der parteiunabhängige Macron die hohe französische Staatsquote senken und so in 5 Jahren 60 Mrd. € sparen. Dies sind die Worte, welche die Märkte gerne hören, weshalb viele Analysten bei einem Wahlsieg Macrons von einem Anstieg des Pariser Aktienmarkts ausgehen.

Dafür muss es der 39-jährige frühere Investmentbanker allerdings in die Stichwahl am 7. Mai schaffen und dort seine voraussichtliche Gegnerin Le Pen schlagen. Fest steht schon jetzt, dass das alte Duopol der republikanischen Rechten und der Sozialisten Frankreich abgewirtschaftet hat. So dürften der Sozialist Benoît Hamon unter anderem wegen seiner utopischen Ideen und sein bürgerlich-konservativer Gegner François Fillon wegen Nepotismus sowie mutmaßlicher Bestechlichkeit sich nur noch um Rang drei streiten. Sollte Macron die Ultranationalistin Le Pen schlagen, wäre es ein großer Sieg für die EU, deren Zukunft mit der französischen Präsidentschaftswahl auf dem Spiel steht. Kein Wunder, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble neulich geraunt hatte, als Franzose würde er wohl Macron wählen.

Großbritannien wegen Brexit unter Druck

Mit harten Bandagen dürfte gerungen werden, wenn Brüssel mit den Briten um deren Ausstieg aus der Europäischen Union (EU) verhandeln wird, das ist klar. Doch sollte London dabei einen Brexit ohne Vereinbarung über einen geregelten Austritt in Kauf nehmen, wie es Außenminister Boris Johnson schon einmal so dahingesagt hatte, befürchtet die EU-Kommission Versorgungsengpässe in Großbritannien. EU-Chefunterhändler Michel Barnier soll intern davor gewarnt haben, dass im Falle eines harten Brexits „Chaos an den Grenzen, Versorgungsprobleme für Großbritannien, besonders bei frischen Produkten, und eine ernsthafte Störung des Flugverkehrs“ die Folge sein werden.

Tatsächlich könnte der Brexit einschneidende Folgen für die Luftverkehrsbranche haben. Denn die Flugrechte müssen innerhalb kurzer Zeit neu geregelt werden. Deshalb drängt die Luftverkehrsindustrie auf schnelle Verhandlungen mit Brüssel wie keine zweite Branche in Großbritannien. Denn den britischen Fluggesellschaften droht mit dem EU-Austritt nicht nur ein allgemeiner Rückgang der Passagierzahlen durch die Schwäche des britischen Pfunds, sondern auch der Verlust wichtiger Verkehrsrechte. So stehen die Airlines möglicherweise vor gewaltigen Umwälzungen, sofern sie weiterhin in ganz Europa Flüge anbieten wollen. Schon unmittelbar nach dem Referendum im Juni 2016 hatten die Börsen die großen Billigflieger Easyjet und Ryanair mit heftigen Kursabschlägen abgestraft, weil mit dem Brexit deren pan-europäisches Geschäftsmodell mit dem größten Einzelmarkt Großbritannien gefährdet ist.

Mit der Finanzindustrie, die für rund 11% des britischen Bruttoinlandsprodukts verantwortlich ist, steht eine weitere Branche in Großbritannien unter Druck. Nicht von ungefähr mahnt die bei der EZB angesiedelte Bankenaufsicht die britischen Finanzinstitute zur Eile. Schließlich benötigen die Banken in der Londoner City mit dem Brexit einen Sitz und eine Banklizenz in der EU – sofern sie noch Geschäfte in der EU machen wollen. Sie sollten entsprechend planen, um ihre Lizenz fristgerecht zu erhalten, heißt es in einem Schreiben der Bankenaufsicht. Da es zwischen sechs und zwölf Monaten dauert, bis über eine Banklizenz entschieden wird, ist klar, dass die britischen Banken nicht zunächst einmal die Brexit-Verhandlungen abwarten können. Vielmehr müssen sie sich bereits im Vorfeld nach einem EU-Sitz umschauen und dorthin Geschäft verlagern. Denn Briefkastenfirmen wird die EU nicht dulden. Dies hat die Bankenaufsicht wiederholt klargemacht.

Indessen haben sich die EU-Länder weitgehend über ihre Position für die Brexit-Verhandlungen verständigt. Breiten Rückhalt gebe es auch für den Plan, in zwei Phasen zu verhandeln, hieß es aus dem EU-Rat. Demnach ist vorgesehen, zuerst die Bedingungen des britischen EU-Austritts zu klären, bevor dann über die künftigen Beziehungen verhandelt werden soll. Diese Vorgehensweise setzt die Briten unter Druck und entspricht nicht den Wünschen der britischen Premierministerin Theresa May, die am liebsten beides zusammen klären würde.

Dominator der Währungsreserven

Wir hatten es bereits in der vergangenen Woche angedeutet: Die Stärke des US-Dollars rührt nicht von der eigenen Stärke, sondern der Schwäche der anderen. Per Ende 2016 hielten die Zentralbanken ca. 64% oder gut 5 Bill. USD ihrer Reserven in Form des Greenbacks. Würde man die Wirtschaftsleistung der USA als Basis nehmen, wären nur 44% angemessen. Die jüngsten Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigen, dass es derzeit keiner anderen Währung gelingt, gegen die Dominanz des US Dollars anzukommen. Vielmehr hat der Greenback seine führende Position als Weltleitwährung wieder stark ausgebaut. So konnte er nach drei Quartalen mit rückläufigen Anteilen ausgerechnet im 4. Quartal, in dem Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt worden ist, wieder zulegen.

Diese Entwicklung hat sich wohlgemerkt in einer Phase vollzogen, in welcher der chinesische Yuan im Oktober 2016 in den IWF-Währungskorb aufgenommen wurde und damit zur fünften Reservewährung avancierte. Doch der neue Konkurrent kann dem US Dollar offenbar nicht das Wasser reichen. Lediglich umgerechnet 84,5 Mrd. USD stecken die Notenbanken in das chinesische Volksgeld. Dies kommt gerade mal 1,1% der globalen Devisenreserven gleich, obwohl China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stellt. Nach Berechnungen der Deutschen Bank müsste der Yuan gemessen an der Wirtschaftsleistung für rund 18% der Reserven stehen. Gemäß dem Devisenschlüssel bei den sogenannten Sonderziehungsrechten (SDR) des IWF nimmt die chinesische Währung immerhin 11% ein. Doch kaum einer will eine Reservewährung halten, die überbewertet ist und möglicherweise weiter abgewertet werden muss.

Aber auch der Euro schwächelte und rutschte mit einem Anteil an den Reserven mit 19,74% unter die 20%-Marke und damit den niedrigsten Wert seit 2015. Gemessen an der Wirtschaftsleistung müsste der Euro einen Anteil von rund einem Drittel innehaben. Angesichts der Staatsschuldenkrise in Europa und der negativen Zinsen der EZB gilt der US-Dollar in dieser Situation aber als alternativlos. Am Ende war es die Staatsschuldenkrise in Europa, die einen weiteren Aufstieg der Gemeinschaftswährung, wie er nach deren Einführung eingesetzt hatte, verhindert hat.

Damit bleibt der Euro und erst recht der Yuan meilenweit hinter dem Anspruch des Status einer Weltleitwährung zurück. Ein Stück weit ist dies schon ein Paradoxon, stellt doch mit den USA das Land mit den meisten Schulden zugleich die führende Weltleitwährung und den wohl unberechenbarsten Präsidenten seiner Geschichte. Immerhin scheint ein Comeback des Euro nicht gänzlich ausgeschlossen. So herrschen vielfach am Markt die Erwartungen vor, dass die Wirtschaft in Euroland wieder an Schubkraft gewinnen wird und die Annahme, dass der EU-feindliche Populismus seinen Höhepunkt überschritten haben mag. Sollte das stimmen, so könnte es eigentlich für den Euro nur noch nach oben gehen.

Das ewige Hü und Hott des Alexis Tsipras

Ob es an den schlechten Umfragewerten lag? Kaum hatten sich nämlich die Geldgeber Griechenlands mit Athen über Bedingungen für neue Hilfsmilliarden geeinigt, da forderte Regierungschef Alexis Tsipras weitere Erleichterungen beim Schuldenabbau und die Gründe für die Rolle rückwärts sind sicherlich in dem Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts der Universität von Thessaloniki zu sehen. So haben Tsipras und seine linke Partei Syriza deutlich an Unterstützung verloren und die Zustimmung rutschte von rund 35,5% bei der Parlamentswahl im September 2015 auf jetzt 15,5% ab.

Noch am vergangenen Freitag hatte man sich in Valletta auf eine Grundsatzeinigung für die von den Geldgebern geforderten Sparmaßnahmen 2019 und 2020 geeinigt. Die neuen Reformzusagen von Tsipras‘ Regierung als Bedingungen für weitere Milliarden aus dem seit 2015 laufenden Hilfsprogramms umfassen zusätzliche Sparmaßnahmen im Volumen von 2% des Bruttoinlandsprodukts. Eine Hälfte davon soll über Rentenkürzungen 2019 erreicht werden, die andere Hälfte soll die Senkung von Steuerfreibeträgen 2020 bringen. Damit galten im monatelangen Streit über Reformen die größten Hürden für die Auszahlung weiterer Milliardenhilfen als ausgeräumt.

Doch kurz nach Malta hat Tsipras sein ewiges Spiel aus in die Länge gezogenen Verhandlungen, Zusagen, neuen Bedingungen und Nachforderungen wiederaufgenommen und die Umsetzung der vereinbarten weiteren Wirtschaftsreformen an Erleichterungen bei der Schuldentilgung des krisengeplagten Landes geknüpft. So bezeichnete er mittelfristige Schuldenentlastung, mit denen Griechenland am Anleihekaufprogramm der EZB teilnehmen könnte, und eine zumutbare Haushaltspolitik als Voraussetzung für die Umsetzung der mit den Gläubigern vereinbarten Maßnahmen.

Man wird sehen, wie sich die Regierung Tsipras verhält, wenn nun, wie geplant, die Prüf-Institutionen von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB), Euro-Rettungsfonds ESM sowie Internationalem Währungsfonds (IWF), die man einst Troika genannt hat, in den kommenden Tagen nach Athen zurückkehren, um dort das vereinbarte Reformpaket abzuschließen.

Monatelange Verzögerungen hat es auch bei einem anderen Thema in Griechenland gegeben, das mit der Sanierung des Staatshaushalts in Verbindung steht. So hat Fraport am Dienstag offiziell den Betrieb von 14 griechischen Regionalflughäfen übernommen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber hat dafür 1,234 Mrd. € Konzessionsgebühr an den staatlichen griechischen Privatisierungsfonds überwiesen. Die Konzessionsvergabe, die für 40 Jahre gilt, ist eines der größten Privatisierungsprojekte im überschuldeten Griechenland. Ursprünglich war die Übergabe der Flughäfen für Herbst 2016 geplant.

Ein kleines Körbchen mit bunten Ostereiern

In dieser Berichtswoche gleicht die Emissionstätigkeit der Unternehmen einem nur spärlich gefüllten Osternest. Lediglich Suez, RCI Banque SA, FCA Bank und Schmolz + Bickenbach AG refinanzierten sich mit frischem Geld am Kapitalmarkt.

Dabei machte der französische Automobilhersteller RCI Banque SA den Anfang und begab eine 750 Mio. € schwere Anleihe (A19FWD) mit Laufzeit bis zum 12.04.2021. Renault entschied sich bei der Emission für einen variablen Zinssatz, der vierteljährlich gezahlt wird. Aktuell beläuft sich der Kupon auf 0,318% und nach jeder Zinszahlung errechnet sich der neue Kupon anhand des dann aktuellen Euribors +65 bps. Dementsprechend wurde der Floater zu pari begeben.

Der französische Konzern Suez sammelte 600 Mio. € am Kapitalmarkt ein. Die Fix-to-Float-Nachranganleihe (A19GBE) hat zunächst bis zum ersten Kündigungstermin am 19.04.2024 einen festen jährlichen Kupon von 2,875%. Im Anschluss ist die Anleihe vierteljährlich zu pari kündbar und der Zinssatz ändert sich bis zum 19.04.2029 auf den dann aktuellen fünfjährigen Swap +2,504% und am 19.04.2029 auf den aktuellen fünfjährigen Swap +3,504%. Begeben wurde das Papier zu 100%, was einem Emissionsspread von +314 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach.

Als dritter im Bunde legte die Finanzierungsbank FCA Bank des Automobilkonzern Fiat Chrysler einen 4,5-jährigen Bond (A19F9F) mit einem Emissionsvolumen von 800 Mio. € auf. Die Bank mit Sitz in Turin zahlt für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt 1% Zinsen p.a. an die Investoren. Der Emissionspreis belief sich auf 99,565%, was einem Spread von +100 bps über Mid Swap gleichkam.

Last not least reihte sich in dieser Woche Schmolz + Bickenbach AG ein und begabe eine Anleihe (A19FW9) mit einem Volumen von 200 Mio. €. Der Schweizer Stahlkonzern mit Sitz in Emmenbrücke stattete den Bond mit einem Zins von 5,625% aus, welcher bis zur Fälligkeit am 15.07.2022 halbjährlich gezahlt wird. Emittiert wurde zu pari (+606 bps über Bund). In die Anleihebedingungen wurde eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten aufgenommen.

Schmolz + Bickenbach, FCA Bank und Suez entschieden sich bei Ihren Emissionen für eine Mindeststückelung von 100.000 €. RCI Banque SA erfreute die Privatanleger hingegen mit einer Mindeststückelung von 1.000 €.

Die Drei-Zinnen-Formation

Die Bergsport-Begeisterten unter den Rentenhändlern fühlen sich beim Anblick der chartmäßigen Darstellung der 10-Jahres-Rendite deutscher Staatsanleihen an die Drei Zinnen, einen markanten Gebirgsstock in den Sextner Dolomiten, erinnert. Zum Jahreswechsel rentierte die zugrundeliegende Anleihe nur noch mit 0,168%, um innerhalb des Januars auf 0,478% anzusteigen und nach Durchschreiten eines Renditetals (24.02.) wurde am 10.03. nochmals 0,478% erreicht. Doch seit diesem Tag haben die unzähligen geopolitischen Krisen die Rendite wieder auf 0,203% abschmelzen lassen.

Schenkt man dem großen Bill Gross Glauben, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis der Euro-Bund-Future sich gen Süden verabschiedet. Bereits vor zwei Jahren hatte der auch als Bondkönig bezeichnete Mitbegründer der Anlagegesellschaft Pimco auf diese Strategie gesetzt. Damals haben allerdings die Notenbanken mit ihren Anleihekaufprogrammen ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch nun sieht er sich durch die Reduzierung der Ankaufvolumina seitens der EZB und der Bilanzsumme der Fed ermutigt, die Karte nochmals zu spielen. Man darf gespannt sein, ob er dieses Mal Recht bekommen wird.

Charttechnisch ergibt sich kurz vor den Osterfeiertagen folgendes Bild: Eine sehr stark ausgeprägte Widerstandslinie verläuft aktuell bei ca. 163,80% und eine erste Unterstützung hat sich im Bereich von 162,64% herausgebildet. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 163,47%.

Fitch glaubt an Trump

Zur Wochenmitte hat die Ratingagentur Fitch den USA ihr Spitzenrating bestätigt und damit die haushaltspolitischen Probleme der neuen US-Regierung außer Acht gelassen. Begründet wurde die Bonitätseinstufung mit der gestiegenen Bedeutung als Reservewährung und die weiteren Argumente könnten auch aus dem Wahlkampfprogramm von D.T., dem Unberechenbaren, stammen (die Wirtschaft ist groß, reich und vielfältig, usw.). In diesem Zusammenhang wurde auch der Kapitalmarkt als einer der liquidesten bezeichnet und entsprechend stark in Anspruch genommen. Neben den üblichen Geldmarktpapieren mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten im Gesamtvolumen von 127 Mrd. USD wurden noch T-Notes mit Fälligkeiten in 3 bzw. 10 Jahren sowie 30-jährige T-Bonds für zusammen 56 Mrd. USD aufgelegt.

In Euroland hat in der Karwoche Rom die Hauptrolle für sich beansprucht. Über 60% der in dieser Zeit begebenen Titel betreffen die Refinanzierung Italiens und die restlichen ca. 6 Mrd. € teilen sich die Länder Irland (A1HHG1 / 2023 ; A18WS0 / 2026), Niederlande (A1G12E / 2033) Portugal (A1Z6CE / 2022 ; A1ZU1M / 2025) und Deutschland (110241 / 2027). Angestrebt war eine Aufstockung der aktuellen 10-jährigen deutschen Benchmark-Anleihe um 3 Mrd. € auf inzwischen 17 Mrd. €. Die Zuteilung der überzeichneten Staatsanleihe erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,21% und lediglich ca. 565 Mio. € wurden zur Marktpflege zurückgehalten.

Politische Eiszeit beeindruckt den Rubel nicht

In einer verkürzten Handelswoche und unmittelbar vor den Osterfeiertagen fehlen am Devisenmarkt die entscheidenden Impulse, um für größere Kursbewegungen zu sorgen.

Nach wie vor scheiden sich bei der europäischen Gemeinschaftswährung die Geister, denn einerseits ist man in den USA nicht an einem schwachen Euro interessiert und wird versuchen, dies zu unterbinden. Andererseits prognostiziert die Deutschen Bank für Euro-Dollar im Laufe des Jahres eine Annäherung an die Parität. Begründet wird diese Sichtweise mit einer stärkeren US-Konjunktur sowie der Ungewissheit um die politischen Wahlen in Europa, insbesondere richtet sich da die Aufmerksamkeit der Investoren nach Frankreich. Noch handelt der Euro allerdings deutlich oberhalb der Parität und zwar bei ca. 1,0655 USD.

Ein Blick auf die Entwicklung der anderen Währungen offenbart die derzeitige Stärke und Robustheit des russischen Rubels, und das trotz der politischen Eiszeit sogar gegenüber dem US-Dollar. Im Verhältnis zum Euro hat es die Währung Russlands in den vergangenen Handelsmonaten geschafft, sich stetig zu verbessern und aufzuwerten. Anfang April konnte sie sogar kurzzeitig die Marke von 60 RUB unterschreiten und handelte zeitweise bei 59,5536 RUB. Zuletzt gelang ihr dies im Juni 2015. Diese Marke konnte der Rubel aber nicht lange verteidigen und handelt derzeit wieder bei 60,50 RUB.

In der Karwoche haben sich Privatanleger in Ermangelung neuer Erkenntnisse oftmals bedeckt gehalten, aber dennoch waren vereinzelt Aktivitäten in Bonds lautend auf US-Dollar, türkische Lira, norwegische Kronen sowie auch südafrikanische Rand zu registrieren.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:

Baader Bank AG

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

Über mögliche Interessenkonflikte und rechtliche Hinweise informieren Sie sich bitte im Disclaimer auf http://www.bondboard.de/Newsletter/Disclaimer.

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Author: Klaus Stopp

Die Zinswelt steht Kopf

Dass die Welt am Zinsmarkt nicht mehr die alte ist, davon weiß die Finanzbranche längst ein Lied zu singen. Es ist nicht nur so, dass die Banken manchen Kunden schon Minuszinsen berechnen oder beim Geldabheben neue Gebühren erheben. Nein, nun ist mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt erstmals ein Institut dazu übergegangen, ihren Kunden einen Zuschuss zu zahlen, wenn sie bei der Bank einen Kredit aufnehmen. Zur Einführung beträgt dieser sogenannte Förderzuschuss 1% der Darlehenssumme. Er wird für Darlehen zu Top-Konditionen bei bestimmten Laufzeiten und Zinsbindungen gewährt. Der Betrag wird gemeinsam mit dem Darlehen ausgezahlt. Die Höhe und Ausgestaltung des Förderzuschusses will die Rentenbank in Zukunft an die Zinsentwicklung auf den Kapitalmärkten anpassen. Damit steht die Zinswelt vollends Kopf.

Auf der Passivseite ist in dieser Situation ein Ende der „Umsonstkultur“ zu erwarten, wie es Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret ausdrückt, weshalb er mit steigenden Bankgebühren in Deutschland rechnet. So gehen etwa immer mehr Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen dazu über, das Geldabheben am Automaten zu berechnen und die Gebühren für Girokonten zu erhöhen. Es ist also nur eine Frage der Zeit bis auch Überweisungen und Daueraufträge bei allen Kreditinstituten bepreist werden.

Allerdings müssten die Dienstleistungen und Produkte auch attraktiv sein, sonst würden Banken und Sparkassen dafür diese Preise nicht am Markt durchsetzen können, so Dombret gegenüber der „Welt“. Den Grund für die neue Gebührenpolitik der Banken machte er natürlich bei den niedrigen Zinsen aus. So sei es heute für Banken und Sparkassen nicht mehr möglich, allein durch die Unterschiede zwischen kurz- und langfristigen Zinsen Geld zu verdienen. „Der Bankensektor kann da nur Kosten senken oder Provisionen und Gebühren erhöhen”, machte Dombret klar. Ob die Gebühren dann im Falle wieder steigender Zinsen auch wieder verschwinden würden, sei eine Frage des Wettbewerbs, wie er sagte.

Vor diesem Hintergrund reden die wissenschaftlichen Berater von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries Klartext und warnen vor gravierenden Risiken, welche die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit sich bringt. Die Notenbank konzentriere sich fast ausschließlich darauf, durch die Senkung der Zinssätze die Kreditvergabe anzukurbeln und damit die Konjunktur zu beleben, heißt es in einem Gutachten des Wirtschaftsministeriums. Die Belastungen des Finanzsektors aber würden hinten angestellt, schließlich seien Zinssätze von null oder gar negative Zinssätze für das Finanzsystem aus verschiedenen Gründen sehr problematisch. Nach Angaben des Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Peters, haben die europäischen Banken im vergangenen Jahr ca. 4 Mrd. € in Form von Negativzinsen an die EZB gezahlt. Auf diese Weise wird die nötige Sanierung des Sektors gehemmt und bestimmte Probleme könnten sich sogar verschärfen. Unter anderem erzielen viele Finanzinstitutionen wie Versicherungen keine ausreichenden Gewinne mehr, um ihre Kosten decken zu können. Hinzu kommen laut der Experten die Risiken für etliche Unternehmen, wenn es schließlich zu einer Zinswende komme.

Einen Exit aus der expansiven Geldpolitik mahnte diese Woche auch EZB-Ratsmitglied Klaas Knot an. „So schnell wie möglich“ gelte es, das Anleihekaufprogramm herunterzufahren, womit er meint, mit dem Tapering im Januar 2018 zu beginnen. Von da an könnten die Anleihekäufe schrittweise um monatlich 10 Mrd. € reduziert und dann Mitte kommenden Jahres auslaufen. Konkreter hat es tatsächlich noch keiner aus der EZB gesagt. Deutet man die weiteren Zeichen aus dem Hause der Notenbank richtig, so dürfte erst dann, wenn das Anleihekaufprogramm auf null heruntergefahren ist, mit Leitzinsanhebungen zu rechnen sein. Entsprechendes hatten mehrere Ratsmitglieder lanciert. Früheren Spekulationen über eine Zinsanhebung vor Auslaufen des Ankaufprogramms, die seitens der EZB selbst gestreut worden waren, wurde damit eine Absage erteilt.

Betrachtet man das niedrige Zinsniveau in kurzen Bundlaufzeiten, so deutet derzeit ohnehin nichts auf eine baldige Zinserhöhung hin. Denn mit minus 0,80% und damit 40 Basispunkte unter dem Einlagenzins der EZB verharrt die zweijährige Bundrendite auf extrem niedrigem Niveau.

Bonds der Deutschen Bank kurz vor Ramschniveau

Wenn das der Grand­sei­g­neur der Deutschen Bank, Hermann Josef Abs (1901 – 1994), noch erfahren hätte, er hätte sich im Grabe umgedreht: Bestimmte Schuldentitel des deutschen Bankhauses sind dem Etikett „Ramschniveau“ empfindlich nahe gerückt.

So hat die Ratingagentur Standard & Poor’s Bonds der Deutschen Bank über 58 Mrd. € auf „BBB-“ herabgestuft, womit sie gerade noch als Investment Grade gelten, also als investitionswürdig. Auf dieses Level hat die Ratingagentur die klassischen Anleihen der Deutschen Bank („erstrangig unbesichert“) herabgestuft. Auch die entsprechenden Bonds der Commerzbank über 15 Mrd. €, die des HRE-Nachfolgers Pfandbriefbank oder der Hypo-Vereinsbank (Unicredit) wurden schlechter bewertet.

Das Downgrade der erstrangigen Anleihen war in der S&P-Mitteilung zunächst leicht zu übersehen, weil gleichzeitig die Emittentenratings angehoben wurden. Diese haben sich bei Deutscher und Commerzbank nämlich jeweils von „BBB+“ auf „A–“ verbessert. Die höhere Bonität für die Emittenten wurde von S&P mit dem seit Jahresanfang in Kraft getretenen Abwicklungsmechanismusgesetz (AbwMechG) begründet, mit dem sich der Verlustpuffer deutscher Banken deutlich erhöht. Schließlich sind damit die Gläubiger besser geschützt. Dieser Verlustpuffer aber wird deshalb größer, weil im Abwicklungsfall die erstrangigen Anleihen der Institute haften müssen. Damit erhöht sich natürlich das Risiko dieser Titel für Anleger. Und dies ist auch der Grund, weshalb die Ratingagenturen diese Bonds herabgestuft haben.

Mit dem AbwMechG hat die Bundesrepublik die EU-Abwicklungsrichtlinie umgesetzt. Damit soll sichergestellt werden, dass künftig kein Steuerzahler mehr für eine Bankenpleite haften muss. Daher müssen Banken einen ausreichend hohen Verlustpuffer aufbauen. Laut EU-Regeln für die Bankenabwicklung müssen zunächst die Eigentümer, die Anleihegläubiger und Kundeneinlagen über der gesetzlichen Sicherungsgrenze von 100.000 € die Verluste für 8% der Bilanzsumme abdecken. Danach kann der von den Banken gespeiste Abwicklungsfonds herangezogen werden.

Um die deutschen Banken in die Lage zu versetzen, den erforderlichen Verlustpuffer schnell darstellen zu können, wurden die erstrangigen Anleihen durch das Gesetz schlechter gestellt. Andernfalls hätte beispielsweise die Deutsche Bank neue Bonds mit höherem Risikoprofil und damit höherem Kupon in Höhe von 23 Mrd. € emittieren müssen.

Wer investiert am meisten Geld in Griechenland?

Am morgigen Freitag ist es wieder soweit. Die Euro-Finanzminister treffen sich in Valletta, der Hauptstadt Maltas. Eigentlich wollte man sich an diesem Tag über das immer noch auf dem Spielplan stehende griechische Drama austauschen, aber in Ermangelung einer Lösung zwischen Athen und den europäischen Institutionen kann bzw. muss man sich anderen Themen widmen.

