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Author: Klaus Stopp

Geldpolitik am Scheideweg

Die Frage, ob sich die Notenbanken bereits verausgabt haben, kann momentan noch nicht endgültig beantwortet werden. Mit Niedrigzinsen sollte das Wirtschaftswachstum in Schwung gebracht, mit Anleihekäufen durch Notenbanken die Renditen gedrückt sowie die Kreditvergabe befeuert werden. Diese Ziele wurden sicherlich größtenteils erreicht. Aber nun haben sich verschiedene Rahmenbedingungen geändert, was wiederum die Notenbanker zum Umdenken zwingt. Erste Anzeichen von Inflation, sinkende Arbeitslosigkeit, konjunktureller Aufschwung, politscher Widerstand und die Angst vor den negativen Konsequenzen der „Politik des billigen Geldes“ bedeuten, dass die Geldpolitik am Scheideweg steht.

Obwohl jedem klar denkenden Menschen bewusst sein sollte, dass diese Phase irgendwann kommen würde, haben die Politiker die ihnen eingeräumte Zeit zur Haushaltssanierung nicht entsprechend genutzt. Dies lässt für die kommenden Monate eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen Notenbankern und Politikern erwarten. Einen ersten Vorgeschmack liefert hierbei der Ton zwischen dem neuen US-Präsidenten Donald Trump und der noch ein Jahr unter Vertrag stehenden Fed-Chefin Janet Yellen. Die Bestrebungen der Politiker die Unabhängigkeit der Notenbanken zu beschneiden und sie als verlängerten Arm der Politik zu implementieren, ist allerdings keine US-amerikanische Erfindung, sondern erhält auch in Euroland und Großbritannien entsprechende Unterstützung.

So wird die Bank of England u.a. aufgrund ihrer Entscheidungen, die sie im Anschluss an das Brexit-Votum getroffen hatte, immer wieder kritisiert (Leitzinssenkung und Wiederbelebung QE). Aber auch der deutsche Widerstand gegen die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) lässt die Währungshüter verstärkt auf ihre Unabhängigkeit verweisen. Anscheinend sind die Notenbanker nicht länger gewillt, die Tatenlosigkeit der Politiker zu kaschieren und fordern fiskalische Impulse, um die Geldpolitik als alleinige Konjunkturstütze zu entlasten. In diesem Zusammenhang erscheint das Bestreben des deutschen Finanzministers, Wolfgang Schäuble, den Überschuss aus dem Jahre 2016 in Höhe von 6,2 Mrd. € zum Schuldenabbau zu verwenden, nicht im Sinne der EZB zu sein. Die Mittelverwendung entzweit auch Politiker aller Parteien, obwohl eine Schuldentilgung alternativlos ist, wenn man einen Funken Verantwortungsgefühl gegenüber den nachfolgenden Generationen verspürt. Doch das Wort „Schuldentilgungsplan“ wurde anscheinend noch nicht in alle Sprachen übersetzt.

Über mangelnde Unterstützung seitens ihrer Regierung können sich die japanischen Notenbanker zwar nicht beklagen, aber die bisherigen Konjunkturförderprogramme haben nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Somit ist es nicht verwunderlich, dass von einer weiteren Ausweitung der ultralockeren Geldpolitik abgesehen wird. Selbst die Schweizerischen Notenbanker sehen Negativzinsen nur noch als Mittel zur Steuerung des Außenwerts ihrer Heimatwährung an und warnen vor den Folgen der Niedrigzinspolitik.

Einfache Zeiten kommen auf die Notenbanker somit nicht zu, so dass ihr Aufgabengebiet zukünftig wohl um einen Punkt erweitert werden muss: Die Suche nach alternativen Wegen zu wirtschaftlichem Wohlstand.

Die May ist gekommen

Sie strebt den „klaren Bruch“ mit der Europäischen Union (EU) an, Theresa May - die britische Premierministerin will den „härtesten Brexit, den man sich vorstellen kann“, wie es der Vorsitzende der Europa-SPD, Jens Geier, formulierte.

Die May ist gekommen und hat in einer lange erwarteten Rede in London dargelegt, wie sich ihre Regierung das künftige Verhältnis zwischen London und Brüssel vorstellt. Um die Einwanderung aus der EU seitens 10 Downing Street kontrollieren zu können, will May die Mitgliedschaft im begehrten EU-Binnenmarkt aufgeben und raus aus der Zollunion. Stattdessen kündigte sie an, ein Freihandelsabkommen mit Europa aushandeln zu wollen. Dabei verfolgt London ehrgeizige zeitliche Ziele. Bis 2019 will man draußen sein, was Geier als „völlig unmöglich“ bezeichnet. Dafür bedürfe es mindestens eines Zeitraums von 5 Jahren. In der Zwischenzeit falle das Königreich in seinen Beziehungen zur EU auf einen Standard zurück, der hinter dem der Schweiz oder der Türkei liege, warnte der Sozialdemokrat Geier im ARD-Hörfunk-Interview.

London will also nicht teilweise EU-Mitglied bleiben, ein angeschlossenes EU-Mitglied oder ähnliches. „Nein, das Vereinigte Königreich wird die Europäische Union verlassen“, sagte May. Und dennoch will sie Großbritannien wiederum den „bestmöglichen Zugang“ zur EU verschaffen. Ja, was denn nun? Im Grunde will May, dass der Handel so frei wie möglich bleibt und London eine totale Kontrolle über die Einwanderung hat. Was will denn London geben, wenn es so viel nehmen will? Insbesondere hofft die Regierungschefin, eine Sonderregelung für den Finanzbereich aushandeln zu können, „die uns die Freiheit gibt, finanzielle Dienste auch jenseits unserer Grenzen anzubieten“.

Der Grund, warum May so offensiv aufgetreten ist, dürfte auch in der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten liegen. Hatte er doch vor einigen Tagen versichert, die Briten würden in der vordersten Reihe stehen, um ein „großartiges“ Freihandelsabkommen mit den USA zu unterzeichnen.

Bis zu so einer Unterzeichnung ist es aber noch ein steiniger Weg. Und für einen solchen sollte sich die EU auch in den Verhandlungsdelegationen gut rüsten. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier hatte ja bereits Ende vergangenen Jahres Zeitdruck auf London ausgeübt und sich als Mann mit klarer Kante gezeigt. Nachdem er aber EU-Abgeordneten bei einem privaten Treffen anvertraut hatte, dass er mit London einen gesonderten Zugang zu den Banken in der City of London aushandeln wolle, muss hier erst einmal abgewartet werden. Barnier hatte argumentiert, er wolle die finanzielle Stabilität in der EU nicht gefährden. Zumindest die eher konservative Presse in UK hatte daraufhin gejubelt, „Europa braucht uns mehr, als wir sie brauchen” (Daily Mail). Aber vielleicht zeigt sich Barnier hier auch nur als nüchterner Politiker mit Einsicht in die Realitäten. Mit ausreichendem Stehvermögen versehen wäre er dann nicht der schlechteste Mann, um die Interessen der EU in den Verhandlungen mit den Briten federführend zu vertreten – ganz nach dem Motto: Brexit bleibt Exit.

Cryan kommt Schritt für Schritt voran

In den vergangenen Tagen ist der Deutschen Bank einiges gelungen, was man Vergangenheitsbewältigung nennen kann. Gut, die Reputation des größten deutschen Geldhauses ist nach wie vor nicht die Beste. Aber man kann den Eindruck gewinnen, dass der seit Juli 2015 amtierende Vorstandschef John Cryan seinem Ziel, das Bankhaus wieder auf Vordermann zu bringen, Schritt für Schritt näher kommt.

Dies gelingt zum einen durch die Milliarden-Einigung mit den US-Behörden, die nun in trockenen Tüchern ist. Hiermit wurde ein unrühmliches und teures Kapitel in der Geschichte der Bank endlich geschlossen. Im Streit mit dem US-Justizministerium um dubiose Hypothekengeschäfte zahlt das Frankfurter Geldhaus die bereits im Dezember angekündigte Vergleichssumme über insgesamt 7,2 Mrd. US-Dollar (6,7 Mrd. €). Diese setzt sich aus 3,1 Mrd. US-Dollar Bußgeld und zusätzlichen 4,1 Mrd. US-Dollar als Wiedergutmachung für geschädigte Hausbesitzer, Kreditnehmer und Gemeinden zusammen. Der Deutschen Bank war vorgeworfen worden, mit windigen Hypothekengeschäften Anleger getäuscht und auf diese Weise zum Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts 2008 und damit zur Finanzkrise beigetragen zu haben. Ursprünglich hatte eine Strafe von 14 Mrd. US-Dollar gedroht.

Zum anderen gilt die Kappung von Bonuszahlungen für außertariflich bezahlte Mitarbeiter als beschlossene Sache. Etwa 90 Prozent der Bonuszahlungen werden dieser Personengruppe laut „Spiegel Online“ gestrichen. Dies trifft in großem Ausmaß auch Investmentbanker in London und New York. Allerdings sind Ausgleichspakete vorgesehen, um die Auswirkungen zu begrenzen und eine Massenabwanderung von Mitarbeitern zu verhindern. Dabei geht es vor allem um Führungskräfte, die wichtige Kundenkontakte haben. Diese sollen weiter Boni erhalten, die aber entweder erst ab 2021 ausgezahlt oder in Aktien mit Sperrfrist gewährt werden. In diesem Zusammenhang wurde gestern bekanntgegeben, dass auch der Vorstand auf seine variable Vergütung für das Jahr 2016 verzichtet und dadurch mit gutem Beispiel vorangehen will. Ob damit eine von Cryan versprochene neue Unternehmenskultur umgesetzt werden kann, muss sich noch zeigen.

Darüber hinaus ist in dieser Woche der Deutschen Bank die Rückkehr an den Kapitalmarkt gelungen. Erstmals seit März 2016 hat das Geldhaus wieder eine Anleihe begeben, nachdem Investoren im vergangenen Jahr - mit Blick auf die drohende Strafe in den USA - Bedenken wegen der Bedienung der Anleihen geäußert hatten.

Somit emittierte die Deutsche Bank am Montag eine 5-jährige Euro-Emission (WKN: DL19TA) mit einem Kupon von 1,50% (+150 bps über Mid Swap). Das Papier im Volumen von 1,5 Mrd. € ist im Januar 2022 endfällig und richtet sich mit einer Mindeststückelung von 100.000 € insbesondere an institutionelle Investoren. Bei einem aktuellen Kurs von ca. 99,85% rentiert der Titel mit ca. 1,53%. Für CEO Cryan dürfte die Emission ein weiterer Schritt in Richtung Normalisierung sein.

Türkische Bonds gehen auf Talfahrt

Jetzt sind es die Kapitalmärkte, welche die Türkei verstärkt unter Druck setzen. Nachdem die Lira aufgrund der politischen Unruhen bereits im Sommer einen Wertverlust zu verkraften hatte, verlor sie nun innerhalb weniger Tage gegenüber dem Euro weitere 12% an Wert und markierte ein neues Rekordtief. Für einen Euro bekam man in der Spitze ca. 4,17 türkische Lira und vor weniger als zwei Jahren waren es nur 2,5 Lira. In der Folge dieser Entwicklung versuchten internationale Kapitalanleger ihre Verluste zu begrenzen, was eine regelrechte Kapitalflucht ausgelöst hat. Investoren trennten sich im großen Stil von ihren in türkischer Lira begebenen Anleihen.

Aber auch an Staatsanleihen, die in anderen Währungen begeben wurden, ging diese Entwicklung nicht spurlos vorbei. So fiel ein bis 3/2022 laufender Titel (A1GWJH) vergangene Woche auf 98,275%, um sich inzwischen wieder auf ca. 99,00% zu erholen. Damit rentiert das in US-Dollar notierte Papier mit ca. 5,35%. Ähnlich verlief die Entwicklung bei einer auf Euro lautenden Staatsanleihe aus Ankara - wie etwa bei einem bis 4/2023 laufenden Papier (A1ZGRG), das derzeit einen Kurs von ca. 103% (ca. 3,48% Rendite) aufweist, nachdem es am 11.01. bereits auf 101,95% gefallen war.

Der Wertverfall bedroht die erfolgreiche türkische Wirtschaftspolitik, die als eine Machtbasis von Präsident Erdogan gilt. Dieser machte zum wiederholten Male das Ausland für die Entwicklung an den Kapitalmärkten verantwortlich. Er ging dabei soweit, „einen Terroristen mit einer Waffe in der Hand und einem Terroristen mit Dollars, Euros und Zinsen“ gleichzusetzen. Ihr Ziel sei es, die Türkei in die Knie zu zwingen. „Den Wechselkurs benutzen sie als Waffe”, so Erdogan.

Tatsächlich mag man die Gründe für den Wertverfall nicht alle als hausgemacht bezeichnen, aber dahinter steckt schlicht und einfach Finanzmarktlogik. Weil steigende Zinsen in den USA erwartet werden, fließt zurzeit Geld aus vielen Schwellenländern in die USA, wo obendrein ein politisch motivierter, starker US-Dollar für zusätzliche Anreize sorgt.

Aber natürlich ist ein Großteil der Probleme politischer Natur. Da ist die Hetze gegen Gülen-Anhänger und die Lähmung bürokratischer Prozesse zu nennen, nachdem 100.000 Staatsbedienstete entlassen und 40.000 Menschen verhaftet wurden. Hinzu kommt das chronische Leistungsbilanzdefizit der Türkei, das insbesondere von hohen Energieimporten herrührt und aufgrund der geschwächten Währung nun noch größer werden dürfte. Auch eine Zinserhöhung der Zentralbank im November auf nunmehr 8% hatte den Verfall der Lira nicht stoppen können. Dabei sehen sich die Währungshüter, die formal als unabhängig gelten, dem Druck von Erdogan ausgesetzt. So forderte der Präsident entgegen jeglichen ökonomischen Sachverstands von der Zentralbank, doch bitteschön die Zinsen zu senken. Erst als er vergangene Woche einlenkte und der Zentralbank freie Hand gab, konnte sich der Lira-Kurs wieder etwas stabilisieren.

Ende Januar wird nun die Rating-Agentur Fitch über ihre Bonitätseinstufung der Türkei neu entscheiden. Es ist die letzte der drei großen Agenturen, bei der das Land „Investment”-Status genießt. Entscheidet sich auch Fitch für ein Downgrade, dürfte es mit der Lira weiter bergab gehen.

Xi Jinping stiehlt allen die Schau

In Davos hat sich zum Auftakt des 47. Weltwirtschaftsforums alles um Xi Jinping gedreht. In seiner Eröffnungsrede hat der chinesische Staatschef mehrere verschiedene Spitzen gegen die USA losgelassen und vor allem eins abgelegt: ein Bekenntnis zu einer offenen Weltwirtschaft.

Man habe die Arme offen und heiße die Leute auf dem chinesischen Expresszug willkommen, sagte Xi in einer blumigen Rede. Er betonte, dass die wirtschaftliche Globalisierung zu Fortschritten in Wirtschaft und Technologie geführt und die Menschen zusammengebracht habe. Allerdings sei die Globalisierung ein zweischneidiges Schwert, besonders dann, wenn die Weltwirtschaft unter Druck stünde.

Chinas Staatschef sieht daher an verschiedenen Ecken Handlungsbedarf. Das globale Wirtschaftswachstum müsse gesteigert werden. Es gehe dabei keineswegs nur um die Debatte, ob nun mehr geldpolitischer Stimulus oder eher die Fiskalpolitik helfen könne, sondern um die Entwicklung neuer Strukturen, die ein innovationsbasiertes Wachstum ermöglichten. Geht es nach Xi, soll die Welt sich dabei zu einer offenen Weltwirtschaft verpflichten.

Niemand werde aus einem Handelskrieg als Sieger hervorgehen, warnte er, ohne die USA explizit zu nennen. Dennoch dürfte klar sein, dass dies als Spitze gegen den Protektionismus der neuen Regierung in Washington galt. Als weitere Spitze gegen Trump wurde Xis Bekenntnis zum Pariser Klimaabkommen gewertet. Er ermahnte die Unterzeichnenden, den Vertrag nun einzuhalten.

Mit Xi hat sich in der verschneiten Umgebung des Schweizer Skiorts erstmals ein chinesischer Staatschef als glühender Verteidiger des Welthandels präsentiert - und das in einer Zeit, in der viele beginnen, dem Protektionismus das Wort zu reden. Nun muss sich zeigen, wieviel Wert Xis Worte in der wirtschaftlichen Praxis haben werden.

Fresenius macht sich hübsch

Die Emissionstätigkeit der Unternehmen fiel im Vergleich zum Jahresstart in der vergangenen Woche verhaltener aus. Dennoch zeigte sich mit dem Gesundheitskonzern Fresenius ein Unternehmen am Kapitalmarkt aktiv, das nicht nur private und institutionelle Anleger ansprechen möchte, sondern durch die Anpassung der Emissionsbedingungen seine Bonds auch für das QE-Programm der EZB aufhübschte. Somit konnten mittels vier 4 Bonds spielend 2,6 Mrd. € am Markt refinanziert werden.

Bei der ersten Gattung handelt es sich um eine 5-jährige 700 Mio. € schwere Anleihe (A19B3F) mit Laufzeitende am 31.01.2022. Die Investoren erhalten eine jährliche Verzinsung von 0,875%. Der Emissionspreis betrug 99,732% (+85 bps über Mid Swap). Bei der zweiten Tranche handelt es sich um einen 7-jährigen Bond (A19B3G) mit identischem Emissionsvolumen und einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,5% bis zur Fälligkeit am 30.01.2024. Ausgegeben wurde das Papier bei 99,875% und somit +120 bps über Mid Swap. Die dritte Anleihe (A19B3H) ist eine 10-jährige, 700 Mio. € große Benchmark Anleihe mit einer jährlichen Verzinsung von 2,125%. Fällig wird das Papier am 02.01.2027. Das Preising erfolgte mit +152 bps über Mid Swap. Folglich errechnete sich der Reoffer bei 99,359%. Das Quartett komplettiert eine 15-jährige Anleihe (A19B3J), welche mit einem Volumen von 500 Mio. € sowie mit 3% jährlicher Verzinsung und einer Fälligkeit am 30.01.2032 ausgestattet ist. Dieser Bond wurde zu 99,275% emittiert und somit +253,9 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gepreist.

Fresenius entschied sich bei allen hier genannten Anleihen zur Aufnahme eines optionalen Sonderkündigungsrechts zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option), aber auch für eine Mindeststückelung von 1.000 €.

Nicht ganz so schwergewichtig, aber dennoch mit einer neuen Anleihe im Volumen von 1 Mrd. € kam Linde an den Markt. Das 5-jährige Papier (A19BT2) ist mit einem Kupon in Höhe von 0,25% jährlich bis zur Endfälligkeit am 18.01.2022 ausgestattet. Emittiert wurde das Papier zu 99,713% und damit + 22 bps über Mid Swap. Auch diese Anleihe wurde mit einer kleinsten handelbaren Einheit von 1.000 € begeben.

Die Reise ins Dreieck

Aktuell bewegt sich das Sorgenbarometer seitwärts um die Marke von 163,60%. Doch in den kommenden Tagen müssen sich die Rentenhändler zumindest vorübergehend für einen Trend entscheiden, denn charttechnisch bildete sich eine Dreiecksformation heraus, deren Spitze fast identisch mit der psychologisch wichtigen Linie bei 164% ist. Dabei verläuft die obere Trendlinie momentan bei ca. 164,30% und eine erste Unterstützungslinie bei ca. 163,42%, die allerdings bereits im gestrigen Handel durchbrochen wurde. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei ca. 163% und somit nur noch unweit vom bisherigen Jahrestief bei 162,47% (09.01.17).

Mit dem morgigen offiziellen Amtsantritt von „D.T. – dem Unberechenbaren“ wird eine neue Ära eingeläutet und sollten sich die Aktienkurse auf Talfahrt begeben, so könnte dies zu einer spiegelbildlichen Entwicklung an den Rentenmärkten führen. Allerdings sollte der „Anlagenotstand“ in Euroland einen „Aktiencrash“ verhindern und eher zu einem moderaten Zinsanstieg bei 10-jährigen Bundesanleihen führen.

Von der heutigen EZB-Sitzung werden zwar keinerlei Zinsanpassungen erwartet, aber die anschließende Pressekonferenz des EZB-Präsidenten Mario Draghi wird mit Spannung erwartet. Zumal in dem erst kürzlich veröffentlichten Protokoll der Sitzung vom 8. Dezember des vergangenen Jahres zu lesen war, dass sich innerhalb des EZB-Rates Widerstand gegen die anschließend verkündeten Maßnahmen regte und auch mehrere Varianten durchdiskutiert wurden. Somit werden die heutigen Worte von „Super Mario“ erneut auf die Goldwaage gelegt und vielleicht schon ein neuer Trend initiiert.

Bund mit neuem Rendite-Minusrekord

In dieser Handelswoche wurde den Marktteilnehmern die Tragweite der EZB-Entscheidungen vom Dezember vergangenen Jahres nochmals deutlich vor Augen geführt. Obwohl sich am langen Ende die Rendite gegenüber dem bisherigen Tief deutlich erhöht hat, wurde am kurzen Ende ein neuer Rendite-Tiefstand markiert. Bei der Aufstockung der 2-jährigen Bundesschatzanweisungen (110466) um 5 Mrd. € auf 13 Mrd. € wurden insgesamt Kaufaufträge im Gegenwert von 5.072 Mrd. € aufgegeben. Die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,75%. Bei der ersten Aufstockung am 6. Dezember 2016 erreichte man den bisherigen Tiefpunkt mit einer Rendite von -0,71%. Diese Entwicklung ist der Tatsache geschuldet, dass seit Jahresbeginn die Mindestrestlaufzeit für Wertpapiere, die im Rahmen des Anleihekaufprogramms erworben werden dürfen auf ein Jahr reduziert wurde.

In der Eurozone stockten die Slowakei (A1HCKU / 2024; A1888L / 2026; A1ZB9Q / 2029), Spanien (A18W6G / 2019; A1HK7U / 2023) sowie Frankreich (A189GE / 2022; A1HBNB / 2021; A1GMH7 / 2027; A18675 / 2047) diverse Anleihen auf bzw. Frankreich und Spanien emittierten 2 neue Gattungen mit mittleren Laufzeiten. Insgesamt wurde den Investoren in dieser Woche neues Material für nominal fast 20 Mrd. € angeboten.

In den USA beschränkte man sich in der Woche der „Machtübergabe“ auf die Emission von Geldmarkttiteln mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 124 Mrd. USD und als letzte Anleihe in der Amtszeit Obamas wird am heutigen Donnerstag eine 10-jährige inflation-linked T-Note begeben. In der kommenden Woche stehen neben den üblichen T-Bills auch Bonds mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren zur Refinanzierung an.

Der Euro entfernt sich von der Parität

Aller guten Dinge sind drei, doch was den Devisenmarkt betrifft sind es momentan genau drei verschiedene Weltwährungen, die für einige Turbulenzen sorgen.

Ganz vorne findet sich die türkische Lira gefolgt vom mexikanischen Peso. Ebenfalls zu den schwächsten Währungen zählt bislang das Pfund Sterling. Obwohl die Währung aufgrund der Rede von Premierministerin Theresa May diese Woche deutlich zulegen konnte und zeitweise bei 0,86265 GBP gehandelt wurde, präsentiert sich das Pfund insgesamt sehr anfällig und notiert aktuell bei 0,866 GBP. Im Vorfeld der Rede bewegte sich der Wechselkurs zum Euro gar bei 0,88541 GBP und damit auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2016.

Bei dem anderen Sorgenkind, der türkischen Lira scheint die Talfahrt vorerst gestoppt zu sein. Nach den massiven Kursverlusten in der Vorwoche und einem neuen Allzeittief bei 4,1785 TRY konnte sich die Lira etwas stabilisieren. Die Währung vom Bosporus notierte teilweise bei 3,95 TRY und handelt zur Stunde um die Marke von 4,035 TRY.

Auch die mexikanische Landeswährung steht nach wie vor gewaltig unter Druck. Kurz vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump handelt der Peso zum US-Dollar bei ca. 21,93 MXN und damit nur unweit seines historischen Tiefs von 22,0385 MXN, aufgestellt am 11. Januar 2017. Im Vergleich zum Euro hat der mexikanische Peso keine neuen Tiefstwerte erreicht. Mit einem Wechselkurs von 23,32 MXN handelt er allerdings nahe seines All-Time-Lows bei 23,45 MXN.

Die europäische Gemeinschaftswährung hingegen präsentiert sich dieser Tage wieder etwas stärker. So stieg der Euro zum US-Dollar bis auf 1,0719 USD und markierte damit den Höchstwert in 2017, den er allerdings kurz vor der heutigen EZB-Sitzung nicht halten konnte. Aktuell handelt die Einheitswährung bei 1,0640 USD.

Auch in dieser Berichtswoche setzten die Privatanleger auf Altbekanntes. Favorisiert wurden demnach Fremdwährungsanleihen auf türkische Lira, mexikanische Peso, brasilianische Real sowie US-Dollar.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Notenbanken bleiben auch 2017 marktbeherrschend

Zurückblickend lässt sich konstatieren, dass nichts an der Börse einfacher ist, als den Vortag nochmals zu handeln. Diese alte Börsenweisheit lässt sich auch auf einen längeren Zeitraum übertragen wie beispielsweise das Jahr 2016, das an ungewöhnlichen Ereignissen, welche die Börsen kräftig durchgeschüttelt haben, nicht arm war. So sorgten neben den regionalen Krisen insbesondere die Entscheidung über den EU-Austritt Großbritanniens und die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten oftmals zu nicht nachvollziehbaren Kursbewegungen.

Aber 2016 ist Vergangenheit und nun gilt es, sich für 2017 zu rüsten! Doch sind die Einflussfaktoren für das neue Jahr so unkalkulierbar, dass grundsätzlich alles möglich erscheint. Deshalb werden Wucht und Schnelligkeit von Marktverwerfungen die neue Normalität sein und uns durch das ganze Börsenjahr begleiten. Das bedeutet gleichzeitig, dass sich Investoren insbesondere im noch neuen Jahr wie auf einem zugefrorenen See verhalten sollten. Auch dort ist die persönliche Einschätzung des Gefahrenpotentials unabdingbar. Ist das Eis an manchen Stellen noch dick und tragfähig, so kann es an anderen Stellen dünn und brüchig sein - oder durch eine zu große Belastung bzw. Tauwetter schnell seine Stabilität einbüßen.

