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Author: Klaus Stopp

Steht der Einstieg in den Ausstieg nun doch bevor?

Wenige Tage nachdem die Bundesbank angesichts des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) vor einer Überforderung der Geldpolitik gewarnt hatte, kam die Meldung, dass das Tempo der Ankäufe nochmal erhöht worden war. So nahmen die EZB zusammen mit den nationalen Notenbanken in der Woche zum 12. Mai Staatstitel über 12,03 Mrd. € in ihre Bücher auf, gegenüber 10,8 Mrd. € in der Vorwoche.

In Folge des Ankaufprogramms sind die Notenbanken die größten Gläubiger der Eurostaaten, wie Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in Frankfurt feststellte. Aber das birgt in den Augen der Bundesbank die Gefahr, dass die Geldpolitik möglicherweise ins Schlepptau der Fiskalpolitik geraten könnte. Auf diese Weise würde Druck aufgebaut, hohe Schulden durch niedrige Zinsen tragfähig zu machen - und zwar auch dann noch, wenn die Inflationsentwicklung eigentlich höhere Zinsen erfordern würde. Inzwischen hat das Eurosystem im Zuge seiner geldpolitischen Ankaufprogramme laut Bundesbank Staatsanleihen im Wert von rund 1,5 Bill. € in die eigenen Bücher genommen. Dieser Wert entspricht 14% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im Euroraum. Bis zum Jahresende rechnet Thiele mit 2 Bill. € oder 18% des BIP.

Wie lange soll das noch so gehen? Denn die Wirtschaftslage im Euroraum hat sich positiv verändert, die Inflation ist bei 1,9% angekommen, die sich die EZB immer selbst als Marke für ein Ende der ultralockeren Geldpolitik gesetzt hat. „This time hasn’t come yet“, sagte dazu Mario Draghi dieser Tage seinen Kritikern in den Niederlanden. Der EZB-Chef sieht die Inflation noch nicht nachhaltig auf dem Weg in Richtung des EZB-Zielwerts von knapp unter 2%. Dennoch gehen Beobachter wie Clemens Fuest, Chef des Ifo-Instituts in München, davon aus, dass die Notenbank ihren Kurs nicht mehr lange wird durchhalten können.

Weiterhin Druck in diese Richtung macht auch Jens Weidmann, einer der schärfsten Kritiker der lockeren Geldpolitik. So helfen in den Augen des Bundesbank-Chefs die sich festigende wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum und der robuste Ausblick dabei, „die Normalisierung in den Blick zu nehmen“. Selbst Yves Mersch aus dem EZB-Direktorium äußerte sich vor kurzem in ähnlicher Form. Steht also der insbesondere von der Finanzbranche herbeigesehnte Einstieg in den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik kurz bevor? Zum Schwur kann es bereits im Juni kommen. Dann könnte die EZB tatsächlich, wie von vielen Beobachtern erwartet, ihre geldpolitischen Leitlinien ändern und im September bekannt geben, wie sie aus der expansiven Geldpolitik aussteigen will. Man darf also gespannt sein.

Alte Liebe, neu entdeckt

Mit Jacques Chirac, Nicolas Sarkozy und Francois Hollande hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits drei französische Präsidenten „überlebt“. Betrachtet man das Verhältnis aber auf der Ebene von Deutschland und Frankreich, so mag die alte Ehe der Nachbarstaaten etwas in die Jahre gekommen sein. Mit dem Neuen im Elysée-Palast aber kommt wieder Schwung in die Beziehung. Emmanuel Macron ist mit dem Versprechen angetreten, dass Frankreich seine Verpflichtungen einhalten werde und die notwendigen Reformen von Paris ausgehen müssten. So spricht Macron immer wieder von „tiefgreifenden Reformen“ für sein Land. Damit hat er sich Respekt in der europäischen Gemeinschaft verschafft, besonders in Deutschland, das er bereits einen Tag nach seiner Amtseinführung besucht hat.

Bei seinem Treffen mit der Kanzlerin wurde ein Fahrplan vereinbart, der vorsieht, die mittelfristige Zukunft Europas zu erarbeiten. Themen sind dabei nicht nur der Austritt Großbritanniens, sondern auch die Frage, wie die Eurozone vertieft und krisenfester gemacht werden kann. Merkel sprach von einer „neuen Dynamik”, Macron skizzierte einen „Akt der Neugründung Europas und der Eurozone” in engster Abstimmung zwischen Paris und Berlin. Um die Europäische Union (EU) zu modernisieren, können sich beide Politiker auch vorstellen, bestehende Verträge zu ändern – solange es sinnvoll sei. Für ihn gebe es jedenfalls keine Tabus, versicherte Macron, der im Wahlkampf eine klar pro-europäische Linie gegen die rechtspopulistische EU-Gegnerin Marine Le Pen vertreten hatte. Positiv wurde in Berlin auch registriert, dass Macron eine Vergemeinschaftung alter Schulden ablehnt und sich gegen Eurobonds ausspricht. Allerdings machte sich der 39-Jährige für eine neue Investitionsoffensive in der Eurozone stark. „Wir müssen frisches Geld einbringen”, forderte er.

Auch wenn noch vieles unklar ist, etwa wie die Befugnisse eines Eurofinanzministers aussehen sollten, den Macron fordert, so ist doch offensichtlich, dass nach den Wahlen 2017 für Deutschland und Frankreich vier Jahre folgen werden, in denen sich die Zukunft der EU und der Eurozone entscheiden wird. Wenn es tatsächlich gelingen sollte, dass die beiden Partner zügig konkrete Projekte auf den Weg bringen, können davon wichtige Impulse für ein sichtbareres und stärkeres Europa, etwa in der Steuer-, Verteidigungs- und Außenpolitik, ausgehen, wie es Merkel sagt. Dann hätten Deutschland und Frankreich Europa vielleicht nicht neu erfunden, aber die Gemeinschaft vor ihrem Zerfall bewahrt.

Kritik an Deregulierung der US-Banken

Man reibt sich schon verwundert die Augen, wie die Prahlsucht von „D. T., dem Unberechenbaren“ gegenüber dem russischen Außenminister Sergej Lawrow dazu geführt haben mag, Staatsgeheimnisse verraten zu haben. Das Sicherheitsrisiko, das von dem US-Präsidenten ausgeht, lässt daher viele Anleger mit Blick auf die US-Märkte erst einmal abwarten – zumal sich die vollmundig angekündigten Anschubmaßnahmen für die Konjunktur weiter verzögern.

Eine dieser Maßnahmen mag die Deregulierung der Finanzbranche sein, von der ein Push für die Wall Street ausgehen könnte. Schließlich drängte einer der ersten Erlasse Donald Trumps auf die Überprüfung der Wall-Street-Reformen der Obama-Ära, die vor allem im Dodd-Frank-Gesetz enthalten sind. Eine Rückabwicklung der Bankenregulierung, die als Konsequenz aus der Finanzkrise gezogen wurde, stößt aber auf immer mehr Kritik - nicht zuletzt bei der US-Notenbank Fed. Kein Geringerer als der Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, Neel Kashkari, erteilte einer Lockerung der Regulierung eine klare Absage. Einen Teil der Regulierung würde er zwar zurücknehmen, aber nur für kleine Banken, nicht für die Institute an der Wall Street, sagte Kashkari, der selbst Republikaner ist. Vor diesem Hintergrund wachsen bei den US-Banken die Zweifel an einer Deregulierung. Die Wahrscheinlichkeit einer Gesetzesänderung sei sehr begrenzt, zitiert die „Financial Times“ einen Wall-Street-Banker.

Kritik kommt auch von der Europäischen Zentralbank (EZB), deren Vizepräsident Vitor Constancio das Zurückdrehen der Reformen durch die Obama-Regierung für eine Art verzweifelten Versuch hält, zu einer alten Normalität zurückzukehren, die die Welt in die Krise geführt hat.

IWF fordert höhere Löhne in Deutschland

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat an die Bundesregierung appelliert, sich nicht auf der guten wirtschaftlichen Lage auszuruhen. Die deutsche Wirtschaft befinde sich zwar in einer glänzenden Verfassung, wozu Innovationen, frühere Reformen und ein gutes soziales Sicherungsnetz beitrügen. Allerdings fordert der Fonds von Deutschland Steuerentlastungen sowie höhere Löhne und zusätzliche Investitionen. Der zur Verfügung stehende finanzielle Spielraum sollte genutzt werden für Initiativen, um das Wachstumspotenzial ebenso zu verbessern wie Investitionen in die Infrastruktur, Digitalisierung, Kinderbetreuung, Flüchtlingsintegration und für eine Senkung der Steuerlast auf Arbeit, heißt es in dem neuen Länderbericht des IWF.

Dabei hält der IWF einen nachhaltigen Anstieg der Löhne und der Inflation in Deutschland für erforderlich, um die Preissteigerung in der Eurozone anzuheben und eine Normalisierung der Geldpolitik zu erleichtern. Eine stärkere Lohndynamik wäre hilfreich für die Wirtschaft und würde die Binnenkonjunktur ankurbeln. Im selben Zusammenhang fordert der IWF erneut einen Abbau des hohen deutschen Handelsüberschusses, den zuletzt sogar Wolfgang Schäuble als zu hoch bezeichnet hatte.

Der Bundesfinanzminister dürfte auch die Passage des Länderberichts aufmerksam gelesen haben, wonach eine Abkehr vom strikten Sparen in der Finanzpolitik empfohlen wird. Demnach soll die Bundesrepublik kleine Haushaltsdefizite in Kauf nehmen, um damit eine Steuerreform und Investitionsprogramme zu finanzieren.

Eine weitere Forderung des IWF lautet, höhere Abgaben für Spitzenverdiener in Deutschland einzuführen. So hält der Fonds höhere Steuern auf Eigentum für notwendig, um die Ungleichheit im Land stärker zu bekämpfen. Die Bundesregierung müsse mehr tun, damit Bürger aus verschiedenen Schichten am Wachstum teilhaben können. Der Währungsfonds kritisiert im Entwurf seines diesjährigen Deutschlandberichts vor allem die hohe Belastung von Menschen mit unteren Einkommen und die zu geringen Abgaben für Vermögende. Die Bundesregierung soll hierauf eher verschnupft reagiert haben.

Ein Maulwurf für den sanften Brexit

Die Bank of England (BoE) sitzt in der Zwickmühle. Auf der einen Seite will sie die lockere Geldpolitik beibehalten, um die britische Wirtschaft vor möglichen negativen Folgen des anstehenden Brexits zu schützen. Aber auf der anderen Seite ist die Inflation inzwischen auf 2,3% gestiegen, was immer mehr für eine Straffung der Geldpolitik sprechen könnte.

Zwischen den Stühlen sitzt Zentralbank-Chef Mark Carney auch bei seinem Vorgehen in der aktuellen politischen Situation im Zusammenhang mit den anstehenden Brexit-Verhandlungen. Während die britische Premierministerin Theresa May angekündigt hat, zur Not auch einen „harten Brexit” ohne Abkommen und Neuordnung zu akzeptieren, weiß Carney, dass dies nicht sehr bekömmlich für die Wirtschaft wäre. Also redet er einem „weichen Brexit“ das Wort, weshalb ihn die „Zeit“ auch schon mal als „Brexit-Maulwurf“ bezeichnet hatte. Schon früh hatte sich Carney in Hintergrundgesprächen für einen schonenden Übergang stark gemacht. Nun propagiert er auch offen sein Faible für die sanfte Lösung.

Carney gab sich vergangene Woche mit Blick auf die anstehenden Brexit-Verhandlungen zuversichtlich. So gehe die BoE von einem sanften Brexit mit einer Einigung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union sowie einer Übergangsphase aus, sagte er. Man habe keine alternativen Prognosen für einen ungeordneten Brexit ohne Einigung erstellt.

Zudem hält die Notenbank an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins verharrt weiterhin auf dem historischen Tief von 0,25%. Gleichwohl stellten die Londoner Währungshüter eine mögliche künftige Straffung in Aussicht.

Im Dauerwahlkampfmodus

Kaum ist mit der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen die dritte ihrer Art in Deutschland verdaut, richtet der politisch interessierte Europäer sein Augenmerk schon auf die nächsten Urnengänge. Am 8. Juni stehen Neuwahlen in Großbritannien an, am 11. und 18. Juni folgen die Parlamentswahlen in Frankreich. Und für September ist schließlich die Bundestagswahl terminiert, bevor es im Oktober in Österreich zu Neuwahlen kommt. Zuvor hatten in diesem Jahr die Voten in den Niederlanden und Frankreich die Gemüter erhitzt.

Kein Zweifel, wir sind im Dauerwahlkampfmodus. Erfreulich ist, dass die europafeindlichen, rechtspopulistischen Kandidaten auf nationaler Ebene nie reüssieren konnten – auch nicht bei der Präsidentschaftswahl in Österreich im vergangenen Jahr. Damit hat Europa Zeit gewonnen, sich neu zu erfinden. Und diese Zeit gilt es zu nutzen. Damit wurde aber auch ins Bewusstsein gerufen, dass es sich lohnt, für die europäische Idee einer liberalen Gesellschaft, die uns über 70 Jahre Frieden gebracht hat, zu streiten. Nicht umsonst gehen inzwischen die Leute unter dem Motto „Pulse of Europa“ jeden Sonntag in vielen europäischen Städten für Europa auf die Straße.

Emissionsreigen für Investoren

Nahtlos knüpft die rege Investitionstätigkeit der Unternehmen an die letzte Berichtswoche an. Gründe hierfür dürften die gestiegenen Konjunkturerwartungen, aber auch der Wahlausgang in Frankreich sein. Alleine über 10 Mrd. Euro sammelten E.ON, Louis Vuitton, IBM, Rallye, CNH Industrial und die Deutsche Telekom am Kapitalmarkt ein.

E.ON erfreute dabei die Privatanleger mit 3 Anleihen über Laufzeiten von 4, 7 sowie 12 Jahren und einer Mindeststückelung von 1.000 €. Insgesamt platzierte der Energieversorger aus NRW 2 Mrd. € und ließ sich bei allen 3 Anleihen eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen schreiben. Der 4-jähirge Bond (A2E4BD) ist am 23.08.2021 fällig und mit einem jährlichen Kupon von 0,375% ausgestattet. Emittiert wurde zu 99,727%, was einem Spread von +32 bps über Mid Swap gleichkam. Die zweite Tranche (A2E4BE) mit Fälligkeit am 22.05.2024 zahlt dem Investor jährlich 0,875% Zinsen. Der Reoffer lag bei 99,347% (+50 bps über Mid Swap). Die 12-jährige Anleihe (A2E4BF) läuft bis zum 22.05.2029 mit einem Kupon in Höhe von 1,625% jährlich. Ausgegeben wurde das Papier zu 98,754% (+72 bps über Mid Swap).

Das börsennotierte Unternehmen LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton emittierte gleich 4 Anleihen im Gesamtvolumen von 4,5 Mrd. €. Der Floater (A19HWY) ist am 26.11.2018 fällig und der Zinssatz richtet sich nach dem vierteljährlichen Euribor +10 bps. Begeben wurde das Papier zu 100,40%. Die weiteren 3 Tranchen (A19HWZ, A19HW0, A19HW1) haben Laufzeiten von 3, 5 und 7 Jahren. Ausgestattet sind alle drei Anleihen mit einer Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten und die Verzinsung bewegt sich jährlich zwischen 0% und 0,75%. Alle Anleihen haben eine Mindeststückelung von 1.000 €.

Mit einem Doppelpack machte in dieser Woche IBM auf sich aufmerksam und sammelte insgesamt 2 Mrd. € am Kapitalmarkt ein. Die erste 1 Mrd. € schwere Tranche (A19HWW), ein 8-jähriger Bond ist am 23.05.2025 fällig und hat einen Kupon in Höhe von 0,95%. Der Emissionspreis wurde mit 99,831% festgelegt. Dies entsprach +37 bps über Mid Swap. Über die 2. Anleihe (A19HWX) sammelte der US-amerikanische Konzern ebenfalls 1 Mrd. € zu einem jährlichen Zins von 1,5% bei den Investoren ein. Fällig ist das Papier am 23.05.2029 und der Reoffer bei 99,793% kam einem Spread von +50 bps über Mid Swap gleich.

Als vierter im Bunde legte CNH Industrial einen 5-jährigen Bond (A19HT0) mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. € auf. Der Hersteller von Investitionsgütern mit Sitz in Großbritannien zahlt für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt 1,375% Zinsen p.a. an die Gläubiger. Der Emissionspreis belief sich auf 99,335%, was einem Spread von +130 bps über Mid Swap entsprach.

Rallye legte einen 6-jährigen 350 Mio. € schweren Bond (A19HW2) mit Fälligkeit am 23.01.2023 auf und zahlt den Investoren jährlich 4,371% Zinsen. Ausgegeben wurde das Papier zu pari, was +451,8 bps über Bund bedeutete. IBM, CNH Industrial und Rallye ließen sich für ihre Titel eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen und legten die Mindeststückelung jeweils auf 100.000 € fest.

Als letzter im Bunde reihte sich die Deutsche Telekom ein und begab eine Anleihe (A19HWL) mit einem Volumen von 750 Mio. €. Die Telekom stattete den Bond mit einem Zins von 1,125% aus, welcher bis zur Fälligkeit am 22.05.2026 jährlich gezahlt wird. Emittiert wurde zu 99,085% (+96,8 bps über Bund). Die Anleihe ist ebenfalls mit einer Mindeststückelung von 1.000 € begeben worden.

Euro auf der Überholspur

Die europäische Gemeinschaftswährung befindet sich aktuell auf einem bemerkenswerten Höhenflug. Nachdem die Präsidentschaftswahl in Frankreich den Euro bereits auf die Siegerstraße brachte, setzt dieser seinen Siegeszug in den vergangenen Handelstagen weiter fort.

So stieg die Einheitswährung innerhalb der Berichtswoche von seinem bisherigen Mai-Tief bei 1,0839 USD am vergangenen Donnerstag in beeindruckender Art und Weise bis auf 1,1172 USD. Dies ist ein neuer Bestwert in diesem Jahr und gleichzeitig der höchste Stand seit November 2016. Damals notierte der Euro um die Marke von 1,13 USD. Zum damaligen Zeitpunkt stieg der Euro in erster Reaktion auf einen möglichen Wahlsieg von Donald Trump stark an. Dieser Tage ist es eben erneut der amtierende US-Präsident, welcher mit seiner aktuellen Politik hauptsächlich für die Schwäche der eigenen Währung und gleichwohl für den festen Euro verantwortlich ist. Zudem überzeugt Europa derzeit mit positiven Nachrichten im Hinblick auf die Konjunkturdaten sowie auch die abnehmenden politischen Risiken. Damit hat die gemeinsame Währung Eurolands das Momentum klar auf ihrer Seite. Zur Stunde handelt der Euro weiterhin auf hohem Niveau und notiert aktuell bei 1,1130 USD.

Nicht nur zum Dollar präsentiert sich der Euro stark sondern auch zum südafrikanischen Rand. Die Währung Südafrikas zeigt sich weiterhin ziemlich anfällig, nicht zuletzt aufgrund der politischen Risiken im Land. Anfang Mai hat der Rand erstmals in 2017 die Marke von 15,00 ZAR nicht halten können und fiel zum Euro bis auf 15,0540 ZAR. Inzwischen konnte sich die Währung wieder etwas stabilisieren und handelt derzeit bei 14,80 ZAR.

Bei den Fremdwährungsanleihen standen in dieser Berichtswoche Bonds lautend auf US-Dollar, türkische Lira, südafrikanische Rand sowie auch mexikanische Peso im Fokus der Privatanleger.

Rückkehr zu „Business as usual“

Nachdem inzwischen in den USA der Government Shutdown abgewendet wurde, kann man sich auch dort dem „Business as usual“ zuwenden. Dies bedeutet in dieser Handelswoche einerseits die Refinanzierung mittels T-Bills im Volumen von 127 Mrd. USD mit den üblichen Laufzeiten und andererseits die Emission von T-Notes und T-Bonds für insgesamt 62 Mrd. USD. Somit konnten Investoren zwischen einem Anlagehorizont zwischen 4 Wochen und maximal 30 Jahren wählen.

In Euroland rührt die Vielfalt der Anlagemöglichkeiten von den unterschiedlichen Emittenten der Staatsanleihen sowie den entsprechenden Fälligkeiten her. So waren neben Italien am heutigen Tag bereits die Niederlande (A1VPZX / 2022), Österreich (A19GCS / 2027 ; A18X6Q / 2047), Portugal (A1Z6CE / 2022 ; A19BUN / 2027) und auch Deutschland mit der Aufstockung von Altemissionen aktiv geworden. Guter Nachfrage erfreute sich hierbei die inflationsindexierte Anleihe der Bundesrepublik Deutschland (103057 / 2046), die um 500 Mio. € auf insgesamt 6 Mrd. € aufgestockt werden konnte. Die Zuteilung erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,27%. Auch die gestrige Erhöhung des Emissionsvolumens der aktuellen 5-jährigen Bundesobligation Serie 175 (114175) um 3 Mrd. € auf insgesamt 15 Mrd. € ging problemlos über die Bühne. Zwar wurden lediglich Kaufaufträge für ca. 3,4 Mrd. € abgegeben, jedoch lag die Zuteilung bei einer Durchschnittsrendite von -0,31% im Rahmen der Erwartungen. Zur Marktpflege wurden ca. 570 Mio. € zurückbehalten.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Macron – zum Erfolg verdammt

Die Steine, die bekennenden Europäern beim Wahlsieg Emmanuel Macrons vom Herzen gefallen sind, waren riesengroß. Der Euro und das Haus der Europäischen Union (EU) sind mit dem Einzug des unabhängigen Kandidaten in den Elysée-Palast fürs Erste gerettet. Aber es ist doch eben nur Zeit, die der neue Präsident der Fünften Republik für die europäische Idee gewonnen hat. Und die gilt es unbedingt zu nutzen. Dass der Weg, den Macron zu gehen hat, kein leichter sind wird, ist allen politischen Beobachtern klar.

Dies wurde schon ein Tag nach Macrons Wahl deutlich, als linke CGT-Gewerkschafter gegen ihn und seine geplante Arbeitsmarktreform auf die Straße gingen. Eine Schonfrist für den neuen Präsidenten, welche die Franzosen „état de grace“ nennen, wurde nicht gewährt. Doch nicht nur die CGT ist es, die bereits die Messer wetzt. Auch Jean-Luc Mélenchons „Unbeugsames Frankreich“ und die Rechtspopulisten der Wahlverliererin Marien Le Pen warten ebenso wie die Sozialisten und Konservativen darauf, bei den Parlamentswahlen am 11. und 18. Juni dem Emporkömmling die Grenzen aufzuzeigen. Um zu verhindern, dass seine Revolution nicht bereits im Keim erstickt wird, muss Macrons Partei „En Marche“ bei dem Urnengang zur Nationalversammlung ordentlich punkten, was angesichts einer erst im Aufbau befindlichen Partei als enorm schwierig erscheint. Hinzu kommt der Umstand, dass aufgrund der hohen Anzahl ungültiger Stimmen und der Nichtwähler keine Mehrheit der Franzosen hinter Macron steht. Denn 4,2 Mio. Franzosen haben bewusst eine ungültige Stimme abgegeben. Dabei wird zwischen „Vote nul“ und „Vote blanc“ unterschieden, was aber an der Tatsache nichts ändert.

Daher wird es für den 39-Jährigen darauf ankommen, die Aufbruchsstimmung, die er bei einem Teil der Franzosen ausgelöst hat, auch auf seine Nichtwähler zu übertragen. Und dazu sollte ihm der Nachbar Deutschland, so gut er es eben kann, unter die Arme greifen. „Was Frankreich braucht, sind Ergebnisse“, sagt dazu Angela Merkel. Dass dabei die Bundesregierung „hilfreich“ sein werde, hat die Kanzlerin schon mal versichert - aber auch gesagt, dass deutsche Unterstützung französische Politik nicht ersetzen könne.

Dennoch dürfte in Berlin klar sein, dass man Macron helfen wird, die von der Kanzlerin angesprochenen Ergebnisse zu liefern. Dazu könnte eine bilaterale Investitionsoffensive beitragen, die über einen deutsch-französischen Investitionsfonds finanziert wird. Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist Macrons Idee, den Krisentopf ESM in einen Europäischen Währungsfonds umzuwandeln, was in der Vergangenheit bereits von Vizekanzler Sigmar Gabriel und auch Finanzminister Wolfgang Schäuble unterstützt worden ist. Differenzen dürfte es dagegen bei der Einführung von Eurobonds geben, mit denen Macron und Gabriel liebäugeln, die CDU aber strikt dagegen ist. Hinzu kommt Macrons geäußerte Kritik an den hohen Handelsüberschüssen der Deutschen. Ohne Kompromisse wird’s also wohl nicht gehen.

Man darf auch gespannt sein, wie sich die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts des Wahlsiegs von Macron verhält. Wird sie ihre Niedrigzinspolitik zurückfahren, wie es Teile der deutschen Wirtschaft fordern? Immerhin könnte der neue Präsident die Notwendigkeit von Reformen zumindest teilweise der EZB in die Schuhe schieben.

Festzuhalten bleibt, dass die Gefahr einer tiefen politischen und ökonomischen Krise für die gesamte EU zunächst abgewendet ist, für Macron der eigentliche Weg aber erst jetzt beginnt. Mitentscheidend wird hierbei bereits der Ausgang der französischen Parlamentswahlen im Juni sein, die man wieder mal als Schicksalswahlen für Europa bezeichnen kann. Macron, der zunächst einmal seine Machtbasis sichern muss, ist zum Erfolg verdammt, und mit ihm die bekennenden Europäer. Deutschland muss also ein vitales Interesse daran haben, dass der Neue im Elysée-Palast reüssieren wird. Vielleicht geht von diesem Zwang ja auch ein Ruck aus, der die EU reformieren kann.

Die Brexit-Schatten werden länger

Die dunklen Schatten, die der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) wirft, werden länger und länger. Nachdem bereits mehrere Banken ihre Erwägungen mitgeteilt haben, wegen des Brexits Jobs aus London abzuziehen, spitzt sich nun der Streit um die Zukunft von Euro-Clearing nach dem Brexit zu. So stellt die EU-Kommission den Standort London für die Abwicklung von auf Euro lautende Finanzderivate ausdrücklich in Frage.

Geprüft werden drei Alternativen, wovon eine die Verlagerung des Clearings aufs europäische Festland darstellt. Tausende von Arbeitsplätzen könnten so nach Frankfurt wandern. Bis zur Sommerpause will nun der Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis einen Gesetzesvorschlag vorlegen, um das Derivate-Clearing für die Zeit nach dem Brexit zu regeln. Hintergrund dieser Überlegungen ist der Umstand, dass durch den Brexit das Clearing dem europäischen Recht und damit der Aufsicht durch die Europäische Zentralbank (EZB) entzogen würde. Und auf der anderen Seite müsste sie im Falle einer Schieflage eines großen Londoner Clearinghauses mit Finanzspritzen eingreifen.

Nach Dombrovskis‘ Gedankenspielen sollen entweder die EU-Aufseher einen verstärkten Zugriff auf Euro-Clearing in Großbritannien erhalten oder das Clearing wandert in ein anderes EU-Land. Die dritte Möglichkeit, dass die EU die britischen Aufsichtsregeln als gleichwertig mit den eigenen anerkennt, hält Dombrovskis für sehr unwahrscheinlich.

Dass eine Abwanderung des Euro-Clearings in der Londoner City zu Jobverlusten führen würde, gilt als ausgemacht. Laut Xavier Rolet, Chef der Londoner Börse, sind dadurch mehr als 80.000 Stellen gefährdet. Indirekt könnten sogar mehr als 200.000 Jobs betroffen sein. Keine guten Nachrichten für Premierministerin Theresa May also, deren Brexit-Szenario laut deutschen Medien („Spiegel“) ohnehin auf einer Reihe von Fehlkalkulationen beruht. Aber, so wie sie jüngst sagte, werde ihre Verhandlungsposition in der kontinentalen Presse falsch dargestellt. Am 8. Juni will sie sich nun bei den eilig ausgerufenen Neuwahlen, die wie eine Art zweites Referendum erscheinen, ein starkes Mandat für die Brexit-Verhandlungen abholen. Dies dürfte auch klappen, gibt es für den Wähler doch keine aussichtsreiche Alternative, die erfolgversprechend einen europafreundlichen Kurs vertritt. Und im Gegensatz zum ersten Referendum im Juni 2016 kann nun kaum mehr ein Wähler in Großbritannien behaupten, er wisse nicht, um was es beim Brexit gehe.

