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Author: Klaus Stopp

Durch Draghis Brille betrachtet

Es ist zwar noch lange hin, aber nach der Sommerpause des Deutschen Bundestages will der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, die Gelegenheit nutzen, den deutschen Politikern die Beweggründe seiner aktuellen Geldpolitik näher zu erläutern. Dabei wird er sicherlich darauf verweisen, dass jeder Investor für die Rentabilität seiner Vermögensanlage selbst verantwortlich ist und es nicht Aufgabe der Notenbanken ist, die Zinsen auf hohem Niveau zu halten. Vielmehr richtet sich der aktuelle Zins für relativ sichere Investments nach der Inflationsrate, und diese wiederum rechtfertigt das aktuelle Renditeniveau.

Obwohl ich nicht zu den Befürwortern der europäischen Notenbankpolitik gehöre, kann ich diese Sichtweise zumindest im Grundsatz akzeptieren. Auch Draghis Schlussfolgerung, dass die Zinsen erst dann wieder ansteigen werden, wenn die Wirtschaft stärker wächst, ist logisch und nachvollziehbar. Doch der Einwand, dass die EZB mit ihrer Geldpolitik reformunwillige Staaten „salonfähig“ macht, ist nicht von der Hand zu weisen. Das scheint inzwischen sogar Mario Draghi erkannt zu haben. Und so fordert er die Regierungen der Eurostaaten bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf, die Sanierung ihrer Haushalte voranzutreiben. Die niedrigen Zinsen geben den Politikern dazu den Spielraum, den sie allerdings nur unzureichend nutzen. Es gehört aber auch nicht zu den Aufgaben der Notenbanker, solche Maßnahmen zu diktieren.

Seit Gründung der EZB wird immer wieder ihre Unabhängigkeit betont, weshalb auch umgekehrt eine Einmischung der Banker in haushaltspolitische Belange nicht vermittelbar wäre. Aus diesem Grund haben auch nur die Vertreter der Mitgliedsstaaten darüber zu entscheiden, wer zum Club der Eurostaaten gehören darf. Im Falle Griechenlands wird diese Entscheidung bereits seit Jahren mit kurzfristigen Durchhalteparolen in die Zukunft verschoben, was wiederum neben der Flüchtlingsproblematik für den schwebenden Zustand der Europäischen Union mit verantwortlich ist.

In den kommenden Wochen wird viel die Zukunft Europas betreffend zu entscheiden sein. Die in unregelmäßigen Zeitabständen auftauchenden, aber unterschwellig immer präsenten Themen wie Griechenland, Portugal und die alles überschattende Brexit-Entscheidung werden an den Finanzmärkten nicht nur in den nächsten Monaten für dicke Luft sorgen. Niemand vermag die Reaktionen vor dem Referendum in Großbritannien vorherzusagen und auch im Anschluss erscheint alles möglich. Somit sind die Vertreter der europäischen Notenbanken gut beraten, die Finanzmärkte nicht mit überhasteten Aktionen zu verunsichern, sondern eine Politik der „ruhigen Hand“ zu praktizieren.

Burgfrieden der internationalen Notenbanker

Fakt ist: Für die meisten Währungen hat der Leitzins seine Steuerungsfunktion verloren! Dennoch mutet es seltsam an, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar langsam aber stetig an Boden gewinnt. Immerhin bewegt sich die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Minusbereich, während die US-Notenbank Fed am 17. Dezember 2015 das erste Mal seit fast zehn Jahren die Zinsen in Erwartung weiterer Zinsanpassungen angehoben hat. Dennoch ist der Euro seitdem von 1,09 USD auf 1,16 USD gestiegen. Nach der reinen Lehre wäre eine gegenteilige Entwicklung zu erwarten gewesen.

Liegt es an der Enttäuschung der Investoren, die nach dem Zinsschritt der Fed vom Dezember in kurzen Intervallen weitere erwartet hatten? Ließ die Fed sie zunächst mit vier Aufwärtsschritten in diesem Jahr rechnen, gehen sie nun allenfalls von insgesamt zwei aus. Parallelen bei der Devisenkurs-Entwicklung sind in Japan festzustellen, wo die Bank of Japan den Leitzins unter die Nulllinie gedrückt hat und der Yen gegenüber dem US-Dollar ebenfalls zugelegt hat. Ähnliches ist bei der Norwegischen Krone zu beobachten. Seit die Zentralbank in Oslo am 17. März den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,5% abgesenkt hat, ist die norwegische Krone wertvoller geworden.

Man könnte geradezu meinen, die alten Regeln seien außer Kraft gesetzt. Vielleicht sind die Kursgewinne der Währungen, deren Notenbanken mit Minuszinsen aufwarten, ja auch nur ein Strohfeuer, dem eine rasche Trendumkehr folgen könnte. Es könnte aber auch eine Art Burgfrieden der internationalen Notenbanker, die auch in ihrer Wortwahl extrem vorsichtig agieren, sein, um einen Währungskrieg, der etwa in einem Abwertungswettlauf durch Minuszinsen gipfeln könnte, möglichst zu vermeiden. Am Ende dürfte es von allem ein bisschen sein.

Neues vom Club der EU-Defizitsünder

Es knirscht wieder im Gebälk der Europäischen Union. Die Ursachen sind natürlich auch weiterhin in Griechenland verankert, aber auch die überhöhten Staatsdefizite in Spanien und Portugal bereiten Sorgen. Weil die Neuverschuldung der Regierung in Lissabon mit 4,4% im vergangenen Jahr über der vereinbarten Höchstgrenze lag, drohen dem Land nun Sanktionen seitens der EU. In diesem Zusammenhang wurden Stimmen laut, welche die Kommission auffordern, Geldstrafen zu erheben, sofern sie im laufenden Defizitverfahren nicht ihre Glaubwürdigkeit riskieren wolle. Am Bondmarkt notierten portugiesische Staatsanleihen dennoch über ihren Zwölfmonatstiefs, was ein bis 4/2021 laufender Titel (WKN A0DY6V) zeigt, der mit ca. 1,84 % rentiert.

Massiven Druck bekommt auch Spanien zu spüren. Anstatt in diesem Jahr die Maastrichter Defizitgrenze von 3% einzuhalten, erwartet Brüssel 3,9% Neuverschuldung. Nachdem in Spanien die Frist zur Regierungsbildung abgelaufen war, stehen am 26. Juni Neuwahlen an. Ministerpräsident Rajoy von der konservativen Volkspartei ist seitdem nur geschäftsführend im Amt. Anleger verhalten sich vor diesem Hintergrund abwartend, was eher für vorsichtigen Optimismus spricht. Eine spanische Staatsanleihe mit Fälligkeit 7/2021 (A18YPG) notierte gestern mit 101,06% knapp unter dem Jahreshoch. Die Rendite liegt bei ca. 0,54%.

Und dann wäre da noch Frankreich. Für das nächste Jahr hat sich Paris fest vorgenommen, aus dem Club der Defizitsünder auszutreten. Bisher geht Brüssel noch von einem Defizit von 3,2% aus. Dass Frankreich das Ziel von 3,0% Neuverschuldung erreicht, wird aber als machbar angesehen. Defizitsündern in der Eurozone drohen formal zwar hohe Geldstrafen, welche aber bisher in der Praxis nie verhängt wurden. Ein fataler Fehler, den es zu korrigieren gilt. Ansonsten bleibt uns nur die kleine Freude, dass die Defizite in der Eurozone tatsächlich rückläufig sind.

Gericht in Portugal bremst Zentralbank aus

Ein portugiesisches Gericht hat der Nationalbank Portugals zunächst einen Strich durch die Rechnung gemacht. Demnach darf die Notenbank Anleihen („Senior Bonds”) der angeschlagenen Novo Banco - im Wert von rund 2 Mrd. € - nicht in eine Bad Bank auslagern. Dadurch wäre ein sogenannter „bail-in“ eingefädelt worden, bei dem Anleger direkt zur Kasse gebeten werden. Sie würden vermutlich nur eine einstellige Quote ihres Investments zurückbekommen. Doch die portugiesische Zentralbank will laut Financial Times die einstweilige Verfügung des Lissabonner Gerichtes, die auf Antrag von Merrill Lynch zustande kam, umgehend anfechten.

Die Problembank Novo Banco war aus dem überlebensfähigen Teil der früheren Banco Espirito Santo (BES) hervorgegangen. Das einst zweitgrößte Bankhaus des Landes wurde mit Staatsgeldern in Höhe von 5 Mrd. € aufgepäppelt, um nicht unter der Schuldenlast zusammenzubrechen, welche die Gründerfamilie hinterlassen hatte.

Immer weniger Garantiezins bei Lebensversicherungen

Zum 1.1.2017 soll der Garantiezins für Lebensversicherungen von derzeit 1,25% auf 0,9% sinken. So hat es das Bundesfinanzministerium als erneute Reaktion auf die anhaltende Niedrigzinsphase vorgeschlagen, was wiederum vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) als zu weitgehend kritisiert wurde. Man mag darüber streiten, ob der Schritt zu heftig ausgefallen ist, zumal die Lebensversicherer 2015 bei der Neuanlage im Branchenschnitt eine deutlich über dem Höchstrechnungszins liegende Verzinsung von mehr als 2% erzielten. Auch Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten hält die geplante Senkung des Höchstrechnungszinses für falsch. Dies schwäche die Garantien, ohne dass die Unternehmen nachhaltig entlastet würden, sagte er.

Fest steht, dass die Branche schon seit längerer Zeit insbesondere wegen der Niedrigzinsen unter Druck steht. Nach einem Minus beim Neugeschäft von 3% in 2015 rechnet der GDV auch für das laufende Jahr mit einem Rückgang. Was dabei der Branche vor allem Kummer bereitet, ist die sogenannte Zinszusatzreserve. Um die hohen Garantien für Altkunden in der Niedrigzinsphase abzusichern, müssen die Versicherer einen Finanzpuffer aufbauen. Nach Berechnungen der Assekurata Rating-Agentur mussten so seit dem Jahr 2011 mehr als 30 Mrd. € an Rückstellungen gebildet werden. Zusätzliche 12 Mrd. € kommen in diesem Jahr hinzu.

Die Versicherer legen das Geld der Versicherten vor allem in Anleihen mit guter Bonität an. Doch jährlich werden Papiere endfällig, und die neuen Anlagen werfen weniger Zinsen ab. Daher fällt es den Versicherern zunehmend schwerer, die Garantien zu bedienen. Als Reaktion darauf rücken die Versicherer immer mehr davon ab, klassische Garantieverträge anzubieten. Stattdessen verkaufen sie den Kunden neue Tarife mit höherer Rendite – aber eben auch mit eingeschränkter oder fehlender Garantie. Nur noch 10% wählten eine klassische Lebensversicherung, erklärt die Allianz Deutschland. Damit nimmt die Bedeutung der Garantieverzinsung von Lebensversicherungen am Markt ohnehin ab.

Dass dies aber nicht nur ein europäisches Problem ist, wurde deutlich als in dieser Woche AIG, eine internationale Versicherungsorganisation für das 1. Quartal des Jahres ein Minus von 183 Mio. USD (ggü. 250 Mio. USD im Vorjahreszeitraum) bekannt gab. Der Rückgang wird mit fallenden Renditen und fehlenden Prämieneinnahmen erklärt.

Daimler 3x auf Pole-Position

Erster am Ende der Qualifikation und somit das Rennen von einem Startplatz ganz vorne im Feld anzuführen, ist der Traum eines jeden Rennfahrers. Das ist Daimler bestens aus der Formel 1 bekannt. Nun glückte dem baden-württembergischen Autobauer auch mit 3 neuen Anleihen die Pole-Position am Primärmarkt.