Die Erzeuger von solchen Rahmenbedingen sind u.a. die Notenbanken, welche auch in diesem Jahr mit den Folgen politischer Ereignisse (Wahlen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und eventuell auch in Italien) umzugehen haben. Zusätzlich werden allerdings auch Themen wie die „Auferstehung“ der Bankenkrise, die Unberechenbarkeit des US-Präsidenten Donald Trump, der Beginn der Brexit-Verhandlungen sowie die von manchen versuchte Selbstzerstörung des gemeinsamen Europas durch die Rückbesinnung auf nationale Werte die Märkte bewegen. Insbesondere „D.T. - der Unberechenbare” spielt mit Gedanken, sich von diversen Handelsabkommen zu befreien und die USA wie ein Unternehmen zu führen. Dieser neue Ansatz von Politik ist sicherlich nicht verwerflich, aber Handel und Frieden hängen eng miteinander zusammen. So ist jeder gute Kaufmann im Sinne guter geschäftlicher Beziehungen am Wohlergehen seiner Kunden interessiert und würde gegen diese nie einen „Krieg“ führen.

Das beste Beispiel für gelungene Friedenspolitik infolge einer Annäherung in wirtschaftlicher Hinsicht ist hierbei immer noch Europa. Auch wenn man nicht mit allen Errungenschaften in Europa glücklich ist, so kann man dennoch auf die bisher längste Friedensphase in Kerneuropa stolz sein. Dieses für die gesamte EU-Bevölkerung sehr hohe Gut gilt es auch in den kommenden Jahren zu erhalten und zu verteidigen. In Ermangelung politischer Unterstützung wird die Europäische Zentralbank weiterhin mit ihren geldpolitischen Entscheidungen für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sorgen müssen. Es bleibt abzuwarten, wie ihr dies gelingen wird.

Märkte unsicher über weiteren Fed-Kurs

Über den weiteren Kurs der US-Notenbank ist eine gewisse Verunsicherung an den Kapitalmärkten eingetreten. Das in der vergangenen Woche veröffentlichte Protokoll der Federal Reserve Bank (Fed) über deren Dezember-Sitzung macht deutlich, dass die in Aussicht gestellten und bereits eingepreisten Zinserhöhungen noch nicht in Stein gemeißelt sind. Laut der Mitschrift der Fed-Sitzung gehen die Währungshüter zwar mehrheitlich davon aus, dass sich die US-Konjunktur besser entwickeln könnte als bisher angenommen. Jedoch wiesen die Teilnehmer darauf hin, dass noch erhebliche Unsicherheiten über den wirtschaftspolitischen Kurs der künftigen US-Regierung bestünden und kritisierten u.a. auch die Dollarstärke.

Allerdings: Sollte sich die US-Konjunktur besser entwickeln als erwartet, könnte die US-Notenbank auch gezwungen sein, gegenzusteuern und die Zinsen rascher anzuheben. Dieses Szenario hat in den vergangenen Wochen den US-Dollar immer stärker werden lassen. Doch dieser Trend ist momentan gebrochen, so dass Zweifel an rasch steigenden Zinsen angebracht sind.

Wie schwierig das Marktumfeld auch für Notenbanken ist, verdeutlicht die Tatsache, dass die US-Notenbank für 2016 „lediglich“ rund 92 Mrd. US-Dollar an das Finanzministerium in Washington überweisen wird, denn im Vorjahr waren es noch 97,7 Mrd. US-Dollar.

EZB in der Zwickmühle

Man braucht kein Hellseher zu sein, um zu prognostizieren, dass sich die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahr 2017 vornehmlich mit dem Einstieg in den Ausstieg der ultralockeren Zinspolitik beschäftigen muss. Scheint doch mit dem Anstieg der Inflation auf 1,7% im Dezember der Punkt gekommen zu sein, an dem sich die Frage nach der Zinswende aufdrängt. Hinzu kommt, dass die europäische Wirtschaft insgesamt nicht schlecht dasteht.

Bereits festgelegt hat die EZB, ihr Wertpapierkaufprogramm (Quantitative Easing / QE) über März 2017 bis zum Jahresende zu verlängern – und zwar ab April mit einem von 80 auf 60 Mrd. € reduzierten Monatsvolumen. Allerdings mit der Option, das Volumen bei Bedarf wieder aufzustocken. Denn natürlich müssen die Notenbanker ihre Entscheidungen sorgfältig abwägen, um das zarte Pflänzchen aufkeimenden Wachstums nicht vorschnell wieder abzuwürgen. Sollten im Zuge möglicher weiterer Leitzinserhöhungen in den USA auch in Euroland die langfristigen Kreditzinsen anziehen, könnte dies die hiesige Wirtschaft schnell unter Druck bringen. So will die EZB flexibel bleiben und bei Bedarf die lockere Geldpolitik fortsetzen. Einen weiteren Grund, die Zinsen niedrig zu halten, liefern die Schuldensünder unter den EU-Ländern. Müssten diese höhere Zinsen an ihre Gläubiger zahlen, droht nicht nur Griechenland die Zahlungsunfähigkeit.

Deshalb darf der Einstieg in den Ausstieg der ultralockeren Geldpolitik nicht allzu früh erwartet werden, zumal deren Anhänger, die sogenannten Tauben, nach Einschätzung der „Börsen-Zeitung“ im EZB-Rat in der Überzahl sind. Somit bleiben uns die Risiken einer überzogenen Flutung der Märkte mit Geld, welche zu einer Fehlallokation von Ressourcen und dem Aufblähen von Blasen führen, noch lange Zeit erhalten.

Darüber hinaus würde ein später Einstieg in den Ausstieg besonders für Sparer zu einem unliebsamen Effekt führen. Sollte nämlich die Inflation in den Jahren 2017 bis 2019 von 1,3 auf 1,7% anziehen, wie es die Notenbanker erwarten, und gleichzeitig die Zinsen nahe der Nulllinie bleiben, würden Anleger unter’m Strich eine Menge Geld verlieren. Das schlimmste Jahr hat für die Sparer also erst vor wenigen Tagen begonnen!

Somit bleibt den Notenbankern nur die Hoffnung, dass die Inflation in den nächsten Monaten stagniert, da ihnen ansonsten bei Nichtreaktion eine politische Motivation unterstellt werden könnte. Man darf gespannt sein, wie sich die EZB aus der selbst gebauten Zwickmühle befreien wird.

Halten Bond-Anleger Volkswagen weiterhin die Treue?

Inzwischen ist der Deal in trockenen Tüchern, denn Volkswagen hat sich am gestrigen Abend mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich geeinigt. Demnach muss der Wolfsburger Autobauer Strafzahlungen in Höhe von 4,3 Mrd. US-Dollar leisten.

VW hat bislang insgesamt 18,2 Mrd. € für die Folgen des Abgasskandals zurückgelegt. Das Gros davon dürfte bereits für Entschädigungen von US-Kunden und Strafen in zivilrechtlichen Auseinandersetzungen reserviert sein und somit wird die zurückgelegte Summe nicht ausreichen.

Dennoch haben die Anleger am Bondmarkt VW die Treue gehalten. Die Anleihen des Autobauers tendierten in dieser Woche allesamt nach oben. So zog ein bis 4/2022 laufender Titel der VW Leasing (A0JCC0) auf rund 106,92% an, nachdem er am 6.12. bei 105,075% bewertet wurde. Ähnlich entwickelten sich die Corporates von VW im langfristigen Bereich, was an einer 1/2030 fälligen Anleihe (A1ZUTM) deutlich wird, die auf ca. 94,75% kletterte. Am 8.12. hatte dieser Bond noch bei 89,539% notiert. Die nächsten Handelstage werden zeigen, ob ein Umdenken der Investoren im Zuge der neuesten Entwicklung im Abgasskandal erfolgte oder ob man VW die Treue hält.

Rom stellt Rettungsplan für Banken auf

6,6 Mrd. € wird der italienische Staat zur Rettung der seit Jahren kriselnden Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) aufbringen, die nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) insgesamt 8,8 Mrd. € frisches Kapital benötigt. Die restlichen 2,2 Mrd. € müssen institutionelle Anleger beisteuern. Ihre Anleihen werden in Aktien umgewandelt, was einem Wertverlust von einem Viertel gleichkommen soll.

Italiens drittgrößtes Kreditinstitut und das älteste aktive Bankhaus der Welt leidet unter einem riesigen Berg fauler Kredite, der bis zu 45 Mrd. € betragen soll. Beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) Ende Juli 2016 hatte die BMPS am schlechtesten abgeschnitten.

Die EZB hatte der Bank bis zum 31. Dezember 2016 Zeit gegeben, um ihre Finanzlage ins Lot zu bringen. Ansonsten drohte man mit Abwicklung. Die italienische Regierung in Rom hat für BMPS sowie anderer Krisenbanken einen 20 Mrd. € schweren Rettungsfonds zur Verfügung gestellt. Davon profitiert nun als erste Bank die BMPS. Rechtliche Grundlage des mit Steuergeldern ausgestatteten italienischen Rettungsfonds ist eine immer noch geltende Krisen-Richtlinie der EU, die eine Ausnahmeregelung aus der Zeit der Finanzkrise darstellt.

Indessen fürchtet Ifo-Chef Clemens Fuest langfristig den Austritt Italiens aus der EU. Das Wohlstandsniveau für Italien liege auf dem Level des Jahres 2000, sagte er dem „Tagesspiegel“. Wenn sich daran nichts ändere, so meint Fuest, würden sich die Italiener irgendwann von der Eurozone verabschieden wollen. Probleme gebe es auch dann, wenn Italien einen Antrag beim Rettungsschirm ESM stellen würde. Mit seiner Zustimmung zu einem Rettungsprogramm für Italien würde der Bundestag dem Steuerzahler Risiken aufbürden, deren Höhe er weder kenne noch kontrollieren könne.

Spürbare Belebung zum Jahresstart

In den vergangenen Jahren kam der Emissionszug immer erst mit einiger Verspätung ins Rollen und es dauerte einige Wochen bis er Fahrt aufnahm. In diesem Jahr war das allerdings anders und bereits kurz nach dem Jahreswechsel kam „Leben in die Bude”.

Einen Blitzstart legte der bayerische Motorenbauer BMW mit einer Dualtranche hin. Es wurden insgesamt 2 Mrd. € refinanziert. Bei dem ersten Bond handelt es sich um eine 4-jährige 1,25 Mrd. € schwere Anleihe (A19BGQ). Die Investoren erhalten bis zur Fälligkeit am 12.01.2021 eine jährliche Verzinsung in Höhe von 0,125%. Emittiert wurde der Bond zu 99,741% (+20bps über Mid Swap). Die zweite Tranche (A19BGR) umfasst ein Volumen von 750 Mio. € und bietet eine jährliche Verzinsung von 0,75% bis zum Ende der Laufzeit am 12.07.2024. Das Preising erfolgte mit +42 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 99,429% entsprach.

Auch HeidelbergCement rüstet sich für kommende Aufgaben im neuen Jahr durch die Emission einer 750 Mio. € schweren Anleihe (A19BPE). Das Papier bietet eine Verzinsung von 0,50% p.a. bei einer Laufzeit bis zum 18.01.2021 und ist mit einem optionalen Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) ausgestattet. Der Emissionspreis wurde bei 99,822% fixiert (+55 bps über Mid Swap).

Ganz zur Freude vieler Privatanleger wurden die hier genannten Anleihen mit einer Mindeststückelung von 1.000 € emittiert.

Ein Jahr der Superlative wird bald Geschichte sein

Das Jahr 2016 neigt sich langsam dem Ende zu. Egal ob Ölpreis, Aktien- oder Rentenmärkte, überall gab es Rekorde zu verzeichnen. Nicht zuletzt auch bei der Emissionstätigkeit von Corporate Bonds. Insgesamt wurde ein Bruttoemissionsvolumen von 320 Mrd. € am Markt platziert und der bisherige Rekord mit 319 Mrd. € aus dem Jahre 2009 eingestellt.

Nicht ganz so aufregend verlief die vergangene Woche. Die Emittenten hielten sich zurück und so machte sich auch am Primärmarkt die „stade“ Zeit breit. Dennoch bestätigen bekanntlich Ausnahmen die Regel und so kam es, dass der US-amerikanische Medizingerätehersteller Zimmer Biomet Holdings eine Dualtranche im Gesamtvolumen von 1 Mrd. € emittierte. Beide Teile sind gleich gewichtet. Bei der ersten Anleihe handelt es sich um einen 6-jährigen Titel (A1899T) mit Laufzeitende am 13.12.2022. Das Unternehmen zahlt den Anlegern einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,414%. Gepreist wurde der Bond bei +115 bps über Mid Swap und dies ergab einen Ausgabepreis von Pari. Bei der zweiten Anleihe handelt es sich um einen 10-jährigen Bond (A1899U) mit jährlicher Verzinsung von 2,425% und Fälligkeit am 13.12.2026. Emittiert wurde das Papier ebenfalls zu Pari (Mid Swap +168 bps). Zimmer Biomet Holdings entschied sich bei beiden Bonds für die Festschreibung eines Sonderkündigungsrechts zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) sowie die Aufnahme der Mindeststückelung von 100.000 € in die Anleihebedingungen.

Orientierungsphase noch nicht abgeschlossen

Die ersten Handelstage des neuen Jahres verdeutlichen, dass im Rentenhandel die Orientierungsphase noch nicht abgeschlossen ist und die Händler auf der Suche nach dem Trend 2017 bisher nicht fündig wurden. Konnte das Rentenbarometer am 2. Januar bis auf 164,94% klettern, so markierte es nur eine Woche später mit 162,47% das bisherige Jahrestief. Inzwischen notiert der Euro-Bund-Future infolge der gestrigen Pressekonferenz von D.T. - dem Unberechenbaren wieder über der psychologischen Marke von 164%.

Bereits dieser Jahresauftakt zeigt, dass es noch einige Wochen dauern kann bis sich die Akteure an den Finanzmärkten mit den neuen Gegebenheiten arrangiert haben. Börsianer lieben die freie Sicht und stochern nicht gerne im Nebel. Selbstverständlich kann man zwar auch in solchen Märkten Gewinne erzielen, aber es sind doch eher zufallsbedingte Erträge.

Somit hoffen die Marktteilnehmer, dass sich in den kommenden Tagen die Nebelbänke auflösen. Solange dies aber nicht der Fall ist, muss auf Sicht gefahren werden und daher blickt man gespannt auf die heutige Rede der Fed-Präsidentin, Janet Yellen, die im Rahmen des Town-Hall-Meetings in Washington sprechen wird. Marktteilnehmer erhoffen sich hierbei neue Erkenntnisse zu Wachstums- und Inflationsperspektiven, um Rückschlüsse auf die weitere Geldpolitik in den USA ziehen zu können.

Bund plant erneut mit einem geringeren Refinanzierungsbedarf

Es war schon immer so, dass sich mit einem Jahreswechsel Neuerungen einstellen, aber manche Abläufe unverändert bleiben. So wird sich der Refinanzierungsbedarf der USA nicht reduzieren und wir werden weiterhin wöchentlich mit einer Flut von Geld- und Kapitalmarktpapieren konfrontiert. In dieser Handelswoche wurden beispielsweise T-Bills mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten für insgesamt 107 Mrd. US-Dollar ausgegeben. Darüber hinaus wurden noch Kapitalmarktpapiere mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren in einem Gesamtvolumen von 56 Mrd. US-Dollar den interessierten Investoren zum Kauf angeboten.

In Euroland werden bekanntlich schon immer „kleinere Brötchen“ gebacken und so wurden nach der Weihnachtspause sowie dem Ende der Ferienzeit in vielen europäischen Ländern vereinzelt Emissionsaktivitäten beobachtet. Aufgestockt wurden hierbei Altemissionen in den Niederlanden (A1ZDY6 / 2047), Österreich (A18X6P / 2026 ; A18X6Q / 2047) und Italien im Volumen von insgesamt ca. 8 Mrd. €. Die beiden zusätzlich in Deutschland im Tender offerierten Anleihen rundeten die Angebotspalette ab, wobei die inflationsindexierte Anleihe (103056 / 2026) bei einer realen Durchschnittsrendite von -1,07% zugeteilt wurde. Das Emissionsvolumen erhöhte sich hierbei um 1 Mrd. € auf nun 9,5 Mrd. €. Die neu aufgelegte zehnjährige Anleihe (110241) mit einem Emissionsvolumen von 5 Mrd. € konnte hingegen mit einer Durchschnittsrendite von 0,36% zugeteilt werden.

Besonders erwähnenswert ist die Emissionsplanung des Bundes für das Jahr 2017. Für das Jahr 2016 waren ursprünglich Refinanzierungen in Höhe von ca. 210 Mrd. € vorgesehen, die allerdings aufgrund der hohen Steuereinnahmen unter die Marke von 200 Mrd. € gedrückt werden konnten. Zur Finanzierung des Bundeshaushaltes und seiner Sondervermögen plant der Bund im laufenden Jahr nur noch mit einer Mittelaufnahme von ca. 180 Mrd. €. Steuereinnahmen und reduzierte Zinszahlungen machen es möglich.

Türkische Lira im freien Fall

Albert Einstein hatte eine besondere Sicht auf den Jahreswechsel: Wenn’s alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht. Dieser zweite Teil trifft sicherlich auf viele Währungen zu.

So gab es für die europäische Gemeinschaftswährung weder im alten Jahr noch bisher im neuen viel Gutes zu vermelden. Gleich zum Handelsauftakt hatte der Euro einen Tiefschlag zu verkraften und fiel bereits am 3. Januar bis auf 1,0341 US-Dollar zurück, was ein neues 14-Jahres-Tief darstellte. Nach diesem schlechten Start konnte es fast nur noch besser werden. Die Gegenbewegung während der folgenden Handelstage ließ die Einheitswährung bis auf 1,0649 USD ansteigen. Nach der mit Spannung erwarteten ersten Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Trump startet das Devisenpaar Euro/Dollar heute Morgen bei 1,0630 USD in den Handel.

Einen ordentlichen Fehlstart hatte die türkische Lira zu verzeichnen. Die Landeswährung der Türkei befindet sich bereits seit geraumer Zeit stark unter Druck. Insbesondere die Terroranschläge sowie die politischen Unsicherheiten sorgen immer wieder für historische Tiefstwerte. So fiel die Lira zum Euro auf ein Allzeittief bei 4,1785 TRY. Ein US-Dollar war zeitweise 3,9415 Lira wert und damit so viel wie nie zuvor. Aufgrund der aktuellen Situation im Land könnte sich der Abwertungstrend weiter fortsetzen.

Dementsprechend standen Währungsanleihen auf türkische Lira im Fokus der Privatanleger. Ebenfalls waren in Bonds lautend auf mexikanischen Peso, US-Dollar, südafrikanischen Rand und brasilianischen Real vermehrt Handelsaktivitäten zu beobachten.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

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Author: Klaus Stopp

Droht auch den Unternehmen die Überschuldung?

Der Entwurf des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung verdeutlicht, dass immer mehr Menschen und Haushalte in Deutschland überschuldet sind. Demnach stecken 2,05 Millionen Haushalte und somit ca. 4 Millionen Menschen in der Schuldenfalle. Seit 2006 ist ein stetiger Anstieg der betroffenen Personen sowie der Obdachlosen zu registrieren. Oftmals sind unvorhersehbare Veränderungen der Lebenssituation dafür verantwortlich, die zu finanziellen Schwierigkeiten führen.

Dank der Europäischen Zentralbank (EZB) haben dagegen Unternehmen nur sehr selten Probleme mit der finanziellen Ausstattung. Denn die Unternehmen können sich - bei guter Bonität - zu günstigen Konditionen an den Kapitalmärkten refinanzieren. Hatte BMW im Jahre 2008 für eine fünfjährige Anleihe noch einen Zins von 8,875% bieten müssen, so zahlt BMW auf eine in diesem Jahr begebene Anleihe mit vierjähriger Laufzeit nur noch 0,125% Zinsen.

Das führt inzwischen soweit, dass nach Recherchen des Handelsblattes Unternehmen dazu verleitet werden, massiv Schulden aufzubauen und Investitionen zu tätigen, die früher nicht bezahlbar gewesen wären. So sind die Schulden der Dax-Unternehmen seit der Finanzkrise im Jahre 2008 um 45% angestiegen, und es stellt sich die Frage: Wie verkraften diese Unternehmen eine Zinswende? Sollten zukünftig die Zinsen kräftig anziehen, so würde dies bei der einen oder anderen Gesellschaft zu einem Gewinneinbruch führen.

Doch auch der Blick zurück ist in diesem Zusammenhang wichtig, um die Auswirkungen eines solchen Szenarios richtig bewerten zu können. Was wurde mit dem Geld gemacht und ist es bei Endfälligkeit der Anleihe oder des Schuldscheins zur Tilgung der Schulden verfügbar? Sollte dies nicht der Fall sein, so droht den Unternehmen das „italienische Dilemma“. Ein immer größerer Schuldensaldo muss zu höheren Konditionen refinanziert werden, da man sich in der Zeit zwischen Begebung und Fälligkeit der Anleihe über die Rückführung der Schulden keine Gedanken gemacht hat.

Kommt es an den Kapitalmärkten zu dieser von den Sparern erhofften Trendwende bei den zu erzielenden Renditen, so werden nicht nur die betroffenen Unternehmen darunter leiden, sondern auch die Steuerzahler. Denn die niedrigen zu zahlenden Zinssätze haben sich in der Vergangenheit positiv auf die GuV der Gesellschaften ausgewirkt. Dadurch dass höhere Gewinne erzielt werden konnten, wurden auch höhere Steuern gezahlt. Doch damit wäre es dann vorbei. Die Unternehmen würden weniger Gewinne und im schlimmsten Fall sogar Verluste erzielen, was zu Mindereinnahmen bzw. sogar zu Steuerrückzahlungen führen würde.

Noch leben wir in Deutschland auf der „Insel der Glückseligen“, aber man sollte nicht blauäugig sein. Wie schnell die Renditen anziehen können, konnte man nach dem Wahlsieg Donald Trumps in den USA erfahren.

Die Fed hat geliefert

Am gestrigen Abend war es endlich soweit. Nach langem Zögern hat die US-Notenbank Fed den überfälligen Schritt vollzogen und den Leitzins – wie von den Marktteilnehmern erwartet – um 0,25 Prozentpunkte angehoben.

Der einstimmig gefällte Beschluss, der aufgrund einer Arbeitslosenquote von 4,6% (nahezu Vollbeschäftigung in den USA), einem prognostizierten BIP-Wachstum für 2017 von 2,1% und einer erwarteten Kerninflation von 1,8% getroffen wurde, ist aber nur der Auftakt zu weiteren Zinserhöhungen. Die jetzige Spanne zwischen 0,50% bis 0,75% ist somit nur eine Station auf dem Weg zu einem langfristigen Leitzins von 3%. Für das kommende Jahr signalisierten die Notenbankvertreter unter dem Vorsitz ihrer Präsidentin Janet Yellen drei weitere Zinserhöhungen. Diesem steileren Pfad liegen allerdings die zu erwartenden konjunkturellen Impulse zugrunde, die von der neuen US-Regierung in Aussicht gestellt werden. Der neue US-Präsident hat sicherlich den Vorteil, dass er in beiden Kammern auf die Mehrheit der Stimmen bauen kann, aber auch für ihn gilt, im Oktober 2017 wird das Thema Schuldenobergrenze die Börsianer wieder umtreiben.

Somit darf man gespannt sein wie sich das Verhältnis zwischen Janet Yellen und Donald Trump weiterentwickeln wird. Zumal Ende Januar 2018 die erste Amtszeit der Fed-Präsidentin offiziell enden würde.

Nachlese zur EZB-Entscheidung

Eine vorweihnachtliche Überraschung präsentierte vergangene Woche EZB-Chef Mario Draghi. Die Entscheidung der Notenbank, ihr Anleihe-Kaufprogramm über das bislang geplante Ende im März 2017 für neun Monate bis Ende kommenden Jahres zu verlängern, kann man als ausgewogen bezeichnen. Denn gleichzeitig wurde das monatliche Kaufvolumen von 80 auf dann 60 Mrd. € reduziert. Optimisten erkennen darin eine gewisse Zuversicht, die zu einem langsamen Ausschleichen des Programms führen könnte. Doch als Tapering kann man eine solche Maßnahme nicht bezeichnen.

Bis Ende November hat die EZB Anleihen für 1,476 Bio. € gekauft. Bis März dürften weitere 320 Mrd. € dazukommen. Die jetzt beschlossene Verlängerung bis Ende 2017 wird weitere 540 Mrd. € freisetzen. Damit summiert sich das Kaufprogramm auf ca. 2,33 Bio. €. Aber auch die Erlaubnis ab Januar 2017 Anleihen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr (vorher: zwei Jahren) ankaufen zu dürfen, wurde bewusst erteilt, um endfällige Beträge wieder reinvestieren zu können.

Überraschungen sind es auch nicht gerade, welche sich die Märkte von einem Notenbankpräsidenten wünschen. Ok, die EZB ist noch einigermaßen im Rahmen geblieben, und die Aktienmärkte haben ihr es mit einem weiteren Anstieg gedankt. Aber das Signal dürfte klar sein: Europa wird sich noch auf eine sehr lange Phase mit extrem billigem Geld einstellen müssen. Ein Ausstieg aus dieser Politik sieht anders aus als das, was die EZB geboten hat.

Doch der gestrige Zinsschritt in den USA erhöht den Druck auf die EZB. In Erwartung einer ebenfalls steigenden Inflationsrate in 2017 wäre es auch bei uns angebracht, den Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik vorzubereiten, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können.

Kein Aufschub für italienische Krisenbank

Der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena läuft die Zeit davon. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) dem Institut zur Erfüllung ihres Rettungsplans keinen Aufschub mehr gewährt hat, rückt ein Eingriff des Staates näher.

Wegen milliardenschwerer fauler Kredite braucht Monte dei Paschi dringend frisches Geld. Entsprechend sieht ein bereits im Sommer vereinbarter Sanierungsplan vor, den Kapitalpuffer zu stärken. Doch nun hat die Bank beantragt, die dafür vorgesehene Frist von Ende des Jahres auf den 20. Januar 2017 zu verschieben. Diesen Aufschub aber will die EZB der Krisenbank nicht gewähren. Wenn sich die Rekapitalisierung verzögere, drohe eine zusätzliche Verschlechterung des Zustandes der Bank und schließlich auch ein Risiko für deren Fortbestand, argumentiert die Notenbank.