So paradox es auf den ersten Blick klingen mag, auch für die EU-Kommission wäre eine durch die Wahlen gestärkte May ein Segen. Denn dann wäre die Premierministerin, die ja einst gegen den Brexit getrommelt hatte, nicht mehr so sehr den Hardlinern unter den Brexiteers verpflichtet und es würde ihr leichter fallen, gegebenenfalls Zugeständnisse an die EU zu machen.

BaFin beschränkt CFD-Handel

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beschränkt den Handel mit finanziellen Differenzkontrakten (Contracts for Difference, CFDs). Kontrakte mit einer Nachschusspflicht dürfen Privatkunden demnach nicht mehr angeboten werden. Mit der Beschränkung des CFD-Handels macht die Aufsicht damit erstmalig von der Möglichkeit zur Produktintervention Gebrauch.

Die BaFin begründet diesen Schritt mit erheblichen Bedenken für den Anlegerschutz bei CFDs mit Nachschusspflicht. Sie hätten ein für Privatkunden unkalkulierbares Verlustrisiko, das sich nicht auf den Kapitaleinsatz des Kunden beschränkt, sondern sein gesamtes Vermögen erfassen und ein Vielfaches seines eingesetzten Kapitals betragen kann. „Das können wir aus Verbraucherschutzgründen nicht akzeptieren. Die Beschränkung des CFD-Handels ist deshalb ein notwendiger Schritt zum Schutz der Privatanleger“, begründete Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele das Einschreiten der Aufsicht.

Anbieter von CFDs mit Nachschusspflicht haben ab der Veröffentlichung der Allgemeinverfügung drei Monate Zeit, ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Einige Anbieter haben bereits CFDs ohne Nachschusspflicht im Programm oder aufgrund der geplanten Allgemeinverfügung angekündigt, solche Angebote zu schaffen. 2016 war die BaFin bereits gegen sogenannte Bonitätsanleihen vorgegangen. In diesem Fall hatten die Anbieter unter anderem mit einer Namensänderung ein Produktverbot verhindern können. Dies wird aber diesmal nicht ausreichen.

Personalmangel im Weißen Haus

Personalnot drosselt den Aktivismus von „D. T., dem Unberechenbaren“. Das von US-Präsident Donald Trump angekündigte Vorhaben, die Finanzbranche wieder zu deregulieren, muss wegen fehlenden Personals verschoben werden. Daher kann eine im Februar angeordnete Überprüfung des sogenannten Dodd-Frank-Gesetzes, das die Regierung Obamas infolge der Finanzkrise eingeführt hatte, nicht wie geplant bis Anfang Juni abgeschlossen werden. Auch mehr als 100 Tage nach der Wahl sind im Finanzministerium immer noch viele Stellen unbesetzt. Stattdessen würde sich das Ministerium zunächst nur mit den Bankenvorschriften im engeren Sinn beschäftigen, berichtet Reuters mit Bezug auf Insiderinformationen. Übersetzt bedeutet das: Man liest sich noch in die Problematik ein.

Trump hatte im Februar eine Lockerung der Vorschriften für den Finanzsektor angeordnet und ein Dekret unterzeichnet, das den „Dodd-Frank-Act“ ins Visier nimmt. Außerdem hatte er vergangenen Monat angekündigt, die Aufspaltung großer Banken zu prüfen, was im Gegensatz zu dem ersten Ansinnen auf wenig Gegenliebe an der Wall Street stoßen dürfte. Es ist also nicht jedem Beteiligten klar, wie er die Finanzbranche für die Zukunft aufstellen möchte. Zumal er den Werbeslogan von Toyota inzwischen zu seinem persönlichen Motto gemacht hat!

Kanada fühlt sich an Subprime-Krise erinnert

In Kanada sorgt ein kleiner Immobilienfinanzierer namens Home Capital Group (HCG) für große Aufregung. Nachdem HCG einen Notkredit von 2 Mrd. kanadischen Dollar (1,3 Mrd. €) mit einem Zinssatz von über 20% aufgenommen hatte, war der Aktienkurs des Unternehmens zusammengebrochen. Mittlerweile ist die Hälfte des Kredits aufgebraucht und das Institut sucht verzweifelt nach neuen Liquiditätsquellen. Das Geschäftsmodell von HCG basiert auf Hypothekenkrediten für Kunden mit schlechter Bonität, die bei anderen Banken keinen Kredit bekommen.

Da werden Erinnerungen an die Subprime-Krise 2009 wach, denn nichts anderes als Subprime-Kredite sind es, mit denen HCG sein Geschäft macht. Jüngst war es zu einem Bankansturm (Bank Run) auf HCG gekommen, in dessen Rahmen die Kunden innerhalb weniger Wochen mehr als 2 Mrd. kanadische Dollar an hochverzinslichen Spareinlagen abgehoben hatten. Das Institut verfügt zwar noch über Reserven in Form von Termineinlagen, aber sobald diese auslaufen, dürften die Gläubiger diese auch sofort abziehen.

Die Frage ist nun, ob die Krise bei einem Unternehmen, das nur rund 1% des kanadischen Immobilienmarktes auf sich vereint, auf den gesamten Sektor überspringen könnte. Immerhin machen die kanadischen Subprime-Institute rund 13% des Hypothekenmarktes aus. Sollten die Vorgänge bei HCG dazu führen, dass die Kunden bei anderen kanadischen „Subprime”-Instituten ebenfalls ihre Einlagen abheben, könnte der gesamte Bankensektor infiziert werden.

Forderungssaldo der Bundesbank auf Rekordhöhe

Deutschland ist mit deutlichem Abstand der größte Gläubiger im Zahlungssystem der Euro-Notenbanken. So sind die Forderungen der Bundesbank auf ein neues Rekordhoch geklettert. Im April ist der Saldo um 13,69 Mrd. € auf 843,44 Mrd. € geklettert. Umgekehrt erhöhten sich die Target-2-Verbindlichkeiten bei Ländern wie Italien und Spanien zuletzt ebenfalls kräftig.

Über das Buchungssystem Target-2 wird im Euro-Währungsraum der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr der Banken abgewickelt. Die Target-Salden zeigen die Verbindlichkeiten und Forderungen an, die bei den Notenbanken durch die Transaktionen entstehen. Zu Verbindlichkeiten in der Bilanz eines Landes kommt es, wenn Banken mehr Geld ins Ausland überweisen, als ihnen zufließt. Erhöhte Verbindlichkeiten kann ein Zeichen für zunehmende Kapitalflucht sein. Die hohen Target-Forderungen könnten eine Gefahr für Deutschland werden, sollte es zu einem Zusammenbruch der Eurozone kommen. Dann würden die Salden nicht mehr beglichen werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) führt den jüngsten Anstieg der Ungleichgewichte bei den Target-Salden auf ihr billionenschweres Anleihekaufprogramm zurück. Viele internationale Banken, von denen andere Euro-Notenbanken Wertpapiere kaufen, führen ein Konto bei der Bundesbank. Im Zuge der Wertpapierankäufe hat dies im Zahlungssystem eine Zunahme des Target-Saldos für Deutschland zur Folge.

Die Qual der Wahl

Die Investoren haben in dieser Berichtswoche die Qual der Wahl. Insgesamt gab es 6 nennenswerte Neuemissionen bei Unternehmen verschiedenster Sektoren. Da wären zum einen aus der Automobilbranche Hella, General Motors und Daimler sowie zum anderen ABB, Repsol und Kellogg.

General Motors und Daimler entschieden sich bei Ihren Neuemissionen für jeweils einen Floater mit einer Mindeststückelung von 100.000 €. Der US-Konzern begab eine 1 Mrd. € schwere Anleihe (A19G69) mit Fälligkeit am 10.05.2021. Der Zinssatz richtet sich nach dem vierteljährlichen Euribor (+68 bps) und kommt auch alle 3 Monate zur Auszahlung. Der Ausgabepreis lag bei 100%. Der deutsche Automobilhersteller Daimler hingegen refinanzierte lediglich 500 Mio. € über den Kapitalmarkt. Der Bond (A19HBM) ist am 11.05.2022 fällig und der Zinssatz richtet sich ebenfalls nach dem vierteljährlichen Euribor (+30 bps). Angeboten wurde die Anleihe zu 100,249%.

Der Dritte im Bunde, Hella, verdient sein Geld mit der Herstellung von Autoteilen und konnte erfolgreich eine Emission (A19HBR) im Volumen von 300 Mio. € zu einem jährlichen Zins von 1% platzieren. Der 7-jährige Bond ist am 17.05.2024 fällig und wurde zu 99,819% emittiert, was einem Spread von +53 bps über Mid Swap gleichkam. Hella erfreut mit der Mindeststückelung von 1.000 € sicherlich auch den ein oder anderen Privatanleger. Zusätzlich wurde eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten in die Anleihebedingungen aufgenommen.

Die restlichen drei Unternehmen legten ihre Bonds mit einer Mindeststückelung von 100.000 € auf. Kellogg sowie ABB ließen wie Hella eine Make Whole Option in die Emissionsbedingungen aufnehmen. Der spanische Erdölkonzern Repsol sammelte mit seinem 5-jährirgen Bond (A19HJ3) 500 Mio. € frisches Geld ein und zahlt seinen Investoren bis zur Fälligkeit am 23.05.2022 einen jährlichen Zins in Höhe von 0,5%. Emittiert wurde zu 99,568%, was einem Emissionsspread von +35 bps über Mid Swap entsprach.

Der bei Kindern besonders beliebte Hersteller von Cornflakes Kellogg refinanzierte sich mit 600 Mio. €. Der Bond (A19HJ4) ist am 17.11.2022 fällig und mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 0,8% ausgestattet. Der Reoffer lag bei 99,947% (+50 bps über Mid Swap). Das Schweizer Unternehmen ABB hat ebenfalls um die Gunst der Investoren gebuhlt und emittierte einen 7-jähirgen Bond (A19HJ0), der am 16.05.2024 fällig ist. Die 750 Mio. € schwere Anleihe zahlt den Gläubigern einen jährlichen Zins von 0,75%. Zusätzlich zur Make Whole Option gibt es ein optionales Kündigungsrecht am 16.02.2024 zu 100%. Angeboten wurde die Anleihe zu 99,674%, was einem Spread von +30 bps gleichkam.

Zu guter Letzt wurde gestern Abend bekannt, dass General Electric insgesamt 8 Mrd. € am Kapitalmarkt aufgenommen hat. Dazu wurden 4 Anleihen mit Laufzeiten von 5, 8, 12 und 20 Jahren emittiert. Wie groß das Interesse der Investoren war, lässt sich schon am Volumen der aufgegebenen Orders i.H.v. 22 Mrd. € erkennen.

Nur eine kleine Verschnaufpause?

Oftmals ist es die Phantasie, welche die Märkte beeinflusst. Aber nach der Wahlentscheidung in Frankreich lenken die Rentenhändler ihre Blicke wieder den harten Fakten zu. Auch wenn sich der Euro-Bund-Future zur Wochenmitte eine kleine Verschnaufpause gönnte, so ist doch in den kommenden Tagen und Wochen mit weiteren Rücksetzern zu rechnen. Das bedeutet aber nicht, dass es nie wieder zu steigenden Notierungen kommen wird! Die Trendwende ist eingeläutet und das Tal der Tränen ist aus Sicht der Investoren zumindest am langen Laufzeitende durchschritten.

Dies scheint zumindest auch die Meinung unseres Finanzministers zu sein. Doch von inflationsausgleichenden Renditen bei den vermeintlich „sicheren“ Investitionen kann weiterhin nur geträumt werden. Die Entwicklung am Rentenmarkt wird in den kommenden Wochen und Monaten von einer Vielzahl an Themen beeinflusst. Hierzu gehören u.a. die Konjunkturdaten Chinas, der Eurozone, Japans und der USA, das anstehende Tapering in der Eurozone und die zu erwartende Reduzierung der Fed-Bilanzsumme. Zusätzlich werden auch die politischen Entscheidungen in den USA, in den EU-Staaten, in Korea (Nord und Süd) und nicht zuletzt in Russland die Finanzmärkte nicht zur Ruhe kommen lassen.

Sobald sich die ersten Anzeichen einer veränderten EZB-Geldpolitik vernehmen lassen, wird die Entwicklung der Renditespreads zwischen Deutschland und den anderen EU-Staaten zu beobachten sein. Doch auch der Renditeunterschied zwischen 10-jährigen Bundesanleihen und T-Notes wird immer mehr in den Fokus der Investoren rücken. Nicht zuletzt wird darüber ein Druck auf die Europäische Zentralbank aufgebaut, was sich in der Währung widerspiegelt.

Aktuell notiert das Sorgenbarometer bei 160,15% und hat den seit Mitte April intakten Abwärtstrendkanal auch gestern nicht nachhaltig verlassen. Somit konnte heute zu Handelsbeginn die obere Begrenzungslinie (160,71%) nicht überwunden werden und die erste ausgeprägte Unterstützung ist bei 160,11% auszumachen. Erst ein Unterschreiten der psychologisch wichtigen Marke bei 160% würde den von vielen Investoren erhofften Test der 159,14% ermöglichen.

Rückkehr zu „Business as usual“

Nachdem inzwischen in den USA der Government Shutdown abgewendet wurde, kann man sich auch dort dem „Business as usual“ zuwenden. Dies bedeutet in dieser Handelswoche einerseits die Refinanzierung mittels T-Bills im Volumen von 127 Mrd. USD mit den üblichen Laufzeiten und andererseits die Emission von T-Notes und T-Bonds für insgesamt 62 Mrd. USD. Somit konnten Investoren zwischen einem Anlagehorizont zwischen 4 Wochen und maximal 30 Jahren wählen.

In Euroland rührt die Vielfalt der Anlagemöglichkeiten von den unterschiedlichen Emittenten der Staatsanleihen sowie den entsprechenden Fälligkeiten her. So waren neben Italien am heutigen Tag bereits die Niederlande (A1VPZX / 2022), Österreich (A19GCS / 2027 ; A18X6Q / 2047), Portugal (A1Z6CE / 2022 ; A19BUN / 2027) und auch Deutschland mit der Aufstockung von Altemissionen aktiv geworden. Guter Nachfrage erfreute sich hierbei die inflationsindexierte Anleihe der Bundesrepublik Deutschland (103057 / 2046), die um 500 Mio. € auf insgesamt 6 Mrd. € aufgestockt werden konnte. Die Zuteilung erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,27%. Auch die gestrige Erhöhung des Emissionsvolumens der aktuellen 5-jährigen Bundesobligation Serie 175 (114175) um 3 Mrd. € auf insgesamt 15 Mrd. € ging problemlos über die Bühne. Zwar wurden lediglich Kaufaufträge für ca. 3,4 Mrd. € abgegeben, jedoch lag die Zuteilung bei einer Durchschnittsrendite von -0,31% im Rahmen der Erwartungen. Zur Marktpflege wurden ca. 570 Mio. € zurückbehalten.

Macron gibt Anlass zur Hoffnung, aber mehr noch nicht!

Die politischen Risiken sind nach der französischen Präsidentschaftswahl in der Eurozone merklich gesunken. Der Sieg von Emmanuel Macron ist auch ein Sieg für die europäische Gemeinschaft.

Der Ausgang der Wahl hatte somit unmittelbar Auswirkungen auf die Gemeinschaftswährung. Zum Wochenstart stieg der Euro in einer ersten Reaktion im frühen asiatischen Handel erstmals in diesem Jahr über die Marke von 1,10 USD. Bei einem Devisenkurs von 1,1023 USD war der höchste Stand seit November 2016 erreicht. Im weiteren Verlauf der Handelswoche musste die Einheitswährung allerdings die Gewinne wieder abgeben und notiert heute Morgen bei 1,0865 USD.

Mit dem Sieg von Macron ist die implizite Euro-Dollar-Volatilität, ein Maß für die erwarteten Schwankungen des Euros zum Greenback in den nächsten zwölf Monaten, auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014 gefallen. Daraus ist abzuleiten, dass sich die Marktteilnehmer nun weniger Sorgen um die Zukunft des gemeinsamen Währungsraums machen.

Die aktuelle Ölpreisentwicklung macht derzeit der norwegischen Krone zu schaffen. So fiel die Währung Norwegens zum Euro auf 9,5780 NOK und markierte damit ein neues Jahrestief. Inzwischen konnte sich die Krone wieder deutlich erholen und notiert zur Stunde bei. 9,36 NOK.

Trotz des gestiegen Vertrauens in Europa und damit auch in die gemeinsame Währung waren auch in dieser Berichtswoche Fremdwährungsanleihen zur Risikobeimischung gefragt. Zu den Favoriten zählten insbesondere Bonds lautend auf US-Dollar. Aber auch Währungsanleihen auf norwegische Kronen, mexikanische Peso, russische Rubel und türkische Lira wurden rege gehandelt.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Die Angst der Notenbanker vor den Zähnen

Mancher Marktbeobachter wünscht sich, dass die Notenbanker den Finanzmärkten wieder mehr Freiheit einräumen und dadurch die verzerrende Nachfrage eingedämmt würde. Dies wird auf absehbare Zeit nur bedingt geschehen. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte man auf der Pressekonferenz von Mario Draghi vergeblich nach irgendwelchen Hinweisen gesucht, welche Rückschlüsse auf ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik zugelassen hätten. Die Sturheit von Super-Mario ist auf der einen Seite bewundernswert, da er seine Linie konsequent verfolgt. Auf der anderen Seite wird allerdings erkennbar, dass man sich seitens der Europäischen Notenbank (EZB) sehr enge Fesseln angelegt hat. Doch wie sagte schon Baloo der Bär im Dschungelbuch, als er den Tiger Shere Khan am Schwanz festhielt und ihm einer der „freundlichen“ Geier zurief, er solle doch endlich den Schwanz loslassen: „Bist Du zu retten, der hat Zähne am anderen Ende“

Diese Erkenntnis hat sich inzwischen auch bei den EZB-Bankern eingestellt und die Angst vor den Folgen des Loslassens wird von Tag zu Tag größer. Dies verdeutlicht auch die Tatsache, dass die Inflation als wichtiger Einflussfaktor auf die Zinsentwicklung immer wieder in unterschiedlicher Art und Weise interpretiert wird. Das eine Mal ist nur die Kerninflation so hoch, und deshalb bleiben die Zinsen auch weiterhin niedrig. Und ein anderes Mal wurde die negative Kerninflation aufgrund der gesunkenen Energiepreise als Argument für Zinssenkungen herangezogen. Doch auch die Ratsmitglieder der Bank of Japan (BoJ) halten schon seit Jahren an der Geldpolitik des billigen Geldes fest und sehen die Zeit für eine Wende in Richtung Zinserhöhung noch nicht für gekommen an.

Bei der US-Notenbank ist man schon einen Schritt weiter und hat die Zinswende bereits eingeläutet. Doch stellt sich in diesem Zusammenhang immer wieder die Frage wie man in naher Zukunft das Bilanzvolumen der amerikanischen Notenbank Fed von aktuell über 4 Bill. USD auf das Niveau vor der Krise von weniger als 1 Bill. USD reduzieren kann. Dies wird nach Meinung aller Finanzmarktakteure eine noch größere Herausforderung als der vollzogene Aufbau der Positionen werden. Bereits eine Bilanzsumme von ca. 2 Bill. USD wird inzwischen schon als Erfolg angesehen. Die Bilanzverkürzung sowie die zukünftigen Zinsschritte waren auf der gestrigen Fed-Sitzung die beherrschenden Themen. Aber ein genauer Zeitplan hierzu wurde nicht bekanntgegeben und man ließ sich nicht in die Karten schauen. Die Zinsen verharren zwar nach der einstimmigen Entscheidung auf dem bisherigen Niveau, aber das moderate Wirtschaftswachstum erfordert nach Meinung der Fed-Chefin Janet Yellen schrittweise Zinserhöhungen. Deshalb werden in nächster Zeit alle wirtschaftlichen Fundamentaldaten und alle Aussagen der Board-Mitglieder unter diesem Gesichtspunkt zu analysieren sein.

Trump liebäugelt mit Trennbankensystem

Folgt für die US-amerikanische Bankenwelt nun ein Zurück in die Zukunft der 30er Jahre? „D. T., der Unberechenbare“ liebäugelt nämlich neuerdings damit, Großbanken zerschlagen zu wollen. Wie der US-Präsident sagte, wolle er dies prüfen lassen. Trump bezieht sich damit auf ein Gesetz aus den 30er Jahren, das unter dem Namen „Glass-Stegall-Act“ bekannt geworden ist. Es diente dazu, Banken durch Trennung von solidem Privatkundengeschäft und risikobehaftetem Investmentbanking vor der Pleite zu bewahren. Erst 1999 wurde das Gesetz unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton wieder abgeschafft, nachdem die Wall Street Banken kräftig Druck gemacht hatten. Kritiker sehen darin zumindest eine Ursache der Finanzkrise 2008. Unter anderem macht sich der linksliberale Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz dafür stark, es wieder einzuführen.

Umso erstaunlicher ist es nun, dass ausgerechnet der Republikaner Trump zusammen mit seinem Wirtschaftsberater Gary Cohn, der aktives Vorstandsmitglied von Goldman Sachs ist, das Trennbankensystem ins Gespräch bringt. Denn auch die Regierung Trump hat ein Interesse daran, dass Banken nicht noch einmal mit Steuergeldern saniert werden müssen. Und das Trennbankensystem gilt nun einmal als eine Vorsichtsmaßnahme, die zum Schutz der Steuerzahler beitragen soll.

Doch die Wiedereinführung des Trennbankensystems könnte nur die eine Seite der Medaille sein. Denn nachdem Trump vornehmlich im Wahlkampf gegen die Wall Street gewettert hat, ist er auf deren Seite geschwenkt und hat einer Deregulierung der Finanzbranche das Wort geredet. So hat er inzwischen versprochen, Barack Obamas Wall-Street-Reform rückgängig machen zu wollen. Diese unter dem Namen Dodd-Frank bekannten Maßnahmen sehen als Reaktion auf die Finanzmarktkrise eine strengere Aufsicht und höhere Eigenkapitalanforderungen vor, was den Wall Street Bankern wie Spitzgras vorkommt. Daher könnte die Annullierung der Dodd-Frank-Regelung, wovon Cohns Arbeitgeber Goldman Sachs am meisten profitieren würde, die andere Seite sein, die von der Wiedereinführung des Trennbankensystems kaschiert werden soll.

Auch bei den von Trump verteufelten Handelsdeals probt er inzwischen die Rolle rückwärts. Dies gilt für das NAFTA-Abkommen mit Kanada und Mexiko genauso wie für das bilaterale Handelsabkommen mit Südkorea oder das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen den USA und der EU. Trump hat ein neues Dekret angekündigt, das die Handelsabkommen auf den Prüfstand stellen soll, was Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu veranlasst hat, neue TTIP-Verhandlungen mit den USA für möglich zu halten. Der hochrangige Republikaner Paul Ryan hatte gesagt, dass die US-Regierung Freihandelsabkommen nicht ablehne. Dies gilt als deutliches Zeichen dafür, dass TTIP vor einer Auferstehung stehen soll.

Ebenso könnte die Einführung der gefürchteten US-Importsteuer für deutsche Waren, die Trump angedroht hat, wieder von der Agenda verschwinden. So hat Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries nach eigenen Worten Signale aus den Vereinigten Staaten vernommen, dass die Border Adjustment Tax „wohl nicht kommen wird”.

Wenn Trump darüber redet, heißt dies noch lange nicht, dass er eine solche Idee auch umsetzt. Zu oft hat man bei ihm schon eine große Sprunghaftigkeit seiner Aussagen beobachten müssen. Beliebigkeit ist eben Trump(f).

Indessen ist die Gefahr eines so genannten Government Shutdowns fast abgewendet. Republikaner und Demokraten haben sich im Kongress auf einen Haushalt über 1 Bill. USD bis zum 1. Oktober geeinigt. Das Durchwinken bis diesen Freitag um Mitternacht scheint nur noch reine Formsache zu sein. Allerdings dürfte sich Trump darüber nicht besonders freuen, denn dadurch wird kein Geld für sein Lieblingsprojekt, eine Grenzmauer zu Mexiko, zur Verfügung gestellt.

Frankreich vor der Stichwahl

Die europäische Schicksalswahl in Frankreich geht am Sonntag in die zweite und entscheidende Runde. In einer Stichwahl entscheiden die Franzosen darüber, ob künftig die rechtsextreme Europa-Gegnerin Marine Le Pen oder der sozialliberale Emmanuel Macron in den Elysée-Palast einziehen wird. Und obwohl er die hohen deutschen Exportüberschüsse kritisiert hat, würde Angela Merkel Macron wählen, wäre sie Französin.

Für den Fall eines Wahlsiegs von Macron fordert der deutsche Bundesaußenminister Sigmar Gabriel auch eine europapolitische Kursänderung in Berlin. Deutschland müsse wieder mehr ein „ehrlicher Vermittler” in den großen europäischen Streitfragen werden, schrieb Gabriel in der Zeitung „Le Monde”. „Unsere Europapolitik muss sich von der Tradition eines Helmut Schmidt, eines Helmut Kohl und eines Gerhard Schröder inspirieren lassen und sich jeglicher schulmeisterlicher Arroganz enthalten“, so der SPD-Politiker. Damit versucht er dem Unbehagen mancher Franzosen entgegen zu wirken, die Paris am Gängelband von Berlin sehen. Le Pen hatte Macron gar vorgeworfen, er würde Frankreich - im Falle eines Wahlsiegs - Deutschland unterwerfen.

Dabei hat sie selbst mit ihrer neuen Euro-Position für Unklarheiten auch bei dem eigenen Anhang gesorgt. So hat die Kandidatin des Front National ihre Forderung nach einem Euro-Ausstieg Frankreichs abgeschwächt. Die europäische Währungsunion zu verlassen, sei nicht mehr ihre erste Priorität, so Le Pen. Vielmehr plant sie nicht mehr die komplette Ersetzung des Euro durch einen neuen Franc, sondern stellt sich ein Modell von zwei Parallelwährungen vor. Mit dieser aufgeweichten Haltung wirft sich Le Pen Sparern und älteren Franzosen an den Hals, die eine Abwertung ihrer Vermögen befürchten, zumal der Front National selbst mit einer 20%-igen Abwertung einer wiedereingeführten französischen Währung rechnet. Zudem gibt es eine klare Mehrheit der Franzosen, die gegen den Ausstieg aus Euro und EU ist.

Nach Le Pens neuen Vorstellungen sollen die Franzosen im Alltag künftig wieder in Franc bezahlen, große Unternehmen mit grenzüberschreitendem Geschäft rechnen weiterhin in Euro ab. Und wie bezahlen die Firmen dann ihre Mitarbeiter? Mit einem abgewerteten Franc, der zum Euro schwanken soll? Der Plan einer Parallelwährung scheint dem reinen Wahlkalkül geschuldet, durchdacht ist er wohl nicht.

Aber auch wenn die aufgeweichte Anti-Euro-Position von Le Pen eine unklare ist und Macron in Umfragen vorne zu liegen scheint, ist das Rennen noch längst nicht gelaufen. Zumal die Wahlbeteiligung am kommenden Sonntag weit unter der von vor zwei Wochen liegen dürfte. Vielleicht ist es ja gerade die Siegeszuversicht, die manchen seiner Anhänger zu Hause bleiben lässt. Während man davon ausgehen kann, dass die Unterstützer von Le Pen nahezu geschlossen, in die Wahlkabinen strömen werden. Daher sind wir in unserem Nachbarland auch vor negativen Überraschungen nicht gefeit – siehe Brexit und Trump.

Der Brexit wirft seine Schatten voraus

Dass die Rechnung für den Austritt Großbritanniens eine gesalzene sein werde, hatte man in Brüssel immer wieder betont. So hat Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker früh eine Summe von 60 Mrd. € ins Spiel gebracht, die man London für den Brexit in Rechnung stellen wolle. Nun haben Deutschland und Frankreich mit 100 Mrd. € noch eine deutlich höhere Summe lanciert, wie die „Financial Times“ schreibt. Offenbar haben die EU-Verhandlungsführer in Reaktion auf Anfragen von mehreren EU-Mitgliedsländern ihre ursprünglichen Kalkulationen überarbeitet und dabei die maximalen Forderungen erstellt. Kein Wunder, wenn sich die britische Premierministerin Theresa May seit dem jüngsten Brexit-Sondergipfel der EU auf harte Verhandlungen mit Brüssel einstellt.