Das Unternehmen refinanzierte ein Gesamtvolumen von insgesamt 3,25 Mrd. €. Bei der ersten Tranche (A169NA) handelt es sich um eine 1,25 Mrd. € schwere Anleihe mit Fälligkeit am 11.05.2020 und einer jährlichen Verzinsung von 0,25%. Das Papier wurde mit 99,607% und somit +40 bps über Mid Swap gepreist. Der zweite Bond im Bunde (A169NB) hat ein Emissionsvolumen von 750 Mio. €. Die jährliche Verzinsung beträgt 0,75% bis zum Laufzeitende am 11.05.2023. Das Pricing erfolgte mit +53 bps über Mid Swap und somit lag der Ausgabepreis bei 99,783%. Komplettiert wird das Ganze durch eine 1,25 Mrd. € große Emission (A169NC) mit 1,375% jährlicher Nominalverzinsung bis zur Fälligkeit am 11.05.2028. Der Reoffer lag bei 99,594% und somit +65 bps über Mid Swap. Daimler entschied sich bei allen 3 Bonds für die „Privatanleger-freundliche“ Mindestanlagesumme von 1.000 €.

Ebenso am Markt aktiv war der US-amerikanische Tabakhersteller Philip Morris und legte eine 20-jährige Anleihe (XS1408421763) im Volumen von 500 Mio. € auf. Der Anleger erhält eine jährliche Verzinsung bis zum Laufzeitende am 9.05.2036 in Höhe von 2%. Der Bond wurde mit +90bps über Mid Swap gepreist und somit zu 99,56% begeben. Der Emittent hat sich ein optionales Kündigungsrecht (Make-Whole-Option) festschreiben lassen und für die kleinste handelbare Einheit von 100.000€ entschieden.

Reversal-Trend mit Ansage

Immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo eine Meldung her und bringt das ganze Gedankenkonstrukt zum Einsturz. So ist es auch wieder in dieser Handelswoche geschehen. Hatte man zu Beginn noch den Eindruck, dass sich endlich mal die Bären durchsetzen könnten, so machten dies u.a. die weltweit „verschnupften“ Aktionäre zunichte. Infolgedessen stieg das Sorgenbarometer von 161,57% um mehr als 1,5 Prozentpunkte auf in der Spitze 163,12%. Unterstützt wurde dieser Reversal-Trend, der nicht wirklich überraschen konnte, auch von den jüngsten Meldungen zu Griechenland, Portugal sowie der Entwicklung an den Devisenmärkten und bei den Rohölpreisen.

Doch noch ist nicht aller Tage Abend! Die erste nennenswerte Widerstandslinie verläuft bei ca. 163,20% (mehrere Tiefs Mitte April). Erst nach einer nachhaltigen Überwindung wäre der Weg auf die psychologisch wichtige Marke bei 164% frei. Um vor bösen Überraschungen geschützt zu sein, sollte man aber auch die gegenteilige Marktentwicklung mit ins Kalkül ziehen. Einem schwachen Fangnetz vergleichbar verläuft eine erste Unterstützungslinie bei ca. 162,40%, bevor das Tief vom 10. März (Draghi-Day) bei 160,81% zum Tragen kommt. Aktuell notiert der Euro-Bund-Future bei 162,89%.

Spanien setzt heute den Schlusspunkt

Nachdem in den USA in dieser Handelswoche lediglich Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten für insgesamt 92 Mrd. USD Investoren zum Kauf angeboten wurden, refinanzierten sich die Eurostaaten in Summe mit ca. 15 Mrd. €.

Hierbei sicherte sich am gestrigen Mittwoch Frankreich mit ca. 8 Mrd. € den Löwenanteil durch die Aufstockung diverser Anleihen (413038 / 2025; A18YPD / 2026; A1Z7JJ / 2031) und auch Deutschland erhöhte das Emissionsvolumen der mit einem Nullkupon ausgestatteten Bundesobligation Serie 173 (114173) um 4 Mrd. € auf insgesamt 17 Mrd. €. Die Zuteilung der überzeichneten Gattung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,33%. Für die Marktpflege wurde ein Betrag von 755 Mio. € zurückbehalten. Den Schlusspunkt setzt heute Spanien mit der Neubegebung einer inflationsindexierten Anleihe (endfällig: 2021) und mit der Aufstockung dreier langlaufenden Anleihen (A18W1C / 2026; A1ZXQ6 / 2030; A0NXYY / 2040).

Tanz in den Mai

Trotz einiger Feiertage in verschiedenen Ländern zeigt sich der Devisenmarkt von seiner lebhaften Seite. So tanzte die europäische Gemeinschaftswährung fröhlich in den Mai und insbesondere gegenüber dem Greenback stellte sich der Start in den neuen Monat als sehr positiv dar.

In den ersten Handelstagen kletterte der Euro bis auf 1,1616 USD, den höchsten Stand seit August 2015. Zuvor war die Einheitswährung bereits sieben Tage in Folge gestiegen, wobei es sich um die längste Gewinnserie seit Dezember 2013 handelte. Am Dienstagnachmittag änderte sich das Handelsbild jedoch und der Euro fiel bis auf 1,1470 US-Dollar zurück. Konjunktursorgen in der Eurozone sowie Äußerungen zweier Mitglieder der US-Notenbank Fed zu einer möglichen baldigen Leitzinserhöhung bremsten die Währung Eurolands ein. Nach dem Auf und Ab der vergangenen Tage handelt der Euro heute Morgen um die Marke von 1,1480 USD.

Neben dem amerikanischen Dollar beschäftigte aber auch der australische Dollar die Devisenhändler. Die Notenbank Australiens senkte nämlich in dieser Woche überraschend ihre Leitzinsen um 0,25% auf das Rekordtief von 1,75%. Die Währung des Landes geriet daraufhin kräftig unter Druck und verlor gegenüber dem Euro mit 1,54 AUD deutlich an Wert, nachdem er zuvor noch bei 1,4938 AUD gehandelt wurde.

In dieser Berichtswoche setzten die Privatanleger auf Altbekanntes. Favorisiert wurden hierbei Fremdwährungsanleihen auf türkische Lira, brasilianische Real sowie US-Dollar.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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Author: Klaus Stopp

Die Notenbanker schwingen den Taktstock

Am gestrigen Abend war es endlich soweit. Die amerikanischen Notenbanker beendeten ihre zweitägige Tagung und teilten der sehnsüchtig wartenden Investorenschar mit, was in den nächsten Monaten geldpolitisch zu erwarten ist. Eine Zinsanhebung, mit der man noch zum Jahresbeginn für den April gerechnet hatte, war bereits im Vorfeld der Sitzung nicht mehr wirklich erwartet worden. Aber bei den erläuternden Worten der Fed-Präsidentin, Janet Yellen, wird stets versucht, Tendenzen herauszulesen. Manchmal erinnert das an „Kaffeesatzleserei“, aber leider ist diese Vorgehensweise alternativlos und die Ergebnisse sind oftmals der Beginn des sogenannten Bandwagon-Effekts.

Viel schlauer sind wir durch die gestrigen Erläuterungen zwar nicht geworden, aber anscheinend versucht man in den USA mittels einer wohlüberlegten Wortwahl die Phantasie für weitere Zinsanhebungen nicht abzuwürgen. Gleichzeitig möchte man die negativen Auswirkungen möglicher geldpolitischer Entscheidungen nicht überbetonen. Aus diesem Grund wurde gestern auch die Passage gestrichen, wonach die globale finanzielle Entwicklung und die Wirtschaft weiterhin Risiken darstellen. Die generelle positive Einschätzung des Arbeitsmarktes lässt Spielraum für eine Zinserhöhung im Juni des Jahres und der Glaube an ein behutsames Vorgehen der Notenbanker lässt Investoren beruhigter in die Zukunft blicken. Zumal die Entscheidung der Beibehaltung der Leitzinsen mit 9:1 Stimmen beschlossen wurde.

Die eine Notenbank kann also auf eine gewisse Inflation verweisen, muss sich aber aus anderen Gründen zurückhalten. Die andere Zentralbank, die Bank of Japan (BoJ), deren Zinsentscheid uns am heutigen Donnerstag ebenfalls beschäftigt, wird alles dafür tun, die Inflation zu beleben. In der Vergangenheit wurden alle möglichen Maßnahmen ergriffen, aber bisher ohne nachhaltigen Erfolg. So ist heute damit zu rechnen, dass ein Beschluss gefasst wird, nachdem bei Erreichen eines bestimmten Devisenkurses im Auftrag des japanischen Finanzministeriums am Devisenmarkt interveniert werden soll. Damit würde man zwar streng genommen gegen die kürzlich erst beschlossenen Vermeidung „willkürlicher Interventionen“ verstoßen, aber in Japan sieht man darin lediglich die Dämpfung schneller Wechselkursbewegungen. Auch eine Volumenausweitung des bisherigen QQE-Programms oder die Anpassung der durchschnittlichen Laufzeit auf 5 bis 12 Jahre wäre denkbar gewesen. Doch die Notenbanker blieben ihrer bisherigen Linie treu und beschlossen keine weiteren Lockerungsmaßnahmen.

Bundesbank bremst bei EU-Einlagensicherung

Nicht zum ersten Mal hat die Bundesbank die Gefahren benannt, die von den Staatsanleihen ausgehen, welche ohne Unterlegung von Eigenkapital in den Bankbilanzen schlummern. Nun macht ihr Präsident Jens Weidmann seine Zustimmung zu einer europäischen Einlagensicherung davon abhängig, dass die Banken in Europa ihre Bestände an Staatsanleihen reduzieren. Sonst käme es zu einer Haftung aller für die Staatsschulden in Europa, argumentiert er und mahnt in der Diskussion über neue Vorschriften für Staatsanleihen-Käufe von Banken zur Eile. Gerade weil man für neue Regelungen Übergangsfristen brauche, müsse die grundsätzliche Weichenstellung zügig getroffen werden. Die Risikobewertung von Staatsanleihen war mit der Euro-Schuldenkrise in den Fokus geraten, als sich zeigte, dass auch bei Euro-Staaten ein Ausfallrisiko besteht. Dieses Risiko will Weidmann bewertet haben – mit einer adäquaten Unterlegung der Staatsbonds mit Eigenkapital.

Weidmann zufolge sprechen gerade die hohen Bestände an Staatsanleihen in vielen Bankbilanzen gegen eine rasche Einführung einer gemeinsamen europäischen Einlagensicherung. Daher macht er die Verringerung der mit solchen Anleihen verbundenen Risiken zur Voraussetzung eines europäischen Einlagenschutzes. Dies könnte eine kluge Strategie des obersten Bundesbankers sein, um den von den deutschen Bankengruppen ungeliebten EU-Einlagenschutz zumindest hinauszuzögern – wenn er schon nicht zu verhindern ist. Sollte er dann unter der von Weidmann gestellten Bedingung doch kommen, wäre wenigstens eine Risikobewertung der Staatsbonds und damit mehr Sicherheit im europäischen Bankensystem erreicht worden.

Im Sommer wollen die Finanzminister der EU die Frage angehen, wie künftig Risiken aus Staatsanleihen in den Bankbilanzen verringert werden können. Nach den Vorschlägen von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem soll es dann zu einer Verschärfung der Anforderungen an Staatsanleihen kommen.