Denn am Samstag stoßen die restlichen EU-Finanzminister zu diesem illustren Kreis, um sich u.a. mit der Bekämpfung der Steuerumgehung und notleidenden Krediten bei europäischen Banken zu beschäftigen. Daher ist noch völlig offen, wann in der Causa Hellas eine Lösung gefunden werden kann. Insbesondere der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble beharrt auf den zugesagten Reformen seitens Griechenlands und widerspricht sehr deutlich den jüngsten Äußerungen von Bundesaußenministers Sigmar Gabriel. Dieser hatte bei seinem Besuch in Athen ein Entgegenkommen der Geldgeber signalisiert und sich somit den Unmut seines Kabinettskollegen zugezogen. Denn jede vereinbarte und nicht umgesetzte Reform kostet die Staatengemeinschaft unterm Strich zusätzliches Geld.

Doch da der politische Rückhalt des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und seiner Partei Syriza von Tag zu Tag schwindet, sollte mit Hochdruck an einem Kompromiss gearbeitet werden. Bei einigen Punkten hat der Internationale Währungsfonds (IWF) bereits ein Entgegenkommen signalisiert, aber die Rentenreform steht nicht zur Diskussion. Sollten die Verhandlungen daran scheitern, dann müssen unter Umständen auch andere Teile des Pakets neu verhandelt werden. Die Schuld an dieser Misere ist allerdings auch zu einem großen Teil der mangelhaften Steuereintreibung in Griechenland geschuldet, da somit die finanzielle Bewegungsfreiheit fehlt. Immer nur den Armen noch weitere Lasten aufzubürden ist eine Strategie, welche zum Scheitern verurteilt ist. Das macht sich nicht zuletzt in den gestiegenen Umfragewerten der Oppositionspartei Nea Dimokratia bemerkbar.

Dabei fällt auch nicht positiv ins Gewicht, dass nach Angaben der EU-Kommission seit Juli 2015 mehr als 10 Mrd. € an EU-Fördergelder geflossen sind, was wiederum ca. 6% des griechischen Bruttoinlandprodukts entspricht. Somit sind die EU-Fonds inzwischen zu den größten öffentlichen Investoren in Griechenland geworden. Sollte es infolge gescheiterter Verhandlungen zu Neuwahlen in Griechenland kommen, so würde nur das griechische Drama um einen weiteren Akt erweitert werden und noch mehr Geld Richtung Athen fließen.

Trump kuschelt mit der Wall Street

US-Präsident D. T., der Unberechenbare, hat mal wieder ein Versprechen abgegeben. Diesmal gegenüber den Banken, denen er eine Deregulierung angekündigt hat, die „weit über die Empfehlungen“ hinausgehen soll und „sehr gut“ für die Branche sein werde. So will Donald Trump die Bankenregulierung, die von der US-Regierung unter Barack Obama als Antwort auf die durch Banken und Versicherungen ausgelöste Finanzkrise 2008 eingeführt wurde, rückgängig machen. Natürlich gab es Beifall von den Investmentbankern der Wall Street aus den Häusern JPMorgan Chase und Goldman Sachs.

Gleichzeitig aber gab es Kritik von der Rating-Agentur Standard & Poor’s, die davor warnte, die mühevoll eingezogenen härteren Kriterien für Banken und deren vergebenen Kredite sowie Verhaltensweisen wieder aufzuweichen. Dies würde den Versuch, die Wirtschaft vor einem zweiten 2008 zu schützen, ins Gegenteil verkehren. Immerhin hatten die US-Steuerzahler 2008 weit über 800 Mrd. US-Dollar Stützungsgelder den amerikanische Banken und Versicherungen zahlen müssen.

Skeptisch äußerte sich auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret zu dem Vorhaben Trumps. Es gebe allerdings derzeit zu wenige Fakten, um eine Deregulierung in den USA seriös beurteilen zu können. Ein Regulierungswettlauf aber würde langfristig allen schaden, sagte er. Dombret bezeichnete es als eine Illusion zu glauben, mit lax regulierten Banken ein stabiles System schaffen zu können.

Risikofaktor Notenbanken

Es sind die Notenbanken, welche die nächste Finanzkrise auslösen könnten. Diese Gefahr sieht der deutsche Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser. Die Zentralbanken, die in der Finanzkrise 2008 noch die Retter waren, seien inzwischen selbst zur Gefahr geworden, sagte er gegenüber der „Welt“. Der Grund: Die Notenbanken würden immer stärker das Vertrauen, das wir in ihre Geldpolitik setzen, missbrauchen, indem sie darüber hinaus Finanzpolitik betrieben, ohne dazu ein Mandat zu haben.

Verschärfend kommt hinzu, dass die Notenbanken vollgepumpt sind mit Staatsanleihen, mit denen auch die Schulden der Welt finanziert werden. Doch die übertreffen mittlerweile die globale Wirtschaftsleistung um mehr als das Dreifache. Wie das Institute for International Finance in Washington mitteilte, sind die weltweiten Schulden im vergangenen Jahr um 7,6 Billionen auf 215 Billionen US-Dollar gewachsen. Die Summe entspreche 325% der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Besondere Sorge macht den Experten der „spektakuläre Anstieg” auf 55 Billionen US-Dollar in den Schwellenländern, weil vor allem Unternehmen außerhalb der Finanzbranche mehr Verbindlichkeiten aufnahmen. Aufgrund der Zinsentwicklung, die weltweit eher nach oben gerichtet ist, sei dies „ein wachsender Grund zur Sorge”.

Der größte Teil der weltweiten Schulden geht allerdings auf das Konto der Industriestaaten, die mit insgesamt 160 Billionen US-Dollar in der Kreide stehen, was fast dem Vierfachen des Bruttoinlandsproduktes dieser Länder gleichkommt. Grund für die Entwicklung ist vor allem die wachsende staatliche Verschuldung, die sich beispielsweise in den USA und in Großbritannien seit 2006 mehr als verdoppelt hat. In den westeuropäischen Ländern und in Japan ist ein Anstieg um ca. 50% zu beobachten.

Innogy elektrisiert

Nachdem in den vergangenen Tagen am Primärmarkt für Unternehmensanleihen nur wenige Highlights zu vermelden waren, konnte am gestrigen Nachmittag die Neuemission der Innogy Finance die Erwartungen des verantwortlichen Finanzchefs übertreffen. Es handelt sich hierbei um die erste Emission dieses noch jungen Unternehmens.

Gepreist wurde die 750 Mio. € schwere Anleihe (XS1595704872) bei +55 bps über Mid Swap, was einem Emissionskurs von 99,466% entsprach. Die Endfälligkeit ist auf den 13.04.2025 terminiert und während dieser Zeit werden jährlich 1% als Zinsen gezahlt. Über die Mindeststückelung von 1.000 € werden sich die Privatanleger sicherlich gefreut haben.

Einen höheren Kupon (1,625%) bei gleicher Laufzeit bietet die RCI Banque den Anlegern. Die Anleihe über 600 Mio. € ist am 11.04.2025 fällig und wurde mit 99,703% gepreist. Damit ergab sich für den mit einer 1.000er Stückelung und einer Make Whole Option ausgestatteten Bond ein Emissionsspread von +113 bps über Mid Swap.

Mit der gleichen Stückelung hat auch das deutsche Bergbauunternehmen K+S die Anleger beglückt. Dieser Bond (A2E4U9) mit einem Volumen von 400 Mio. € ist am 06.04.2023 endfällig, mit einem Kupon von 2,625% und ebenfalls mit einer Make Whole Option ausgestattet. Der Emissionspreis wurde mit 100% fixiert, was wiederum einem Emissionsspread von +289,8 bps über Bund gleichkam.

QE als doppelter Boden. Doch wie lange noch?

Nachdem man in der vergangenen Woche noch rätselte, warum die Anleger trotz steigender Aktienkurse verstärkt in deutsche Staatsanleihen investierten, hat sich inzwischen eine Vielzahl an Gründen herauskristallisiert. Zum einen waren es Äußerungen von verschiedenen EZB-Notenbankern, die angesichts der rückläufigen Inflationsraten ein Beibehalten der niedrigen Zinsen über das Jahresende hinaus in Aussicht stellten. Zum anderen wirft die Unsicherheit bezüglich des Wahlausgangs in Frankreich ihre Schatten voraus. Doch sollte sich der geneigte Beobachter auch die Frage stellen: Was passiert eigentlich mit dem Sorgenbarometer, wenn es auf der Aktienseite zu echten Gewinnmitnahmen kommt?

Diese Frage kann nicht eindeutig beantwortet werden, da zwar in der Physik das dritte Newtonsche Gesetz „actio gleich reactio“ zum Einsatz kommt, aber die Börse eigene Gesetzmäßigkeiten aufweist. Die Fallhöhe - sprich die aktuell zu erzielenden Renditen - hat keinen unerheblichen Einfluss auf das Anlegerverhalten. Somit sind in der momentanen Konstellation auch gleichzeitig fallende Notierungen am Aktien- und Rentenmarkt vorstellbar.

Doch vorerst werden die Anleihekaufprogramme (QE) und die ungebrochene Nachfrage der Kapitalsammelstellen nach Bonds einen doppelten Boden darstellen. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei ca. 162,55%. Da wir allerdings keine Seismographen an den Finanzmärkten zum Einsatz bringen können und uns zugleich vor einem Erdbeben an den Finanzmärkten schützen möchten, bedienen wir uns in solchen Phasen sehr gerne der Charttechnik.

Momentan verläuft eine leichte Widerstandslinie bei 162,72% (Hoch vom 4.4.) und eine kräftigere bei ca. 163,12% (Hoch vom 24.02.). Sollte dieser Bereich nicht getestet werden, sondern Absicherungsmaßnahmen den Euro-Bund-Future unter Druck setzen, so ist eine erste Unterstützungslinie bei ca. 161,69% und eine weitere bei ca. 161% zu registrieren.

Euroland ohne zusätzlichen Bedarf

In dieser Handelswoche wurden lediglich T-Bills mit Fälligkeit in 4 Wochen bzw. 3 und 6 Monaten im Gesamtvolumen von 127 Mrd. USD aufgelegt. Für die kommende Woche sind zusätzlich auch Anleihen mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren geplant.

In Euroland waren am Primärmarkt vier Staaten aktiv und stellten interessierten Investoren Material für ca. 18 Mrd. € zur Verfügung, was in etwa den Rückzahlungen entsprach. Zuerst stockte am Dienstag Österreich zwei Anleihen (A188ES / 2023 ; 193811 / 2027) um insgesamt ca. 1,5 Mrd. € und Deutschland die inflationsindexierte Anleihe (103056 / 2026) um 1 Mrd. € auf. Die Zuteilung des Linkers, der jetzt ein Emissionsvolumen von 10,5 Mrd. € hat, erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -1,07%. Zur Wochenmitte wurde zusätzlich das Volumen der aktuellen, fünfjährigen Bundesobligation (114175) um 4 Mrd. € auf 12 Mrd. € erhöht. Die Zeichnungsaufträge erreichten nicht ganz das angestrebte Volumen, so dass nach der Zuteilung, bei einer Durchschnittsrendite von -0,45%, ein Betrag von 777 Mio. € in die Marktpflege eingebucht wurde. Den Schlusspunkt setzen am heutigen Donnerstag noch Frankreich (A19FUW / 2027 ; A1Z7JJ / 2031) und Spanien (A1ZLR2 / 2020 ; A1ZJHS / 2024 ; A19CK5 / 2027 ; A1AM06 / 2041) mit diversen Emissionen.

Präsident Zuma knockt ZAR aus

Die europäische Gemeinschaftswährung hat im März eine beeindruckende Performance hingelegt. Zum Ende des Monats ging ihr allerdings etwas die Luft aus und der Start in den April fiel ziemlich ernüchternd aus.

Der Höhenflug des Euro ist also vorerst gestoppt und der Greenback erfreut sich einer Beliebtheit, die nicht seiner Wirtschaftskraft entspricht. Sehr deutlich wird dies bei einem Blick auf den Anteil des US-Dollars an den globalen Devisenreserven. Ende 2016 hielten die Zentralbanken ca. 64% ihrer Reserven in USD. Auf Grundlage der Wirtschaftsleistung würden eher 44% als angemessen zu erachten sein. Es ist schon ein Pardoxon, wenn das Land mit den meisten Schulden zugleich die Welt-Leitwährung Nr. 1 stellt. Aber manchmal ist es nicht die eigene Stärke, sondern die Schwäche der anderen, die sich im Devisenkurs widerspiegelt. Zur Stunde hat sich der Euro wieder etwas stabilisieren können und handelt um die Marke von 1,0675 USD.

Wie in der Woche zuvor steht die Währung Südafrikas im Mittelpunkt des Handelsgeschehens. Nach der vollzogenen Entlassung von Finanzminister Pravin Gordhan kam der südafrikanische Rand nochmals gewaltig unter Druck und hatte massive Verluste zu verzeichnen. Unmittelbar darauf reagierte die Ratingagentur S&P und stufte das Land wegen der politischen Unsicherheit auf Ramsch-Niveau herunter und setzte sogar den Ausblick auf negativ. Somit war der freie Fall der heimischen Währung gegenüber dem Euro nicht verwunderlich. Innerhalb nur weniger Handelstage verbilligte sich der Rand zum Euro von 13,3792 ZAR (27. März) bis auf 14,87 ZAR (04. April) und markierte damit ein neues Jahrestief. Inzwischen hat sich die Währung jedoch leicht erholen können und handelt derzeit bei einem Wechselkurs von ca. 14,78 ZAR.

Auf der Suche nach rentablen Investments standen in dieser Berichtswoche vornehmlich Währungsanleihen in US-Dollar auf den Kauflisten. Aber auch Fremdwährungsanleihen in südafrikanischen Rand, türkischer Lira und norwegischer Krone fanden ihre Käufer.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Die EU ist kein Golfclub

Neun Monate nach dem Brexit-Referendum hat Premierministerin Theresa May für Großbritannien nach über 40-jähriger Mitgliedschaft die Scheidungspapiere in Brüssel eingereicht. Zwei Jahre an harten Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU) stehen nun bevor. Gut präpariert ziehen 30 EU-Spitzenbeamte unter Führung von Michel Barnier in den gerne als Rosenkrieg bezeichneten Verhandlungsmarathon. „Taskforce 50“ nennt man in Brüssel Barniers Truppe in Anspielung auf Artikel 50 des Lissabon-Vertrages, der den Austritt eines Landes regelt. Und weil die Briten wegen des geplanten Abschieds zunehmend unter Druck geraten, wird schon über Hintertürchen spekuliert, die dem Vereinigten Königreich doch noch einen Exit vom Brexit, den sogenannten Br-re-exit, ermöglichen könnten.

Zeitlich hat Barnier die Daumenschrauben bereits angezogen. Bis Ende März 2019 soll Großbritannien aus der EU ausscheiden – eine Frist, die rein rechtlich aber auch verlängert werden kann. Dabei will er zuerst über die Scheidungsbedingungen verhandeln, erst dann über die Beziehungen zu UK nach der Scheidung. Wichtig ist, dass von dem Prozess, der uns wohl die nächsten zwei Jahre beschäftigen wird, keine falschen Signale ausgehen. Will heißen, man darf es den Briten nicht zu leicht machen, sonst könnte man andere Mitglieder zum EU-Austritt geradezu ermuntern.

Deshalb macht Brüssel immer wieder klar, dass London wohl eine hohe Zeche zu zahlen hat. Um die 60 Mrd. € nennen Leute wie Inge Gräßle (CDU), Leiterin des Haushaltskontroll-Ausschusses im EU-Parlament. Es sei ja nicht so, dass man aus der EU austreten könne wie aus einem Golfclub, indem man die Mitgliedschaft kündige und dann sei man raus, meint sie. Stellt man Zahlungsverpflichtungen dem britischen Anteil am Vermögen der EU, zu dem auch 47.000 Flaschen Wein zählen, gegenüber, kommt man auf mindestens 57 Mrd. €, die London an Brüssel zu zahlen habe, rechnete diese Woche Gräßle der „Stuttgarter Zeitung“ vor.

Bis mindestens 2023, fordert die EU, müsse Großbritannien noch für gemeinsam beschlossene Projekte aufkommen. Und auch für die Pensionen ehemaliger EU-Beamter, die bis jetzt von den Briten mitbezahlt werden, muss eine Lösung her. Das „No-Deal-Szenario“, das der britische Außenminister Boris Johnson lapidar ins Spiel gebracht hatte, komme nicht in Frage, machte Barnier klar.

Was wären denn die Folgen, träte Großbritannien ohne Abkommen aus der EU aus? Ein Chaos wäre zu erwarten. Schließlich würden überall dort, wo bisher die EU zuständig ist, etwa in der Wirtschaftspolitik oder dem Wettbewerbsrecht, fehlende Verträge zwischen Großbritannien und den anderen Ländern für ein Vakuum sorgen. In zeitraubenden Neuverhandlungen mit der EU, den USA und allen anderen Staaten müsste London bilaterale Abkommen vereinbaren.

Zusätzlicher Druck auf London ist im Norden und Nordwesten von Großbritannien entstanden. Nicht nur, dass die Schotten auf ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich drängen. Auch in Nordirland rumort es ja bekanntlich, weil dort eine EU-Außengrenze zu der Republik Irland entstehen würde. Sollten also Schottland und Nordirland die nationale Unabhängigkeit suchen, würde dies die Wahrscheinlichkeit eines Exits vom Brexit erhöhen, wie manche Beobachter suggerieren. Natürlich hätte London dann die Möglichkeit, die Reißleine zu ziehen und seine Austrittsabsicht zurückzunehmen. Am Ende wäre ein für Großbritannien teuer bezahlter Brexit die schlechtere Variante als ein Rückzug vom EU-Austritt, den man dann nur noch gesichtswahrend dem eigenen Volk verkaufen müsste.

Als Anker des vom Kontinent abdriftenden Schiffs „HMS UK“ könnte sich ja vielleicht die Europäische Investitionsbank (EIB) erweisen. So gelten die rund 39 Mrd. € Gründungskapital der Briten als Verhandlungsmasse mit der EU. Wie Gräßle sagt, müsse der, der die EU verlässt, auch raus aus der EIB. Aber dazu steht nichts geschrieben. Blieben die Briten also bei der EIB mit an Bord, könnte sich dies als ein verbindendes Element für die Zukunft entpuppen.

EZB kommt britischen Banken entgegen – aber nur bei den Fristen

Verlässt Großbritannien den EU-Binnenmarkt, müssen in London ansässige Kreditinstitute rechtlich selbstständige Töchter mit Sitz in einem EU-Staat haben. Denn im Falle eines harten Brexits würden die Banken in der City of London den EU-Pass einbüßen - und damit den Zugang zum europäischen Markt. Briefkastenfirmen, bei denen die Geschäfte weiter von London aus geführt werden, wollen Brüssel und die EZB nicht akzeptieren. Es müssten ausreichend Mitarbeiter vor Ort arbeiten, heißt es.

Was den zeitlichen Rahmen angeht, will die Europäische Zentralbank (EZB) den britischen Banken entgegenkommen. Um die Anforderungen der EZB zu erfüllen, werde es Übergangsfristen geben. Das könnten, je nach Bank, Monate oder Jahre sein, so die Vize-Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Sabine Lautenschläger. In der Sache aber will die EZB hart bleiben. Man werde nur gut kapitalisierten und gut geführten Banken Lizenzen gewähren, versichert Lautenschläger.

Auch Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling hat auf die Folgen eines harten Brexits ohne Übergangsregelungen hingewiesen. In einem solchen Fall könnten „grenzüberschreitend geltende Genehmigungen und Zulassungen erlöschen”, sagte Wuermeling der “Süddeutschen Zeitung”. Wenn dann Finanzprodukte nicht mehr über den Ärmelkanal hinweg ausgetauscht würden, könnte dies die Funktionsfähigkeit der Märkte beeinträchtigen.

Beide, Lautenschläger wie Wuermeling, warnen davor, dass der Ausstieg Großbritanniens aus der EU zu einer Aufweichung der internationalen Finanzmarktregeln führen könnte. Diese Gefahr eines Unterbietungswettlaufs bei der Bankenregulierung besteht vor allem dann, wenn die Brexit-Gespräche nicht konstruktiv verlaufen und die Briten in Versuchung geraten, die Regulierungsstandards massiv zu lockern, um sich einen Wettbewerbsvorteil für London zu schaffen.

Notenbanken mussten retten, wollen aber nicht Retter sein!

Die Geldpolitik der Notenbanken verfolgt unterschiedliche Ziele. Eines davon ist es, Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung zu nehmen. Die Rolle des Wirtschaftsretters aber, die man den Notenbanken inzwischen auch zuschreibt, war allerdings von ihnen selbst nie in dieser Form angestrebt worden, sondern lediglich das Ergebnis einer weltweit halbherzigen, bisweilen „feigen“ Regierungspolitik. So hat beispielsweise der EZB-Chefvolkswirt Peter Praet jüngst zu verstehen gegeben, dass man auf eine solche Krise, wie die derzeitige, nicht vorbereitet und zum Handeln gezwungen war. In ähnlicher Weise äußerte sich auf der gleichen Veranstaltung in Madrid auch der Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago, Charles Evans, zu diesem Thema. Für die Notenbanker entpuppt sich die aktuelle expansive Geldpolitik als ein Fluch.

Allerdings ist die Finanzwelt noch immer auf die Unterstützung der Zentralbanken angewiesen. Dies wurde erst am vergangenen Donnerstag überdeutlich, als erneut eine Finanzspritze größeren Ausmaßes verabreicht wurde. Ursprünglich wurde mit einer Zuteilung von ca. 125 Mrd. € im Rahmen des „TLTRO II“ gerechnet, aber tatsächlich zugeteilt wurden zum Nulltarif 233,47 Mrd. €. Vor dem Hintergrund eines möglichen Endes der ultralockeren Geldpolitik hat man seitens der Finanzbranche die Möglichkeit genutzt, sich billiges Geld für vier Jahre zu sichern. Bei dem ersten derartigen Geschäft am 24.06.2016 wurde die Nachfrage von 514 Kreditinstituten über insgesamt 399,289 Mrd. € gestillt. Beim zweiten am 22.09.2016 wurden nur noch 45,27 Mrd. € für 249 Häuser benötigt. Und kurz vor Weihnachten beim dritten wurden von 200 Instituten noch 62,16 Mrd. € nachgefragt. Bei dem bisher letzten Offenmarktgeschäft zu diesen Konditionen waren diesmal von 474 Banken Gebote abgegeben worden.

Dass es der deutschen Wirtschaft im Vergleich zu vielen europäischen Ländern wirtschaftlich gut geht, ist hinreichend bekannt. Die erwarteten Wachstumsraten passen und in solchen Phasen sind zusätzliche Stimuli nicht unbedingt notwendig. Denn durch einen demografischen Wandel dürfte die Kapazitätsauslastung in den kommenden Jahren deutlich über dem „normalen“ Niveau liegen und somit Deutschland eine konjunkturelle Überhitzung drohen. Dies ist zumindest die Meinung von Stefan Kooths, dem Leiter des IWF-Prognosezentrums. Aus diesem Grund sollte in Deutschland auf alles verzichtet werden, was die Konjunktur zusätzlich stimuliert, Explizit nannte Kooths in diesem Zusammenhang eine expansive Finanzpolitik, was Herr Schäuble freudestrahlend zur Kenntnis genommen haben wird.

Trotzdem werden wir noch etwas warten müssen, bis die Zinsen in der Eurozone angehoben werden. Denn vielen Experten erscheint die Diskussion über den Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik noch verfrüht. Die Schweizerische Notenbank wird solche Statements nicht gerne hören, da sie zum Schutz der eigenen Währung, die Zinsen in einem solchen Umfeld nicht erhöhen kann. Ihr sind also die Hände auch weiterhin gebunden.

EZB erwägt riesige Bad Bank

Zunehmende Sorgen bereiten den Aufsehern der Europäischen Zentralbank (EZB) die faulen Kredite der Finanzinstitute im Euroraum. Die Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Danièle Nouy, schätzt das Volumen der ausfallgefährdeten Kredite im Euroraum auf über 900 Mrd. €, weshalb nicht zuletzt Investoren sich mit Engagements bei Banken zurückhalten. Umgekehrt kommen Unternehmen deshalb nicht so leicht an Kredite.

Nun hat die EZB neue Richtlinien in Kraft gesetzt, die für eine riesige Bad Bank den Weg ebnen könnten. Diese soll im Falle ihrer Umsetzung Kapital aus EU-Mitgliedsstaaten erhalten, aus denen Institute kommen, die von ihr Gebrauch machen wollen und sich zusätzlich durch eigene Anleihen finanzieren. Dann ist vorgesehen, dass die Bad Bank Kredite nicht zum Marktpreis, sondern zu ihrem realen wirtschaftlichen Wert aufkaufen soll. Der Verkauf wäre für die Finanzinstitute weniger schmerzhaft. Die EZB geht davon aus, die Kredite später zu höheren Marktpreisen wieder veräußern zu können. Sollte dies nicht möglich sein, sollen nicht die Staaten die Verluste übernehmen, die durch die Banken anderer Länder verursacht worden sind.

Der Haken an der Sache aber ist, dass die Marktpreise der faulen Kredite voraussichtlich oft gar nicht steigen werden. Dafür kann die Rechtslage verantwortlich sein. Aber auch der Umstand, dass viele faule Kredite bei Kleinunternehmern vorhanden sind, wo es kaum pfändbare Werte gibt.

Nein, anstatt eine riesige Bad Bank zu etablieren, sollte die EZB die Banken anhalten, ihre Schieflagen schneller anzugehen – und zwar eigenständig. Nur wer Tabula rasa macht, taugt für den Neuanfang.

Schäubles Beamte sehen Stundung von Hellas-Zinsen kritisch

Das Ministerium von Wolfgang Schäuble ist äußerst skeptisch wegen einer weiteren Stundung von Zinsen auf Hilfskredite der Euro-Partner für Hellas. In der Summe könnte der Umfang der zu stundenden Zinszahlungen bis 2040 ein Volumen von 120 Mrd. € umfassen. Dabei würde es sich faktisch um umfangreiche neue Kredite handeln, zitiert das „Handelsblatt“ aus einem internen Papier aus dem Finanzministerium.

Die Stundung von Zinsen, also die Verschiebung von Zahlungen in die Zukunft, gilt als eine der Möglichkeiten, mit denen die Euro-Partner die Schuldenlast von Hellas in Höhe von 180% der Wirtschaftsleistung „tragfähig“ machen können. Die Tragfähigkeit ist die Voraussetzung dafür, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) als Kreditgeber für Griechenland mit an Bord bleibt, worauf Schäuble massiv besteht.

Wie angeschlagen die griechische Wirtschaft, aber auch wie angespannt die Situation für die Bevölkerung ist, lässt sich auch an der Höhe der Kundeneinlagen bei Privatbanken ablesen. Diese sind nämlich so niedrig wie seit fast 16 Jahren nicht mehr. Wie die Zentralbank in Athen mitteilte, hatten Unternehmen und Haushalte im Februar mit insgesamt 119 Mrd. € rund 700 Mio. € weniger auf der hohen Kante als im Vormonat. Zentralbankchef Yannis Stournaras führt diese Entwicklung auf die wachsende Verunsicherung angesichts der schleppenden Reformverhandlungen mit den internationalen Geldgebern zurück.

VW mit Quattro-Paket

Nachdem Volkswagen wieder der weltweit größte Autobauer ist und Toyota damit auf den zweiten Platz verwiesen hat, wollte man auch am Primärmarkt Größe demonstrieren. So refinanzierten die Wolfsburger über ihr Tochterunternehmen ein Quattro-Paket an neuen Anleihen, allerdings mit einer Mindeststückelung von 100.000 €.