Bei den Zahlungen geht es um die Schlussrechnung für Großbritannien zu Verpflichtungen nach über 40 Jahren EU-Mitgliedschaft. Dazu zählen Haushaltsverpflichtungen, Zusagen gegenüber EU-Institutionen sowie Pensionskosten für Beamte.

Indessen spürt die britische Wirtschaft zunehmend die Folgen des Brexit-Votums. So hat sich das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) Anfang 2017 mehr als halbiert. Der Zuwachs lag im 1. Quartal 2017 im Vergleich zum Vorquartal überraschend nur bei 0,3%. Dies ist der geringste Anstieg seit einem Jahr. Diese Nachrichten kommen für May ungelegen, zumal sie sich im Juni bei Neuwahlen ein klares Votum für die Brexit-Verhandlungen besorgen will.

Verschärfend kommt eine weiterhin pessimistische Bonitätseinstufung Großbritanniens durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hinzu, denn diese bestätigte unlängst das Rating bei AA und den negativen Ausblick. Das Votum der Briten, die EU zu verlassen, stelle weiterhin ein signifikantes Risiko für die Wirtschaft des Landes dar, schreibt S&P, insbesondere für den großen Finanzdienstleistungssektor.

Überdies hat nach Auffassung der Ratingagentur die überraschende Ankündigung von Neuwahlen gezeigt, dass das Brexit-Votum den institutionellen und politischen Rahmen weniger stabil und vorhersehbar gemacht hat. Der negative Ausblick sei den Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Brexit-Verhandlungen geschuldet. Damit wirft der EU-Austritt immer mehr seine Schatten für Großbritannien voraus.

IWF bremst bei Einigung mit Athen

Eine bevorstehende Einigung zwischen den internationalen Geldgebern und Athen über neue Finanzhilfen wird derzeit noch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) blockiert. Eine Beteiligung an den Finanzhilfen für Griechenland kommt für den Fonds nur infrage, wenn die Gläubiger zuvor auf einen Großteil ihrer Forderungen gegenüber dem überschuldeten Mitglied der Eurozone verzichten.

Zunächst hatten sowohl der Euro-Rettungsfonds (ESM) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Verhandlungen mit der griechischen Regierung als abgeschlossen bezeichnet. Diese, wie der IWF sagt, „vorläufige Einigung“, die mit zusätzlichen Reformen einhergeht, werde zwar begrüßt. Jedoch seien „spezifische Maßnahmen zur Schuldenerleichterung” notwendig, wenn sich der IWF an dem Hilfsprogramm finanziell beteiligen solle.

Fest steht, dass Athen im Juli 6 Mrd. € an seine Gläubiger zurückzahlen muss, weshalb sich die Regierungspartei Syriza auf ein erneutes Reformpaket aus Rentenkürzungen, Privatisierungen und Steuererhöhungen eingelassen hat. Damit ist eine neue, dringend benötigte Tranche aus dem 86 Mrd. € schweren Hilfspaket in Reichweite gerückt – zumindest vorläufig, wie man aus Berlin vernehmen kann. Denn in trockenen Tüchern ist der Deal noch lange nicht, zumal die Regierung von Alexis Tsipras ein entsprechendes Gesetz noch durchs Parlament bringen muss – und das bei nur einer Zweistimmen-Mehrheit.

Versprochen hat die griechische Regierung den Geldgebern, dass 2019 und 2020, also wohlgemerkt nach Abschluss des 3. Hilfspakets, ein Sparprogramm über 3,6 Mrd. € greifen soll. Dafür sollen nochmals die Renten reduziert werden und die Griechen mehr Steuern zahlen. Diese Vorgehensweise kommt einem dann doch wie ein Déjà-vu vor. Probleme und ihre vermeintlichen Lösungen werden in die Zukunft geschoben. Das Papier, auf dem die Einigung steht, erweist sich als geduldig und das hat bei den Griechen schon Tradition.

Heta-Gläubiger kommen besser davon

Die Abwicklung der österreichischen Krisenbank Heta bringt aufgrund eines höheren Barvermögens mehr ein als zunächst geplant. So erwartet die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA), dass die Heta nach dem Verkauf von Vermögensteilen bis zum Jahr 2023 über Barreserven von 8,6 Mrd. € verfügen wird. Dies teilte die für die Abwicklung verantwortliche Behörde mit. Bisher war mit ca. 6,3 Mrd. € gerechnet worden.

Die Ursache liegt darin, dass die Heta beim Verkauf ihrer Unternehmensteile besser voran kommt als ursprünglich geplant, was wiederum den Gläubigern zu Gute kommt. So hat die FMA entschieden, den Schuldenschnitt zu senken. Damit reduziert sich der Forderungsverzicht von Besitzern vorrangiger Anleihen von 53,98% auf 35,6%.

Wiener Städtische Versicherung erfreut Privatanleger

In dieser Berichtswoche erfreute eine Neuemission des österreichischen Versicherers Wiener Städtische Versicherung die Privatanleger, da sie mit einer Mindeststückelung von 1.000 € begeben wurde. Am ersten Handelstag in Deutschland konnten direkt ca. 2,5 Mio. € umgesetzt werden. Aber auch institutionelle Investoren kamen bei den Emissionen von Travelex, Netflix und Senvion voll auf Ihre Kosten. Diese Titel haben jeweils eine Mindeststückelung von 100.000 €.

Die größte Einzelgesellschaft des Versicherungskonzerns Vienna Insurance Group platzierte erfolgreich 250 Mio. € am Markt. Der Bond (A19G0B) der Wiener Städtischen Versicherung zahlt seinen Investoren einen jährlichen Zins von 3,5% und ist am 11.05.2027 endfällig. Die Anleihe wurde zu pari begeben, was einem Emissionsspread von +271 bps über Mid Swap gleichkam.

Ebenfalls gute Umsätze waren in den ersten Handelstagen bei Netflix zu verzeichnen. Das US-amerikanische Unternehmen aus dem Bereich Internet und Medien konnte mit einem 10-jährigen Bond (A19G1J) überzeugen, der am 15.05.2027 fällig ist. Die 1,3 Mrd. € schwere Anleihe ist mit einem Zins von 3,625% ausgestattet, der im Mai und November eines jeden Jahres zur Auszahlung kommt. Emittiert wurde zu pari (+327 bps über Bund).

Als dritter im Bunde legte das Finanzierungsunternehmen Travelex Financing PLC einen 5-jährigen Bond (A19G1U) mit einem Emissionsvolumen von 360 Mio. € auf. Der Finanzdienstleister mit Sitz in London zahlt für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt bis zur Fälligkeit am 15.05.2022 jährlich 8% Zinsen an die Investoren. Der Kupon wird halbjährlich ausgezahlt. Der Emissionspreis belief sich auf 100%, was +836 bps über Bund bedeutete.

Der aktuellen Flaute im Energiesektor zum Trotz besorgte sich das im Bereich der erneuerbaren Energien tätige Unternehmen Senvion erfolgreich 400. Mio. € am Kapitalmarkt. Fällig wird die Anleihe (A2E4E2) am 25.10.2022. Der Bond ist mit einem Zins von 3,875%, der halbjährlich gezahlt wird, ausgestattet und der Emissionspreis betrug 100%, was einem Spread von +420 bps über Bund entsprach. Sowohl Senvion als auch Netflix und Travelex haben sich jeweils eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen.

Warten auf Macron

Der Monat Mai wird an den Börsen immer mit dem Spruch: „Sell in May and go away“ in Verbindung gebracht. Ob das auch in diesem Jahr die richtige Marschroute sein wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Und auch auf welche Assetklasse dies anzuwenden wäre, ist noch offen.

Grundsätzlich kann man allerdings aus Sicht der Aktien sagen, dass aufgrund der erreichten Höchststände die „Gefahr“ der Richtigkeit dieses Satzes nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist. Zumal weiterhin sehr viele Unsicherheitsfaktoren an den Börsen das Geschehen beeinflussen können. Andererseits fehlt es an sinnvollen Alternativen und die möglichen Zinserhöhungen in den USA werfen bereits ihre Schatten voraus. Daher wäre sogar im Falle einer kräftigeren Korrektur bei den Aktienkursen infolge politischer Ereignisse nicht unbedingt von dem klassischen spiegelbildlichen Verhalten zwischen Aktien- und Rentenmärkten auszugehen.

Doch noch gehen auch die Rentenhändler von einem Sieg Macrons aus und erst zum Wochenbeginn gilt es, die neuen Erkenntnisse an den Märkten einzubringen. Das nach dem ersten Wahldurchgang in Frankreich entstandene Gap (zwischen 161,63% und 162,49%) konnte bisher nur zum Teil geschlossen werden. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich dies auch in naher Zukunft nicht ändern wird. Denn im Falle eines Wahlsieg Macrons wird die Diskussion über das Tapering bei der EZB in den Mittelpunkt der Überlegungen rücken.

Charttechnisch verläuft momentan bei ca. 162,15% eine Widerstandslinie (Hoch vom 27.04.) und ein Test der psychologischen Marke bei 161% ist nur noch eine Frage der Zeit. Aktuell notiert der Euro-Bund-Future bei 161,22%.

USA nimmt nur kurze Gelder auf

In dieser Handelswoche wurden in den USA lediglich Geldmarktpapiere mit den üblichen Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten aufgelegt. Doch damit wurden insgesamt 127 Mrd. USD refinanziert und für die kommende Woche stehen zusätzlich Bonds mit Fälligkeiten in 2020, 2027 und 2047 auf der Agenda.

In der Eurozone wurde in der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche zur Wochenmitte die aktuelle 10-jährige Anleihe der Bundesrepublik Deutschland (110241) um 3 Mrd. € auf insgesamt 20 Mrd. € aufgestockt. Die Zuteilung der ca. 1,3-fach gezeichneten Anleihe erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,33%, wobei ca. 568 Mio. € zur Marktpflege eingebucht wurden. Weiterhin werden heute bei mehreren Altemissionen Frankreichs (A19FUW / 2027 ; A1ZHSU / 2030 ; A18Z4K / 2036) und Spaniens (A18YPG / 2021 ; A19B40 / 2022 ; A1VQCB / 2026 ; A19DZD / 2033) die Emissionsvolumen erhöht. Insgesamt werden über diese Maßnahmen der „großen“ Drei ca. 15 Mrd. € aufgenommen.

Die Türkei ist immer für eine Überraschung gut

Das Referendum in der Türkei ist mittlerweile einige Tage her und so ist es um die türkische Regierung und Präsident Erdogan etwas ruhiger geworden. Doch ganz aus den Schlagzeilen ist die Türkei keineswegs. So überraschte die türkische Notenbank vergangene Woche die Marktteilnehmer, indem sie den Zinssatz für Notkredite, die sogenannten Late-Liquidity-Lending Rate, um 50 Basispunkte auf nun 12,25% anhob. Den Leitzins beließ sie unverändert bei 8%.

Mit diesem Schritt will die Notenbank der höchsten Inflation der vergangenen 8 Jahre von aktuell über 11% entgegenwirken und die heimische Währung stützen. In der Folge konnte die Lira tatsächlich davon profitieren und handelte zum Euro zeitweise bei 3,84 TRY, nachdem sie zuvor noch bei 3,9325 TRY notierte. Zum US-Dollar konnte sie gar ein neues Jahreshoch bei 3,5196 TRY markieren.

Es könnte jedoch langfristig schwierig werden, die Währung zu stärken, wenn die eigene Bevölkerung wohl selbst nicht an die Lira glaubt. So sollen in den Tagen nach dem Referendum Privatleute und kleinere Unternehmen massenhaft türkische Lira in Euro und Greenback gewechselt haben. Lokalen Bankern zufolge sollen dabei Umschichtungen von umgerechnet rund 2 Mrd. USD vorgenommen worden sein. Laut Bloomberg halten die Türken 157 Mrd. USD in harten Devisen, denn ca. 40% der Einlagen lauten auf Euro oder US-Dollar. Dies dürfte Präsident Erdogan gar nicht gefallen.

Das Devisenpaar Euro/US-Dollar handelte hingegen in der vergangenen Berichtswoche wenig verändert. Die Tradingrange lag zwischen 1,0852 USD und 1,0947 USD. Zur Stunde und nach der gestrigen Fed-Sitzung handelt die Gemeinschaftswährung bei ca. 1,0885 USD.

In einer verkürzten Handelswoche zählten Währungsanleihen lautend auf türkische Lira, brasilianische Real, südafrikanische Rand sowie US-Dollar zu den Favoriten.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

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Robert Halver,

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Author: Klaus Stopp

Wieviel Feingefühl hat Mario Draghi?

Heute ist es wieder soweit. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) trifft sich zu seiner turnusmäßigen Sitzung und entscheidet über die weitere Geldpolitik. Sicherlich werden hierbei auch die kritischen Diskussionsbeiträge anlässlich der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank thematisiert. Marktbeobachter gehen allerdings davon aus, dass sich an der bisherigen Forward Guidance nichts ändern und dies von EZB-Chef Mario Draghi auch so vertreten wird. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass Nuancen in der Wortwahl angepasst werden, was wiederum auf eine erste vorsichtige Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik hindeuten könnte.

Ob sich Mario Draghi in diesem Fall die Anmerkungen von Wolfgang Schäuble zu Herzen genommen haben wird oder die warnenden Worte aus dem Chor der Notenbanker dafür verantwortlich sein werden, darüber wird dann zu urteilen sein. Der Druck auf „Super-Mario“ wird aufgrund der historisch niedrigen Zinsen insbesondere aus Deutschland permanent erhöht. So hat das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, Andreas Dombret, erst jüngst erklärt, dass seine Bank inzwischen jedes zweite Institut aufgrund der Zinsänderungsrisiken mit einem erhöhten Risiko einstuft. Deshalb wird auf der heutigen Pressekonferenz von Mario Draghi besonders viel Feingefühl bei der Erläuterung der weiteren Schritte, bzw. bei der Erläuterung der heutigen Beschlussfassung erwartet. Zumal nach einer bisher unbestätigten Reuters-Meldung auf der EZB-Sitzung am 8. Juni des Jahres mit ersten Hinweisen zum Ablauf eines möglichen Taperings gerechnet wird und nicht auszuschließen ist, dass sich bereits heute ein kleiner Hinweis einschleichen könnte. Somit werden alle Journalisten bei der Pressekonferenz die Lippen des EZB-Präsidenten nicht aus den Augen lassen.

In diesem Zusammenhang muss auch nochmals darauf hingewiesen werden, dass es aufgrund der massiven Ankäufe seitens der Notenbanken immer wieder zu Belieferungsproblemen bei Anleihen kommt und deshalb sogar die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Zentralbanken aufgefordert hat, dem für einen funktionierenden Handel notwendigen Repo-Markt Material aus ihren Beständen zur Verfügung zu stellen. Diese Engpässe sind bereits mehrfach angesprochen worden, aber bisher hat die EZB nur sehr zögerlich agiert. In einer anderen Hinsicht wäre ebenfalls etwas mehr Aktivität gefragt. So wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man sich an das Verbot der monetären Haushaltsfinanzierung hält und bei Staatsanleihen nicht am Primärmarkt als Käufer auftritt. Jedoch sind die Übergänge aufgrund der vielen Aufstockungen inzwischen fließend. So wurde beispielsweise in der Übersicht der angekauften Staatsanleihen eine Gattung entdeckt, die erst kurz zuvor emittiert bzw. aufgestockt wurde. Ob es sich bei den angekauften Stücken wirklich um „Altbestände“ einer Bank gehandelt hat, kann nicht final geklärt werden. Allerdings sind solche „Entdeckungen“ dafür verantwortlich, dass Notenbanken Tricksereien zugetraut werden. Nur ein Mehr an Transparenz kann mehr Vertrauen schaffen oder man übernimmt eine uralte Regelung, die Vergabe sogenannter Stückenummern.

Im Elysée-Palast wartet eine Mammutaufgabe

Die Kapitalmärkte bejubeln allenthalben den Sieg von Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen. Sicher, mit dem Ergebnis hat der Shootingstar aus Paris die rechtsnationale Europa-Feindin Marine Le Pen zunächst in ihre Grenzen verwiesen. Doch statt Euphorie wäre eher eine sachliche Nüchternheit angesagt. Denn allein durch steigende Kurse an der Pariser Börse sind die Wirtschaftsprobleme und die Staatsschuldenkrise von Frankreich nicht zu lösen. Und ohnehin steht ja noch die Stichwahl am 7. Mai an, bevor der künftige Präsident (oder die Präsidentin?) der Fünften Republik im Elysée-Palast einen Berg an Problemen abarbeiten darf.

Da ist an erster Stelle die rekordhohe Staatsverschuldung von 2.147 Mrd. € zu nennen, die 2016 erstmals das Defizit der nach Einwohnern deutlich größeren Bundesrepublik Deutschland übertroffen hat und bei über 96% des Bruttoinlandsprodukts liegt. Hinzu kommt eine latente Wachstumsschwäche der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas, gepaart mit einer strukturell hohen Arbeitslosigkeit von 8% bis 10%, die gestern auf den höchsten Stand seit 10 Monaten anstieg. Insgesamt sind 3,5 Mio. Menschen ohne festen Job. Zurückzuführen ist diese Situation unter anderem auf eine langfristige Deindustrialisierung des Landes und einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit.

Sollte also Macron die Stichwahl tatsächlich für sich entscheiden, erwartet ihn eine Mammutaufgabe. Immerhin ist es der frühere Investmentbanker und kurzzeitige Wirtschaftsminister, der im Präsidentschaftswahlkampf als einziger dafür eintritt, das jährliche Budgetdefizit wieder unter die im Maastrichter Vertrag vereinbarte Grenze von 3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) drücken zu wollen. Er hat also verstanden, dass es so nicht weitergehen kann! Die Frage ist nur, wie er es meistern will ganz ohne den Apparat und das Geld einer etablierten Partei im Rücken.

Eines seiner Ziele ist es, die Staatsquote in Frankreich zu verringern, die bei hohen 56% liegt. Ihre Senkung auf 53% bis zum Jahr 2022 soll mit Einsparungen von 60 Mrd. € erreicht werden. Was damit nicht ganz zusammenpasst ist sein Plan, mit rund 15 Mrd. € an Steuergeldern die Ausbildungsförderung voranzutreiben, um der hohen Jugendarbeitslosigkeit von 20% Herr zu werden. Auch die Energiewende will Macron mit weiteren 15 Mrd. € angehen, um die in die Jahre gekommene Atomkraft in Frankreich allmählich abzulösen.

Mit Blick auf Europa hat er ja ein wohltuend klares Bekenntnis abgelegt. Und so wurde das Ergebnis des ersten Wahlgangs von hiesigen Industrieverbänden als ein vielversprechendes Zeichen auch für Deutschland und Europa begrüßt. Allerdings könnte es im Detail doch zu Unstimmigkeiten mit Deutschland kommen. So liebäugelt Macron mit der Einführung der in Deutschland wenig geschätzten Eurobonds, für die mehrere Staaten gemeinsam geradestehen. Außerdem hat er sich in die Reihe der Kritiker an Deutschlands hohen Handelsüberschüssen eingereiht. Deutschland werde hoffentlich zu der Einsicht kommen, dass die wirtschaftliche Stärke des Landes in der jetzigen Ausprägung nicht tragbar sei, hatte Macron im Wahlkampf gesagt, allerdings auch eingeräumt, dass Deutschland von Frankreich vor allem erwarte, endlich strukturelle Reformen einzuleiten.

Ein entscheidender Unsicherheitsfaktor für Macrons Wirtschaftskurs ist natürlich die Frage, ob er überhaupt in die Lage versetzt wird, seine Reformen durchzusetzen. Dies wird weitgehend davon abhängen, ob er die Parlamentswahlen im Juni (18. und 25.) gewinnen kann. Um ihm eine solide Hausmacht zu verschaffen, müssen die Kandidaten seiner neu gegründeten Partei „En Marche“ auch bei den Wahlen reüssieren. Darüber hinaus wird das Geschick von Macron im Falle seiner Wahl immer gefragt sein, denn es gilt Allianzen mit den anderen Parteien für seine Reformvorhaben zu schmieden. Wechselnde Mehrheiten zu kreieren, wird also sein Motto werden. Und ob ihn die Politiker der anderen Parteien unterstützen werden, steht in den Sternen.

Was bedeutet der May Day wirklich?

Manche politischen Beobachter haben die Ankündigung der britischen Premierministerin Theresa May, für Juni Neuwahlen anzusetzen, als cleveren Schachzug kommentiert. Mit 522 zu 13 Stimmen hat nun vergangene Woche das britische Unterhaus den Weg dafür freigemacht. Die nötige Zweidrittelmehrheit für die Selbstauflösung kam zustande, weil neben der konservativen Tory Partei von May auch die Opposition aus Labour, Liberaldemokraten und Schottischer Nationalpartei (SNP) zustimmte. Zwei Jahre nach der letzten Parlamentswahl und ein Jahr nach dem EU-Referendum werden die Briten nun am 8. Juni ein drittes Mal in ganz kurzer Zeit zu einer nationalen Abstimmung gebeten.

Und die Umfragen prophezeien den Tories einen klaren Vorsprung vor der oppositionellen Labour Party. Dementsprechend soll der Wahltag zum May Day werden, an dem sich die Premierministerin ein starkes Votum für die Brexit-Verhandlungen abholen will. Dies, so ihr Kalkül, würde ihre Position gegenüber Brüssel verbessern. Doch damit begibt sie sich auf die Spuren von Alexis Tsipras, der ebenfalls gehofft hatte, mit einem starken Mandat eines Referendums im Rücken gegenüber der EU seine Position zu verbessern. Dieser nickte trotz eines teilweise gelungenen Spiels auf Zeit am Ende dennoch die Forderungen der internationalen Geldgeber ab.

Wenn sich nun May eine komfortable Mehrheit beschaffen könnte, wäre sie immerhin nicht mehr ganz so abhängig von den Hardlinern unter den Brexiteers der Tories. Vielleicht ist das ja auch ihr Kalkül, um gegebenenfalls Zugeständnisse an die EU machen zu können. Denn in Brüssel beißen die Briten schon vor Beginn der Verhandlungen auf Granit. „Es wird keine Rosinenpickerei geben“, hatte Elżbieta Bieńkowska diese Woche gegenüber der „Welt“ klar gemacht. So sieht die EU-Binnenkommissarin Großbritannien in einer schwächeren Verhandlungsposition als die EU. Ein harter Brexit, ist sie überzeugt, würde für Großbritannien viel schmerzhafter werden als für Europa – sofern die EU-Mitglieder weiter zusammenhalten.

Dies ist jedenfalls derzeit der Fall. So hat die EU bisher bei allen entscheidenden Fragen wie Zeitplan, Scheidungsgeld und Handelsabkommen den Takt vorgegeben. Sollte Großbritannien die teuren Pflichten aus der EU-Mitgliedschaft auch dann noch bezahlen müssen, wenn das Land längst ausgetreten sein wird, muss dies May ihrem Wahlvolk auch erklären können. Und das ist mit einem klaren Wählervotum im Rücken einfacher als ohne.

Dass es doch nicht ganz so einfach werden könnte mit dem EU-Austritt scheint dem einen oder anderen Brexit-Unterstützer schon zu dämmern. So hat sich Oscarpreisträger Michael Caine neulich dazu bekannt, für den Austritt gestimmt zu haben. Es sei ihm dabei nicht um Rassismus oder Einwanderer gegangen, sagt der 84-Jährige, sondern um die „Freiheit“. Er wolle lieber „ein armer Herr als ein Diener“ sein. Ob’s die anderen Brexit-Unterstützer ähnlich sehen wie ein wohl situierter Michael Caine darf bezweifelt werden.

Chaos-Tage in Washington

Ausgerechnet an jenem Tag, wenn „D. T., der Unberechenbare“ den 100. Tag seiner Amtszeit feiern kann, droht der Administration in Washington neues Chaos. Wenn der Kongress bis zum Samstag kein neues Ausgabengesetz verabschiedet hat, winkt der „Government Shutdown“, in dessen Folge unzählige Staatsdiener in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt würden. Geschlossene Ämter sowie Polizei und Rettungsdienste im Noteinsatz wären die Folge.

Nachdem, salopp gesagt, die Regierung Trump bisher kaum etwas auf die Reihe bekommen hat, will sie nun liefern. So soll jetzt plötzlich alles auf einmal auf den Weg gebracht werden: Die Umrisse einer Steuerreform, eine Reform des Gesundheitsprogramms Obamacare sowie der Bau der umstrittenen Grenzmauer zu Mexiko. Vor allem Letzteres ist ein Knackpunkt in den Verhandlungen mit den oppositionellen Demokraten, die im Kongress eine Sperrminorität besitzen. Im Budgetentwurf sind in diesem und dem nächsten Jahr jeweils 4 Mrd. US-Dollar für den Mauerbau eingeplant, den die Demokraten strikt verweigern. Ablehnen kann allerdings der Präsident einen eventuellen Budgetkompromiss, der den Mauerbau ausklammern würde, aber den Staat am Laufen hielte. Sollte Trump dann sein Veto einlegen, käme es aufgrund der fehlenden Haushaltsgrundlage zu einem Stillstand der Bundesverwaltung - einem Government Shutdown.

Eher neue Fragen werfen auch die Umrisse von Trumps Steuerreform auf, mit der gleich drei Ziele auf einmal erreicht werden sollen: Er will damit die Steuern senken, Bürokratie abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit der USA stärken, ohne neue Schulden zu machen. Das klingt so, als hätte Trump doch noch das Ei des Kolumbus gefunden. Zumal bei einer schrittweisen Senkung der Unternehmenssteuern von 35% auf 15% jeder Prozentpunkt 100 Mrd. US-Dollar kostet, die ja irgendwie wieder eingespielt werden müssen. Wie ein solches Loch realistisch wieder geschlossen werden kann, ohne neue Schulden zu machen, ist offen. Nur mit dem Verstopfen von Steuerschlupflöchern wird dies nicht gelingen. Oftmals wird damit argumentiert, dass höhere Realeinkommen zu mehr Umsatz führen und somit auch wieder neue Steuereinnahmen generiert werden. Doch das trifft nur bedingt zu, denn lediglich Arbeitnehmer mit einem geringen oder mittleren Einkommen sind geneigt, ihre „Steuergeschenke“ in den Wirtschaftskreislauf einfließen zu lassen, wohingegen die vermögenden Steuerzahler nur bedingt zusätzlichen Konsumbedarf haben. Insgesamt soll nicht nur der Spitzensteuersatz und die Anzahl der Einkommensteuergruppen gesenkt, sondern auch zusätzlich die Erbschaftssteuer abgeschafft werden.

Darüber hinaus machen Handelsstreitigkeiten der USA mit dem Nachbarn Kanada das Chaos derzeit perfekt. Kanada sei sehr grob zu den USA, hatte sich Trump beklagt und angekündigt, auf kanadische Weichholz-Importe einen Strafzoll von 20% zu erheben. Washington wirft Kanada vor, die kanadische Holzwirtschaft unzulässig zu subventionieren - ein Vorwurf, dem Kanada scharf widersprach. Trumps Maßnahme werde vielmehr die Kosten für amerikanische Familien erhöhen, die Häuser bauen oder renovieren wollten, hieß es in einer Mitteilung der kanadischen Regierung. Vor dieser Folge der aggressiven US-Handelspolitik warnte auch der Verband der US-Wohnungsbauunternehmen: Protektionistische Maßnahmen zur Stützung einheimischer Holzproduzenten gingen klar zu Lasten von Millionen an US-Hauskäufern. Ergo: Die Rechnung für Protektionismus zahlt am Ende der Verbraucher. Doch die neue US-Regierung will auch noch andere heimische Branchen (Aluminium-Hersteller, Chip-Branche und Schiffsbau) unter „Artenschutz” stellen.