Wie zuvor EZB-Präsident Mario Draghi fordert auch Weidmann mehr strukturelle Reformen in der Eurozone. Sonst besteht seines Erachtens die Gefahr, dass sich das nächste Vertrauensproblem für die Währungsunion aufbaut. Dann würde erneut die EZB für die Fiskalpolitik von Eurostaaten in die Bresche springen müssen.

Die Crux liegt darin, dass die Spielräume, die durch die lockere EZB-Politik für eine zügige Verringerung struktureller Haushaltsdefizite entstanden sind, von den Staaten vielfach nicht genutzt wurden. Und dies, so Weidmanns Befürchtung, könnte die Schuldentragfähigkeit einzelner Eurostaaten dann enorm belasten, wenn die EZB ihre Geldpolitik bei einer steigenden Inflation wieder straffen muss.

Bonds von Apple und Thyssen bleiben auf Kurs

Apple und Thyssen-Krupp – das sind zwei Unternehmen, wie sie verschiedener kaum sein können. Gemeinsam war ihnen aber in dieser Woche, dass es schlechte Nachrichten zu beiden Firmen gab. Apple musste im 1. Quartal 2016 den ersten Absatzrückgang seiner iPhones überhaupt hinnehmen. Und Thyssen-Krupp musste sich beim Ringen um einen Milliardenauftrag der australischen Regierung zum Bau von zwölf U-Booten dem französischen Staatskonzern DCNS geschlagen geben. In beiden Fällen hat auch der Aktienkurs gelitten, so dass sich ein Blick auf die Preisentwicklung der Corporate Bonds dieser Unternehmen lohnt.

Eine bis 11/2024 laufende Unternehmensanleihe (A1ZWW8) von Apple war in den vergangenen Tagen etwas zurückgekommen, um jetzt aber wieder bei 103,20% und damit knapp unter dem Jahreshoch von 103,62% (15.4.) zu notieren. Die Rendite liegt für den auf Schweizer Franken lautenden Titel bei 0%. Etwas schwächer präsentiert sich eine Euro-Anleihe von Apple (A1Z6UE), die momentan mit 104,772% unter dem Jahreshoch von 105,533% (7.4.) notiert. Die Anleihe rentiert bei einer Fälligkeit am 17.01.2024 mit ca. 0,73% und ist mit einer Make-Whole-Option ausgestattet

Thyssen-Krupp ficht die Nachricht von dem verpassten Großauftrag am Bondmarkt indessen nicht an. Ein bis 8/2018 laufender Corporate Bond (A1R08U) des Unternehmens notiert bei ca. 106,90% und liegt damit unter seinem Zwölfmonatshoch von 108,00% vom April 2015 und rentiert mit 0,98%. Auch im langfristigen Bereich bleibt Thyssen-Krupp auf Kurs. Ein Bond (A14J58) mit Fälligkeit 2/2025 notiert mit ca. 99,35% und einer Rendite von 2,58% knapp unter dem Zwölfmonatshoch von 99,82% im April 2015.

Insgesamt kann in diesen Fällen konstatiert werden, dass die schlechten Nachrichten die Anleger am Bondmarkt nur wenig beeindruckt haben.

Goldman Sachs entdeckt die US-Sparer für sich

Ausgerechnet Goldman Sachs, Wall-Street-Legende, Investment Bank und Global Player, umwirbt nun die einfachen Sparer. Von nun an können US-Privatkunden bei der Goldman-Tochter GS Bank, einer Onlinebank, Sparkonten eröffnen und ab 500 US-Dollar Einlagezertifikate zeichnen. Die Bank offeriert noch kein vollwertiges Privatkundengeschäft. So fehlt es an Geldautomaten oder Filialen. Aber die Zinsen, die Goldman zahlt, können sich mehr als sehen lassen. 1,05% auf Spareinlagen und 1% auf einjährige Einlagezertifikate sowie 2% auf zweijährige Zertifikate erscheinen durchaus als Lockvogelangebote für US-Kunden.

Die neue Sparte von Goldman war durch die Übernahme der Onlinebank GE Capital im August 2015 entstanden, die aufgrund ihrer günstigen Kostenstruktur bereits derart attraktive Konditionen geboten hat. Nun führt Goldman diese Konditionen weiter. Basis der neuen Strategie sind die neuen Bankenregeln, die Spareinlagen als besonders hochwertig einstufen. Das Ganze geschieht vor dem Hintergrund, dass das Kerngeschäft von Goldman, das Investmentbanking und der Wertpapierhandel, ein schwieriges erstes Quartal 2016 verdauen mussten. Mit den Spargeldern will Goldman kostengünstige Einlagen gewinnen, um diese in anderen Geschäftsbereichen wie dem Investmentbanking zu verleihen. Während der Finanzkrise 2008 war das Institut in die Bredouille geraten, als kurzfristige Kredite von anderen Finanzfirmen, die üblicherweise zur Absicherung ihrer Wetten am Terminmarkt benutzt werden, plötzlich nicht mehr zur Verfügung standen. Die Bankenaufsicht drängte sie aus diesem Grunde, ihre Abhängigkeit von kurzfristigen Geldern anderer Banken zu reduzieren. Ob dafür aber ausgerechnet Kundengelder ein guter Ersatz sein sollen, darf zumindest in Frage gestellt werden. Die GS Bank verzeichnet Einlagen in der Größenordnung von 88 Mrd. US-Dollar.

Crashtest für Tsipras

Die Gespräche über einen griechischen Sparkurs sind zunächst gescheitert. Die Vorstellungen darüber, wie es weitergehen soll, liegen bei der Regierung und den Gläubigern weit auseinander. Daher wollte Regierungschef Alexis Tsipras einen EU-Sondergipfel beantragen, doch dies wurde bereits von den anderen Verhandlungspartnern abgelehnt. Der Druck auf die griechische Regierung wird täglich größer und es gibt in Athen schon wieder Spekulationen über Neuwahlen.

Der Streit hat sich vor allem an der Forderung des Internationalen Währungsfonds (IWF) entzündet, der Zweifel an der Einhaltung der Vereinbarungen durch Athen hegt und deshalb „Reservebeschlüsse“ verlangt. Dieser Notfallplan soll noch einmal Einsparungen in Höhe von 2% des BIPs bringen.

Griechenland soll deshalb neben den im Juli 2015 vereinbarten Reform- und Sparmaßnahmen im Umfang von 5,4 Mrd. € weitere Maßnahmen für rund 3,6 Mrd. € treffen. Dieses zweite Paket soll quasi auf Vorrat beschlossen werden und in Kraft treten, falls Athen bis 2018 das gesetzte Ziel, einen Überschuss von 3,5% des Bruttoinlandsproduktes vor Abzug der Kreditzinsen, nicht erreicht.

Einen solchen Beschluss aber dürfte die Regierung Tsipras nicht überleben. Athen schlägt daher eine Art „automatischen fiskalen Stabilisator” vor, nach dem alle Staatsausgaben um einen bestimmten Prozentsatz gekürzt werden sollen, wenn das Land sein Einsparziel um genau diese Quote verfehlt. Die Gläubiger können sich damit nicht anfreunden und fordern konkrete Maßnahmen.

Um den Griechen den Abschluss der Überprüfung des Hilfsprogramms schmackhaft zu machen, stellt man zumindest hinter vorgehaltener Hand den Griechen eine Teilnahme am Anleihe-Kaufprogramm der EZB unter bestimmten Bedingungen in Aussicht.

Saudis planen Abschied vom Öl

Saudi-Arabien bereitet sich auf den Abschied vom Öl vor. Angesichts des Preisverfalls beim Rohöl will sich das Land auf spektakuläre Art und Weise unabhängig von den Rohstoffeinnahmen machen. Dazu gründet Riad nun den größten Staatsfonds der Welt. „Vision 2030“ wird der Plan genannt, wonach weniger als 5% der staatlichen Ölgesellschaft Aramco an die Börse gebracht werden. Der zu erzielende Erlös soll neben den Erträgen aus einer 5%-igen Mehrwertsteuer in einen insgesamt 2 Billionen Dollar schweren Staatsfonds fließen, der 10% der weltweiten Investitionskraft umfassen würde. Der Gesamtwert von Aramco liegt bei rund 2,5 Billionen US-Dollar.

Geht die Rechnung auf, welche der „Vision 2030“ zugrunde liegt, will Saudi-Arabien bereits im Jahr 2020 ohne Öl leben. Immerhin, in einem größeren Ausmaß als viele andere Länder der Erde verfügt Saudi-Arabien über eine unerschöpfliche Energiequelle: die Sonne, die als Alternative zum Erdöl besser genutzt werden soll.

EZB-Politik lockt Emittenten an

Mancher Emittent sieht sich in Kombination mit seiner eigenen Bonitätsbeurteilung und der Ankündigung des EZB-Präsidenten, zukünftig auch Corporate Bonds guter Unternehmen anzukaufen, mit einem „Luxus-Problem“ konfrontiert und wagt den Schritt an den Primärmarkt, um sich die günstigen Refinanzierungskosten zu sichern.

So nutzte das niederländische Unternehmen Unilever die Gunst der Stunde und nahm 1,5 Mrd. € mittels dreier Anleihen mit einer Mindeststücklung von 100.000,– € auf. Die erste Tranche (A180VF) ist am 29.04.2020 endfällig und wurde als Null-Prozenter bei 99,67% begeben. Auf diesem Weg konnten 300 Mio. € eingesammelt werden. Für eine um 4 Jahre längere Laufzeit wurde ein jährlicher Kupon von 0,5% vereinbart, was wiederum 500 Mio. € in die Unternehmenskasse spülte. Gepreist wurde die Anleihe (A180VG) bei 98,419%, was einem Emissionsspread von +71,9 bps über der vergleichbaren deutschen Staatsanleihe entspricht. Wer sein Geld noch länger investieren möchte, der hat die Möglichkeit jährlich 1,125% Zinsen bis zur Endfälligkeit am 29.04.2028 zu erhalten. Diese Anleihe (A180VH) ist 700 Mio. € schwer und wurde bei 99,034% begeben (+93,8 bps über Bund).

Etwas mehr Zinsen muss McDonald‘s zahlen, das ebenfalls 3 Emissionen an den Markt brachte und dadurch 2,5 Mrd. € einsammeln konnte. Eine 750 Mio. € schwere Anleihe (A180VT) ist mit einem Kupon von 0,5% ausgestattet und am 15.01.2021 fällig. Der Emissionspreis von 99,736% bedeutete einen Spread von +50 bps über Mid Swap. Die zweite Tranche (A180VU) mit Rückzahlung am 15.11.2023 ist mit einem Kupon von 1% ausgestattet. Das Emissionsvolumen der mit 99,282% begebenen Anleihe (+70 bps über Mid Swap) beläuft sich auf 1 Mrd. €. Wem die bisherigen Laufzeiten allerdings zu kurz waren, der kann McDonald’s bis zum 03.05.2028 sein Geld zur Verfügung stellen und kassiert dafür jährlich 1,75%. Die Anleihe (A180VV) im Volumen von 750 Mio. € wurde bei 99,262% bzw. +95 bps über Mid Swap gepreist. Kumuliert lagen insgesamt Orders für über 14 Mrd. € vor!

Aber auch Emittenten wie Bertelsmann (A2AASY / 2026) und Carrefour (A180M6 / 2024) buhlen mit Neuemissionen um die Gunst der Investoren. Das deutsche Medienunternehmen zahlt einen jährlichen Zins von 1,125% und die französische Supermarktkette muss nur 0,75% veranschlagen.