Die erste Tranche (A19E9R) wurde im Volumen von 2,5 Mrd. € als Floater (3M-Euribor + 0,35) mit einer Fälligkeit am 30.03.2019 zu 100,101% begeben. Die weiteren drei Anleihen der Volkswagen Intl. Finance wurden als Straight Bonds aufgelegt. Die Anleger, welche dem Unternehmen finanzielle Mittel (1,5 Mrd. €) bis zum 30.03.2021 zur Verfügung stellen, werden mit jährlichen Zinsen i.H.v. 0,5% entlohnt. Der Emissionskurs dieser Anleihe (A19E9S) wurde mit 99,614% fixiert, was einem Spread von +45 bps über Mid Swap entsprach. Die nächste Tranche (A19E9T) im Volumen von 1,5 Mrd. € hat eine Laufzeit bis zum 02.10.2023 und ist mit einem Kupon von 1,125% p.a. ausgestattet. Aufgelegt wurde der Bond bei 99,169% (+80 bps über Mid Swap). Der Quattro-Teil (A19E9U) mit der längsten Laufzeit (30.03.2027) hat ein Volumen von 2,5 Mrd. € und wird mit 1,875% p.a. verzinst. Der Emissionskurs von 98,913% bedeutete einen Spread von +115 bps über Mid Swap. So wurden insgesamt 8 Mrd. € von Volkswagen am Kapitalmarkt eingesammelt, trotz der vielen weiterhin ungelösten Probleme.

Mit BMW Finance N.V. hatte noch ein weiterer Autobauer die gleiche Intention und legte ebenfalls über sein Tochterunternehmen eine Dualtranche im Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. € auf. Bei diesen beiden Gattungen wurde allerdings eine Mindeststückelung von nominal 1.000 € gewählt, um auch den Bedürfnissen der Privatkunden gerecht zu werden. Zu gleichen Teilen auf beide Anleihen aufgeteilt, können die Investoren zwischen einer Anleihe (A19FK5) mit Fälligkeit 03.07.2020, einem Kupon von 0,125% sowie einem Emissionspreis von 99,828% (+13 bps über Mid Swap) und einer Fälligkeit am 3.04.2025 wählen. Diese Anleihe (A19FK6) ist mit einem jährlichen Kupon von 0,875% ausgestattet und wurde mit einem Kurs von 99,478% (+33 bps über Mid Swap) aufgelegt.

Ebenfalls im Sinne der Privatanleger hat HeidelbergCement eine Anleihe (A19FK2) mit der kleinsten handelbaren Nominale von 1.000 € aufgelegt. Der Bond ist am 07.04.2026 endfällig, mit einem Kupon von 1,625% und einer Make Whole Option ausgestattet. Der Emissionspreis wurde mit 99,626% festgestellt, was einem Spread von+144 über Bund entsprach.

Man muss nicht immer alles verstehen!

Standen am Tag vor dem Zinsentscheid in den USA noch die Zeichen auf einen fallenden Euro-Bund-Future, so hat sich seit diesem Zeitpunkt das Sentiment völlig gedreht und das Rentenbarometer klettert und klettert und klettert. Zu den Vorgaben an den Aktienmärkten passt die Entwicklung zwar in keinster Weise, aber manchmal muss man auch nicht alles verstehen. Aktien- und Rentennotierungen marschieren Hand in Hand gen Norden und lassen sich vorerst nicht aus dem Tritt bringen. Die Frage ist nur: Wie lange noch?

Denn ab dem 1. April wird die Europäische Zentralbank ihr Ankaufprogramm um 20 Mrd. € monatlich kürzen und das sollte zumindest die Situation am Sekundärmarkt etwas entspannen. Die Problematik einer seriösen Entwicklung an den internationalen Rentenmärkten rührt allerdings größtenteils aus der Ansammlung unterschiedlicher Faktoren her, die in dieser Form noch nie gleichzeitig zu registrieren waren. So sind weiterhin die Wahlen in Frankreich, der Brexit und die Unberechenbarkeit der US-Regierung die größten Unsicherheitsfaktoren und deshalb werden die Investoren sich nicht am Rentenmarkt verabschieden, sondern im Zweifelsfall in kleineren Mengen weiter investieren. Aus Mangel an Alternativen besteht also vorerst nur die Möglichkeit auf absehbare Zeit selektiv zuzukaufen.

Charttechnisch betrachtet mutierte die ursprünglich als Widerstand herausgebildete Linie bei 160,69% zur Unterstützungslinie und nach oben blickend, verläuft die Widerstandslinie bei 161,34%. Aktuell handelt das Sorgenbarometer der Eurozone bei 161,32% und spiegelt vielleicht auch nur die Fülle der Sorgen in Europa wider.

USA demonstriert Größe

Während sich in Euroland lediglich drei Emittenten um die Gunst der Investoren in Stellung bringen, werden in den USA trotz des Erreichens der Schuldenobergrenze endfällige Wertpapiere neu refinanziert. Dies hat zwar nur bedingt Auswirkung auf die Schuldenhöhe, aber dennoch lässt das dabei anstehende Volumen die interessierten Marktbeobachter aufhorchen. Am Geldmarkt wurden in dieser Handelswoche insgesamt 147 Mrd. USD mittels T-Bills mit Laufzeiten von 4 Wochen, 3 und 6 Monaten sowie 52 Wochen aufgelegt. In der Summe der neu emittierten T-Notes werden zusätzlich 101 Mrd. USD mittels vier Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen.

In der Eurozone haben sich lediglich Deutschland und Finnland mit einer (A185WG / 2023) sowie Italien mit diversen Aufstockungen am Kapitalmarkt präsent gezeigt. Hierbei ist bemerkenswert, dass Italien für weit mehr als 60% der angestrebten 15 Mrd. € verantwortlich ist. Die Zuteilung der am Dienstag von der Bundesfinanzagentur der Bundesrepublik Deutschland aufgelegten zweijährigen Bundesschatzanweisung (110467) erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,71%. Für die angebotenen 4 Mrd. € wurden allerdings lediglich Kaufaufträge von 3,193 Mrd. € eingereicht, was angesichts der kurzen Laufzeit überrascht. Dadurch haftet diesem Tender der Makel der „technischen Unterzeichnung“ an. Das Emissionsvolumen beläuft sich inzwischen auf 9 Mrd. € und aus der jetzigen Aufstockung wurden 1,107 Mrd. € in die Marktpflege eingebucht. An der grundsätzlichen Emissionsplanung für das zweite Quartal wird allerdings weiter festgehalten. Dem zufolge sind Mittelaufnahmen von 44 Mrd. € über Anleihen und ca. 2 Mrd. € als Linker geplant.

Donald Trump macht den Euro stärker!

Die Tage werden länger und der Frühling zeigt nun endlich sein wahres Gesicht. Viele Sonnenstunden und steigende Temperaturen sind die Folge.

Sonnige Aussichten gibt es nicht nur wenn man sich das Wetter betrachtet, sondern auch beim Blick auf die Kursentwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Monat März kann bislang für die Einheitswährung als sehr erfolgreich bezeichnet werden. So notierte der Euro gegenüber dem Greenback zu Monatsbeginn noch auf seinem bisherigen März-Tief bei 1,0495 USD. Seither hat der Euro stetig an Wert zulegen können und handelte zeitweise bei Kursen von 1,0906 USD. Damit konnte der Euro erstmals im neuen Jahr die Marke von 1,09 USD kurzzeitig überwinden. Dies entspricht dem höchsten Stand seit November 2016 als Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde. In der Folge begann die Trump-Rally beim US-Dollar und der Euro fiel auf ein 14-Jahres-Tief zu Jahresbeginn. Diese Rally scheint nun vorerst vorbei zu sein und der Euro schickt sich an, seine eigene Erfolgsstory zu schreiben. Ob das tatsächlich gelingt, wird sich zeigen. Heute Morgen startet die Einheitswährung nach den Kursgewinnen der Tage zuvor etwas schwächer und handelt aktuell um die Marke von 1,0750 USD.

Für einiges Aufsehen am Devisenmarkt sorgte dieser Tage die südafrikanische Landeswährung. Auf Sicht der vergangenen 12 Monate war der Rand die sich am besten entwickelnde Währung - mit +18,9% zum US-Dollar und sogar mit +22,7% im Vergleich zum Euro. Allerdings sorgte die Entlassung des Finanzminister Pravin Gordhan, der als Garant für finanzielle Stabilität des Landes galt, durch Präsident Jacob Zuma für einen kurzfristigen Zusammenbruch der Währung. Der südafrikanische Rand verlor deutlich an Wert und notierte zeitweise bei 14,2302 ZAR, nachdem er am Montag noch bei 13,3792 ZAR handelte und damit so fest wie zuletzt im Juli 2015.

In diesem Zusammenhang standen Währungsanleihen auf südafrikanische Rand im Fokus der Anleger. Darüber hinaus waren es Bonds lautend auf US-Dollar, türkische Lira, mexikanische Peso sowie russische Rubel, die ebenfalls rege nachgefragt wurden.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

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Robert Halver,

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Author: Klaus Stopp

Wachsende Zweifel an D. T.

Dass D. T., der Unberechenbare, die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage, wonach nur noch 37% der Amerikaner seine Arbeit als positiv bewerten, postwendend als „Fake News“ abtut, mag nicht verwundern. Offensichtlich aber weht dem US-Präsidenten der Wind doch stärker ins Gesicht, als er gemeinhin wahrhaben möchte. Nicht nur dass der Chef des FBI, James Comey, die Abhörvorwürfe gegen Vorgänger Barack Obama als „Nonsense“ brandmarkte und damit Trump der Lüge bezichtigte. Nein, auch die magische Kraft des Faktischen scheint sich gegen Trump zu wenden.

Da sorgen wachsende Zweifel an einer raschen Umsetzung seiner Wirtschaftspläne für Rücksetzer an der Wall Street. Investoren zweifeln daran, ob die neue Regierung die von ihr versprochenen Steuererleichterungen tatsächlich wird durchsetzen können. Manche reden schon von einem Ende der Trump-Rally. So fürchtet man am Markt, dass sich der Kongress in Washington zunächst in langwierigen Grabenkämpfen um die Rückabwicklung der unter Trumps Vorgänger Obama verabschiedeten Gesundheitsreform verlieren könnte.

Denn just dieser Schritt ist auch bei Republikanern umstritten, könnte die Trump’sche Gesundheitsreform doch dafür sorgen, dass bald viele Amerikaner nicht mehr krankenversichert wären. Entsprechend eisig ist derzeit der Wind, der den republikanischen Abgeordneten auf den aktuellen Town Hall Meetings von ihrer eigenen Klientel entgegenbläst. So haben die Haushaltsexperten des Kongresses das geplante Gesundheitsgesetz einmal durchgerechnet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Jahresbeiträge für die Krankenversicherung in den kommenden Jahren im Schnitt um bis zu 15% steigen würden. Weil aber die Sozialversicherung gleichzeitig drastisch zusammengestrichen werden soll, könnten bis 2026 rund 24 Millionen US-Bürger ihren Versicherungsschutz ganz verlieren.

Sorgen bereitet Trumps Politik auch dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Konkret sprechen die „Wirtschaftsweisen“ mit Blick auf die von Trump geforderten protektionistischen Maßnahmen als eine Gefahr für das globale Handelssystem und ein Risiko für die Weltwirtschaft. Die von den USA formulierte Kritik am deutschen Leistungsbilanzüberschuss wiesen die Experten zurück. Die deutschen Exporte in die USA übertrafen 2016 die Importe von dort um 49 Mrd. €. Der Überschuss sei zwar hoch, doch signalisiere er kein gesamtwirtschaftliches „Ungleichgewicht”, wie der Vorsitzende des Expertengremiums, Christoph Schmidt, sagte. Parallel dazu forderte er die Bundesregierung aber auf, Investitionen im Inland zu fördern und so einen Beitrag zu leisten, damit sich der Differenzbetrag zurückbildet.

Umgekehrt ist das Leistungsbilanzdefizit der USA 2016 noch einmal gestiegen – und zwar um 3,9% auf 481,2 Mrd. Dollar. Das entspricht bei der größten Volkswirtschaft der Welt 2,6% der Wirtschaftsleistung.

Der Brexit-Marathon kann beginnen

Voraussichtlich im März 2019 wird die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union (EU) zu Ende gehen. Dafür wird Premierministerin Theresa May am 29. März den Austritt ihres Landes aus der EU beantragen. Doch bevor der Brexit tatsächlich umgesetzt wird, steht den Experten auf britischer und EU-Seite eine regelrechte Mammutaufgabe bevor, müssen doch im Rahmen der Austrittsverhandlungen rund 21.000 EU-Regeln und -Gesetze erörtert werden.

Am 29. April wollen nun die Staats- und Regierungschefs der 27 verbleibenden EU-Länder bei einem Sondergipfel ihre Verhandlungslinie festlegen. Für EU-Ratspräsident Donald Tusk geht es dabei darum, das Scheidungsverfahren für die EU so wenig schmerzhaft wie möglich zu gestalten. Dazu gehört auch nach Meinung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass die Briten ihre finanziellen Pflichten gegenüber der EU erfüllen müssen und er ist davon überzeugt, dass dies am Ende auch die Regierung in London nicht ernsthaft in Frage stellen wird.

Ob das so sein wird, muss sich allerdings erst noch zeigen. Denn die Trennung der Finanzbeziehungen gilt als eine der schwierigsten Fragen bei den auf zwei Jahre angelegten Brexit-Verhandlungen. So fordert die EU von Großbritannien Gelder in der Größenordnung von bis zu 60 Mrd. €, weil das Land während seiner Mitgliedschaft langfristige Finanzverpflichtungen mitgetragen hat. Ein anderes Thema wird in diesem Zusammenhang auch die Beteiligung an der Europäischen Investitionsbank (EIB) sein. Hierbei könnten weitere 65 Mrd. € zu begleichen sein. Von zentraler Bedeutung werden aber auch die künftigen Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und umgekehrt der Briten in der EU sein.

Schon seit Längerem lassen sich die Probleme erahnen, welche die in London ansässigen Banken haben werden. Denn sie können ihr Geschäft mit Kunden aus der EU voraussichtlich nicht mehr von London aus betreiben, benötigen sie doch für Dienstleistungen wie Einlagen- und Kreditgeschäft künftig rechtlich selbstständige Tochterbanken mit Sitz in einem EU-Staat. Da aber noch keine konkreten Pläne über das „Wie“ des Brexits bestehen, ist auch noch nicht klar, welche Geschäftseinheiten in die EU verlagert werden müssen. Dennoch verlegen bereits mit Goldman Sachs und Morgan Stanley die ersten Investmentbanken Arbeitsplätze aus der britischen Finanzmetropole an andere Standorte. Auch wenn es sich hierbei zunächst einmal nur um mehrere Hundert Stellen handelt, sprechen manche Kommentatoren bereits vom Beginn eines „Exodus“. Und weil keiner weiß, wie es genau ausgeht, müssen die Institute alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.

Viel Licht und immer noch sehr viel Schatten in Euroland

Italien und Frankreich haben sich zu den großen Sorgenkindern der Europäischen Union (EU) entwickelt. Dies offenbart der sogenannte Euro-Monitor, welchen der Versicherungskonzern Allianz jährlich publiziert. Dabei handelt es sich um einen Indikator, der auf Basis von 20 Komponenten misst, wie gut die Länder der Euro-Zone wirtschaftlich aufgestellt sind. Während insbesondere Spanien einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht hat, stagnieren die beiden anderen Länder immer weiter oder fallen gar zurück.

In dieser Auswertung belegen Deutschland mit einem Rating von 8,1 Punkten und die Niederlande mit 7,5 Punkten die Plätze 1 und 2, während sich Spanien von Platz 15 auf 12 vorgearbeitet hat. Der Euro-Monitor berücksichtigt nicht nur das aktuelle Wirtschaftswachstum, sondern bezieht auch weitere Faktoren wie die Arbeitsproduktivität, die Exportstärke, den Leistungsbilanzsaldo und die staatliche sowie private Schuldenlast mit ein. Ziel sei es, die Ausgewogenheit und die Stabilität des Wachstums zu messen, sagt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.

Viele Länder haben laut dem Euro-Monitor in den vergangenen Jahren gute Fortschritte gemacht. Irland beispielsweise, das 2011 noch Rang 18 belegte, steht mittlerweile auf dem 10. Platz. Und selbst Griechenland und Zypern haben inzwischen die rote Laterne abgegeben und belegen aktuell Nummer 15 und 16. Neues vorletztes Land ist Frankreich, das seit 2011 von Platz 11 auf Platz 18 zurückgefallen ist, den es sich nun mit Italien teilt.

Beide Volkswirtschaften kommen beim Rating auf 5,4 Punkte, was für Italien sogar eine leichte Verbesserung gegenüber 4,9 Zählern von 2011 bedeutet. Doch fast alle anderen Länder haben sich in den letzten Jahren deutlich stärker verbessert, so dass Italien im Vergleich wieder zurückfiel. Der Wert von Frankreich dagegen stagniert, weshalb man schon von einem verlorenen Jahrzehnt sprechen kann. Hauptgrund für die schlechte Bewertung der beiden Letzten ist der Indikator Wettbewerbsfähigkeit. Obwohl die Geldpolitik der EZB seit Jahren darauf abzielt, den EU-Ländern Raum für Reformen zu schaffen, wurden diese Chancen nicht genutzt. Allianz-Volkswirt Heise stellte fest, dass die Bemühungen umso mehr nachgelassen hätten, je stärker die EZB durch Anleihenkäufe den Druck aus dem Kessel nahm.

Sollte Europa abgesehen von Italien und Frankreich seine wirtschaftliche Wiederauferstehung erleben, wäre dies wohl auch auf die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank zurückzuführen – so unbeliebt diese hierzulande auch ist. Doch vor der baldigen Einleitung der Zinswende dürfte die Zentralbank wegen des wirtschaftlichen Zustandes von Italien und Frankreich zurückschrecken. Schließlich handelt es sich dabei um zwei der größten Volkswirtschaften in Euroland.

Ob der Euro-Monitor der Allianz bei den EU-Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge auf der Agenda steht, ist nicht überliefert. Vielleicht sollte man die Ergebnisse mal der griechischen Delegation zeigen und anerkennend kommentieren. Denn die Regierung in Athen schießt mal wieder quer, indem sie die vorgesehene Erklärung, die am Samstag in Rom verabschiedet werden soll, in der jetzigen Form nicht mittragen will. Athen will den Konsens offenbar als Verhandlungsinstrument benutzen.

Die Notenbanken bleiben das Maß aller Dinge an den Finanzmärkten

Die Geldpolitik der Notenbanken wird auch in den kommenden Monaten das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten bestimmen. In den USA beispielsweise mehren sich nach der erst jüngst erfolgten Zinserhöhung die Stimmen, dass in diesem Jahr noch weitere zwei Zinserhöhungen erfolgen. Nach den Worten des Präsidenten der Fed von Dallas, Robert S. Kaplan, stellen insgesamt drei Zinserhöhungen in diesem Jahr ein vernünftiges Basisszenario dar. Die Fed-Präsidentin von Cleveland, Loretta J. Mester, kann sich sogar mit mehr als drei Zinssteigerungen anfreunden. Dies würde allerdings einen noch etwas steileren Zinsanhebungspfad bedeuten als von den Märkten bisher erwartet. Als Endpunkt dieses Pfades gilt weiterhin ein Leitzins-Niveau von 3%, das aber nur in einem konjunkturell intakten Umfeld erreicht werden kann.

Die Bank of England (BoE) hat hingegen in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag den bisherigen Leitzins und das Anleihen-Ankaufprogramm nicht angetastet. Jedoch ist infolge eines überraschenden Anstiegs der Februar- Konsumentenpreise auf 2,3% (Jahresbasis) und eines hohen Lohnwachstums mit einer Leitzinserhöhung in absehbarer Zeit zu rechnen. Denn bei einer weiteren Aufwärtsbewegung kann in den kommenden Monaten von einem Abgleiten der realen Einkommen in den negativen Bereich ausgegangen werden. Auch vor dem Hintergrund der zu verhandelnden Scheidung von Europa wird man um diesen Schritt seitens der Notenbank nicht umhinkommen. Bereits die jetzige Entscheidung wurde mit einer Gegenstimme gefällt, und es bleibt abzuwarten, ob und wann die Falken bei der BoE die Oberhand gewinnen.

Ein Geldpolitik-Wechsel ist zwar bei der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht im Sinne ihres Vorsitzenden, Mario Draghi, aber durch seine etwas unbedachte Äußerung bezüglich einer Beibehaltung der massiven Ankäufe bei gleichzeitiger Überprüfung des Leitzinses wurde zumindest ein Denkprozess bei den Marktteilnehmern angestoßen. Das österreichische Ratsmitglied Ewald Nowotny hat diese Überlegung nicht ins Reich der Fabelwesen verwiesen! Diese neue Sichtweise verdeutlicht, dass immer mehr Notenbanker in Europa die Notwendigkeit eines Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik erkannt haben. Diese Forderung des Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann ist hinlänglich bekannt und es scheint wie in der Kindererziehung zu fruchten, wenn man bei jeder Gelegenheit die negativen Aspekte anprangert.

Denn die unerwünschten Nebenwirkungen wie zum Beispiel das Risiko unsolider Staatsfinanzen werden inzwischen immer sichtbarer. Auch werden die niedrigeren Zinsen immer mehr zur Gefahr für die Finanzstabilität. Deutliche Worte fanden in dieser Woche auch die „Wirtschaftsweisen“ für die expansive Geldpolitik der EZB. Die anziehende Inflation und der Aufschwung in der Eurozone machten eine baldige Abkehr vom EZB-Kurs des billigen Geldes erforderlich, erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die Geldpolitik sei nach wie vor zu expansiv, schreiben die Wirtschaftsweisen in ihrer aktualisierten Konjunkturprognose. Aus diesen Gründen sollten die Währungshüter rund um EZB-Chef Mario Draghi die Beendigung ihres Ankaufprogramms „so bald wie möglich” einleiten.

Es ist also Zeit, die Märkte an eine dosierte Versorgung mit der „Droge“ Liquidität zu gewöhnen, um die Folgen eines Entzuges abzumildern. Wie stark die Finanzwirtschaft auf die Versorgung mit billigem Geld angewiesen ist, wird am heutigen Donnerstag bei der Zuteilung des voraussichtlich letzten T-LTRO II-Tender mit einer Laufzeit von 4 Jahren deutlich werden. Die aktuelle Zinsdiskussion wird sicherlich die Nachfrage nach „billigem“ Geld nochmals befeuert haben.

FTT vor dem endgültigen Aus?

Die vorerst letzten Wiederbelebungsversuche einer Finanztransaktionssteuer (FTT) gestalten sich schwieriger als von den Befürwortern gedacht. Bereits seit Jahren verhandeln die Finanzminister von zehn Staaten darüber. Wenn man den Worten des österreichischen Finanzministers Hans-Jörg Schelling Glauben schenken darf, dann ist ein Kompromiss zwar immer noch möglich, aber inzwischen wurde dem Projekt noch eine letzte, zweimonatige Frist gegeben. Sollte also bis Ende Mai keine Zustimmung aller „Mitspieler“ vorliegen, so ist das Projekt endgültig gestorben.

Die Probleme in der Eurozone sind zu gravierend, um sich auf Dauer mit einer solchen Problematik zu beschäftigen. Insbesondere vor dem Hintergrund des Brexits und einer damit einhergehenden Diskussion um den zukünftigen Finanzplatz Nr. 1 in Europa würde die EU-weite Einführung einer FTT London eher stärken als schwächen. Somit ist es der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, um eine neue Steuer einzuführen. Aber auch die Verhandlungen mit Griechenland zur Lösung im Schuldenstreit und die Weiterentwicklung des Euro-Rettungsschirms ESM zu einem Europäischen Währungsfonds sind von elementarer Bedeutung.

Auf dem Highway ist die Hölle los

Diesen Kultfilm aus den 80er Jahren mit Burt Reynolds kennen wohl die meisten von uns und so mancher Investor wird sich am Ende der vergangenen Woche die Augen gerieben haben. Denn nach der Verkündung der Notenbanken-Zinsentscheide legten viele Emittenten ihre abwartende Haltung ad acta und drückten das Gaspedal durch. So refinanzierte sich SCA Hygiene AB gleich mit einer 4-fach Tranche, Engie SA und Veolia Environnement SA mittels einer Dual-Tranche sowie Spie SA mit einer 600 Mio. € schweren Anleihe am Kapitalmarkt.

SCA Hygiene AB, ein schwedischer Hersteller von Zellulose- und Papierprodukten, konnte insgesamt 2 Mrd. € einsammeln. Der erste 300 Mio. € schwere Bond (A19E12) ist am 27.11.2018 fällig und hat einen Kupon von 0%. Emittiert wurde zu 100,013%, was einem Spread von +13 bps über Mid Swap gleichkam und somit für Privatinvestoren uninteressant erscheint. Mit der zweiten Anleihe (A19E13), die am 28.03.2022 fällig ist, sammelte das Unternehmen mit Sitz in Stockholm 600 Mio. € ein. Der Investor erhält jährlich Zinsen in Höhe von 0,625% und der Emissionspreis belief sich auf 99,608% (+45 bps über Mid Swap). Die dritte Tranche (A19E14) mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,125% ist ebenfalls 600 Mio. € schwer und am 27.03.2024 endfällig. Der Ausgabepreis wurde bei 99,786% fixiert, was einem Spread von +65 bps über Mid Swap entsprach. Komplettiert wird das Ganze durch einen 10-jährigen Bond (A19E15). Mit dieser Tranche sammelte das Unternehmen 500 Mio. € zu einem jährlichen Zins von 1,625% ein. Ausgegeben wurde das Papier zu 99,506% (+83 bps über Mid Swap).

Der französische Energieversorger Engie SA legte gleich zwei Bonds über insgesamt 1,5 Mrd. € auf. Die erste Tranche (A19E10), ein 7-jähriger Bond ist am 27.03.2024 fällig und mit einem Kupon in Höhe von 0,875% ausgestattet. Der Emissionspreis lag bei 99,099%, was +108,6 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach. Eine zweite 11-jährige Anleihe (A19E11) mit Fälligkeit am 27.03.2028 und einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,50% konnte zu einem Preis von 98,532% ausgegeben werden. Dies entspricht einem Emissionsspread von +123,2 bps über Bund.

Ebenfalls einen Doppelpack mit je 650 Mio. € emittierte Veolia Environnement SA. Mit Fälligkeiten am 30.03.2022 und 30.11.2026 refinanziert sich das Unternehmen mit Sitz in Paris mittel- und langfristig am Kapitalmarkt. Dabei ist der 5-jährige Bond (A19E67) mit einem Zins von jährlich 0,672% ausgestattet, was bei einem Spread von + 99,8 bps über Bund einen Emissionspreis von pari ergab. Das zweite Papier im Bunde (A19E68) zahlt den Investoren jährlich Zinsen in Höhe von 1,496%. Emittiert wurde ebenfalls zu 100%, was einem Spread von + 112,70 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach.