Laut Rettungsplan sollen 5 Mrd. € beschafft werden, mit deren Hilfe Verluste bei der Auslagerung von faulen Krediten im Umfang von 28 Mrd. € an den Rettungsfonds Atlante abgedeckt werden sollen. Bis jetzt konnte nur ein Teil des Kapitalplans beschafft werden. Geht die Kapitalerhöhung mit den Investoren schief, wird die Bank um Staatshilfe bitten müssen.

Dass Monte dei Paschi nur ein Teil des Problems ist, macht die Wertung der Ratingagentur Moody’s deutlich, die den Ausblick für die gesamte italienische Bankenbranche von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt hat. Vor diesem Hintergrund hat Italiens neuer Ministerpräsident Paolo Gentiloni der kriselnden Branche die Unterstützung seiner Regierung zugesichert. Diese sei zum Eingreifen bereit, um die Stabilität der Banken zu sichern und die Spareinlagen der Bürger zu schützen, sagte der Nachfolger des Sozialdemokraten Matteo Renzi, der wegen eines verlorenen Verfassungsreferendums zurückgetreten war. Die italienischen Banken sitzen auf faulen Krediten von rund 360 Mrd. €.

Die Option einer Rettung italienischer Banken durch den Staat hält auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann für möglich. „Dass sich neben den Investoren auch der Staat an einer Krisenlösung beteiligt, lässt sich wohl nie grundsätzlich ausschließen”, sagte Weidmann der FAZ. Nach der Finanzkrise galt es in Europa eigentlich als ausgemacht, dass Eigentümer und Gläubiger für Bankenpleiten haften sollten, aber nicht mehr die Allgemeinheit. Weidmann begründete die Möglichkeit einer Staatsrettung damit, dass „besonders schutzwürdige Anleger aus politischen Gründen“ geschont werden müssten.

Hohe „Überziehungskredite“ der Bundesbank bergen Risiken

Das Anleihekaufprogramm (QE) der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie eine Kapitalflucht aus Italien sorgen für unliebsame Entwicklungen bei der Bundesbank. In der Konsequenz sind die so genannten Targetsalden im Eurosystem in jüngster Zeit stark gestiegen. So stiegen die Forderungen der Bundesbank im November um 46 Mrd. € auf den Rekordstand von 754 Mrd. € an. Darauf weisen die beiden Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn und Clemens Fuest vom Münchener ifo-Institut hin. Der bisherige Rekordwert wurde im Sommer 2012 auf dem Höhepunkt der Krise mit 751 Mrd. € erreicht.

Die Targetsalden sind so etwas wie Überziehungskredite, welche die Bundesbank anderen Notenbanken im Eurosystem gewährt. Durch das QE-Programm der EZB schwemmt der Rückkauf von Staatspapieren durch die nationalen Notenbanken derzeit sehr viel Überweisungsgeld nach Deutschland, das zu einem großen Teil für den Kauf deutscher Aktien und Firmen verwendet wird. Damit sei es aus Sicht der Investoren in Sicherheit gebracht, sagte Sinn dem Handelsblatt.

Dadurch befreien sich die Staaten im Süden der Eurozone wie Spanien und Italien von einem erheblichen Haftungsrisiko. Denn anstatt einen institutionellen Investor als Gläubiger bedienen zu müssen, wechseln die Staatsanleihen in die Bilanz der heimischen Notenbank. Und dort sind sie, wie Sinn sagt, „unverzinsliche, niemals fällig zu stellende Buchschulden“.

Die erwähnten Targetforderungen in Höhe von 754 Mrd. € machen mit 49% knapp die Hälfte des Nettoauslandsvermögen der Bundesrepublik aus. Für die GIPS-Staaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien ist dies in den Augen von Sinn ein „prächtiges Geschäft“.

Wie nun die beiden Ökonomen Sinn und Fuest schlussfolgern, gehe Deutschland dadurch ein erhebliches Risiko ein, zumal im Oktober von den netto 808 Mrd. € an Targetforderungen 708 Mrd. € auf die Deutsche Bundesbank entfielen. Sobald nämlich ein Land aus der Währungsunion ausscheiden sollte, müsste die Bundesbank und damit der Bund mit erheblichen Verlusten rechnen. Denn dann würde die Zentralbank des ausscheidenden Landes pleitegehen. Ihre Targetschulden würden weiter auf Euro lauten, während ihre Forderungen auf die neue nationale, stark abwertende Währung lauten würden. Die Targetforderungen würden sich laut Sinn dann in Luft auflösen. Aus diesen Gründen fordert Fuest die Bundesregierung auf zu intervenieren, um die EZB dazu zu bringen, den übermäßigen Gebrauch der Überziehungskredite zu verhindern.

Differenzen um Athens Sparpläne

Es sind durchaus begründete Bedenken gegen unpopuläre Schritte, die einen Schuldenschnitt für Griechenland bisher verhindert haben. Athen wollte diesen bereits vergangene Woche durchsetzen. Doch die Euro-Finanzminister wollen unbedingt vermeiden, dass vor dem Wahljahr 2017 Maßnahmen beschlossen werden, welche antieuropäischen Kräften weiteren Auftrieb verleihen könnten. Allerdings sind die europäischen Geldgeber den Griechen unter anderem durch die zeitliche Streckung ihrer Schulden schon deutlich entgegengekommen. So wurden bereits längere Laufzeiten, Zinsermäßigungen, Zins- und Tilgungsaussetzungen sowie festgeschriebene Niedrigzinsen vereinbart. Diese wurden aber in Reaktion auf die angekündigte Weihnachts-Sonderzahlung für Rentner kurzfristig ausgesetzt.

Offen ist weiterhin die Frage nach der weiteren Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF), der schon seit längerer Zeit einen Schuldenschnitt fordert. Die Europäer - allen voran Deutschland - haben dagegen bisher immer auf einen strikten Sparkurs gepocht. Sollte es nun Ende 2017 oder Anfang 2018 doch zu wie auch immer gearteten Schuldenerleichterungen kommen, könnte der IWF ja im Boot bleiben.

So hat sich der Fonds aktuell erneut gegen weitere Sparprogramme in Griechenland ausgesprochen. Stattdessen plädiert der IWF für die Schaffung eines modernen Sozialsystems, das durch eine Neugestaltung des Steuer- und Rentensystems finanziert werden sollte. Nach Darstellung des IWF verschlingt das großzügige Pensionssystem Griechenlands 11% der Wirtschaftsleistung. Der EU-Durchschnitt liegt bei 2,25%. Außerdem zahlen laut IWF mehr als die Hälfte aller Haushalte in Hellas weiterhin keine Steuern. Im EU-Durchschnitt sind es 8%.

Hauptstreitpunkt zwischen den EU-Institutionen und dem Währungsfonds in Washington sind derzeit die Ansichten über die Höhe des Primärüberschusses. Mit den europäischen Geldgebern hat Athen vereinbart, einen Primärüberschuss - ohne Schuldendienst - von langfristig 3,5% zu erwirtschaften. Dadurch aber werden nach Ansicht des IWF, der 1,5% für nachhaltig hält, die Ausgaben zu stark verringert. Der IWF fordert daher von Griechenland keine größeren Sparanstrengungen, sondern eine Richtungsänderung des Sparprogramms.

Ein Jahr der Superlative wird bald Geschichte sein

Das Jahr 2016 neigt sich langsam dem Ende zu. Egal ob Ölpreis, Aktien- oder Rentenmärkte, überall gab es Rekorde zu verzeichnen. Nicht zuletzt auch bei der Emissionstätigkeit von Corporate Bonds. Insgesamt wurde ein Bruttoemissionsvolumen von 320 Mrd. € am Markt platziert und der bisherige Rekord mit 319 Mrd. € aus dem Jahre 2009 eingestellt.

Nicht ganz so aufregend verlief die vergangene Woche. Die Emittenten hielten sich zurück und so machte sich auch am Primärmarkt die „stade“ Zeit breit. Dennoch bestätigen bekanntlich Ausnahmen die Regel und so kam es, dass der US-amerikanische Medizingerätehersteller Zimmer Biomet Holdings eine Dualtranche im Gesamtvolumen von 1 Mrd. € emittierte. Beide Teile sind gleich gewichtet. Bei der ersten Anleihe handelt es sich um einen 6-jährigen Titel (A1899T) mit Laufzeitende am 13.12.2022. Das Unternehmen zahlt den Anlegern einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,414%. Gepreist wurde der Bond bei +115 bps über Mid Swap und dies ergab einen Ausgabepreis von Pari. Bei der zweiten Anleihe handelt es sich um einen 10-jährigen Bond (A1899U) mit jährlicher Verzinsung von 2,425% und Fälligkeit am 13.12.2026. Emittiert wurde das Papier ebenfalls zu Pari (Mid Swap +168 bps). Zimmer Biomet Holdings entschied sich bei beiden Bonds für die Festschreibung eines Sonderkündigungsrechts zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) sowie die Aufnahme der Mindeststückelung von 100.000 € in die Anleihebedingungen.

Geringe Umsatztätigkeit ermöglicht Manipulation

Auch wenn sich das Sorgenbarometer von seinem bisherigen Tief bei 159,91% wieder erholen konnte und in der Spitze über der 162er-Marke bei 162,62% notierte, kann von einer Entwarnung noch nicht gesprochen werden. Aktuell handelt der Euro-Bund-Future bei ca. 161,30%. Die Europäische Notenbank (EZB) möchte zwar einen Zinsanstieg vermeiden, aber die vielen Unwägbarkeiten in Europa werden manchen Investor zum Jahreswechsel bzw. Jahresbeginn zum Umdenken zwingen. Das Ankaufprogramm der EZB und auch die seitens der Regulierungsbehörden erzwungene Nachfrage nach LCR-fähigen Titeln wird zwar etwas Druck nehmen, aber grundsätzlich wird die schaukelartige Abwärtsbewegung beim Euro-Bund-Future erhalten bleiben. Die Positionierung für die Zeit nach dem Zinsentscheid in den USA und vor den Wahlen in Europa hat bereits begonnen. Denn es geht nicht mehr um das schnelle Geld, sondern um die strategische Ausrichtung.

Hierbei gilt es zu beachten, dass im Hinblick auf eine zu erwartende geringere Umsatztätigkeit kurz vor Jahresschluss die Gefahr der Marktmanipulation steigt. Investoren sind gut damit beraten, sich die Chartmarken nicht zu eng zu stecken sowie nur bei Ausreißern ihre Positionierung zu überdenken und zu reagieren.

Charttechnisch richten sich die Blicke vorerst auf die Widerstandslinie bei 163,18%, wobei ehemalige Unterstützungslinien bei 162,30%, 161,85% heute zu neuen Widerständen wurden. Lediglich der Bereich um 161,10% und die psychologische Marke von 160% sind aktuell als Unterstützungslinien noch auszumachen. Der seit Anfang Oktober „gelebte“ Abwärtstrend ist weiterhin intakt und wird in den kommenden Monaten das Marktgeschehen beeinflussen. Zwischenzeitliche Gegenbewegungen sind zwar nicht auszuschließen, werden aber immer wieder von den Marktteilnehmern zur Absicherung von Positionen genutzt.

Werden in den USA die Fälligkeitsstrukturen geändert?

Noch ist es nicht soweit, aber in den USA liebäugelt der designierte Finanzminister Steven Mnuchin mit der Ausgabe von T-Bonds mit Laufzeiten von 50 bzw. 100 Jahren. Donald Trumps Wahlkampf stand zwar unter dem Motto „Make America great again“, aber ob Investoren diesem Versprechen Glauben schenken und bei solchen Laufzeiten zugreifen werden, wird die Zukunft zeigen. Vorerst offeriert man allerdings noch die üblichen Laufzeiten den interessierten Anlegern. In dieser Handelswoche wurden für insgesamt 107 Mrd. USD Geldmarktpapiere (4 Wochen, 3 und 6 Monate) sowie für 56 Mrd. USD T-Notes (3 und 10 Jahre) und 30-jährige T-Bonds begeben.

In der Eurozone hingegen klingt das Jahr langsam aus. Viele Emittenten haben sich bereits zurückgezogen und bereits am Dienstag das Feld der Republik Österreich (A1Z3D2 / 2025 ; A18X6P / 2026) und heute Spanien (A18YPG / 2021 ; A1VQCB / 2026) überlassen. Die Platzierung der im Rahmen einer Aufstockung zur Verfügung gestellten Wertpapiere stellt/e allerdings kein Problem dar.

Greenback im Bann der Notenbanken

Es ist zwar noch nicht Weihnachten, aber für die Marktteilnehmer gab es bereits gestern Abend ein vorweihnachtliches „Geschenk“. Wie erwartet bescherte die US-Notenbank Fed den Märkten nach jahrelanger Nullzinspolitik eine zweite Zinserhöhung. Im Vorfeld der Fed-Sitzung zeigte sich die europäische Gemeinschaftswährung weniger schwankungsanfällig, ganz anders als im Vergleich zur Vorwoche. Denn im Nachgang zur EZB-Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag sprang der Euro in erster Reaktion bis auf 1,0874 USD, um im weiteren Handelsverlauf wieder unter die Marke von 1,06 USD zu rutschen. Mit der Fed-Entscheidung ist das letzte Großereignis für dieses Jahr ad acta gelegt. Die doch wenig überraschende Zinserhöhung durch die Fed hätte am Devisenmarkt sicherlich nur verhaltende Reaktionen hervorgerufen, wäre da nicht der Ausblick auf die zukünftigen Entscheidungen gewesen, der dem Euro zu schaffen macht. So startete der Euro heute Morgen nur noch knapp unter der Marke von 1,05 USD in den Handel.

Ganz arg „gebeutelt“ präsentiert sich aktuell die türkische Landeswährung. Infolge der Unruhen im Land sowie der politischen Unsicherheiten leidet die Wirtschaftskraft des Landes (BIP zum Vorjahr -1,8%), was wiederum zu einer dramatischen Abschwächung der Landeswährung führte. Im Vergleich zum Euro fiel die türkische Lira sogar auf ein neues Allzeittief bei 3,8156 TRY und handelt momentan bei ca. 3,70 TRY. Zum US-Dollar verbilligte sich die Lira gleichermaßen und notierte mit ca. 3,51 TRY nahe seinem Allzeittief (3,5840 TRY).

Im Hinblick auf die bevorstehenden Feiertage und das nahende Jahresende nimmt auch die Umsatztätigkeit bei den Fremdwährungsanleihen ab. Vereinzelt sind noch Bonds lautend auf US-Dollar, türkische Lira, russische Rubel sowie brasilianische Real gesucht.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:

Baader Bank AG

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Rätselraten um Draghis nächste Schritte

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht sich mit steigenden Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum konfrontiert, wie aus ihrem Halbjahresbericht hervorgeht. Nun darf man gespannt sein, wie sich ihr Präsident Mario Draghi auf der heutigen Pressekonferenz dazu äußern wird. Die Gründe für die Unsicherheit sind vielschichtig und reichen von der zukünftigen US-Wirtschaftspolitik und dem Brexit bis hin zu den Schuldenkrisen in Griechenland und Italien. Europa hinkt zurzeit den stabilitätspolitischen Ansprüchen hinterher, denn die vielen nationalen Aspekte lassen ein einheitliches politisches Erscheinungsbild nicht aufkommen.

Die Risse am Gebäude „Europa“ sind nicht mehr zu überspachteln, sondern bedürfen einer Generalsanierung. Doch hierzu fehlt im Vorfeld der anstehenden Wahlen in diversen Kernländern der Eurozone (Deutschland, Frankreich, Niederlande und eventuell auch Italien) die politische Stabilität. Weiterhin auf Zeit zu spielen, ist keine sinnvolle Option, die sich Europa noch leisten kann. Somit nimmt jetzt - wie mit Beginn der Finanzkrise im Jahre 2007 - die EZB eine Schlüsselposition ein. Bereits damals mussten die Notenbanker in die Bresche springen und den Politikern Zeit erkaufen, die allerdings nicht wirklich genutzt worden ist.

Inzwischen hat sich aber die Situation derart gewandelt, dass durch die Folgen der Niedrigzinspolitik - wie bei einer Chemotherapie - auch gesunde Zellen (Kapitalsammelstellen, Versicherer, Banken, etc.) geschädigt wurden, die für die Finanzstabilität notwendig sind. Daher sind die heutigen Beschlüsse und Kommentare der verantwortlichen EZB-Banker wichtig, um die zukünftige Geldpolitik einschätzen zu können. So reichen die Meinungen der Experten von einer Ankündigung einer QE-Verlängerung um 6 oder 9 Monate bei gleichem Volumen bis hin zu einer Kombination aus Verlängerung bei gleichzeitiger Reduzierung des Ankaufvolumens. Doch der Medizinschrank der EZB beinhaltet noch andere Arzneien. Beispielsweise könnte auch die „Rendite-Ankaufschwelle“ außer Kraft gesetzt oder verschoben werden. Aber auch eine Erhöhung des maximalen Ankaufvolumens für Anleihen eines in Bedrängnis geratenen Staates wäre möglich.

Mit besonderem Interesse werden darüber hinaus auch die Inflationserwartungen für die Jahre 2017 bis 2019 sein, die Aufschluss über die Wirksamkeit der bisherigen Medikation seitens der EZB geben und somit einen Zeitrahmen für ein mögliches Tapering vorgeben werden. Die Herausforderung für Mario Draghi wird bei seiner letzten Pressekonferenz des Jahres sein, mit bedachten Worten hektische Marktreaktionen an den Finanzmärkten zu vermeiden.

Renzi bleibt trotz Rücktritt noch im Amt

Italien hat sich in eine Situation reinmanövriert, aus der es immer schwerer wird, wieder herauszukommen. Darauf deutet auch der Umstand hin, dass Staatspräsident Sergio Mattarella den Ministerpräsidenten Matteo Renzi gebeten hat, nach seiner Schlappe beim Referendum nicht sofort zurückzutreten. Erst soll Renzi noch das Haushaltsgesetz für das kommende Jahr durch das Parlament bringen. Diese Aufgabe wurde am Mittwochabend vollbracht, aber nun soll er noch bis zur Klärung seiner Nachfolge weiterhin die Regierungsgeschäfte leiten. Dieser Prozess soll bis Samstagabend abgeschlossen sein.

Nach dem deutlichen „No“ für seine Verfassungsreform von knapp 60% der Referendumsteilnehmer hatte Renzi zunächst seinen Rücktritt angekündigt. Doch auch mit der Verschiebung des Rücktritts bleibt unklar, wie es in Italien weitergehen wird. Sobald Mattarella Renzis Gesuch annimmt, wird der Rücktritt wirksam. Dann könnte er eine Übergangsregierung ernennen. Die andere Möglichkeit wäre, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen bereits im Frühjahr oder Sommer 2017 anzusetzen. Voraussetzung hierfür wäre aber eine Änderung des Wahlrechts.

Es scheint so, als lähme sich Italien wieder einmal selbst. Denn in dem drittgrößten Euro-Land steht die Lösung drängender Probleme an. Das Bruttosozialprodukt verharrt auf dem Niveau von 2000, dem Jahr des Beitritts zur Euro-Zone. Eine Folge davon ist der Umstand, dass jeder dritte Jugendliche ohne Job ist. Außerdem schieben die italienischen Banken faule Kredite von insgesamt 360 Mrd. € vor sich her.

Die Rettung des größten Sorgenkindes unter den Kreditinstituten, die Traditionsbank Monte dei Paschi, könnte nun eingeleitet werden. Laut Reuters bereitet sich das italienische Finanzministerium darauf vor, seinen Anteil an Monte dei Paschi di Siena aufzustocken. Der Plan sieht vor, dass die Behörde von Privatinvestoren nachrangige Schulden erwerben und diese in Aktien umwandeln könnte. Mit diesem Schritt will die Bank gut 1 Mrd. € einnehmen. Außerdem könnte das Finanzministerium nachrangige Forderungen von Privatinvestoren aufkaufen, um diese vor Verlusten zu schützen. Ca. 40.000 Privatanleger halten Anleihen der Krisenbank über rund 2 Mrd. €.

Eigentlich wäre ein solcher Schritt zu Lasten des Steuerzahlers nicht mit EU-Recht vereinbar. Vielmehr müsste Monte dei Paschi per Bail-In von den Gläubigern gerettet werden. Dann aber würden tausende Kleinanleger Gefahr laufen, einen Teil ihrer Ersparnisse zu verlieren. Erstaunlich ist, dass die Marktreaktionen, die man nach dem Abstimmungsergebnis in Italien hätte erwarten können, bisher ausgeblieben sind. So wäre ein Kursverfall des Euro nach dem „No“ beim Referendum nicht verwunderlich gewesen. Doch wie schon nach den im Grunde milden Reaktionen der Börsen in Folge des Brexit-Referendums und der Wahl von Trump wiegen einen die Märkte in trügerischer Sicherheit. Davon darf man sich als Anleger allerdings nicht einlullen lassen. Es ist vielmehr ratsam, wachsam zu bleiben. Denn der Zeitpunkt wird kommen, an dem plötzlich wieder die harten Fakten die Stimmung an den Börsen bestimmen werden.

EU setzt Brexiteers unter Druck

Während man in Großbritannien keine Eile mit einem Ausscheiden aus der Europäischen Union zu haben scheint, macht die Europäische Kommission (EU) Dampf. Der auf EU-Seite mit den Verhandlungen betraute Michel Barnier machte diese Woche klar, dass man statt voller zwei Jahre nur 15 bis höchstens 18 Monate für die Detailgespräche der Trennung zur Verfügung habe. Die restliche Zeit benötige man für die Ratifizierung des Abkommens.

Die in Artikel 50 der EU-Verträge festgelegte Frist von zwei Jahren beginnt, sobald Großbritannien offiziell ein Austrittsgesuch gestellt hat. Premierministerin Theresa May hatte dies bis Ende März avisiert. Der Prozess könnte sich aber verzögern, weil ein Gericht in London unlängst entschieden hat, dass es der Regierung nicht zustehe, den EU-Austritt ohne Einbeziehung des Parlaments auf den Weg zu bringen.

EU-Chefunterhändler Barnier hat in den vergangenen Wochen bereits 18 der verbleibenden 27 EU-Länder besucht und Einigkeit über vier Grundprinzipien für die Verhandlungen mit London konstatiert. Demnach soll die EU einig bleiben. Drittländer, zu denen dann auch Großbritannien zählen wird, können nie dieselben Rechte haben wie Mitgliedsländer. Außerdem wird es vor Einreichung des Austrittsgesuchs keine Verhandlungen geben. Und schließlich gelten für den Binnenmarkt vier Freiheiten, also auch die Freizügigkeit. Rosinenpickerei, wie sie vielleicht manchen in London vorschwebt, erteilte Barnier explizit eine Absage. Auch sagte er, mit den Begriffen „harter oder weicher Brexit“ könne er nichts anfangen.

Barnier hat damit klare Kante gezeigt und in erfrischender Weise klar gemacht, was die Prinzipien und Werte der EU sowie die damit verbundenen Vorteile sind. Die Briten müssen sich wohl daran gewöhnen, dass es wie bei der Schwangerschaft ist: Ein bisschen EU geht nicht.

Der Umstand, dass Barnier in Brüssel Englisch spricht, mag für einen Franzosen seiner Generation nicht selbstverständlich sein. Es ist aber wohl das einzige Zugeständnis, das er gegenüber den Briten machen wird. Denn ansonsten dürfte der Regierung in London klar geworden sein, dass ihr der 65-Jährige bei den Austrittsverhandlungen nichts schenken wird.

Showdown zwischen Trump und Fed?

Während des US-Wahlkampfs hat Donald Trump auch Janet Yellen beschimpft. Der Republikaner warf der Chefin der US-Notenbank Fed vor, die Zinsen auf Geheiß des amtierenden Präsidenten Barack Obama künstlich niedrig zu halten, um das Platzen einer Preisblase an der Wall Street während dessen Amtszeit zu verhindern. Yellen solle sich dafür schämen, was sie dem Land antue, so Trump.

Nun sind aus Trumps Lager versöhnlichere Töne zu hören. Der designierte Finanzminister Steven Mnuchin lobte gar die Fed-Präsidentin mit den Worten, sie habe gute Arbeit geleistet. Trump hatte ja bekanntlich im Wahlkampf angekündigt, Yellen nach Ablauf ihrer Amtszeit 2018 nicht für weitere vier Jahre nominieren zu wollen. Auch der künftige Handelsminister Wilbur Ross sagte, Yellen habe einen „ziemlich guten Job” gemacht.

Dennoch mehren sich die Stimmen von Beobachtern in den USA, die einen Streit zwischen Trump und der Fed über die Verantwortung bezüglich der Preisstabilität heraufziehen sehen. Nachdem die Fed seit der Finanzmarktkrise 2008/2009 die Zinsen nahe null gehalten hat, ist sie nun dabei, die Zinssätze wieder zu normalisieren. Daher gilt auch der nächste Schritt einer Zinserhöhung bei der Sitzung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch als ausgemacht.

Allerdings könnte der Plan von Trump, die Infrastrukturausgaben massiv zu erhöhen, zu einem starken Anziehen der Inflation führen. Um dann eine Überhitzung der Konjunktur zu verhindern, könnte sich die Fed gezwungen sehen, die Zinssätze schneller anzuheben als bisher gedacht. Eine solche Reaktion schließlich könnte Trumps geplante Impulse für die Konjunktur unterlaufen und zu einem Showdown zwischen dem Präsidenten und der Notenbank führen. Die Frage, ob die Zinsen weiter erhöht werden, scheint eine ausgemachte Sache zu sein. Nur eben die Geschwindigkeit, mit der dies geschehen wird, ist unklar.

Athens Schulden weiter auf die lange Bank geschoben

In der griechischen Schuldenkrise haben die Europartner die Kreditbedingungen für Athen erneut verbessert. So wurden die Rückzahlungsfristen für Kredite aus dem zweiten Hilfsprogramm von 28 auf 32 Jahre gestreckt und damit eine Lösung der Schuldenkrise weiter in die Zukunft verschoben. Mit derart „technischen Maßnahmen“, wie Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem es nennt, sollen die Kosten des griechischen Schuldendiensts reduziert werden.

Außerdem soll Athen von den derzeit extrem günstigen Zinsen profitieren. Als Ganzes könnten diese Maßnahmen den Schuldenstand von Athen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt bis zum Jahr 2060 um etwa 20 Prozentpunkte verringern, rechnet der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) vor. Aktuell betragen die griechischen Staatsschulden rund 315 Mrd. €, was ca. 180% der Wirtschaftsleistung entspricht.