War’s das mit der Korrektur?

Endlich haben die Bären mal Recht bekommen, aber die spannende Frage wird nun sein: War’s das oder geht die Party jetzt erst richtig los? Für beide Thesen gibt es plausible Erklärungen.

Aufgrund der Unsicherheit bezüglich der weiteren Weltwirtschafts-Entwicklung und möglicherweise geschönter Konjunkturdaten in China könnte es sich um eine kurze Schwächeperiode handeln. Sollten sich aber große institutionelle Investoren zu Gewinnmitnahmen genötigt sehen, so ist eine Entwicklung wie vor einem Jahr nicht auszuschließen. Da man die Frage aber nur in Verbindung mit vielen „Wenn und Aber“ beantworten kann, zieht man in einem solchen Fall gerne die Charttechnik zu Rate.

Der intakte Abwärtstrend verfügt über eine schwache Unterstützungslinie bei 161,50% und erst das Tief vom 10.03.2016 (Draghi-Day) bei 160,81%, stellt eine nennenswerte Unterstützung dar. Nach oben blickend registrierten wir am gestrigen Handelstag noch bei 162,33% (Tief vom 21.04.) einen ersten Widerstand, der inzwischen zur Unterstützungslinie mutierte. Daher ist jetzt der Weg bis zur psychologischen Marke bei 163% wieder frei.

Aktuell handelt das Rentenbarometer infolge der gestrigen amerikanischen und heutigen japanischen Zinsentscheidung bei 162,46%.

Belgien refinanziert 100 Jahre

In dieser Handelswoche wurden in der Eurozone Anleihen im Gegenwert von über 50 Mrd. € endfällig. Neuaufnahmen gab es aber lediglich in Höhe von 9 Mrd. €. Die beiden Emittenten, die sich hierzu am Kapitalmarkt tummelten, waren Italien, das diverse Altemissionen aufstockte und Deutschland. Die Platzierung der deutschen 30-jährigen Staatsanleihe (110234) erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 1,03% und das angestrebte Volumen von 1 Mrd. € stellte sich im aktuellen Marktumfeld nicht als Problem dar. Das Gesamtvolumen beläuft sich nun auf 16 Mrd. €.

Das Highlight der Woche war allerdings die Ankündigung Belgiens, das sich als zweiter Staat - nach Irland - an die Begebung einer 100-jährigen Anleihe wagt. Das Volumen ist mit 100 Mio. € sicherlich übersichtlich, aber die Laufzeit erstreckt sich - auch ohne Verlängerung der Lebensarbeitszeit - auf mindestens 3 Generationen. Dies ermöglicht den Investoren, die Duration ihrer Portfolios mit einer Transaktion deutlich zu verlängern. Ob sinnvoll oder weniger sinnvoll, das müssen die Nachfolger entscheiden. Die Rendite für diese Investitionsdauer beläuft sich auf ca. 2,3% p.a.

In den USA denkt man zwar immer gerne in XXL-Kategorien, aber auch in diesen Tagen wurden konservativ Geldmarktpapiere für insgesamt 107 Mrd. USD sowie 5-jährige T-Notes für 34 Mrd. USD, 7-jährige für 28 Mrd. USD und ein 2-jähriger Floater für 15 Mrd. USD aufgelegt. Nicht jeder Trend ist nachahmenswert!

Brasilien und die Olympischen Spiele

Nach dem ersten Großereignis und der Austragung der Fußball-WM 2014 steht für Brasilien das nächste Spektakel an. Seit dem gestrigen Mittwoch sind es noch exakt 100 Tage bis zu den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. Die ohnehin schwierige politische Lage im Land wird durch die bevorstehenden Spiele nochmals verschärft. Es drohen Proteste gegen die Regierung.

Doch Investoren interessieren sich nicht nur aus sportlichen Gründen für Brasilien, sondern stellen auch währungstechnische Überlegungen an. Seit der Weltmeisterschaft bewegte sich der brasilianische Real in einer Tradingrange zwischen 2,8679 BRL und 4,7832 BRL und infolge einer rückläufigen Inflationserwartung im laufenden und kommenden Jahr richten sich die Blicke auf mögliche Zinsentscheidungen der Zentralbank Brasiliens, was wiederum Auswirkungen auf die Devisenkurse hätte. Der Euro notiert aktuell um die Marke von 4,00 BRL.

Neben Brasilien tagt am kommenden Freitag auch die Notenbank Russlands. Im Vorfeld der Notenbanksitzung zeigt sich der Rubel sehr robust und handelt im Moment bei 74,10 RUB. In der Vorwoche wurde gar ein neues Jahreshoch bei 72,4749 RUB zum Euro markiert.

Diese Berichtswoche steht ganz im Zeichen der Notenbanken, so endete gestern Abend die zweitägige Sitzung der Federal Reserve (Fed). Erwartungsgemäß gab es keine großen Überraschungen aus Übersee und so notiert die europäische Gemeinschaftswährung heute Morgen bei 1,1355 USD, nachdem sie noch vor Wochenfrist bei 1,1398 USD gehandelt wurde.

Im Fokus der Privatanleger standen in den vergangenen Handelstagen vorwiegend Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, brasilianische Real, norwegische Kronen und vereinzelt auch russische Rubel.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

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Author: Klaus Stopp

Im Korsett der Geldpolitik

Inzwischen mehren sich die Stimmen, die da meinen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) das aktuelle Leitzinsniveau in diesem Jahr nicht mehr unterbieten könne. Unter anderem hält der frühere Vorstandschef von Pimco, dem weltgrößten Anleiheinvestor, Mohamed El-Erian, die Einführung negativer Zinsen für ein „wahnwitziges“ Experiment mit unkalkulierbaren Risiken für die gesamte Finanzbranche. Manche Ertragslöcher lassen sich momentan noch auf andere Weise stopfen, aber nicht ewig. Im Finanzsystem sind alle Beteiligten auf Zinserträge angewiesen und wenn diese nicht zu erzielen sind, so bleibt dies nicht ohne Folgen.

In diesem Zusammenhang wird von den Anhängern der expansiven Geldpolitik immer wieder gerne angemerkt, dass der aktuelle Kurs der EZB alternativlos sei. Das mag auf den ersten Blick zutreffend sein, aber wenn durch diese Niedrigzinspolitik Banken, Pensionsfonds, Versicherungen und andere Kapitalsammelstellen in Schieflagen geraten, hat dies gravierende Auswirkungen, die jeder Bürger spüren wird. Und an dieser Stelle sei auch nochmals darauf hingewiesen, dass Euroland nicht mit Japan zu vergleichen ist. Nur weil es dort seit vielen Jahren so praktiziert wird, heißt das nicht, dass damit eine Blaupause für andere Staaten gefunden wäre. In Japan wird ein Land mittels dieser Geldpolitik gelenkt, aber in Euroland sollen Staaten mit unterschiedlicher Wirtschaftskraft in ein Korsett gezwängt werden. Das kann nur eine begrenzte Zeit gut gehen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass bereits jetzt Finanzexperten die Frage stellen, wann mit dem Tapering begonnen wird.

Sechs Wochen nach der Aufstockung des Ankaufprogramms ist es zwar noch nicht soweit, aber der Zeitpunkt wird früher oder später kommen. Doch hierzu wird Mario Draghi auf der heutigen EZB-Pressekonferenz sicherlich nichts sagen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass andere Themen im Mittelpunkt seiner Erklärung stehen werden. So erwartet man weitere Informationen zum geplanten Ankauf von Corporate Bonds, zu den Langzeittendern und zum sinnlosen „Helikoptergeld“. Sicherlich wird er alles unternehmen, um Zweifel an der Handlungsbereitschaft des Gremiums zu zerstreuen. Lassen wir uns also von „Super-Mario“ überraschen und ihn die Zinswelt neu erklären!

Auch Lissabon werkelt an eigener Bad Bank

Nachdem Italien einen Rettungsfonds für seine Kreditinstitute über 5 bis 6 Mrd. Euro ins Leben gerufen hat, will nun auch Portugal das Problem der faulen Bankkredite mit einer Lösung in den Griff bekommen, die allerdings anders geartet sein soll.

Ministerpräsident Antonio Costa sprach sich gegen eine Lösung mit Hilfe von Steuergeldern aus. Er sei dagegen, öffentliches Geld in die Banken zu pumpen, sagte Costa. Natürlich bleibt es für Lissabon eine große Herausforderung, einen solchen Rettungsfonds oder eine Bad-Bank auf die Beine zu stellen. Ende 2015 hatte Portugal die Bank Banif mit 2,2 Mrd. € stützen müssen.

Wie Lissabon das Problem lösen will, ist noch unklar. Laut Costa will man dabei nicht nach dem Vorbild von Italien oder Spanien vorgehen, wo die Banken mit Krediten der Euro-Partner bzw. privater Investoren gestützt wurden. Er hoffe, man werde eine gute Lösung nach portugiesischer Art haben, orakelte der Regierungschef, um den Banken neuen Spielraum zu verschaffen.

Basteln an Notfalllösung erinnert an Sisyphus-Aufgabe

Die Bewältigung der griechischen Schuldentragödie erinnert immer wieder an die Aufgabe von Sisyphus, was als Synonym für eine sinnlose und dabei schwere Tätigkeit ohne absehbares Ende steht. Nun sagte der Chef des ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), Klaus Regling, die finanzielle Rettung Griechenlands könne noch immer gelingen. Ja, er glaube sogar, es sei nicht unrealistisch, dass eine Lösung in den nächsten vier Wochen beschlossen werden könne.

Die Botschaft hört man wohl, allein es fehlt angesichts der vergangenen Erfahrungen ein Stück weit der Glaube. Die Umsetzung versprochener Reformen ist eine Voraussetzung für weitere Auszahlungen des ESM an Athen. 2015 hatten die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationalen Währungsfonds (IWF) ein drittes Hilfspaket für Griechenland von bis zu 86 Mrd. € geschnürt. Damit wird eine für morgen angedachte Lösung im Rahmen eines Treffens der EU-Finanzminister zum wiederholten Male nach hinten verschoben.

Bei den aktuellen Gesprächen in Athen geht es nun darum, eine Notfalllösung zu erarbeiten, sollte das Land mit den bisherigen Maßnahmen seine Sparziele nicht erreichen. Man baut schon vor für den Fall, dass Athen seine Haushaltsziele verfehlen wird. Dies impliziert, dass die Verhandlungspartner sehr wohl wissen, dass es so weit kommen wird. Man bastelt also bereits jetzt an der nächsten Auffanglösung. Der Grund liegt wohl darin, dass die europäischen Geldgeber unbedingt den IWF im Boot halten wollen, der immer wieder einen Schuldenschnitt fordert. Andernfalls droht der IWF, aus dem Kreis der Gläubiger auszuscheren.

Um nun eine Notfalllösung auf Vorrat zu finden, drängt wie üblich die Zeit. In den Kassen des Landes herrscht eine gähnende Leere und dennoch muss bis Mitte Juli eine Lösung her, denn dann müssen 2,3 Mrd. € zurückgezahlt werden.

EZB-Politik lässt kostenloses Girokonto sterben

Mit der Infragestellung des kostenlosen Girokontos durch Postbank-Chef Frank Strauß wurde einmal mehr deutlich, wie sehr die Zinspolitik der EZB den Banken zusetzt. Strauß, hatte der „Welt am Sonntag“ gesagt, dass die Postbank das kostenlose Girokonto für Privatkunden in Frage stelle und an einem neuen Preismodell arbeitet.