Downgrade für Italien – gute Zahlen aus Athen

Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsnote von Italien gesenkt. Weil das Land seine Schuldenziele wiederholt verfehlt hat, wurde die Kreditwürdigkeit um eine Stufe von „BBB+” auf “BBB” abgewertet. Den Ausblick bewertet Fitch indessen als stabil. Als weitere Gründe nannte die Ratingagentur das schwache italienische Wirtschaftswachstum und dass es bisher nicht gelungen sei, die hohe Staatsverschuldung zu reduzieren. Darüber hinaus hätten die politischen Risiken seit der vorigen Ratingüberprüfung zugenommen. Außerdem kritisiert Fitch die Schwäche des italienischen Bankensektors, welche die Wirtschaft und die öffentlichen Finanzen gefährde.

Im Kampf gegen das Haushaltsdefizit hat die Regierung in Rom kurzfristig die Steuern auf Tabak, Glücksspiel und Mieteinnahmen erhöht. Auch sollen strengere Regeln für die Entrichtung von Mehrwertsteuer im öffentlichen Dienst Geld in die Staatskassen spülen.

Indessen hat das hoch verschuldete Griechenland 2016 einen unerwartet großen Überschuss im Staatshaushalt geschafft. Der Primärüberschuss, bei dem die Zinskosten ausgeklammert werden, sollte laut Vorgaben nur 0,5% des BIP betragen, lag aber mit 3,9% oder rund 7 Mrd. € deutlich darüber. Hellas hat damit bei der Sanierung des Haushalts 2016 die Vorgaben der internationalen Geldgeber übertroffen. Bei solchen „Verfehlungen” kann man nur hoffen, dass nicht wieder die gleichen Rechenfehler gemacht wurden, die Athen den Weg in die Eurozone ermöglichten!

Die Regierung in Athen dürfte damit der Auszahlung neuer Kredite, die bisher noch umstritten waren, einen Schritt nähergekommen sein. Experten zufolge ist der überraschend hohe Überschuss darauf zurückzuführen, dass das Land Vorgaben des Hilfsprogramms umgesetzt hat und Steuern und Abgaben konsequenter eintreibt.

Ungewissheit erzeugt Ferien am Primärmarkt

Eine allgemeine Verunsicherung ist auch bei der Emissionstätigkeit von Corporate Bonds zu spüren. Deutlich weniger Unternehmen wagten in diesen Wochen den Schritt, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Dafür verantwortlich dürften nicht nur die Ungewissheit über den Wahlausgang in Frankreich, sondern auch die Wahlen in der Türkei und die Verhandlungen über den Brexit gewesen sein. Somit gab es in den letzten beiden Berichtswochen nur drei nennenswerte Neuemissionen: Nomad Foods BondCo, Burger King France SAS sowie Banco Santander S.A.

Das in der Lebensmittel Branche tätige Unternehmen Nomad Foods BondCo PLC sammelte erfolgreich 400 Mio. € am Kapitalmarkt ein. Zinsen werden für den Bond (A19GUA) bis zur Fälligkeit am 15.05.2024 halbjährlich in Höhe von 3,25% an die Investoren ausgezahlt. Begeben wurde der Bond zu 100%, was einem Emissionsspread von +344 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichkam.

Die französische Fast Food Kette Burger King France SAS begab eine Anleihe (A19GEE) mit einem Volumen von 315 Mio. €. Das Unternehmen stattete den Bond mit einem Zins von 6% aus, welcher bis zur Fälligkeit am 01.05.2024 halbjährlich gezahlt wird. Emittiert wurde zu pari (+623 bps über Bund). Darüber hinaus wurde auch noch ein Floater (A19GEG) mit einem Volumen von 250 Mio. € und einer Fälligkeit am 01.05.2023 begeben. Die Verzinsung orientiert sich bei dieser Anleihe am 3M Euribor (+525 bps). Sowohl Nomad Foods als auch Burger King haben sich in die Anleihebedingungen eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten aufnehmen lassen und eine Mindeststückelung von 100.000 € gewählt.

Als Dritter im Bunde refinanzierte die spanische Bank Banco Santander S.A. 750 Mio. € am Kapitalmarkt. Die Fix-to-Float-Anleihe (A19GNE) hat zunächst bis zum ersten Kündigungstermin am 25.04.2022 einen festen Kupon von 6,75%, der vierteljährlich gezahlt wird. Im Anschluss ist die Anleihe jährlich zu pari kündbar und der Zinssatz ändert sich fortan auf den dann aktuellen fünfjährigen Swap +680,3 bps. Begeben wurde das Papier zu 100%. Die Mindeststückelung für diesen CoCo Bond beträgt 200.000 € und dürfte daher eher für institutionelle Anleger interessant sein.

Drei-Zinnen-Formation mit Murenabgang

Bereits kurz vor den Wahlen in Frankreich deutete sich an, dass die Rentenmärkte in den vergangenen Wochen nur von der „Flucht in den sicheren Hafen“ profitiert hatten. Die vor zwei Wochen beschriebene Drei-Zinnen-Formation erreichte am 18.04. ihren Höhepunkt und mit der Entscheidung in Paris kam es zu Murenabgängen. Diese rissen alles, was vorher als fest verankert galt mit in die Tiefe. Wechselspiele zwischen deutschen Staatsanleihen und Bonds der europäischen Peripherie beherrschten die Szenerie. Dass hierdurch beim Rentenbarometer ein Gap zwischen 161,63% und 162,49% entstand, war der ungebremsten Euphorie der Investoren geschuldet, die ihre Angst über Bord geworfen haben und die Aktienmärkte vor sich hertrieben. Doch dies wird nicht für alle Zeit so bleiben!

Der Euro-Bund-Future hat durch diese heftige Reaktion viele Investoren verschreckt. Doch vorerst scheint sich bei ca. 160,64% eine Unterstützungslinie herausgebildet zu haben, die zumindest in den kommenden Wochen (bis zur Feststellung des Stichwahlergebnisses) als Leitplanke Halt geben sollte. Das Schließen des Gaps in dieser Zeit wird zwar nicht ganz einfach, aber auch nicht unmöglich sein. Denn man wird bis zum 7. Mai von Tag zu Tag eine Zunahme der Nervosität an den Märkten registrieren. Heute in der Früh notiert das Sorgenbarometer der Eurozone bei ca. 161,35%.

Italien lotete das Anlegerverhalten aus

Ungeachtet der Neubewertung durch die Ratingagentur Fitch hat sich Italien in dieser Handelswoche am Kapitalmarkt in kleinem Stil mit frischem Geld (2 Mrd. €) versorgt. Insgesamt wurden zusammen mit Belgien, Finnland, Deutschland und Spanien lediglich ca. 19 Mrd. € eingesammelt. Am Montag wurde neben Italien auch Belgien mit der Aufstockung zweier Altemissionen (A180Z5 / 2023 ; A19B7A / 2027) aktiv. Deutschland erhöhte am Folgetag die 2-jährigen Bundesschatzanweisungen (110467) um 4 Mrd. € auf insgesamt 13 Mrd. €. Die Zuteilung der technisch unterzeichneten Papiere erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,69% und 778 Mio. € wurden in die Marktpflege umgebucht. Zur Wochenmitte legte Spanien einen neuen Linker (ES00000128S2) mit Fälligkeit 30.11.2027 im Volumen von 5 Mrd. € auf und am heutigen Donnerstag beschließt Finnland mit der Erhöhung des Emissionsvolumens zweier Bonds (A19DB7 / 2022 ; A19DB5 / 2047) die Woche.

In den USA hingegen ist von Zurückhaltung am Primärmarkt nichts zu spüren. Insgesamt wurden Gelmarkttitel für nominal 152 Mrd. USD und T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren für 103 Mrd. USD aufgelegt.

Euro im Windschatten Macrons

April, April, der macht was er will! Dieses Sprichwort kann kaum zutreffender sein als in diesem Jahr. Auf sommerliche Temperaturen folgte eisige Kälte und gar Schneefall. So brachte uns der April den Winter zurück und hat damit fast ganz Europa kalt erwischt.

Das Wetter in Europa spielt verrückt, die Märkte hingegen blühen wahrlich auf. Die europäische Gemeinschaftswährung ist keineswegs kalt erwischt worden, sondern präsentiert sich dieser Tage ganz stark. So stieg der Euro in der laufenden Handelswoche auf ein neues Fünf-Monats-Hoch bei 1,0951 USD. Dieser fulminante Anstieg ist hauptsächlich auf den ersten Wahlgang in Frankreich zurückzuführen. Der Sieg des proeuropäischen Kandidaten Emmanuel Macron verhalf dem Euro zu diesem ordentlichen Kursplus. Denn vor gut zwei Wochen handelte er noch bei Wechselkursen unterhalb der Marke von 1,06 USD. Nach den Gewinnen der vergangenen Handelstage und einsetzender Gewinnmitnahmen notiert die Einheitswährung heute Morgen etwas leichter bei 1,0905 USD.

Der aktuelle Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada bringt den kanadischen Dollar unter Abgabedruck. So verlor die Währung sowohl zum US-Dollar als auch zum Euro. Der Greenback kostete zeitweise 1,3648 CAD und stieg damit auf ein neues 14-Monats-Hoch. Im Vergleich zum Euro handelt der kanadische Dollar nur marginal unter der wichtigen Marke von 1,50 CAD. Bei einem Devisenkurs von 1,49079 CAD erreichte der Euro den höchsten Stand seit November 2016.

Nach den Osterfeiertagen sind die Privatanleger auf der Suche nach rentablen Investments. Dabei sind Fremdwährungsanleihen ein probates Mittel. In dieser Berichtswoche standen demnach Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, mexikanischen Peso, südafrikanische Rand sowie auch norwegische Kronen auf den Kauflisten.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:

Baader Bank AG

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Bitte kein abrupter Zinsschock!

In vielerlei Hinsicht ist die Welt nicht mehr so wie sie noch vor wenigen Jahren war. Dies trifft auch auf die Notenbanken zu. Auf der einen Seite wird in den USA permanent über die angemessene Anzahl der Zinserhöhungen in Kombination mit einer Reduzierung der Bilanzsumme diskutiert. Auf der anderen Seite setzt man in Euroland auch zukünftig auf eine unterstützende Geldpolitik, da die Kerninflation noch nicht hoch genug ist und die Löhne nicht schnell genug steigen. Somit wird uns die Europäische Notenbank (EZB) auch in den kommenden Wochen und Monaten als Ankäufer von Anleihen erhalten bleiben.

Welche Dimensionen dabei inzwischen erreicht wurden, konnte man dem wöchentlichen Bericht der EZB entnehmen. So ist in der Woche zum 7. April - trotz der monatlichen Reduzierung um 20 Mrd. € - die Nachfrage nach Bonds kräftig gestiegen. In Erwartung der verkürzten Handelswochen über Ostern wurden in diesen fünf Handelstagen Bonds für insgesamt 19,492 Mrd. € (Vw.: 8,901 Mrd. €) angekauft. In Summe soll so dem Kapitalmarkt bis zum Jahresende Material im Gesamtwert von nominal 2,28 Bill. € entzogen werden. Besonders bedenklich erscheint hierbei, dass neben den Staatsanleihen auch Titel von 894 Unternehmen im Gegenwert von 77,87 Mrd. € im Bestand der EZB geführt werden, was ca. 12,39% der ausstehenden Volumina entspricht. Die Tatsache, dass es sich bei den Emittenten teilweise um ausländische Gesellschaften handelt, die lediglich einen Sitz in Euroland vorweisen können, ist schon für sich alleine betrachtet, schlimm genug. Aber dass von diesen 894 Bonds sogar über 16% eine negative Rendite abwerfen, kann sogar als grob fahrlässig bezeichnet werden. Im Gesamtbestand rentieren sogar über 70% der Bonds im negativen Bereich. Bei steigenden Zinsen entstehen somit automatisch Abschreibungen auf die Bestände der Notenbanken, was deren nationale Steuerzahler zu tragen haben. Dieses Problem haben aber nicht nur die Notenbanken, sondern auch alle Kapitalsammelstellen, Banken und Versicherer infolge ihrer Anlagerichtlinien. Nur in diesen Fällen sind die Verluste von den Anteilseignern zu tragen.

Noch versuchen die Notenbanken mit allen Mitteln die niedrigen Zinsen „einzufrieren“ und dadurch das wackelige Konstrukt zu stabilisieren. Doch früher oder später werden die Zinsen wieder steigen müssen. Nur weiß noch niemand in welchem Maße und wann. Unter Berücksichtigung der faulen Kredite bei den europäischen Banken sowie den angehäuften Beständen bei den Notenbanken tickt eine Zeitbombe in der Eurozone, die viel Fingerspitzengefühl bei der Entschärfung erfordert. Leider hat man bisher nicht den Eindruck gewinnen können, dass es hierfür geeignete „Entschärfer“ gibt, sondern eher Sprengmeister.

Schicksalswahl für Europa

Die wohl bedeutendste Wahl 2017 für die Zukunft der Europäischen Union (EU) rückt näher. Während in Deutschland mit Merkel und Schulz zwei europafreundliche Kandidaten um den Einzug ins Bundeskanzleramt kämpfen, bewirbt sich mit Marine Le Pen eine bekennende Gegnerin der EU um die französische Präsidentschaft. Am 23. April sind die Franzosen zum Urnengang aufgerufen, um ihren nächsten Präsidenten der fünften Republik in den Élysée-Palast zu wählen. Nachdem sich die Niederlande zuletzt überraschend klar gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders ausgesprochen hatten, haben sich die Kapitalmärkte mit Blick auf die Frankreich-Wahl zwar etwas beruhigt, aber französische Staatsanleihen notieren immer noch mit einem Aufschlag von ca. 70 Basispunkten über Bundesanleihen. Doch die Angst der Börsianer schwingt immer noch mit. Denn ein Terroranschlag in Frankreich könnte die Stimmung kippen lassen und dem Populismus als Wegbereiter dienen.

Sorgen bereitet allerdings auch die französische Volkswirtschaft, weshalb das Land bereits als „der kranke Mann Europas“ bezeichnet wird. Dafür sprechen wirtschaftlicher Stillstand und eine Arbeitslosenquote von ca. 10% sowie eine Staatsverschuldung von ca. 96% des Bruttoinlandprodukts. Vor diesem Hintergrund fordert der Aufsteiger unter den französischen Kandidaten, der frühere Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, einen „radikalen Umbau“, der unter anderem Steuersenkungen bei Unternehmen und Bürgern vorsieht. Gleichzeitig will der parteiunabhängige Macron die hohe französische Staatsquote senken und so in 5 Jahren 60 Mrd. € sparen. Dies sind die Worte, welche die Märkte gerne hören, weshalb viele Analysten bei einem Wahlsieg Macrons von einem Anstieg des Pariser Aktienmarkts ausgehen.

Dafür muss es der 39-jährige frühere Investmentbanker allerdings in die Stichwahl am 7. Mai schaffen und dort seine voraussichtliche Gegnerin Le Pen schlagen. Fest steht schon jetzt, dass das alte Duopol der republikanischen Rechten und der Sozialisten Frankreich abgewirtschaftet hat. So dürften der Sozialist Benoît Hamon unter anderem wegen seiner utopischen Ideen und sein bürgerlich-konservativer Gegner François Fillon wegen Nepotismus sowie mutmaßlicher Bestechlichkeit sich nur noch um Rang drei streiten. Sollte Macron die Ultranationalistin Le Pen schlagen, wäre es ein großer Sieg für die EU, deren Zukunft mit der französischen Präsidentschaftswahl auf dem Spiel steht. Kein Wunder, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble neulich geraunt hatte, als Franzose würde er wohl Macron wählen.

Großbritannien wegen Brexit unter Druck

Mit harten Bandagen dürfte gerungen werden, wenn Brüssel mit den Briten um deren Ausstieg aus der Europäischen Union (EU) verhandeln wird, das ist klar. Doch sollte London dabei einen Brexit ohne Vereinbarung über einen geregelten Austritt in Kauf nehmen, wie es Außenminister Boris Johnson schon einmal so dahingesagt hatte, befürchtet die EU-Kommission Versorgungsengpässe in Großbritannien. EU-Chefunterhändler Michel Barnier soll intern davor gewarnt haben, dass im Falle eines harten Brexits „Chaos an den Grenzen, Versorgungsprobleme für Großbritannien, besonders bei frischen Produkten, und eine ernsthafte Störung des Flugverkehrs“ die Folge sein werden.

Tatsächlich könnte der Brexit einschneidende Folgen für die Luftverkehrsbranche haben. Denn die Flugrechte müssen innerhalb kurzer Zeit neu geregelt werden. Deshalb drängt die Luftverkehrsindustrie auf schnelle Verhandlungen mit Brüssel wie keine zweite Branche in Großbritannien. Denn den britischen Fluggesellschaften droht mit dem EU-Austritt nicht nur ein allgemeiner Rückgang der Passagierzahlen durch die Schwäche des britischen Pfunds, sondern auch der Verlust wichtiger Verkehrsrechte. So stehen die Airlines möglicherweise vor gewaltigen Umwälzungen, sofern sie weiterhin in ganz Europa Flüge anbieten wollen. Schon unmittelbar nach dem Referendum im Juni 2016 hatten die Börsen die großen Billigflieger Easyjet und Ryanair mit heftigen Kursabschlägen abgestraft, weil mit dem Brexit deren pan-europäisches Geschäftsmodell mit dem größten Einzelmarkt Großbritannien gefährdet ist.

Mit der Finanzindustrie, die für rund 11% des britischen Bruttoinlandsprodukts verantwortlich ist, steht eine weitere Branche in Großbritannien unter Druck. Nicht von ungefähr mahnt die bei der EZB angesiedelte Bankenaufsicht die britischen Finanzinstitute zur Eile. Schließlich benötigen die Banken in der Londoner City mit dem Brexit einen Sitz und eine Banklizenz in der EU – sofern sie noch Geschäfte in der EU machen wollen. Sie sollten entsprechend planen, um ihre Lizenz fristgerecht zu erhalten, heißt es in einem Schreiben der Bankenaufsicht. Da es zwischen sechs und zwölf Monaten dauert, bis über eine Banklizenz entschieden wird, ist klar, dass die britischen Banken nicht zunächst einmal die Brexit-Verhandlungen abwarten können. Vielmehr müssen sie sich bereits im Vorfeld nach einem EU-Sitz umschauen und dorthin Geschäft verlagern. Denn Briefkastenfirmen wird die EU nicht dulden. Dies hat die Bankenaufsicht wiederholt klargemacht.

Indessen haben sich die EU-Länder weitgehend über ihre Position für die Brexit-Verhandlungen verständigt. Breiten Rückhalt gebe es auch für den Plan, in zwei Phasen zu verhandeln, hieß es aus dem EU-Rat. Demnach ist vorgesehen, zuerst die Bedingungen des britischen EU-Austritts zu klären, bevor dann über die künftigen Beziehungen verhandelt werden soll. Diese Vorgehensweise setzt die Briten unter Druck und entspricht nicht den Wünschen der britischen Premierministerin Theresa May, die am liebsten beides zusammen klären würde.

Dominator der Währungsreserven

Wir hatten es bereits in der vergangenen Woche angedeutet: Die Stärke des US-Dollars rührt nicht von der eigenen Stärke, sondern der Schwäche der anderen. Per Ende 2016 hielten die Zentralbanken ca. 64% oder gut 5 Bill. USD ihrer Reserven in Form des Greenbacks. Würde man die Wirtschaftsleistung der USA als Basis nehmen, wären nur 44% angemessen. Die jüngsten Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigen, dass es derzeit keiner anderen Währung gelingt, gegen die Dominanz des US Dollars anzukommen. Vielmehr hat der Greenback seine führende Position als Weltleitwährung wieder stark ausgebaut. So konnte er nach drei Quartalen mit rückläufigen Anteilen ausgerechnet im 4. Quartal, in dem Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt worden ist, wieder zulegen.

Diese Entwicklung hat sich wohlgemerkt in einer Phase vollzogen, in welcher der chinesische Yuan im Oktober 2016 in den IWF-Währungskorb aufgenommen wurde und damit zur fünften Reservewährung avancierte. Doch der neue Konkurrent kann dem US Dollar offenbar nicht das Wasser reichen. Lediglich umgerechnet 84,5 Mrd. USD stecken die Notenbanken in das chinesische Volksgeld. Dies kommt gerade mal 1,1% der globalen Devisenreserven gleich, obwohl China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stellt. Nach Berechnungen der Deutschen Bank müsste der Yuan gemessen an der Wirtschaftsleistung für rund 18% der Reserven stehen. Gemäß dem Devisenschlüssel bei den sogenannten Sonderziehungsrechten (SDR) des IWF nimmt die chinesische Währung immerhin 11% ein. Doch kaum einer will eine Reservewährung halten, die überbewertet ist und möglicherweise weiter abgewertet werden muss.

Aber auch der Euro schwächelte und rutschte mit einem Anteil an den Reserven mit 19,74% unter die 20%-Marke und damit den niedrigsten Wert seit 2015. Gemessen an der Wirtschaftsleistung müsste der Euro einen Anteil von rund einem Drittel innehaben. Angesichts der Staatsschuldenkrise in Europa und der negativen Zinsen der EZB gilt der US-Dollar in dieser Situation aber als alternativlos. Am Ende war es die Staatsschuldenkrise in Europa, die einen weiteren Aufstieg der Gemeinschaftswährung, wie er nach deren Einführung eingesetzt hatte, verhindert hat.

Damit bleibt der Euro und erst recht der Yuan meilenweit hinter dem Anspruch des Status einer Weltleitwährung zurück. Ein Stück weit ist dies schon ein Paradoxon, stellt doch mit den USA das Land mit den meisten Schulden zugleich die führende Weltleitwährung und den wohl unberechenbarsten Präsidenten seiner Geschichte. Immerhin scheint ein Comeback des Euro nicht gänzlich ausgeschlossen. So herrschen vielfach am Markt die Erwartungen vor, dass die Wirtschaft in Euroland wieder an Schubkraft gewinnen wird und die Annahme, dass der EU-feindliche Populismus seinen Höhepunkt überschritten haben mag. Sollte das stimmen, so könnte es eigentlich für den Euro nur noch nach oben gehen.

Das ewige Hü und Hott des Alexis Tsipras

Ob es an den schlechten Umfragewerten lag? Kaum hatten sich nämlich die Geldgeber Griechenlands mit Athen über Bedingungen für neue Hilfsmilliarden geeinigt, da forderte Regierungschef Alexis Tsipras weitere Erleichterungen beim Schuldenabbau und die Gründe für die Rolle rückwärts sind sicherlich in dem Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts der Universität von Thessaloniki zu sehen. So haben Tsipras und seine linke Partei Syriza deutlich an Unterstützung verloren und die Zustimmung rutschte von rund 35,5% bei der Parlamentswahl im September 2015 auf jetzt 15,5% ab.

Noch am vergangenen Freitag hatte man sich in Valletta auf eine Grundsatzeinigung für die von den Geldgebern geforderten Sparmaßnahmen 2019 und 2020 geeinigt. Die neuen Reformzusagen von Tsipras‘ Regierung als Bedingungen für weitere Milliarden aus dem seit 2015 laufenden Hilfsprogramms umfassen zusätzliche Sparmaßnahmen im Volumen von 2% des Bruttoinlandsprodukts. Eine Hälfte davon soll über Rentenkürzungen 2019 erreicht werden, die andere Hälfte soll die Senkung von Steuerfreibeträgen 2020 bringen. Damit galten im monatelangen Streit über Reformen die größten Hürden für die Auszahlung weiterer Milliardenhilfen als ausgeräumt.

Doch kurz nach Malta hat Tsipras sein ewiges Spiel aus in die Länge gezogenen Verhandlungen, Zusagen, neuen Bedingungen und Nachforderungen wiederaufgenommen und die Umsetzung der vereinbarten weiteren Wirtschaftsreformen an Erleichterungen bei der Schuldentilgung des krisengeplagten Landes geknüpft. So bezeichnete er mittelfristige Schuldenentlastung, mit denen Griechenland am Anleihekaufprogramm der EZB teilnehmen könnte, und eine zumutbare Haushaltspolitik als Voraussetzung für die Umsetzung der mit den Gläubigern vereinbarten Maßnahmen.

Man wird sehen, wie sich die Regierung Tsipras verhält, wenn nun, wie geplant, die Prüf-Institutionen von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB), Euro-Rettungsfonds ESM sowie Internationalem Währungsfonds (IWF), die man einst Troika genannt hat, in den kommenden Tagen nach Athen zurückkehren, um dort das vereinbarte Reformpaket abzuschließen.

Monatelange Verzögerungen hat es auch bei einem anderen Thema in Griechenland gegeben, das mit der Sanierung des Staatshaushalts in Verbindung steht. So hat Fraport am Dienstag offiziell den Betrieb von 14 griechischen Regionalflughäfen übernommen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber hat dafür 1,234 Mrd. € Konzessionsgebühr an den staatlichen griechischen Privatisierungsfonds überwiesen. Die Konzessionsvergabe, die für 40 Jahre gilt, ist eines der größten Privatisierungsprojekte im überschuldeten Griechenland. Ursprünglich war die Übergabe der Flughäfen für Herbst 2016 geplant.

Ein kleines Körbchen mit bunten Ostereiern

In dieser Berichtswoche gleicht die Emissionstätigkeit der Unternehmen einem nur spärlich gefüllten Osternest. Lediglich Suez, RCI Banque SA, FCA Bank und Schmolz + Bickenbach AG refinanzierten sich mit frischem Geld am Kapitalmarkt.

Dabei machte der französische Automobilhersteller RCI Banque SA den Anfang und begab eine 750 Mio. € schwere Anleihe (A19FWD) mit Laufzeit bis zum 12.04.2021. Renault entschied sich bei der Emission für einen variablen Zinssatz, der vierteljährlich gezahlt wird. Aktuell beläuft sich der Kupon auf 0,318% und nach jeder Zinszahlung errechnet sich der neue Kupon anhand des dann aktuellen Euribors +65 bps. Dementsprechend wurde der Floater zu pari begeben.

Der französische Konzern Suez sammelte 600 Mio. € am Kapitalmarkt ein. Die Fix-to-Float-Nachranganleihe (A19GBE) hat zunächst bis zum ersten Kündigungstermin am 19.04.2024 einen festen jährlichen Kupon von 2,875%. Im Anschluss ist die Anleihe vierteljährlich zu pari kündbar und der Zinssatz ändert sich bis zum 19.04.2029 auf den dann aktuellen fünfjährigen Swap +2,504% und am 19.04.2029 auf den aktuellen fünfjährigen Swap +3,504%. Begeben wurde das Papier zu 100%, was einem Emissionsspread von +314 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach.

Als dritter im Bunde legte die Finanzierungsbank FCA Bank des Automobilkonzern Fiat Chrysler einen 4,5-jährigen Bond (A19F9F) mit einem Emissionsvolumen von 800 Mio. € auf. Die Bank mit Sitz in Turin zahlt für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt 1% Zinsen p.a. an die Investoren. Der Emissionspreis belief sich auf 99,565%, was einem Spread von +100 bps über Mid Swap gleichkam.

Last not least reihte sich in dieser Woche Schmolz + Bickenbach AG ein und begabe eine Anleihe (A19FW9) mit einem Volumen von 200 Mio. €. Der Schweizer Stahlkonzern mit Sitz in Emmenbrücke stattete den Bond mit einem Zins von 5,625% aus, welcher bis zur Fälligkeit am 15.07.2022 halbjährlich gezahlt wird. Emittiert wurde zu pari (+606 bps über Bund). In die Anleihebedingungen wurde eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten aufgenommen.

Schmolz + Bickenbach, FCA Bank und Suez entschieden sich bei Ihren Emissionen für eine Mindeststückelung von 100.000 €. RCI Banque SA erfreute die Privatanleger hingegen mit einer Mindeststückelung von 1.000 €.

Die Drei-Zinnen-Formation

Die Bergsport-Begeisterten unter den Rentenhändlern fühlen sich beim Anblick der chartmäßigen Darstellung der 10-Jahres-Rendite deutscher Staatsanleihen an die Drei Zinnen, einen markanten Gebirgsstock in den Sextner Dolomiten, erinnert. Zum Jahreswechsel rentierte die zugrundeliegende Anleihe nur noch mit 0,168%, um innerhalb des Januars auf 0,478% anzusteigen und nach Durchschreiten eines Renditetals (24.02.) wurde am 10.03. nochmals 0,478% erreicht. Doch seit diesem Tag haben die unzähligen geopolitischen Krisen die Rendite wieder auf 0,203% abschmelzen lassen.