Die neuen Schuldenerleichterungen sind unabhängig von der laufenden Überprüfung des Spar- und Reformprogramms des Landes zu sehen, bei der es vor allem bei der Arbeitsmarktreform noch Differenzen gibt. Für das dritte Hilfsprogramm über maximal 86 Mrd. € hatten sich die griechische Regierung und die Geldgeber auf ein umfangreiches Reformprogramm bis zum Jahr 2018 verständigt.

Wie Reuters berichtet, bezeichnete Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos die jüngste Entscheidung zwar als einen „bemerkenswerten Erfolg“. Er warnte die Geldgeber aber vor weiteren Auflagen nach Ende des laufenden Sparprogramms 2018. Außerdem wiederholte er die Forderung, griechische Staatspapiere müssten schon im ersten Quartal 2017 in das Anleihen-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgenommen werden, was Athen der Rückkehr an den Kapitalmarkt näher bringen würde.

Offen ist weiterhin, ob sich der Internationale Währungsfonds (IWF) an dem griechischen Hilfsprogramm auch künftig beteiligen wird. Der Fonds hatte wiederholt weitreichende Schuldenerleichterungen für Griechenland gefordert, damit das Land längerfristig wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen stehen könne. Diesen Forderungen stand und steht insbesondere Deutschland sehr kritisch gegenüber, das in der Vergangenheit stets davon gesprochen hat, dass der IWF bis Ende 2016 auf jedem Fall mit an Bord sei. Doch das wird nicht machbar sein und so werden wir uns mit dem Thema Hellas auch im nächsten Jahr beschäftigen müssen.

Last-Minute-Angebote am Primärmarkt

Der eine oder andere von uns denkt darüber nach, mit einem günstigen Last-Minute-Angebot dem Stress, unserem kalten und teilweise regnerischen Wetter zu entfliehen und etwas Sonne in südlichen Gefilden zu tanken.

Am Primärmarkt für Corporate Bonds herrscht auch eine gewisse Last-Minute-Stimmung bei der Refinanzierung kommender Aufgaben. So kam es, dass sich das in der Tourismusbranche tätige Unternehmen Thomas Cook frisches Kapital im Gesamtvolumen von 750 Mio. € durch die Emission einer 5 1/2-jährigen Anleihe (A1895A) beschaffte. Das Unternehmen zahlt dem Anleger einen jährlichen Kupon in Höhe von 6,25% bis zur Fälligkeit am 15.06.2022. Der Emissionspreis lag bei Pari und somit bei +655 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe. Thomas Cook ließ sich ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) sowie eine Mindeststückelung von 100.000 € in die Anleihebedingungen aufnehmen.

Zur Freude vieler Privatanleger emittierte die Lanxess AG eine Hybrid Anleihe mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 €. Die Anleihe (A2DACG) ist 500 Mio. € schwer und bietet dem Anleger jährlich einen fixen Kupon in Höhe von 4,50% bis zum 06.06.2023. Nach diesem Termin orientiert sich der Kupon an dem dann aktuellen 5-jährigen Euro Swap und bis zum 06.06.2028 wird ein Aufschlag von +451 bps gezahlt. Danach erhöht sich der Aufschlag für die Zeit bis zum 06.06.2043 auf +476 bps und im Anschluss bis zur Fälligkeit am 06.12.2076 auf +551 bps. Die Anleihe ist mit einem jährlichen Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten am 6. Juni jeden Jahres (erstmals 2023) ausgestattet. Das Papier wurde mit 98,655% emittiert und somit bei +451 bps über Mid Swap.

Dem Beispiel der anderen Emittenten folgend debütierte Knorr-Bremse am Markt und begab erstmals eine 5-jährige Anleihe (A2DARP) im Gesamtvolumen von 500 Mio. €. Der Investor erhält eine Verzinsung von 0,50% p.a. Das Pricing erfolgte mit +45 bps über Mid Swap, was einem Ausgabepreis von 99,651% entsprach. Die Mindestanlagesumme beträgt wie bei der zuvor genannten Anleihe 1.000 €. Allerdings ließ sich Knorr Bremse ein optionales Kündigungsrecht (Make-Whole-Option) festschreiben.

Roll-Over verfälscht den Eindruck

Der Abwärtstrend ist weiterhin intakt, auch wenn man infolge des Roll-Overs vom Dezember- in den März-Kontrakt einen anderen Eindruck hat. Betrachtet man den heute auslaufenden Dezember-Kontrakt, so haben zwar die diversen Unterstützungslinien und insbesondere die psychologische Marke von 160% gehalten, aber der Trend ist seit September gen Süden gerichtet. Verfälscht wird das Bild auf den ersten Blick durch den höheren Kurs des neuen März-Kontrakts.

Bei jedem Kontraktwechsel verändert sich der Wert aus mathematischen Gründen nicht zuletzt wegen der zugrundeliegenden Anleihen. So wird der neue Buxl-Future um ca. 1,90 Prozentpunkte tiefer, der neue Bund-Future sowie der entsprechende Bobl-Future um ca. 1,25 Prozentpunkte höher und der Schatz-Future wiederum um ca. 0,10 Prozentpunkte tiefer gehandelt.

In Phasen des Kontraktwechsels und im Hinblick auf die heutige EZB-Sitzung ist es angebracht, sich mit den für das Rentenbarometer charttechnisch relevanten Unterstützungs- und Widerstandslinien zu beschäftigen. Der Bereich um 160,72% ist eine erste leichte Unterstützungslinie und als Widerstand fungiert der Bereich um 163,80%. Aktuell handelt der Euro-Bund-Future bei 161,70%. Die Tatsache, dass die Notenbanken im Zweifelsfall die hohen Erwartungen nicht immer und ewig erfüllen können, ist ein Test der Unterstützung wahrscheinlicher als ein nachhaltiges Überspringen der 163%-Marke.

Bund öffnet das letzte Türchen an seinem Emissionskalender

In den USA ist das Emissionsjahr noch lange nicht vorüber, aber dennoch hat man in dieser Woche lediglich Geldmarkttitel zum Kauf angeboten. Für insgesamt 127 Mrd. USD wurden T-Bills mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei, sechs und 12 Monaten aufgelegt. Aber bereits in der kommenden Woche wird das Angebot mit Fälligkeiten von drei, zehn und 30 Jahren erweitert.

In der Eurozone war in dieser Handelswoche lediglich Deutschland am Primärmarkt in Erscheinung getreten und öffnete am diesjährigen Emissionskalender das letzte Türchen. Hierbei handelte es sich um eine Aufstockung der aktuellen zweijährigen Bundesschatzanweisung (110466) im Volumen von 3 Mrd. € auf total 8 Mrd. €. Insgesamt wurden Gebote für ca. 4,7 Mrd. € abgegeben und die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,71%. Zur Marktpflege wurden lediglich ca. 366 Mio. € zurückbehalten.

Außerhalb der Eurozone wurde darüber hinaus die Aufstockung der beiden Anleihen Großbritanniens mit Fälligkeit 7/2026 und 7/2047 beachtet. Die zu erzielende Rendite belief sich hierbei auf 1,394% bzw. 1,956%.

Totgesagte leben länger

Der allseits beliebte Adventskalender, welcher inzwischen nahezu alle Altersgruppen erfreut, versüßt die Adventszeit bis Weihnachten und verbirgt hinter den Türchen manchmal die oder andere Überraschung.

Was die europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer heutigen Pressekonferenz für die Marktteilnehmer bereit hält, bleibt abzuwarten. Mit großen Überraschungen ist allerdings nicht unbedingt zu rechnen. So fehlen der Einheitswährung im Vorfeld der Ratssitzung die entscheidenden Impulse.

Zum Wochenauftakt war noch deutlich mehr Bewegung am Devisenmarkt aufgrund des Referendums in Italien und der Euro fiel in der Nacht zum Montag in einer ersten Reaktion bis auf 1,0506 US-Dollar zurück. Damit notierte er so niedrig wie zuletzt im März vergangenen Jahres. Doch nur wenige Handelsstunden später drehte die europäische Gemeinschaftswährung deutlich ins Plus und stieg am selben Tag noch auf 1,0796 USD. Seither bewegt sich das Devisenpaar Euro/Dollar in einer sehr engen Bandbreite zwischen 1,0698 USD und 1,0785 USD. Die Marktakteure warten auf die EZB und so startet der Euro heute Morgen wenig verändert bei 1,0780 US-Dollar in den Handel.

Neben der EZB tagte in dieser Woche auch die Reserve Bank of Australia (RBA). Wie erwartet beließ die RBA den Leitzins bei 1,50%. Darüber hinaus wurden Konjunkturdaten veröffentlicht, demnach fiel das BIP im 3. Quartal auf 1,80%. Im Vorjahr wuchs die Wirtschaft noch um 3,10%, dies entspricht dem stärksten Rückgang seit 2008. So schwächelte auch die Landeswährung und verbilligte sich zum Euro in dieser Woche von 1,41471 AUD bis auf 1,45023 AUD. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich der Aussie-Dollar allerdings wieder etwas erholen und notiert aktuell um die Marke von 1,4370 AUD.

Bei den Fremdwährungsanleihen standen in dieser Woche Bonds lautend auf türkische Lira, brasilianische Real und norwegische Krone im Fokus der Privatanleger, aber auch US-Dollar-Bonds wurden verstärkt nachgefragt.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

An der Notenbankpolitik scheiden sich die Geister

Der Wahlausgang in den USA und die daraus resultierenden Unsicherheiten überschatten zurzeit alle Volkswirtschaften. Hatte während des Wahlkampfes noch jede Hochrechnung zugunsten Trumps zu Kursverlusten an den Finanzmärkten geführt, so wurden mit dem Verkünden des Wahlergebnisses alle Bedenken über Bord geworfen. Allem Anschein nach erhofft man sich von dem designierten Präsidenten Donald Trump eine deutliche Belebung der US-Konjunktur, und die „alten Finanzmarkthasen“ fühlen sich an die Ära Ronald Reagan erinnert. Auch damals wurde Verschuldung ganz groß geschrieben. Allerdings haben die USA aktuell bereits eine Verschuldungsquote von 105% des BIPs erreicht und die jüngsten Hochrechnungen gehen für die Regentschaft Trumps von einem möglichen Anstieg bis auf 130% aus.

Solche Perspektiven rufen die Notenbanker der Welt auf den Plan, um Gefahren von den heimischen Wirtschaftsgebieten fernzuhalten. So hat die Bank of Japan (BoJ) mit einem unbegrenzten Anleihekaufprogramm die erste Karte ausgespielt, und die im Dezember des Jahres zu verkündende Zinsanhebung in den USA wird auch andere Notenbanken wie beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) zum Handeln zwingen. Die Märkte preisen diese diametrale Entwicklung der Geldpolitik zwischen den USA und Euroland bereits ein. Die Spreadentwicklung bei 10-jährigen deutschen und amerikanischen Staatsanleihen erreichte in den vergangenen Handelstagen mit 2,09 Prozentpunkten ein 27-Jahreshoch - und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Sicherlich wird die EZB in den kommenden Wochen und Monaten unter Aufbringung aller zur Verfügung stehenden Mittel versuchen, das Zinsniveau in der Eurozone auf einem tiefen Level zu halten, was allerdings nicht einfach sein wird. Nicht erst seit der Kapitulation der Schweizer Notenbank bei der Verteidigung des Franken-Außenwertes sollte allen Beteiligten klar sein, dass solche regulatorischen Maßnahmen begrenzt sind.

Alle Marktteilnehmer sollten sich darüber hinaus der Tatsache bewusst sein, dass die amerikanischen Zinssätze schon immer alle Kapitalmärkte beeinflussten und es früher oder später zu Anpassungen gekommen ist. Geld kann zwar nicht denken, aber die Anleger versuchen das Optimum aus ihren Investitionen herauszuholen und erzeugen dadurch Kapitalströme, die eine Eigendynamik entwickeln können. Es wird also die Kunst der Notenbankpolitik sein, den Spagat zwischen sinnvollen, notwendigen und übereilten Beschlüssen zu schaffen – abgestimmt auf die nationalen Bedürfnisse und unter Berücksichtigung der Gesamtlage.

Wie umstritten die Notenbankpolitik ist, konnte Mario Draghi bei der diesjährigen Bankenkonferenz in Frankfurt erfahren. So wurde unter anderem angeprangert, dass die Geldpolitik mit ihren ultraniedrigen Zinsen den europäischen Banken entgegenwirke und der Aufbau von Eigenkapital erschwert werde. Nachvollziehbar war auch der Vorwurf, dass das niedrige Zinsniveau hauptsächlich den Staaten nütze. Der Hinweis auf die fehlende Liquidität an den Anleihemärkten infolge irrationaler EZB-Käufe scheint allerdings nicht auf taube Ohren gestoßen zu sein. So zeichnete sich am gestrigen Mittwoch ab, dass die EZB den Banken mehr Anleihen für eine Ausleihe zur Verfügung stellen möchte.

Doch sind solche Maßnahmen keine Änderung der Notenbankpolitik, sondern sie sollen nur Nebenwirkungen mildern, ohne die Therapie anzupassen.

Referendum in Italien lässt Nervosität an den Märkten steigen

Nach dem Brexit-Votum der Briten und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten geht an den Kapitalmärkten ein neues Gespenst um: Das Wort vom „Italexit” macht an den Börsen die Runde. Gemeint ist ein möglicher Austritt Italiens aus der Europäischen Union - eine Gefahr, die eng mit dem am 4. Dezember anstehenden Referendum verknüpft ist, an dem die Italiener über eine neue Verfassung abstimmen.

Die Crux daran ist, dass Ministerpräsident Matteo Renzi sein politisches Schicksal mit dem Ausgang der Wahl verbunden hat. Stimmen seine Landsleute den geplanten Veränderungen nicht zu, müsste er eigentlich zurücktreten, was die Krise in der EU wiederum verschärfen würde. Schon ist an den Märkten davon die Rede, dass das Referendum der Wendepunkt zwischen Himmel und Hölle sein könnte.

Aber um was geht es Renzi? Der Ministerpräsident will lediglich über Einschränkungen bei der Rolle des Senats und Zuständigkeiten der Regionalregierungen abstimmen lassen. Damit könnten Blockaden aufgelöst und Reformen in Italien besser durchgesetzt werden als bisher. Weil aber Renzi hoch gepokert und sein politisches Schicksal mit dem Ausgang des Votums verknüpft hat, ist die Situation eine diffizile. Meinungsforscher erwarten Renzi als großen Verlierer für den 4. Dezember. Beobachter fürchten nun, dass im Falle eines Rückzugs von Renzi Rechtspopulisten wie die Protestpartei der sogenannten Fünf-Sterne-Bewegung unter der Führung des Komikers Beppe Grillo Oberwasser bekommen könnten. Als relativ sicher gilt, dass ein Rücktritt Renzis Italien, wo die Arbeitslosenquote bei hohen 12% verharrt, wieder in ein politisches Chaos stürzen dürfte, obwohl noch jede Menge Hausaufgaben zu machen wären.

Diese Entwicklung hinterlässt auch am Rentenmarkt ihre Spuren. So entwickeln sich die größten Volkswirtschaften Südeuropas, Italien und Spanien, immer weiter auseinander. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen ist knapp zwei Wochen vor dem Referendum auf den höchsten Stand seit Juli 2015 gestiegen und liegt damit rund einen halben Prozentpunkt über der von spanischen Titeln. In dieser Entwicklung drückt sich das gestiegene politische Risiko im Vorfeld des Referendums aus. Spanien kommt dagegen die Entspannung seiner politischen Situation entgegen. Außerdem ist dort das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit Einführung des Euro im Jahr 1999 um über 14% gestiegen. In Italien liegt diese Quote dagegen um 3,8% darunter.

In Italien leiden die Banken weiterhin unter einem 360 Mrd. € schweren Berg an faulen Krediten. Allein die angeschlagene Banca Monte dei Paschi di Siena benötigt eine milliardenschwere Kapitalspritze. Eine Rettungsaktion für die italienischen Banken dürfte bei einem „No“ zu dem Referendum und damit einer politischen Niederlage für Renzi noch schwerer werden, als sie ohnehin schon ist.

Die Frage wird dann sein, ob die Europäische Zentralbank (EZB), die bereits vier Tage nach dem Referendum unter ihrem Chef Mario Draghi zusammenkommt, gegebenenfalls eine Verkaufswelle italienischer Staatsanleihen an den Rentenmärkten zu verhindern weiß.

Briten bekommen wegen Brexit kalte Füße

Bekommen die Briten Angst vor der eigenen Courage? Oder ist es die pure Einsicht in die Realitäten, die Theresa May dazu gebracht hat anzudeuten, dass Großbritannien, über 2019 hinaus keine klare Trennung von der Europäischen Union (EU) vollziehen könnte. Die Premierministerin hatte durchblicken lassen, dass die Administration in London eine Übergangslösung (transitional deal) untersuchen würde, in deren Rahmen Elemente der bisherigen Beziehungen zur EU beibehalten werden könnten. Diese Äußerungen sorgten sofort für Ärger bei den Hardlinern der Brexit-Befürworter, die bei einer Übergangslösung eine noch größere Unsicherheit als bei einem klaren Schnitt befürchten.

Überhaupt wächst die Furcht der Briten vor negativen Folgen für die Wirtschaft durch den Austritt aus der EU. So geben inzwischen nach einer Erhebung des Finanzdatenanbieters Markit 49% der befragten Privathaushalte an, sie würden mit schlechteren Aussichten rechnen. Angesichts eines um 10% geschrumpften Vermögens der britischen Haushalte zwischen Mitte 2015 und Mitte 2016 ist das auch kein Wunder. Wie die Credit Suisse in ihrem jährlichen Wohlstandsbericht ausführt, sei dies eine direkte Konsequenz des Brexit-Votums. Als Hauptgrund nennt die Schweizer Großbank insbesondere den Kurseinbruch des Britischen Pfunds. Dies wirkt sich auch auf die Dollar-Millionäre aus, deren Zahl in Großbritannien um 15% geschrumpft sei.

Dass nun die Regierung in 10 Downing Street einen Wettlauf für Steuerdumping anzuzetteln droht, stößt nicht zuletzt bei Finanzminister Wolfgang Schäuble auf scharfe Kritik. Noch sei Großbritannien Mitglied der EU und damit an europäisches Recht gebunden, sagte er. Laut May sollen die Unternehmenssteuern auf den niedrigsten Stand der führenden 20 Industrieländer (G20) gesenkt werden. Möglicherweise wolle London die Körperschaftsteuer auf unter 15% drücken, schreibt die Tageszeitung „The Telegraph”.

Aber auch nach einem Austritt aus der EU sieht Schäuble Großbritannien gebunden – und zwar an die Versprechungen beim G20-Gipfel in Antalya von 2015, wo von den Teilnehmern einschließlich UK versichert worden ist, in keinen Steuerwettlauf mit immer niedrigeren Sätzen einzutreten.

Wenn nun Großbritanniens Finanzminister Philip Hammond den ersten Staatshaushalt seit dem Brexit-Votum vom Juni vorlegen wird, steuert die Regierung in den kommenden fünf Jahren auf ein Haushaltsloch von 100 Mrd. Pfund zu, wie die „Financial Times“ schreibt. Die Ursachen sieht das Traditionsblatt in geringeren Steuereinnahmen und einem abgeschwächten Wirtschaftswachstum – alles eine Folge des Brexit-Votums.

Schuldenerlass für Athen – ja oder nein?

Jetzt hat Portugal der Diskussion um einen Schuldenschnitt für Griechenland neue Nahrung gegeben. Die Regierung in Lissabon spricht sich für einen solchen Schritt aus und stellt sich damit gegen die deutsche Position. Portugal ist darüber hinaus der Überzeugung, dass die Euro-Länder das bereits laufende dritte Hilfspaket für Griechenland auch ohne den Internationalen Währungsfonds (IWF) stemmen könnten. Der IWF macht seine künftigen Hilfen bekanntlich davon abhängig, wie Athen bei der Schuldentilgung geholfen wird. Auch der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos drängt die Gläubiger dazu, einer Umschuldung seines Landes zuzustimmen. Sonst werde die beste Gelegenheit vertan, die seit sieben Jahren anhaltende Krise in Hellas zu beenden. Schließlich hatte sich auch der scheidende US-Präsident Barack Obama für einen Schuldenerlass Griechenlands stark gemacht.

Wer sich gegen einen solchen Schritt am vehementesten stemmt, ist Deutschland in Person von Finanzminister Wolfgang Schäuble. Er hat gerade zum wiederholten Male erklärt, Griechenlands Problem seien nicht die hohen Schulden, sondern die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Daher lehnt man in Berlin einen Schuldenschnitt kategorisch ab. Schäuble weiß natürlich auch, dass eine Schuldenerleichterung für Hellas im kommenden Wahlkampf in Deutschland den Rechtspopulisten in die Hände spielen würde und die CDU entscheidende Stimmen kosten könnte.

Für Tsakalotos und seine Regierung werden die kommenden Monate nun entscheidend. Dann muss Athen seinen Geldgebern darlegen können, dass alle vereinbarten wirtschaftlichen Reformen einschließlich Verbesserungen am Arbeitsmarkt und die Privatisierungen umgesetzt worden sind. Dies wären die Voraussetzungen für Erleichterungen beim Schuldenabbau. Tsakalotos weiß, dass die Zeit drängt. Sollte bis Anfang 2017 kein Schuldenerlass erreicht werden, kann sein Land im März nicht in das EZB-Programm für den Ankauf von Anleihen aufgenommen werden. Dies, so Tsakalotos‘ Hoffnung, könnte dazu beitragen, den lang ersehnten Wirtschaftsaufschwung einzuleiten. Immerhin, für 2017 rechnet Athen mit einem Wachstum von 2,7%.

Zum Backen braucht man Zucker. Für’s Depot auch?

Bereits in einem Monat ist Heiligabend und es ist nun langsam an der Zeit, die Weihnachtsbäckerei zu eröffnen. Neben Mandeln, Nüssen, Marzipan und vielen anderen guten Zutaten steigt dann auch die Nachfrage nach Zucker.

Beim Kauf der Backutensilien begegnet man stets dem weltweit tätigen Unternehmen Südzucker, das passend zur Weihnachtszeit eine Anleihe (A189JF) im Gesamtvolumen von 300 Mio. € mit einer „privatanleger-freundlichen“ Stückelung von 1.000 € emittierte. Das Unternehmen versüßt den Investoren das Engagement mit einem jährlichen Kupon von 1,25% bis zur Fälligkeit am 29.11.2023. Die Anleihe wurde zu 99,687% emittiert und somit bei +97 bps über Mid Swap. Südzucker entschied sich zur Aufnahme eines Sonderkündigungsrechts (Make-Whole-Option) in die Anleihebedingungen.

Dem Beispiel Südzuckers folgend refinanzierte sich auch Grenke Finance mittels einer 5 1/4-jährigen 150 Mio. € schweren Anleihe (A189PU), die am 02.02.2022 endfällig ist. Auch in diesem Fall beläuft sich die Mindestanlagesumme auf 1.000 € und das Unternehmen zahlt hierfür jährlich Zinsen in Höhe von 1,125%. Der Ausgabepreis betrug 99,368% (Mid Swap +113 bps).

Auch BP gelang die erfolgreiche Platzierung einer 7 1/4-jährigen Anleihe (A189PV) im Volumen von 925 Mio. €. Das im Raffinerie- und Erdölsektor tätige Unternehmen zahlt dem Investor einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,117 % bis zum Laufzeitende am 25.01.2024. Die Begebung erfolgte zum Kurs von 100% und damit bei +77 bps über Mid Swap. BP ließ sich ein vorzeitiges Kündigungsrecht per 25.10.2023 zu pari festschreiben und entschied sich für eine Mindeststückelung von 100.000 €.

Nach unten gerichtete Treppenformation

In der vergangenen Handelswoche wurde die 160er Marke erfolgreich verteidigt und infolge einer logischen Gegenbewegung konnte sogar der Widerstand bei 161,46% überwunden werden. Dennoch gilt weiterhin: „Augen auf beim Euro-Bund-Future-Handel“. Dies wurde am gestrigen Mittwoch wieder überdeutlich ins Bewusstsein der Rentenhändler eingebrannt. Nachdem es zuvor infolge von Kommentaren diverser EZB-Notenbanker zu einer Stabilisierung auf höherem Niveau gekommen war, hat die Ankündigung der EZB, Teile der im Rahmen des QE erworbenen Wertpapiere im Repo den Banken zur Verfügung zu stellen, die Zinsfutures wieder auf Talfahrt geschickt.

Diese Aussage wurde bei verschiedenen Investoren als Demontage des Fangnetzes interpretiert, aber die Tatsache alleine, dass Material wieder in Umlauf gebracht wird, sagt nichts über die Kosten eines solchen Repos aus. Denn erst daraus könnten Rückschlüsse auf die zukünftige Vorgehensweise gezogen werden. Somit ist mit einer Beruhigung auf dem aktuellen Level zu rechnen und erst in den kommenden Tagen wird sich herauskristallisieren, ob die eindeutig nach unten gerichtete Treppenformation fortgeführt wird. Aktuell handelt das Sorgenbarometer bei 161,27%.

Unterstützungslinien werden weiterhin bei ca. 160,46%, der psychologischen Marke von 160% sowie dem Tief vom 14.11. bei 159,14% gesehen und Widerstände sind bei 161,46% und 162,56% existent.

Eurozone kocht auf Sparflamme

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten werden in dieser Woche insgesamt 228 Mrd. USD refinanziert. Sollte Donald Trump seine Pläne zur Konjunkturbelebung umsetzen, so könnten solche Summen zur Norm werden. Neben Geldmarkttiteln für 127 Mrd. USD wurden auch T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren zum Kauf angeboten.

In der Eurozone teilen sich in dieser Handelswoche fünf Staaten ca. 11 Mrd. €, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Eröffnet wurde der Reigen gleich zum Wochenstart von der Slowakei. Belgien stockte am gleichen Tag drei OLOs mit Restlaufzeiten von 10, 15 und 31 Jahren auf (A18W1U / 2026 ; A1ZWX5 / 2031 ; A180Z6 / 2047). Am nächsten Tag trat mit Finnland - ein eher seltener Emittent - in Erscheinung (A185WG / 2023), bevor Portugal (A0DY6V /2021) und Deutschland zur Wochenmitte aktiv wurden.

Im Rahmen eines Tenderverfahrens wurde das Emissionsvolumen der aktuellen 10-jährigen Bundesanleihe (110240) um 3 Mrd. € auf insgesamt 25 Mrd. € erhöht. In der Summe wurden Aufträge für ca. 5,1 Mrd. € aufgegeben. Die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,21% und für die Marktpflege wurden ca. 485 Mio. € zurückbehalten.