Klar ist, dass derzeit viele Institute neue Preismodelle durchkalkulieren und gegebenenfalls gezwungen sind, die Kontogebühren zu erhöhen. Seit EZB-Präsident Mario Draghi den Leitzins auf null % und den Einlagenzins der Banken bei der EZB ins Negative gesenkt hatte, versuchen die Banken zu vermeiden, den Kunden Negativzinsen für Spareinlagen aufzubrummen. Allerdings werden dafür andere Stellschrauben gedreht, um irgendwo noch Ertrag zu generieren. Dass die Zeit der kostenlosen Kontoführung vorbei ist, hatte bereits der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, betont. Dafür würden Leistungen verursachergerecht bepreist werden. Alle Marktteilnehmer müssten angesichts der „falschen Zinspolitik“ der EZB neue Ertragsquellen erschließen.

Sparen würde dann aber über Gebühren „bestraft“ werden. Mit der Folge, dass die Bürger in die Versuchung geraten, ihr Geld lieber abzuheben und es zuhause zu verwahren. Dies könnte auch für Unternehmen eine Alternative sein. Dann würde nur noch die Wiedergeburt der Lohntüte fehlen und wir wären wieder im 20. Jahrhundert angekommen.

Konkurrent der Weltbank beginnt mit Kreditvergabe

Die New Development Bank hatte 2015 in Shanghai den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Sie war 2014 von den BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika ins Leben gerufen worden, die damit gleichzeitig ihre wirtschaftliche Stärke dokumentierten. Gleichzeitig beabsichtigten diese Länder, mit der New Development Bank einen Gegenpol zum Internationalen Währungsfonds und zur Weltbank zu schaffen. Denn bereits seit 2010 sollen z.B die IWF-Stimmrechte neu verteilt und den wirtschaftlichen Kräfteverhältnissen angepasst werden.

Schwerpunkt der Kreditvergabe sollen erneuerbare Energien sein. Und nun war es endlich soweit. Die New Development Bank gewährt zum ersten Mal grüne Kredite im Volumen von ca. 811 Mio. US-Dollar (717 Mio. €), welche in Projekte für erneuerbare Energien in vier Gründerländern der Bank fließen. Dazu zählen Kraftwerke in Brasilien und Solarkraftwerke in China. Die Laufzeit der Darlehen liegt zwischen 12 und 20 Jahren.

IWF plant neue Quotenreform

Bevor die Quotenreform von 2010 überhaupt umgesetzt ist, sollen 2017 bereits die Vorstellungen für eine neue vorgelegt werden. So fordert der Lenkungsausschuss des Internationalen Währungsfonds (IWF) das operative Führungsgremium des IWF auf, rasch die anstehende 15. Quotenreform anzugehen.

Mit dieser überfälligen Anpassung soll beispielsweise die Repräsentation großer Schwellenländer wie China im IWF aufgewertet werden. Aktuell halten die USA knapp 17% der IWF-Stimmrechte. Die Sperrminorität liegt bei 15%. China kommt auf nur knapp 4% und die Mitglieder der Eurozone halten insgesamt 22%.

Um die Schwellenländer entsprechend ihrer gewachsenen wirtschaftlichen Bedeutung besser im IWF zu repräsentieren, müssten die so genannten Industrieländer – allen voran die USA – Stimmrechte abgeben. Letzteres durchzusetzen gilt aber als aussichtslos, da für den US-Kongress eine Minderung der US-Stimmrechte im IWF nicht in Frage kommt.

Shanghai fordert London beim Gold-Fixing heraus

Mit der Aufnahme eines eigenen Gold-Fixings fordert die Shanghai Gold Exchange (SGE) den Handelsplatz London heraus. Am Dienstag wurde in Shanghai zum ersten Mal ein Referenzpreis für Gold bestimmt. Da in London der Goldpreis in US-Dollar festgestellt wird, bedeutet das Fixing in Shanghai, das in Yuan erfolgt, auch eine stärkere Positionierung der chinesischen Landeswährung gegenüber dem US-Dollar. Der Yuan soll offenbar immer mehr als Alternative zur US-Währung aufgebaut werden. Passend hierzu ließ die Aufstockung der Goldbestände durch die chinesische Zentralbank während der vergangenen Monate Spekulationen aufkommen, wonach China die Einführung eines neuen Goldstandards plane.

Ein Gramm Gold kostete am Dienstag in Shanghai 256,92 Yuan (etwa 35 €). Da China als wichtigster Importeur des Edelmetalls gilt und inzwischen auch dessen größter Produzent ist, hat die Aufnahme des Fixings eine gewisse Logik.

Nach der Ebbe kommt die Flut und umgekehrt

Das Emissionsverhalten am Primärmarkt für Corporate Bonds erinnert immer mehr an die Gezeiten. Herrschte in der vergangenen Woche noch Flut, so könnte man in dieser Woche eher von einer partiellen Ebbe sprechen.

Dieser Zeit brachte der deutsche Versicherungskonzern Allianz zwei gleich schwere Anleihen im Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. € bei den Investoren unter. Bei der ersten Tranche handelt es sich um eine 4-jährige Nullkupon-Anleihe (A180B7) mit Laufzeitende am 21.04.2020. Gepreist wurde das Papier mit +18 bps über Mid Swap bzw. bei 99,557%. Die zweite Tranche (A180B8) ist eine mit 1,375% p.a. verzinste 15-jährige Anleihe mit Laufzeitende am 21.04.2031. Der Bond wurde mit 99,731% emittiert (Mid Swap +50 bps).

Ebenso am Markt aktiv war der deutsche Bertelsmann Konzern. Es wurde eine Anleihe (A2AASY) im Umfang von 500 Mio. € mit Laufzeitende am 27.04.2026 aufgelegt. Das Unternehmen zahlt jährlich einen Kupon von 1,125%. Der Reoffer betrug 99,223% und somit +67 bps über Mid Swap.

Auch der spanische Versorger Iberdrola trat am Kapitalmarkt in Erscheinung und refinanzierte 1 Mrd. € als 10-jährige Anleihe (A180HH). Die Zinsen in Höhe von 1,125% werden jährlich bis zum Laufzeitende am 21.04.2026 gezahlt. Das Preising erfolgte mit +63 bps über Mid Swap und dadurch errechnete sich ein Ausgabepreis von 99,493%.

Alle Bonds sind nur für Investoren geeignet, die mindestens 100.000,– € anzulegen haben und die Emittenten Allianz und Bertelsmann haben sich ein optionales Kündigungsrecht (Make-Whole-Option) festschreiben lassen.

Seitwärts auf dem Weg nach Süden

Nachdem in dieser Woche die Finanzmärkte von Rohstoff- und Aktienpreisen beeinflusst wurden, verharrte der Euro-Bund-Future in einer engen Range zwischen 163,09% und 164,17%. Die untere Begrenzungslinie des seit Dezember 2015 vorhandenen Aufwärtstrends verläuft aktuell bei 163,60% und ergibt zusammen mit einem seit dem 11. April herausgebildeten Abwärtstrend eine Dreiecksformation, die spätestens zum Beginn der kommenden Woche verlassen wird. Die Frage wird nur sein: Nach Norden oder nach Süden.

Aufgrund der vielen kritischen Kommentare zur aktuellen Geldpolitik ist die Gefahr einer Reaktion nach unten wesentlich größer, als ein Test des bisherigen Höchstkurses bei 164,60% (11.04.2016). Wird doch für die kommenden Monate von einem leichten Anstieg der Bund-Rendite ausgegangen, was die Blicke auf die Unterstützungslinien lenkt. Bei einem nachhaltigen Scheitern an der Marke 163,60% rücken die psychologische Marke bei 163% sowie der Bereich um 162,40% in den Fokus der Überlegungen.

Aktuell notiert der Euro-Bund-Future bei 163,24% und profitiert vorerst noch von den Unsicherheiten rund um den Brexit und die diversen politischen Krisen.

Pleitier wird wieder salonfähig

In dieser Handelswoche buhlten die Staaten Belgien, Deutschland, Frankreich, Slowakei und Spanien um die Gunst der Investoren. Hierzu wurden diverse Staatsanleihen um ca. 19 Mrd. € aufgestockt. Den Anfang machte die Slowakei (A1HLL8 / 2018 ; A1ZUZV / 2027 ; A18W5D / 2031), gefolgt von Belgien (A1GLKR / 2021 ; A18W1U / 2026 ; A0BCKS / 2035) und Deutschland (110239 / 2026). Den Abschluss bilden am heutigen Donnerstag Frankreich (A180JV / 2021 ; A0D2UV / 2022 ; A1HGEZ / 2024 ; A1ZKRV / 2030) und Spanien (A1GNNU / 2026 ; 607762 / 2032 ; A1AM06 / 2041).

Das Emissionsvolumen der 10-jährigen Benchmarkanleihe der Bundesrepublik Deutschland wurde hierbei um 4 Mrd. € auf insgesamt 18 Mrd. € erhöht. Hierfür wurden Zeichnungsaufträge für ca. 4,4 Mrd. € aufgegeben und die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,15%. Zur Marktpflege wurden ca. 0,8 Mrd. € zurückbehalten.

In den USA konnten Anleger nur zwischen einer 5-jährige inflationsindexierten T-Note und den üblichen T-Bills mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten auswählen. In der kommenden Woche werden zusätzlich T-Notes mit einer Endfälligkeit in ein, zwei, fünf und sieben Jahren offeriert.

Das besondere Highlight dieser Woche war aber ein jahrelang geächteter Staat. Argentinien wurde wieder am Kapitalmarkt aktiv. Nach 15 Jahren Abstinenz und infolge des aktuellen Rendite-Notstands konnte man kurzerhand 16,5 Mrd. USD mit Laufzeiten von drei, fünf, zehn und 30 Jahren refinanzieren. Erschreckend ist hierbei, wie vergesslich doch Investoren sind. Gestern noch pleite und heute ist bereits alles vergessen und verziehen. Vielleicht hat also Österreich mit Heta doch alles richtig gemacht!

Devisenhändler warten auf Mario Draghi

Die neue 5-Euro-Münze löste einen wahren Hype aus. Die Nachfrage nach der Gedenkmünze „Blauer Planet Erde“ war enorm. Es ist zudem die erste 5-Euro-Münze seit Einführung des Euros.

Mit diesem Hype konnte die europäische Gemeinschafswährung nicht ganz mithalten, obwohl sie in der vergangenen Woche mit einem neuen Jahreshoch bei 1,1465 USD glänzte, aber im weiteren Handelsverlauf legte sich die Euphorie und es gab einen Rücksetzer bis auf 1,1234 USD. Seither handelt die Einheitswährung in einer Bandbreite zwischen 1,1250 und 1,1385 USD und es fehlen die entscheidenden Impulse. Diese erhoffen sich die Marktteilnehmer von der heutigen EZB-Ratssitzung, wenngleich größere Überraschungen nicht zu erwarten sind. Aufgrund der abwartenden Haltung der Marktteilnehmer wird der Euro heute in der Früh bei ca. 1,1295 USD gehandelt und man könnte das auch als „Ruhe vor dem Sturm“ bezeichnen.

Obwohl die brasilianische Regierung momentan mit ihrem Handeln nicht unbedingt für positive Nachrichten sorgt, scheinen viele Investoren in dem möglichen Amtsenthebungs-Verfahren einen Neuanfang zu sehen und waren zu Engagements bereit. So konnte die Landeswährung zum Euro ein neues Jahreshoch bei 3,8957 BRL markieren, nachdem Mitte Februar noch ca. 4,53 BRL aufgerufen waren. Aktuell notiert die Währung der Euroländer bei 3,985 BRL.