Schenkt man dem großen Bill Gross Glauben, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis der Euro-Bund-Future sich gen Süden verabschiedet. Bereits vor zwei Jahren hatte der auch als Bondkönig bezeichnete Mitbegründer der Anlagegesellschaft Pimco auf diese Strategie gesetzt. Damals haben allerdings die Notenbanken mit ihren Anleihekaufprogrammen ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch nun sieht er sich durch die Reduzierung der Ankaufvolumina seitens der EZB und der Bilanzsumme der Fed ermutigt, die Karte nochmals zu spielen. Man darf gespannt sein, ob er dieses Mal Recht bekommen wird.

Charttechnisch ergibt sich kurz vor den Osterfeiertagen folgendes Bild: Eine sehr stark ausgeprägte Widerstandslinie verläuft aktuell bei ca. 163,80% und eine erste Unterstützung hat sich im Bereich von 162,64% herausgebildet. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 163,47%.

Fitch glaubt an Trump

Zur Wochenmitte hat die Ratingagentur Fitch den USA ihr Spitzenrating bestätigt und damit die haushaltspolitischen Probleme der neuen US-Regierung außer Acht gelassen. Begründet wurde die Bonitätseinstufung mit der gestiegenen Bedeutung als Reservewährung und die weiteren Argumente könnten auch aus dem Wahlkampfprogramm von D.T., dem Unberechenbaren, stammen (die Wirtschaft ist groß, reich und vielfältig, usw.). In diesem Zusammenhang wurde auch der Kapitalmarkt als einer der liquidesten bezeichnet und entsprechend stark in Anspruch genommen. Neben den üblichen Geldmarktpapieren mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten im Gesamtvolumen von 127 Mrd. USD wurden noch T-Notes mit Fälligkeiten in 3 bzw. 10 Jahren sowie 30-jährige T-Bonds für zusammen 56 Mrd. USD aufgelegt.

In Euroland hat in der Karwoche Rom die Hauptrolle für sich beansprucht. Über 60% der in dieser Zeit begebenen Titel betreffen die Refinanzierung Italiens und die restlichen ca. 6 Mrd. € teilen sich die Länder Irland (A1HHG1 / 2023 ; A18WS0 / 2026), Niederlande (A1G12E / 2033) Portugal (A1Z6CE / 2022 ; A1ZU1M / 2025) und Deutschland (110241 / 2027). Angestrebt war eine Aufstockung der aktuellen 10-jährigen deutschen Benchmark-Anleihe um 3 Mrd. € auf inzwischen 17 Mrd. €. Die Zuteilung der überzeichneten Staatsanleihe erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,21% und lediglich ca. 565 Mio. € wurden zur Marktpflege zurückgehalten.

Politische Eiszeit beeindruckt den Rubel nicht

In einer verkürzten Handelswoche und unmittelbar vor den Osterfeiertagen fehlen am Devisenmarkt die entscheidenden Impulse, um für größere Kursbewegungen zu sorgen.

Nach wie vor scheiden sich bei der europäischen Gemeinschaftswährung die Geister, denn einerseits ist man in den USA nicht an einem schwachen Euro interessiert und wird versuchen, dies zu unterbinden. Andererseits prognostiziert die Deutschen Bank für Euro-Dollar im Laufe des Jahres eine Annäherung an die Parität. Begründet wird diese Sichtweise mit einer stärkeren US-Konjunktur sowie der Ungewissheit um die politischen Wahlen in Europa, insbesondere richtet sich da die Aufmerksamkeit der Investoren nach Frankreich. Noch handelt der Euro allerdings deutlich oberhalb der Parität und zwar bei ca. 1,0655 USD.

Ein Blick auf die Entwicklung der anderen Währungen offenbart die derzeitige Stärke und Robustheit des russischen Rubels, und das trotz der politischen Eiszeit sogar gegenüber dem US-Dollar. Im Verhältnis zum Euro hat es die Währung Russlands in den vergangenen Handelsmonaten geschafft, sich stetig zu verbessern und aufzuwerten. Anfang April konnte sie sogar kurzzeitig die Marke von 60 RUB unterschreiten und handelte zeitweise bei 59,5536 RUB. Zuletzt gelang ihr dies im Juni 2015. Diese Marke konnte der Rubel aber nicht lange verteidigen und handelt derzeit wieder bei 60,50 RUB.

In der Karwoche haben sich Privatanleger in Ermangelung neuer Erkenntnisse oftmals bedeckt gehalten, aber dennoch waren vereinzelt Aktivitäten in Bonds lautend auf US-Dollar, türkische Lira, norwegische Kronen sowie auch südafrikanische Rand zu registrieren.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Die Zinswelt steht Kopf

Dass die Welt am Zinsmarkt nicht mehr die alte ist, davon weiß die Finanzbranche längst ein Lied zu singen. Es ist nicht nur so, dass die Banken manchen Kunden schon Minuszinsen berechnen oder beim Geldabheben neue Gebühren erheben. Nein, nun ist mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt erstmals ein Institut dazu übergegangen, ihren Kunden einen Zuschuss zu zahlen, wenn sie bei der Bank einen Kredit aufnehmen. Zur Einführung beträgt dieser sogenannte Förderzuschuss 1% der Darlehenssumme. Er wird für Darlehen zu Top-Konditionen bei bestimmten Laufzeiten und Zinsbindungen gewährt. Der Betrag wird gemeinsam mit dem Darlehen ausgezahlt. Die Höhe und Ausgestaltung des Förderzuschusses will die Rentenbank in Zukunft an die Zinsentwicklung auf den Kapitalmärkten anpassen. Damit steht die Zinswelt vollends Kopf.

Auf der Passivseite ist in dieser Situation ein Ende der „Umsonstkultur“ zu erwarten, wie es Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret ausdrückt, weshalb er mit steigenden Bankgebühren in Deutschland rechnet. So gehen etwa immer mehr Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen dazu über, das Geldabheben am Automaten zu berechnen und die Gebühren für Girokonten zu erhöhen. Es ist also nur eine Frage der Zeit bis auch Überweisungen und Daueraufträge bei allen Kreditinstituten bepreist werden.

Allerdings müssten die Dienstleistungen und Produkte auch attraktiv sein, sonst würden Banken und Sparkassen dafür diese Preise nicht am Markt durchsetzen können, so Dombret gegenüber der „Welt“. Den Grund für die neue Gebührenpolitik der Banken machte er natürlich bei den niedrigen Zinsen aus. So sei es heute für Banken und Sparkassen nicht mehr möglich, allein durch die Unterschiede zwischen kurz- und langfristigen Zinsen Geld zu verdienen. „Der Bankensektor kann da nur Kosten senken oder Provisionen und Gebühren erhöhen”, machte Dombret klar. Ob die Gebühren dann im Falle wieder steigender Zinsen auch wieder verschwinden würden, sei eine Frage des Wettbewerbs, wie er sagte.

Vor diesem Hintergrund reden die wissenschaftlichen Berater von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries Klartext und warnen vor gravierenden Risiken, welche die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit sich bringt. Die Notenbank konzentriere sich fast ausschließlich darauf, durch die Senkung der Zinssätze die Kreditvergabe anzukurbeln und damit die Konjunktur zu beleben, heißt es in einem Gutachten des Wirtschaftsministeriums. Die Belastungen des Finanzsektors aber würden hinten angestellt, schließlich seien Zinssätze von null oder gar negative Zinssätze für das Finanzsystem aus verschiedenen Gründen sehr problematisch. Nach Angaben des Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Peters, haben die europäischen Banken im vergangenen Jahr ca. 4 Mrd. € in Form von Negativzinsen an die EZB gezahlt. Auf diese Weise wird die nötige Sanierung des Sektors gehemmt und bestimmte Probleme könnten sich sogar verschärfen. Unter anderem erzielen viele Finanzinstitutionen wie Versicherungen keine ausreichenden Gewinne mehr, um ihre Kosten decken zu können. Hinzu kommen laut der Experten die Risiken für etliche Unternehmen, wenn es schließlich zu einer Zinswende komme.

Einen Exit aus der expansiven Geldpolitik mahnte diese Woche auch EZB-Ratsmitglied Klaas Knot an. „So schnell wie möglich“ gelte es, das Anleihekaufprogramm herunterzufahren, womit er meint, mit dem Tapering im Januar 2018 zu beginnen. Von da an könnten die Anleihekäufe schrittweise um monatlich 10 Mrd. € reduziert und dann Mitte kommenden Jahres auslaufen. Konkreter hat es tatsächlich noch keiner aus der EZB gesagt. Deutet man die weiteren Zeichen aus dem Hause der Notenbank richtig, so dürfte erst dann, wenn das Anleihekaufprogramm auf null heruntergefahren ist, mit Leitzinsanhebungen zu rechnen sein. Entsprechendes hatten mehrere Ratsmitglieder lanciert. Früheren Spekulationen über eine Zinsanhebung vor Auslaufen des Ankaufprogramms, die seitens der EZB selbst gestreut worden waren, wurde damit eine Absage erteilt.

Betrachtet man das niedrige Zinsniveau in kurzen Bundlaufzeiten, so deutet derzeit ohnehin nichts auf eine baldige Zinserhöhung hin. Denn mit minus 0,80% und damit 40 Basispunkte unter dem Einlagenzins der EZB verharrt die zweijährige Bundrendite auf extrem niedrigem Niveau.

Bonds der Deutschen Bank kurz vor Ramschniveau

Wenn das der Grand­sei­g­neur der Deutschen Bank, Hermann Josef Abs (1901 – 1994), noch erfahren hätte, er hätte sich im Grabe umgedreht: Bestimmte Schuldentitel des deutschen Bankhauses sind dem Etikett „Ramschniveau“ empfindlich nahe gerückt.

So hat die Ratingagentur Standard & Poor’s Bonds der Deutschen Bank über 58 Mrd. € auf „BBB-“ herabgestuft, womit sie gerade noch als Investment Grade gelten, also als investitionswürdig. Auf dieses Level hat die Ratingagentur die klassischen Anleihen der Deutschen Bank („erstrangig unbesichert“) herabgestuft. Auch die entsprechenden Bonds der Commerzbank über 15 Mrd. €, die des HRE-Nachfolgers Pfandbriefbank oder der Hypo-Vereinsbank (Unicredit) wurden schlechter bewertet.

Das Downgrade der erstrangigen Anleihen war in der S&P-Mitteilung zunächst leicht zu übersehen, weil gleichzeitig die Emittentenratings angehoben wurden. Diese haben sich bei Deutscher und Commerzbank nämlich jeweils von „BBB+“ auf „A–“ verbessert. Die höhere Bonität für die Emittenten wurde von S&P mit dem seit Jahresanfang in Kraft getretenen Abwicklungsmechanismusgesetz (AbwMechG) begründet, mit dem sich der Verlustpuffer deutscher Banken deutlich erhöht. Schließlich sind damit die Gläubiger besser geschützt. Dieser Verlustpuffer aber wird deshalb größer, weil im Abwicklungsfall die erstrangigen Anleihen der Institute haften müssen. Damit erhöht sich natürlich das Risiko dieser Titel für Anleger. Und dies ist auch der Grund, weshalb die Ratingagenturen diese Bonds herabgestuft haben.

Mit dem AbwMechG hat die Bundesrepublik die EU-Abwicklungsrichtlinie umgesetzt. Damit soll sichergestellt werden, dass künftig kein Steuerzahler mehr für eine Bankenpleite haften muss. Daher müssen Banken einen ausreichend hohen Verlustpuffer aufbauen. Laut EU-Regeln für die Bankenabwicklung müssen zunächst die Eigentümer, die Anleihegläubiger und Kundeneinlagen über der gesetzlichen Sicherungsgrenze von 100.000 € die Verluste für 8% der Bilanzsumme abdecken. Danach kann der von den Banken gespeiste Abwicklungsfonds herangezogen werden.

Um die deutschen Banken in die Lage zu versetzen, den erforderlichen Verlustpuffer schnell darstellen zu können, wurden die erstrangigen Anleihen durch das Gesetz schlechter gestellt. Andernfalls hätte beispielsweise die Deutsche Bank neue Bonds mit höherem Risikoprofil und damit höherem Kupon in Höhe von 23 Mrd. € emittieren müssen.

Wer investiert am meisten Geld in Griechenland?

Am morgigen Freitag ist es wieder soweit. Die Euro-Finanzminister treffen sich in Valletta, der Hauptstadt Maltas. Eigentlich wollte man sich an diesem Tag über das immer noch auf dem Spielplan stehende griechische Drama austauschen, aber in Ermangelung einer Lösung zwischen Athen und den europäischen Institutionen kann bzw. muss man sich anderen Themen widmen.

Denn am Samstag stoßen die restlichen EU-Finanzminister zu diesem illustren Kreis, um sich u.a. mit der Bekämpfung der Steuerumgehung und notleidenden Krediten bei europäischen Banken zu beschäftigen. Daher ist noch völlig offen, wann in der Causa Hellas eine Lösung gefunden werden kann. Insbesondere der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble beharrt auf den zugesagten Reformen seitens Griechenlands und widerspricht sehr deutlich den jüngsten Äußerungen von Bundesaußenministers Sigmar Gabriel. Dieser hatte bei seinem Besuch in Athen ein Entgegenkommen der Geldgeber signalisiert und sich somit den Unmut seines Kabinettskollegen zugezogen. Denn jede vereinbarte und nicht umgesetzte Reform kostet die Staatengemeinschaft unterm Strich zusätzliches Geld.

Doch da der politische Rückhalt des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und seiner Partei Syriza von Tag zu Tag schwindet, sollte mit Hochdruck an einem Kompromiss gearbeitet werden. Bei einigen Punkten hat der Internationale Währungsfonds (IWF) bereits ein Entgegenkommen signalisiert, aber die Rentenreform steht nicht zur Diskussion. Sollten die Verhandlungen daran scheitern, dann müssen unter Umständen auch andere Teile des Pakets neu verhandelt werden. Die Schuld an dieser Misere ist allerdings auch zu einem großen Teil der mangelhaften Steuereintreibung in Griechenland geschuldet, da somit die finanzielle Bewegungsfreiheit fehlt. Immer nur den Armen noch weitere Lasten aufzubürden ist eine Strategie, welche zum Scheitern verurteilt ist. Das macht sich nicht zuletzt in den gestiegenen Umfragewerten der Oppositionspartei Nea Dimokratia bemerkbar.

Dabei fällt auch nicht positiv ins Gewicht, dass nach Angaben der EU-Kommission seit Juli 2015 mehr als 10 Mrd. € an EU-Fördergelder geflossen sind, was wiederum ca. 6% des griechischen Bruttoinlandprodukts entspricht. Somit sind die EU-Fonds inzwischen zu den größten öffentlichen Investoren in Griechenland geworden. Sollte es infolge gescheiterter Verhandlungen zu Neuwahlen in Griechenland kommen, so würde nur das griechische Drama um einen weiteren Akt erweitert werden und noch mehr Geld Richtung Athen fließen.

Trump kuschelt mit der Wall Street

US-Präsident D. T., der Unberechenbare, hat mal wieder ein Versprechen abgegeben. Diesmal gegenüber den Banken, denen er eine Deregulierung angekündigt hat, die „weit über die Empfehlungen“ hinausgehen soll und „sehr gut“ für die Branche sein werde. So will Donald Trump die Bankenregulierung, die von der US-Regierung unter Barack Obama als Antwort auf die durch Banken und Versicherungen ausgelöste Finanzkrise 2008 eingeführt wurde, rückgängig machen. Natürlich gab es Beifall von den Investmentbankern der Wall Street aus den Häusern JPMorgan Chase und Goldman Sachs.

Gleichzeitig aber gab es Kritik von der Rating-Agentur Standard & Poor’s, die davor warnte, die mühevoll eingezogenen härteren Kriterien für Banken und deren vergebenen Kredite sowie Verhaltensweisen wieder aufzuweichen. Dies würde den Versuch, die Wirtschaft vor einem zweiten 2008 zu schützen, ins Gegenteil verkehren. Immerhin hatten die US-Steuerzahler 2008 weit über 800 Mrd. US-Dollar Stützungsgelder den amerikanische Banken und Versicherungen zahlen müssen.

Skeptisch äußerte sich auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret zu dem Vorhaben Trumps. Es gebe allerdings derzeit zu wenige Fakten, um eine Deregulierung in den USA seriös beurteilen zu können. Ein Regulierungswettlauf aber würde langfristig allen schaden, sagte er. Dombret bezeichnete es als eine Illusion zu glauben, mit lax regulierten Banken ein stabiles System schaffen zu können.

Risikofaktor Notenbanken

Es sind die Notenbanken, welche die nächste Finanzkrise auslösen könnten. Diese Gefahr sieht der deutsche Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser. Die Zentralbanken, die in der Finanzkrise 2008 noch die Retter waren, seien inzwischen selbst zur Gefahr geworden, sagte er gegenüber der „Welt“. Der Grund: Die Notenbanken würden immer stärker das Vertrauen, das wir in ihre Geldpolitik setzen, missbrauchen, indem sie darüber hinaus Finanzpolitik betrieben, ohne dazu ein Mandat zu haben.

Verschärfend kommt hinzu, dass die Notenbanken vollgepumpt sind mit Staatsanleihen, mit denen auch die Schulden der Welt finanziert werden. Doch die übertreffen mittlerweile die globale Wirtschaftsleistung um mehr als das Dreifache. Wie das Institute for International Finance in Washington mitteilte, sind die weltweiten Schulden im vergangenen Jahr um 7,6 Billionen auf 215 Billionen US-Dollar gewachsen. Die Summe entspreche 325% der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Besondere Sorge macht den Experten der „spektakuläre Anstieg” auf 55 Billionen US-Dollar in den Schwellenländern, weil vor allem Unternehmen außerhalb der Finanzbranche mehr Verbindlichkeiten aufnahmen. Aufgrund der Zinsentwicklung, die weltweit eher nach oben gerichtet ist, sei dies „ein wachsender Grund zur Sorge”.

Der größte Teil der weltweiten Schulden geht allerdings auf das Konto der Industriestaaten, die mit insgesamt 160 Billionen US-Dollar in der Kreide stehen, was fast dem Vierfachen des Bruttoinlandsproduktes dieser Länder gleichkommt. Grund für die Entwicklung ist vor allem die wachsende staatliche Verschuldung, die sich beispielsweise in den USA und in Großbritannien seit 2006 mehr als verdoppelt hat. In den westeuropäischen Ländern und in Japan ist ein Anstieg um ca. 50% zu beobachten.

Innogy elektrisiert

Nachdem in den vergangenen Tagen am Primärmarkt für Unternehmensanleihen nur wenige Highlights zu vermelden waren, konnte am gestrigen Nachmittag die Neuemission der Innogy Finance die Erwartungen des verantwortlichen Finanzchefs übertreffen. Es handelt sich hierbei um die erste Emission dieses noch jungen Unternehmens.

Gepreist wurde die 750 Mio. € schwere Anleihe (XS1595704872) bei +55 bps über Mid Swap, was einem Emissionskurs von 99,466% entsprach. Die Endfälligkeit ist auf den 13.04.2025 terminiert und während dieser Zeit werden jährlich 1% als Zinsen gezahlt. Über die Mindeststückelung von 1.000 € werden sich die Privatanleger sicherlich gefreut haben.

Einen höheren Kupon (1,625%) bei gleicher Laufzeit bietet die RCI Banque den Anlegern. Die Anleihe über 600 Mio. € ist am 11.04.2025 fällig und wurde mit 99,703% gepreist. Damit ergab sich für den mit einer 1.000er Stückelung und einer Make Whole Option ausgestatteten Bond ein Emissionsspread von +113 bps über Mid Swap.

Mit der gleichen Stückelung hat auch das deutsche Bergbauunternehmen K+S die Anleger beglückt. Dieser Bond (A2E4U9) mit einem Volumen von 400 Mio. € ist am 06.04.2023 endfällig, mit einem Kupon von 2,625% und ebenfalls mit einer Make Whole Option ausgestattet. Der Emissionspreis wurde mit 100% fixiert, was wiederum einem Emissionsspread von +289,8 bps über Bund gleichkam.

QE als doppelter Boden. Doch wie lange noch?

Nachdem man in der vergangenen Woche noch rätselte, warum die Anleger trotz steigender Aktienkurse verstärkt in deutsche Staatsanleihen investierten, hat sich inzwischen eine Vielzahl an Gründen herauskristallisiert. Zum einen waren es Äußerungen von verschiedenen EZB-Notenbankern, die angesichts der rückläufigen Inflationsraten ein Beibehalten der niedrigen Zinsen über das Jahresende hinaus in Aussicht stellten. Zum anderen wirft die Unsicherheit bezüglich des Wahlausgangs in Frankreich ihre Schatten voraus. Doch sollte sich der geneigte Beobachter auch die Frage stellen: Was passiert eigentlich mit dem Sorgenbarometer, wenn es auf der Aktienseite zu echten Gewinnmitnahmen kommt?

Diese Frage kann nicht eindeutig beantwortet werden, da zwar in der Physik das dritte Newtonsche Gesetz „actio gleich reactio“ zum Einsatz kommt, aber die Börse eigene Gesetzmäßigkeiten aufweist. Die Fallhöhe - sprich die aktuell zu erzielenden Renditen - hat keinen unerheblichen Einfluss auf das Anlegerverhalten. Somit sind in der momentanen Konstellation auch gleichzeitig fallende Notierungen am Aktien- und Rentenmarkt vorstellbar.

Doch vorerst werden die Anleihekaufprogramme (QE) und die ungebrochene Nachfrage der Kapitalsammelstellen nach Bonds einen doppelten Boden darstellen. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei ca. 162,55%. Da wir allerdings keine Seismographen an den Finanzmärkten zum Einsatz bringen können und uns zugleich vor einem Erdbeben an den Finanzmärkten schützen möchten, bedienen wir uns in solchen Phasen sehr gerne der Charttechnik.

Momentan verläuft eine leichte Widerstandslinie bei 162,72% (Hoch vom 4.4.) und eine kräftigere bei ca. 163,12% (Hoch vom 24.02.). Sollte dieser Bereich nicht getestet werden, sondern Absicherungsmaßnahmen den Euro-Bund-Future unter Druck setzen, so ist eine erste Unterstützungslinie bei ca. 161,69% und eine weitere bei ca. 161% zu registrieren.

Euroland ohne zusätzlichen Bedarf

In dieser Handelswoche wurden lediglich T-Bills mit Fälligkeit in 4 Wochen bzw. 3 und 6 Monaten im Gesamtvolumen von 127 Mrd. USD aufgelegt. Für die kommende Woche sind zusätzlich auch Anleihen mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren geplant.

In Euroland waren am Primärmarkt vier Staaten aktiv und stellten interessierten Investoren Material für ca. 18 Mrd. € zur Verfügung, was in etwa den Rückzahlungen entsprach. Zuerst stockte am Dienstag Österreich zwei Anleihen (A188ES / 2023 ; 193811 / 2027) um insgesamt ca. 1,5 Mrd. € und Deutschland die inflationsindexierte Anleihe (103056 / 2026) um 1 Mrd. € auf. Die Zuteilung des Linkers, der jetzt ein Emissionsvolumen von 10,5 Mrd. € hat, erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -1,07%. Zur Wochenmitte wurde zusätzlich das Volumen der aktuellen, fünfjährigen Bundesobligation (114175) um 4 Mrd. € auf 12 Mrd. € erhöht. Die Zeichnungsaufträge erreichten nicht ganz das angestrebte Volumen, so dass nach der Zuteilung, bei einer Durchschnittsrendite von -0,45%, ein Betrag von 777 Mio. € in die Marktpflege eingebucht wurde. Den Schlusspunkt setzen am heutigen Donnerstag noch Frankreich (A19FUW / 2027 ; A1Z7JJ / 2031) und Spanien (A1ZLR2 / 2020 ; A1ZJHS / 2024 ; A19CK5 / 2027 ; A1AM06 / 2041) mit diversen Emissionen.

Präsident Zuma knockt ZAR aus

Die europäische Gemeinschaftswährung hat im März eine beeindruckende Performance hingelegt. Zum Ende des Monats ging ihr allerdings etwas die Luft aus und der Start in den April fiel ziemlich ernüchternd aus.

Der Höhenflug des Euro ist also vorerst gestoppt und der Greenback erfreut sich einer Beliebtheit, die nicht seiner Wirtschaftskraft entspricht. Sehr deutlich wird dies bei einem Blick auf den Anteil des US-Dollars an den globalen Devisenreserven. Ende 2016 hielten die Zentralbanken ca. 64% ihrer Reserven in USD. Auf Grundlage der Wirtschaftsleistung würden eher 44% als angemessen zu erachten sein. Es ist schon ein Pardoxon, wenn das Land mit den meisten Schulden zugleich die Welt-Leitwährung Nr. 1 stellt. Aber manchmal ist es nicht die eigene Stärke, sondern die Schwäche der anderen, die sich im Devisenkurs widerspiegelt. Zur Stunde hat sich der Euro wieder etwas stabilisieren können und handelt um die Marke von 1,0675 USD.

Wie in der Woche zuvor steht die Währung Südafrikas im Mittelpunkt des Handelsgeschehens. Nach der vollzogenen Entlassung von Finanzminister Pravin Gordhan kam der südafrikanische Rand nochmals gewaltig unter Druck und hatte massive Verluste zu verzeichnen. Unmittelbar darauf reagierte die Ratingagentur S&P und stufte das Land wegen der politischen Unsicherheit auf Ramsch-Niveau herunter und setzte sogar den Ausblick auf negativ. Somit war der freie Fall der heimischen Währung gegenüber dem Euro nicht verwunderlich. Innerhalb nur weniger Handelstage verbilligte sich der Rand zum Euro von 13,3792 ZAR (27. März) bis auf 14,87 ZAR (04. April) und markierte damit ein neues Jahrestief. Inzwischen hat sich die Währung jedoch leicht erholen können und handelt derzeit bei einem Wechselkurs von ca. 14,78 ZAR.

Auf der Suche nach rentablen Investments standen in dieser Berichtswoche vornehmlich Währungsanleihen in US-Dollar auf den Kauflisten. Aber auch Fremdwährungsanleihen in südafrikanischen Rand, türkischer Lira und norwegischer Krone fanden ihre Käufer.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

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Herausgeber:

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Die EU ist kein Golfclub

Neun Monate nach dem Brexit-Referendum hat Premierministerin Theresa May für Großbritannien nach über 40-jähriger Mitgliedschaft die Scheidungspapiere in Brüssel eingereicht. Zwei Jahre an harten Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU) stehen nun bevor. Gut präpariert ziehen 30 EU-Spitzenbeamte unter Führung von Michel Barnier in den gerne als Rosenkrieg bezeichneten Verhandlungsmarathon. „Taskforce 50“ nennt man in Brüssel Barniers Truppe in Anspielung auf Artikel 50 des Lissabon-Vertrages, der den Austritt eines Landes regelt. Und weil die Briten wegen des geplanten Abschieds zunehmend unter Druck geraten, wird schon über Hintertürchen spekuliert, die dem Vereinigten Königreich doch noch einen Exit vom Brexit, den sogenannten Br-re-exit, ermöglichen könnten.

Zeitlich hat Barnier die Daumenschrauben bereits angezogen. Bis Ende März 2019 soll Großbritannien aus der EU ausscheiden – eine Frist, die rein rechtlich aber auch verlängert werden kann. Dabei will er zuerst über die Scheidungsbedingungen verhandeln, erst dann über die Beziehungen zu UK nach der Scheidung. Wichtig ist, dass von dem Prozess, der uns wohl die nächsten zwei Jahre beschäftigen wird, keine falschen Signale ausgehen. Will heißen, man darf es den Briten nicht zu leicht machen, sonst könnte man andere Mitglieder zum EU-Austritt geradezu ermuntern.

Deshalb macht Brüssel immer wieder klar, dass London wohl eine hohe Zeche zu zahlen hat. Um die 60 Mrd. € nennen Leute wie Inge Gräßle (CDU), Leiterin des Haushaltskontroll-Ausschusses im EU-Parlament. Es sei ja nicht so, dass man aus der EU austreten könne wie aus einem Golfclub, indem man die Mitgliedschaft kündige und dann sei man raus, meint sie. Stellt man Zahlungsverpflichtungen dem britischen Anteil am Vermögen der EU, zu dem auch 47.000 Flaschen Wein zählen, gegenüber, kommt man auf mindestens 57 Mrd. €, die London an Brüssel zu zahlen habe, rechnete diese Woche Gräßle der „Stuttgarter Zeitung“ vor.