Den krönenden Abschluss der Refinanzierungen nimmt am morgigen Freitag Italien mit der Aufstockung einer 2-jährigen inflationsindexierten Anleihe für sich in Anspruch. Diese Bonds werden allerdings auch weiterhin aus steuerlichen Gründen nicht an den deutschen Börsen gehandelt.

Euro auf dem Weg zur Parität?

Im März vergangenen Jahres hat der Euro mit 1,0458 USD ein 14-Jahrestief markiert und aktuell schickt sich die Gemeinschaftswährung an, dies zumindest nochmals testen zu wollen. Die Andeutungen diverser Notenbanker und insbesondere von Mario Draghi selbst, dass die aktuelle Geldpolitik der EZB noch einige Zeit beibehalten wird, lassen den Euro nicht zu Kräften kommen. Nach dem ganzen Trubel der vergangenen Tage und Wochen gönnen die Vereinigten Staaten sich und dem Euro eine kleine Verschnaufpause vom aktuellen Marktgeschehen und feiern Thanksgiving, einen der wichtigsten und beliebtesten Feiertage der USA.

Grundsätzlich ist in den kommenden Tagen mit einem weiteren Angriff auf die bisherigen Tiefststände zu rechnen, da keine Änderung der „Großwetterlage“ am Devisenmarkt zu erkennen ist. Ein Großteil der Stärke des US-Dollars entstammt der Schwäche des Euros, die wiederum der Europäischen Union und der EZB geschuldet ist. Seit dem vergangenen Donnerstag handelte der Euro zwischen 1,0519 USD und 1,0746 USD und notiert aktuell bei 1,0525 USD.

Seit Wochen stand am Devisenmarkt der mexikanische Peso unter Beobachtung und da sich nach der US-Wahl keine Entspannung einstellte, hat die Notenbank Mexikos - auch im Hinblick auf den niedrigen Inflationsausblick - den Leitzins um 50 bps auf nunmehr 5,25% angehoben. In nur 11 Monaten stieg er somit um insgesamt 225 bps auf den höchsten Stand seit sieben Jahren. Diese Maßnahme half der Landeswährung allerdings nur wenig, denn sowohl zum US-Dollar als auch zum Euro handelt der Peso weiterhin auf dem Vorwochenniveau von 20,70 MXN respektive 21,80 MXN.

Bei den Fremdwährungsanleihen waren somit weiterhin Umsätze auf mexikanische Peso zu beobachten. Außerdem zählten Anleihen auf US-Dollar, türkische Lira sowie südafrikanische Rand zu den favorisierten Bonds.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

US-Zinspolitik wird für die Europäische Zentralbank zum Problem

Obwohl Donald Trump noch nicht in Amt und Würden ist, konnte er zumindest bei den zu erzielenden Renditen am Bondmarkt seinen Wahlslogan „Make America great again“ bereits umsetzen. In einer für viele Marktbeobachter atemberaubenden Schnelligkeit wurde diese Entwicklung vollzogen, da die andiskutierten Investitionsprogramme sowie die Steuererleichterungen eine Zinserhöhung durch die US-amerikanische Notenbank (Fed) unumgänglich erscheinen lassen. Eine Zinsanpassung auf der nächsten Fed-Sitzung am 14. Dezember des Jahres ist inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 94% am Markt eingepreist.

Dennoch sollte man vorsichtig sein, bereits alleine mit der Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten Rückschlüsse auf die zukünftige Geldpolitik der amerikanischen Notenbank zu ziehen. Nach den Worten des US-Notenbankers Robert Kaplan gibt es Politikansätze, die positiv für das Wirtschaftswachstum und solche, die negativ sein könnten. Niemand mag momentan mit Bestimmtheit sagen, was wie wirken wird. Das wäre Kaffeesatz-Leserei. Die Verunsicherung der Investoren ist allerdings sehr groß und somit ist es nicht verwunderlich, dass zwischenzeitlich bei US-Bonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren Renditen von über 3% und bei einer Restlaufzeit von 10 Jahren mehr als 2,30% zu erzielen waren. Dieses Niveau scheint vorerst gehalten zu haben, aber sollte sich die US-Wirtschaft weiterhin positiv entwickeln, so wären bei neuen Engagements noch höhere Renditen möglich.

Des einen Freud ist des anderen Leid. So lässt sich der unerwartete Renditeanstieg umschreiben. Während Altinvestoren sich verwundert die Augen reiben, haben es Anleger bei Neuinvestitionen besser getroffen. Doch diese Entwicklung ist nicht auf den US-Bondmarkt beschränkt, sondern strahlt u. a. auch auf die europäischen Zinsmärkte aus. Hatten deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren (110240) z.B. am 06.07.16 noch mit -0,193% rentiert, so warfen diese Papiere am 14.11.16 - also nur 4 Monate später - eine Rendite von +0,40% ab. Noch deutlicher wird es bei der zu erzielenden Rendite der 30-jährigen Anleihe, die in diesem Zeitraum von 0,293% auf 1,062% kletterte. Ein solcher Anstieg ist für Deutschland zwar nicht unerheblich, aber dennoch zu verkraften. Ganz anders stellt sich die Situation allerdings für die europäischen „Sorgenkinder“ dar. So erhöhten sich die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen Italiens innerhalb von 4 Monaten von 1,054% auf 2,23%, für Portugal von 2,687% auf 3,683% und für Irland von 0,307% auf 1,103%.

Es ist davon auszugehen, dass in Euroland der Renditetiefpunkt erreicht wurde, ohne dass der Großteil der Marktteilnehmer dies wahrgenommen hat. Zu groß war das Vertrauen in die QE-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) - und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nun stellt sich die Frage, wie die EZB unter der Leitung von Mario Draghi auf diese neue Herausforderung reagieren wird. Wie irrational momentan gehandelt wird unterstreicht auch die heutige Ankündigung aus Japan. Dort wurde eine erste Runde nach oben offener Anleihekäufe „angedroht”. Es ist zu befürchten, dass auch die EZB den eingeschlagenen Weg nicht verlassen wird, sondern man diesen „ohne Rücksicht auf Verluste“ weiter beschreiten wird. Somit ist zu erwarten, dass am 8. Dezember - bei der nächsten EZB-Sitzung - eine Verlängerung der Anleihekaufprogramme mit angepassten Spielregeln beschlossen wird, woran auch eine positivere Entwicklung der Inflationsrate in der Eurozone nichts ändern sollte.

Dadurch manövriert man sich immer tiefer in eine Sackgasse und versucht verzweifelt, sich dem Einfluss der amerikanischen Geldpolitik zu entziehen. Doch in diesem Zusammenhang sei an zwei Aussprüche von Henry Kissinger erinnert: „America has no permanent friends or enemies, only interests.“ und „Who controls the money controls the world.”

Der Unsicherheitsfaktor Trump bleibt am Markt

Kein Zweifel, das Personalkarussell von Amerikas öffentlichen Spitzenämtern kommt kräftig in Fahrt. Dabei sorgen Spekulationen über das künftige Team des neuen US-Präsidenten Donald Trump sowie vorzeitige Rücktritte für eine anhaltende Verunsicherung an den Kapitalmärkten.

Zunächst war es die Chefin der Finanzaufsicht SEC, Mary Jo White, die wenige Tage nach dem Wahlsieg von Trump ihren Rücktritt erklärt hat. Im Januar wird die 68-Jährige ihren Posten aufgeben – ganze drei Jahre vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit. Beobachter fragen sich nun, wie dieser verfrühte Rückzug von White, die dazu beigetragen hatte die Finanzbranche an die kurze Leine zu nehmen, zu deuten ist. Geht die Aufseherin davon aus, dass es unter Trump ein Rollback der Bankenregulierung geben soll? Wandelt sich Trump gerade vom Schrecken der Wall Street zu deren Verbündetem?

Darauf deuten zumindest Spekulationen hin, wonach der wichtige Posten des Finanzministers mit einem hochkarätigen Ex-Banker besetzt werden könnte. Namen wie Steven Mnuchin, ehemaliger Topmanager der US-Investmentbank Goldman Sachs, und Jamie Dimon, JPMorgan-Chase-Chef, machen die Runde.

Betrachtet man den Aktienmarkt, so scheinen viele Investoren darauf zu spekulieren, dass Trump, der eigentlich angetreten war den Wall-Street-Sumpf „trockenzulegen”, das Rad der Regulierung wieder zurückdrehen könnte. Auf seiner Homepage avisierte er sogar, er wolle das von Banken ungeliebte Dodd-Frank-Gesetz, das eine Antwort auf die Finanzkrise war und Banken lästige Regeln auferlegt, wieder abschaffen. Tatsächlich spräche nicht viel dafür, dass er die Branche weiter an die Kandare nehmen wolle, wenn Spitzenbanker Mitglieder der Regierung wären.

Mit Spannung blicken Beobachter auch auf den nächsten Termin des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed, der sich Mitte Dezember wieder trifft. Die Fed hatte vor Jahresfrist begonnen, die Zinsen anzuheben, und beim nächsten Treffen sollte eigentlich ein weiterer Zinsschritt vollzogen werden. Nun aber hat Trump die Wahl gewonnen, der der Fed-Chefin Janet Yellen im Wahlkampf vorgehalten hatte, die nach seinen Worten unnötig niedrigen Zinsen sorgten künstlich für gute Stimmung an den Börsen und spielten nur seiner Kontrahentin Hillary Clinton in die Karten. Man darf daher gespannt sein wie Yellen, die noch einen Vertrag bis Januar 2018 besitzt, mit der Situation umgehen wird. Insbesondere nachdem ihr bereits während des Wahlkampfs vom neuen Präsidenten eine Zukunft in diesem Amt in Abrede gestellt wurde. Auch waren seine Äußerungen zur Geldpolitik sehr widersprüchlich und zeugen von einem hohen Maß an Wankelmütigkeit. Mal sagte er, als „Schuldenkönig“ liebe er Nullzinsen. Mal tönte er, man müsse echte Sparer vor der Fed schützen, die nur die Finanzwirtschaft begünstige.

Unausgegoren und von Machtkämpfen geprägt präsentiert sich nun auch das Umfeld von Trump, wie die jüngsten Rücktritte in seinem Übergangsteam deutlich machen. Sowohl Mike Rogers, Leiter des Geheimdienstausschusses, als auch Ben Carson, der einzige Schwarze, der als Anwärter auf einen Platz im Kabinett gehandelt wurde, nahmen diese Woche ihren Hut. Hinzu kommt der Umstand, dass der künftige Präsident Mitglieder seines Familienclans in wichtige Ämter und Beraterrollen hievte, was zumindest ein „Gschmäckle“ hinterlässt, aber eben auch zum Unsicherheitsfaktor Trump beiträgt.

Was die Märkte nun interessiert ist die Frage, ob Trump alle Auflagen, die unter Obama beschlossen wurden, tatsächlich rückabwickeln wird und kann – etwa die Krankenversicherung, das Steuersystem und eben die Bankenregulierung. Beobachter sind sich einig, dass dies nicht immer so ohne weiteres funktionieren dürfte – und wenn, dann nur im Rahmen langfristiger Prozesse. Aber vorerst scheinen Investoren zumindest am Aktienmarkt auf eine Trump-Rallye zu wetten. Die Frage, ob dies im Sinne langfristig stabiler Märkte immer geboten sein mag und letztendlich auch denen aus den Vorstädten zu Gute kommt, die Trump gewählt haben, scheint im Moment eher in den Hintergrund zu rücken.

Risikobewertung der Banken auf dem Prüfstand

Wie Banken ihre Risiken einschätzen und bewerten müssen, ist sowohl für die Bankenaufsicht als auch die Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer zentralen Frage im Rahmen von Basel III geworden. Nun hat die für die Bankenaufsicht zuständige EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger auf der Branchenkonferenz „Euro Finance Week“ angekündigt, in den nächsten drei Jahren die internen Risikomodelle gezielt überprüfen zu wollen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Modelle konsistente Ergebnisse liefern und ungerechtfertigte Unterschiede bei der Kalkulation einschränken.

Lautenschläger packt damit ein international heißes Eisen an, geht es doch bei den laufenden Verhandlungen über strengere Vorschriften für Banken auch um interne Risikomodelle. Schließlich bestimmen diese wesentlich mit, wie dick die Kapitaldecke einer Bank sein muss. Je riskanter das Kreditportfolio eines Instituts ist, desto mehr Eigenkapital muss es zur Sicherheit vorhalten. Der Knackpunkt aber ist, dass eine Bank, die ihre Risiken kleinrechnet, in guten Zeiten zwar teures Kapital sparen kann, in schlechten Zeiten aber umso schneller umkippt – im Zweifel zulasten des Steuerzahlers.

Wie die Finanzkrise offenbarte, haben viele Banken bestimmte Gefahren massiv unterschätzt. Außerdem war klar geworden, dass es insgesamt sehr große Unterschiede bei der Berechnung der Risiken gibt. Studien haben gezeigt, dass es nicht nur Unterschiede bei den Banken und ihren Modellen gibt, sondern dass auch die Bankenaufseher unterschiedlich mit den Modellen umgehen. Hier bedarf es dringend einer Vereinheitlichung auf allen Ebenen.

Der Wildwuchs an Risikomodellen der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass mittlerweile auch der Baseler Ausschuss an strengen Leitplanken für die Anwendung solcher Risikomethoden arbeitet. Vor allem die USA drängen dort auf Einschränkungen bei internen Modellen, was den Europäern vielfach zu weit geht. Der Präsident der deutschen Bankenaufsicht BaFin, Felix Hufeld, drohte deshalb bereits mit einem Scheitern der Reform. Schließlich würde für europäische Banken der Kapitalbedarf sprunghaft ansteigen.

Auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret hat wichtige Änderungen der bisherigen Vorschläge gefordert. Es werde mit der Bundesbank keine Einigung um jeden Preis geben, sagte er und kritisierte, dass die diskutierten Vorschriften den Kapitalbedarf für Banken zu stark erhöhen würden. Dombret schlug nun vor, dass deutsche Darlehen stärker begünstigt werden. Diese seien sicherer als in vielen anderen Ländern, wo sich die Banken zu stark an den Marktpreisen von Immobilien orientierten. Deutsche Institute müssen den Wert einer Immobilie konservativer ermitteln als anderswo.

Und wo Dombret gar nicht mit sich reden lassen will, ist die Einführung eines so genannten ‘Output-Floors’. Einen solchen hat der Baseler Bankenausschuss vorgeschlagen, wonach es für die internen Modelle eine absolute Grenze geben soll. Meist ermitteln nämlich Banken mit eigenen Risikomodellen einen viel geringeren Kapitalbedarf als Institute, die das Standardverfahren nutzen. Damit soll ein geringerer Kapitalbedarf auf entweder 20% oder 40% gegenüber dem Standardmodell begrenzt werden. Dombret hält dagegen: In der Theorie gelte der ‘Output-Floors’ zwar als Mittel, um leichtsinniger Rechenakrobatik bei internen Modellen einen Riegel vorzuschieben. In der Praxis aber wirke er der Risikoorientierung entgegen. „Das können wir so nicht akzeptieren, denn an einer unerwünschten zusätzlichen Risikonahme von Banken sind wir nicht interessiert“, macht er klar. Basel III habe andere Instrumente wie die Leverage Ratio entworfen, um Modell- und Missbrauchsrisiken zu bekämpfen.

Mittelstandskredite mit weniger Eigenkapital unterlegen

Die EU-Kommission greift Banken bei der Vergabe von Mittelstandskrediten unter die Arme. Wie Reuters berichtet, können die Institute Darlehen in Höhe von bis zu 1,5 Mio. € an kleinere und mittelgroße Unternehmen (KMU) weiterhin mit weniger Eigenkapital unterlegen. Demnach bleiben für diese Kleinkredite 23,8% bei der Hinterlegung abzugsfähig. Bei größeren Darlehen sollen 15 % der verbleibenden Summe abgezogen werden können.

Der Chef des Deutschen Sparkassenverbands, Georg Fahrenschon, begrüßte es, dass dieser sogenannte KMU-Skalierungsfaktor beibehalten wird. Er mahnte aber in Brüssel ein generelles Umdenken an, bei dem die internationalen Großbanken getrennt von den regional aufgestellten Geldhäusern betrachtet werden.

Diese Regelung ist Teil der Überarbeitung der Eigenkapitalverordnung (CRR) und der Eigenkapitalrichtlinie (CRD), die kommende Woche vorgestellt werden soll. Indessen kündigte EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis an, den bürokratischen Aufwand für kleinere Banken bei den Bonusregeln für Manager zu lockern, wo dies möglich sei. Anders als Großbanken sind viele kleine Institute nicht börsennotiert und zahlen nur geringe Boni, unterliegen aber derselben Regulatorik.

Investoren stellen Pharmaunternehmen Mittel zur Verfügung

Im Herbst leiden viele Menschen unter den Symptomen eines grippalen Infekts und greifen zur Linderung der Beschwerden zu neuen oder altbewährten Arzneimitteln. Doch vor der Erteilung einer Genehmigung für den Einsatz dieser Medikamente steht die Forschung, die zeitaufwendig und teuer ist. Um für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein, wurden in dieser Woche gleich zwei bekannte Pharmaunternehmen am Primärmarkt aktiv.

So refinanzierte der niederländische Pharmariese Mylan mittels 4 Anleihen insgesamt 3 Mrd. €. Die 3-fache Überzeichnung der Orderbücher zeugt von einem starken Interesse seitens der Investoren. Diese konnten entsprechend ihren Vorlieben und Bedürfnissen zwischen Laufzeiten von 2 bis 12 Jahren wählen. Die erste Tranche, ein 2-jähriger Floater (XS1522989869) im Volumen von 500 Mio. €, ist am 22.11.2018 fällig und mit einer quartalsweisen Verzinsung in Höhe von +87 bps über dem 3-Monats-Euribor ausgestattet. Bei den übrigen Anleihen handelt es sich um Anleihen mit festen Kupons und folgenden Ausstattungen:

A189GM; fällig: 23.11.2020; Vol.: 750 Mio. €; Kupon: 1,25% p.a.; +132 bps über Mid Swap/

A189GN; fällig: 22.11.2024; Vol.: 1 Mrd. €; Kupon: 2,25% p.a.; +180 bps über Mid Swap/

A189GP; fällig: 22.11.2028; Vol.: 750 Mio. €; Kupon 3,125% p.a.; +237 bps über Mid Swap.

Aber auch der Arzneimittelhersteller AbbVie emittierte einen Dreierpack an Bonds im Gesamtvolumen von 3,6 Mrd. €. Bei der ersten Tranche handelt es sich um eine 3-jährige Anleihe (A189FJ) im Volumen von 1,4 Mrd. € mit Fälligkeit am 18.11.2019. Die Anleger erhalten einen jährlichen Kupon von 0,375%. Der Ausgabepreis lag bei 99,732% (+50 bps über Mid Swap). Die zweite 1,45 Mrd. € schwere Anleihe (A189FK) bietet dem Anleger eine jährliche Verzinsung in Höhe von 1,375% bis zum Laufzeitende am 17.05.2024. Emittiert wurde die Anleihe zu 99,776% und somit bei +95 bps über Mid Swap. Den Hattrick komplettiert eine 750 Mio. € schwere Anleihe (A189FL) mit jährlicher Kuponzahlung von 2,125% bis zum Laufzeitende am 17.11.2028. Der Ausgabepreis betrug 99,801% (+125 bps über Mid Swap).

Alle hier genannten Bonds verfügen mit Ausnahme des Floaters über ein optionales Sonderkündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Wegen des Mindestanlagebetrages von 100.000 € zielen diese Papiere zumeist auf institutionelle Anleger ab..

Angeknockt wie ein Boxer

Die vergangenen Handelstage hatten es für Rentenhändler in sich und die Frage ist erlaubt: „Konnte man das nicht kommen sehen?“ Am 30. September schien die Welt noch in Ordnung zu sein und das Sorgenbarometer notierte in der Spitze bei 166,36%. Nur sechs Wochen später markierte der Euro-Bund-Future im Dezember-Kontrakt mit 159,14% einen vorerst neuen Tiefpunkt. Bemerkenswert dabei ist allerdings, dass man nicht den Eindruck hat, die Sorgen der Welt seien weniger geworden. Nein, es sind nur andere und diese scheinen den sicheren Hafen „Renten“ nicht mehr zu befeuern. Aktuell handelt das Rentenbarometer wieder bei ca. 160,90% (heutige Eröffnung: 160,58%) und erinnert an einen angeknockten Boxer. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass jederzeit sowohl ein „K.o.“ als auch ein „Lucky Punch“ möglich ist, was eine Prognose nicht einfacher macht. Legt man die alte Börsenregel „Der Markt geht immer dorthin, wo es den meisten Investoren weh tut.“ zugrunde, so ist die Kurskorrektur noch nicht zu Ende.

Um in solchen Marktphasen ein Gespür für die weitere Marktentwicklung zu erhalten, ist die Chartanalyse immens wertvoll. Die hierbei zu benennenden Unterstützungslinien verlaufen momentan bei 159,36% bzw. 158,60%. Ob allerdings die Rückeroberung der 160er Marke nachhaltig gelingen wird, hängt von den kommenden Ereignissen ab. Nach Tagen der Spekulation werden die Fundamentaldaten wieder in den Fokus der Überlegungen rücken und vorübergehend die spiegelbildliche Korrelation zwischen Aktien und Renten ins Spiel bringen. Denn die Kursentwicklung an den Börsen war noch nie eine Einbahnstraße und wird es auch zukünftig nicht werden. Nach oben blickend ergeben sich ein erster Widerstand bei 161,46% und ein weiterer bei 162,56%.

Nur Frankreich und Spanien wagen sich aus der Deckung

In den USA wurden in dieser Handelswoche in erster Linie Geldmarkttitel zum Kauf angeboten. Insgesamt wurden 143 Mrd. USD als T-Bills mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten aufgelegt. Abgerundet wird das Emissionspaket heute mit der Aufstockung der 10-jährigen inflationsindexierten Anleihe um 11 Mrd. USD. In der kommenden Woche stehen neben den üblichen Geldmarktpapieren auch wieder T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren zur Refinanzierung an.

In der Eurozone werden in dieser Woche nur Frankreich und Spanien den Investoren mittels der Aufstockung von Altemissionen Material offerieren. Spanien erhöht heute das Emissionsvolumen von drei Bonds (A18W6G / 2019 ; A18YPG / 2021 ; A1VQCB /2026) und Frankreich meldet bei insgesamt drei Anleihen (A0D2UV / 2021 ; A0TRKW / 2023 ; A18675 / 2047) ebenfalls Interesse an und legt zusätzlich eine neue Anleihe (A189GE / 2022) auf.

Es gibt nur noch ein Thema: Trump

Mit einer Woche Abstand zur Präsidentschaftswahl in den USA können wir feststellen, die Welt dreht sich weiter, aber sie ist eine andere als zuvor. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat die Märkte weltweit in Turbulenzen versetzt, insbesondere den Devisenmarkt.

So konnten wir beim Währungspaar Euro/Dollar in den vergangenen Handelstagen extreme Kursbewegungen beobachten. In erster Reaktion auf einen möglichen Wahlsieg Trumps stieg der Euro bis auf 1,13 USD an. Mit der Gewissheit eines neuen Präsidenten legte der US-Dollar eine beeindruckende Erfolgsstory aufs Parkett. Die Stärke des Dollars wird durch Spekulationen getrieben, wonach eine Trump-Regierung durch höhere Ausgaben die Wirtschaft sowie die Inflation ankurbeln wird und als Konsequenz die Federal Reserve (Fed) die Zinsen erhöhen muss. Seither befindet sich die europäische Gemeinschaftswährung im Sinkflug, der vorerst bei 1,0667 USD - einem neuen Jahrestief - abgebremst werden konnte. So niedrig notierte die Einheitswährung zuletzt im Dezember 2015, als die US-Notenbank Fed nach fast 10 Jahren erstmals wieder die Zinsen angehoben hatte. Aktuell handelt der Euro bei ca. 1,0725 USD und somit etwas über dem damaligen Tiefstkurs von 1,0524 USD.

Auch nach einer Woche Trump-Gewissheit notiert die Währung Mexikos noch immer mit 20,20 MXN in der Nähe des historisch niedrigen Niveaus von 21,3897 MXN. Auch gegenüber dem Euro konnte sich der Peso nur leicht von seinem Allzeittief bei 23,45 MXN entfernen und handelt derzeit mit 21,65 MXN.

Innerhalb der vergangenen Handelswoche standen aufgrund der aktuellen Marktgegebenheiten insbesondere Währungsanleihen auf US-Dollar sowie mexikanische Peso im Fokus der Privatanleger. Darüber hinaus waren auch Bonds lautend auf russische Rubel, südafrikanische Rand und türkische Lira mehrfach nachgefragt worden.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Wahlsieg von Donald Trump erzeugt irrationale Marktreaktionen

Durch das überraschende Brexit-Votum der Briten vom 23. Juni dieses Jahres haben viele Börsianer gelernt, mehr für möglich zu erachten als das, was uns unsere Schulweisheit träumen lässt – zum Beispiel einen unberechenbaren US-Präsidenten Donald Trump. So ist es dann auch gekommen, wider alle wirtschaftliche Vernunft und gegen ein Anstandsgefühl, dem die Vulgarität von Trump zuwider ist. Nun wird man sich also mit der Sprunghaftigkeit und den teilweise unausgegorenen Konzepten des Wahlsiegers, die auf wirtschaftlichen Protektionismus und Schuldenpolitik hinauslaufen dürften, arrangieren müssen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Ausschläge an den europäischen Börsen sogar weniger heftig ausfielen, als dies nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien der Fall gewesen war – obwohl ein US-Präsident Trump für die Märkte langfristig ein größeres Problem als das Brexit-Votum der Briten darstellen dürfte.

So startete der Euro-Bund-Future nach einem Vortagesschluss von 161,92% mit 162,66% in den Handel. Die negativen Vorgaben der Aktien- und Devisenmärkte ließen das Rentenbarometer sogar in der Spitze auf 163,19% hochschnellen, um im Laufe des Tages bis auf 160,89% zurückzufallen. Deutsche „Bunds“ konnten also vom Wahlsieg Trumps nicht profitieren und folgten hierbei den Vorgaben aus den Vereinigten Staaten von Amerika. In Erwartung größerer Verwerfungen an den Finanzmärkten signalisierte der entsprechende Future vorerst mit 131% eine Flucht der Anleger in den „sicheren Hafen“, um im Laufe des Tages bis auf 127,8125% nachzugeben. In Rendite ausgedrückt entsprach das einer Bandbreite zwischen 1,72% und 2,075% für 10-jährige T-Bonds. Dass die Investoren so schnell wieder zur Tagesordnung übergehen würden, war nicht zu erwarten.