Zu guter Letzt wagte sich das französische Unternehmen Spie SA mit einer Anleihe (A19E1Z) an den Kapitalmarkt und konnte erfolgreich 650 Mio. € einsammeln. Der Bond bietet seinen Anlegern eine jährliche Verzinsung von 3,125%. Der 7-jährige Bond ist am 22.03.2024 fällig und wurde zu pari begeben (+322 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe).

Alle Anleihen haben eine Mindeststückelung von 100.000 € und dürften daher eher für institutionelle Investoren interessant sein. Des Weiteren ist jeder Bond mit Ausnahme der Zero Anleihe von SCA mit einer Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten ausgestattet.

Wie Phönix aus der Asche

Am gestrigen Mittwoch hat der Euro-Bund-Future angesichts des Stimmungsumschwungs an den Aktienbörsen in den USA und Japan den seit Ende Februar ausgebildeten Abwärtstrend verlassen und sich wie Phönix aus der Asche erhoben. Die Angst vor nicht so schnell umzusetzenden Gesundheits-Reform, der Bankenderegulierung und innenpolitischem Gegenwind in den USA veranlassten die Anleger zu Gewinnmitnahmen bei verschiedenen Aktien. Dort macht vor einem solchen Hintergrund und auf dem aktuellen Zinsniveau ein vorübergehender Wechsel der Assetklasse durchaus Sinn. Dies wiederum ließ die Bondnotierungen klettern und blieb nicht ohne Folgen für die deutschen Staatsanleihen. Ob sich allerdings dieses Niveau in Deutschland hält, werden die kommenden Tage zeigen. Zurzeit notiert der Future bei 160,22% und somit noch über der psychologischen Marke von 160%.

Charttechnisch verläuft aktuell beim Rentenbarometer eine Unterstützungslinie bei ca. 159,42% und der erste nennenswerte Widerstand hat sich bei 160,69% herausgebildet. Im „schlimmsten“ Fall wird sich in den kommenden Tagen ein Seitwärtstrend herausbilden. Zumindest solange bis neue Fakten die Märkte beeinflussen.

Brauchen die Eurostaaten kein Geld?

In diesen Handelswochen ließen es die Eurostaaten an den Kapitalmärkten etwas ruhiger angehen und lediglich die Slowakei, Belgien und Deutschland zeigten sich aktiv. Gleich zu Wochenbeginn stockte die Slowakei zwei (A181DY / 2023 ; A1ZUZV / 2027) und Belgien drei Altemissionen ( A19B7A / 2027 ; A1Z6P2 / 2038 ; A1AWF4 / 2041) auf. Die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland erhöhte zur Wochenmitte planmäßig das Emissionsvolumen der bestehenden 10-jährigen Benchmark-Anleihe (110241) um 3 Mrd. € auf nunmehr 14 Mrd. €. Insgesamt wurden Kaufangebote über nominal ca. 3,7 Mrd. € abgegeben und die Zuteilung erfolgte zu einer Durchschnittsrendite von 0,41%. Der hierbei zu erzielende Preis von 98,47% war in der Geschichte dieser Anleihe, die am 1. März sogar bei 100,03% zugeteilt wurde, der bisher niedrigste.

In den USA hat man in dieser Woche ebenfalls in „Vorfreude“ auf die kommende Woche den Investoren etwas Ruhe gegönnt und lediglich die üblichen Geldmarktpapiere (Fälligkeit in 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten) im Volumen von 127 Mrd. USD sowie eine 10-jährige inflationsindexierte Anleihe im Gegenwert von 11 Mrd. USD angeboten. Schon in wenigen Tagen werden zusätzlich 52-Wochen-T-Bills sowie T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren offeriert.

Der Euro und die Formel 1

Nach monatelanger Winterpause warten die Fahrer mit ihren neu entworfenen Boliden darauf, ihre Fahrkünste unter Beweis stellen zu dürfen. Am Wochenende startet das erste Rennen in Australien. Die echten Motorsportfreunde werden sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen, trotz Zeitverschiebung und Zeitumstellung.

Am Devisenmarkt konnte die europäische Gemeinschaftswährung bereits in dieser Woche ihrem Pendant aus den USA zunächst leicht davonfahren und stieg bis auf 1,0825 USD. Damit kam er seinem bisherigen Jahreshoch bei 1,0829 USD (02. Februar) ziemlich nahe. Auftrieb erhielt die Einheitswährung insbesondere aus Frankreich nach der ersten Fernsehdebatte, welche nach einhelliger Meinung zu Gunsten des „Pro Europa“ gesinnten Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron zu werten war. Doch auch die aktuelle Schwächephase des US-Dollars trägt zu diesem kleinen Höhenflug bei. Allerdings handelt der Euro heute Morgen wieder unter der Marke von 1,08 USD, und zwar bei 1,0790 USD.

Nicht nur zum Greenback befindet sich der Euro auf der Überholspur, sondern auch zur norwegischen Krone. So stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 9,2040 NOK und erreichte damit einen neuen Bestwert in 2017.

Anders zeigt sich da das Handelsbild zum mexikanischen Peso, denn hier hat der Euro in den vergangenen Handelswochen stetig an Wert verloren und handelte zeitweise bei 20,3747 MXN. Dies ist der tiefste Wert seit der US-Präsidentschaftswahl. Im vielbeachteten Vergleich mit dem US-Dollar konnte die Währung Mexikos ebenfalls glänzen und ist mit 18,9357 MXN so teuer wie zuletzt bei der Trump-Wahl.

In dieser Berichtswoche setzten die Privatanleger auf Altbekanntes. Favorisiert wurden hierbei Fremdwährungsanleihen lautend auf australische Dollar, türkische Lira, brasilianische Real sowie US-Dollar.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:

Baader Bank AG

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Fed hat geliefert

Endlich war es soweit. Den von Janet Yellen ausgesandten Signalen folgten nun Taten. Der Leitzins liegt somit in einer Spanne zwischen 0,75% und 1%. Zu begründen war die Zinsanhebung um einen Viertelpunkt mit den guten US-Konjunkturdaten, der steigenden Inflation, dem leergefegten Arbeitsmarkt und nicht zuletzt den vom US-Präsidenten angekündigten Investitionsmaßnahmen sowie der in Aussicht gestellten Steuerreform. Die Entscheidung wurde allerdings nicht einstimmig getroffen, aber das wird die Marktteilnehmer nur bedingt stören. Denn wenn heute keine Änderung der Zinspolitik beschlossen worden wäre, dann hätte die Gefahr bestanden, dass in wenigen Wochen ein zu hohes Tempo bei den Zinserhöhungen notwendig geworden wäre.

Auf der gestrigen Pressekonferenz hat die Fed-Präsidentin betont, dass die Entscheidung konjunkturunterstützend wirken soll und hat für dieses Jahr noch zwei weitere Schritte in Aussicht gestellt. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Kapitalmärkte von dieser Ankündigung nicht verschreckt wurden. Denn grundsätzlich sind Zinserhöhungen Gift für die Aktienmärkte. Doch in diesem Fall vertraut man auf die ruhige Hand der Fed-Chefin. Zusätzlich scheint sich aus Sicht der Investoren, die Kombination aus Konjunkturprogramm und den daraus resultierenden Zinsanhebungen zu neutralisieren. Ganz anders wird dies allerdings außerhalb der USA wahrgenommen. Denn insbesondere für Euroland kommt der Zinsschritt nicht passend, da der Renditeunterschied zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Zinsniveau in den kommenden Monaten zur Zerreißprobe wird.

Normalerweise geben die amerikanischen Kapitalmärkte die Marschrichtung vor und da die in den USA zu erzielenden Zinsen um ein Vielfaches über den als Benchmark fungierenden Renditen bei deutschen Staatsanleihen liegen, ist mit einer Verschiebung der Kapitalströme hin nach Amerika zu rechnen. Selbst deutsche Investoren werden der Verlockung - gepaart mit einem aus politischen Gründen - instabilen Euro nur schwerlich widerstehen können. Der Wettkampf um die Gunst der Investoren hat also jetzt erst richtig begonnen.

In diesem Zusammenhang sollte man sich stets vor Augen führen, dass bei den Amerikanern die Freundschaft beim Geld aufhört und wenn es darum geht, die Kapitalströme in die USA zu lenken, kein Mittel tabu ist. Somit wird der Kapitalbedarf Amerikas in diesem Jahr noch für manche Überraschung sorgen.

Nun droht Trump der „Government Shutdown“

Ups, da haben die Kapitalmarktbeobachter zumindest in Europa doch lange eine Frist übersehen, die bei früheren Gelegenheiten die Märkte wochenlang zuvor schon in Unruhe versetzt hatte. Die USA stoßen an ihr Schuldenlimit. Vom 15. März, Ortszeit, an ist die Obergrenze der US-Schulden bei 20 Billionen Dollar gedeckelt. D. T., der Unberechenbare, darf dann keine neuen Schulden mehr machen!

Wir erinnern uns an den Sommer 2013, als die Republikaner Barack Obamas Regierung den Geldhahn zugedreht hatten – mit Folgen für das ganze Land. Der „Government Shutdown“ führte zur Schließung von Behörden und Nationalparks. Nun ist die vorübergehende Aussetzung der Schuldenobergrenze, auf die man sich im Oktober 2015 verständigt hatte, abgelaufen.

Der 15. März bedeutet damit das Ende des Schulden-Aufschubes und daher darf das US-Finanzministerium ab 16. März keine neuen, zusätzlichen Anleihen mehr begeben. Wie in der Vergangenheit müsse man wahrscheinlich außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen, sagt dazu Trumps Finanzminister Steven Mnuchin. Das bedeutet, dass die Regierung ihre letzten Cent zusammenkratzt, um die Schließung von Behörden zu verhindern.

Immerhin hatte der Streit von 2013 die USA ihr Triple-A-Rating gekostet und das Land seitdem mehrmals fast in die technische Staatspleite getrieben. Nun aber bringt die Situation die Republikaner, die in beiden Kammern die Mehrheit haben, in die Zwickmühle. Während sie sich bisher geleistet hatten, einen ideologischen Dauerkrieg gegen Obama zu führen, sind sie nun in der Regierungsverantwortung. Und ihr Präsident will so richtig Geld ausgeben, allein 54 Mrd. USD mehr für’s Militär. Gegenfinanzieren will er die Summe mit Kürzungen bei nahezu allen anderen Ministerien, den massivsten Streichungen seit Ronald Reagan in den 80er Jahren.

Dennoch dürfte Trump um eine Erhöhung der Schulden nur schwer herumkommen. Dies dürfte entweder im großen Streit mit der Partei enden, wie Beobachter sagen, oder die Republikaner in Washington drohen ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Die Frage ist nun, ob die Haushaltsfalken der Republikaner, Ted Cruz und Paul Ryan, die sich für ein „Small Government“ stark machen und seit Jahren gegen höherer Staatsausgaben wettern, aus der Deckung wagen und den Konflikt mit dem US-Präsidenten suchen. Jedoch wissen wir alle, wie es enden wird!

Riskantes Spiel von Number 10

Jetzt fehlt nur noch die Unterschrift der Queen. Nachdem das britische Oberhaus kurz aufbegehrt hatte, wurde das Gesetz zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) ohne Änderungen durchgewunken. Ganz nach dem Geschmack der Hardliner unter den Brexiteers um Premierministerin Theresa May. Noch vor Ende März will sie in Brüssel die Scheidungspapiere einreichen – dann mit dem Plazet von Königin Elisabeth II.

Rücksicht auf die Schotten oder die Nordiren, die im Juni 2016 gegen den EU-Austritt gestimmt hatten, wurde nicht genommen. Damit spielt die Regierung in Number 10, Downing Street, freilich ein riskantes Spiel. Denn nun sorgen separatistische Tendenzen in Schottland und Nordirland für Unruhe. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat bereits Forderungen nach einem neuen Unabhängigkeitsreferendum erhoben. Die Nordiren fürchten um den freien Handel mit der Republik Irland. Laut Sturgeon soll das Referendum zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 stattfinden, doch die Entscheidung darüber liegt beim Parlament in Westminster. May machte aber schnell klar, dass sie ein Referendum nicht zulassen werde. In der Folge war das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit knapp zwei Monaten gesunken.

Doch nicht nur derartige Spaltungstendenzen bergen Risiken, die sich Großbritannien mit dem Brexit aufbürdet. Bei den Verhandlungen geht es ums Eingemachte, wobei London es nicht wirklich in der Hand hat, welche Themen in welcher Reihenfolge verhandelt werden. Über allem schwebt das Damoklesschwert einer „gesalzenen Rechnung“, wie es EU-Präsident Jean-Claude Juncker ausgedrückt hatte. Nicht von Ungefähr hatte diese Woche Brexiteer und Außenminister Boris Johnson gesagt, auch kein Abkommen mit der EU wäre vollkommen okay. Bevor’s etwas kostet, mag man hinzufügen.

Es gibt mit der Staats- aber vor allem der Privatverschuldung noch ein anderes Risiko, das über Number 10 schwebt. Denn bereits heute leben die privaten Haushalte über ihre Verhältnisse und die öffentliche Schuldenquote liegt bei rund 90% des BIP. Volkswirte des Centrums für Europäische Politik (CEP) schlussfolgern daraus, dass die Kreditfähigkeit Großbritanniens seit 2012 Jahr für Jahr verfalle. Dafür sei maßgeblich „die hohe Konsumneigung der Bevölkerung” verantwortlich. Seit 2012 konsumierten die Briten mehr als 100% des verfügbaren Einkommens, während die Investitionen hinterherhinkten. Hielte diese Entwicklung an, bekäme die britische Volkswirtschaft irgendwann Probleme, im Ausland aufgenommene Schulden zurückzuzahlen.

Aber darauf ist sie laut CEP dringend angewiesen. Denn die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte haben dazu geführt, dass in der Leistungsbilanz des Landes eine Lücke von rund 5% der Wirtschaftsleistung klafft, die mit ausländischem Kapital gefüllt werden muss. Sollten hier die Kapitalgeber das Vertrauen verlieren, droht den Briten eine Finanzkrise. Es wird also viel davon abhängen, wie die Investoren auf den Brexit-Antrag und vor allem die nachfolgenden Austrittsverhandlungen reagieren werden.

Heute interessiert es, wenn in China ein Sack Reis umfällt

„Das interessiert so wenig, als würde in China ein Sack Reis umfallen“. Mit diesem Satz wird gerne die Irrelevanz dessen, was im Reich der Mitte passiert, für unsere hiesige Welt beschrieben. Doch dies kann in Zeiten von Trump, Putin und Erdogan so nicht mehr behauptet werden. Denn die Welt ist eine andere geworden. Und insbesondere Deutschland hat mit China einen extrem wichtigen Handelspartner, den es zu hegen und pflegen gilt. Heute interessiert es uns sehr wohl, wenn in China der sprichwörtliche Sack Reis umfällt.

Aus diesem Grund werden hierzulande beispielsweise die von Chinas Premier Li vorgelegten und von Chinas Volkskongress gebilligten Haushaltspläne nicht nur zur Kenntnis, sondern auch genau unter die Lupe genommen. So will China mit einer vorsichtigen Wirtschaftspolitik für Stabilität sorgen und setzt auf „lediglich“ 6,5% Wachstum. 2016 ist Chinas Wirtschaft zwar noch um 6,7% gewachsen, was allerdings die geringste Steigerung seit 26 Jahren war. Doch zumindest die Verteidigungsausgaben und einige andere Ausgaben sollen in diesem Jahr um 7% gesteigert werden, so dass auch das Haushaltsdefizit ansteigen wird. Dieses wird sich auch heuer wieder auf 3% der Wirtschaftsleistung belaufen, was in absoluter Zahl ca. 324 Mrd. € entspricht. Verglichen mit dem Devisenschatz des Landes in Höhe von ca. 3 Bill. US-Dollar ist diese Haushaltslücke allerdings nur bedingt der Rede wert.

Dennoch hat sich die chinesische Notenbank zu dem Verschuldungsgrad der Unternehmen geäußert und darauf hingewiesen, dass ihrer Meinung nach dieser außerhalb des Finanzsektors zu hoch ist. Die von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichten Daten bestätigen die Aussagen des Notenbank-Chefs Zhou Xiaochuan. So addieren sich die Verbindlichkeiten der Unternehmen inzwischen auf ca. 169% des BIPs. Positiv anzumerken ist hierbei, dass noch vor Jahren eine solche kritische Sichtweise nicht möglich gewesen wäre. Es drängt sich somit der Eindruck auf, dass China die von D.T., dem Unberechenbaren, verursachte Lücke schließen möchte.

Diese Transparenz wurde seit Jahren von Wolfgang Schäuble vorgelebt, der im Gegensatz zu China auch in den kommenden vier Jahren ohne Neuverschuldung auskommen will. Die Mehrausgaben von ca. 1,9% in diesem Jahr infolge einer Steigerung u.a. der Militärausgaben sollen mit einem Einnahmenzuwachs ausgeglichen werden. Dies bedeutet aber auch, dass Steuersenkungen - einem im Wahlkampf beliebten Zugeständnis – nur begrenzt zur Verfügung stehen. Denn sollten auch noch - wie von unserem Finanzminister gefordert - die zu niedrigen Zinsen in Euroland steigen, so würde der Spielraum zusätzlich eingeengt werden.

Auf dem am 17. und 18. März in Baden-Baden stattfindenden G20-Treffen wird er diese Forderung allerdings zur Sprache bringen. Angesichts der Zinssteigerung in den USA und dem daraus resultierenden Ungleichgewicht bei der Ertragskraft europäischer und amerikanischer Banken wäre ein Beibehalten der bisherigen EZB-Geldpolitik schädlich und würde die Vormachtstellung der US-Banken zementieren. Die Herausforderung für die Europäer ist allerdings hierbei nicht zu unterschätzen, denn es müssen zuerst die Voraussetzungen geschaffen werden, um mit einem höheren Zinsniveau wieder zurechtzukommen.

Viele Akteure am Primärmarkt sind verunsichert

Die Unsicherheitsfaktoren an den Finanzmärkten prägten in dieser Woche die Emissionstätigkeit der Unternehmen. In einer Zeit, die von den Wahlen in den Niederlanden und dem Fed-Zinsentscheid bestimmt war, zeigten sich am Kapitalmarkt lediglich Peugeot SA und Statkraft AS aktiv und refinanzierten sich jeweils mit einem Bond.

Dabei dürfte Peugeot auch die Privatanleger erfreut haben, denn der Bond (A19EYW) wurde mit einer kleinsten handelbaren Mindeststückelung von 1.000 € begeben und ist am 23.03.2024 endfällig. Die 600 Mio. € schwere Tranche zahlt den Investoren einen jährlichen Zins von 2% und wurde zu pari begeben. Dies entsprach einem Spread von +205,1 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe. In die Anleihebedingungen wurde eine Make Whole Option zugunsten des Emittenten aufgenommen.

Der aktuellen Flaute im Energiesektor zum Trotz besorgte sich der norwegische Energiekonzern Statkraft erfolgreich frisches Geld am Kapitalmarkt. So flossen 500 Mio. € in die Kassen des staatlichen Unternehmens mit Sitz in Oslo. Der Bond (A19EWG) ist mit einem jährlichen Zins von 1,125% ausgestattet und der Emissionspreis betrug 99,863%, was einem Emissionsspread von +102,2 bps über Bund gleichkam. Die Mindeststückelung von 100.000 € dürfte allerdings in erster Linie für institutionelle Investoren interessant sein und auch dieser Bond wurde mit einer Make Whole Option ausgestattet.

Die Ängste von gestern müssen den Fakten von heute weichen

Die Angst vor den Rechtspopulisten hat zumindest seit Wochenbeginn für eine Stabilisierung des Euro-Bund-Future gesorgt und ihn wieder in die Nähe der psychologischen Marke von 160% sowie nach dem Zinsentscheid sogar auf 160,45% katapultiert. Doch spätestens heute zum Handelsbeginn werden die Karten neu gemischt und die Ängste von gestern, müssen den Fakten von heute weichen. Denn im Gegensatz zum gestrigen Fed-Entscheid hat heute - am Tag der Notenbanken - Japan bereits die Beibehaltung der Geldpolitik beschlossen und die Zentralbanken von Norwegen, der Schweiz und England werden im Laufe der nächsten Stunden ihre Entscheidungen bekanntgeben.

Somit startete das Sorgenbarometer der Eurozone mit 160,23% in den heutigen Handel und notiert aktuell bei 159,75%. Jetzt liegen zwar die ersten Karten auf dem Tisch, aber erst in den kommenden Tagen wird sich die Tragweite der Entscheidungen den Marktteilnehmern vollständig erschließen. Somit ist es oftmals sinnvoll, sich der Charttechnik zu bedienen. Hierbei verlaufen die Unterstützungslinien bei 159,14% und 158,87%. Trotz Überwinden des Pivot-Widerstands bei 159,90% sowie der psychologischen Marke bei 160%, sollte angesichts der weiteren Zinserhöhungsphantasie in den USA das Erholungspotential bei 160,69% begrenzt sein.

Euroländer auf der Suche nach Investoren

In dieser Handelswoche schicken sich die Euroländer an, um die Gunst der Investoren zu buhlen. So eröffnete Italien bereits am Montag mit diversen Aufstockungen und einer Neuemission den Reigen. Die Niederlande nutzten den Tag vor der gestrigen Wahl zur Refinanzierung von 2,275 Mrd. € mittels der 5-jährigen Anleihe (A1VPZX). Zur Wochenmitte erhöhte die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland das Emissionsvolumen der bereits 2014 begebenen Anleihe (110234 / 2046) um 1 Mrd. € auf nunmehr 21 Mrd. €. Die Zuteilung der überzeichneten Gattung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 1,18%.

Heute schließt eine wahre Emissionsflut Spaniens (A19B40 / 2022 ; A1VQCB / 2028 ; A18YZ6 / 2046) und Frankreichs (A19B3W / 2020 ; A189GE / 2022 ; A1HAW9 / 2022 ; A0TRKW / 2023 ; A1ZKRV / 2030 ; A0LPPD / 2040) die Woche ab. Insgesamt wurden ca. 24 Mrd. € am Kapitalmarkt aufgenommen.

In den USA mussten sich die Investoren mit Geldmarkttiteln (4 Wochen, 3 und 6 Monate) im Gesamtvolumen von 121 Mrd. USD zufrieden geben. Dies hat allerdings nichts mit dem Erreichen der Schuldenobergrenze in den USA zu tun, sondern ist lediglich dem Emissionskalender geschuldet.

Politischer Konflikt lässt Türkische Lira kalt

Der Devisenmarkt stand in den vergangenen Handelstagen vollkommen im Zeichen der Notenbanken. Nach der EZB-Sitzung vom vergangenen Donnerstag wurde gestern der Zinsentscheid der US-amerikanischen Notenbank Fed bekanntgegeben und in der anschließenden Pressekonferenz erläuterte die Fed-Chefin Janet Yellen den Marktteilnehmern ihre künftige Zinspolitik.

Die Kursentwicklung des Währungspaares Euro/US-Dollar war somit von zwei geldpolitischen Entscheidungen geprägt und hat sich in dieser Zeit in einer Range zwischen 1,0523 USD und 1,0714 USD bewegt. Den kurzzeitigen Sprung über die Marke von 1,07 USD hat die europäische Gemeinschaftswährung der Spekulationen über eine mögliche Zinsanhebung im Euroraum zu verdanken. Jedoch waren es eben nur Gerüchte und so fiel der Euro anschließend wieder auf das Niveau der vergangenen Handelstage bei 1,0650 USD zurück. Bei der Fed gibt es nach gestern Abend keine Spekulationen mehr, denn die dritte Zinserhöhung seit Dezember 2015 ist nun Gewissheit. Dementsprechend startet der Euro heute Morgen bei 1,0730 USD in den Handel.

Wenig beeindruckt zeigt sich die Landeswährung der Türkei vom aktuellen Trubel um das Referendum sowie die zunehmenden Anspannungen der diplomatischen Beziehungen zu Europa. In der vergangenen Berichtswoche handelte die doch immer wieder sehr anfällige türkische Lira in einer relativ engen Bandbreite zwischen 3,9333 TRY und 4,0169 TRY. Zur Stunde notiert die Währung vom Bosporus bei 3,95 TRY.

Bei den Fremdwährungsanleihen standen in dieser Woche Anleihen auf türkische Lira und südafrikanische Rand im Fokus der Anleger. Es sind aber auch nach wie vor US-Dollar-Bonds, die immer wieder nachgefragt werden.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Draghis Drahtseilakt

Die Inflation ist zurück. Im Februar stieg die Teuerungsrate in Deutschland sowie im Euro-Raum erstmals seit 2012 wieder über 2%. Zugleich verharren die Zinsen auf niedrigstem Niveau. Dadurch werden die Ersparnisse der Anleger schleichend entwertet. Bei einem Sparvermögen in Deutschland von mehr als 5 Bill. € bedeutet dies angesichts der Nullzins-Politik der EZB und 2% Inflation, dass die Sparer allein in diesem Jahr 100 Mrd. € verlieren. Doch die Rufe in Richtung Europäischer Zentralbank (EZB), ihre ultralockere Geldpolitik endlich zu beenden, dürften ungehört verhallen, wenn die Notenbank unter ihrem Chef Mario Draghi am heutigen Donnerstag zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammenkommt.

Noch dürfte die EZB es als zu früh erachten, dem Beispiel der US-Notenbank Fed zu folgen und zu einer weniger lockeren Ausrichtung überzugehen. Auch an den Leitzinsen werden die Euro-Wächter wohl nicht rütteln, die seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0% liegen. Im Gegensatz zur EZB hat die Fed genügend Signale ausgesendet, die Beobachter davon ausgehen lassen, dass die US-Notenbank unter ihrer Präsidentin Janet Yellen Mitte kommender Woche ihrerseits die Zinsen erhöhen wird. Damit steigt die Diskrepanz zwischen den Zinsniveaus in Europa und den USA, was mit einem Gummiband verglichen werden kann, das immer stärker überdehnt wird. Die Frage ist nur, wann es reißt oder ob es sich plötzlich zusammenzieht.

Für Draghi wird das Ratstreffen der EZB zu einem Drahtseilakt. Beobachter gehen davon aus, dass der EZB-Präsident seine gesamten Kommunikationsfähigkeiten aufbieten muss, um Forderungen nach einer strafferen Haltung der EZB zurückzudrängen, wie es der Volkswirt Reinhard Cluse von der Schweizer Großbank UBS beschreibt. Möglich ist, dass Draghi darauf verweisen wird, der aktuelle Inflationsschub sei wohl nur von vorübergehender Natur. Immerhin war die Teuerungsrate ja vor allem wegen der im Vorjahresvergleich gestiegenen Ölpreise in die Höhe geschnellt.

Nachdem die Inflation im Februar auf 2,0% geklettert war, wurde erstmals seit etwa vier Jahren wieder das Inflationsziel der Euro-Wächter von ca. 2% übertroffen. Nun könnte die Inflation im Gesamtjahr rund einen halben Prozentpunkt stärker ausfallen als die bisher von der EZB angenommenen 1,3%, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagt. Daher darf man gespannt sein, ob die EZB-Ökonomen zur heutigen Zinssitzung neue Inflationsprognosen vorlegen und wie sie ihr Festhalten an der ultralockeren Geldpolitik begründen werden. Eine weitere Frage wird sein, inwieweit Draghi darlegt, wie er denn nun die geplante Reduzierung der Anleihekäufe von 80 Mrd. € auf 60 Mrd. € umsetzen will. Schließlich soll dies ja ab April geschehen. Bekanntlich hat die EZB im Dezember die in Deutschland umstrittenen Käufe um neun Monate bis Ende 2017 verlängert, die monatlichen Volumina aber vom kommenden Monat an um 20 Mrd. € gesenkt. Dadurch ist das Gesamtvolumen der Transaktionen bis zum voraussichtlichen Programm-Ende auf 2,28 Bill. € angestiegen.