Bis mindestens 2023, fordert die EU, müsse Großbritannien noch für gemeinsam beschlossene Projekte aufkommen. Und auch für die Pensionen ehemaliger EU-Beamter, die bis jetzt von den Briten mitbezahlt werden, muss eine Lösung her. Das „No-Deal-Szenario“, das der britische Außenminister Boris Johnson lapidar ins Spiel gebracht hatte, komme nicht in Frage, machte Barnier klar.

Was wären denn die Folgen, träte Großbritannien ohne Abkommen aus der EU aus? Ein Chaos wäre zu erwarten. Schließlich würden überall dort, wo bisher die EU zuständig ist, etwa in der Wirtschaftspolitik oder dem Wettbewerbsrecht, fehlende Verträge zwischen Großbritannien und den anderen Ländern für ein Vakuum sorgen. In zeitraubenden Neuverhandlungen mit der EU, den USA und allen anderen Staaten müsste London bilaterale Abkommen vereinbaren.

Zusätzlicher Druck auf London ist im Norden und Nordwesten von Großbritannien entstanden. Nicht nur, dass die Schotten auf ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich drängen. Auch in Nordirland rumort es ja bekanntlich, weil dort eine EU-Außengrenze zu der Republik Irland entstehen würde. Sollten also Schottland und Nordirland die nationale Unabhängigkeit suchen, würde dies die Wahrscheinlichkeit eines Exits vom Brexit erhöhen, wie manche Beobachter suggerieren. Natürlich hätte London dann die Möglichkeit, die Reißleine zu ziehen und seine Austrittsabsicht zurückzunehmen. Am Ende wäre ein für Großbritannien teuer bezahlter Brexit die schlechtere Variante als ein Rückzug vom EU-Austritt, den man dann nur noch gesichtswahrend dem eigenen Volk verkaufen müsste.

Als Anker des vom Kontinent abdriftenden Schiffs „HMS UK“ könnte sich ja vielleicht die Europäische Investitionsbank (EIB) erweisen. So gelten die rund 39 Mrd. € Gründungskapital der Briten als Verhandlungsmasse mit der EU. Wie Gräßle sagt, müsse der, der die EU verlässt, auch raus aus der EIB. Aber dazu steht nichts geschrieben. Blieben die Briten also bei der EIB mit an Bord, könnte sich dies als ein verbindendes Element für die Zukunft entpuppen.

EZB kommt britischen Banken entgegen – aber nur bei den Fristen

Verlässt Großbritannien den EU-Binnenmarkt, müssen in London ansässige Kreditinstitute rechtlich selbstständige Töchter mit Sitz in einem EU-Staat haben. Denn im Falle eines harten Brexits würden die Banken in der City of London den EU-Pass einbüßen - und damit den Zugang zum europäischen Markt. Briefkastenfirmen, bei denen die Geschäfte weiter von London aus geführt werden, wollen Brüssel und die EZB nicht akzeptieren. Es müssten ausreichend Mitarbeiter vor Ort arbeiten, heißt es.

Was den zeitlichen Rahmen angeht, will die Europäische Zentralbank (EZB) den britischen Banken entgegenkommen. Um die Anforderungen der EZB zu erfüllen, werde es Übergangsfristen geben. Das könnten, je nach Bank, Monate oder Jahre sein, so die Vize-Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Sabine Lautenschläger. In der Sache aber will die EZB hart bleiben. Man werde nur gut kapitalisierten und gut geführten Banken Lizenzen gewähren, versichert Lautenschläger.

Auch Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling hat auf die Folgen eines harten Brexits ohne Übergangsregelungen hingewiesen. In einem solchen Fall könnten „grenzüberschreitend geltende Genehmigungen und Zulassungen erlöschen”, sagte Wuermeling der “Süddeutschen Zeitung”. Wenn dann Finanzprodukte nicht mehr über den Ärmelkanal hinweg ausgetauscht würden, könnte dies die Funktionsfähigkeit der Märkte beeinträchtigen.

Beide, Lautenschläger wie Wuermeling, warnen davor, dass der Ausstieg Großbritanniens aus der EU zu einer Aufweichung der internationalen Finanzmarktregeln führen könnte. Diese Gefahr eines Unterbietungswettlaufs bei der Bankenregulierung besteht vor allem dann, wenn die Brexit-Gespräche nicht konstruktiv verlaufen und die Briten in Versuchung geraten, die Regulierungsstandards massiv zu lockern, um sich einen Wettbewerbsvorteil für London zu schaffen.

Notenbanken mussten retten, wollen aber nicht Retter sein!

Die Geldpolitik der Notenbanken verfolgt unterschiedliche Ziele. Eines davon ist es, Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung zu nehmen. Die Rolle des Wirtschaftsretters aber, die man den Notenbanken inzwischen auch zuschreibt, war allerdings von ihnen selbst nie in dieser Form angestrebt worden, sondern lediglich das Ergebnis einer weltweit halbherzigen, bisweilen „feigen“ Regierungspolitik. So hat beispielsweise der EZB-Chefvolkswirt Peter Praet jüngst zu verstehen gegeben, dass man auf eine solche Krise, wie die derzeitige, nicht vorbereitet und zum Handeln gezwungen war. In ähnlicher Weise äußerte sich auf der gleichen Veranstaltung in Madrid auch der Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago, Charles Evans, zu diesem Thema. Für die Notenbanker entpuppt sich die aktuelle expansive Geldpolitik als ein Fluch.

Allerdings ist die Finanzwelt noch immer auf die Unterstützung der Zentralbanken angewiesen. Dies wurde erst am vergangenen Donnerstag überdeutlich, als erneut eine Finanzspritze größeren Ausmaßes verabreicht wurde. Ursprünglich wurde mit einer Zuteilung von ca. 125 Mrd. € im Rahmen des „TLTRO II“ gerechnet, aber tatsächlich zugeteilt wurden zum Nulltarif 233,47 Mrd. €. Vor dem Hintergrund eines möglichen Endes der ultralockeren Geldpolitik hat man seitens der Finanzbranche die Möglichkeit genutzt, sich billiges Geld für vier Jahre zu sichern. Bei dem ersten derartigen Geschäft am 24.06.2016 wurde die Nachfrage von 514 Kreditinstituten über insgesamt 399,289 Mrd. € gestillt. Beim zweiten am 22.09.2016 wurden nur noch 45,27 Mrd. € für 249 Häuser benötigt. Und kurz vor Weihnachten beim dritten wurden von 200 Instituten noch 62,16 Mrd. € nachgefragt. Bei dem bisher letzten Offenmarktgeschäft zu diesen Konditionen waren diesmal von 474 Banken Gebote abgegeben worden.

Dass es der deutschen Wirtschaft im Vergleich zu vielen europäischen Ländern wirtschaftlich gut geht, ist hinreichend bekannt. Die erwarteten Wachstumsraten passen und in solchen Phasen sind zusätzliche Stimuli nicht unbedingt notwendig. Denn durch einen demografischen Wandel dürfte die Kapazitätsauslastung in den kommenden Jahren deutlich über dem „normalen“ Niveau liegen und somit Deutschland eine konjunkturelle Überhitzung drohen. Dies ist zumindest die Meinung von Stefan Kooths, dem Leiter des IWF-Prognosezentrums. Aus diesem Grund sollte in Deutschland auf alles verzichtet werden, was die Konjunktur zusätzlich stimuliert, Explizit nannte Kooths in diesem Zusammenhang eine expansive Finanzpolitik, was Herr Schäuble freudestrahlend zur Kenntnis genommen haben wird.

Trotzdem werden wir noch etwas warten müssen, bis die Zinsen in der Eurozone angehoben werden. Denn vielen Experten erscheint die Diskussion über den Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik noch verfrüht. Die Schweizerische Notenbank wird solche Statements nicht gerne hören, da sie zum Schutz der eigenen Währung, die Zinsen in einem solchen Umfeld nicht erhöhen kann. Ihr sind also die Hände auch weiterhin gebunden.

EZB erwägt riesige Bad Bank

Zunehmende Sorgen bereiten den Aufsehern der Europäischen Zentralbank (EZB) die faulen Kredite der Finanzinstitute im Euroraum. Die Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Danièle Nouy, schätzt das Volumen der ausfallgefährdeten Kredite im Euroraum auf über 900 Mrd. €, weshalb nicht zuletzt Investoren sich mit Engagements bei Banken zurückhalten. Umgekehrt kommen Unternehmen deshalb nicht so leicht an Kredite.

Nun hat die EZB neue Richtlinien in Kraft gesetzt, die für eine riesige Bad Bank den Weg ebnen könnten. Diese soll im Falle ihrer Umsetzung Kapital aus EU-Mitgliedsstaaten erhalten, aus denen Institute kommen, die von ihr Gebrauch machen wollen und sich zusätzlich durch eigene Anleihen finanzieren. Dann ist vorgesehen, dass die Bad Bank Kredite nicht zum Marktpreis, sondern zu ihrem realen wirtschaftlichen Wert aufkaufen soll. Der Verkauf wäre für die Finanzinstitute weniger schmerzhaft. Die EZB geht davon aus, die Kredite später zu höheren Marktpreisen wieder veräußern zu können. Sollte dies nicht möglich sein, sollen nicht die Staaten die Verluste übernehmen, die durch die Banken anderer Länder verursacht worden sind.

Der Haken an der Sache aber ist, dass die Marktpreise der faulen Kredite voraussichtlich oft gar nicht steigen werden. Dafür kann die Rechtslage verantwortlich sein. Aber auch der Umstand, dass viele faule Kredite bei Kleinunternehmern vorhanden sind, wo es kaum pfändbare Werte gibt.

Nein, anstatt eine riesige Bad Bank zu etablieren, sollte die EZB die Banken anhalten, ihre Schieflagen schneller anzugehen – und zwar eigenständig. Nur wer Tabula rasa macht, taugt für den Neuanfang.

Schäubles Beamte sehen Stundung von Hellas-Zinsen kritisch

Das Ministerium von Wolfgang Schäuble ist äußerst skeptisch wegen einer weiteren Stundung von Zinsen auf Hilfskredite der Euro-Partner für Hellas. In der Summe könnte der Umfang der zu stundenden Zinszahlungen bis 2040 ein Volumen von 120 Mrd. € umfassen. Dabei würde es sich faktisch um umfangreiche neue Kredite handeln, zitiert das „Handelsblatt“ aus einem internen Papier aus dem Finanzministerium.

Die Stundung von Zinsen, also die Verschiebung von Zahlungen in die Zukunft, gilt als eine der Möglichkeiten, mit denen die Euro-Partner die Schuldenlast von Hellas in Höhe von 180% der Wirtschaftsleistung „tragfähig“ machen können. Die Tragfähigkeit ist die Voraussetzung dafür, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) als Kreditgeber für Griechenland mit an Bord bleibt, worauf Schäuble massiv besteht.

Wie angeschlagen die griechische Wirtschaft, aber auch wie angespannt die Situation für die Bevölkerung ist, lässt sich auch an der Höhe der Kundeneinlagen bei Privatbanken ablesen. Diese sind nämlich so niedrig wie seit fast 16 Jahren nicht mehr. Wie die Zentralbank in Athen mitteilte, hatten Unternehmen und Haushalte im Februar mit insgesamt 119 Mrd. € rund 700 Mio. € weniger auf der hohen Kante als im Vormonat. Zentralbankchef Yannis Stournaras führt diese Entwicklung auf die wachsende Verunsicherung angesichts der schleppenden Reformverhandlungen mit den internationalen Geldgebern zurück.

VW mit Quattro-Paket

Nachdem Volkswagen wieder der weltweit größte Autobauer ist und Toyota damit auf den zweiten Platz verwiesen hat, wollte man auch am Primärmarkt Größe demonstrieren. So refinanzierten die Wolfsburger über ihr Tochterunternehmen ein Quattro-Paket an neuen Anleihen, allerdings mit einer Mindeststückelung von 100.000 €.

Die erste Tranche (A19E9R) wurde im Volumen von 2,5 Mrd. € als Floater (3M-Euribor + 0,35) mit einer Fälligkeit am 30.03.2019 zu 100,101% begeben. Die weiteren drei Anleihen der Volkswagen Intl. Finance wurden als Straight Bonds aufgelegt. Die Anleger, welche dem Unternehmen finanzielle Mittel (1,5 Mrd. €) bis zum 30.03.2021 zur Verfügung stellen, werden mit jährlichen Zinsen i.H.v. 0,5% entlohnt. Der Emissionskurs dieser Anleihe (A19E9S) wurde mit 99,614% fixiert, was einem Spread von +45 bps über Mid Swap entsprach. Die nächste Tranche (A19E9T) im Volumen von 1,5 Mrd. € hat eine Laufzeit bis zum 02.10.2023 und ist mit einem Kupon von 1,125% p.a. ausgestattet. Aufgelegt wurde der Bond bei 99,169% (+80 bps über Mid Swap). Der Quattro-Teil (A19E9U) mit der längsten Laufzeit (30.03.2027) hat ein Volumen von 2,5 Mrd. € und wird mit 1,875% p.a. verzinst. Der Emissionskurs von 98,913% bedeutete einen Spread von +115 bps über Mid Swap. So wurden insgesamt 8 Mrd. € von Volkswagen am Kapitalmarkt eingesammelt, trotz der vielen weiterhin ungelösten Probleme.

Mit BMW Finance N.V. hatte noch ein weiterer Autobauer die gleiche Intention und legte ebenfalls über sein Tochterunternehmen eine Dualtranche im Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. € auf. Bei diesen beiden Gattungen wurde allerdings eine Mindeststückelung von nominal 1.000 € gewählt, um auch den Bedürfnissen der Privatkunden gerecht zu werden. Zu gleichen Teilen auf beide Anleihen aufgeteilt, können die Investoren zwischen einer Anleihe (A19FK5) mit Fälligkeit 03.07.2020, einem Kupon von 0,125% sowie einem Emissionspreis von 99,828% (+13 bps über Mid Swap) und einer Fälligkeit am 3.04.2025 wählen. Diese Anleihe (A19FK6) ist mit einem jährlichen Kupon von 0,875% ausgestattet und wurde mit einem Kurs von 99,478% (+33 bps über Mid Swap) aufgelegt.

Ebenfalls im Sinne der Privatanleger hat HeidelbergCement eine Anleihe (A19FK2) mit der kleinsten handelbaren Nominale von 1.000 € aufgelegt. Der Bond ist am 07.04.2026 endfällig, mit einem Kupon von 1,625% und einer Make Whole Option ausgestattet. Der Emissionspreis wurde mit 99,626% festgestellt, was einem Spread von+144 über Bund entsprach.

Man muss nicht immer alles verstehen!

Standen am Tag vor dem Zinsentscheid in den USA noch die Zeichen auf einen fallenden Euro-Bund-Future, so hat sich seit diesem Zeitpunkt das Sentiment völlig gedreht und das Rentenbarometer klettert und klettert und klettert. Zu den Vorgaben an den Aktienmärkten passt die Entwicklung zwar in keinster Weise, aber manchmal muss man auch nicht alles verstehen. Aktien- und Rentennotierungen marschieren Hand in Hand gen Norden und lassen sich vorerst nicht aus dem Tritt bringen. Die Frage ist nur: Wie lange noch?

Denn ab dem 1. April wird die Europäische Zentralbank ihr Ankaufprogramm um 20 Mrd. € monatlich kürzen und das sollte zumindest die Situation am Sekundärmarkt etwas entspannen. Die Problematik einer seriösen Entwicklung an den internationalen Rentenmärkten rührt allerdings größtenteils aus der Ansammlung unterschiedlicher Faktoren her, die in dieser Form noch nie gleichzeitig zu registrieren waren. So sind weiterhin die Wahlen in Frankreich, der Brexit und die Unberechenbarkeit der US-Regierung die größten Unsicherheitsfaktoren und deshalb werden die Investoren sich nicht am Rentenmarkt verabschieden, sondern im Zweifelsfall in kleineren Mengen weiter investieren. Aus Mangel an Alternativen besteht also vorerst nur die Möglichkeit auf absehbare Zeit selektiv zuzukaufen.

Charttechnisch betrachtet mutierte die ursprünglich als Widerstand herausgebildete Linie bei 160,69% zur Unterstützungslinie und nach oben blickend, verläuft die Widerstandslinie bei 161,34%. Aktuell handelt das Sorgenbarometer der Eurozone bei 161,32% und spiegelt vielleicht auch nur die Fülle der Sorgen in Europa wider.

USA demonstriert Größe

Während sich in Euroland lediglich drei Emittenten um die Gunst der Investoren in Stellung bringen, werden in den USA trotz des Erreichens der Schuldenobergrenze endfällige Wertpapiere neu refinanziert. Dies hat zwar nur bedingt Auswirkung auf die Schuldenhöhe, aber dennoch lässt das dabei anstehende Volumen die interessierten Marktbeobachter aufhorchen. Am Geldmarkt wurden in dieser Handelswoche insgesamt 147 Mrd. USD mittels T-Bills mit Laufzeiten von 4 Wochen, 3 und 6 Monaten sowie 52 Wochen aufgelegt. In der Summe der neu emittierten T-Notes werden zusätzlich 101 Mrd. USD mittels vier Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen.

In der Eurozone haben sich lediglich Deutschland und Finnland mit einer (A185WG / 2023) sowie Italien mit diversen Aufstockungen am Kapitalmarkt präsent gezeigt. Hierbei ist bemerkenswert, dass Italien für weit mehr als 60% der angestrebten 15 Mrd. € verantwortlich ist. Die Zuteilung der am Dienstag von der Bundesfinanzagentur der Bundesrepublik Deutschland aufgelegten zweijährigen Bundesschatzanweisung (110467) erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,71%. Für die angebotenen 4 Mrd. € wurden allerdings lediglich Kaufaufträge von 3,193 Mrd. € eingereicht, was angesichts der kurzen Laufzeit überrascht. Dadurch haftet diesem Tender der Makel der „technischen Unterzeichnung“ an. Das Emissionsvolumen beläuft sich inzwischen auf 9 Mrd. € und aus der jetzigen Aufstockung wurden 1,107 Mrd. € in die Marktpflege eingebucht. An der grundsätzlichen Emissionsplanung für das zweite Quartal wird allerdings weiter festgehalten. Dem zufolge sind Mittelaufnahmen von 44 Mrd. € über Anleihen und ca. 2 Mrd. € als Linker geplant.

Donald Trump macht den Euro stärker!

Die Tage werden länger und der Frühling zeigt nun endlich sein wahres Gesicht. Viele Sonnenstunden und steigende Temperaturen sind die Folge.

Sonnige Aussichten gibt es nicht nur wenn man sich das Wetter betrachtet, sondern auch beim Blick auf die Kursentwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Monat März kann bislang für die Einheitswährung als sehr erfolgreich bezeichnet werden. So notierte der Euro gegenüber dem Greenback zu Monatsbeginn noch auf seinem bisherigen März-Tief bei 1,0495 USD. Seither hat der Euro stetig an Wert zulegen können und handelte zeitweise bei Kursen von 1,0906 USD. Damit konnte der Euro erstmals im neuen Jahr die Marke von 1,09 USD kurzzeitig überwinden. Dies entspricht dem höchsten Stand seit November 2016 als Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde. In der Folge begann die Trump-Rally beim US-Dollar und der Euro fiel auf ein 14-Jahres-Tief zu Jahresbeginn. Diese Rally scheint nun vorerst vorbei zu sein und der Euro schickt sich an, seine eigene Erfolgsstory zu schreiben. Ob das tatsächlich gelingt, wird sich zeigen. Heute Morgen startet die Einheitswährung nach den Kursgewinnen der Tage zuvor etwas schwächer und handelt aktuell um die Marke von 1,0750 USD.

Für einiges Aufsehen am Devisenmarkt sorgte dieser Tage die südafrikanische Landeswährung. Auf Sicht der vergangenen 12 Monate war der Rand die sich am besten entwickelnde Währung - mit +18,9% zum US-Dollar und sogar mit +22,7% im Vergleich zum Euro. Allerdings sorgte die Entlassung des Finanzminister Pravin Gordhan, der als Garant für finanzielle Stabilität des Landes galt, durch Präsident Jacob Zuma für einen kurzfristigen Zusammenbruch der Währung. Der südafrikanische Rand verlor deutlich an Wert und notierte zeitweise bei 14,2302 ZAR, nachdem er am Montag noch bei 13,3792 ZAR handelte und damit so fest wie zuletzt im Juli 2015.

In diesem Zusammenhang standen Währungsanleihen auf südafrikanische Rand im Fokus der Anleger. Darüber hinaus waren es Bonds lautend auf US-Dollar, türkische Lira, mexikanische Peso sowie russische Rubel, die ebenfalls rege nachgefragt wurden.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:

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Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Wachsende Zweifel an D. T.

Dass D. T., der Unberechenbare, die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage, wonach nur noch 37% der Amerikaner seine Arbeit als positiv bewerten, postwendend als „Fake News“ abtut, mag nicht verwundern. Offensichtlich aber weht dem US-Präsidenten der Wind doch stärker ins Gesicht, als er gemeinhin wahrhaben möchte. Nicht nur dass der Chef des FBI, James Comey, die Abhörvorwürfe gegen Vorgänger Barack Obama als „Nonsense“ brandmarkte und damit Trump der Lüge bezichtigte. Nein, auch die magische Kraft des Faktischen scheint sich gegen Trump zu wenden.

Da sorgen wachsende Zweifel an einer raschen Umsetzung seiner Wirtschaftspläne für Rücksetzer an der Wall Street. Investoren zweifeln daran, ob die neue Regierung die von ihr versprochenen Steuererleichterungen tatsächlich wird durchsetzen können. Manche reden schon von einem Ende der Trump-Rally. So fürchtet man am Markt, dass sich der Kongress in Washington zunächst in langwierigen Grabenkämpfen um die Rückabwicklung der unter Trumps Vorgänger Obama verabschiedeten Gesundheitsreform verlieren könnte.

Denn just dieser Schritt ist auch bei Republikanern umstritten, könnte die Trump’sche Gesundheitsreform doch dafür sorgen, dass bald viele Amerikaner nicht mehr krankenversichert wären. Entsprechend eisig ist derzeit der Wind, der den republikanischen Abgeordneten auf den aktuellen Town Hall Meetings von ihrer eigenen Klientel entgegenbläst. So haben die Haushaltsexperten des Kongresses das geplante Gesundheitsgesetz einmal durchgerechnet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Jahresbeiträge für die Krankenversicherung in den kommenden Jahren im Schnitt um bis zu 15% steigen würden. Weil aber die Sozialversicherung gleichzeitig drastisch zusammengestrichen werden soll, könnten bis 2026 rund 24 Millionen US-Bürger ihren Versicherungsschutz ganz verlieren.

Sorgen bereitet Trumps Politik auch dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Konkret sprechen die „Wirtschaftsweisen“ mit Blick auf die von Trump geforderten protektionistischen Maßnahmen als eine Gefahr für das globale Handelssystem und ein Risiko für die Weltwirtschaft. Die von den USA formulierte Kritik am deutschen Leistungsbilanzüberschuss wiesen die Experten zurück. Die deutschen Exporte in die USA übertrafen 2016 die Importe von dort um 49 Mrd. €. Der Überschuss sei zwar hoch, doch signalisiere er kein gesamtwirtschaftliches „Ungleichgewicht”, wie der Vorsitzende des Expertengremiums, Christoph Schmidt, sagte. Parallel dazu forderte er die Bundesregierung aber auf, Investitionen im Inland zu fördern und so einen Beitrag zu leisten, damit sich der Differenzbetrag zurückbildet.

Umgekehrt ist das Leistungsbilanzdefizit der USA 2016 noch einmal gestiegen – und zwar um 3,9% auf 481,2 Mrd. Dollar. Das entspricht bei der größten Volkswirtschaft der Welt 2,6% der Wirtschaftsleistung.

Der Brexit-Marathon kann beginnen

Voraussichtlich im März 2019 wird die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union (EU) zu Ende gehen. Dafür wird Premierministerin Theresa May am 29. März den Austritt ihres Landes aus der EU beantragen. Doch bevor der Brexit tatsächlich umgesetzt wird, steht den Experten auf britischer und EU-Seite eine regelrechte Mammutaufgabe bevor, müssen doch im Rahmen der Austrittsverhandlungen rund 21.000 EU-Regeln und -Gesetze erörtert werden.

Am 29. April wollen nun die Staats- und Regierungschefs der 27 verbleibenden EU-Länder bei einem Sondergipfel ihre Verhandlungslinie festlegen. Für EU-Ratspräsident Donald Tusk geht es dabei darum, das Scheidungsverfahren für die EU so wenig schmerzhaft wie möglich zu gestalten. Dazu gehört auch nach Meinung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass die Briten ihre finanziellen Pflichten gegenüber der EU erfüllen müssen und er ist davon überzeugt, dass dies am Ende auch die Regierung in London nicht ernsthaft in Frage stellen wird.

Ob das so sein wird, muss sich allerdings erst noch zeigen. Denn die Trennung der Finanzbeziehungen gilt als eine der schwierigsten Fragen bei den auf zwei Jahre angelegten Brexit-Verhandlungen. So fordert die EU von Großbritannien Gelder in der Größenordnung von bis zu 60 Mrd. €, weil das Land während seiner Mitgliedschaft langfristige Finanzverpflichtungen mitgetragen hat. Ein anderes Thema wird in diesem Zusammenhang auch die Beteiligung an der Europäischen Investitionsbank (EIB) sein. Hierbei könnten weitere 65 Mrd. € zu begleichen sein. Von zentraler Bedeutung werden aber auch die künftigen Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und umgekehrt der Briten in der EU sein.

Schon seit Längerem lassen sich die Probleme erahnen, welche die in London ansässigen Banken haben werden. Denn sie können ihr Geschäft mit Kunden aus der EU voraussichtlich nicht mehr von London aus betreiben, benötigen sie doch für Dienstleistungen wie Einlagen- und Kreditgeschäft künftig rechtlich selbstständige Tochterbanken mit Sitz in einem EU-Staat. Da aber noch keine konkreten Pläne über das „Wie“ des Brexits bestehen, ist auch noch nicht klar, welche Geschäftseinheiten in die EU verlagert werden müssen. Dennoch verlegen bereits mit Goldman Sachs und Morgan Stanley die ersten Investmentbanken Arbeitsplätze aus der britischen Finanzmetropole an andere Standorte. Auch wenn es sich hierbei zunächst einmal nur um mehrere Hundert Stellen handelt, sprechen manche Kommentatoren bereits vom Beginn eines „Exodus“. Und weil keiner weiß, wie es genau ausgeht, müssen die Institute alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.

Viel Licht und immer noch sehr viel Schatten in Euroland

Italien und Frankreich haben sich zu den großen Sorgenkindern der Europäischen Union (EU) entwickelt. Dies offenbart der sogenannte Euro-Monitor, welchen der Versicherungskonzern Allianz jährlich publiziert. Dabei handelt es sich um einen Indikator, der auf Basis von 20 Komponenten misst, wie gut die Länder der Euro-Zone wirtschaftlich aufgestellt sind. Während insbesondere Spanien einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht hat, stagnieren die beiden anderen Länder immer weiter oder fallen gar zurück.

In dieser Auswertung belegen Deutschland mit einem Rating von 8,1 Punkten und die Niederlande mit 7,5 Punkten die Plätze 1 und 2, während sich Spanien von Platz 15 auf 12 vorgearbeitet hat. Der Euro-Monitor berücksichtigt nicht nur das aktuelle Wirtschaftswachstum, sondern bezieht auch weitere Faktoren wie die Arbeitsproduktivität, die Exportstärke, den Leistungsbilanzsaldo und die staatliche sowie private Schuldenlast mit ein. Ziel sei es, die Ausgewogenheit und die Stabilität des Wachstums zu messen, sagt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.

Viele Länder haben laut dem Euro-Monitor in den vergangenen Jahren gute Fortschritte gemacht. Irland beispielsweise, das 2011 noch Rang 18 belegte, steht mittlerweile auf dem 10. Platz. Und selbst Griechenland und Zypern haben inzwischen die rote Laterne abgegeben und belegen aktuell Nummer 15 und 16. Neues vorletztes Land ist Frankreich, das seit 2011 von Platz 11 auf Platz 18 zurückgefallen ist, den es sich nun mit Italien teilt.