Insgesamt ist es die Unberechenbarkeit des frauenfeindlichen, rechtspopulistischen und politisch unerfahrenen Immobilienmoguls, die den Märkten eine grundlegende Skepsis verleiht. Denn Unsicherheit ist gerade das Gegenteil dessen, was Börsen sich wünschen: Verlässlichkeit, aufgrund der man weiß, woran man ist. Daher werden Börsianer gespannt darauf achten, ob sich Trump bis zu seiner Amtseinführung am 20. Januar 2017 eine präsidiale Haltung zulegen kann. Und noch entscheidender wird die Frage sein, ob er die Horrorszenarien, die er angekündigt hat, wahr machen wird – etwa den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, die Neuverhandlung sämtlicher Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Ländern oder eine gewisse Unverbindlichkeit gegenüber der Nato.

Vielleicht besinnt sich ja wenigstens die EU angesichts der Unsicherheit, die der Wahlsieg Trumps gebracht hat, auf mehr Gemeinsamkeit. Schließlich sind die Probleme der Europäer besser zu lösen, wenn man an einem gemeinsamen Strang zieht, bevor man den Populisten das Feld überlässt. Es sei hier nur an die Terrorbekämpfung, den Klimaschutz, die Schulden- oder die Flüchtlingskrise erinnert. Sollte Trumps Wahlsieg für Europa der Anlass sein, wieder enger zusammenzurücken, wäre wenigstens auf dieser Seite des großen Teichs etwas gewonnen.

Ein weiterer Schicksalstag für Europa

Angesichts der US-Wahl war das Gros der politischen Beobachter in Europa bisher auf den 8. November, den Tag der Präsidentschaftswahl, fixiert. Dabei ist die Bedeutung eines anderen Datums für Europa etwas in den Schatten geraten: Der 4. Dezember. Der Tag an dem Italiens Regierungschef Matteo Renzi über die weitreichendste Reform der italienischen Verfassung abstimmen lassen will. Wie wichtig Renzi, der als Reformer gilt, das Votum ist zeigt der Umstand, dass er sein politisches Schicksal mit dem Ausgang des Referendums verknüpft hat.

Die Kritik an den Plänen ist groß. Am vergangenen Samstag war es nun erstmals zu gewalttätigen Demonstrationen gegen das Referendum gekommen. Doch um was geht es dabei? Renzis Reformpläne sehen vor, dass die Zusammensetzung und Befugnisse des Senats, der zweiten Kammer im italienischen Parlament, radikal beschnitten werden sollen. Damit soll Italien reformierbarer werden. Entscheidungen sollen schneller getroffen werden können. Ebenso sollen die hohen Kosten für den Politikbetrieb gesenkt werden. Ergo: Mit einem schlankeren, entscheidungsfähigeren Parlament wären die Voraussetzungen geschaffen, um auch andere große Baustellen zu bearbeiten – etwa die Reform der Justiz oder der dringend nötige Abbau von Bürokratie.

Da in den Umfragen zuletzt die Tendenz zu einem ‚No‘ überwogen hat, wird erstmals seit dem Höhepunkt der Eurokrise an den Finanzmärkten nicht mehr Griechenland als größter Wackelkandidat angesehen, sondern eben Italien. Während laut dem Marktforschungsinstitut Sentix die Wahrscheinlichkeit für einen Grexit derzeit bei 8,5% liege und damit so niedrig wie seit 2014 nicht mehr, liege die Wahrscheinlichkeit für einen Austritt Italiens, also eines „Italexits”, jetzt bei knapp 10%. Neben den politischen Fragezeichen um das Referendum spielt dabei die prekäre Lage der italienischen Banken sowie jahrelang konjunkturelles Siechtum eine Rolle. In der Folge trennten sich Anleger in den vergangenen Tagen von italienischen Staatsanleihen, die aufgrund steuerlicher Problematik an deutschen Börsen nicht gehandelt werden.

Vielleicht könnte ja ausgerechnet das jüngste Erdbeben in Mittelitalien Renzi etwas Luft verschaffen. Schließlich wird im Land schon diskutiert, das Referendum wegen der Naturkatastrophe zu verschieben. Hinzu kommen die Belastungen durch die Flüchtlinge, die Renzi veranlasst haben, von Brüssel mehr Flexibilität beim Stabilitätspakt zu fordern. Bisher ist die EU-Kommission in dieser Sache allerdings hart geblieben.

Zwar wäre ein Rücktritt des europafreundlichen Renzis bei einem Scheitern des Referendums nicht automatisch die Folge. Dennoch wäre er angezählt und möglicherweise müsste er sich im Parlament der Vertrauensfrage stellen. Ob bei Neuwahlen die europakritische Fünf-Sterne-Protestbewegung an die Macht oder es zu einer monatelangen Hängepartie bis zum nächsten regulären Wahltermin 2018 kommen wird, ist offen. Beides dürfte der dahindümpelnden Wirtschaft keinen Auftrieb verleihen können. Das Damoklesschwert einer Regierungskrise schwebt also über dem Votum am 4. Dezember und damit auch die Gefahr einer Verschärfung der Eurokrise.

Am selben Tag findet voraussichtlich in Österreich eine weitere Abstimmung statt, die für Europa Bedeutung hat. Dann soll die Bundespräsidenten-Stichwahl wiederholt werden, die zunächst am 2. Oktober 2016 vorgesehen war. Zur Auswahl stehen der liberale Alexander Van der Bellen und der populistische FPÖ-Kandidat Norbert Hofer. Aufgrund neuer Ungereimtheiten im Wahlkartenbestellsystem könnte der Termin aber ein weiteres Mal gekippt werden.

Dämpfer für die Brexit-Hardliner

Nein, eine Abkehr vom Brexit ist es nicht, was der High Court in London vergangene Woche verkündet hat. Aber die Richter haben klargemacht, dass der EU-Austritt doch nicht so einfach geht, wie sich das die Brexit-Hardliner vorstellen mögen. Mit der Entscheidung, dass das Unterhaus über den Brexit abstimmen muss, hat das oberste Gericht für England und Wales das Verfahren verändert, mit dem die britische Regierung den Austritt einleiten muss – und damit möglicherweise auch das weitere Verfahren für den Brexit. Insofern gilt das Urteil als fundamental und stellt eine der wichtigsten verfassungsrechtlichen Entscheidungen auf der Insel seit Jahrzehnten dar.

Zu den Verfassungsgrundsätzen Großbritanniens gehört die Parlamentssouveränität, während es parallel dazu alte Prärogativrechte der Krone in der Außenpolitik gibt, die auf die Regierung übergegangen sind. Aus dieser Konstellation heraus hatte die Regierung von Theresa May gefolgert, dass sich das Parlament nicht mehr mit den Details des EU-Austritts befassen muss. Allerdings hatte May zuvor schon zugestanden, dass das Unterhaus zumindest förmlich über den Austrittsantrag debattieren könne. Lord-Oberrichter Lord Thomas of Cwmgiedd hatte bei der Verkündung festgestellt, dass die Souveränität des Parlaments über allen anderen Verfassungsgrundsätzen stehe und daher eine Abstimmung über den Austrittsantrag nötig sei.

Nachdem die Regierung in 10 Downing Street gegen den Spruch des Obersten Gerichts Berufung eingelegt hatte, will sich dieses vom 5. bis 8. Dezember damit befassen. Das Urteil der elf Richter soll dann „wahrscheinlich” zu Beginn des neuen Jahres bekannt gegeben werden, wie der High Court mitteilte. May hatte ursprünglich angekündigt, den Startschuss für den Ausstieg bis spätestens Ende März 2017 geben zu wollen – ein Zeitplan, an dem sie nun auch nach der Gerichtsentscheidung noch festhalten will.

Stühlerücken in Athen

Sinkende Beliebtheitswerte seiner linken Regierungspartei Syriza dürften es gewesen sein, die den griechischen Ministerpräsident Alexis Tsipras dazu bewogen haben, sein Kabinett umzubilden. Hinzu kommt der anhaltende Druck, der von dem Sparzwang durch die EU ausgeht.

Der für die Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern und damit auch den Sparkurs Griechenlands verantwortliche Finanzminister Euklid Tsakalotos bleibt allerdings im Amt. Ihren Hut nehmen mussten dagegen jene Minister, die sich wiederholt gegen Reformen gerichtet hatten. Dazu zählt Schifffahrtsminister Thodoris Dritsas, der sich gegen die Verpachtung der Häfen von Piräus und Thessaloniki an internationale Investoren ausgesprochen hatte. Ebenso musste Kultusminister Aristidis Baltas, der auf juristischem Wege versucht hatte, den Verkauf des alten Athener Flughafens zu verhindern, seinen Hut nehmen. Zudem wurde der bisherige Energieminister Panos Skourletis ins Innenministerium versetzt. Er hatte die Privatisierung griechischer Staatsfirmen zu verhindern versucht.

Neu ist dagegen ein Migrationsministerium unter Leitung des Migrationsministers Ioannis Mouzalas, der bisher dem Innenministerium zugeordnet war – eine Maßnahme, mit der das Engagement in der Flüchtlingskrise gestärkt werden dürfte. Bei dem Stühlerücken in Athen wurden viele jüngere Parteimitglieder befördert, unter anderem die 31 Jahre alte Efi Ahtsioglou aus Thessaloniki, die künftig das Ministerium für Arbeit leitet.

Auf den ersten Blick hat Tsipras damit Bremser in der Regierung gegen Reformwillige ausgetauscht. Wie sich diese Wechsel im politischen Alltag auswirken, wird die Praxis bald zeigen.

Valutierung für BASF und RCI Bank

Die vergangenen Tage waren am Primärmarkt für Corporate Bonds von Unsicherheit und abwartender Haltung betreffend dem Wahlausgang in den USA geprägt. Somit waren Neuemissionen eher Mangelware. Jedoch kündigten zwei Akteure bereits zum Vorwochenschluss an, sich frisches Kapital bei Investoren zu beschaffen.

So fuhr zum Beispiel die französische Banktochter des Autobauers Renault, die RCI Bank, am Kapitalmarkt vor und refinanzierte 750 Mio. € mittels einer 5-jährigen Anleihe (A1883B). Die Anleger erhalten eine jährliche Verzinsung in Höhe von 0,625% bis zur Fälligkeit am 10.11.2021. Gepreist wurde die Anleihe mit +60 bps über Mid Swap und folglich betrug der Ausgabepreis 99,99%.

Gleich im Doppelpack refinanzierte BASF insgesamt 1,5 Mrd. €. Bei der ersten Tranche (A188WV) im Volumen von 1 Mrd. € handelt es sich um einen Zerobond mit Endfälligkeit am 10.11.2020. Das Papier wurde den Investoren zu 99,601% zum Kauf angeboten (Mid Swap +15 bps). Die zweite 500 Mio. € schwere Anleihe (A188WW) bietet dem Anleger einen jährlichen Kupon von 0,75% bis zur Fälligkeit am 10.11.2026. Die Emission erfolgte mit +33 bps über Mid Swap und somit errechnete sich ein Ausgabepreis von 98,998%.

Alle in diesem Artikel genannten Bonds verfügen über ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten der Emittenten (Make-Whole-Option) sowie einer kleinsten handelbaren Einheit von 1.000 €. Zumindest mit der kleinen Stückelung ist man auf die Bedürfnisse der Privatanleger eingegangen, denen oftmals nur noch Emissionen mit einem Mindestanlagebetrag i.H.v. 100.000 € offeriert werden.

Der Traum vom sicheren Hafen war schnell ausgeträumt

Zu Handelsbeginn stellte sich für alle Rentenhändler nur die Frage: „Wie hoch wird das Sorgenbarometer klettern?“ Denn eine gewisse Schockstarre prägte die ersten Reaktionen an den internationalen Kapitalmärkten. Doch das dadurch erzielte Niveau konnte nicht sehr lange gehalten werden und somit war der Traum vom „sicheren Hafen“ bereits kurze Zeit später ausgeträumt. Im weiteren Handelsverlauf baute sich parallel zur Stabilisierung der Devisen- und Aktienkurse Abgabedruck bei Renten auf und folgerichtig begab sich der Euro-Bund-Future auf Talfahrt, um erst bei 160,89% vorübergehend zum Stillstand zu kommen. Dabei wurden alle zuvor als Unterstützungen ausgemachten Linien mühelos durchbrochen. Nun gilt es, neue Haltemarken zu finden.

Eine erste Unterstützungslinie stellt sich bei ca. 160,80% ein und eine weitere bei der psychologischen Marke von 160%. Doch angesichts der heftigen gestrigen Reaktion ist auch eine 33,33% Gegenbewegung nicht ausgeschlossen. Daraus könnten sich Kurse von 161,65% ergeben. Dieses Level könnte auch wieder zum Aufbau von Shortpositionen genutzt werden, denn angesichts der nahenden Zinsanhebung in den USA kann es zu Tauschoperationen ausländischer Investoren kommen. Würden also bei deutschen Staatsanleihen die vorhandenen Kurs- und Währungsgewinne realisiert werden, um den dann vorhandenen Zinsvorteil in den USA zu nutzen, so wäre dies alles nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu einem noch deutlich tieferen Niveau. Aktuell notiert das Sorgenbarometer bei 161,37%.

USA in der Trump-Woche mit XXL-Refinanzierung

In den USA wurde in dieser Handelswoche dem neuen Präsidenten entsprechend ein XXL-Emissionsprogramm umgesetzt. Nicht nur Geldmarktpapiere im Volumen von 163 Mrd. USD, sondern auch T-Notes mit einer Laufzeit von drei Jahren im Volumen von 24 Mrd. USD und von zehn Jahren für 23 Mrd. USD wurden offeriert. Das dadurch erreichte Volumen von 210 Mrd. USD wird heute durch die Ausgabe von T-Bonds für nominal 15 Mrd. USD nochmals erhöht.

In Euroland werden bekanntlich viel kleinere Brötchen gebacken und so stocken lediglich die Niederlande eine Altemission (A1VNKY / 2026) und Deutschland eine inflationsindexierte Anleihe (103056) um 500 Mio. € auf. Die Zuteilung erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,94%. Bevor sich am heutigen Donnerstag und morgigen Freitag Italien noch aktiv zeigt, hat gestern die Bundesrepublik Deutschland eine neue zweijährige Schatzanweisung im Tenderverfahren begeben. Für die geplante Nominale von 5 Mrd. € wurden allerdings nur Bietungen für ca. 4,8 Mrd. € abgegeben, so dass eine technische Unterzeichnung attestiert werden musste. Die Zuteilung der ca. 3,8 Mrd. € erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,64% und der Differenzbetrag wurde zur Marktpflege zurückbehalten. Diese Schatzanweisung (110466) wurde zum wiederholten Male mit einem Kupon von Null ausgestattet.

Devisenhändler mit Schleudertrauma

Der Ausgang der US-Wahl hat sicherlich bei manchem Devisenhändler ein Schleudertrauma hervorgerufen, denn nicht nur die Aktien- und Rentenmärkte zeichneten sich durch eine atemberaubende Performance aus. Auch am Devisenmarkt war eine schon lange nicht mehr gekannte Volatilität zu registrieren.

Wie nicht anders zu erwarten drehte sich alles um den Greenback. Der Euro beispielsweise konnte sich anfangs bis auf 1,1299 USD erholen, um im Laufe des Tages unter sein Vortagesniveau auf 1,0903 USD zu fallen. Der seit langem als „Anti-Trump“-Währung eingestufte mexikanische Peso brach nach dem doch überraschenden Wahlausgang förmlich ein. Ein amerikanischer Dollar notierte zu Beginn noch bei 18,1475 MXN und stieg in der Spitze bis auf 20,77 MXN. Aktuell notiert er bei 19,75 MXN. Ähnliche Bewegungen vollzogen aber auch der japanische Yen und der russische Rubel. Diese Handelsmuster waren nicht zuletzt den Fehleinschätzungen vieler Analysten bezüglich des Wahlergebnisses geschuldet, was in den vergangenen Tagen zum Aufsetzen von Absicherungsstrategien führte.

Somit war es nicht verwunderlich, dass auch Privatanleger die daraus entstandenen Devisenkursveränderungen gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung nutzen wollten. Dabei waren verstärkt Handelsaktivitäten in Fremdwährungsanleihen lautend auf US-Dollar, mexikanische Peso, russische Rubel, neuseeländische Dollar und südafrikanische Rand zu registrieren.

Man darf gespannt sein, ob die Devisenkurse in den kommenden Tagen den „Risk-on“ oder den „Risk-off“ – Modus bevorzugen werden und es sich bei dem gestrigen Schleudertrauma nur eine vorübergehende Erscheinung handelte.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Die USA am Scheideweg

Das wird am 8. November bei der US-Präsidentschaftswahl eine ganz knappe Kiste werden. Die jüngsten Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin. Doch nur ein eindeutiger Sieg birgt die Möglichkeit das gespaltene Land wieder zu vereinen, und danach sieht es nicht aus. Beide Kandidaten leben nur von der Schwäche des anderen und nicht von den eigenen Stärken. Somit kann die Bevölkerung der USA nur zwischen Pest und Cholera wählen. Seit dem überraschenden Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union am 23. Juni 2016 halten Börsianer nichts mehr für unmöglich – auch nicht einen unberechenbaren Präsidenten Donald Trump.

Für die Weltwirtschaft, so ist zu befürchten, würde ein US-Präsident Trump den Protektionismus wiederbeleben. Während die USA aufgrund ihres enormen Binnenmarktes von einer solchen Politik kurzfristig sogar profitieren könnten, würde eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland sehr darunter leiden. Bei einem Wahlsieg von Trump gäbe es zumindest für die amerikanische Rohstoffindustrie einen Grund zum Jubeln, setzt der republikanische Kandidat doch auf die alten Energieträger Kohle und Öl. Ebenso hofft die Fracking-Industrie auf Trump, weil er der Branche weniger Auflagen in Aussicht gestellt hat. Seine Rivalin Hillary Clinton dagegen möchte die USA auch bei erneuerbaren Energien voranbringen. Gemein ist beiden Kandidaten, dass sie im Falle eines Wahlsieges in Infrastruktur investieren wollen. Während hierbei Trump aber insbesondere den klassischen Straßenbau im Sinn hat, setzt die demokratische Kandidatin verstärkt auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Kein Wunder also, dass die IT-Branche der USA nahezu ausnahmslos hinter Clinton steht. Und die Baubranche, die wiederum von einem Wahlsieg Trumps profitieren könnte, würde als „alte Industrie“ eher schlecht bezahlte Jobs schaffen.

Doch die Trendwende in der Geldpolitik wird kommen, so oder so – egal, wer Präsident/in wird. Denn bei den Notenbanken hat bereits ein Umdenken eingesetzt, das auf einen Einstieg in den Ausstieg aus der Nullzinspolitik hinauslaufen wird. Das Ausmaß und der Zeitpunkt der Entscheidungen dürften sich aber unterschiedlich gestalten – je nachdem, wer das Rennen macht. Die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, die bei einem Wahlsieg Clintons bleiben dürfte, hat bereits durchblicken lassen, dass die Leitzinsen nach der Wahl stärker erhöht werden könnten, als dies den Aktienmärkten lieb sein dürfte. Und auch die gestrige 8:2 Entscheidung die Zinsen unverändert zu belassen, lässt keine Zweifel aufkommen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die „Zins-Zügel” wieder angezogen werden.

Macht Trump das Rennen, dürfte eine Zinserhöhung heftiger ausfallen, allein schon deshalb, weil im Falle seiner Wahl mit einem Kapitalabfluss aus den USA und einer Schwächung des Dollars zu rechnen ist. Bis zur nächsten Fed-Sitzung am 14. Dezember ist allerdings für die Mannen um die Fed-Präsidentin noch genügend Zeit, um die dann notwendige geldpolitische Entscheidung zu treffen.

Skepsis gegenüber Italien

Die Skepsis gegenüber dem europäischen Schuldensünder Italien ist unter Anlegern ausgeprägter als gegenüber Griechenland. So halten Investoren laut einer Umfrage der Investmentberatung Sentix einen Euro-Austritt Italiens für wahrscheinlicher als einen Grexit. Etwa jeder zehnte Investor von rund 1.000 Befragten geht demnach davon aus, dass Italien in den nächsten zwölf Monaten aus dem Euro-Raum ausscheidet.

Damit steht die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone stärker im Blickpunkt der Finanzmärkte als das seit Jahren kriselnde Griechenland. Als Gründe werden die kritische Lage der italienischen Banken und die Unsicherheiten um das Verfassungsreferendum Anfang Dezember sowie das jahrelange konjunkturelle Siechtum genannt. Aber auch die seit Jahren angespannte Haushaltslage, die infolge der Flüchtlingskrise und der jüngsten Erdbebenschäden nicht kleiner geworden ist, trägt zum politischen Widerspruch seitens des italienischen Ministerpräsidenten bei. Bereits jetzt haben die italienischen Politiker im Parlament beschlossen, dass sie haushaltspolitisch sich nicht dem „Brüsseler Diktat“ unterwerfen werden. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass bereits vor Jahren für Frankreich eine Ausnahmeregelung getroffen wurde, die Italien jetzt für sich beansprucht.

Indessen plant Griechenland im kommenden Jahr wieder an die Finanzmärkte zurückzukehren, nachdem dies in jüngster Vergangenheit zweimal gescheitert war. Diesmal hält der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, eine Rückkehr Griechenlands sogar für möglich. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Athen die wirtschaftlichen Reformen fortsetze, sagte er. Athen hat bereits signalisiert, den Markt mit der Ausgabe von ein oder zwei kleineren Anleihen testen zu wollen. In diesem Zusammenhang wird es interessant sein zu beobachten, wie die EZB diese Anleihen beurteilt.

Zwischenzeitlich Ausverkaufsstimmung am Bondmarkt

In der vergangenen Handelswoche haben sich viele Investoren von den als sicher geltenden Staatsanleihen getrennt und so zwischenzeitlich den Eindruck eines Ausverkaufs vermittelt. Insbesondere die Angst vor einem Kurswechsel der Notenbanken ließ die Kurse fallen. Gleichzeitig stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen deutschen Bundesanleihen am vergangenen Freitag kurzzeitig bis auf +0,213% an, um sich infolge zunehmender Marktverunsicherung nur drei Handelstage später wieder auf ein Niveau von +0,14% einzupendeln. Anfang Juli markierte die Rendite für zehnjährige Bunds mit -0,181% noch einen Tiefpunkt.

War es einerseits die nach dem gescheiterten CETA-Abkommen schwache Gemeinschaftswährung und andererseits das schlechte äußere Erscheinungsbild der 28 Staaten, so trugen auch die Andeutungen des EZB-Notenbanker Yves Mersch bezüglich der Nebenwirkungen der Niedrigzinspolitik dazu bei, diesen Druck im Oktober zu erzeugen.

Eine Leitzinserhöhung seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) ist angesichts der niedrigen Inflation in Euro-Land noch reine Zukunftsmusik, obwohl die Teuerungsrate in Deutschland in den vergangenen beiden Monaten etwas gestiegen ist und auch in der Eurozone ein weiterer Anstieg der Verbraucherpreise erwartet wird. Die Gefahr einer weiteren Umschichtung raus aus Staatsanleihen, vor allem europäischen, ist also latent vorhanden. Auch wenn Investoren zu einem gewissen Grad weiterhin auf Investments in Staatsanleihen angewiesen sein werden.

Dennoch hat sich ein kleiner, aber nicht unbedeutender Meinungswechsel in Bezug auf deutsche Staatsanleihen eingestellt. So ist man bisher stets davon ausgegangen, dass jede Schwäche in Europa und insbesondere in der Eurozone Deutschland zum Vorteil gereicht. Doch inzwischen kristallisiert sich heraus, dass Investoren die Eurozone als Ganzes wahrnehmen und Deutschland in „Sippenhaft“ nehmen. An diese neue Konstellation wird man sich erst noch gewöhnen müssen.

Die Notenbanken beherrschen die Finanzmärkte

Bis zur nächsten geldpolitischen Sitzung des Europäischen Zentralbankrats müssen wir uns zwar noch etwas gedulden (8. Dezember), aber schon in dieser Woche haben viele Konsultationen führender Notenbanker u.a. der Bank of Japan (BoJ), der amerikanischen Notenbank (Fed) und der Bank of England (BoE) die Handelsaktivitäten beeinflusst.

So hat die BoJ ihr Inflationsziel zum wiederholten Mal verschoben. Ungeachtet ihrer jahrelang betriebenen ultralockeren Geldpolitik rechnet die BoJ inzwischen damit, dass sich die Teuerungsrate frühestens Ende 2018, wahrscheinlich aber erst Anfang 2019 dem gesetzten Ziel von 2% nähern wird. Bisher war die Zentralbank in Tokio davon ausgegangen, dass die Inflationsmarke von 2% Anfang 2017 erreicht wird. Im Grunde bescheinigt sich die BoJ damit, dass ihre Geldpolitik einem Kampf gegen Windmühlen gleicht. Bereits seit Jahren versucht man mit massiven Anleihen-Ankäufen eine Belebung der Wirtschaft zu erreichen. Dies hat lediglich die Renditen der langlaufenden japanischen Staatsanleihen deutlich ins Minus gedrückt. Um diese Entwicklung zu bremsen, wird die BoJ künftig verstärkt Wertpapiere mit kürzeren Laufzeiten oder Indexfonds auf Aktien (ETFs) kaufen.

Welche Risiken Ankaufprogramme zuweilen in sich bergen, davon kann die EZB momentan ein „Liedchen“ singen. Hatte man bis vor Kurzem noch Corporate Bonds des Düngemittelkonzerns K+S erworben, so stellt sich nun - nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau – die Frage, wie man zukünftig mit diesen Altbeständen umgehen wird. Ein weiterer Ankauf dieser Gattungen ist allerdings nicht mehr möglich.