Um die Konjunktur anzuschieben und um für mehr Inflation zu sorgen, pumpt die Euro-Notenbank seit März 2015 mit dem Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem. Geldhäuser sollen so bewegt werden, mehr Kredite an die Wirtschaft auszugeben.

Angesichts des Umstands, dass die Kerninflation, welche die schwankungsreichen Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, seit vielen Monaten bei Werten unter 1% verharrt, ist davon auszugehen, dass die EZB sowohl bei Niedrigzinsen als auch bei den Anleihekäufen ihren Kurs nicht ändern wird. Bemerkenswert ist hierbei, dass Hinweise auf die Kerninflationsrate in der Vergangenheit bei Mario Draghi wenig Gehör fanden und man nun den Eindruck gewinnen kann, er hat von Pippi Langstrumpf gelernt!

Gegenwind für die Brexiteers

Für den von der Regierung in London geplanten Austritt aus der Europäischen Union (EU) bauen sich immer mehr Hürden auf. So hat das britische Oberhaus Premierministerin Theresa May eine neue Niederlage bei den Beratungen zum Brexit-Gesetz beigebracht. Mit einer Mehrheit von 366 zu 268 stimmten sie für einen Zusatz, der dem Parlament ein substanzielles Mitspracherecht bei den Verhandlungen einräumen soll. Demnach soll No. 10 Downing Street verpflichtet werden, das Abkommen mit Brüssel vom Parlament absegnen zu lassen.

May braucht die Zustimmung beider Parlamentskammern zum Brexit-Gesetz, um den Abschied von der EU einzureichen, wie es das höchste britische Gericht entschieden hat. May will den Gesetzestext aber ohne Änderungen durchs Parlament bringen. Bereits vergangene Woche hatten die Mitglieder des Oberhauses den knappen Gesetzestext um einen Zusatz erweitert, der die Rechte von EU-Bürgern garantieren soll. Das Unterhaus hatte dagegen den Gesetzentwurf ohne Änderungen durchgewunken. Damit ist offen, ob das Gesetz am Ende ohne oder falls doch mit welchen Änderungen verabschiedet wird. Im sogenannten Ping-Pong-Verfahren geht der Gesetzentwurf solange zwischen Oberhaus und Unterhaus hin und her, bis sich beide Kammern auf einen Wortlaut einigen können. Die Premierministerin muss darauf hoffen, dass die Lords im Oberhaus einlenken.

Gegenwind für die Brexiteers kommt auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Diese hat klargemacht, dass sie Banklizenzen in einem Euro-Land nur dann erteilen will, wenn tatsächlich auch ein Teil der Geschäfte in die EU verlagert wird. Die Notenbank warnte die britischen Banken davor zu tricksen. Sie sehe nicht, dass die EZB Banklizenzen an leere Unternehmenshüllen vergeben wird, sagte Sabine Lautenschläger, EZB-Direktorin und stellvertretende Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht. Auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret hatte vor kurzem klargemacht, es würden keine Briefkastenfirmen akzeptiert, bei denen das Bankgeschäft effektiv weiterhin aus London heraus betrieben würde.

Natürlich wird London auch im Falle eines Brexits ein starker Finanzplatz bleiben, dennoch kommen diese Warnungen der EZB an die Londoner City einem deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl gleich.

Indessen bereitet sich die britische Regierung laut ihrem Brexit-Minister David Davis auch auf einen EU-Austritt ohne Einigung mit der EU vor. Auch wenn Davis ein Scheitern der Verhandlungen als unwahrscheinlich einstuft, hat er im Kabinett offenbar darauf gedrungen, sich nicht nur auf eine einvernehmliche Scheidung einzustellen.

Und dass das Ganze auch nicht ganz billig werden dürfte, darauf deuten die Aussagen von Finanzminister Philip Hammond hin. Großbritannien brauche ein ausreichendes Finanzpolster, um den anstehenden Austritt zu schultern, sagte er. Um Reserven im Tank zu haben, werde man trotz positiver Signale nicht die Ausgaben nach oben treiben, so Hammond. Die britische Wirtschaft hatte sich seit dem Votum für den Brexit erstaunlich robust gezeigt. Nun wird man sehen, ob es der Regierung May gelingt, ihren Zeitplan einzuhalten und bereits Ende März die Scheidungspapiere in Brüssel einzureichen. Denn schon am 6. April sollen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel ihre dafür notwendigen Verhandlungsleitlinien beschließen.

Athen muss erneut in die Verlängerung

In den vergangenen Tagen hatte die Regierung in Athen immer wieder lanciert, ein Einlenken der Geldgeber, um rasch zu einer Verständigung im Streit um Reformen und Schulden zu kommen, stehe kurz bevor. Doch nun müssen die Verhandlungspartner einmal mehr in die Verlängerung. Noch gebe es vier oder fünf Themen, über die man sich nicht einig sei, hieß es am Mittwoch nach einem nächtlichen Verhandlungsmarathon. Die Zeit drängt jedenfalls, will doch die Regierung den technischen Teil der Vereinbarungen bis zum Eurogruppen-Treffen am 20. März abschließen.

Die internationalen Geldgeber pochen auf weitere Sparmaßnahmen in Höhe von 3,6 Mrd. €. Dabei geht es in erster Linie um die Senkung des Einkommensteuerfreibetrags von heute 8.636 € auf etwa 6.000 € pro Jahr. Außerdem werden weitere Rentenkürzungen und weitere tiefe Einschnitte im Bereich Arbeits- und Streikrecht gefordert. Athen bemüht sich im Gegenzug um Maßnahmen, welche die Wirtschaft ankurbeln sollen - wie die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Tourismusbranche.

Zentralbankchef Yannis Stournaras hatte bereits am Samstag die Euro-Partner dazu aufgerufen, die ehrgeizigen mittelfristigen Haushaltsziele für Athen zu lockern. Ab 2021 sollte nach seinen Vorstellungen nicht mehr ein Überschuss (ohne Zinszahlungen) von 3,5% der jährlichen Wirtschaftsleistung verlangt werden, sondern nur noch einer von 2%. Im Kontext mit den vereinbarten Strukturreformen könnte dies Griechenland ermöglichen, über niedrigere Steuersätze das Wachstum anzukurbeln.

Ob sich aber die Hoffnung der Regierung in Athen erfüllen wird, noch 2017 einen ersten Schritt zurück an den Kapitalmarkt gehen zu können, muss erst mal abgewartet werden. Vize-Regierungschef Yannis Dragasakis hatte gesagt, dies könnte in diesem Jahr geschehen, wenn die zweite Überprüfung schnell abgeschlossen ist und Griechenland wieder ins Anleihekaufprogramm der EZB aufgenommen ist.

Sollte es gelingen, den technischen Teil der Vereinbarungen tatsächlich bis zum Eurogruppen-Treffen am 20. März abzuschließen, geht es erst ans Eingemachte. Dann sei nach griechischer Lesart noch Zeit, sich in zwei wichtigen Punkten auf politischer Ebene zu einigen: Welche Überschüsse müssen wir nach 2018 erzielen? Und wie steht es um einen mittelfristigen Schuldenerlass? Und man kann davon ausgehen, dass die Verhandlungspartner auch hierbei in die Verlängerung gehen werden müssen.

Betriebsrenten als tickende Zeitbomben

Über die sinkenden Renditen am deutschen Kapitalmarkt sind schon viele Abhandlungen verfasst worden. Anlass zur Hoffnung, dass sich an der Zinsfalle, in der Finanzbranche und Anleger sitzen, schon bald etwas ändern wird, besteht allerdings kaum. Also werden sich Finanzinstitute und Investoren aller Art auch weiterhin mit einer Zins-Magerkost abfinden müssen. Bei Finanzinstituten und Versicherern geht man davon aus, dass sich innerhalb der nächsten zwei bzw. drei Jahre die Zins-Mindereinnahmen noch mit „Altanlagen“ ausgleichen lassen, aber spätestens dann werden sich die Lücken nicht mehr schließen lassen. Es sei denn, die Zinsen steigen generell wieder an.

Das ist aber nur ein Aspekt der Nullzinsphase. Denn auch alle Unternehmen, welche für ihre Belegschaft Vorsorge in Form von Betriebsrenten getroffen haben, leiden massiv unter der von der Europäischen Zentralbank (EZB) verordneten Geldmarktpolitik. Einerseits sind Unternehmen gezwungen, Gelder nicht einfach bei Banken zwischenzuparken und Zinsen zu zahlen. Andererseits muss die Finanzierungslücke bei den Betriebsrenten, die jedes Jahr mit mehr Geld zu schließen ist, in der GuV berücksichtigt werden, womit der Gewinn des Unternehmens geschmälert wird. Denn die zu erwartende Rendite der Rücklagen sinkt von Jahr zu Jahr und erhöht dadurch die Verbindlichkeiten. Nach jüngsten Erhebungen summierten sich zum Jahresende 2016 die Pensionsverpflichtungen alleine bei den DAX-30-Unternehmen auf ca. 420 Mrd. €. Und laut der Beratungsgesellschaft Mercer wurde hierfür lediglich etwas über die Hälfte zurückgelegt. In anderen großen Industriestaaten ist die Versorgungslücke zwar kleiner, aber dennoch vorhanden.

Wie sehr das Thema die deutschen Unternehmen beschäftigt, wird am Beispiel der Deutschen Lufthansa deutlich. Nicht von ungefähr wurde seit Jahren um die Pensionsansprüche der „Alt-Piloten“ gestritten und den Nachwuchskräften diese bevorzugte Behandlung verwehrt. Steigende Lebenserwartung und sinkende Zinsen lassen dieses Thema zu einer tickenden Zeitbombe werden. So wurde beispielsweise nach Aussage des Finanzchefs von ThyssenKrupp in den vergangenen drei Jahren das Eigenkapital wegen steigender Rentenverbindlichkeiten um 3 Mrd. € geschmälert.

Profitable Unternehmen können hier also noch gegensteuern, aber kleinere bzw. unrentable Gesellschaften haben ein nicht zu unterschätzendes Problem. Zumal Mittelstandsunternehmen aufgrund strengerer Richtlinien die Rentenverbindlichkeiten höher bewerten müssen. Grund zur Panik besteht sicherlich noch nicht, aber die Risiken für die Unternehmen sind nicht zu unterschätzen.

Daimler emittiert 2-jährigen Bond mit Minusrendite

Nicht nur die Bundesrepublik Deutschland kann aktuell Anleihen mit negativer Rendite begeben. Auch Daimler International Finance B.V. hat es mit einem 2-jährigen Bond geschafft, dass Anleger bei einem Investment am Ende der Laufzeit von dem Automobilhersteller weniger Geld zurückbekommen, als sie ursprünglich investiert haben.

Der Bond (A19EJE) ist am 15.03.2019 fällig und Daimler zahlt seinen Gläubigern für das Emissionsvolumen von 500 Mio. € keine Zinsen. Der Ausgabepreis lag bei 100,118%, was einem Emissionsspread von +81,90 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichkam. Die Mindeststückelung von 100.000 € spricht allerdings eher institutionelle Investoren an.

Mit einem Doppelpack machte in dieser Berichtswoche Nokia Oyj auf sich aufmerksam und sammelte insgesamt 1,25 Mrd. € am Kapitalmarkt ein. Die erste 500 Mio. € schwere Tranche (A19EGA), ein 4-jähriger Bond, ist am 15.03.2021 fällig und hat einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,00%. Der Emissionspreis wurde mit 99,895% festgelegt. Dies entsprach +165,7 bps über Bund. Mittels der zweiten Anleihe (A19EGB) sammelte der heutige Netzwerkausrüster Nokia sogar 750 Mio. € zu einem jährlichen Zins von 2,00% bei den Investoren ein. Fällig ist das Papier am 15.03.2024 und der Reoffer bei 99,458% kam einem Emissionsspread von +224,1 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleich. Nokia ließ für beide Titel eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen festschreiben und legte als Mindeststückelung 100.000 € fest.

Als letzter im Bunde reihte sich in dieser Woche Thermo Fischer Scientific ein und begab eine Anleihe (XS1578127778) mit einem Volumen von 500 Mio. €. Das US-amerikanische Technologieunternehmen mit Sitz in Waltham, Massachusetts, stattete den Bond mit einem Zins von 1,45% aus, welcher bis zur Fälligkeit am 16.03.2027 jährlich gezahlt wird. Emittiert wurde zu 98,824% (+87,7 bps über Bund). Auch Thermo Fischer entschied sich für eine Make Whole Option und eine Mindeststückelung von 100.000 €.

Alles billig – oder was?

Die mathematischen Besonderheiten beim Kontraktwechsel haben beim Rollen vom März in den Juni-Kontrakt für fallende Notierungen gesorgt. Doch damit geht nicht ein Renditeanstieg einher, den sich doch so viele Investoren sehnlichst wünschen. Die Abschläge zwischen den beiden Future-Kontrakten beliefen sich beim Buxl auf ca. 2,06 Prozentpunkte (PP), beim richtungsweisenden Bund auf ca. 3,24 PP, beim Bobl auf ca. 2,06 PP und beim Schatz auf ca. 0,20 PP. Somit erscheinen alle Juni-Kontrakte auf den ersten Blick billiger. Das kann zwar als ein „göttliches Zeichen“ gedeutet werden, aber nicht wenige Analysten gehen angesichts der anstehenden Wahlen in der Eurozone eher von weiter moderat steigenden Kursen für deutsche Anleihen aus.

Sehr groß sind demnach auch weiterhin die Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich der politischen Ereignisse sowie der Notenbankpolitik und somit lohnt sich der Blick auf die Charttechnik. Die Unterstützungslinien verlaufen aktuell bei ca. 160,65% und 159,89% - also knapp unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 160%. Sollten in den kommenden Tagen die politischen Risiken die Oberhand gewinnen, so rücken die Widerstände bei ca. 161,70% und ca. 163,16% in den Fokus der Rentenhändler.

Doch die Woche der Entscheidung (Fed, BoE, BoJ und Wahlen in den Niederlanden) naht! Zuerst gilt es jedoch die heutige EZB-Pressekonferenz schadlos zu überstehen. Hierbei ist nicht davon auszugehen, dass die oben genannten Leitplanken durchbrochen werden und so startet das Sorgenbarometer heute mit 160,38% in den Tag!

Bund erzielte in der Pause neuen Rekord

Nachdem in der Berichtspause bei der Auktion für die neuen Bundesschatzanweisungen (110467) ein Negativrendite-Rekord (-0,92% p.a.) aufgestellt werden konnte, war auch in dieser Handelswoche Deutschland mit der Aufstockung zweier Gattungen am Markt aktiv. Zum einen wurde die inflationsindexierte Anleihe (103055 / 2030) um 500 Mio. € auf insgesamt 8,5 Mrd. € und zum anderen die 5-jährige Bundesobligation (114175) um 4 Mrd. € auf nun 8 Mrd. € aufgestockt. Damit ist diese Bundesobligation endlich in den Future einlieferbar. Die Aufstockung des Linkers erfolgte zu einer realen Durchschnittsrendite von minus (-) 0,74% und bei der Bundesobligation zu minus (-) 0,45%. Allerdings hielt sich die Nachfrage nach der Bobl in Grenzen, denn es wurden lediglich Kaufaufträge für nominal 3,4 Mrd. € aufgegeben und somit gilt dieser Tender als technisch unterzeichnet.

Von den anderen Eurostaaten waren in diesen Tagen mit jeweils zwei Gattungen noch Österreich (A18X6P / 2026 ; A1HJL6 / 2034), Portugal (A1ATN7 / 2020 ; A18W15 / 2026) und Irland (A18WS0 /2026 ; A1ZVUJ / 2045) am Kapitalmarkt präsent, bevor Italien am morgigen Freitag den Schlusspunkt setzt. Insgesamt beläuft sich das Emissionsvolumen in der Eurozone allerdings nur auf ca. 10 Mrd. €.

Das stellt sich in den USA ganz anders dar. Alleine in dieser Woche werden für 69 Mrd. USD T-Bills mit Fälligkeit in 4 Wochen bzw. 3 und 6 Monaten offeriert. Die länger laufenden T-Notes mit Laufzeit von 3 bzw. 10 Jahren sowie die 30-jährigen T-Bonds runden die Emissionstätigkeit in einem Gesamtvolumen von 56 Mrd. USD ab.

Ruhe vor dem Sturm?

Die europäische Gemeinschaftswährung befindet sich momentan in einer gewissen Findungsphase. So hat der Euro in der jüngeren Vergangenheit die eine oder andere Berg- und Talfahrt mitgemacht, aber letzten Endes fehlt eine klare Richtung.

Seit zwei Wochen handelte der Euro in einer relativ engen Range zwischen 1,0495 USD und 1,0640 USD. Im Vorfeld der heutigen EZB-Ratssitzung halten sich die meisten Marktteilnehmer zurück und warten auf die Erläuterungen der Währungshüter. So bleiben die entscheidenden Impulse aus und die Gemeinschaftswährung handelt heute Morgen auf seinem Niveau der letzten Tage bei 1,0545 USD. Nach der EZB ist vor der Fed, denn nächste Woche steht die amerikanische Notenbank im Mittelpunkt des Börsengeschehens. Dies könnte für weitere Kursausschläge beim Währungspaar Euro/US-Dollar sorgen und gleichzeitig den Devisenmarkt insgesamt beeinflussen. Also handelt es sich aktuell vielleicht nur um die Ruhe vor dem Sturm.

Eine klare Tendenz ist hingegen bei der Landeswährung Mexikos zu beobachten. So zeigt sich der mexikanische Peso im Vergleich zum Euro in den vergangenen Handelswochen stark und markierte ein neues Jahreshoch mit 20,5379 MXN. Mehr Bedeutung wird dem Vergleich mit dem US-Dollar beigemessen und auch da macht die mexikanische Währung eine sehr gute Figur. So konnte sich der Peso deutlich zum Greenback verteuern und handelte zeitweise bei 19,4311 MXN, was ebenfalls einem neuen Bestwert in 2017 entspricht.

Dementsprechend standen Währungsanleihen lautend auf mexikanische Peso im Fokus der Privatanleger. Zu den weiteren Favoriten zählten Anleihen auf US-Dollar, südafrikanische Rand, türkische Lira und kanadische Dollar.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

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Redaktion:

Robert Halver,

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Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

EZB und Fed nehmen Bondmärkte in den Schwitzkasten

Die internationalen Rentenmärkte steuern auf eine Zerreißprobe zu, welche in der gegensätzlichen Ausrichtung der Geldpolitik von Europäischer Zentralbank (EZB) und der US-amerikanischen Notenbank (Fed) begründet ist. Während die Fed sich infolge steigender Inflationszahlen, guter Konjunkturdaten und zu erwartender Stimuli seitens der neuen US-Regierung mit steigenden Zinsen auseinandersetzt, hält die EZB an ihrer Politik des billigen Geldes fest. Und das obwohl auch in der Eurozone höhere Inflationszahlen zu beobachten waren. In Deutschland ist für den Januar sogar mit einer Rate von 2% zu rechnen. Doch hierbei handelt es sich um Inflationsraten, die aufgrund des Basiseffekts bei den Energiepreisen dieses Niveau erreicht haben und derzeit ihren Höhepunkt überschreiten. Somit kann nicht von einem nachhaltigen Trend gesprochen werden, sondern nur von einer vorübergehenden Entwicklung.

Dass die EZB nicht nur für ein Land, sondern für eine Gemeinschaft von 19 Ländern Geldpolitik macht, musste Deutschland schon einmal registrieren. Damals war die deutsche Wirtschaft nicht die Lokomotive der Eurozone, sondern bildete das Ende des Zuges und hätte eine Zinssenkung gut gebrauchen können. Heute ist es umgekehrt, Deutschland könnte ohne Probleme mit höheren Zinsen leben. So ändern sich die Zeiten! Doch auch in diesem Fall würde eine solche Entscheidung nicht ins Gesamtbild der Eurozone passen. Somit wird die EZB weiterhin massiv die Kapitalmärkte beeinflussen und mit ihren Anleiheankaufprogrammen eine künstliche Nachfrage erzeugen. Ob und wann die EZB diesem „Irrsinn“ ein Ende setzen wird, bleibt ein Geheimnis. Die bisherigen Lösungsansätze lassen wenig Einsicht bei den Notenbankern erwarten, aber es wird der Zeitpunkt kommen, an dem ein Umdenken notwendig sein wird. Und wenn es auch nur ein bedarfsgerechtes Eingreifen der Notenbank analog zu den vor 25 Jahren festgelegten Maastricht-Kriterien wäre. Denn bereits damals wurde eine Möglichkeit des Eingreifens bei einer zu großen Abweichung des Renditeniveaus festgeschrieben. Dadurch könnten die finanziellen Mittel zielgerichtet eingesetzt werden, anstatt nach „Schema F“ vorzugehen. Noch ist es aber nicht soweit, und die EZB verstößt weiterhin gegen die unterschiedlichsten Bestandteile des EU-Vertrages. Leider ist noch nicht bei den dafür Verantwortlichen angekommen, dass die fehlende Kreditnachfrage das Grundübel ist und nicht die fehlende finanzielle Ausstattung der Banken.

Das ist der große Unterschied zu den USA. Dort werden aller Voraussicht nach riesige Summen für Infrastrukturprojekte benötigt und der private Konsum soll durch eine Steuerreform weiter gefördert werden. Mit diesen Perspektiven ist eine Zinsanhebung sogar schon im März dieses Jahres möglich. Insbesondere vor dem zu erwartenden Machtkampf zwischen der noch amtierenden Fed-Präsidentin Janet Yellen und dem sehr eigensinnig agierenden US-Präsidenten, „D.T. – der Unberechenbare“. Für die einst als „weiße Taube“ bezeichnete Yellen wird die Zeit knapp, in der sie die Zügel der Geldpolitik in der Hand halten wird. Im Moment sind noch zwei Stellen im geldpolitischen Ausschuss FOMC vakant, und eine dritte wird schon in Kürze (im April des Jahres) ebenfalls zu besetzen sein. Durch die Mehrheit der Republikaner ist es also nur eine Frage der Zeit, bis Yellen „Fesseln“ angelegt werden, um einen zu starken Zinsanstieg zu verhindern. Zumal mit jeder Zinserhöhung der Außenwert des US-Dollars steigt und die Refinanzierung des gewaltigen Schuldenberges der Vereinigten Staaten teurer wird.

Man darf also gespannt sein, wie die entgegengesetzt angelegte Geldpolitik der beiden wichtigen Notenbanken die Kapitalmärkte in den kommenden Wochen beeinflussen wird - und wie die Investoren auf ein weiteres Ansteigen der Renditespreads reagieren werden.

Trippelschritte in Athen

Sieben Jahre ist es her, seit die Euroländer in einer gemeinsamen Aktion Athen vor der Pleite gerettet haben. Drei Hilfspakete über 250 Mrd. € wurden geschnürt und heuer sieht die Bilanz doch mager aus. Während Irland oder Spanien, denen ebenfalls unter die Arme gegriffen wurde, echte Fortschritte zu verzeichnen haben, kommt Griechenland kaum voran. Es gibt unter Ausblendung des Schuldendienstes zwar Etatüberschüsse, vielleicht sogar veritables Wachstum. Doch setzt die griechische Regierung vereinbarte Reformen nur widerwillig, wenn überhaupt um. Dabei ist die Schuldenquote von Athen auf ca. 180 Prozent des Bruttosozialprodukts angewachsen, während der Schuldendienst des Landes soweit gestreckt worden ist, dass es ohnehin kaum Kredite tilgt oder Zinsen zahlt.

Dass sich die Geldgeber aus Eurozone und Internationaler Währungsfonds (IWF) sowie Athen in der griechischen Finanzkrise nun wieder zu einem Kompromiss aufraffen werden, kann daher höchstens als Trippelschritt gewertet werden. Okay, man hat Einigkeit darüber erzielt, dass die ungeliebten Kontrolleure der internationalen Geldgeber nach Athen zurückkehren sollen, um an einem zusätzlichen Reformpaket zu arbeiten. Im Mittelpunkt sollen unter anderem eine Renten- und eine Arbeitsmarktreform stehen. Diese gelten als Voraussetzung für die Auszahlung zusätzlicher Hilfsmilliarden.

Bei den neuen Maßnahmen soll nun der Schwerpunkt weniger auf Sparzwänge als auf Strukturreformen gerichtet sein, um das Wirtschaftswachstum in Hellas nachhaltiger zu gestalten. Das ist es, was den IWF mit im Boot halten dürfte. Der Fonds und die Europäer waren zuletzt uneins über die Haushaltsziele für Athen. Während die Europäer auf längere Sicht 3,5% Primärüberschuss - also ohne Schuldendienst - fordern, fürchtet der IWF, dies könne die griechische Konjunktur eher wieder abwürgen. Inzwischen aber nähern sich die Positionen offenbar an. Sogar Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äußert sich zuversichtlich darüber, dass Bewegung in den Streit um das griechische Rettungsprogramm kommt und sich daher der IWF - seines Erachtens - an dem dritten Rettungspaket beteiligen wird. Da die Euro-Länder Schuldenerleichterungen vor Ende des Hilfsprogramms im August 2018 ablehnen, verlangt der IWF von Athen, schon jetzt Sparmaßnahmen gesetzgeberisch zu beschließen, welche bei zu niedrigen Überschüssen automatisch in Kraft treten würden.

Dass eine Einigung aber ohne einen Schuldenschnitt für Griechenland ablaufen müsse, hatten die Europäer immer wieder klargemacht. Der IWF dagegen hatte die griechische Schuldensituation bisher als dauerhaft nicht tragfähig angesehen – es sei denn, man gewähre Athen eben einen Schuldenschnitt. Das aber wäre im Sinne der europäischen Sache das falsche Signal. Nicht nur, dass dem Schlendrian in Athen wieder Tür und Tor geöffnet wäre und Sozialreformen auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben würden. Nein, es könnte Nachahmer dazu animieren dasselbe zu versuchen. Mit welcher Argumentation sollten dann die Geldgeber weiteren Schuldensündern einen Schuldenschnitt verwehren, würden diese auf Griechenland verweisen?

Sorge um heiß laufende Immobilienpreise

Die Bundesbank charakterisiert die rasant steigenden Preise für Wohnimmobilien vor allem in den Großstädten als „Übertreibung“. Die Preissteigerungen in den Städten betrugen gemäß aktuellen Schätzergebnissen im vergangenen Jahr zwischen 15% und 30%, schreibt die Notenbank in ihrem Februar-Monatsbericht. Auch die amtlichen Gutachterausschüsse erkennen deutliche Überhitzungen in bestimmten Städten. Ein Ende des Immobilienbooms ist aber nach Ansicht der Bundesbanker trotzdem nicht in Sicht. Als überdurchschnittlich hoch bezeichnet die Bundesbank die Preisdynamik in sieben Großstädten, in denen sich Wohnraum schon in den Jahren zuvor am stärksten verteuert hatte: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Auch die Wohnungsmieten in diesen Städten erhöhten sich spürbar.