Beide Volkswirtschaften kommen beim Rating auf 5,4 Punkte, was für Italien sogar eine leichte Verbesserung gegenüber 4,9 Zählern von 2011 bedeutet. Doch fast alle anderen Länder haben sich in den letzten Jahren deutlich stärker verbessert, so dass Italien im Vergleich wieder zurückfiel. Der Wert von Frankreich dagegen stagniert, weshalb man schon von einem verlorenen Jahrzehnt sprechen kann. Hauptgrund für die schlechte Bewertung der beiden Letzten ist der Indikator Wettbewerbsfähigkeit. Obwohl die Geldpolitik der EZB seit Jahren darauf abzielt, den EU-Ländern Raum für Reformen zu schaffen, wurden diese Chancen nicht genutzt. Allianz-Volkswirt Heise stellte fest, dass die Bemühungen umso mehr nachgelassen hätten, je stärker die EZB durch Anleihenkäufe den Druck aus dem Kessel nahm.

Sollte Europa abgesehen von Italien und Frankreich seine wirtschaftliche Wiederauferstehung erleben, wäre dies wohl auch auf die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank zurückzuführen – so unbeliebt diese hierzulande auch ist. Doch vor der baldigen Einleitung der Zinswende dürfte die Zentralbank wegen des wirtschaftlichen Zustandes von Italien und Frankreich zurückschrecken. Schließlich handelt es sich dabei um zwei der größten Volkswirtschaften in Euroland.

Ob der Euro-Monitor der Allianz bei den EU-Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge auf der Agenda steht, ist nicht überliefert. Vielleicht sollte man die Ergebnisse mal der griechischen Delegation zeigen und anerkennend kommentieren. Denn die Regierung in Athen schießt mal wieder quer, indem sie die vorgesehene Erklärung, die am Samstag in Rom verabschiedet werden soll, in der jetzigen Form nicht mittragen will. Athen will den Konsens offenbar als Verhandlungsinstrument benutzen.

Die Notenbanken bleiben das Maß aller Dinge an den Finanzmärkten

Die Geldpolitik der Notenbanken wird auch in den kommenden Monaten das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten bestimmen. In den USA beispielsweise mehren sich nach der erst jüngst erfolgten Zinserhöhung die Stimmen, dass in diesem Jahr noch weitere zwei Zinserhöhungen erfolgen. Nach den Worten des Präsidenten der Fed von Dallas, Robert S. Kaplan, stellen insgesamt drei Zinserhöhungen in diesem Jahr ein vernünftiges Basisszenario dar. Die Fed-Präsidentin von Cleveland, Loretta J. Mester, kann sich sogar mit mehr als drei Zinssteigerungen anfreunden. Dies würde allerdings einen noch etwas steileren Zinsanhebungspfad bedeuten als von den Märkten bisher erwartet. Als Endpunkt dieses Pfades gilt weiterhin ein Leitzins-Niveau von 3%, das aber nur in einem konjunkturell intakten Umfeld erreicht werden kann.

Die Bank of England (BoE) hat hingegen in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag den bisherigen Leitzins und das Anleihen-Ankaufprogramm nicht angetastet. Jedoch ist infolge eines überraschenden Anstiegs der Februar- Konsumentenpreise auf 2,3% (Jahresbasis) und eines hohen Lohnwachstums mit einer Leitzinserhöhung in absehbarer Zeit zu rechnen. Denn bei einer weiteren Aufwärtsbewegung kann in den kommenden Monaten von einem Abgleiten der realen Einkommen in den negativen Bereich ausgegangen werden. Auch vor dem Hintergrund der zu verhandelnden Scheidung von Europa wird man um diesen Schritt seitens der Notenbank nicht umhinkommen. Bereits die jetzige Entscheidung wurde mit einer Gegenstimme gefällt, und es bleibt abzuwarten, ob und wann die Falken bei der BoE die Oberhand gewinnen.

Ein Geldpolitik-Wechsel ist zwar bei der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht im Sinne ihres Vorsitzenden, Mario Draghi, aber durch seine etwas unbedachte Äußerung bezüglich einer Beibehaltung der massiven Ankäufe bei gleichzeitiger Überprüfung des Leitzinses wurde zumindest ein Denkprozess bei den Marktteilnehmern angestoßen. Das österreichische Ratsmitglied Ewald Nowotny hat diese Überlegung nicht ins Reich der Fabelwesen verwiesen! Diese neue Sichtweise verdeutlicht, dass immer mehr Notenbanker in Europa die Notwendigkeit eines Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik erkannt haben. Diese Forderung des Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann ist hinlänglich bekannt und es scheint wie in der Kindererziehung zu fruchten, wenn man bei jeder Gelegenheit die negativen Aspekte anprangert.

Denn die unerwünschten Nebenwirkungen wie zum Beispiel das Risiko unsolider Staatsfinanzen werden inzwischen immer sichtbarer. Auch werden die niedrigeren Zinsen immer mehr zur Gefahr für die Finanzstabilität. Deutliche Worte fanden in dieser Woche auch die „Wirtschaftsweisen“ für die expansive Geldpolitik der EZB. Die anziehende Inflation und der Aufschwung in der Eurozone machten eine baldige Abkehr vom EZB-Kurs des billigen Geldes erforderlich, erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die Geldpolitik sei nach wie vor zu expansiv, schreiben die Wirtschaftsweisen in ihrer aktualisierten Konjunkturprognose. Aus diesen Gründen sollten die Währungshüter rund um EZB-Chef Mario Draghi die Beendigung ihres Ankaufprogramms „so bald wie möglich” einleiten.

Es ist also Zeit, die Märkte an eine dosierte Versorgung mit der „Droge“ Liquidität zu gewöhnen, um die Folgen eines Entzuges abzumildern. Wie stark die Finanzwirtschaft auf die Versorgung mit billigem Geld angewiesen ist, wird am heutigen Donnerstag bei der Zuteilung des voraussichtlich letzten T-LTRO II-Tender mit einer Laufzeit von 4 Jahren deutlich werden. Die aktuelle Zinsdiskussion wird sicherlich die Nachfrage nach „billigem“ Geld nochmals befeuert haben.

FTT vor dem endgültigen Aus?

Die vorerst letzten Wiederbelebungsversuche einer Finanztransaktionssteuer (FTT) gestalten sich schwieriger als von den Befürwortern gedacht. Bereits seit Jahren verhandeln die Finanzminister von zehn Staaten darüber. Wenn man den Worten des österreichischen Finanzministers Hans-Jörg Schelling Glauben schenken darf, dann ist ein Kompromiss zwar immer noch möglich, aber inzwischen wurde dem Projekt noch eine letzte, zweimonatige Frist gegeben. Sollte also bis Ende Mai keine Zustimmung aller „Mitspieler“ vorliegen, so ist das Projekt endgültig gestorben.

Die Probleme in der Eurozone sind zu gravierend, um sich auf Dauer mit einer solchen Problematik zu beschäftigen. Insbesondere vor dem Hintergrund des Brexits und einer damit einhergehenden Diskussion um den zukünftigen Finanzplatz Nr. 1 in Europa würde die EU-weite Einführung einer FTT London eher stärken als schwächen. Somit ist es der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, um eine neue Steuer einzuführen. Aber auch die Verhandlungen mit Griechenland zur Lösung im Schuldenstreit und die Weiterentwicklung des Euro-Rettungsschirms ESM zu einem Europäischen Währungsfonds sind von elementarer Bedeutung.

Auf dem Highway ist die Hölle los

Diesen Kultfilm aus den 80er Jahren mit Burt Reynolds kennen wohl die meisten von uns und so mancher Investor wird sich am Ende der vergangenen Woche die Augen gerieben haben. Denn nach der Verkündung der Notenbanken-Zinsentscheide legten viele Emittenten ihre abwartende Haltung ad acta und drückten das Gaspedal durch. So refinanzierte sich SCA Hygiene AB gleich mit einer 4-fach Tranche, Engie SA und Veolia Environnement SA mittels einer Dual-Tranche sowie Spie SA mit einer 600 Mio. € schweren Anleihe am Kapitalmarkt.

SCA Hygiene AB, ein schwedischer Hersteller von Zellulose- und Papierprodukten, konnte insgesamt 2 Mrd. € einsammeln. Der erste 300 Mio. € schwere Bond (A19E12) ist am 27.11.2018 fällig und hat einen Kupon von 0%. Emittiert wurde zu 100,013%, was einem Spread von +13 bps über Mid Swap gleichkam und somit für Privatinvestoren uninteressant erscheint. Mit der zweiten Anleihe (A19E13), die am 28.03.2022 fällig ist, sammelte das Unternehmen mit Sitz in Stockholm 600 Mio. € ein. Der Investor erhält jährlich Zinsen in Höhe von 0,625% und der Emissionspreis belief sich auf 99,608% (+45 bps über Mid Swap). Die dritte Tranche (A19E14) mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,125% ist ebenfalls 600 Mio. € schwer und am 27.03.2024 endfällig. Der Ausgabepreis wurde bei 99,786% fixiert, was einem Spread von +65 bps über Mid Swap entsprach. Komplettiert wird das Ganze durch einen 10-jährigen Bond (A19E15). Mit dieser Tranche sammelte das Unternehmen 500 Mio. € zu einem jährlichen Zins von 1,625% ein. Ausgegeben wurde das Papier zu 99,506% (+83 bps über Mid Swap).

Der französische Energieversorger Engie SA legte gleich zwei Bonds über insgesamt 1,5 Mrd. € auf. Die erste Tranche (A19E10), ein 7-jähriger Bond ist am 27.03.2024 fällig und mit einem Kupon in Höhe von 0,875% ausgestattet. Der Emissionspreis lag bei 99,099%, was +108,6 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach. Eine zweite 11-jährige Anleihe (A19E11) mit Fälligkeit am 27.03.2028 und einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,50% konnte zu einem Preis von 98,532% ausgegeben werden. Dies entspricht einem Emissionsspread von +123,2 bps über Bund.

Ebenfalls einen Doppelpack mit je 650 Mio. € emittierte Veolia Environnement SA. Mit Fälligkeiten am 30.03.2022 und 30.11.2026 refinanziert sich das Unternehmen mit Sitz in Paris mittel- und langfristig am Kapitalmarkt. Dabei ist der 5-jährige Bond (A19E67) mit einem Zins von jährlich 0,672% ausgestattet, was bei einem Spread von + 99,8 bps über Bund einen Emissionspreis von pari ergab. Das zweite Papier im Bunde (A19E68) zahlt den Investoren jährlich Zinsen in Höhe von 1,496%. Emittiert wurde ebenfalls zu 100%, was einem Spread von + 112,70 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach.

Zu guter Letzt wagte sich das französische Unternehmen Spie SA mit einer Anleihe (A19E1Z) an den Kapitalmarkt und konnte erfolgreich 650 Mio. € einsammeln. Der Bond bietet seinen Anlegern eine jährliche Verzinsung von 3,125%. Der 7-jährige Bond ist am 22.03.2024 fällig und wurde zu pari begeben (+322 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe).

Alle Anleihen haben eine Mindeststückelung von 100.000 € und dürften daher eher für institutionelle Investoren interessant sein. Des Weiteren ist jeder Bond mit Ausnahme der Zero Anleihe von SCA mit einer Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten ausgestattet.

Wie Phönix aus der Asche

Am gestrigen Mittwoch hat der Euro-Bund-Future angesichts des Stimmungsumschwungs an den Aktienbörsen in den USA und Japan den seit Ende Februar ausgebildeten Abwärtstrend verlassen und sich wie Phönix aus der Asche erhoben. Die Angst vor nicht so schnell umzusetzenden Gesundheits-Reform, der Bankenderegulierung und innenpolitischem Gegenwind in den USA veranlassten die Anleger zu Gewinnmitnahmen bei verschiedenen Aktien. Dort macht vor einem solchen Hintergrund und auf dem aktuellen Zinsniveau ein vorübergehender Wechsel der Assetklasse durchaus Sinn. Dies wiederum ließ die Bondnotierungen klettern und blieb nicht ohne Folgen für die deutschen Staatsanleihen. Ob sich allerdings dieses Niveau in Deutschland hält, werden die kommenden Tage zeigen. Zurzeit notiert der Future bei 160,22% und somit noch über der psychologischen Marke von 160%.

Charttechnisch verläuft aktuell beim Rentenbarometer eine Unterstützungslinie bei ca. 159,42% und der erste nennenswerte Widerstand hat sich bei 160,69% herausgebildet. Im „schlimmsten“ Fall wird sich in den kommenden Tagen ein Seitwärtstrend herausbilden. Zumindest solange bis neue Fakten die Märkte beeinflussen.

Brauchen die Eurostaaten kein Geld?

In diesen Handelswochen ließen es die Eurostaaten an den Kapitalmärkten etwas ruhiger angehen und lediglich die Slowakei, Belgien und Deutschland zeigten sich aktiv. Gleich zu Wochenbeginn stockte die Slowakei zwei (A181DY / 2023 ; A1ZUZV / 2027) und Belgien drei Altemissionen ( A19B7A / 2027 ; A1Z6P2 / 2038 ; A1AWF4 / 2041) auf. Die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland erhöhte zur Wochenmitte planmäßig das Emissionsvolumen der bestehenden 10-jährigen Benchmark-Anleihe (110241) um 3 Mrd. € auf nunmehr 14 Mrd. €. Insgesamt wurden Kaufangebote über nominal ca. 3,7 Mrd. € abgegeben und die Zuteilung erfolgte zu einer Durchschnittsrendite von 0,41%. Der hierbei zu erzielende Preis von 98,47% war in der Geschichte dieser Anleihe, die am 1. März sogar bei 100,03% zugeteilt wurde, der bisher niedrigste.

In den USA hat man in dieser Woche ebenfalls in „Vorfreude“ auf die kommende Woche den Investoren etwas Ruhe gegönnt und lediglich die üblichen Geldmarktpapiere (Fälligkeit in 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten) im Volumen von 127 Mrd. USD sowie eine 10-jährige inflationsindexierte Anleihe im Gegenwert von 11 Mrd. USD angeboten. Schon in wenigen Tagen werden zusätzlich 52-Wochen-T-Bills sowie T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren offeriert.

Der Euro und die Formel 1

Nach monatelanger Winterpause warten die Fahrer mit ihren neu entworfenen Boliden darauf, ihre Fahrkünste unter Beweis stellen zu dürfen. Am Wochenende startet das erste Rennen in Australien. Die echten Motorsportfreunde werden sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen, trotz Zeitverschiebung und Zeitumstellung.

Am Devisenmarkt konnte die europäische Gemeinschaftswährung bereits in dieser Woche ihrem Pendant aus den USA zunächst leicht davonfahren und stieg bis auf 1,0825 USD. Damit kam er seinem bisherigen Jahreshoch bei 1,0829 USD (02. Februar) ziemlich nahe. Auftrieb erhielt die Einheitswährung insbesondere aus Frankreich nach der ersten Fernsehdebatte, welche nach einhelliger Meinung zu Gunsten des „Pro Europa“ gesinnten Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron zu werten war. Doch auch die aktuelle Schwächephase des US-Dollars trägt zu diesem kleinen Höhenflug bei. Allerdings handelt der Euro heute Morgen wieder unter der Marke von 1,08 USD, und zwar bei 1,0790 USD.

Nicht nur zum Greenback befindet sich der Euro auf der Überholspur, sondern auch zur norwegischen Krone. So stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 9,2040 NOK und erreichte damit einen neuen Bestwert in 2017.

Anders zeigt sich da das Handelsbild zum mexikanischen Peso, denn hier hat der Euro in den vergangenen Handelswochen stetig an Wert verloren und handelte zeitweise bei 20,3747 MXN. Dies ist der tiefste Wert seit der US-Präsidentschaftswahl. Im vielbeachteten Vergleich mit dem US-Dollar konnte die Währung Mexikos ebenfalls glänzen und ist mit 18,9357 MXN so teuer wie zuletzt bei der Trump-Wahl.

In dieser Berichtswoche setzten die Privatanleger auf Altbekanntes. Favorisiert wurden hierbei Fremdwährungsanleihen lautend auf australische Dollar, türkische Lira, brasilianische Real sowie US-Dollar.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Fed hat geliefert

Endlich war es soweit. Den von Janet Yellen ausgesandten Signalen folgten nun Taten. Der Leitzins liegt somit in einer Spanne zwischen 0,75% und 1%. Zu begründen war die Zinsanhebung um einen Viertelpunkt mit den guten US-Konjunkturdaten, der steigenden Inflation, dem leergefegten Arbeitsmarkt und nicht zuletzt den vom US-Präsidenten angekündigten Investitionsmaßnahmen sowie der in Aussicht gestellten Steuerreform. Die Entscheidung wurde allerdings nicht einstimmig getroffen, aber das wird die Marktteilnehmer nur bedingt stören. Denn wenn heute keine Änderung der Zinspolitik beschlossen worden wäre, dann hätte die Gefahr bestanden, dass in wenigen Wochen ein zu hohes Tempo bei den Zinserhöhungen notwendig geworden wäre.

Auf der gestrigen Pressekonferenz hat die Fed-Präsidentin betont, dass die Entscheidung konjunkturunterstützend wirken soll und hat für dieses Jahr noch zwei weitere Schritte in Aussicht gestellt. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Kapitalmärkte von dieser Ankündigung nicht verschreckt wurden. Denn grundsätzlich sind Zinserhöhungen Gift für die Aktienmärkte. Doch in diesem Fall vertraut man auf die ruhige Hand der Fed-Chefin. Zusätzlich scheint sich aus Sicht der Investoren, die Kombination aus Konjunkturprogramm und den daraus resultierenden Zinsanhebungen zu neutralisieren. Ganz anders wird dies allerdings außerhalb der USA wahrgenommen. Denn insbesondere für Euroland kommt der Zinsschritt nicht passend, da der Renditeunterschied zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Zinsniveau in den kommenden Monaten zur Zerreißprobe wird.

Normalerweise geben die amerikanischen Kapitalmärkte die Marschrichtung vor und da die in den USA zu erzielenden Zinsen um ein Vielfaches über den als Benchmark fungierenden Renditen bei deutschen Staatsanleihen liegen, ist mit einer Verschiebung der Kapitalströme hin nach Amerika zu rechnen. Selbst deutsche Investoren werden der Verlockung - gepaart mit einem aus politischen Gründen - instabilen Euro nur schwerlich widerstehen können. Der Wettkampf um die Gunst der Investoren hat also jetzt erst richtig begonnen.

In diesem Zusammenhang sollte man sich stets vor Augen führen, dass bei den Amerikanern die Freundschaft beim Geld aufhört und wenn es darum geht, die Kapitalströme in die USA zu lenken, kein Mittel tabu ist. Somit wird der Kapitalbedarf Amerikas in diesem Jahr noch für manche Überraschung sorgen.

Nun droht Trump der „Government Shutdown“

Ups, da haben die Kapitalmarktbeobachter zumindest in Europa doch lange eine Frist übersehen, die bei früheren Gelegenheiten die Märkte wochenlang zuvor schon in Unruhe versetzt hatte. Die USA stoßen an ihr Schuldenlimit. Vom 15. März, Ortszeit, an ist die Obergrenze der US-Schulden bei 20 Billionen Dollar gedeckelt. D. T., der Unberechenbare, darf dann keine neuen Schulden mehr machen!

Wir erinnern uns an den Sommer 2013, als die Republikaner Barack Obamas Regierung den Geldhahn zugedreht hatten – mit Folgen für das ganze Land. Der „Government Shutdown“ führte zur Schließung von Behörden und Nationalparks. Nun ist die vorübergehende Aussetzung der Schuldenobergrenze, auf die man sich im Oktober 2015 verständigt hatte, abgelaufen.

Der 15. März bedeutet damit das Ende des Schulden-Aufschubes und daher darf das US-Finanzministerium ab 16. März keine neuen, zusätzlichen Anleihen mehr begeben. Wie in der Vergangenheit müsse man wahrscheinlich außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen, sagt dazu Trumps Finanzminister Steven Mnuchin. Das bedeutet, dass die Regierung ihre letzten Cent zusammenkratzt, um die Schließung von Behörden zu verhindern.

Immerhin hatte der Streit von 2013 die USA ihr Triple-A-Rating gekostet und das Land seitdem mehrmals fast in die technische Staatspleite getrieben. Nun aber bringt die Situation die Republikaner, die in beiden Kammern die Mehrheit haben, in die Zwickmühle. Während sie sich bisher geleistet hatten, einen ideologischen Dauerkrieg gegen Obama zu führen, sind sie nun in der Regierungsverantwortung. Und ihr Präsident will so richtig Geld ausgeben, allein 54 Mrd. USD mehr für’s Militär. Gegenfinanzieren will er die Summe mit Kürzungen bei nahezu allen anderen Ministerien, den massivsten Streichungen seit Ronald Reagan in den 80er Jahren.

Dennoch dürfte Trump um eine Erhöhung der Schulden nur schwer herumkommen. Dies dürfte entweder im großen Streit mit der Partei enden, wie Beobachter sagen, oder die Republikaner in Washington drohen ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Die Frage ist nun, ob die Haushaltsfalken der Republikaner, Ted Cruz und Paul Ryan, die sich für ein „Small Government“ stark machen und seit Jahren gegen höherer Staatsausgaben wettern, aus der Deckung wagen und den Konflikt mit dem US-Präsidenten suchen. Jedoch wissen wir alle, wie es enden wird!

Riskantes Spiel von Number 10

Jetzt fehlt nur noch die Unterschrift der Queen. Nachdem das britische Oberhaus kurz aufbegehrt hatte, wurde das Gesetz zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) ohne Änderungen durchgewunken. Ganz nach dem Geschmack der Hardliner unter den Brexiteers um Premierministerin Theresa May. Noch vor Ende März will sie in Brüssel die Scheidungspapiere einreichen – dann mit dem Plazet von Königin Elisabeth II.

Rücksicht auf die Schotten oder die Nordiren, die im Juni 2016 gegen den EU-Austritt gestimmt hatten, wurde nicht genommen. Damit spielt die Regierung in Number 10, Downing Street, freilich ein riskantes Spiel. Denn nun sorgen separatistische Tendenzen in Schottland und Nordirland für Unruhe. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat bereits Forderungen nach einem neuen Unabhängigkeitsreferendum erhoben. Die Nordiren fürchten um den freien Handel mit der Republik Irland. Laut Sturgeon soll das Referendum zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 stattfinden, doch die Entscheidung darüber liegt beim Parlament in Westminster. May machte aber schnell klar, dass sie ein Referendum nicht zulassen werde. In der Folge war das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit knapp zwei Monaten gesunken.

Doch nicht nur derartige Spaltungstendenzen bergen Risiken, die sich Großbritannien mit dem Brexit aufbürdet. Bei den Verhandlungen geht es ums Eingemachte, wobei London es nicht wirklich in der Hand hat, welche Themen in welcher Reihenfolge verhandelt werden. Über allem schwebt das Damoklesschwert einer „gesalzenen Rechnung“, wie es EU-Präsident Jean-Claude Juncker ausgedrückt hatte. Nicht von Ungefähr hatte diese Woche Brexiteer und Außenminister Boris Johnson gesagt, auch kein Abkommen mit der EU wäre vollkommen okay. Bevor’s etwas kostet, mag man hinzufügen.

Es gibt mit der Staats- aber vor allem der Privatverschuldung noch ein anderes Risiko, das über Number 10 schwebt. Denn bereits heute leben die privaten Haushalte über ihre Verhältnisse und die öffentliche Schuldenquote liegt bei rund 90% des BIP. Volkswirte des Centrums für Europäische Politik (CEP) schlussfolgern daraus, dass die Kreditfähigkeit Großbritanniens seit 2012 Jahr für Jahr verfalle. Dafür sei maßgeblich „die hohe Konsumneigung der Bevölkerung” verantwortlich. Seit 2012 konsumierten die Briten mehr als 100% des verfügbaren Einkommens, während die Investitionen hinterherhinkten. Hielte diese Entwicklung an, bekäme die britische Volkswirtschaft irgendwann Probleme, im Ausland aufgenommene Schulden zurückzuzahlen.

Aber darauf ist sie laut CEP dringend angewiesen. Denn die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte haben dazu geführt, dass in der Leistungsbilanz des Landes eine Lücke von rund 5% der Wirtschaftsleistung klafft, die mit ausländischem Kapital gefüllt werden muss. Sollten hier die Kapitalgeber das Vertrauen verlieren, droht den Briten eine Finanzkrise. Es wird also viel davon abhängen, wie die Investoren auf den Brexit-Antrag und vor allem die nachfolgenden Austrittsverhandlungen reagieren werden.

Heute interessiert es, wenn in China ein Sack Reis umfällt

„Das interessiert so wenig, als würde in China ein Sack Reis umfallen“. Mit diesem Satz wird gerne die Irrelevanz dessen, was im Reich der Mitte passiert, für unsere hiesige Welt beschrieben. Doch dies kann in Zeiten von Trump, Putin und Erdogan so nicht mehr behauptet werden. Denn die Welt ist eine andere geworden. Und insbesondere Deutschland hat mit China einen extrem wichtigen Handelspartner, den es zu hegen und pflegen gilt. Heute interessiert es uns sehr wohl, wenn in China der sprichwörtliche Sack Reis umfällt.

Aus diesem Grund werden hierzulande beispielsweise die von Chinas Premier Li vorgelegten und von Chinas Volkskongress gebilligten Haushaltspläne nicht nur zur Kenntnis, sondern auch genau unter die Lupe genommen. So will China mit einer vorsichtigen Wirtschaftspolitik für Stabilität sorgen und setzt auf „lediglich“ 6,5% Wachstum. 2016 ist Chinas Wirtschaft zwar noch um 6,7% gewachsen, was allerdings die geringste Steigerung seit 26 Jahren war. Doch zumindest die Verteidigungsausgaben und einige andere Ausgaben sollen in diesem Jahr um 7% gesteigert werden, so dass auch das Haushaltsdefizit ansteigen wird. Dieses wird sich auch heuer wieder auf 3% der Wirtschaftsleistung belaufen, was in absoluter Zahl ca. 324 Mrd. € entspricht. Verglichen mit dem Devisenschatz des Landes in Höhe von ca. 3 Bill. US-Dollar ist diese Haushaltslücke allerdings nur bedingt der Rede wert.

Dennoch hat sich die chinesische Notenbank zu dem Verschuldungsgrad der Unternehmen geäußert und darauf hingewiesen, dass ihrer Meinung nach dieser außerhalb des Finanzsektors zu hoch ist. Die von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichten Daten bestätigen die Aussagen des Notenbank-Chefs Zhou Xiaochuan. So addieren sich die Verbindlichkeiten der Unternehmen inzwischen auf ca. 169% des BIPs. Positiv anzumerken ist hierbei, dass noch vor Jahren eine solche kritische Sichtweise nicht möglich gewesen wäre. Es drängt sich somit der Eindruck auf, dass China die von D.T., dem Unberechenbaren, verursachte Lücke schließen möchte.

Diese Transparenz wurde seit Jahren von Wolfgang Schäuble vorgelebt, der im Gegensatz zu China auch in den kommenden vier Jahren ohne Neuverschuldung auskommen will. Die Mehrausgaben von ca. 1,9% in diesem Jahr infolge einer Steigerung u.a. der Militärausgaben sollen mit einem Einnahmenzuwachs ausgeglichen werden. Dies bedeutet aber auch, dass Steuersenkungen - einem im Wahlkampf beliebten Zugeständnis – nur begrenzt zur Verfügung stehen. Denn sollten auch noch - wie von unserem Finanzminister gefordert - die zu niedrigen Zinsen in Euroland steigen, so würde der Spielraum zusätzlich eingeengt werden.

Auf dem am 17. und 18. März in Baden-Baden stattfindenden G20-Treffen wird er diese Forderung allerdings zur Sprache bringen. Angesichts der Zinssteigerung in den USA und dem daraus resultierenden Ungleichgewicht bei der Ertragskraft europäischer und amerikanischer Banken wäre ein Beibehalten der bisherigen EZB-Geldpolitik schädlich und würde die Vormachtstellung der US-Banken zementieren. Die Herausforderung für die Europäer ist allerdings hierbei nicht zu unterschätzen, denn es müssen zuerst die Voraussetzungen geschaffen werden, um mit einem höheren Zinsniveau wieder zurechtzukommen.