Bevor nun am heutigen Donnerstag der geldpolitische Ausschuss der BoE über das weitere Vorgehen beschließen und aufgrund der guten Wirtschaftsdaten wohl auf eine Zinssenkung verzichten wird, hatten gestern Abend die amerikanischen Währungshüter über ihre zukünftige geldpolitische Ausrichtung beraten. Nur „notorische Berufsoptimisten“ hatten mit einer Zinsanhebung noch vor der US-Präsidentschaftswahl gerechnet. Doch diese wissen jetzt, dass sie sich zumindest bis zum 14. Dezember werden gedulden müssen. Ob es dann tatsächlich zu diesem Schritt kommen wird, hängt insbesondere vom Ausgang der US-Wahl am 8. November ab. Nur wenn sich der Rauch über dem politischen Schlachtfeld gelüftet haben sollte, wird die ins Auge gefasste geldpolitische Straffung umsetzbar sein.

Doch auch der Präsident der schweizerischen Notenbank (SNB) Jordan macht sich so seine Gedanken zur weiteren Geldpolitik. Seines Erachtens ist der Franken immer noch überbewertet und daher sei man gewillt, die beiden Eckpfeiler „Negativzins“ und „Devisenmarkt-Interventionen“ einzusetzen.

Unterm Strich kann konstatiert werden, dass zwar jede Notenbank die Notwendigkeit eines Eingreifens sieht, aber die Stoßrichtung der einzelnen Maßnahmen sich gänzlich unterscheiden. Und daran wird sich auch in den kommenden Wochen und Monaten nichts ändern.

Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Altersarmut

Schrill klingen die Warnungen vor einer dramatisch wachsenden Altersarmut. Deutschland stehe vor einem beispiellosen Desaster bei den Renten, die Altersarmut sei für viele unausweichlich, spitzen es die Deutschen Wirtschaftsnachrichten zu. Diesen Alarmismus hält Andrea Nahles für falsch. Nachdem die Politik jahrzehntelang kein schlüssiges, nachhaltig angelegtes Rentenkonzept vorgelegt hat, versucht sich nun die amtierende Arbeitsministerin daran. Besser spät als nie, mag man sagen. Jedenfalls baut Nahles in aller Stille an einem Reformpaket, das noch im November vorgestellt werden soll. Bisher bekannt ist, dass der Gesetzentwurf für einen Ausbau der betrieblichen Altersversorgung höhere Fördersätze und ein „Sozialpartnermodell“ vorsieht, das die Tarifparteien gestalten sollen. Damit könnten viele der bisher 13 Mio. Arbeitnehmer ohne Betriebsrente Zugang zu dieser Vorsorgemöglichkeit erhalten.

Wo Nahles die „Haltelinie“ für das Rentenniveau zieht, will sie Mitte November verkünden. Im Moment liegen die Renten bei 47,8% des Durchschnittslohns und dürfen bis 2030 nicht unter 43% sinken. Danach gibt es keine Untergrenze mehr. Neuere Studien sagen voraus, dass das Rentenniveau bis 2045 auf 41,6% sinken wird.

Nahles hat ein hehres Ziel: Mit einem neu gewichteten Mix aus gesetzlicher Rente und Eigenvorsorge sollen auskömmliche Altersbezüge auch für jene gesichert werden, die in den nächsten Jahrzehnten in den Ruhestand wechseln. Die betriebliche Altersvorsorge wird dafür kräftig ausgebaut, die Riester-Förderung verbessert.

Angesichts der strukturellen Schwächen in Deutschland, wo immer weniger arbeitende Menschen für immer mehr Rentner aufkommen müssen, erinnert dies an die Quadratur des Kreises. Auch die Zuwanderung kann dieses Phänomen nicht vollständig ausgleichen. Trotz eines zarten Trendwechsels bei den Neugeborenen ist die Geburtenrate immer noch zu gering, so dass die Bevölkerung kontinuierlich schrumpft.

Sixt macht Privatanleger glücklich

Die vergangenen Handelstage verliefen in verschiedenen Bundesländern feiertagsbedingt - Reformationstag sowie Allerheiligen - etwas ruhiger und wurden vereinzelt für eine Verschnaufpause genutzt. Diese kam dem einen oder anderen Akteur gerade recht, um Kraft für die noch offenen Herausforderungen in diesem Jahr zu sammeln.

Frisch gestärkt und voller Tatendrang zeigte sich der Telekommunikationsanbieter Verizon Communications am Markt und platzierte einen Dreierpack an neuen Anleihen im Gesamtvolumen von 3,25 Mrd. €. Bei der ersten Tranche handelt es sich um eine 1 Mrd. € schwere Anleihe (A188GN) mit Fälligkeit am 02.06.2022. Es werden jährliche Zinsen in Höhe von 0,50% an den Investor gezahlt. Der Ausgabepreis lag bei 99,858% und somit bei einem Emissionsspread von +50 bps über Mid Swap. Die zweite Anleihe (A188GP) im Volumen von ebenfalls 1 Mrd. € ist mit einem Kupon von 0,875% ausgestattet und am 02.04.2025 fällig. Die Anleger konnten das Papier bei 99,429% erwerben. Dies entsprach einem Aufschlag von +65 bps über Mid Swap. Den Hattrick an Bonds komplettiert eine 12-jährige Anleihe (A188GQ) im Volumen von 1,25 Mrd. €. Zinsen in Höhe von 1,375% werden bis zum Laufzeitende am 02.11.2028 gezahlt.

Auch das US-amerikanische Pharmaunternehmen Merck & Co. ließ sich am Primärmarkt blicken und emittierte 2 Anleihen im Volumen von jeweils 500 Mio. €. Den Anfang macht eine 8-jährige Anleihe (A188GG), welche dem Anleger einen jährlichen Kupon von 0,50% bis zur Endfälligkeit am 02.11.2024 zahlt. Der Ausgabepreis wurde bei 99,703% (+28 bps über Mid Swap) fixiert. Die 2. Tranche (A188GH) bietet 1,375% jährlich an Zinsen bis zum Ende der Laufzeit am 02.11.2036. Der Reoffer-Preis lag 50 bps über Mid Swap, was einen Emissionspreis von 99,256% bedeutete. Alle bisher genannten Anleihen sind mit einem optionalen Kündigungsrecht zu Gunsten der Emittenten (Make-Whole-Option) sowie einer kleinsten handelbaren Einheit von 100.000 € ausgestattet, weshalb sie sich in erster Linie für institutionelle Anleger eignen.

Ganz zur Freude vieler Privatanleger begab Sixt eine 6-jährige Anleihe (A2BPDU) im Volumen von 250 Mio. € mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 €. Sixt zahlt eine jährliche Verzinsung in Höhe von 1,125% bis zum 02.11.2022. Die Anleihe wurde zu einem Kurs von 99,059% und somit bei +120 bps über Mid Swap emittiert.

Rebound-Effekt?

Am 24. Oktober notierte das Rentenbarometer noch bei 164,54% und riss im Laufe der vergangenen Handelswoche alle möglichen Unterstützungslinien, um im Tief bei 161,37% zum Stillstand zu kommen. Dank entsprechender Meldungen bezüglich der zukünftigen Notenbankpolitik rund um den Globus hat sich der Euro-Bund-Future von diesem Niveau entfernt und notiert aktuell bei ca. 162,40%.

Somit wurden in der Spitze fast 50% des Verlustes wieder aufgeholt. Ob es sich allerdings um einen zwischenzeitlichen Rebound-Effekt handelt oder mit diesem Handelsmuster nur die „Zittrigen“ aus den Märkten vertrieben wurden, werden die nächsten Wochen zeigen. Dennoch hat die atemberaubende Schnelligkeit dieser Marktbewegung den Investoren vor Augen geführt, wie anfällig die hochgezüchteten Finanzmärkte für solche Reaktionen sind. Sich immer nur auf die medizinische Abteilung (EZB) zu verlassen, hat nichts mit der Analyse von möglichen Marktentwicklungen zu tun. Wer sich immer nur auf andere verlässt, ist oftmals verlassen. Das gilt nicht nur im Privatleben, sondern auch an den Kapitalmärkten!

Charttechnisch hat sich eine erste Unterstützungslinie bei 161,37% herausgebildet. Sollte dieses Fangnetz reißen, so wäre die nächste Unterstützung erst im Bereich der psychologisch wichtigen Marke von 160% auszumachen. Doch der Blick darf nicht nur nach unten gerichtet werden, denn insbesondere aufgrund anstehender marktbeeinflussender Ereignisse sollte man auch die wichtigsten Widerstandslinien kennen. Der erste nennenswerte Widerstand verläuft aktuell bei 162,92% (50%-Reaktion der vergangenen Handelswoche) und nach Überwinden dieses Bereichs wäre der Weg bis auf 164,77% frei.

Fazit: Bei der zu erwartenden Volatilität ist es sinnvoll, erst ein Durchbrechen der äußeren Leitplanken zur Neupositionierung heranzuziehen. Ansonsten gilt das Motto: „Holzauge sei wachsam.“

Die Markterholung hilft bei der Refinanzierung

In dieser Handelswoche wurden in den USA lediglich Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten offeriert. Insgesamt wurden auf diesem Wege 133 Mrd. USD refinanziert.

In Euroland hingegen haben am Primärmarkt bis zum Wochenschluss insgesamt vier Staaten (Deutschland, Frankreich, Irland und Spanien) Aktivitäten angekündigt. So wurde am gestrigen Mittwoch die aktuelle 10-jährige Anleihe der Bundesrepublik Deutschland (110240) um 3 Mrd. € auf insgesamt 22 Mrd. € aufgestockt, wobei die Nachfrage größer als das Angebot war. Die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,12%.

Am heutigen Donnerstag sollen insgesamt ca. 13 Mrd. € durch die Erhöhung der bisherigen Emissionsvolumina von Altemissionen Frankreichs (A1VQ1A / 2026 ; A18Z4K / 2036), Irlands (A1ZR7B / 2030) und Spaniens (A18YPG / 2021 ; A1VQCB / 2026 ; A1ZXQ6 / 2030 ; A1ZJHS / 2024) eingenommen werden.

Süßes und Saures für die Einheitswährung

Halloween ist für dieses Jahr bereits vorbei und somit hat das Gruseln ein Ende. Dies scheint sich auch auf die europäische Gemeinschaftswährung auszuwirken, denn mit Ablauf des Gruselmonats Oktober schlägt der Eurokurs nach einer längeren Schwächephase wieder die andere Richtung ein.

So gab es für den Euro im Oktober nur „Saures“ und die Folge war ein Sieben-Monats-Tief bei 1,0851 USD. Der neue Monat November hat für die Einheitswährung hingegen bisher nur „Süßes“ zu bieten. Von seinem Oktober-Tief in der vergangenen Woche konnte sich der Euro inzwischen deutlich entfernen und notiert aktuell wieder über der Marke von 1,11 USD. Rückenwind erhielt die Währung Eurolands insbesondere aufgrund der zunehmenden Wahlunsicherheit in den USA. Ein möglicher Sieg von Donald Trump sorgt für gespenstische Verunsicherung an den Märkten und lastet auf dem US-Dollar.

Im Hinblick auf die US-Wahl ist der mexikanische Peso zu einer Art Stimmungsindikator geworden. Die jüngsten Umfragen zeigen einen Anstieg Trumps in der Wählergunst und so kam die mexikanische Währung stärker unter Druck. Sie verlor zum US-Dollar und notierte kurzzeitig oberhalb der Marke von 19,50 MXN, nachdem er in der Woche zuvor noch bei Kursen von 18,50 MXN gehandelt wurde. Zum Euro fiel er innerhalb der Berichtswoche von 20,10 MXN auf ein neues Monatstief bei 21,7096 MXN.

Dementsprechend waren in diesen Währungsanleihen höhere Handelsaktivitäten zu erkennen. Darüber hinaus standen Bonds lautend auf südafrikanische Rand, türkische Lira sowie brasilianische Real im Fokus der Privatanleger.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Redaktion:

Robert Halver,

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Author: Klaus Stopp

Ist Europa noch zu retten?

Diese Frage stellt sich momentan nicht nur die Bevölkerung Europas, sondern rund um den Globus. Bereits in den vergangenen Monaten wurde bei diversen Themen überdeutlich, dass nationale Überlegungen zahlreicher Staats- und Regierungschefs immer mehr die Ausgestaltung des europäischen Gedankens beherrschen. Dies zeigte sich bisher in teilweise sehr unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der Flüchtlings-, der Haushalts-, der Sicherheits- und der Verteidigungspolitik. Hatte man zuletzt immer noch den Eindruck, dass zumindest beim Thema Handelspolitik Einigkeit herrschen würde, so haben die CETA-Verhandlungen diese Annahme widerlegt.

Die Geheimniskrämerei um das mit den USA auszuhandelnde TTIP-Abkommen und die daraus resultierenden Ängste bei einem Großteil der europäischen Bevölkerung haben sicherlich auch zum Scheitern des mit Kanada angestrebten CETA-Abkommens geführt. Denn Wallonien hat - gestärkt durch nationales Recht - 28 europäische Staaten (einschließlich Belgien) in die Knie gezwungen und somit die feierliche Unterzeichnung des Abkommens auf unbestimmte Zeit verschoben. Durch diese Beharrlichkeit hat Wallonien einen unrühmlichen Bekanntheitsgrad außerhalb Europas erlangt, den keine Werbeagentur der Welt für Geld hätte garantieren können.

Sollte weiterhin das gemeinsame Haus „Europa“ bewirtschaftet werden, so wird man nicht umhin kommen, die „Hausordnung“ anzupassen und hierbei auch die nationalen Grundlagen so zu gestalten, dass dieser Fall eine Ausnahme bleiben wird. Ansonsten wird Europa, das bereits durch das Referendum Großbritanniens an Ansehen in der restlichen Staatengemeinschaft eingebüßt hat, scheitern. Es wird Zeit, dass die Europa-Politiker dies verinnerlichen und sich endlich an die Generalsanierung des Gebäudes wagen, um dessen Einsturz noch zu verhindern. Der Wettlauf mit der Zeit hat bereits begonnen, denn schon seit vielen Jahren versuchen rechte Populisten die Uneinigkeit innerhalb der Europäischen Union für sich und ihre Ziele zu nutzen. Sanierung oder Abriss, das ist hier die Frage!

Sollte wieder ein Europa der nationalen Grenzen entstehen, so würde dies sicherlich nicht geräuschlos vonstattengehen und ganz andere Probleme schaffen. So wäre das höchste Gut der Nachkriegszeit - Frieden im Zentrum Europas - in Gefahr und könnte schon bald nur noch in den Geschichtsbüchern Erwähnung finden.

Bayer, VW und K+S im Fokus

Vor der anstehenden Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto hat die Bayer AG ihre Gewinnerwartungen erhöht. So rechnet der Chemie-Konzern für den bereinigten Gewinn je Aktie inzwischen mit einem Plus im oberen einstelligen Prozentbereich. Vor diesem Hintergrund rückten neben den Aktien auch die Corporate Bonds der Leverkusener in den Fokus der Anleger. Gesucht war in dieser Woche unter anderem ein bis 1/2021 laufender Titel (A1YC3K), der bei einem Kurs von ca. 107,10% mit rund 0,20% rentiert. Ebenso notiert ein weiterer Bond von Bayer (A1ZSAC), der am 13.11.2023 endfällig wird, mit ca. 105,50% und einer Rendite von rund 0,45%.

Ins Visier der Anleger gerieten allerdings auch die Anleihen von Volkswagen, nachdem das Bundesbezirksgericht San Francisco den milliardenschweren Vergleich des Konzerns über rund 15 Mrd. US-Dollar mit den VW-Besitzern in den USA endgültig abgesegnet hat. Doch für VW sind damit noch längst nicht alle Schlachten geschlagen. Zu viele Unwägbarkeiten lasten weiterhin auf dem Wolfsburger Unternehmen. Dennoch blieben die Bonds trotz dieser Risiken standhaft, wie beispielsweise ein Titel von Volkswagen Financial Services (780516) verdeutlicht. Der Bond, der 10/2021 fällig wird, notiert aktuell bei ca. 101,25%, was einer Rendite von ca. 0,49% entspricht.

Beim Dünger- und Salzkonzern K+S knickten die Kurse der Anleihen nach der Herabsetzung der Kreditwürdigkeit ein. Die Ratingagentur S & P verkündete ein Downgrade von „BBB-„ auf „BB+“, das auch als „Ramschniveau“ bezeichnet wird und begründete den Schritt mit anhaltend niedrigen Kalipreisen, Produktionseinschränkungen in Deutschland sowie einer erwarteten leichten Verzögerung bei einem Kaliminen-Projekt in Kanada. Nachdem die Bond-Kurse von K+S bereits Mitte August schon einmal abgesackt waren, um nun nach einer zwischenzeitlichen Erholungsphase erneut zu fallen. So notiert ein bis 12/2021 laufender Titel (A1YCR5) bei ca. 112,10% und damit weit von seinem Höchstkurs im Juli 2016 bei 118,48% entfernt.

Die Pferde wollen das EZB-Geld nicht saufen

Unverändert auf einem historischen Rekordtief von null hat die Europäische Zentralbank (EZB) in der vergangenen Woche den Leitzins belassen. Auch die beiden anderen Zinssätze verharrten auf dem bisherigen Stand: Kurzfristig bei der EZB geparktes Geld kostet weiterhin einen Strafzins von 0,4%. Und bei kurzfristigen Kapitalspritzen und sogenannten Übernachtkrediten werden wie bisher 0,25% Zinsen fällig. Außerdem sollen die monatlichen Ankäufe von Anleihen über 80 Mrd. € mindestens bis März 2017 fortgesetzt werden.

Die Geldflut hält also an und doch rührt sich das Pflänzchen Inflation kaum. Die Kreditvergabe in Euroland stagniert und das Wachstum bleibt gering. Damit wird klar, dass die EZB auch nach sieben Jahren expansiver Geldpolitik in der Eurozone an ihre Grenzen stößt.

Wenn Banken das billige Geld nicht als Kredite ausreichen, will kein Wachstumsimpuls entstehen. Dafür sorgen zum einen höhere Eigenkapitalanforderungen und zum anderen die eigene Ertragsschwäche der Banken bedingt durch die Nullzinsphase. Die Katze beißt sich also in den Schwanz. Hinzu kommen zurückhaltende Verbraucher und Unternehmen, die ihr Geld eher horten als ausgeben. Und dann wären da noch die Staaten selbst, die just aufgrund des billigen Geldes keinen Anreiz zum Sparen und zur Einleitung von Reformen haben. In einer entfernt verwandten Situation hat einmal der damalige deutsche Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller sinngemäß in den 1960er Jahren gesagt, es sei zwar angerichtet, aber die Pferde wollten nicht saufen.

Nun blicken die Märkte bereits auf die Dezember-Sitzung der EZB, für die ihr Präsident Mario Draghi Entscheidungen angedeutet hat. Bis dahin will die EZB ihre aktuellen Konjunktur- und Inflationsprognosen vorlegen. Sollte es notwendig sein, werde die Notenbank alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente einsetzen, hatte Draghi betont. Gleichzeitig stellte er klar, dass keiner ein abruptes Ende der Anleihekäufe wolle, nachdem in jüngster Zeit Spekulationen über ein absehbares Ende der Geldschwemme aufgekommen waren.

Auch Anleihen von Portugal kann die EZB nun weiter ankaufen. Mit der kanadischen DBRS hat die vierte und gleichzeitig einzige Ratingagentur, an denen sich die Zentralbank bei ihren Anleihekäufen orientiert, Portugal gerade nochmal auf „BBB (low)“ belassen und dem Land einen positiven Ausblick bestätigt. Damit bleibt Portugal für DBRS ein Investment Grade, was zu den selbst formulierten Voraussetzungen für die EZB gehört, um Bonds dieser Länder im Rahmen ihres Anleihekaufprogramms zu erwerben.

Indessen hat Fitch den Ausblick für Italien von stabil auf negativ gesenkt. Die Einstufung der Bonität hat die Ratingagentur bei „BBB+“ belassen. Auch Frankreich hat bei S & P unveränderte Noten erhalten. Die Einstufung blieb bei „AA“, während S & P den Ausblick von negativ auf stabil verbessert hat. Zuletzt wurde auch noch die Kreditwürdigkeit Zyperns überprüft. Hierbei hat Fitch eine Höherstufung auf „BBB-„ bei positivem Ausblick beschlossen.

Der zinslose Weltspartag

Der Blick aufs eigene Bankkonto stimmt die Mehrheit der Bundesbürger recht zufrieden. Immerhin bewerten 52% ihre finanzielle Situation als gut bis sehr gut. Dies geht aus dem Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) für 2016 hervor. Im Vergleich mit den Vorjahren ist der Anteil der Zufriedenen allerdings rückläufig.

Für deutlich mehr Stirnrunzeln als in den Vorjahren sorgt indessen die anhaltende Nullzinsphase. So ist für 58% der Befragten die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) das Hauptthema im Blick auf ihre Ersparnisse. Im Vorjahr nannten noch 41% die faktisch abgeschafften Zinsen als ihre größte Sorge. Mehr konsumieren wollen die Bundesbürger aufgrund des billigen Geldes dann auch wieder nicht. Der Umfrage zufolge haben nur 5% ihre privaten Ausgaben erhöht, was ein Allzeittief bedeutet. 20% haben dagegen ihren Konsum sogar eingeschränkt.

Auf ein gutes Drittel (36%) ist der Anteil derer gesunken, die rein gar nichts fürs Alter zurücklegen. Dies dürfte sich wohl auch am 31. Oktober, dem bevorstehenden Weltspartag, nicht ändern. Dieser ist inzwischen zu einer Veranstaltung der Banken und Sparkassen ohne Zinsen geworden.

Ein jährlicher Zins von 1,50% ist dagegen heutzutage ein Wort. Wenn dieser Kupon aber mit einer Laufzeit von 70 Jahren verbunden ist, kommt ein fader Beigeschmack auf – wie bei der jüngsten Anleihe des Staates Österreich (A188ER), die am 2.11.2086 endfällig wird. Dies bedeutet die längste Laufzeit, zu der jemals eine europäische Anleihe begeben worden ist. Erst vor kurzer Zeit hat das Agieren von Österreich und dem Bundesland Kärnten bei den Anlegern ein „G’schmäckle“ hinterlassen, als man sich im Zusammenhang mit dem Heta-Streit aus der Verantwortung schleichen wollte. Und somit staunt man schon, wenn in der Zwischenzeit Kärntens Bonität wieder heraufgesetzt worden ist und die Investoren eine besondere Art der „Demenz“ haben.

Hohe Schulden und kleine Lichtblicke in Europa

Die Schulden bleiben hoch, die notwendigen Reformen unerledigt. Dennoch gibt’s ein paar kleine Lichtblicke. So lässt sich der Zustand Europas mit Blick auf die Schuldenländer zusammenfassen.

Immerhin, die Zeit der politischen Agonie in Spanien scheint vorüber. Die Sozialisten in Madrid stimmten dafür, den Weg für eine weitere Amtszeit von Ministerpräsident Rajoy freizumachen. Damit bekommt das Land nach einer zehnmonatigen Phase des Stillstands wieder eine handlungsfähige Regierung. Hätten sich die Parteien bis zum 31. Oktober nicht geeinigt, so hätte König Felipe VI. das Parlament auflösen und die Bürger zum dritten Mal innerhalb eines Jahres zur Wahl rufen müssen. Für Rajoy gibt es viel zu tun. Trotz aufkeimenden Wachstums dürfte das Land seine von der EU-Kommission auferlegten Defizitvorgaben verfehlen.

„Stetige Fortschritte“ bei Reformen bescheinigt der Euro-Rettungsfonds ESM der Regierung in Athen und gibt weitere 2,8 Mrd. € an Hilfen für Griechenland frei. Die griechische Regierung habe Schlüsselreformen im Rentensystem, im Bankensektor, im Energiebereich und bei der Steuererhebung umgesetzt, erklärte Fonds-Chef Klaus Regling. Zudem habe das Land weitere Schritte unternommen, um den neuen Privatisierungs- und Investmentfonds einsatzbereit zu machen. Aufgrund der hohen Staatsverschuldung von mehr als 170% des Bruttosozialprodukts hat Hellas noch einen weiten Weg vor sich. Zumal nach den jüngsten Berichten sich bei der Rentenkasse Außenstände von 17 Mrd. € angehäuft haben.

Mit Mauern droht indessen Italiens Wirtschaftsminister Carlo Padoan, sollte die EU dem Land nicht erlauben, seinen Haushalt angesichts des Flüchtlingsstroms und des jüngsten Erdbebens aufstocken zu dürfen. Dann bliebe dem Land nur derselbe Weg, wie ihn Ungarn mit seiner Abschottungspolitik betreibt. Italiens Ministerpräsident Renzi erhöht allerdings auch auf andere Weise nochmals den Druck und droht den Osteuropäern mit einem Veto bei der künftigen EU-Finanzplanung. Italien erwartet für 2017 ein Defizit von 2,3%, nach angekündigten 2%. Der Haushaltsentwurf des hoch verschuldeten Landes muss von der EU-Kommission abgesegnet werden.

Geradezu im Rekordtempo sinkt in Frankreich die Arbeitslosigkeit. Gegenüber dem Vormonat registrierte Paris im September einen Rückgang um 1,9% auf knapp 3,5 Millionen, den besten Wert seit Januar 2015. Trotz der spürbaren Erholung liegt die Zahl der Arbeitslosen damit aber immer noch um knapp 600.000 höher als zum Amtsantritt von Francois Holland im Jahr 2012, und das war sicherlich anders geplant.

Finanzchefs geben nochmals Gas

Der Oktober neigt sich dem Ende entgegen und die Finanzchefs checken final ihren Refinanzierungsbedarf für die kommenden Monate. Denn bereits in ca. 8 Wochen ist Weihnachten und dann müssen die Unternehmen fit sein für die neue Rechnungsperiode und die anstehenden Projekte.

Vor diesem Hintergrund nutzte Danone die Marktentwicklung und sicherte sich attraktive Konditionen für zukünftige Aufgaben. Das Unternehmen refinanzierte insgesamt 6,2 Mrd. €, verteilt auf 5 Anleihen. Die Investoren konnten entsprechend ihrer Vorlieben und Bedürfnissen zwischen Laufzeiten von 2 bis 12 Jahren wählen. Die erste Tranche ist ein 2-jähriger Floater (FR0013216884) im Volumen von 1,35 Mrd. € mit Laufzeitende am 03.11.2018 und einer quartalsweisen Verzinsung in Höhe von +15 bps über 3-Monats-Euribor.

Bei den anderen vier Gattungen handelt es sich um Anleihen mit fixen Kupons und folgenden Ausstattungen:

FR0013216892; fällig: 03.11.2020; Vol.: 1 Mrd. €; Kupon: 0,167% p.a.; +28 bps über Mid Swap /

FR0013216900; fällig: 03.11.2022; Vol.: 1Mrd. €; Kupon: 0,424% p.a.; +40 bps über Mid Swap /

FR0013216918; fällig: 03.11.2024; Vol.: 1,25 Mrd. €; Kupon 0,709% p.a.; +50 bps über Mid Swap /

FR0013216926; fällig: 03.11.2028; Vol.: 1,6 Mrd. €; Kupon 1,208% p.a.; +65 bps über Mid Swap.