Es sei nicht absehbar, dass das Investitionsvolumen zurückgehe, sagte Peter Ache, der Geschäftsstellenleiter des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse, laut Deutscher Presse-Agentur. 2016 haben schätzungsweise Immobilien für mehr als 210 Mrd. € den Besitzer gewechselt. Dennoch sehen die Ausschüsse noch keine Gefahr einer Immobilienblase.

Einen Teil der Preissteigerungen erklärt die Bundesbank damit, dass gerade in Ballungsräumen Wohnraum stark gefragt ist. Käufern hilft, dass Immobilienkredite wegen der Niedrigzinsen extrem günstig sind. So gesehen spielt die Niedrigzinspolitik der EZB hier eine Rolle. Aber dieser Aspekt reicht zur Begründung allein nicht aus. Insgesamt dürfte die im Berichtsjahr erhöhte Preisdynamik bei Wohnimmobilien über diejenige Entwicklung hinausgegangen sein, die durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angelegt ist. Auch die weiter ermäßigten Finanzierungskosten können nur einen Teil der zusätzlichen Dynamik erklären, heißt es im Monatsbericht der Notenbanker.

Der Brexit wirft seine Schatten voraus

Der anstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) wird auf dem Rosenmontagszug in Mainz eins der Themen sein, über das die Jecken sich lustig machen werden. Doch nicht nur in der Fastnacht wirft der Brexit seine Schatten voraus.

Da hat zum Beispiel die EU eine Forderung von bis zu 60 Mrd. € in den Raum gestellt, welche die Briten begleichen müssten, wenn denn der Brexit vollzogen werde. Die Austrittsrechnung werde „sehr gesalzen sein”, sagte jüngst dazu der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Den Briten stünden nicht nur schwierige Verhandlungen bevor, die „Jahre dauern werden”. Der EU-Austritt könne dabei auch nicht „zu reduzierten Kosten oder gar keinen Kosten” erfolgen. So pocht die EU darauf, dass Großbritannien trotz des 2019 erwarteten Brexits bereits eingegangene finanzielle Verpflichtungen erfüllt. Dabei geht es um langfristige Zusagen für den EU-Haushalt oder Pensionszahlungen für europäische Beamte.

Geld kostet der Brexit bereits jetzt die britische Großbank HSBC, die neben anderen Faktoren den anstehenden EU-Austritt für einen Milliardenverlust im 4. Quartal 2016 verantwortlich macht. So schrieb HSBC zum Beispiel wegen der Folgen des Brexit alleine 2,4 Mrd. US-Dollar auf das Geschäft in Europa ab. Dies kann als Indikation gewertet werden, wonach der EU-Austritt nicht so ohne weiteres an der britischen Finanzbranche abprallen dürfte. Auch für die Forschung kann der Brexit weitreichende Folgen haben. So erwägen britische Kultur- und Bildungseinrichtungen ihre Abkehr von Cambridge oder Oxford, um auch künftig von europäischen Forschungsgeldern profitieren zu können.

Und so fürchten inzwischen immer mehr Briten, dass sie einen hohen Preis für den Abschied von der EU zahlen müssen. Nicht umsonst ist ein halbes Jahr nach dem Brexit-Votum einer Umfrage zufolge bei den Briten die Sorgen um die Konjunktur stark gestiegen. Wie Ende 2016 eine Erhebung des Marktforschers Nielsen ergab, nannten 28% der Befragten die Wirtschaft als eine ihrer beiden größten Sorgen. Dies ist ein Anstieg um 12%-Punkte im Vergleich zu Ende 2015. Damit überholte das Thema Wirtschaft sowohl Terrorismus als auch Einwanderung, die nur noch auf je 20% kommen.

Bausparkassen können Folgen des Niedrigzinses abfedern

Die unter dem Niedrigzins leidende Branche der Bausparkassen kann etwas aufatmen. So hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ein Urteil gesprochen, das branchenweit große Wirkung haben wird. Demnach haben Bausparer keine Chance, sich gegen die Kündigung eines alten Bausparvertrags mit hohen Zinsen zu wehren. Einen solchen Vertrag über mehr als zehn Jahre als reine Sparanlage laufen zu lassen, widerspreche dem Sinn und Zweck des Bausparens, entschied der BGH. Das Ansparen sei dazu gedacht, Anspruch auf ein Darlehen zu erlangen. Dieser Zweck sei mit Erlangen der Zuteilungsreife erreicht. (Az. XI ZR 185/16 u.a.)

In der anhaltenden Niedrigzinsphase haben die Bausparkassen ihren Kunden seit 2015 ca. 250.000 Verträge gekündigt, die noch nicht vollständig bespart waren. Der einst festgeschriebene Zinssatz ist für die Bausparkassen inzwischen eine wirtschaftliche Belastung. Denn viele Kunden verzichten darauf, ihr Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen. Stattdessen nutzen sie den Vertrag lieber als lukrative Sparanlage, wie er freilich in der Vergangenheit vielfach auch von den Bausparkassen beworben worden war.

Ist der Vertrag seit zehn Jahren zuteilungsreif, haben die Institute laut BGH-Urteil aber ein Kündigungsrecht. Die bereits ausgesprochenen Kündigungen waren also rechtens. Außerdem ist für die Kassen der Weg frei, um weitere Verträge kündigen zu können. Der BGH entschied zwei Prozesse, welche die Bausparkasse Wüstenrot infolge von Kündigungen führte. Weil die obersten Zivilrichter die Linie für die gesamte deutsche Rechtsprechung vorgeben, ist das Urteil von größter Bedeutung. Denn beim BGH sind nach Angaben des Vorsitzenden Richters Jürgen Ellenberger derzeit mehr als 100 Bauspar-Verfahren anhängig.

Für die Branche der Bausparkassen bedeutet das Urteil ein Stück Entspannung für die Zinsergebnisse. Denn mit den Kündigungen können die negativen Auswirkungen der fortdauernden Niedrigzinspolitik auf die Bausparergemeinschaft abgemildert werden.

Nicht nur Lauda und Wolff verlängern bei Mercedes

In diesen Tagen war zu lesen, dass sowohl Aufsichtsratsboss Niki Lauda als auch Teamchef Toto Wolff ihre auslaufenden Verträge beim Mercedes-Team bis 2020 verlängern. Passend hierzu legte die Daimler AG eine neue 8 -jährige 1,25 Mrd. € schwere Anleihe auf, die aber sicherlich nicht zur Refinanzierung dieser Verträge dient. Eher will man sich auf diesem Weg die günstigen Konditionen für die Zukunft sichern. Aber auch das amerikanische Maschinenbauunternehmen Parker Hannifin Corporation und das schwedische Unternehmen Telefonaktiebolaget L. M. Ericsson refinanzierten sich am Kapitalmarkt.

Der Autohersteller Daimler erfreute bei der Emission (A2DADM) die Privatanleger mit einer Mindeststückelung von 1.000 €. Zinsen werden bis zur Fälligkeit am 28.02.2025 jährlich in Höhe von 0,85% an die Investoren gezahlt. Begeben wurde der Bond zu 99,915%, was einem Emissionsspread von +88,6 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichkam.

Parker Hannifin Corporation sammelte 750 Mio. € bei den Gläubigern mit einem Bond, der am 01.03.2025 fällig ist, ein (A19DWG). Ausgestattet ist das Papier mit einem Zinssatz von 1,125% p.a. und einer Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten. Der Reoffer wurde bei 99,506% festgelegt. Dies entsprach +65 bps über Mid Swap. Als kleinste handelbare Einheit legte das Unternehmen 100.000 € fest und spricht damit primär institutionelle Anleger an.

Ebenfalls mit 100.000 € Mindeststückelung und einer Make Whole Option begab der in der Kommunikationsbranche tätige Dienstleister Telefonaktiebolaget L. M. Ericsson gleich 2 Bonds über je 500 Mio. €. Die erste Tranche (A19DRK) ist am 01.03.2021 fällig und bietet den Investoren eine jährliche Verzinsung von 0,875%. Der Emissionspreis lag bei 99,613 (+95 bps über Mid Swap). Die zweite, 7-jährige Anleihe (A19DRL) mit Fälligkeit am 01.03.2024 hat einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,875%. Der Ausgabepreis lag bei 99,294%, was einer Benchmark von +160 bps über Mid Swap entsprach.

Was nicht fällt, steigt halt!

Hatte man in der vergangenen Woche noch den Eindruck, dass sich das Rentenbarometer an der 200-Tage-Linie die Zähne ausbeißen wird, so kann inzwischen der Spruch: „Totgesagte leben länger“ zum Beschreiben der Situation verwendet werden. Hervorgerufen von der Angst vor einer erneuten Euro-Finanzkrise konnte der Euro-Bund-Future ein neues Jahreshoch bei 165,53% erklimmen. Sicherlich wird es auch in den kommenden Tagen keine echten Lösungen für die in finanziellen Nöten befindlichen Wackelkandidaten Griechenland, Italien, Lettland, Portugal, Slowenien und Zypern geben. Gepaart mit den populistischen Tönen aus Frankreich und den Niederlanden sind deutsche Bundeswertpapiere wieder das „Nonplusultra“ und scheinen es auch zu bleiben.

Aus charttechnischer Sicht hat sich das ehemalige Hoch bei 164,94% (02.01.17) in eine Unterstützung gewandelt und nach oben ist der erste massive Widerstand inzwischen erst bei 166,27% zu sehen. Sollte es allerdings doch zu einem Rücksetzer unter die Marke von 164,94% kommen, so ist mit einer Unterstützung in der Region bei ca. 164,30% zu rechnen. Aktuell notiert das Sorgenbarometer der Eurozone bei 164,95%.

America great again!

Trotz der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche in den USA konnten sich die Investoren wie die Made im Speck fühlen. Mittels T-Bills und T-Notes mit Laufzeiten zwischen vier Wochen und sieben Jahren wurden insgesamt 198 Mrd. USD refinanziert. Bei solchen Summen erhält der Wahlkampf-Slogan von D.T. „Make America great again“ nochmals eine andere Bedeutung.

In Euroland ist man hiervon meilenweit entfernt. Obwohl in dieser Woche Anleihen von über 50 Mrd. € endfällig waren, scheint es so als habe man bereits in den vergangenen Wochen vorausschauend gehandelt, denn lediglich ca. 4 Mrd. € wurden neu aufgenommen. Den Anfang machte die Slowakei mit der Aufstockung zweier Anleihen (A1888L / 2026 ; A1ZB9Q / 2029). Deutschland erhöhte am Mittwoch das Emissionsvolumen der 2044 endfälligen Staatsanleihe (113548) um 1 Mrd. € auf insgesamt 20 Mrd. €. Hierbei wurden lediglich Kaufaufträge für nominal 733 Mio. € abgegeben und somit erfolgte die Zuteilung des technisch unterzeichneten Wertpapiers bei einer Durchschnittsrendite von 1,04%. Zur Marktpflege wurden 413 Mio. € in den Eigenbestand des Bundes gebucht. Den Schlusspunkt setzt auch in dieser Woche Italien mit zwei kleineren Aufstockungen. Dem Land wurde zwar gestern von der EU-Kommission ein Verfahren angedroht, wenn man nicht bis April Maßnahmen zum Defizitabbau im Umfang von 0,2% des Bruttoinlandsprodukts ergreift, aber das sollte keine negativen Folgen für die Mittelaufnahme haben.

Euro mit schlechtem Zwischenzeugnis

In der vergangenen Woche haben in Bayern rund 1 Million Schüler ihre Zwischenzeugnisse erhalten. Diese spiegeln die bisher erbrachten Leistungen im Schuljahr wider und fallen für die einen erfreulich und für die anderen weniger gut aus.

Die Vergabe eines Zwischenzeugnisses für die europäische Gemeinschaftswährung kommt nach ca. 8 Wochen sicherlich noch zu früh, aber dennoch ist es sinnvoll, eine erste Bilanz zu ziehen. Der Start ins neue Jahr ging für den Euro gründlich daneben. Er fiel auf ein 14-Jahres-Tief bei 1,0341 USD. Allerdings konnte die Einheitswährung in den folgenden Wochen peu à peu zulegen und markierte Anfang Februar mit 1,0829 USD den bisherigen Bestwert in 2017. Doch seither hat der Euro mit der zunehmenden Unsicherheit aufgrund der bevorstehenden Wahlen in Europa schwer zu kämpfen und zusätzlicher Druck wird auch durch die zu erwartende US-Geldpolitik erzeugt. So ging die Währung Eurolands auf Talfahrt und erreichte bei einem Wechselkurs von 1,0494 USD ein 6-Wochen-Tief. Die von vielen Marktteilnehmern avisierte Parität ist somit wieder möglich geworden. Heute Morgen handelt die Gemeinschaftswährung auf Vortagsniveau um die Marke von 1,0560 USD.

Eine schlechte Note erhält der Euro auch im Vergleich zum mexikanischen Peso. Die Landeswährung Mexikos verbesserte sich deutlich und markierte mit 20,8771 MXN ein neues Jahreshoch. Analog zum Euro verteuerte sich der Peso auch zum Greenback und notierte mit 19,8383 MXN so hoch wie zuletzt im November 2016, also kurz vor der US-Präsidentschaftswahl.

Deshalb kann dem Euro aktuell nicht unbedingt ein gutes Zwischenzeugnis ausgestellt werden und man sollte nicht verwundert sein, dass Fremdwährungsanleihen als Risikobeimischung weiterhin nachgefragt werden. Favorisiert wurden dabei Bonds lautend auf US-Dollar, südafrikanische Rand, türkische Lira sowie mexikanische Peso.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

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Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Trumps Politik provoziert Zinserhöhungen

So wie es aussieht, läuft in den USA alles auf eine Konfrontation zwischen US-Präsident Donald Trump und Notenbankchefin Janet Yellen hinaus. Mit deutlichen Worten hat sie die Märkte auf bald steigende Zinsen eingestimmt. Ein solcher Schritt nach oben sei unter gewissen Bedingungen auf einer der nächsten Sitzungen „wahrscheinlich angebracht”, hatte Yellen vor dem Bankenausschuss des US-Senats gesagt. Dazu müssten sich der Arbeitsmarkt und die Inflation im Einklang mit den Erwartungen der Zentralbank entwickeln. Yellen fügte hinzu, es sei unklug, die Straffung zu lange hinauszuzögern. Die nächste Fed-Sitzung ist für März terminiert. Es ist aber davon auszugehen, dass die Notenbank mit einem Zinsschritt bis Juni warten wird.

Die Fed hatte den Leitzins zuletzt Ende 2016 auf das aktuelle Niveau von 0,5% bis 0,75% angehoben. Mit Blick auf die gute Konjunktur hatte die Fed damals drei Zinserhöhungen für 2017 in Aussicht gestellt. Nun ist aber davon auszugehen, dass die Wirtschaft durch Trumps Politik zusätzlichen Schub bekommen wird. Schließlich plant dieser radikale Steuersenkungen und Investitionen in Billionenhöhe. Die mit dieser Perspektive gekoppelte Unsicherheit macht es nach Einschätzung von US-Währungshüter Jeffrey Lacker erforderlich, dass die Zinsen schneller steigen als an den Märkten derzeit allgemein erwartet wird.

Indessen hat der Vizechef der US-Notenbank, Stanley Fischer, seine Sorge über die Haushaltspolitik der Trump-Administration geäußert und damit auf einen weiteren Unsicherheitsfaktor hingewiesen. Es gebe deutliche Unsicherheit über das, was kommen werde, sagte Fischer und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Regulierung der Banken, die Trump ja offenbar aufweichen will. Die neue US-Regierung hat angekündigt, die 2010 in den USA im sogenannten Dodd-Frank-Act festgeschriebene Neuregulierung der US-Finanzmärkte zu überprüfen. Fischer, der als einer der Architekten des Dodd-Frank-Gesetzes gilt, ist überzeugt, dass eine deutliche Verringerung der Kapitalvorgaben bei den Banken die Sicherheit des Finanzsystems gefährden würde. Er hoffe aber natürlich, dass das nicht passiere.

Ins gleiche Horn stieß Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, als er diese Woche vor Rückschritten bei der global vereinbarten Regulierung der Finanzmärkte gewarnt hat. Schäuble will daher dem neuen US-Finanzminister Steven Mnuchin nahe legen, die nach der Finanzkrise mühsam erreichte Regulierung nicht wieder zurückzunehmen. Jede freiheitliche Ordnung zerstöre sich ohne Regeln und Grenzen, so Schäubles Credo.

Ähnlich deutlich äußerte sich der EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis, der mit Blick auf US-Pläne vor einem weltweiten Deregulierungswettlauf warnt. “Wir müssen wirklich alles Mögliche tun, um einen Wettlauf nach unten bei der Finanzregulierung zu verhindern”, machte Dombrovskis gegenüber der Börsen-Zeitung klar.

Donald Trumps Steuerpläne und ihre Auswirkungen

Noch weiß niemand genau, was „D.T. – der Unberechenbare“ plant, wenn er bei der avisierten Steuerreform von einem „Riesending“ spricht. Doch scheinbar beflügelt dies die Börsianer, der Phantasie freien Lauf zu lassen. Normalerweise verabscheuen Investoren vage Aussagen. Allerdings gilt dies nicht für Maßnahmen, welche die Konjunktur beleben könnten. Und da es hierbei sowohl für die Bürger als auch für die Unternehmen darum geht, eines der antiquiertesten Steuermodelle zu überarbeiten, sollte am Ende mehr Geld für den Konsum zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund gibt es momentan an den Aktienmärkten kein Halten mehr.

Anders stellt sich die Situation an den Bondmärkten dar. Zwar trennen sich Investoren nicht generell von ihren Beständen, aber eine Reduzierung ist doch zu registrieren. Ob sich Investoren hierbei von der erstarkten Währung, von den anstehenden Zinsanhebungen seitens der US-Notenbank oder aber von der Furcht vor einer möglicherweise ausufernden Verschuldung treiben lassen, ist nicht eindeutig zu klären. Es dürfte sich dabei wohl um eine Mischung aus allen drei genannten Gründen handeln.

So betrug Ende 2016 der prozentuale Anteil der ausländischen Investoren am rund 20 Billionen US-Dollar schweren Staatsanleihenmarkt erstmals seit 2009 nur noch weniger als 30%. Dies ergibt sich aus den von der US-Notenbank und dem Finanzministerium veröffentlichten Zahlen. Dieser Trend ist allerdings auch in anderen Industriestaaten zu registrieren. Waren 2008 noch 36% der britischen Staatsanleihen in den Händen ausländischer Investoren, so wurde dieser Anteil im November 2016 nur noch mit ca. 27% beziffert. Dieser Rückgang war sicherlich nicht zuletzt eine Folge des britischen Referendums, aber auch Deutschland sieht sich mit diesem Verhalten der Investoren konfrontiert. Waren 2014 noch 57% der Staatsanleihen im Besitz ausländischer Investoren, so waren es Ende 2016 „nur“ noch 49%.

Doch fehlen den Investoren die echten Alternativen. Weltweit müssen immer größere Summen investiert werden, doch die dafür geeigneten Finanzmärkte sind in ihrem Volumen begrenzt. Dass die Notenbanken noch zusätzlich für eine Materialverknappung sorgen, macht die Sache für Anleger nicht einfacher. Somit werden die Zinsen auch in naher Zukunft nicht auf den historischen Durchschnitt der letzten Jahre steigen. Denn deutlich steigende Zinsen würden die Finanzsysteme kollabieren lassen und die Notenbanken sind entschlossen, dies zu verhindern.

Wie allerdings auch in den USA der angekündigten und bereits gelebten „Schulden-Orgie“ begegnet werden soll, ist noch nicht ersichtlich. Zumal den erhöhten Ausgaben geringere Steuereinnahmen gegenüber gestellt werden und dadurch haushaltspolitische Probleme auf die nachfolgenden Generationen verschoben werden. Zumindest darin besteht zwischen den USA und der EU eine gedankliche Verbundenheit.

Angst vor rechts sorgt für Unruhe an den Bondmärkten

Die Anleger am Rentenmarkt befürchten Wahlerfolge populistischer Rechtsparteien in den Niederlanden und in Frankreich. Dies lässt sich an den Rendite-Entwicklungen der Staatsanleihen europäischer Länder ablesen.

So driften die Renditedifferenzen (Spreads) von niederländischen sowie französischen Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen weiter auseinander. Nach einem Niveau von 0,64% zum Jahresende 2016 sind die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen aus Paris aktuell auf eine Größenordnung von 1,05% gestiegen. In der Spitze lagen sie im laufenden Jahr bereits bei 1,13%. Zehnjährige Bundesanleihen, die weiterhin als sicherer Hafen gelten, rentieren aktuell mit ca. 0,37% nach 0,17% Ende 2016 und 0,48% in der Spitze. Niederländische Staatsbonds werfen derzeit eine Rendite von ca. 0,68% ab, nach 0,31% Ende 2016. Je höher die Renditen sind, desto mehr misstrauen Anleger dem Schuldner und desto mehr muss dieser als Risikoprämie an den Gläubiger bezahlen.

Der französische Finanzminister muss daher die Anleger mit attraktiven Konditionen ködern, um Käufer für seine Staatsanleihen zu finden. Die Investoren wollen mehr Zinsen als Gegenleistung für die politischen Unsicherheiten. So hoch wie aktuell war die Risikoprämie für Paris zuletzt im Jahr 2012, als die Griechenland-Krise ihren Höhepunkt hatte.

Frankreich steht im April bzw. Mai vor einer entscheidenden Wahl. Sollte dann die Nationalistin Marine Le Pen tatsächlich Staatsoberhaupt werden, würde das Land die Euro-Zone verlassen. So hat es Le Pen zumindest angekündigt. Diese Unsicherheit kostet Frankreich bereits jetzt viel Geld. Sollte sich Frankreich unter einer Le Pen tatsächlich für den „Frexit“, also den Austritt aus der Euro-Zone, entscheiden, müsste es den Franc wiederbeleben. Aber weil das Land mit einer Abschottungspolitik seine Wirtschaft massiv schwächen würde, dürfte der „neue Franc“ gegenüber anderen Währungen wie dem Euro stark abwerten. Dann würde es dem überschuldeten Staat noch schwerer fallen, seine Verbindlichkeiten unter Kontrolle zu bringen.

Bereits am 15. März gibt es Wahlen in den Niederlanden, wo der Rechtspopulist Geert Wilders Chancen auf einen Wahlsieg hat. Dass mittlerweile selbst der Spread der zum Kern der Eurozone zählenden Niederlanden in die Höhe schießt, verdeutlicht die Furcht der Anleger vor einem Triumph Wilders.

EU soll von Odysseus lernen

Will sich die Europäische Union (EU) retten, so soll sie von Odysseus, dem größten Helden der griechischen Mythologie, lernen. Ihn, den sie auch den „Listenreichen“ nennen, soll sich die EU zum Vorbild nehmen, so suggerieren es der Leiter des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, und der Ökonom Johannes Becker.

Weil Griechenland wieder mal von seinen Gläubigern Konzessionen als Gegenleistung für Reformen fordert, schwindet erneut die Hoffnung, dass es noch in diesem Monat zu einer Einigung über das Hilfsprogramm von Europäischer Union (EU), Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) kommt. Immerhin müsste es bis zum 20. Februar zu einer Einigung kommen. „Alles liegt wieder auf dem Tisch”, wie es Fuest ausdrückt.

Aber damit dreht sich Europa im Kreis. Überschuldete Staaten mit ungelösten Strukturproblemen refinanzieren sich aufgrund einer falsch verstandenen EZB-Politik des billigen Geldes immer noch auf einfache Weise und können so die Staatspleite abwenden. Doch damit wird die Währungsunion selbst aufs Spiel gesetzt. Die Frage ist, ob sich dieser Teufelskreis durchbrechen lässt. Fuest und Becker sagen Ja, indem sie mit ihrem Buch „Der Odysseus-Komplex“ einen „pragmatischen Vorschlag zur Lösung der Eurokrise” liefern.

Souveräne Staaten hätten dasselbe Problem wie Odysseus, sagen die Autoren. „Sie können sich von sich aus nur bedingt binden”, so Fuest. Wie Odysseus dem Klang der Sirenen, so müssten die Schuldensünder der EU der Versuchung neuer Schulden widerstehen lernen. Staaten aber werden sich solange höher verschulden, wie die Haushaltspolitik politisch in der Macht jedes einzelnen Staates liegt. Um diese Situation zu überwinden, so das Kalkül von Fuest und Becker, ist es unabdingbar, dass die Staaten Kompetenzen abgeben. Schließlich hat sich Odysseus auch nicht selbst an den Mast gebunden, um dem Gesang der Sirenen standzuhalten. Nein, er hat sich von seiner Crew fesseln lassen.

Fuest und Becker haben dieses Ansinnen mit konkreten Vorschlägen untermauert. Demnach soll jeder Staat Verantwortung übernehmen – mit so genannten Accountability Bonds, frei übersetzt: nachvollziehbare oder verantwortungsvolle Staatsanleihen. Dies soll für zukünftige Schulden gelten, Altschulden bleiben außen vor.

Schulden sollen laut Fuest und Becker oberhalb der Defizitgrenzen nur noch mit nachrangigen Anleihen finanziert werden dürfen. Im europäischen Fiskalpakt beträgt diese Grenze 0,5% des Bruttoinlandsproduktes. Die überbordenden Schulden würden also als Erstes ausfallen. Diese dürfen dann nicht von der EZB gekauft werden und auch von Banken nur mit hoher Eigenkapitalunterlegung gehalten werden. Folglich werden deutlich höhere Zinsen für diese Anleihen erwartet, weil die Kosten der Verschuldung nicht auf andere Länder abgewälzt werden können. Ergo: Die herrschende Subventionierung des Schuldenmachens durch Elemente der Solidarhaftung würde abgeschafft werden. Überbordendes Schuldenmachen wäre jedem Mitgliedsland möglich - die Frage wäre dann nur, ob es noch Investoren geben wird, die dafür bezahlen.

Für die Autoren liegt der Vorteil in ihrem Modell darin, dass nur ein kleines Segment dem Markt ausgesetzt werde. Und die Investoren haben die Wahl: Wollen sie die Unsicherheit mit besserer Rendite oder Sicherheit mit weniger Rendite. Dabei handelt es sich um einen Vorschlag, der den ursprünglichen Mechanismen einer Kreditfinanzierung entspricht. Bedenkenswert!

Rom hat zwei weitere Problem-Banken an der Backe

Die Regierung in Rom erwägt offenbar, erneut ein Hilfspaket über 5 Mrd. € für zwei angeschlagene Banken zu schnüren. Diesmal soll das Geld an die Veneto Banca und die Banca Popolare di Vicenza, zwei Institute in Venetien, gehen.

Bereits Ende 2016 hatte die EU-Kommission die Rettung der italienischen Promi-Krisenbank Monte dei Paschi und eines weiteren Instituts genehmigt. Den neuen Sorgenkindern war zwar 2016 bereits vom privaten Bankenrettungsfonds Atlante geholfen worden, aber genützt hat es offenbar wenig. Laut „Financial Times“ sollen die beiden Banken bereits im Juli 2016 bei der Europäischen Kommission um sogenannte ELA-Hilfen (Emergency Liquidity Assistance) gebeten haben. Nun hat man die Kommission um Erlaubnis für eine vorsorgliche Re-Kapitalisierung der beiden Banken über ca. 5 Mrd. € gebeten.