Viele Akteure am Primärmarkt sind verunsichert

Die Unsicherheitsfaktoren an den Finanzmärkten prägten in dieser Woche die Emissionstätigkeit der Unternehmen. In einer Zeit, die von den Wahlen in den Niederlanden und dem Fed-Zinsentscheid bestimmt war, zeigten sich am Kapitalmarkt lediglich Peugeot SA und Statkraft AS aktiv und refinanzierten sich jeweils mit einem Bond.

Dabei dürfte Peugeot auch die Privatanleger erfreut haben, denn der Bond (A19EYW) wurde mit einer kleinsten handelbaren Mindeststückelung von 1.000 € begeben und ist am 23.03.2024 endfällig. Die 600 Mio. € schwere Tranche zahlt den Investoren einen jährlichen Zins von 2% und wurde zu pari begeben. Dies entsprach einem Spread von +205,1 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe. In die Anleihebedingungen wurde eine Make Whole Option zugunsten des Emittenten aufgenommen.

Der aktuellen Flaute im Energiesektor zum Trotz besorgte sich der norwegische Energiekonzern Statkraft erfolgreich frisches Geld am Kapitalmarkt. So flossen 500 Mio. € in die Kassen des staatlichen Unternehmens mit Sitz in Oslo. Der Bond (A19EWG) ist mit einem jährlichen Zins von 1,125% ausgestattet und der Emissionspreis betrug 99,863%, was einem Emissionsspread von +102,2 bps über Bund gleichkam. Die Mindeststückelung von 100.000 € dürfte allerdings in erster Linie für institutionelle Investoren interessant sein und auch dieser Bond wurde mit einer Make Whole Option ausgestattet.

Die Ängste von gestern müssen den Fakten von heute weichen

Die Angst vor den Rechtspopulisten hat zumindest seit Wochenbeginn für eine Stabilisierung des Euro-Bund-Future gesorgt und ihn wieder in die Nähe der psychologischen Marke von 160% sowie nach dem Zinsentscheid sogar auf 160,45% katapultiert. Doch spätestens heute zum Handelsbeginn werden die Karten neu gemischt und die Ängste von gestern, müssen den Fakten von heute weichen. Denn im Gegensatz zum gestrigen Fed-Entscheid hat heute - am Tag der Notenbanken - Japan bereits die Beibehaltung der Geldpolitik beschlossen und die Zentralbanken von Norwegen, der Schweiz und England werden im Laufe der nächsten Stunden ihre Entscheidungen bekanntgeben.

Somit startete das Sorgenbarometer der Eurozone mit 160,23% in den heutigen Handel und notiert aktuell bei 159,75%. Jetzt liegen zwar die ersten Karten auf dem Tisch, aber erst in den kommenden Tagen wird sich die Tragweite der Entscheidungen den Marktteilnehmern vollständig erschließen. Somit ist es oftmals sinnvoll, sich der Charttechnik zu bedienen. Hierbei verlaufen die Unterstützungslinien bei 159,14% und 158,87%. Trotz Überwinden des Pivot-Widerstands bei 159,90% sowie der psychologischen Marke bei 160%, sollte angesichts der weiteren Zinserhöhungsphantasie in den USA das Erholungspotential bei 160,69% begrenzt sein.

Euroländer auf der Suche nach Investoren

In dieser Handelswoche schicken sich die Euroländer an, um die Gunst der Investoren zu buhlen. So eröffnete Italien bereits am Montag mit diversen Aufstockungen und einer Neuemission den Reigen. Die Niederlande nutzten den Tag vor der gestrigen Wahl zur Refinanzierung von 2,275 Mrd. € mittels der 5-jährigen Anleihe (A1VPZX). Zur Wochenmitte erhöhte die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland das Emissionsvolumen der bereits 2014 begebenen Anleihe (110234 / 2046) um 1 Mrd. € auf nunmehr 21 Mrd. €. Die Zuteilung der überzeichneten Gattung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 1,18%.

Heute schließt eine wahre Emissionsflut Spaniens (A19B40 / 2022 ; A1VQCB / 2028 ; A18YZ6 / 2046) und Frankreichs (A19B3W / 2020 ; A189GE / 2022 ; A1HAW9 / 2022 ; A0TRKW / 2023 ; A1ZKRV / 2030 ; A0LPPD / 2040) die Woche ab. Insgesamt wurden ca. 24 Mrd. € am Kapitalmarkt aufgenommen.

In den USA mussten sich die Investoren mit Geldmarkttiteln (4 Wochen, 3 und 6 Monate) im Gesamtvolumen von 121 Mrd. USD zufrieden geben. Dies hat allerdings nichts mit dem Erreichen der Schuldenobergrenze in den USA zu tun, sondern ist lediglich dem Emissionskalender geschuldet.

Politischer Konflikt lässt Türkische Lira kalt

Der Devisenmarkt stand in den vergangenen Handelstagen vollkommen im Zeichen der Notenbanken. Nach der EZB-Sitzung vom vergangenen Donnerstag wurde gestern der Zinsentscheid der US-amerikanischen Notenbank Fed bekanntgegeben und in der anschließenden Pressekonferenz erläuterte die Fed-Chefin Janet Yellen den Marktteilnehmern ihre künftige Zinspolitik.

Die Kursentwicklung des Währungspaares Euro/US-Dollar war somit von zwei geldpolitischen Entscheidungen geprägt und hat sich in dieser Zeit in einer Range zwischen 1,0523 USD und 1,0714 USD bewegt. Den kurzzeitigen Sprung über die Marke von 1,07 USD hat die europäische Gemeinschaftswährung der Spekulationen über eine mögliche Zinsanhebung im Euroraum zu verdanken. Jedoch waren es eben nur Gerüchte und so fiel der Euro anschließend wieder auf das Niveau der vergangenen Handelstage bei 1,0650 USD zurück. Bei der Fed gibt es nach gestern Abend keine Spekulationen mehr, denn die dritte Zinserhöhung seit Dezember 2015 ist nun Gewissheit. Dementsprechend startet der Euro heute Morgen bei 1,0730 USD in den Handel.

Wenig beeindruckt zeigt sich die Landeswährung der Türkei vom aktuellen Trubel um das Referendum sowie die zunehmenden Anspannungen der diplomatischen Beziehungen zu Europa. In der vergangenen Berichtswoche handelte die doch immer wieder sehr anfällige türkische Lira in einer relativ engen Bandbreite zwischen 3,9333 TRY und 4,0169 TRY. Zur Stunde notiert die Währung vom Bosporus bei 3,95 TRY.

Bei den Fremdwährungsanleihen standen in dieser Woche Anleihen auf türkische Lira und südafrikanische Rand im Fokus der Anleger. Es sind aber auch nach wie vor US-Dollar-Bonds, die immer wieder nachgefragt werden.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

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Robert Halver,

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Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Draghis Drahtseilakt

Die Inflation ist zurück. Im Februar stieg die Teuerungsrate in Deutschland sowie im Euro-Raum erstmals seit 2012 wieder über 2%. Zugleich verharren die Zinsen auf niedrigstem Niveau. Dadurch werden die Ersparnisse der Anleger schleichend entwertet. Bei einem Sparvermögen in Deutschland von mehr als 5 Bill. € bedeutet dies angesichts der Nullzins-Politik der EZB und 2% Inflation, dass die Sparer allein in diesem Jahr 100 Mrd. € verlieren. Doch die Rufe in Richtung Europäischer Zentralbank (EZB), ihre ultralockere Geldpolitik endlich zu beenden, dürften ungehört verhallen, wenn die Notenbank unter ihrem Chef Mario Draghi am heutigen Donnerstag zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammenkommt.

Noch dürfte die EZB es als zu früh erachten, dem Beispiel der US-Notenbank Fed zu folgen und zu einer weniger lockeren Ausrichtung überzugehen. Auch an den Leitzinsen werden die Euro-Wächter wohl nicht rütteln, die seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0% liegen. Im Gegensatz zur EZB hat die Fed genügend Signale ausgesendet, die Beobachter davon ausgehen lassen, dass die US-Notenbank unter ihrer Präsidentin Janet Yellen Mitte kommender Woche ihrerseits die Zinsen erhöhen wird. Damit steigt die Diskrepanz zwischen den Zinsniveaus in Europa und den USA, was mit einem Gummiband verglichen werden kann, das immer stärker überdehnt wird. Die Frage ist nur, wann es reißt oder ob es sich plötzlich zusammenzieht.

Für Draghi wird das Ratstreffen der EZB zu einem Drahtseilakt. Beobachter gehen davon aus, dass der EZB-Präsident seine gesamten Kommunikationsfähigkeiten aufbieten muss, um Forderungen nach einer strafferen Haltung der EZB zurückzudrängen, wie es der Volkswirt Reinhard Cluse von der Schweizer Großbank UBS beschreibt. Möglich ist, dass Draghi darauf verweisen wird, der aktuelle Inflationsschub sei wohl nur von vorübergehender Natur. Immerhin war die Teuerungsrate ja vor allem wegen der im Vorjahresvergleich gestiegenen Ölpreise in die Höhe geschnellt.

Nachdem die Inflation im Februar auf 2,0% geklettert war, wurde erstmals seit etwa vier Jahren wieder das Inflationsziel der Euro-Wächter von ca. 2% übertroffen. Nun könnte die Inflation im Gesamtjahr rund einen halben Prozentpunkt stärker ausfallen als die bisher von der EZB angenommenen 1,3%, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagt. Daher darf man gespannt sein, ob die EZB-Ökonomen zur heutigen Zinssitzung neue Inflationsprognosen vorlegen und wie sie ihr Festhalten an der ultralockeren Geldpolitik begründen werden. Eine weitere Frage wird sein, inwieweit Draghi darlegt, wie er denn nun die geplante Reduzierung der Anleihekäufe von 80 Mrd. € auf 60 Mrd. € umsetzen will. Schließlich soll dies ja ab April geschehen. Bekanntlich hat die EZB im Dezember die in Deutschland umstrittenen Käufe um neun Monate bis Ende 2017 verlängert, die monatlichen Volumina aber vom kommenden Monat an um 20 Mrd. € gesenkt. Dadurch ist das Gesamtvolumen der Transaktionen bis zum voraussichtlichen Programm-Ende auf 2,28 Bill. € angestiegen.

Um die Konjunktur anzuschieben und um für mehr Inflation zu sorgen, pumpt die Euro-Notenbank seit März 2015 mit dem Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem. Geldhäuser sollen so bewegt werden, mehr Kredite an die Wirtschaft auszugeben.

Angesichts des Umstands, dass die Kerninflation, welche die schwankungsreichen Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, seit vielen Monaten bei Werten unter 1% verharrt, ist davon auszugehen, dass die EZB sowohl bei Niedrigzinsen als auch bei den Anleihekäufen ihren Kurs nicht ändern wird. Bemerkenswert ist hierbei, dass Hinweise auf die Kerninflationsrate in der Vergangenheit bei Mario Draghi wenig Gehör fanden und man nun den Eindruck gewinnen kann, er hat von Pippi Langstrumpf gelernt!

Gegenwind für die Brexiteers

Für den von der Regierung in London geplanten Austritt aus der Europäischen Union (EU) bauen sich immer mehr Hürden auf. So hat das britische Oberhaus Premierministerin Theresa May eine neue Niederlage bei den Beratungen zum Brexit-Gesetz beigebracht. Mit einer Mehrheit von 366 zu 268 stimmten sie für einen Zusatz, der dem Parlament ein substanzielles Mitspracherecht bei den Verhandlungen einräumen soll. Demnach soll No. 10 Downing Street verpflichtet werden, das Abkommen mit Brüssel vom Parlament absegnen zu lassen.

May braucht die Zustimmung beider Parlamentskammern zum Brexit-Gesetz, um den Abschied von der EU einzureichen, wie es das höchste britische Gericht entschieden hat. May will den Gesetzestext aber ohne Änderungen durchs Parlament bringen. Bereits vergangene Woche hatten die Mitglieder des Oberhauses den knappen Gesetzestext um einen Zusatz erweitert, der die Rechte von EU-Bürgern garantieren soll. Das Unterhaus hatte dagegen den Gesetzentwurf ohne Änderungen durchgewunken. Damit ist offen, ob das Gesetz am Ende ohne oder falls doch mit welchen Änderungen verabschiedet wird. Im sogenannten Ping-Pong-Verfahren geht der Gesetzentwurf solange zwischen Oberhaus und Unterhaus hin und her, bis sich beide Kammern auf einen Wortlaut einigen können. Die Premierministerin muss darauf hoffen, dass die Lords im Oberhaus einlenken.

Gegenwind für die Brexiteers kommt auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Diese hat klargemacht, dass sie Banklizenzen in einem Euro-Land nur dann erteilen will, wenn tatsächlich auch ein Teil der Geschäfte in die EU verlagert wird. Die Notenbank warnte die britischen Banken davor zu tricksen. Sie sehe nicht, dass die EZB Banklizenzen an leere Unternehmenshüllen vergeben wird, sagte Sabine Lautenschläger, EZB-Direktorin und stellvertretende Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht. Auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret hatte vor kurzem klargemacht, es würden keine Briefkastenfirmen akzeptiert, bei denen das Bankgeschäft effektiv weiterhin aus London heraus betrieben würde.

Natürlich wird London auch im Falle eines Brexits ein starker Finanzplatz bleiben, dennoch kommen diese Warnungen der EZB an die Londoner City einem deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl gleich.

Indessen bereitet sich die britische Regierung laut ihrem Brexit-Minister David Davis auch auf einen EU-Austritt ohne Einigung mit der EU vor. Auch wenn Davis ein Scheitern der Verhandlungen als unwahrscheinlich einstuft, hat er im Kabinett offenbar darauf gedrungen, sich nicht nur auf eine einvernehmliche Scheidung einzustellen.

Und dass das Ganze auch nicht ganz billig werden dürfte, darauf deuten die Aussagen von Finanzminister Philip Hammond hin. Großbritannien brauche ein ausreichendes Finanzpolster, um den anstehenden Austritt zu schultern, sagte er. Um Reserven im Tank zu haben, werde man trotz positiver Signale nicht die Ausgaben nach oben treiben, so Hammond. Die britische Wirtschaft hatte sich seit dem Votum für den Brexit erstaunlich robust gezeigt. Nun wird man sehen, ob es der Regierung May gelingt, ihren Zeitplan einzuhalten und bereits Ende März die Scheidungspapiere in Brüssel einzureichen. Denn schon am 6. April sollen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel ihre dafür notwendigen Verhandlungsleitlinien beschließen.

Athen muss erneut in die Verlängerung

In den vergangenen Tagen hatte die Regierung in Athen immer wieder lanciert, ein Einlenken der Geldgeber, um rasch zu einer Verständigung im Streit um Reformen und Schulden zu kommen, stehe kurz bevor. Doch nun müssen die Verhandlungspartner einmal mehr in die Verlängerung. Noch gebe es vier oder fünf Themen, über die man sich nicht einig sei, hieß es am Mittwoch nach einem nächtlichen Verhandlungsmarathon. Die Zeit drängt jedenfalls, will doch die Regierung den technischen Teil der Vereinbarungen bis zum Eurogruppen-Treffen am 20. März abschließen.

Die internationalen Geldgeber pochen auf weitere Sparmaßnahmen in Höhe von 3,6 Mrd. €. Dabei geht es in erster Linie um die Senkung des Einkommensteuerfreibetrags von heute 8.636 € auf etwa 6.000 € pro Jahr. Außerdem werden weitere Rentenkürzungen und weitere tiefe Einschnitte im Bereich Arbeits- und Streikrecht gefordert. Athen bemüht sich im Gegenzug um Maßnahmen, welche die Wirtschaft ankurbeln sollen - wie die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Tourismusbranche.

Zentralbankchef Yannis Stournaras hatte bereits am Samstag die Euro-Partner dazu aufgerufen, die ehrgeizigen mittelfristigen Haushaltsziele für Athen zu lockern. Ab 2021 sollte nach seinen Vorstellungen nicht mehr ein Überschuss (ohne Zinszahlungen) von 3,5% der jährlichen Wirtschaftsleistung verlangt werden, sondern nur noch einer von 2%. Im Kontext mit den vereinbarten Strukturreformen könnte dies Griechenland ermöglichen, über niedrigere Steuersätze das Wachstum anzukurbeln.

Ob sich aber die Hoffnung der Regierung in Athen erfüllen wird, noch 2017 einen ersten Schritt zurück an den Kapitalmarkt gehen zu können, muss erst mal abgewartet werden. Vize-Regierungschef Yannis Dragasakis hatte gesagt, dies könnte in diesem Jahr geschehen, wenn die zweite Überprüfung schnell abgeschlossen ist und Griechenland wieder ins Anleihekaufprogramm der EZB aufgenommen ist.

Sollte es gelingen, den technischen Teil der Vereinbarungen tatsächlich bis zum Eurogruppen-Treffen am 20. März abzuschließen, geht es erst ans Eingemachte. Dann sei nach griechischer Lesart noch Zeit, sich in zwei wichtigen Punkten auf politischer Ebene zu einigen: Welche Überschüsse müssen wir nach 2018 erzielen? Und wie steht es um einen mittelfristigen Schuldenerlass? Und man kann davon ausgehen, dass die Verhandlungspartner auch hierbei in die Verlängerung gehen werden müssen.

Betriebsrenten als tickende Zeitbomben

Über die sinkenden Renditen am deutschen Kapitalmarkt sind schon viele Abhandlungen verfasst worden. Anlass zur Hoffnung, dass sich an der Zinsfalle, in der Finanzbranche und Anleger sitzen, schon bald etwas ändern wird, besteht allerdings kaum. Also werden sich Finanzinstitute und Investoren aller Art auch weiterhin mit einer Zins-Magerkost abfinden müssen. Bei Finanzinstituten und Versicherern geht man davon aus, dass sich innerhalb der nächsten zwei bzw. drei Jahre die Zins-Mindereinnahmen noch mit „Altanlagen“ ausgleichen lassen, aber spätestens dann werden sich die Lücken nicht mehr schließen lassen. Es sei denn, die Zinsen steigen generell wieder an.

Das ist aber nur ein Aspekt der Nullzinsphase. Denn auch alle Unternehmen, welche für ihre Belegschaft Vorsorge in Form von Betriebsrenten getroffen haben, leiden massiv unter der von der Europäischen Zentralbank (EZB) verordneten Geldmarktpolitik. Einerseits sind Unternehmen gezwungen, Gelder nicht einfach bei Banken zwischenzuparken und Zinsen zu zahlen. Andererseits muss die Finanzierungslücke bei den Betriebsrenten, die jedes Jahr mit mehr Geld zu schließen ist, in der GuV berücksichtigt werden, womit der Gewinn des Unternehmens geschmälert wird. Denn die zu erwartende Rendite der Rücklagen sinkt von Jahr zu Jahr und erhöht dadurch die Verbindlichkeiten. Nach jüngsten Erhebungen summierten sich zum Jahresende 2016 die Pensionsverpflichtungen alleine bei den DAX-30-Unternehmen auf ca. 420 Mrd. €. Und laut der Beratungsgesellschaft Mercer wurde hierfür lediglich etwas über die Hälfte zurückgelegt. In anderen großen Industriestaaten ist die Versorgungslücke zwar kleiner, aber dennoch vorhanden.

Wie sehr das Thema die deutschen Unternehmen beschäftigt, wird am Beispiel der Deutschen Lufthansa deutlich. Nicht von ungefähr wurde seit Jahren um die Pensionsansprüche der „Alt-Piloten“ gestritten und den Nachwuchskräften diese bevorzugte Behandlung verwehrt. Steigende Lebenserwartung und sinkende Zinsen lassen dieses Thema zu einer tickenden Zeitbombe werden. So wurde beispielsweise nach Aussage des Finanzchefs von ThyssenKrupp in den vergangenen drei Jahren das Eigenkapital wegen steigender Rentenverbindlichkeiten um 3 Mrd. € geschmälert.

Profitable Unternehmen können hier also noch gegensteuern, aber kleinere bzw. unrentable Gesellschaften haben ein nicht zu unterschätzendes Problem. Zumal Mittelstandsunternehmen aufgrund strengerer Richtlinien die Rentenverbindlichkeiten höher bewerten müssen. Grund zur Panik besteht sicherlich noch nicht, aber die Risiken für die Unternehmen sind nicht zu unterschätzen.

Daimler emittiert 2-jährigen Bond mit Minusrendite

Nicht nur die Bundesrepublik Deutschland kann aktuell Anleihen mit negativer Rendite begeben. Auch Daimler International Finance B.V. hat es mit einem 2-jährigen Bond geschafft, dass Anleger bei einem Investment am Ende der Laufzeit von dem Automobilhersteller weniger Geld zurückbekommen, als sie ursprünglich investiert haben.

Der Bond (A19EJE) ist am 15.03.2019 fällig und Daimler zahlt seinen Gläubigern für das Emissionsvolumen von 500 Mio. € keine Zinsen. Der Ausgabepreis lag bei 100,118%, was einem Emissionsspread von +81,90 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichkam. Die Mindeststückelung von 100.000 € spricht allerdings eher institutionelle Investoren an.

Mit einem Doppelpack machte in dieser Berichtswoche Nokia Oyj auf sich aufmerksam und sammelte insgesamt 1,25 Mrd. € am Kapitalmarkt ein. Die erste 500 Mio. € schwere Tranche (A19EGA), ein 4-jähriger Bond, ist am 15.03.2021 fällig und hat einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,00%. Der Emissionspreis wurde mit 99,895% festgelegt. Dies entsprach +165,7 bps über Bund. Mittels der zweiten Anleihe (A19EGB) sammelte der heutige Netzwerkausrüster Nokia sogar 750 Mio. € zu einem jährlichen Zins von 2,00% bei den Investoren ein. Fällig ist das Papier am 15.03.2024 und der Reoffer bei 99,458% kam einem Emissionsspread von +224,1 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleich. Nokia ließ für beide Titel eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen festschreiben und legte als Mindeststückelung 100.000 € fest.

Als letzter im Bunde reihte sich in dieser Woche Thermo Fischer Scientific ein und begab eine Anleihe (XS1578127778) mit einem Volumen von 500 Mio. €. Das US-amerikanische Technologieunternehmen mit Sitz in Waltham, Massachusetts, stattete den Bond mit einem Zins von 1,45% aus, welcher bis zur Fälligkeit am 16.03.2027 jährlich gezahlt wird. Emittiert wurde zu 98,824% (+87,7 bps über Bund). Auch Thermo Fischer entschied sich für eine Make Whole Option und eine Mindeststückelung von 100.000 €.

Alles billig – oder was?

Die mathematischen Besonderheiten beim Kontraktwechsel haben beim Rollen vom März in den Juni-Kontrakt für fallende Notierungen gesorgt. Doch damit geht nicht ein Renditeanstieg einher, den sich doch so viele Investoren sehnlichst wünschen. Die Abschläge zwischen den beiden Future-Kontrakten beliefen sich beim Buxl auf ca. 2,06 Prozentpunkte (PP), beim richtungsweisenden Bund auf ca. 3,24 PP, beim Bobl auf ca. 2,06 PP und beim Schatz auf ca. 0,20 PP. Somit erscheinen alle Juni-Kontrakte auf den ersten Blick billiger. Das kann zwar als ein „göttliches Zeichen“ gedeutet werden, aber nicht wenige Analysten gehen angesichts der anstehenden Wahlen in der Eurozone eher von weiter moderat steigenden Kursen für deutsche Anleihen aus.

Sehr groß sind demnach auch weiterhin die Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich der politischen Ereignisse sowie der Notenbankpolitik und somit lohnt sich der Blick auf die Charttechnik. Die Unterstützungslinien verlaufen aktuell bei ca. 160,65% und 159,89% - also knapp unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 160%. Sollten in den kommenden Tagen die politischen Risiken die Oberhand gewinnen, so rücken die Widerstände bei ca. 161,70% und ca. 163,16% in den Fokus der Rentenhändler.

Doch die Woche der Entscheidung (Fed, BoE, BoJ und Wahlen in den Niederlanden) naht! Zuerst gilt es jedoch die heutige EZB-Pressekonferenz schadlos zu überstehen. Hierbei ist nicht davon auszugehen, dass die oben genannten Leitplanken durchbrochen werden und so startet das Sorgenbarometer heute mit 160,38% in den Tag!

Bund erzielte in der Pause neuen Rekord

Nachdem in der Berichtspause bei der Auktion für die neuen Bundesschatzanweisungen (110467) ein Negativrendite-Rekord (-0,92% p.a.) aufgestellt werden konnte, war auch in dieser Handelswoche Deutschland mit der Aufstockung zweier Gattungen am Markt aktiv. Zum einen wurde die inflationsindexierte Anleihe (103055 / 2030) um 500 Mio. € auf insgesamt 8,5 Mrd. € und zum anderen die 5-jährige Bundesobligation (114175) um 4 Mrd. € auf nun 8 Mrd. € aufgestockt. Damit ist diese Bundesobligation endlich in den Future einlieferbar. Die Aufstockung des Linkers erfolgte zu einer realen Durchschnittsrendite von minus (-) 0,74% und bei der Bundesobligation zu minus (-) 0,45%. Allerdings hielt sich die Nachfrage nach der Bobl in Grenzen, denn es wurden lediglich Kaufaufträge für nominal 3,4 Mrd. € aufgegeben und somit gilt dieser Tender als technisch unterzeichnet.

Von den anderen Eurostaaten waren in diesen Tagen mit jeweils zwei Gattungen noch Österreich (A18X6P / 2026 ; A1HJL6 / 2034), Portugal (A1ATN7 / 2020 ; A18W15 / 2026) und Irland (A18WS0 /2026 ; A1ZVUJ / 2045) am Kapitalmarkt präsent, bevor Italien am morgigen Freitag den Schlusspunkt setzt. Insgesamt beläuft sich das Emissionsvolumen in der Eurozone allerdings nur auf ca. 10 Mrd. €.

Das stellt sich in den USA ganz anders dar. Alleine in dieser Woche werden für 69 Mrd. USD T-Bills mit Fälligkeit in 4 Wochen bzw. 3 und 6 Monaten offeriert. Die länger laufenden T-Notes mit Laufzeit von 3 bzw. 10 Jahren sowie die 30-jährigen T-Bonds runden die Emissionstätigkeit in einem Gesamtvolumen von 56 Mrd. USD ab.

Ruhe vor dem Sturm?

Die europäische Gemeinschaftswährung befindet sich momentan in einer gewissen Findungsphase. So hat der Euro in der jüngeren Vergangenheit die eine oder andere Berg- und Talfahrt mitgemacht, aber letzten Endes fehlt eine klare Richtung.

Seit zwei Wochen handelte der Euro in einer relativ engen Range zwischen 1,0495 USD und 1,0640 USD. Im Vorfeld der heutigen EZB-Ratssitzung halten sich die meisten Marktteilnehmer zurück und warten auf die Erläuterungen der Währungshüter. So bleiben die entscheidenden Impulse aus und die Gemeinschaftswährung handelt heute Morgen auf seinem Niveau der letzten Tage bei 1,0545 USD. Nach der EZB ist vor der Fed, denn nächste Woche steht die amerikanische Notenbank im Mittelpunkt des Börsengeschehens. Dies könnte für weitere Kursausschläge beim Währungspaar Euro/US-Dollar sorgen und gleichzeitig den Devisenmarkt insgesamt beeinflussen. Also handelt es sich aktuell vielleicht nur um die Ruhe vor dem Sturm.

Eine klare Tendenz ist hingegen bei der Landeswährung Mexikos zu beobachten. So zeigt sich der mexikanische Peso im Vergleich zum Euro in den vergangenen Handelswochen stark und markierte ein neues Jahreshoch mit 20,5379 MXN. Mehr Bedeutung wird dem Vergleich mit dem US-Dollar beigemessen und auch da macht die mexikanische Währung eine sehr gute Figur. So konnte sich der Peso deutlich zum Greenback verteuern und handelte zeitweise bei 19,4311 MXN, was ebenfalls einem neuen Bestwert in 2017 entspricht.

Dementsprechend standen Währungsanleihen lautend auf mexikanische Peso im Fokus der Privatanleger. Zu den weiteren Favoriten zählten Anleihen auf US-Dollar, südafrikanische Rand, türkische Lira und kanadische Dollar.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

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