Dieser Trend spiegelt sich bereits seit Wochen in verstärkten Handelsaktivitäten in Bonds auf brasilianische Real wider. Darüber hinaus standen aber auch Fremdwährungsanleihen auf US-Dollar, türkische Lira sowie südafrikanische Rand im Fokus der Privatanleger.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

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Schäubles Kampf gegen Windmühlen

Wolfgang Schäubles Wortmeldungen gegen die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken werden lauter. Im Vorfeld des IWF-Frühjahrstreffen drängt der Bundesfinanzminister nun auf einen Kurswechsel in der globalen Zinspolitik. Sowohl die Finanzbranche als auch die Altersvorsorge leiden darunter, so sein Credo. Und wenn die Ersparnisse der deutschen Anleger von der Euro-Rettung aufgefressen werden, ist auch ihm klar, dass sich das Vertrauen der Bürger in die europäische Integration weiter abkühlen dürfte. Also will Schäuble auf der IWF-Frühjahrskonferenz für ein Ende der ultralockeren Geldpolitik die Trommel rühren und sieht dabei auch die Staaten in der Pflicht.

„Die Finanz- und Wirtschaftspolitik muss den Notenbanken eine Brücke bauen, damit der Einstieg in den Ausstieg von der lockeren Geldpolitik möglich wird“, sagte Schäuble der Nachrichtenagentur Reuters. Doch sind derartige Töne nur fürs Publikum mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 gedacht? Schließlich gibt es mächtige Befürworter der Geldmengenflut. An allererster Stelle ist hier der Internationale Währungsfonds (IWF) zu nennen, der die Einführung von Negativzinsen ausdrücklich begrüßt hat. Von einer solchen Maßnahme verspricht sich der Fonds zusätzliche Konjunkturimpulse und Erleichterung für die Kreditvergabe.

Aber es kommt noch ein anderer Umstand hinzu. Während das deutsche Rentensystem einschließlich Lebensversicherungen auf Verzinsungen, also auf dem Rentenmarkt beruht, basiert die Altersvorsorge in den USA auf Aktien. Vor diesem Hintergrund fühlt man sich in den USA ganz wohl mit einer Nullzinspolitik, die den Aktienmarkt weiter befeuert - erst recht in diesem Jahr, in dem US-Präsidentschaftswahlen anstehen. So gesehen ficht der Finanzminister derzeit einen Kampf gegen Windmühlen und ist zugleich einer der größten Profiteure der Geldpolitik.

Bleibt also die von Schäuble angesprochene Brücke, die die Finanz- und Wirtschaftspolitik den Notenbanken bauen muss, um wenigstens halbwegs wieder zur Normalität zurückkehren zu können. Die Grundlage dafür wäre eine stabilere und nachhaltigere Wachstumspolitik, bei der alle Finanzminister selbst gefordert wären. Die Crux daran ist freilich, dass einer verstärkten Ausgabebereitschaft der Länder vielfach hohe Schuldenquoten entgegenstehen und damit die Mittel für eine Unterstützung der Notenbankpolitik nur über erhöhte Schulden finanzierbar wären. Der ohnehin schon herrschende Teufelskreis würde sich also noch schneller drehen.

IWF beharrt auf Schuldenschnitt für Athen

Dass die Verhandlungen über ein drittes Finanzierungspaket zwischen Griechenland und den internationalen Geldgebern wieder mal ohne Ergebnis vertagt worden sind, überrascht niemanden mehr. EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB), der Europäische Stabilitätsfonds (ESM) und der IWF fordern eine Steuerreform und Kürzungen bei den Renten. Vor allem die letzte Forderung hat bereits zu mehreren Generalstreiks in Griechenland geführt.

Längst hält der IWF die Schuldensituation des Landes in hohem Maß für untragbar, weshalb er im Gegensatz zur Bundesregierung einen Schuldenschnitt für unausweichlich erachtet. Neben den Reformen müssten die europäischen Partner dem Land Verbindlichkeiten in einem wesentlichen Umfang erlassen, so die Forderung.

Athen will nun nächste Woche seine Gesetzesvorlagen für eine Renten- und Steuerreform dem Parlament vorlegen, dessen Bewertung als entscheidend für eine positive Beurteilung durch IWF, EZB und EU-Kommission gilt. Und davon hängt wiederum ab, ob dem Land weiteres Geld ausgezahlt wird. Bis zum Treffen der Eurozonen-Finanzminister am 22. April soll eine Lösung gefunden werden.

Die griechischen Staatsanleihen reagierten auf die jüngsten Ereignisse. So fiel die zehnjährige Rendite von 11,47% Mitte Februar 2016 auf 8,70% Anfang April, um aktuell wieder auf 9,37% anzuziehen. Im kurzfristigen Bereich rentiert ein Hellas-Bonds (A1ZGWQ), der bis 4/2019 läuft, derzeit sogar über 10%.

Erste Zivilklage gegen Heta eingereicht

Nach dem seitens der österreichischen Behörde angekündigten Heta-Schuldenschnitt ist am Montag bereits die erste Zivilklage gegen das Land Kärnten eingereicht worden. Eine niederländische Bank beruft sich auf die Landeshaftungen und fordert 1,5 Mio. € von Kärnten. Erst am Sonntagabend hatte die Finanzmarktaufsicht ihren Schuldenschnitt bekannt gegeben, womit Heta-Gläubiger bei vorrangig besicherten Anleihen 54% ihrer Forderungen verlieren und die Laufzeiten der Heta-Anleihen bis 2023 gestreckt werden. Halter von nachrangigen Bonds sollen komplett leer ausgehen.

Zuvor hatten die Gläubiger ein Rückkaufangebot für die Heta-Anleihen von Bund und Land abgewiesen. Das österreichische Bundesland hat einst Garantien für Heta-Papiere in Höhe von rund 11 Mrd. € übernommen und ist nach eigenen Angaben aber nicht in der Lage, die Schulden zu begleichen. Natürlich fragt man sich seit diesem Schritt, was denn eine Landesbürgschaft noch wert sein soll, wenn man sie im Haftungsfall einfach einschränkt. Es war zu erwarten, dass die Gläubiger nach dem Schuldenschnitt versuchen werden, ihre Forderungen auf dem Gerichtsweg einzuklagen.

Indessen zeichnen Gläubiger einen Weg für einen möglichen außergerichtlichen Kompromiss vor, denn einige Geldgeber der früheren Kärntner Bank Hypo Alpe Adria scheinen nun nicht mehr auf eine vollständige Rückzahlung ihrer Forderungen zu bestehen. So ist von der Gläubigergruppe „Teutonia” zu hören, dass „ein Neuner“ vorne stehen müsse, aber eine Quote von nur 90% zu wenig sein werde.

IWF warnt vor Brexit

Vor den Auswirkungen eines Nein der Briten zur EU auf die heimische Wirtschaft wurde schon zur Genüge gewarnt. Sollte sich Britannien am 23. Juni dennoch für den Brexit entscheiden, könnte dies auch negative Folgen für die globale Wirtschaft haben. Diese Befürchtung hegt der Internationale Währungsfonds (IWF) und warnt in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick vor der bereits geschaffenen „Unsicherheit für Investoren”.

Ein EU-Austritt würde vermutlich langwierige Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU über eine Neuordnung der Beziehungen zur Folge haben. Diese Phase würde zur Hängepartie für Investoren werden, die nicht wüssten, woran sie sind.

Der mögliche Brexit ist somit konträr zur grenzüberschreitenden ökonomischen Integration zu sehen. So fürchtet der IWF, dass der politische Konsens über die Freihandelspolitik in Europa zu „zerfransen“ droht. Ebenso beobachtet der Fonds in den USA eine wachsende Tendenz, „sich nach innen zu wenden”. Sollte diese Entwicklung in einen neuen Protektionismus bei den Handelsbeziehungen münden, wäre dies Gift für eine am Export orientierte Wirtschaft, wie sie die deutsche darstellt.

Top-Note auch für die USA

Anfang April hatte Moody’s die Bestnote AAA für Deutschland bestätigt und den Ausblick als stabil bewertet, womit sich kurzfristig nichts an der Bewertung der deutschen Kreditwürdigkeit ändern dürfte. Kurz zuvor hatte Fitch das Spitzenzeugnis bestätigt, um nun auch für die USA die Top-Bonitätsnote mit einem stabilen Ausblick beizubehalten.

Obwohl sich das US-Budgetdefizit auf Bundesebene im Fiskaljahr 2016 erstmals seit 2009 ausweiten wird, sieht Fitch die Entwicklung immer noch im Rahmen einer Bewertung im Bereich AAA. Im Oktober hatte Moody’s sein AAA-Rating für die USA bestätigt, aber vor Unsicherheiten gewarnt. Standard & Poor’s hat seine Einschätzung bei AA+ belassen.

DAX-Unternehmen am Primärmarkt

Die Emissionstätigkeit bei Corporate Bonds stand in den vergangenen Tagen größtenteils im Zeichen der großen Unternehmen Deutschlands. Für die zukünftige Freude am Fahren sorgte die BMW AG. Das Unternehmen sicherte sich die günstigen Konditionen für insgesamt 1,5 Mrd. € - hälftig verteilt auf 2 Bonds. Eine 4-jährige Anleihe (A18Z74) bietet dem Anleger eine jährliche Zinszahlung in Höhe von 0,125% bis zum Ende der Laufzeit am 15.04.2020. Die Anleihe wurde mit +28 bps über Mid Swap und somit zu 99,686% begeben. Bei dem zweiten Papier (A18Z75) handelt es sich um eine mit 0,75% jährlich verzinste Anleihe mit Endfälligkeit am 15.04.2024, deren Emissionspreis bei 99,969% fixiert wurde. Dies entspricht einem Spread von +43 bps über Mid Swap.

Davon inspiriert, refinanzierte Linde 0,75 Mrd. € im Rahmen einer 12-jährigen Anleihe (A180B3). Das Unternehmen zahlt dem Investor jährlich 1,0% bis zum 20.04.2028. Das Papier wurde mit 98,737% bzw. einem Emissionsspread von +40 bps über Mid Swap gepreist.

Auch der Breitbandausbau in Deutschland kostet Geld. So refinanzierte die Deutsche Telekom 0,5 Mrd. € mittels einer 5-jährigen Anleihe (A180BW) mit Laufzeitende am 19.04.2021. Der Anleger erhält einen jährlichen Zins in Höhe von 0,25%. Ausgegeben wurde die Anleihe mit 99,456% (+35 bps über Mid Swap).

Aber auch Nicht-Dax-Unternehmen zeigten sich am Primärmarkt und so wurde nach langer Abwesenheit der französische Autobauer Peugeot wieder aktiv. Das Unternehmen begab eine 0,5 Mrd. € schwere 7-jährige Anleihe (A18Z7V). Der Investor erhält Zinsen in Höhe von 2,375% bis zur Fälligkeit am 14.04.2023. Der Bond wurde zu pari emittiert und somit bei +263,8 bps über der entsprechenden Bundesanleihe den Investoren überlassen. Darüber hinaus hat sich Peugeot ein optionales Kündigungsrecht festschreiben lassen (Make-Whole-Option).

Alle oben genannten Anleihen wurden mit einem „Privatanleger-freundlichen“ Mindestbetrag von 1.000 € begeben.