Diese Vorgehensweise stellt die Inanspruchnahme einer Spezialklausel der europäischen Abwicklungsrichtlinie dar, mit der sich das eigentliche Verbot einer langfristigen Kapitalstütze durch den Staat relativ geschickt umgehen lässt. Derselbe Mechanismus soll nach den Vorstellungen von Rom auch bei der 8,8 Mrd. € teuren Rettung von Monte dei Paschi zum Zuge kommen.

PEMEX trotzt Leitzinserhöhung

Die mexikanische Notenbank erhöhte letzte Woche erwartungsgemäß die Leitzinsen um 0,5% auf 6,25%. Mit diesem Schritt kämpft man zum einen gegen die gestiegene Inflation und zum anderen möchte man dem Kursverfall des mexikanischen Pesos im Zuge der US-Präsidentenwahl von Donald Trump entgegenwirken. Die Gunst der Stunde nutzte unter anderem der mexikanische Mineralölkonzern PEMEX und begab gleich 3 Anleihen. McKesson und Securitas refinanzierten sich ebenfalls über den Kapitalmarkt und setzten somit den Trend einer regen Emissionstätigkeit im Bondbereich der letzten Wochen fort.

PEMEX ging gleich mit einer 4 ½-, 7- sowie 11-jährigen Anleihe an den Markt und sammelte so insgesamt spielend 4,25 Mrd. € ein. Die erste 1,75 Mrd. € schwere Anleihe (XS1568875444) ist am 21.08.2021 fällig und zahlt den Investoren einen jährlichen Kupon in Höhe von 2,50%. Emittiert wurde zu 99,957%, dies entsprach +240 bps über Mid Swap. Der 7-jährige Bond (XS1568874983) hat ein Emissionsvolumen von 1,25 Mrd. € und ist am 21.02.2024 endfällig. PEMEX zahlt seinen Gläubigern Zinsen in Höhe von 3,75% jährlich. Begeben wurde das Papier zu 99,463%, was einem Emissionsspread von +340 bps über Mid Swap entsprach. Die dritte Tranche (XS1568888777), ein bis zum 21.02.2028 laufender Bond, hat einen Zinssatz von 4,875% jährlich und das Emissionsvolumen beträgt 1,25 Mrd. €. Der Emissionspreis belief sich auf 99,135%, was einem Spread von +405 bps über Mid Swap gleich kam.

McKesson legte gleich 2 Bonds mit je 600 Mio. € Volumen auf. Die erste Tranche (XS1567173809), ein 4-jähriger Bond, ist am 17.08.2021 fällig und hat einen Kupon in Höhe von 0,625%. Der Emissionspreis lag bei 99,872%, was +123,1 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach. Eine zweite 8-jährige Anleihe (XS1567174286) mit Fälligkeit am 17.11.2025 zahlt dem Anleger Zinsen in Höhe von 1,50% jährlich und konnte zu einem Preis von 99,289% ausgegeben werden. Dies entsprach einem Emissionsspread von +150,5 bps über Bund. Das amerikanische Unternehmen aus dem Gesundheitswesen sowie PEMEX entschieden sich bei ihren Bonds für eine Mindeststückelung von 100.000 € und eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten. Aufgrund der Mindeststückelung werden hier primär institutionelle Investoren angesprochen.

Der schwedische Sicherheitskonzern Securitas mit Sitz in Stockholm sammelte 350 Mio. € frisches Geld am Kapitalmarkt ein. Die Anleihe (XS1567901761) hat einen jährlichen Kupon von 1,125% und ist am 20.02.2024 fällig. Begeben wurde das Papier zu 99,753%, was einem Emissionsspread von +132,3 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach. Securitas hat sich ein optionales Kündigungsdatum am 20.11.2023 zu 100% in die Anleihebedingungen schreiben lassen und entschied sich ebenfalls für die Mindeststückelung von 100.000 €.

An der 200 Tage-Linie gescheitert

Zurzeit blicken Rentenhändler neidisch auf ihre Aktienkollegen, denn die erzielen in den unterschiedlichen Marktsegmenten täglich neue Höchststände und an den Rentenmärkten fehlt jeglicher klarer Trend. Jedes Mal wenn man allerdings als Rentenhändler denkt, es wäre endlich soweit, dann kommt von irgendwo ein neues Störfeuer und alles wird wieder neu durchdacht. Mit dieser Unsicherheit müssen die Handelsteilnehmer zwar schon mehrere Wochen leben, aber das macht die Sache nicht einfacher. Der Trend fehlt und mancher Händler empfindet die tägliche Arbeit wie ein langweiliges Fußballspiel, bei dem sich im Mittelfeld zwei Mannschaften gegenüberstehen und sich nicht aus der Deckung wagen.

Bleibt also nur die Hoffnung, dass sich das „Spiel” so entwickelt wie am gestrigen Abend in der Allianz Arena, als der FC Bayern dem englischen Tabellenvierten seine Grenzen aufgezeigt hat. Diese wurden dem Rentenbarometer allerdings bereits vor Augen geführt, als die 200-Tage-Linie sich als unüberwindbare Hürde herausstellte. Im Anschluss daran und nicht zuletzt als Folge der haussierenden Aktienkurse hat der Euro-Bund-Future den Rückzug angetreten und handelt aktuell bei 163,45%.

Charttechnisch ergibt sich weiterhin eine Tradingrange zwischen der Widerstandslinie bei 163,37% bzw. der psychologischen Marke von 164,00% und einer ersten Unterstützung bei 162,91%. Das Problem der Händler ist allerdings eher die Tatsache, dass sich jeder vor dem Tag fürchtet, an dem es an den Aktienmärkten zu einer kräftigen Korrektur kommt. Denn dann könnten die Kurse der Anleihen von zwischenzeitlichen Tauschoperationen profitieren. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders und beide Märkte müssten mit fallenden Notierungen leben.

Business as usual

In dieser Handelswoche wurden in den USA lediglich den Investoren Material zum Kauf angeboten, die entweder auf der Suche nach kurzen Laufzeiten oder nach einer Fälligkeit in 30 Jahren mit Inflationsbindung waren. Im Rahmen der Refinanzierung wurden auf diesem Wege T-Bills für 108 Mrd. USD und 7 Mrd. USD als Linker platziert.

In Euroland zeigte sich Italien zum Wochenstart mit diversen Aufstockungen am Kapitalmarkt aktiv, bevor am heutigen Donnerstag noch zwei weitere Eurostaaten ebenfalls Material zur Verfügung stellen. Spanien stockt hierbei drei (A19B40 / 2022 ; A19CK5 / 2027 ; A1HNMJ / 2028) sowie Frankreich zwei Anleihen (A19B3W / 2020 ; A189GE / 2022) auf. Zusätzlich begibt Frankreich noch eine neue inflationsindexierte Anleihe mit einer Fälligkeit 3/2028 (FR0013238268). Insgesamt werden dadurch ca. 20 Mrd. € eingesammelt.

Rubel wieder ohne Krim-Malus

Viele offene Baustellen sorgen aktuell in der Eurozone für eine gewisse grundsätzliche Unsicherheit an den Märkten, so auch am Devisenmarkt. Damit hat es die europäische Gemeinschaftswährung momentan schwer sich zu behaupten und verliert weiter an Wert. Der ohnehin angeschlagene Euro geriet diese Woche durch die Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen hinsichtlich der weiteren US-Zinspolitik weiter unter Druck. Somit setzte die Einheitswährung ihren Trend der vergangenen Tage fort und fiel deutlich unter die Marke von 1,06 USD. Zeitweise wurden sogar Wechselkurse von 1,0545 USD erreicht, obwohl er Anfang Februar noch sein bisheriges Jahreshoch bei 1,0829 USD erreichen konnte. Zur Stunde notiert der Eurokurs bei 1,0620 USD.

Eine ziemlich bemerkenswerte Entwicklung kann die Währung Russlands vorweisen. Im Vergleich zum Euro konnte sich der russische Rubel deutlich verbessern und endlich wieder die psychologisch wichtige Marke von 60,00 Rubel unterschreiten. So stieg er bis auf 59,7941 RUB und notierte damit so hoch wie zuletzt im Juni 2015. In der Zwischenzeit bewegte sich der Devisenkurs in einer Handelsrange zwischen 93,6757 RUB (Januar 2016) und 57,0859 (Juni 2015). Aktuell kostet der Euro allerdings wieder etwas mehr als 60,00 Rubel.

Die Unsicherheit um den Euro ruft die Fremdwährungsanleihen immer wieder auf den Plan. So nutzten einige Anleger die Chance um sich in Währungsanleihen zu engagieren. Favorisiert wurden hierbei Bonds auf US-Dollar, türkische Lira, südafrikanische Rand sowie auch russische Rubel.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Teure Scheidung vom Kontinent

Das hatten die populistischen Befürworter des Brexits vor dem Referendum der Briten über den EU-Austritt am 23. Juni vergangenen Jahres wohl übersehen – oder ganz bewusst verschwiegen: Bis zu 60 Mrd. € könnte die EU-Kommission von London aus gemeinsam eingegangenen Verpflichtungen fordern. Der Brexit könnte Großbritannien also teuer zu stehen kommen. Bei den Forderungen zwischen 40 und 60 Mrd. € geht es insbesondere um Haushaltsverpflichtungen aus dem siebenjährigen, mittelfristigen Finanzrahmen der EU, welcher bis 2020 läuft und den Großbritannien mitgetragen hat. Hierbei handelt es sich unter anderem um Pensionslasten für britische EU-Mitarbeiter sowie um Kosten, die im Zusammenhang mit Strukturprojekten oder z. B. dem Rettungsprogramm für Irland stehen und die auch nach dem EU-Austritt noch fällig wären.

Für Brüssel ist das ein zentrales Thema für die anstehenden Brexit-Verhandlungen. Denn, wenn London nicht zahlen würde, wären die 27 bleibenden Länder gezwungen, die Rechnung zu übernehmen.

Das Brexit-Gesetz ist am Mittwoch in die entscheidende Abstimmung im britischen Unterhaus gegangen. Dabei hat sich Premierministerin Theresa May die Zustimmung für den Austrittsantrag von der EU geben lassen. Der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, hatte die Abgeordneten seiner Partei unter Fraktionszwang zugunsten des EU-Austritts gesetzt. Labour wolle aber versuchen, Änderungen am Gesetzestext vorzunehmen, um sich Einfluss auf die Brexit-Verhandlungen mit der EU zu sichern. Brexit-Staatssekretär David Jones versprach zwar, dass das britische Parlament über ein Abkommen mit der EU am Ende der zweijährigen Austrittsverhandlungen abstimmen dürfe, eine Ablehnung werde dann aber nicht zu Nachverhandlungen führen.

Premierministerin May kündigte an, sie werde gleich zu Verhandlungsbeginn mit der EU versuchen, eine Regelung für die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien und für Briten in der EU zu finden. In Schottland stößt die Entscheidung für den Brexit indessen weiter auf Ablehnung. Das Regionalparlament in Edinburgh votierte in einer Protestabstimmung mit 90 zu 34 Stimmen gegen das Brexit-Gesetz der britischen Regierung. Die schottische Regierung hatte zu der Abstimmung aufgerufen, obwohl diese keine rechtliche Relevanz hat.

Zitterpartie in Athen um Beteiligung des IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die europäischen Geldgeber bewegen sich im Streit um das dritte Rettungspaket für das krisengeschüttelte Griechenland aufeinander zu. Die Lücke zwischen den Ansichten werde kleiner, sagte IWF-Europadirektor Poul Thomsen. Eine Übereinstimmung in allen Punkten ist aber noch nicht in Sicht.

Der IWF ist zwar nach wie vor der Ansicht, dass Griechenland ohne eine größere Schuldenentlastung nicht in der Lage sein wird, sich aus eigener Kraft wieder zu berappeln. Aber offenbar trägt hier die Sturheit von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Früchte, der erklärt hatte, ohne IWF-Beteiligung könnte die europäische Griechenland-Hilfe sogar komplett beendet werden. So kann sich der Fonds offenbar inzwischen vorstellen, unter bestimmten Voraussetzungen einen Überschuss von 3,5% für eine begrenzte Zeit als nachhaltig zu betrachten. Bisher hatte der IWF einen Überschuss von 1,5% propagiert, sonst würde man die Konjunktur in Hellas abwürgen. Die jetzige Annäherung kann als Signal gewertet werden, dass der IWF eventuell beim dritten Rettungspaket doch mit dabei sein wird. Man muss es nur noch gesichtswahrend formulieren. Besonders Deutschland hat immer wieder betont, dass eine Zustimmung für das dritte Rettungspaket von der Beteiligung des IWF abhänge. Der IWF dagegen fordert seit Langem einen Schuldenschnitt, den die Eurogruppe ablehnt. Denn damit wären Steuergelder für Athen unwiderruflich verloren.

Helfen könnte auch, wenn es der Regierung in Athen endlich gelingen würde, ihre Steuereinnahmen zu erhöhen und auf eine breitere Basis zu stellen, wie der IWF nun fordert. Noch immer zahlen 60% der griechischen Haushalte keine Einkommensteuer. Außerdem gehe es darum, faule Kredite bei den Banken massiv zu reduzieren, um wieder mehr Geld an Unternehmen verleihen zu können. Derzeit tut sich Griechenland schwer damit, eine funktionierende Steuerfahndung zu etablieren und das Eintreiben bereits festgestellter Steuerschulden zu optimieren. Hier sehen einige der IWF-Direktoren die Möglichkeit, den höheren Haushaltsüberschuss zu erzielen. Griechenlands Schulden hatten 2016 laut IWF 183% des Bruttoinlandsproduktes erreicht. Die Maastricht-Verträge der EU erlauben 60%.

Fed muss abspecken

Vor vielen Jahren, als die Finanzwelt noch in Ordnung war, interessierten sich nur wenige Analysten für die Bilanzsummen der einzelnen Notenbanken. Aber zur Stabilisierung der Finanzmärkte haben die Währungshüter während der Weltfinanzkrise und teilweise bis zum heutigen Tag massiv interveniert. Infolge der selbst auferlegten Ankaufprogramme sind die Bilanzen der Zentralbanken angeschwollen und es ist nun an der Zeit, diesem Trend ein Ende zu setzen.

In den USA spricht man in diesem Zusammenhang von einer Mammutaufgabe, die es zu stemmen gilt. Obwohl von offizieller Seite immer wieder das Ende der Ankäufe durch die amerikanische Notenbank (Fed) betont wird, so wird dabei stets verschwiegen, dass Fälligkeiten und Zinszahlungen unmittelbar re-investiert werden. Doch auf diesem Wege wird das Investitionsvolumen nicht reduziert und somit schrumpft auch die Bilanzsumme von aktuell ca. 4,5 Bill. USD nicht auf ein vertretbares Niveau. Würde man auf eine Re-Investition verzichten, so könnten nach Commerzbank-Berechnungen in den kommenden fünf Jahren mittels Fälligkeiten Bestände in Höhe von ca. 1,5 Bill. USD abgebaut werden. Dadurch wäre ein Niveau erreicht, das von vielen Kapitalmarktexperten als sinnvoll und vertretbar angesehen wird. Doch noch vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise in den Jahren 2007/2008 addierten sich die Positionen der Fed auf lediglich 800 Mrd. USD, was allerdings angesichts der wachsenden Wirtschaft nicht mehr als Gradmesser herangezogen werden kann. Sollte der Abbau der eigenen Positionen allerdings nicht so abrupt vonstattengehen, so wird der Bilanzabbau noch etliche Jahre dauern.

Die Frage ist also inzwischen nicht mehr ob, sondern wann damit begonnen wird. Hierbei erwarten viele Marktteilnehmer - trotz anstehender Zinserhöhungen - einen Start Anfang des kommenden Jahres. Zu diesem Zeitpunkt wird auch geklärt sein, wer für die nächsten Jahre der Fed vorstehen und die amerikanische Geldpolitik prägen wird. Denn der Vertrag von Janet Yellen wird im Januar 2018 auslaufen, und momentan gilt es als unwahrscheinlich, dass eine weitere Amtszeit vom neuen US-Präsidenten gewünscht wird.

In den noch verbleibenden Monaten wird das Augenmerk der Fed-Präsidentin sicherlich auf die konjunkturelle Entwicklung der USA gerichtet sein, um gegebenenfalls zur Jahresmitte mit Zinserhöhungen einzugreifen. Dies würde allerdings fallende Kurse der angekauften US-Staatsanleihen und normalerweise Abschreibungen nach sich ziehen. Doch nicht so in den USA. Hier wurde bereits vor Jahren eine Klausel eingebaut, die es der Fed erlaubt, die Verluste der einzelnen regionalen Zentralbanken als eine Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzministerium zu buchen, anstatt gegen das eigene Fed-Kapital. Im Notfall muss man sich eben nur zu helfen wissen.

Target2-Salden mit neuem Rekord

Manche Ökonomen bezeichnen es als „Kapitalflucht nach Norden“, was da an der Entwicklung der so genannten Target2-Salden ablesbar ist. So sind die Forderungen der Deutschen Bundesbank an die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen des Zahlungssystems Target2 von Ende Dezember 2016 bis 31. Januar diesen Jahres um 42 Mrd. € auf den Rekordwert von 796 Mrd. € geklettert. Dieser Trend besteht seit 2014 und spiegelt im Kern die Anleiheankäufe der EZB wider.

Innerhalb des Target2-Systems stehen hohe Verbindlichkeiten der südeuropäischen Länder den Forderungen weniger anderer Länder, Deutschland, Niederlande und Finnland, gegenüber. Target2-Salden sind Ausdruck der Zahlungsbilanz, die im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr innerhalb der Eurozone entstehen. Fließt dem Bankensystem einer Volkswirtschaft der Eurozone mehr Zentralbankgeld über das Target2-System zu als abfließt, entsteht ein positiver Saldo. Sofern mehr Zentralbankgeld abfließt, baut sich ein negativer Target2-Saldo auf. Die Target2-Salden zeigen, dass damit die Banken in Südeuropa zwar liquide gehalten werden, die Ungleichgewichte in Euro-Land aber immer größer werden. Wirtschaftliche Probleme werden lediglich mit einer immensen Geldflut durch das Anleihe-Ankaufprogramm der EZB überdeckt.

Wenn man so will, steckt dahinter der wahre Kern, den Donald Trump meint, wenn er von Währungsmanipulationen durch die EZB redet. Denn durch die Flutung der Märkte mit Zentralbankgeld sorgt die EZB für einen permanent unterbewerteten Euro, den andere als Mittel des Exportkrieges wahrnehmen könnten.

Sofern ein Land nun die Euro-Zone verlassen will, muss es seine Verbindlichkeiten im Rahmen des Target2-Systems vorher begleichen. Aus diesem Grund käme Italien oder Frankreich ein Austritt extrem teuer. EZB-Präsident Mario Draghi hat darauf laut Reuters erst vor kurzem in einem Brief an zwei italienische Europa-Abgeordnete hingewiesen.

Neues ‘Tatort‘-Team in Washington?

Seit seinem Amtsantritt treibt D. T., der Unberechenbare, mit seinen Tweets und Dekreten die Weltöffentlichkeit vor sich her. In Medien und Talkshows versucht man ebenso wie in der Wirtschaftswelt die kurzatmigen Äußerungen des neuen US-Präsidenten zu interpretieren. Dabei sorgen sie wohl genau für jene Unruhe, die der rechtsgerichtete Chefberater von Trump, Steve Bannon, im Sinn hat, wenn er gegen die von ihm zum Feind erklärten Eliten hetzt.

Sich dennoch mit kühlem Kopf klar zu machen, was die möglichen Folgen der Trump’schen Politik sein könnten, ist Aufgabe von Wirtschaftsvertretern und Notenbankern außerhalb der USA. So hat es Außenhandelspräsident Anton Börner in dieser Woche getan, indem er die protektionistischen Töne aus den USA angesprochen hat, die zu einem konkreten Risiko für deutsche Unternehmen werden könnten. Und er sprach dabei sogar von einer Katastrophe. Sollten die Ideen des US-Präsidenten für neue Handelsbarrieren tatsächlich, insbesondere gegen China, umgesetzt werden, dann würde sich dies zweifelsohne aufgrund des großen Handelsvolumens katastrophal auf die exportorientierte deutsche Wirtschaft auswirken. Der Chef des Branchenverbandes BGA in Berlin nannte Trump einen von sich absolut überzeugten und machtbesessenen Familienunternehmer ohne Bindung zur sozialen Marktwirtschaft.

Bei der Verhängung von Strafzöllen gegenüber einzelnen Unternehmen oder Ländern würde Donald Trump allerdings in Konflikt mit der Welthandelsorganisation WTO geraten, so Börner. Sollte der US-Präsident dennoch diese roten Linien austesten wollen, gelte es gemeinsam, also Politik und Wirtschaft, stark aufzutreten und harte Antworten zu formulieren.

Für den Fall, dass sich im Zuge eines Handelskriegs der USA mit China das Wirtschaftswachstum in China merklich abkühlen sollte, hätte dies aus Börners Sicht auch negative Auswirkungen auf deutsche Ausfuhren nach Fernost. Eine weltweite Rezession wäre dann laut BGA unausweichlich. Hinter die aktuelle Prognose für die Exportentwicklung von plus 2,5% für 2017 setzte Börner daher ein großes Fragezeichen.

Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sah sich gezwungen, auf die Äußerungen von Trump zu reagieren, der sich beklagt hatte, es würden in Deutschland zu wenig Chevrolets fahren, während in den USA viele Mercedes-Fahrzeuge zu sehen seien. Ja, das sei schon eine merkwürdige Vorstellung von fairem Handel, wenn für jedes importierte deutsche Auto ein amerikanisches nach Deutschland exportiert werden solle, sagte er dazu dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland”.

Weidmann stellte dabei die Frage, ob denn die Amerikaner zum Ausgleich dafür, dass bei uns im Fernsehen amerikanische Erfolgsserien laufen, nun jeden Sonntag ‘Tatort’ schauen müssten. Vielleicht könnte dann ja ein neues Tatort-Team in Washington ermitteln. Der Kern internationaler Arbeitsteilung sei ja gerade, so Weidmann, dass jeder das mache, was er am besten könne - und nicht jedes Land alles selbst produziere. Wenn die Politik Handelsbarrieren errichtet oder einen Abwertungswettlauf anzettelt, gibt es am Ende nur Verlierer, so Weidmanns Credo.

Auch EZB-Präsident Mario Draghi hat den Vorwurf der Trump-Regierung gekontert, wonach Europa und vor allem Deutschland sich mit dem schwachen Euro Vorteile auf dem Weltmarkt verschaffen würden. „Wir sind keine Währungsmanipulatoren“, hatte Draghi in Brüssel gesagt. Vielmehr spiegele die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) den unterschiedlichen Zustand der Wirtschaft im Währungsraum im Vergleich zu den USA wider. Der gemeinsame Markt würde mit anhaltenden wettbewerbsgetriebenen Abwertungen nicht überleben.

Ob solche Argumente bei einer Administration ankommen, die sich „alternativen Fakten“ verschrieben hat, darf bezweifelt werden. Man hofft aber, dass die Mechanismen der wirtschaftlichen Fakten, die auch die internationalen US-Konzerne durchaus verstehen, ihre magische Kraft entfalten mögen.

Der Bondprimärmarkt bricht im Januar alle Rekorde

Noch nie zuvor wurden in einem Monat so viele Bonds emittiert wie im Januar 2017. Den Statistiken zufolge wurden Anleihen für 530,84 Mrd. US-Dollar emittiert und der Rekord vom Januar 2013 (501,59 Mrd. US-Dollar) konnte sogar deutlich übertroffen werden. Auch im Euroraum braucht man sich mit dem Emissionsvolumen von rund 30 Mrd. Euro nicht zu verstecken. Es war der zweitstärkste Monat nach Januar 2009 mit gut 50 Mrd. € und in dieser Februar-Berichtswoche ging es nahtlos weiter mit Unilever, Ryanair und Avinor.

Des Weiteren konnte Hapag-Lloyd die Aufstockung eines Bonds (A2E4V1) um 200 Mio. € auf 450 Mio. € erfolgreich abschließen. Der Ausgabepreis wurde mit 102,375% festgelegt, was einem Spread von +665 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entspricht. Die Investoren erhalten bis zur Fälligkeit am 01.02.2022 Zinsen in Höhe von jährlich 6,75%.

Unilever legte gleich 2 Bonds mit einem Volumen von je 600 Mio. € auf. Die erste Tranche (XS1566100977), ein 6-jähriger Bond ist am 14.02.2023 fällig und mit einem Kupon in Höhe von 0,375% ausgestattet. Der Emissionspreis lag bei 99,905%, was +15 bps über Mid Swap entsprach. Die zweite, 10-jährige Anleihe (XS1566101603) mit Fälligkeit am 14.02.2027 zahlt dem Anleger Zinsen in Höhe von 1,00% jährlich und konnte zu einem Preis von 99,726% ausgegeben werden. Dies bedeutete einen Emissionsspread von +30 bps über Mid Swap.

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair sammelte ebenfalls erfolgreich 750 Mio. € am Kapitalmarkt ein. Der Bond (XS1565699763) ist am 15.08.2023 endfällig und weist einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,125% auf. Der Ausgabepreis lag bei 99,381%, was einer Benchmark von +92 bps über Mid Swap gleichkam.

Als letzter im Bunde reihte sich in dieser Woche Avinor in die Emisssionsflut ein und begab eine Anleihe (A19C1B) mit einem Volumen von 500 Mio. €. Das norwegische Staatsunternehmen, welches unter anderem 46 Flughäfen betreibt, stattete den Bond mit einem Zins von 1,25% aus, welcher bis zur Fälligkeit am 09.02.2027 jährlich gezahlt wird. Der Reoffer lag bei 99,534%, was einem Emissionsspread von +87,7 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach.

Alle Emittenten haben eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen und die Mindeststückelung auf 100.000 € festgelegt, womit sie primär institutionelle Investoren ansprechen.

Ist die Euro-Finanzkrise zurück?

Hatte man am vergangenen Donnerstag noch die Angst der Investoren vor steigenden Zinsen in den Mittelpunkt der Überlegungen gestellt, so kann man heute feststellen: „Manchmal kommt es doch anders als man denkt.“ Denn in dieser Woche hat das Sorgenbarometer seinem Namen alle Ehre gemacht und sich infolge der wieder aufflammenden Euro-Finanzkrise positiv entwickelt. Die politischen Risiken in den USA waren vorerst vergessen und man widmete sich den hausgemachten Problemen Europas.

Hierbei werfen die Wahlen in diversen Euro-Staaten, die fehlende Kapitaldecke vieler europäischer Banken, die griechische Tragödie, der Brexit und ein möglicher „Frexit“ dunkle Schatten auf die europäische Staatengemeinschaft. Deutsche Staatsanleihen wurden somit verstärkt nachgefragt, was wiederum zu einer deutlichen Spreadausweitung gegenüber den anderen europäischen Staaten führte. So ist beispielsweise der Renditespread gegenüber Frankreich auf ein Mehrjahreshoch gestiegen.