Alle hier beschriebenen Bonds wurden zu pari emittiert und verfügen mit Ausnahme des Floaters über ein optionales Sonderkündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Insbesondere institutionelle Anleger sind aufgrund des Mindestanlagebetrages von 100.000 € als Zielgruppe auszumachen.

Darüber hinaus wurde die TUI AG am Primärmarkt aktiv. Der bekannte Reiseveranstalter refinanzierte 300 Mio. € mittels einer 5-jährigen Anleihe (A2BPFK) und zahlt dafür jährlich bis zum 26.10.2021 einen Kupon in Höhe von 2,125%. Die Anleihe wurde mit +275,3 bps über der entsprechenden Bundesobligation gepreist, was einen Emissionspreis von 99,415% ergab. Auch TUI ließ sich ein optionales Kündigungsrecht (Make-Whole-Option) mit in die Anleihebedingungen aufnehmen. Durch die gewählte Stückelung von 100.000 € richtet sich diese Anleihe ebenfalls in erster Linie an institutionelle Investoren.

Ein Heißluftballon im Luftloch

Nach der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag und einem kurzzeitigen Abtauchen des Rentenbarometers auf 163,24% wurde zum Handelsschluss die Marke von 164% übersprungen, die zum Wochenschluss sogar gehalten werden konnte. Dieses Niveau wurde zum Auftakt in die neue Handelswoche und in Kenntnis der Kapitalmarkt-Rahmenbedingungen als nachvollziehbar eingestuft, aber gemäß dem Motto „unverhofft, kommt oft“ kam doch alles anders.

Hervorgerufen durch eine wahre Flut von Neuemissionen hatten die Investoren die Qual der Wahl, jedoch nicht den entsprechenden Anlagebedarf. Seit vielen Jahren kann man den Euro-Bund-Future mit einem Heißluftballon vergleichen, der immer höher und höher steigt. Daran hat sich mancher Marktteilnehmer gewöhnt und hat sich daher in den vergangenen Tagen gefühlt, als wäre er in ein „Luftloch“ geflogen. Die Gefahr unvorhergesehener Marktverwerfungen wird in den kommenden Handelswochen eher höher als geringer werden. Denn diverse Notenbankentscheidungen, Roll-Over-Aktivitäten bei den Futures-Kontrakten und der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl wird die Zeit bis zum Jahresultimo kurzweilig gestalten.

Mit dem gestrigen „Absturz“ auf 162,89% wurde charttechnisch die untere Begrenzungslinie des kurzfristigen Aufwärtstrends seit Mitte September getestet. Ein nachhaltiges Abgleiten unter die Marke von 162,90% würde eine Reaktion auf 162,20% ermöglichen. Nach oben ist der Weg sehr steinig geworden, denn aktuell verläuft die obere Leitplanke des Abwärtstrendkanals bei 164,20% und reduziert sich täglich nur um 0,10 Prozentpunkte. Somit ergibt sich für die kommenden Tage vorerst eine Handelsrange zwischen 162,90% und 164,10%. Aktuell notiert das Sorgenbarometer bei 163,10%.

Österreich setzt ein Zeichen

In den USA wurden in dieser Woche - nach einer Rückkehr zur Tagesordnung - sowohl Geld- als auch Kapitalmarktpapiere in einem Gesamtvolumen von 229 Mrd. USD begeben. Zur Wahl wurden den Investoren Wertpapiere mit Laufzeiten von vier Wochen, drei bzw. sechs Monaten, zwei, fünf und sieben Jahre gestellt. Bei den 2-jährigen T-Notes konnte sogar zwischen einem festen Kupon und einem Floater optiert werden.

In Euroland hingegen werden auch nicht in der Summe aller Länder (ca. 16 Mrd. €) solche Beträge refinanziert. So machte Belgien mit der Aufstockung dreier Altemissionen (A1GSKN / 2026 ; A1ZWX5 / 2026 ; A1HQ0J / 2045) den Auftakt und Finnland folgte einen Tag später (A1ZX60 / 2031). Am Mittwoch erhöhte Deutschland schließlich das Emissionsvolumen der aktuellen 5-jährigen Bundesobligation Serie 174 (114174) um 3 Mrd. € auf insgesamt 16 Mrd. €. Die Zuteilung der 1,5-fach überzeichneten Gattung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,46%. Am gleichen Tag und am morgigen Freitag war bzw. wird Italien mit diversen Anleihen am Kapitalmarkt in Erscheinung treten.

Für den Höhepunkt der Woche sorgte allerdings die Alpenrepublik Österreich, die mit einer 70-jährigen Staatsanleihe (A188ES) in der Eurozone Neuland betrat und somit ein Zeichen setzte. Die Platzierung war trotz der langen Laufzeit unproblematisch. Man wird sehen, ob auch andere Staaten Bonds mit solchen oder ähnlichen Laufzeiten kreieren werden.

Zinsphantasie beflügelt Greenback

Die europäische Gemeinschaftswährung hat ihre seit einigen Wochen anhaltende Talfahrt weiter fortgesetzt. Seit Anfang Oktober befindet sich der Euro somit fast gänzlich auf der Verliererseite. So kam es, dass die Einheitswährung in dieser Woche bis auf 1,0851 USD absackte und damit ein neues Sieben-Monats-Tief markierte. Die momentane Robustheit des US-Dollar ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember durch die US-Notenbank Fed fast täglich zunimmt. Dies beflügelt den Greenback und bringt die Währung Eurolands zunehmend unter Druck.

Nach den herben Verlusten konnte die Gemeinschaftswährung allerdings im gestrigen Handelsverlauf wieder etwas Boden gut machen und die Marke von 1,09 USD nachhaltig überwinden, mit 1,0946 US-Dollar war sogar ein neues Wochenhoch erreicht. Die Erholung des Euros war unter anderem in Gewinnmitnahmen begründet. Heute Morgen handelt das Devisenpaar EUR/USD bei 1,0905 USD.

Ähnlich der Entwicklung zum Greenback präsentiert sich der Euro auch zu weiteren Dollarwährungen sehr anfällig. Zum australischen Dollar fiel der Euro innerhalb der vergangenen Berichtswoche zeitweise bis auf 1,41284 AUD zurück und kostete damit so wenig wie zuletzt im Mai 2015. Im Vergleich zum Kiwi-Dollar verlor die Einheitswährung gleichermaßen und rutschte bis auf 1,5071 NZD ab, nachdem sie zu Monatsbeginn noch um die Marke von 1,58 NZD handelte.

So waren verstärkt Aktivitäten in den verschiedenen Dollarwährungen zu beobachten. Darüber hinaus waren Währungsanleihen lautend auf brasilianische Real, türkische Lira und auch norwegische Kronen auf den Kauflisten zu finden.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

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Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Draghis Ritt auf der Rasierklinge

Heute ist es wieder soweit. Die Mitglieder des EZB-Rates treffen sich zu ihren geldpolitischen Entscheidungen und EZB-Chef Mario Draghi wird alle Interessierten auf der anschließenden Pressekonferenz das Resümee der Beratungen erläutern. Hierbei wird er aber nicht wie einst Münchhausen auf der Kanonenkugel reiten, sondern in Anbetracht der unterschiedlichen Erwartungen der Marktteilnehmer eher auf einer Rasierklinge. Denn grundsätzlich haben die Mannen um Mario Draghi mit ihren geldpolitischen Maßnahmen den europäischen Politikern Zeit erkauft, um die notwendigen Veränderungen in deren Haushaltspolitik anzugehen. Inzwischen sind die Handlungsspielräume der Banker aber fast erschöpft, ohne dass die Politiker die Probleme gelöst haben.

Die Gesamtverschuldung steigt auch im kommenden Jahr weiter an. Für Mario Draghi bedeutet das, ein weiteres Mal als „Meister der Illusionen“ den Finanzmärkten zugleich die Angst vor einer Änderung der Geldpolitik (Tapering) zu nehmen und die Aussicht auf zusätzliche stimulierende Maßnahmen (Ausweitung QE) zu dämpfen. Es sind also heute nicht die Taten gefragt. Vielmehr wird die Wahl seiner Worte ausschlaggebend für die zukünftige Entwicklung an den Kapitalmärkten sein. Somit ist davon auszugehen, dass jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und für hektische Kursbewegungen sorgen wird.

Das in dieser Handelswoche bedeutendste Ereignis ist allerdings nicht die einzige Notenbank-Entscheidung, welche die Kapitalmärkte in ihren Bann zieht. Vielmehr wirft die Sitzung der amerikanischen Notenbank (Fed) am 2. November, also noch vor der US-Präsidentschaftswahl, bereits ihre Schatten voraus. Zumal die Fed-Präsidentin Janet Yellen zumindest das gleiche Problem wie Mario Draghi hat: Was sage ich wie den Marktteilnehmern? Solange der bzw. die neue Präsident/-in nicht gewählt ist, wird sich an der Zinspolitik nichts ändern. Dazu wird es erst dann kommen, wenn das Risiko von Finanzmarktverwerfungen geringer geworden sein sollte – weshalb nicht vor Dezember an der Zinsschraube gedreht werden dürfte. Wie groß die Angst der Notenbanker in den USA ist, den rechten Zeitpunkt für eine Zinsanhebung zu verpassen, wird bei jedem Kommentar der Fed-Repräsentanten deutlich. Zuletzt äußerte sich sogar die Chefin in der Art, dass es unter Umständen sinnvoller sein könnte, die US-Wirtschaft eine Zeit lang auf hohen Touren laufen zu lassen und die Zinspolitik locker zu belassen. Ein Statement für eine sich abzeichnende Zinsanhebung in nächster Zeit sieht anders aus.

Fazit: „Es ist nichts so gewiss wie die Ungewissheit!“

Vorboten des Basiseffekts

Im September sind die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,7% gestiegen. Damit kletterte die Inflation auf den höchsten Stand seit Mai 2015. Allerdings ist die Teuerungsrate immer noch weit vom Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) - einem Niveau von ca. 2% - entfernt. Aber der steigende Trend dürfte sich in den kommenden Monaten noch verstärken.

Als Hauptgrund für den Zuwachs der Inflation im September nennt das Statistische Bundesamt den Anstieg der Nettokaltmieten um 1,3%. Dies ist zumindest indirekt auf die Geldpolitik der EZB zurückzuführen, die deutlich steigende Immobilienpreise und damit im Endeffekt höhere Mieten zur Folge hat. Dämpfend wirkt zwar momentan noch die rückläufige Preisentwicklung beim Erdöl, was sich aber in den kommenden Monaten aufgrund des nicht mehr vorhandenen Basiseffekts ändern wird. Die aktuelle Verabschiedung von negativen Renditen bei 10-jährigen Bundesanleihen ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass die US-Notenbank Fed in den kommenden Monaten eine sanfte Zinswende vollziehen und den Basiszins zum ersten Mal nach Dezember 2015 erneut anheben wird. Aber nur, wenn die politischen Verhältnisse nach der US-Präsidentschaftswahl so stabil sind, dass hierdurch keine negativen Marktreaktionen zu erwarten sind.

Dass manche Marktbeobachter angesichts der Erwartung höherer Inflationsraten einen Rückzug von Investoren aus Anleihen sehen, kann aber in dieser Absolutheit nicht geteilt werden. Es stimmt zwar, dass die Renditen 10-jähriger Papiere aus Deutschland und Großbritannien zwischenzeitig auf den höchsten Stand seit dem Brexit-Votum von Ende Juni geklettert sind. Und auf Sicht von 12 Monaten scheint eine Rendite der 10-jährigen „Bunds“ in einer Range von minus 0,1% bis plus 0,5% möglich zu sein.

Aber insgesamt kommen die Investoren mangels Alternativen um Engagements in soliden europäischen Staats- aber auch Unternehmensanleihen gar nicht herum. Dafür sorgen schon die engen, aufsichtsrechtlichen Vorgaben etwa für Banken und Lebensversicherungen, die Investments in risikoreicheren Anleihen verbieten. Der Druck auf Versicherer wird auch bei einer allmählichen Zunahme der Inflation und einer damit verbundenen leichten Entspannung auf der Zinsseite noch lange anhalten, da die für Altverträge ausgelobten Renditen nicht mehr gegenfinanziert werden können. Aus diesem Grund müssen neue Wege gegangen werden und dies verdeutlicht u.a. die Tatsache, dass die Allianz eine finanzielle Beteiligung an einer neu gegründeten Gebrauchtwagen-Plattform beabsichtigt.

EU-Schuldensünder treten auf der Stelle

Die Schuldensünder in der Europäischen Union kommen beim Abbau ihrer Defizite nicht voran. Wie die Budgetpläne der Eurostaaten zeigen, hat in Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien oder Portugal die Budgetsanierung keine oberste Priorität. Vielmehr gehen sie oft von unrealistischen Wachstumsannahmen aus, welche die ohnehin wenig ambitionierten Ziele zur Schuldensenkung als Wunschdenken erscheinen lassen. So sind für 2017 allenfalls geringfügige Absenkungen der Staatsverschuldungen zu erwarten. Unterm Strich aber wird der Schuldenberg aller 19 Euro-Staaten im kommenden Jahr auf mehr als 10 Bio. € anwachsen.

Mit 132,8% weist unter den erwähnten Ländern Italien die höchste Schuldenquote gemessen am Bruttosozialprodukt auf. 2017 sollen es mit 132,6% kaum weniger sein. Auch Frankreich tritt selbst bei optimistischer Annahme mit 96,1% (2016) und 96,0% (2017) regelrecht auf der Stelle. Offenbar fehlt vielfach der politische Wille, um unpopuläre aber notwendige Strukturreformen durchzusetzen.

Erst in dieser Woche hat Italiens Premierminister Matteo Renzi in Washington von US-Präsident Barack Obama Zuspruch vor dem Referendum bekommen, bei dem die Italiener im Dezember über eine Verfassungsreform abstimmen sollen. Die Reformen, die „Matteo“ einleite, seien aus wirtschaftlicher Sicht die richtigen, sagte Obama. Auch sei das anstehende Referendum zur Modernisierung der politischen Institutionen in Italien etwas, was die USA sehr unterstützen, so der US-Präsident weiter.

Am tiefsten steckt Griechenland im Schuldensumpf, das im kommenden Jahr immerhin seine Schuldenquote auf 178,8% von 182,8% drücken will. Indessen hält aber der griechische Zentralbankchef Giannis Stournaras eine Rückkehr seines Landes an die internationalen Finanzmärkte ohne Schuldenschnitt für unmöglich. Wenn die griechischen Staatsschulden nicht als tragfähig eingestuft würden, werde der für 2018 geplante Schritt nicht machbar sein, sagte Stournaras.

Unterm Strich haben die Länder die Zeit, die ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) durch ihre Nullzinspolitik erkauft hat, nicht genutzt. Oft wurden weder Wirtschaft noch Sozialsysteme reformiert. Vor diesem Hintergrund hat Finanzminister Wolfgang Schäuble eine Debatte über die Zukunft der Haushaltskontrolle in der Eurozone angestoßen. So erwägt er, den Europäischen Rettungsfonds ESM stärker in die Haushaltskontrolle der EU-Staaten einzubinden. Nach dieser Vorstellung würde der ESM die Haushaltsentwürfe nicht politisch, sondern streng nach den Regeln beurteilen. Nur wenn sich die Länder an die selbst gesetzten Regeln hielten und diese auch überwacht würden, so sein Credo, könne die Währungsunion auch stabil gehalten werden.

Schäubles Vorschlag würde der EU-Kommission die Zuständigkeit für die Überwachung der Haushaltsplanungen der Eurostaaten entziehen, worauf Kommissionschef Jean-Claude Juncker nichtssagend mitteilen ließ, dass man mit Interesse alle Vorschläge verfolge, welche die Wirtschafts- und Währungsunion stärken wollten.

Brexit sorgt für Loch in EU-Haushalt

Die Auswirkungen des anvisierten Austritts von Großbritannien aus der Europäischen Union werden immer deutlicher. Nachdem der Kurs des britischen Pfunds auf Sinkflug gegangen ist, wirkt sich dies nun auch auf den Haushalt der EU aus. Da der britische Beitrag zu dem in Euro aufgestellten Haushalt in Pfund bezahlt wird, hat dies dort ein Loch von mehreren hundert Millionen Euro gerissen.

Umrechnungsbasis ist das Wechselkursverhältnis von Ende 2015. Seit der Brexit-Entscheidung der Briten im Juni hat die britische Währung gegenüber dem Euro mehr als 10% an Wert verloren. Folglich komme in Euro nicht der volle benötigte Betrag an, sagte der für den Haushalt zuständige Berichterstatter im EU-Parlament, der SPD-Politiker Jens Geier, in Brüssel, ohne den genauen Fehlbetrag zu nennen. Der Bruttobeitrag Großbritanniens an die EU hatte zuletzt bei mehr als 14 Mrd. € gelegen.

Aber weil der EU-Haushalt kein Defizit aufweisen darf, gibt es nun drei Möglichkeiten. Entweder die Briten müssen mehr bezahlen oder die anderen Länder die Lücke füllen. Die dritte Möglichkeit wäre, den Fehlbetrag aus den Einnahmen der EU mit Strafzahlungen auszugleichen. Die Entscheidung liegt bei den Mitgliedsländern und muss vor Jahresende getroffen werden.

Indessen hat der Kreditversicherer Coface in seiner Länderbewertung Großbritannien auf “A3″ herabgestuft. Als wesentlichen Grund nennt Coface die Ungewissheit der britischen Situation nach dem Brexit-Votum.

Auch Saudis zapfen den Kapitalmarkt an

Immer mehr Ölförderländer müssen sich neue Geldquellen erschließen. Sicher, der Ölpreis ist wieder etwas gestiegen, aber die Einnahmen der Vergangenheit sind noch lange nicht erreicht. Aus diesem Grund zapfen immer mehr Förderländer den Kapitalmarkt durch die Ausgabe von Bonds an. Nachdem sich jüngst Katar 9 Mrd. USD und Abu Dhabi 5 Mrd. USD am Kapitalmarkt beschafft haben, will nun auch Saudi Arabien erstmals als Emittent in Erscheinung treten und im Juli 2017 in zwei Tranchen insgesamt bis zu 15 Mrd. USD aufnehmen. Riad will mit dem Geld insbesondere die Kriege gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat” und im Jemen finanzieren. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertet die Bonität von Saudi Arabien mit “A-”.

Wie sehr das niedrige Ölpreisniveau den Förderstaaten zu schaffen macht, die in hohem Maße vom Ölverkauf abhängig sind, zeigt auch das Beispiel Norwegen. So hat eine Regierungskommission empfohlen, auf der Suche nach Rendite die Aktienquote des Fonds zu erhöhen. Es wird geraten die Aktienquote des Fonds, der rund 880 Mrd. USD verwaltet, von 60% auf 70% zu erhöhen.

Der Bericht kommt laut „Financial Times“ zu dem Schluss, eine höhere Aktienquote hätte zwar stärkere Kursschwankungen und ggfs. Kursrückgänge zur Folge, biete aber auch die Chance auf bessere Rendite. Die Risiken seien akzeptabel, schreibt die Kommission. Die Regierung in Oslo will im Frühjahr 2017 eine Entscheidung fällen.

Lauer Windzug statt Herbststurm

Oftmals wird der Herbst von Stürmen begleitet, aber davon ist aktuell am Primärmarkt für Corporate Bonds nicht viel zu spüren. Vielmehr wird die Emissionstätigkeit der Unternehmen momentan eher als lauer Windzug empfunden.

Sicherlich auch deshalb schaffte es ein Neuling am Primärmarkt, diesen Moment für sich zu nutzen und das Interesse der Investoren auf sich zu lenken. Segro European Logistics debütierte mit der Begebung einer 7-jährigen Anleihe (A1875H) im Volumen von 500 Mio. €. Der Investor erhält eine jährliche Verzinsung von 1,25% bis zur Fälligkeit am 25.10.2023. Der Ausgabepreis wurde mit 99,568% fixiert (Mid Swap +120 bps). In den Anleihebedingungen wurde ein optionales Kündigungsrecht (Make-Whole-Option) sowie eine Mindeststückelung von 100.000 € festgeschrieben. Dass das Orderbuch dieser Anleihe sechsfach überzeichnet war, kann durchaus als ein Indiz für die Auswirkungen der derzeitigen EZB Geldpolitik gelten. Denn alle Investoren leiden unter dem niedrigen Zinsniveau und suchen nach Anlagealternativen, die zumindest eine positive Rendite abwerfen.

Dem Beispiel Segro´s folgend fand auch das im Logistiksektor tätige französische Unternehmen Sanef SA den Weg an den Markt und begab erfolgreich eine Anleihe (A187RF) im Gesamtvolumen von 300 Mio. €. Jährlich werden dem Anleger Zinsen in Höhe von 0,95% bis zur Endfälligkeit am 19.10.2028 bezahlt. Der Emissionspreis lag bei 98,611%, was einem Spread von +48 bps über Mid Swap entsprach. Sanef entschied sich ebenfalls für die Mindestanlagesumme von 100.000 € und die Festschreibung eines optionalen Kündigungsrechts zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option).

Talfahrt vorerst gestoppt

Wer schon einmal mit dem Auto durch die Wüste gefahren ist, weiß wie sich Rentenhändler momentan oftmals fühlen. Mit vermindertem Reifendruck versucht man sich fortzubewegen, doch manchmal ist der Untergrund nicht griffig genug. Zumindest was die Kursentwicklung des Euro-Bund-Future angeht, scheint vorübergehend das Abrutschen gestoppt worden zu sein. Nach neun schwächeren Handelstagen - ausgehend vom Hoch bei 166,36% (30. September) - mit zwischenzeitlich technischen Gegenbewegungen und dem Ausbilden des Tiefs bei 162,81% (17. Oktober) wurde am gestrigen Handelstag sogar die Marke von 164% wieder in Angriff genommen.

Hierbei handelt es sich nicht nur um eine psychologische Hürde, sondern auch um eine Kurskorrekturlinie nach Fibonacci. Sollte dieser Bereich nicht nachhaltig überwunden werden, so ist ein erneuter Test des Tiefs bei 162,81% möglich. Ob man nach der heutigen Pressekonferenz die zukünftige Marktentwicklung besser prognostizieren kann, bleibt abzuwarten. Zu groß sind die Unsicherheiten rund um den Euro-Staatenverbund, als dass man langfristig planen könnte. Eventuell wird es in den kommenden 12 Monaten fünf Neuwahlen in Europa geben, gepaart mit US-Wahlen, einem Italien-Referendum, Brexit-Verhandlungen und diverse Notenbanksitzungen. All das wird sicherlich Auswirkungen auf das Anleger-Verhalten haben. Die Zeiten bleiben also spannend!

Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 163,82%.

Spanien und Frankreich refinanzieren sich noch vor der EZB-Sitzung

In dieser Handelswoche wurden in den USA den interessierten Investoren nur Geldmarktpapiere im Volumen von insgesamt 123 Mrd. USD zum Kauf angeboten. Hierbei handelte es sich um T-Bills mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten. In der kommenden Woche werden allerdings wieder Bonds unterschiedlicher Ausstattung und mit Fälligkeit in zwei, fünf, sieben und 30 Jahren emittiert werden.

Vier Eurostaaten hingegen hatten bereits in dieser Woche mit unterschiedlichen Laufzeiten um die Gunst der Investoren gebuhlt. Den Anfang machte die Slowakei mit der Aufstockung von 3 Bonds (A181DY / 2023 ; A1ZUZV / 2027 ; A18W5D / 2031) im Volumen von insgesamt ca. 300 Mio. €. Am gestrigen Mittwoch erhöhte Deutschland das Emissionsvolumen der Bundesanleihe von 2014, die im Jahre 2046 endfällig sein wird, um 1 Mrd. € auf nunmehr 19 Mrd. €. Die Nachfrage kann infolge des Zinsanstiegs der vergangenen Handelstage als gut bezeichnet werden und so erfolgte die Zuteilung bei einer Durchschnittsrendite von 0,64%. Für die Marktpflege wurden lediglich 149 Mio. € zurückbehalten. Den heutigen Schlusspunkt bei der Refinanzierung der Euroländer bilden mit diversen Aufstockungen im Gesamtvolumen von ca. 12 Mrd. € Spanien (A18W6G / 2019 ; A1GNNU / 2026 ; A181RK / 2066) und Frankreich (A180JV / 2021 ; A1GZ7K / 2022 ; A1HGEZ / 2024 ; A1GMH7 / 2027).

Bisher kein „Goldener Herbst“ für den Euro

Der Oktober ist bislang für die europäische Gemeinschaftswährung wahrlich kein guter Monat und ein Auftakt für einen „Goldenen Herbst“ ist nicht in Sicht. So zeichnet sich der Euro momentan immer wieder durch längere Schwächeperioden aus. Notierte die Einheitswährung zu Monatsbeginn noch bei ca. 1,1250 USD, so handelte er zuletzt gegenüber dem Greenback zeitweise bei Kursen von 1,0952 USD. Dies entspricht dem tiefsten Stand seit dem 25. Juli 2016 (1,0952 USD), der heute nochmals getestet wurde.

In Erwartung des heutigen Highlights bewegt sich das Devisenpaar Euro/Dollar in einer relativ engen Bandbreite zwischen 1,0952 USD und 1,1026 USD. Beim September-Treffen der Währungshüter konnte der Euro im Anschluss an die EZB-Pressekonferenz deutlich zulegen und stieg seinerzeit bis auf 1,1327 USD. Aktuell handelt der Eurokurs mit 1,0975 USD deutlich tiefer als zum damaligen Zeitpunkt.

Der zuletzt durchaus als schwach zu bezeichnende Euro verliert auf breiter Front auch gegenüber anderen Währungen. So fiel die Einheitswährung zum kanadischen Dollar auf ein neues 4-Monats-Tief bei 1,42645 CAD und auch der brasilianische Real konnte zulegen. Der Euro handelt aktuell auf seinem Jahrestief bei 3,475 BRL.

In diesem Zusammenhang waren verstärkt Handelsaktivitäten in Bonds auf brasilianischen Real zu beobachten. Darüber hinaus standen Fremdwährungsanleihen auf US-Dollar, mexikanische Peso sowie russische Rubel im Fokus der Privatanleger.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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