Die 7 Leben der Katze

Seit vergangenem Donnerstag hegten viele Marktteilnehmer die Hoffnung, das bisherige Renditetief bei 10-jährigen deutschen Staatsanleihen zu testen. Leider konnte das Ziel nicht ganz erreicht werden und so stellte sich mit 0,088% nur ein neues 12-Monatstief ein. Anschließend wurde infolge von Gewinnmitnahmen eine kleine Korrektur auf hohem Niveau beobachtet, welche das Rentenbarometer auf 163,16% fallen ließ. Sicherlich waren hierfür auch Äußerungen unseres Finanzministers mit verantwortlich, die bei dem ein oder anderen Investor zu einer vorsichtigen Neubewertung der Risiken der EZB-Geldpolitik führten. Doch der Euro-Bund-Future ist bekanntlich mit den 7 Leben einer Katze ausgestattet und so hat er sich nach der Veröffentlichung des „Beige Books“ in den USA wieder nach oben bewegt und die Widerstandslinie bei ca. 164,00% (diverse Hochs und Tiefs im April) ins Visier genommen.

Charttechnisch gibt es allerdings auch eine „Downside“ und die verläuft aktuell bei der psychologisch wichtigen Marke von 163,00%. Wie lange das Rentenbarometer sich innerhalb der Range zwischen 163% und 164% halten kann, hängt nicht zuletzt von den Ergebnissen der IWF und Weltbank-Tagung sowie den Konsultationen der Vertreter Erdöl exportierender Staaten ab. Garniert wird diese ereignisreiche Zeit noch von der heutigen Sitzung der Bank of England, bei der allerdings keine Zinsänderung erwartet wird und von diversen öffentlichen Auftritten europäischer und amerikanischer Notenbanker. Für Spannung ist also gesorgt. Aktuell notiert der Euro-Bund-Future bei 163,80%.

Frankreich legt 50-jährige Anleihe auf

In dieser Woche wurden die Blicke der Investoren nicht unmittelbar auf die Emissionstätigkeit der USA gerichtet. Obwohl dort neben den üblichen Geldmarkttiteln im Volumen von 87 Mrd. USD auch noch T-Notes mit Laufzeiten von 3 und 10 Jahren für insgesamt 44 Mrd. USD sowie 30-jährige T-Bonds für 12 Mrd. USD angeboten wurden.

Vielmehr wurde neben den Aufstockungen der im Jahre 2047 endfälligen Staatsanleihe der Niederlande (A1ZDY6) und der inflationsindexierten Anleihe des Bundes (103057 / 2046) - bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,42% - insbesondere das Statement Frankreichs beachtet. Die Ankündigung einer Anleihe mit einer Fälligkeit in 20 Jahren (A18Z4K) war hierbei nicht das Besondere, sondern die Tatsache, dass man zum dritten Mal nach 2005 und 2010 jetzt wiederum eine Anleihe mit einer Laufzeit von 50 Jahren (A180CR) am Kapitalmarkt begeben wird. Die Kupons wurden mit 1,25% bzw. 1,75% fixiert.

Zu erwähnen ist auch noch, dass Griechenland ca. 810 Mio. € am Geldmarkt für 3 Monate zu 2,70% und Italien insgesamt 9 Mrd. € mittels der Aufstockung unterschiedlicher Altemissionen aufnehmen konnte. Diese italienischen Bonds werden allerdings aus steuerlichen Gründen nicht an deutschen Börsen gehandelt.

Der Euro verliert an Boden

April, April, der weiß nicht, was er will. Dieser Spruch bezieht sich vornehmlich auf das wechselhafte April-Wetter. Der Euro scheint sich diesem Sprichwort ebenfalls verschrieben zu haben. In den vergangenen Handelstagen zeigte sich die Einheitswährung schwankungsintensiv.

Die europäische Gemeinschaftswährung startete zunächst sehr freundlich in die neue Handelswoche und konnte das vor Wochenfrist erreichte Jahreshoch mit 1,1465 USD sogar leicht verbessern. Die Freude währte allerdings nur kurz, denn im weiteren Handelsverlauf setzten Gewinnmitnahmen ein. Die Einheitswährung verlor deutlich und fiel sogar unter die Marke von 1,13 USD. Heute Morgen handelt der Euro bei 1,1250 USD.

Aktuell ist aber auch das Währungspaar EUR/GBP stets einen Blick wert. Nach einem Kommentar der UBS-Strategen würde ein Brexit das Pfund um rund 25% abstürzen lassen und somit Richtung Parität bringen. Aber soweit ist es noch nicht und das Pfund Sterling konnte sich in dieser Woche etwas stabilisieren. Nachdem der Euro in der Vorwoche noch knapp oberhalb der Marke von 0,81 GBP notierte, handelt er aktuell bei 0,7973 GBP.

Der Handel mit Währungsanleihen auf britische Pfund geriet in dieser Woche etwas ins Stocken, aber Bonds auf US-Dollar, südafrikanische Rand, norwegische Kronen und brasilianische Real konnten sich großer Beliebtheit erfreuen.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Hilferuf der EZB an die Regierungen

Seit Monaten bemüht sich die Europäische Zentralbank (EZB) nun mit immer weiteren Lockerungen der Geldpolitik, der Eurozone eine Deflation zu ersparen – ohne spürbaren Erfolg, die Preise fallen dennoch. Vor diesem Hintergrund sieht Österreichs Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny die Euro-Länder am Zug und fordert von ihnen Schützenhilfe zur Ankurbelung der Konjunktur. Natürlich könne die EZB eine Deflation verhindern, so seine These, aber Geldpolitik reiche nicht aus, um tatsächlich Wachstum zu schaffen, sagt er.

Diese Aussage birgt angesichts Nowotnys Mitgliedschaft im geldpolitischen Rat der EZB eine gewisse Brisanz, ist er doch mit den Überlegungen im Inneren der EZB vertraut. Bislang hält EZB-Chef Mario Draghi an dem Ziel fest, die Kreditvergabe im Euroraum mit einer Mischung aus einer aggressiven Nullzinspolitik, Strafzinsen für Banken und einem gigantischen Wertpapierkaufprogramm anzukurbeln. Damit aber ist die EZB allmählich mit ihrem Latein am Ende. Denn viel mehr als einen negativen Leitzins kann sie kaum liefern. „Wir füllen die Tränke, aber die realwirtschaftlichen Impulse müssen von woanders kommen”, heißt das mit den Worten Nowotnys. Damit wirken seine Aussagen wie ein Hilferuf der EZB an die Regierungen, ihrerseits doch ihren Beitrag zur Gesundung der Konjunktur in Euroland zu leisten.

Inzwischen hegt auch Wolfgang Schäuble öffentliche Zweifel an der ultralockeren Geldpolitik der EZB – allerdings zunächst in einem anderen Kontext. Man könne nicht bestreiten, dass die Auswirkungen der Geldpolitik in Deutschland zunehmend euroskeptische Bestrebungen in einem wachsenden Teil der Bevölkerung nährten, gab der Bundesfinanzminister zu Protokoll. Vor allem bei der älteren Bevölkerung stoßen die niedrigen Zinsen auf Ablehnung – trotz niedriger Inflation. Preisstabilität aber kann laut Schäuble nicht bei null sein, sondern muss bei rund 2% liegen. „Wenn es nicht ein bisschen mehr wird“, so Schäuble, „wird es in der Wahrnehmung weniger.“

Damit nimmt der Bundesfinanzminister indirekt zu den Sorgen der Lebensversicherer Stellung, die mit einem Zinssatz von null nicht mehr wirtschaften können. Dadurch sind auch die privaten Renten bedroht, die auf einem Garantieversprechen der Versicherer beruhen. Nicht von ungefähr hat der Internationale Währungsfonds (IWF) dieser Tage vorgeschlagen, Versicherern künftig das Vorhalten eines Eigenkapitalpuffers vorzuschreiben. Neben der Schwankungsanfälligkeit des Aktienmarkts erachtet der IWF die niedrigen Zinsen als ein bedeutendes Risiko für die Branche. Doch sollten nun auch noch Versicherungen hoch liquide Wertpapiere kaufen müssen, so würde zusätzliches Öl ins Feuer der Negativzinsen gegossen werden.

Dass die niedrigen Zinsen auch Schäuble beunruhigen, hat er bisher eher vermieden zu sagen und sich auf die Position zurückgezogen, dass die EZB unabhängig sei. Jetzt aber ließ er erstmals durchblicken, dass ihn das Thema sehr wohl umtreibt. Eine öffentliche Debatte darüber wird aber von der Bundesregierung tunlichst unterlassen, dürfte diese doch zu einer gewissen Verunsicherung bei den Rentnern und den Sparern führen. Das will man partout vermeiden.

Neue Töne vom IWF

Die Notenbanken beherrschen zwar nicht erst seit gestern die internationalen Finanzmärkte, aber inzwischen mehren sich die mahnenden Worte aus den unterschiedlichsten Richtungen. Hat in der Vergangenheit insbesondere der Internationale Währungsfonds (IWF) zu den Befürwortern einer lockeren Geldpolitik gehört, so stimmt deren Chefin Christine Lagarde im Vorfeld der am 12. April in Washington beginnenden IWF-Frühjahrskonferenz nun neue Töne an. Das anhaltend niedrige Wachstum der Weltwirtschaft birgt ihres Erachtens Risiken für den aktuellen Konjunkturausblick. Da die Möglichkeiten der Geldpolitik in den Industrieländern nahezu ausgeschöpft sind, sieht sie die Politiker am Zuge. Nun müssen nationale Maßnahmen das vollenden, was die Geldpolitik in den Jahren zuvor vorbereitet hat.

Zur Jahreszeit passend drängt sich das Bild vom pflügenden IWF und den Saatgut ausbringenden Parlamentariern auf, damit später die Ernte eingefahren werden kann. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die Notenbanker nach dem Pflügen vollständig zurückziehen, sondern weiterhin akkommodierend aktiv bleiben werden. Vor diesem Hintergrund wird am heutigen Donnerstag mit Spannung auf die Veröffentlichung des EZB-Sitzungsprotokolls vom 10. März 2016 gewartet, um darin nach Hinweisen für die zukünftige Zinsentwicklung zu suchen. Damals hatte sich EZB-Präsident Mario Draghi auf der anschließenden Pressekonferenz bezüglich weiterer Zinssenkungen nur sehr zögerlich geäußert. Interessant wird jetzt sein, ob dies die Meinung aller Gremiumsmitglieder war und welche Themen zusätzlich diskutiert wurden. Geht es nach den Vorstellungen von Benoit Coeure, so besteht bei der EZB kein Mangel an Instrumenten. Er bezeichnet die Auswahl sogar als ziemlich groß. Allerdings betont er in diesem Zusammenhang, dass die Zinsen nicht in ein absolut negatives Territorium sinken werden. Was auch immer darunter zu verstehen ist.

Weniger zurückhaltend äußerte sich der Chef der Bank of Japan, Haruhiko Kuroda, am Dienstag im Parlament vor den Abgeordneten. Seiner Meinung nach können notfalls das Wertpapierkaufprogramm sowie der Strafzins für Geschäftsbanken noch weiter verschärft werden. Auch für den SNB-Präsident, Thomas Jordan, ist der Negativzins unverzichtbar, um den Kurs des Franken auf einem erträglichen Niveau halten zu können. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Notenbank auf welche Strategie setzen wird und ob das gewünschte Ergebnis erzielt wird.