Aus charttechnischer Sicht richten sich jetzt alle Blicke auf den Test der 200-Tage-Linie beim Euro-Bund-Future, die aktuell bei 164,29% verläuft. Sollte diese Hürde genommen werden, so ist ein Test des zum Jahresauftakt erzielten Höchstkurs bei 164,94% möglich. Die somit in den ersten Handelswochen erzielte Bandbreite zwischen 161,31% und 164,94% ist Beweis genug für die fehlende klare Linie. Doch Angst frisst bekanntlich Hirn und daher kann in dieser politisch unkalkulierbaren Zeit auch eine vorübergehende Rückkehr zu bisherigen Tiefstständen nicht ausgeschlossen werden. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 164,10%.

Niederlande machte den Anfang

Nachdem in der vergangenen Handelswoche für Investoren „Magerkost“ angesagt war, hatte man jetzt wieder die Qual der Wahl. Sowohl die üblichen T-Bills mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten als auch 3-jährige sowie 10-jährige T-Notes und 30-jährige T-Bonds im Gesamtvolumen von 169 Mrd. USD suchten ihre Abnehmer.

In der Eurozone wurden für den gleichen Zeitraum Emissionen für insgesamt ca. 12 Mrd. € in Aussicht gestellt. Gleich zum Wochenstart emittierten die Niederlande eine 10-jährige Staatsanleihe (A19C29), bevor Österreich am Dienstag zwei Anleihen zum Kauf anbot (A1HJL5 / 2023 ; A18X6P / 2026). Deutschland stockte am gleichen Tag die erst 2046 endfällige inflationsindexierte Anleihe (103057) um 500 Mio. € auf insgesamt 5,5 Mrd. € auf. Die Zuteilung erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,48%. Zur Wochenmitte stellte die Finanzagentur zusätzlich Material der aktuellen 10-jährigen Benchmark Anleihe (110241) zur Verfügung. Hierbei wurden 3 Mrd. € offeriert, die mit einer Durchschnittsrendite von 0,33% zugeteilt wurden. Das Gesamtvolumen der Emission beläuft sich inzwischen auf 8 Mrd. €. Den Schlusspunkt setz(t)en mit je zwei Anleihen Portugal (A1Z6CE / 2022 ; A1HKUP / 2024) und Irland (5 und 10 Jahre).

Der Euro wackelt wieder

Der richtige Winter mit zweistelligen Minusgraden scheint vorerst vorbei zu sein. Die Temperaturen steigen in den Plusbereich und auch die Sonnenstunden werden wieder mehr.

Im Gegensatz dazu wird die Stimmung an den Finanzmärkten immer eisiger und statt der Temperaturen steigt die Unsicherheit der Marktteilnehmer.

So hat es die europäische Gemeinschaftswährung dieser Tage schwer, sich bei dem derzeitigen Marktgeschehen zu behaupten. Nachdem in der Vorwoche der Euro seitens der Vereinigten Staaten noch starkgeredet wurde und in Folge auf ein neues Jahreshoch (1,0829 USD) stieg, hat er seit Wochenbeginn stetig an Wert eingebüßt. Die aktuellen politischen Unsicherheiten im Euroraum und nicht die Stärke des Greenbacks ließen den Euro zeitweise bis auf Kurse von 1,0640 USD abrutschen. Aufgrund fehlender Impulse startet der Euro heute Morgen wenig verändert bei 1,0680 USD in den Handel.

Etwas mehr zu bieten hat da nach wie vor die türkische Lira. In den bisher wenigen Handelswochen in 2017 bewegte sich die Währung der Türkei in einer Handelsspanne zwischen 3,70 TRY zu Jahresbeginn und 4,20 TRY (12. Januar 2017). Die Volatilität der Währung spiegelt die teilweise sehr schwierige politische Situation und die Unsicherheit im Land wider. Zur Stunde handelt die türkische Lira wieder unter der wichtigen Marke von 4,00 TRY.

Das Vertrauen in den Euro ist durch die jüngsten Entwicklungen nicht unbedingt gestiegen. Die Privatanleger sind somit bestrebt ihr Vermögen sorgfältig und risikobewusst anzulegen. So stehen Fremdwährungsanleihen auf US-Dollar, brasilianische Real, türkische Lira sowie russische Rubel in der Gunst der Anleger.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Draghi erweitert den Begriff „Inflation” um einige Facetten

Allmählich könnte Mario Draghi in Erklärungsnot geraten. Seit nunmehr vier Jahren liegt die Inflation im Euroraum weit unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Doch im Januar ist die Teuerungsrate überraschend stark im Euroraum auf 1,8% angestiegen. Damit ist das Ziel von Draghi, mit einer Politik des billigen Geldes die Inflation auf die Zielmarke von 2% zu bringen und so eine Deflation zu verhindern, in greifbare Nähe gerückt. Damit läuft der EZB-Präsident allerdings Gefahr, sein wichtigstes Argument zu verlieren, mit dem er die expansive Geldpolitik stets begründet hat.

Bislang jedoch lässt Draghi Signale vermissen, die etwa auf eine schrittweise Drosselung der Wertpapierkäufe (Tapering) hindeuten könnten. Im Gegenteil, man habe nicht einmal darüber diskutiert, hatte Draghi auf der jüngsten EZB-Pressekonferenz, die noch vor der Bekanntgabe der Inflationszahlen stattgefunden hatte - mit Blick auf einen schrittweisen Abschied von der Politik des billigen Geldes, gesagt. Stattdessen erweiterte er vorsorglich schon mal den Begriff der Inflation. Denn nun müssen laut Draghi gleich vier Kriterien erfüllt sein, bevor die EZB Maßnahmen gegen die Teuerung ergreift. Die Inflationstrends in den einzelnen Ländern der Euro-Zone müssen sich angleichen. Die Teuerung darf nicht nur vorübergehend sein, sondern muss sich nachhaltig manifestieren. Sie muss selbsttragend sein und nicht allein das Ergebnis der ultralockeren Geldpolitik. Und schließlich muss die Inflation übergreifend in der gesamten Euro-Zone ein bestimmtes Niveau überstiegen haben.

Natürlich sollte die Inflation nicht allein von dem statistischen Basiseffekt getragen sein, der im Januar wirksam geworden ist. Aber mit den Kriterien, die Draghi nun definiert hat, baut er eine Argumentationswand auf, die schwer zu umgehen sein wird und der EZB noch auf lange Zeit die Gründe für eine ultralockere Geldpolitik liefern kann.

Draghis erweiterte Definition der Teuerungsrate sorgte bei dem früheren EZB-Chefökonom Otmar Issing für ein gewisses Erstaunen. Eine Preiskonvergenz zwischen den Ländern sei zwar erwünscht, gehöre aber keineswegs zum Inflationsziel der EZB, sagte er. Überhaupt wird die EZB bei Bedarf immer argumentieren können, die Inflation sei nicht selbsttragend und nur auf die ultralockere Geldpolitik zurückzuführen. Da scheint am Ende einer gewissen Beliebigkeit in der Argumentation doch Tür und Tor geöffnet worden zu sein.

Indessen hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann davor gewarnt, die Geldpolitik in der Eurozone länger als nötig expansiv ausgerichtet zu lassen. Die Notenbanken dürften nicht zum Gefangenen der Märkte oder der Finanzpolitik werden, betonte Weidmann vor dem CDU-Wirtschaftsrat. Besonders die Staatsanleihenkäufe würden aber genau diese Gefahr mit sich bringen, weil dadurch die Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischt würde. „Die Krisenfeuerwehr muss darauf achten, dass der Löschwasserschaden nicht größer wird als der Brandschaden selbst“, so der Bundesbankpräsident.

Weidmann interpretiert den Inflationssprung in Deutschland auf 1,9% (Januar) mit dem Anziehen der Energiepreise. Umgekehrt sei das Absinken der Teuerungsrate in den vergangenen Jahren insbesondere auf den Energiepreisverfall zurückzuführen. Dieser Effekt werde nun aus der Inflationsrate „herausgewaschen“. Das Risiko einer Deflation ist nach Überzeugung von Weidmann daher schon in der Vergangenheit gering gewesen. Schenkt man den Kapitalmarktexperten der BNP Paribas Glauben, dann wird die EZB die Exit-Debatte zumindest zur Jahresmitte eröffnen. „Die Worte hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!”

Klug auf Trump reagieren – wie geht das?

D.T. - der Unberechenbare hat es früher als gedacht geschafft, das Land und die Weltgemeinschaft zu vereinen. Zumindest im Protest gegen ihn! Jens Weidmann hatte wohl geahnt, was da aus Washington kommen würde. Bereits vergangene Woche hatte der Bundesbankpräsident gesagt, die Europäische Union müsse der zunehmenden Tendenz zu Abschottung und Nationalismus klug begegnen – und „sich nicht der Logik von Handelskriegen ergeben“. Die will der neue US-Präsident Donald Trump offenbar führen, wofür er neben Mexiko und China auch die Bundesrepublik als Gegner ausgemacht hat. Trumps Chef-Wirtschaftsberater Peter Navarro warf ausgerechnet den Deutschen via „Financial Times” vor, den relativ niedrigen Eurokurs für Handelsvorteile auf Kosten der USA und seiner europäischen Partner zu nutzen. Außerdem bezeichnet er Deutschland als eines der Haupthindernisse für ein Handelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Eine Administration in Washington, die sich gerne „alternative Fakten“ zu eigen macht, wird da wohl kaum wahrnehmen wollen, dass Deutschland immer dafür geworben hat, dass die Europäische Zentralbank eine unabhängige Politik mache, wie es Kanzlerin Angela Merkel ausdrückte. Deutsche Unternehmen bemühten sich, mit wettbewerbsfähigen Produkten und fairem Wettbewerb auf dem Weltmarkt erfolgreich zu sein. Im Übrigen ist nicht der Euro schwach, sondern der Dollar stark. So argumentiert Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), im „Spiegel“. Nicht nur der Euro, sondern viele andere Währungen weltweit hätten gegen den US-Dollar abgewertet, der in Erwartung höherer Zinsen und eines Konjunkturprogramms haussiere.

Trotz falscher Argumente gesteht Fratzscher aber der Argumentation aus Washington auch einen wahren Kern zu. So spiegele Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss in Höhe von 270 Mrd. € oder fast 9% der deutschen Wirtschaftsleistung massive Ungleichgewichte und Probleme in der deutschen Wirtschaft wider. Das Problem sieht Fratzscher also nicht darin, dass Deutschland zu viel exportiere oder deutsche Exporteure „zu wettbewerbsfähig“ seien.

Er sieht den Hauptgrund für die exzessiven Exportüberschüsse in einer privaten und öffentlichen Investitionsschwäche, weshalb Deutschland selbst den größten Schaden durch seine zu hohen Exportüberschüsse habe und am meisten von dessen Abbau profitieren würde. Anstatt also jährlich 9% der Wirtschaftsleistung zu exportieren und zu verleihen, sollte die Bundesrepublik einen Teil davon im Inland in bessere Verkehrsinfrastruktur, in den Aufbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur, in Bildung und Ausbildung sowie in Forschung und Entwicklung stecken. Davon würde Deutschland nicht nur kurzfristig, sondern langfristig profitieren und zwar durch ein stärkeres Wachstum sowie Wettbewerbsfähigkeit, bessere Einkommen und mehr Wohlstand.

Natürlich muss die deutsche Politik die Drohung aus Washington ernst nehmen – was sie ja auch tut. Immerhin sind bis zu 1,6 Mio. Arbeitsplätze in Gefahr, sollten die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA im Extremfall auf Null heruntergefahren werden, wie Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, es in einem Horrorszenario beschreibt. Um aber nun möglichst klug auf die Drohungen von Trump zu reagieren, gilt es, dass Europa als Binnenmarkt und Währungsunion zusammensteht und Deutschland im Sinne von Fratzscher über die teilweise gerechtfertigte Kritik an den Exportüberschüssen zugunsten von Investitionen nachdenkt. Dies könnten ja Wege sein, sich nicht der Logik von Handelskriegen zu ergeben - so, wie es Bundesbankpräsident Weidmann gemeint hat.

Banken können kein Fett ansetzen

„Spare in der Zeit, so hast du in der Not.” Dieses Sprichwort besagt bekanntlich, dass man für schlechte Zeiten Geld zurücklegen sollte, solange es einem wirtschaftlich gut geht.

Normalerweise gilt das auch für Banken. Diese bilden in Boomzeiten Rücklagen, um für schlechtere Zeiten gewappnet zu sein. In einer solchen Aufschwung-Phase, in der die Banken eigentlich Reserven bilden sollten, befinden wir uns momentan. Die Arbeitslosigkeit ist gering, die Bürger konsumieren immer mehr, die Unternehmen wachsen, die Kreditausfälle sind niedrig, wie es Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret im Interview mit dem „Tagesspiegel“ ausdrückte. Doch beim Betrachten der Ertragskraft der Banken kommt Dombret der Vergleich mit einer Ampel in den Sinn, die auf Dunkelgelb steht. „Wir müssen aufpassen, dass sie nicht auf Rot umschlägt“, sagt er. In solch einer Phase wie der derzeitigen sollten nach seiner Überzeugung Banken in der Lage sein, wenigstens ihre Eigenkapitalkosten zu verdienen. Daher frage er sich, wann, wenn nicht jetzt die Banken Rücklagen für schlechtere Zeiten bilden sollen.

Als Hauptgrund für die missliche Lage hat der Bundesbanker die niedrigen Zinsen ausgemacht. Für die deutschen Banken, die 75% der Erträge aus der Zinsmarge schöpfen, laufen immer mehr hochverzinste Kredite aus, während die Institute neue Kredite nur zu sehr viel niedrigeren Zinsen ausreichen können. Parallel scheuten die allermeisten Institute davor zurück, von den Sparern Negativzinsen zu verlangen. Wenn sie aber auf der einen Seite weniger einnehmen und auf der anderen Seite gleich viel ausgeben würden, dann schrumpfe das Ergebnis. „Auf Dauer kann das nicht gut gehen“, schlussfolgert Dombret.

Ein Gespenst kehrt zurück

„Der Alptraum von 2015 kehrt zurück“, titelte die Athener Wirtschaftszeitung Imerisia. Gemeint war das Hick-Hack der neu gewählten Syriza-Regierung unter Premierminister Alexis Tsipras, der in fünf Monaten sinnloser Konfrontationsstrategie gegen die internationalen Geldgeber das Land an den Rand des Bankrotts führte. Um dies zu verhindern, musste er im Juli 2015 ein hartes Sparprogramm unterschreiben.

Seitdem wurden von Athen Reformen wie die Liberalisierung der Arbeitsgesetze, die Einschränkung der Gewerkschaftsrechte und die Öffnung des Energiemarktes vielfach verschleppt, weshalb die Verhandlungen mit den Gläubigern in der Sackgasse stecken. Die wiederum sind sich uneinig. So macht der Internationale Währungsfonds (IWF) seine weitere Beteiligung an dem Rettungsprogramm von einem Schuldenschnitt abhängig. Das will vor allem Wolfgang Schäuble nicht. Dennoch will der Bundesfinanzminister den IWF als Kontrolleur an Bord halten und sollte das nicht gelingen, wird er sich erneut für einen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone aussprechen. Wie gefährlich die Situation ist, geht aus einem Bericht zur Schuldentragfähigkeit Griechenlands hervor, den der IWF am 6. Februar vorlegen will. Darin prognostiziert der Fonds bei Umsetzung der Reformen eine Schuldenexplosion. Daher brauche man eine „substanzielle Umschuldung”, so der IWF, was ein anderes Wort für Schuldenschnitt darstellt.

Ein Schuldenschnitt aber kommt für die Europartner nicht in Frage, was die Prüfung des Reformprogramms und damit neue Hilfen verzögert. Bis Juli, wenn Athen für den Schuldendienst 7,4 Mrd. € aufbringen soll, muss aber eine Lösung her. Dass Athen dieses Jahr wieder an den Kapitalmarkt zurückkehrt, wie von Tsipras angekündigt, erscheint vor diesem Hintergrund sehr unwahrscheinlich. Das Gespenst des Grexit spukt wieder in Athen.

Abzulesen ist das auch an der jüngsten Entwicklung der Renditen für griechische Staatsanleihen. Diese sind seit Ende November des vergangenen Jahres beispielsweise bei einer Fälligkeit in 2023 von ca. 6,50% auf ca. 7,80% geklettert. Wie groß allerdings die Verunsicherung in puncto Athen ist, verdeutlicht auch eine im Jahr 2014 begebene Anleihe (A1ZL72), die am 17.07.2017 endfällig ist und mit über 9% rentiert.

Und jährlich grüßt das Murmeltier

Politiker und auch Notenbanker kennen zwar die Problematik einer zu hohen Staatsverschuldung schon seit vielen Jahren, verschließen aber oftmals zu gerne die Augen vor den harten Fakten. So ist es nicht verwunderlich, dass in der Phase der ultralockeren Geldpolitik in der Eurozone zu wenig zum Zwecke der Haushaltssanierung unternommen wurde. Die dunklen Wolken über der Eurozone haben sich also nie so richtig aufgelöst, sondern wurden nur wegen anderer Probleme nicht mehr wahrgenommen.

So hat die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Daniele Nouy, erst kürzlich Italien und somit seinen Politikern bescheinigt, in den vergangenen drei Jahren zu wenig dafür getan zu haben, die notleidenden Kredite der italienischen Banken zu verringern. Das gleiche gilt auch für das Haushaltsdefizit Italiens. Aber für solche Fälle hat man ja italienische Freunde in den wichtigen Schaltzentralen Europas, welche einen radikalen Umbau der Finanzierung von Euro-Staaten in Erwägung ziehen. So ist dem Weißbuch der EU-Kommission zu entnehmen, dass man zusammen mit Notenbankern Überlegungen anstellt, sogenannte European Safe Bonds (ESB) einzuführen, um die Ansteckungsgefahr bei Banken- und Staatspleiten zu reduzieren.

Die deutsche Reaktion auf dieses Ansinnen ließ allerdings nicht lange auf sich warten und ist an Deutlichkeit kaum zu überbieten. Die Sprecherin des Finanzministeriums Friedericke von Tiesenhausen wies darauf hin, dass sich an der ablehnenden Haltung der Bundesregierung gegenüber Eurobonds nichts geändert hat. Besonders betonte sie, dass es sich auch zukünftig bei der Eurozone nicht um eine Verschuldungsgemeinschaft handele. Außerdem ist ein neuer Name oder eine neue Verpackung nicht gleichbedeutend mit einem neuen Konzept.

In diesem Zusammenhang warnte auch der Wissenschaftliche Beirat des Finanzministeriums in einem Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor der Einführung von Eurobonds durch die Hintertür, da diese künstlich generierten Bonds als Sovereign Bond Backed Securities (SBBS) besonders anfällig für eine politische Einflussnahme sein dürften. Deutschland würde als privilegierter Partner den schwächeren Mitgliedern von Nutzen sein, seine Unabhängigkeit opfern und politisch erpressbar werden.

Somit gilt auch weiterhin: Wehret den Anfängen. Denn mitgefangen ist auch mitgehangen!

Getreu dem Motto „nicht kleckern, sondern klotzen”

Der Software Riese Microsoft zeigte den europäischen Unternehmen, wie spielend an den Kapitalmärkten Geld aufzunehmen ist. Am Montag sammelte das Unternehmen 17 Mrd. US-Dollar für allgemeine Geschäftszwecke ein. Die Nachfrage nach den sieben Bonds belief sich laut den Konsortialbanken auf ca. 37,3 Mrd. US-Dollar. Nach Aussage der Analysten sollen damit Investitionen und Aktienrückkäufe getätigt werden. Die 3, 5, 7, 10, 20, 30 sowie sogar 40 jährigen Anleihen sind mit Kupons in Höhe von 1,85% bis 4,50% ausgestattet. Neben Microsoft refinanzierte der amerikanische Telekommunikations-Dienstleister AT&T ebenfalls mittels sechs Bonds mit unterschiedlichen Laufzeiten insgesamt 10 Mrd. US-Dollar.

Im Euroraum gab es lediglich nennenswerte Neuemissionen von Sixt Leasing SE, Auchan Holding SA und Louis Dreyfus Company in einer Gesamthöhe von 1,25 Mrd. €.

Der Leasing-Ableger des Autovermieters Sixt begab einen 4-jährigen Bond (A2DADR) mit einer Laufzeit bis zum 03.02.2021 und refinanzierte somit 250 Mio. €. Die Sixt-Leasing SE zahlt seinen Investoren jährlich 1,125% Zinsen und stattete das Papier mit einer Mindeststückelung von 1.000 € sowie einer Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten aus. Emittiert wurde zu 99,099%, dies entspricht +188,50 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe.

Die Holding der französischen Warenhauskette Auchan sammelte 600 Mio. € frisches Geld am Kapitalmarkt ein. Die Anleihe (A19CN3) hat einen jährlichen Kupon von 0,625% und ist am 07.02.2022 fällig. Begeben wurde das Papier zu 99,971%, was einem Emissionsspread von +95,90 bps über Mid Swap entsprach.

Als dritter im Bunde legte Louis Dreyfus einen 5-jährigen Bond (A19CWC) mit einem Emissionsvolumen von 400 Mio. € auf. Der französische, private Mischkonzern mit Sitz in Paris ist im Agrarbereich, Metall- und Energiesektor, Schiffbau sowie im Immobilienmarkt tätig und muss für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt 4% Zinsen p.a. an die Investoren zahlen. Der Emissionspreis belief sich auf 99,445%, was einem Spread von + 143,7 bps über Bund gleich kam.

Sowohl Auchan als auch Louis Dreyfus entschieden sich bei der Emission für eine Mindeststückelung von 100.000 € und eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten. Aufgrund der Mindeststückelung werden hier eher institutionelle Investoren angesprochen.

Die Entscheidung naht

Die nächsten Handelstage werden darüber entscheiden, ob sich die Angst vor steigenden Zinsen oder aber die Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen am Rentenmarkt durchsetzen wird. Momentan ist weiterhin kein klarer Trend zu erkennen, aber die Tatsache, dass die Trump’sche Aktienhausse etwas an Schwung verliert, der US-Dollar schwach geredet wird und dennoch die Bonds nicht entsprechend profitieren können, spricht eine eindeutige Sprache. Es ist zwar noch zu früh, um auf einen starken Renditeanstieg zu setzen, aber die Spreads zwischen den einzelnen Märkten lassen die Kurse in kleinen Schaukelbewegungen gen Süden tendieren. Technische Gegenbewegungen sind zwar nicht auszuschließen, werden aber meist zur Absicherung von Altpositionen genutzt.

Zu unterschiedlich sind die Rahmenbedingungen der Notenbankpolitik dies- und jenseits des Atlantiks als dass man diese vernachlässigen könnte, aber sicherlich wird die US-Geldpolitik die Marschrichtung vorgeben. Daran werden auch die Ankaufprogramme der Europäischen Zentralbank (EZB) nur bedingt etwas ändern können.

Am gestrigen Abend ging die erste Fed-Sitzung nach der Inauguration Donald Trumps zu Ende und es wurde einstimmig beschlossen, die Leitzinsen nicht anzutasten. Bei der anschließenden Erklärung wurde darüber hinaus auf ein positives Konjunkturbild verwiesen, allerdings ohne eine baldige Straffung der Notenbankpolitik zu signalisieren. Mit einer weiteren Zinserhöhung in den USA ist allerdings frühestens im März des Jahres zu rechnen. Somit versucht man sich in der Zwischenzeit an den aktuellen charttechnischen Leitplanken zu orientieren, wobei sich der Bereich um 162% als Widerstand etabliert hat und Unterstützungslinien bei ca. 161,45% und 160,90% verlaufen. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 161,75%.

Aller guten Dinge sind drei!

Zum dritten Mal in Folge hat am gestrigen Mittwoch die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland eine neue fünfjährige Bundesobligation (114175) mit einem Kupon von 0,0% im Tenderverfahren begeben können. Insgesamt wurden den interessierten Investoren nominal 4 Mrd. € zum Kauf angeboten, die in der Summe von den eingereichten Kaufaufträgen übertroffen wurde. Die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,28%. Somit sind die Anleger weiterhin bereit, auf eine jährliche Verzinsung in den kommenden fünf Jahren zu verzichten und darüber hinaus weniger Geld bei der Rückzahlung zu erhalten als beim Kauf zu zahlen. Doch in dieser Handelswoche waren auch Eurostaaten am Kapitalmarkt aktiv, denen solche Konditionen zwar gefallen würden, die aber nur davon träumen können. So refinanzierten sich mittels diverser Anleihen neben Italien auch noch Frankreich (A1VQ1A / 2026, A1Z7JJ / 2031) und Spanien (A18W6G / 2019 , A1ZXQ6 / 2030 ; A0DW8E / 2037) und sammelten dabei ca. 20 Mrd. € ein.

In der Trump’schen Finanzwelt wurden in dieser Woche „nur“ Geldmarktpapiere im Volumen von 127 Mrd. USD mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei, sechs und 12 Monaten aufgelegt und gönnte somit den Investoren eine kurze Verschnaufpause, bevor in der kommenden Woche auch T-Notes wieder auf der Agenda stehen.

Die Suche nach dem Wettbewerbsvorteil

Ein „Währungskrieg“ ist ein Wirtschaftskonflikt, bei dem Volkswirtschaften versuchen, ihre Währung abzuwerten und dadurch ihre jeweilige internationale Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten der anderen Volkswirtschaften zu verbessern, so die Definition bei Wikipedia.

Die aktuelle Nachrichtenlange und insbesondere die Meldungen aus Übersee scheinen dieses Thema erneut zu entfachen. So äußern sich die Vereinigten Staaten unmissverständlich, dass sie nicht an einem starken US-Dollar interessiert sind und werfen gleichzeitig anderen Volkswirtschaften vor, ihre Währung künstlich abzuwerten. Diese Aussagen zeigten sofort Wirkung und der Devisenmarkt reagierte entsprechend. In der Folge verlor der Greenback auf breiter Front gegenüber den zehn anderen wichtigen Währungen und die europäische Gemeinschaftswährung stieg zeitweise bis auf 1,0812 USD - ein neues Jahreshoch. Zur Stunde handelt die Einheitswährung nach wie vor robust um die Marke von 1,0790 US-Dollar.

Wie in der Woche zuvor präsentiert sich das Pfund Sterling stark und stieg zum US-Dollar in dem noch jungen Jahr 2017 auf eine neue Bestmarke von 1,2680 USD. Im Vergleich zum Euro handelt das Pfund auf Vorwochenniveau bei Wechselkursen um 0,8515 GBP.

Dieser Tage wiedererstarkt zeigt sich ebenfalls die Landeswährung Norwegens. So verbesserte sich die norwegische Krone im Vergleich zum Euro stetig und markierte in dieser Handelswoche ein neues 12-Monatshoch bei 8,8359 NOK, nachdem sie noch zu Jahresbeginn um die Marke von 9,10 NOK gehandelt wurde.

Ein sogenannter „Währungskrieg“ sorgt für eine Belebung der Handelsaktivitäten bei Fremdwährungsanleihen und so standen in dieser Berichtswoche Bonds denominiert auf US-Dollar, türkische Lira, südafrikanische Rand sowie norwegische Kronen im Fokus der Privatanleger.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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