Hellas-Krise reloaded

Wer Griechenland vorübergehend in ruhigem Fahrwasser vermutete, sieht sich getäuscht. Aufgrund eines auf der Enthüllungsplattform Wikileaks publizierten Protokolls bricht Premierminister Alexis Tsipras aus innenpolitischem Kalkül einen Streit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Zaun. Das Protokoll gibt die Beratung von IWF-Mitgliedern - auch der Delegationschefin von Athen - darüber wieder, wie man Griechenland zu weiteren Reformschritten und die Euro-Partner zu einem Schuldenverzicht drängen könne. Demnach merkte Poul Thomsen, IWF-Europachef in Washington, an, dass sich Griechenland bisher immer erst dann zu Reformen bereiterklärte, wenn dem Land das Wasser bis zum Hals stand. Diese Aussage hat Tspiras schäumen lassen. Der IWF wolle Athen offenbar mit der Androhung eines Staatsbankrotts in die Knie zwingen, sagt er und fordert von IWF-Chefin Christine Lagarde eine Erklärung.

In Athen gibt es unterdessen Spekulationen, dass Tsipras die Enthüllung selbst initiiert hat. Dadurch kann er sich nach innen als David gegen den Goliath IWF inszenieren. Warum sollte er sich auch den IWF zum Feind machen? Immerhin ist der Fonds derjenige Geldgeber, der einen expliziten Schuldenschnitt für Athen fordert, was etwa die Bundesregierung bzw. das österreichische EZB-Mitglied, Ewald Nowotny, ablehnen. Nowotny sagt sogar, man brauche den IWF nicht mehr zur finanziellen Stabilisierung Griechenlands. Anders die Bundesbank, die den IWF als unverzichtbaren Bestandteil der Hilfsprogramme für Länder im Euroraum ansieht.

Nun laufen sie wieder, die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Institutionen (Kommission der Europäischen Union, EZB und IWF), was ursprünglich als Troika bezeichnet wurde. Geprüft wird, wie Athen bei der Sanierung seiner maroden Finanzen vorankommt. So wie es aussieht, ist Athen mit der Umsetzung der Reformen weiterhin im Rückstand. Dies zeigt sich auch darin, dass man von den einst anvisierten 50 Mrd. € an Privatisierungserlösen erst 2,5 Mrd. € eingenommen hat. Doch am 20. Juli muss Griechenland fast 2,3 Mrd. € an die EZB zurückzahlen. Ohne Anschlusskredite der internationalen Geldgeber droht dann erneut die Staatspleite.

In diesem Zusammenhang sei an 1865 erinnert, als Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz sich auf Silber- und Goldgehalt ihrer Münzen einigten. Man könnte es als erste Währungsunion bezeichnen. Später wurde ein Land aufgenommen, das Papiergeld, welches normalerweise nur im eigenen Land eingesetzt werden durfte, in wertvollere Münzen umtauschte. Es wurde also Baumwolle zu Gold bzw. Silber. Dieses Land wurde 1908 zu guter Letzt aus der Union ausgeschlossen und jetzt darf geraten werden, wer das wohl war.

Sozialausgaben erreichen Rekordwert

Was in einer guten wirtschaftlichen Lage wie der jetzigen eigentlich nicht passieren sollte, vollzieht sich derzeit in Deutschland, und zwar rasant: Die Ausgaben für Soziales werden im Bundeshaushalt des kommenden Jahres mit mehr als 50% so hoch ausfallen wie noch nie.

Wie Reuters vermeldete sollen die Sozialausgaben von 51,0% auf 52,6% klettern. Inklusive der Zinsausgaben sind es sogar rekordträchtige 55,8%, obwohl so viele Menschen in Arbeit sind wie noch nie. Vor kurzem hatte auch der Bundesrechnungshof vor dieser Entwicklung gewarnt.

Besonders bedenklich ist die hohe Sozialleistungsquote, weil damit immer weniger Steuergelder für Zukunftsinvestitionen in Forschung und Entwicklung oder die Sanierung von Schulen und Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung stehen. Allein der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung, das Arbeitslosengeld II und der Zuschuss zum Gesundheitsfonds machen etwa 40% der jährlichen Gesamtausgaben des Bundes aus.

Insgesamt steigen die Sozialausgaben damit von 161,5 Mrd. € 2016 auf 171,1 Mrd. € in 2017, was unter anderem der Erhöhung des Wohngeldes, der abschlagsfreien Altersrente ab 63 und einer verbesserten Erwerbsminderungsrente geschuldet ist.

Aufgrund des demografischen Wandels lässt sich diese Entwicklung nicht beliebig fortsetzen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, den Trend zu beenden. Denn wenn die Alterung der Gesellschaft in den 2020er Jahren voll auf den Bundesetat durchschlagen wird, ist es zu spät. Eine Neuadjustierung bei diesem Thema dürfte es aber vor den Bundestagswahlen im Herbst 2017 nicht geben, denn bis dahin wird keine Partei ihre Wähler verschrecken wollen.

Druck auf Portugal

Der FC Bayern München hat es in seinem Viertelfinalspiel gegen Benfica Lissabon nicht geschafft, aber der Internationale Währungsfonds (IWF). Er setzt Portugal massiv unter Druck, indem er das Land aufgefordert hat, seine Haushaltsziele für das Jahr 2016 zu erfüllen. Statt der angestrebten 2,7% Budgetdefizit hat Lissabon für 2015 vornehmlich aufgrund der Bankenrettung ein Haushaltsloch von rund 4,4% ausgewiesen. Doch das lässt der IWF nur bedingt gelten und so weist der Fonds darauf hin, dass etwa die Einsparungen bei den Zinsen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus größer als vorgesehen gewesen seien. Außerdem sind die Sozialausgaben wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit zurückgegangen.

Deshalb pocht der IWF nun auf einen Notfallplan für 2016, um fiskalischen Risiken zu begegnen und das Vertrauen der Märkte aufrecht zu erhalten. Die Kurse der Staatsanleihen aus Lissabon sind zum Jahresbeginn zwar stark gestiegen, aber im Verlauf der erneuten Lockerung der Zinspolitik der EZB wieder leicht zurückgekommen. Im zehnjährigen Bereich rentieren die Staatsanleihen des Landes derzeit auf dem Niveau von 3,14%, wie das Beispiel eines bis 7/2026 laufenden Bonds (A18W15) zeigt.

Neuemissionsflut kommt Investoren gelegen

Verwunderlich ist es nicht, dass sich nahe dem Renditetief diverse Unternehmen die günstigen Finanzierungskonditionen am Kapitalmarkt sichern wollen. Nachdem erst vor kurzem die Deutsche Post aktiv wurde, hat sich nun das ebenfalls im Transportwesen tätige US-amerikanische Unternehmen Fedex Corporation mittels vier Bonds insgesamt 3 Mrd. € beschafft.

Die Ausstattung der einzelnen Anleihen richtet sich nach der Laufzeit und stellt sich wie folgt dar: A18ZZ5 / 2019 als Floater (3-Monats-Euribor +55 bps), A18ZZ6 / 2020 mit 0,50% p.a., A18ZZ7 / 2023 mit 1,00% p.a. sowie A18ZZ8 / 2027 mit einer Zinszahlung von 1,625% p.a. Bei allen Anleihen wurde eine Mindestanlagesumme von 100.000 € festgelegt und mit Ausnahme des Floaters wurde auch immer ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) festgeschrieben.

Ebenso aktiv war das im Pharmasektor ansässige französische Unternehmen Sanofi. Es wurden spielend 1,8 Mrd. € als Tri-Bonds am Markt platziert. Bei der ersten Anleihe handelt es sich um einen Zerobond (A18ZSB) im Volumen von 500 Mio. € mit Fälligkeit am 05.04.2019. Das Papier wurde mit 99,85% und somit +17 bps über Mid Swap emittiert. Die zweite im Bunde ist eine 8-jährige Anleihe (A18ZSC), die 600 Mio. € schwer ist. Das Papier bietet dem Investor einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,625% bis zum Laufzeitende am 05.04.2024. Die Anleihe wurde mit +37 bps über Mid Swap gepreist und folglich zu 99,38% emittiert. Eine 12-jährige Anleihe (A18ZSD) im Volumen von 700 Mio. € komplettiert das Dreigestirn. Es werden jährlich Zinsen in Höhe von 1,125% bis zum Laufzeitende am 05.04.2028 bezahlt. Gepreist wurde mit +50 bps über Mid Swap bzw. bei 99,133%. Sanofi entschied sich bei allen hier aufgeführten Anleihen für die Mindeststückelung von 100.000 € und mit Ausnahme des Zerobonds besitzen alle Papiere ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option).

Geschichte wiederholt sich doch!

In den vergangenen Handelstagen war das Geschehen im Rentenhandel von der Angst vor einem „Big Bang“ am Aktienmarkt geprägt und die deutschen Bundesanleihen sowie der damit korrelierende Euro-Bund-Future profitierten von der Flucht in Sicherheit. Es war also nicht verwunderlich, dass die psychologische Marke bei 164% nach oben durchbrochen werden konnte. Hierbei wurde ein neues Hoch bei 164,43% erreicht. Die dabei erzielte Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe belief sich auf 0,105% und näherte sich dem knapp vor einem Jahr erreichten Rekordtief bei 0,07% an. Somit lässt sich konstatieren: Geschichte wiederholt sich doch!

Die Frage wird nun allerdings sein, ob sich der zweite Teil der Ereignisse von 2015 ebenfalls wiederholt. Damals stieg die Rendite innerhalb von 1½ Monaten auf 0,99%. Es darf trotz der Gefahr eines Zinsschocks allerdings bezweifelt werden, dass sich dieser Teil ebenfalls wiederholen wird. Daher bleibt nur die Chartanalyse, um die künftige Entwicklung zu prognostizieren.

Nachdem am gestrigen Handelstag das Hoch vom Dienstag nicht mehr erreicht werden konnte, besteht grundsätzlich die Gefahr von Gewinnmitnahmen beim Rentenbarometer. Die erste Unterstützung verläuft im Bereich der psychologischen Marke bei 163% und besteht aus mehreren Mitte März erreichten Hochs und Tiefs. Nach oben blickend gilt es die 164%-er Hürde zu überwinden, um dann das bisherige Renditetief nochmals zu testen. Doch aufgrund der hohen Bewertung beim Euro-Bund-Future ist die Aufwärtsbewegung ohne massive Eingriffe von außen begrenzt.

Es bleibt also spannend, denn zumindest am Rentenmarkt klettert immer etwas. Entweder der Kurs oder die Rendite!

Eurostaaten kochen auf Sparflamme

In den USA wurde den Investoren eine Verschnaufpause gegönnt und „lediglich“ T-Bills mit Laufzeiten von 4 Wochen bzw. 3 und 6 Monaten zum Kauf im Gesamtvolumen von 87 Mrd. USD angeboten. Doch bereits in der kommenden Woche werden T-Notes mit Laufzeiten von 3 und 10 Jahren bzw. T-Bonds mit einer Endfälligkeit in 30 Jahren neu aufgelegt werden.

Griechenland hat sich in dieser Woche trotz diverser Vorwürfe bezüglich des nicht vorhandenen Reformwillens ca. 1,14 Mrd. € für 6 Monate am Geldmarkt beschaffen können. Die dafür zu akzeptierende Rendite belief sich auf unverändert 2,97%. Ansonsten waren in Euroland lediglich Deutschland, Österreich und Spanien am Kapitalmarkt aktiv geworden. Die Neuemissionen im Gegenwert von ca. 9 Mrd. € entsprechen nur der Hälfte der Rückzahlungen von ca. 18 Mrd. €, was wiederum der guten Kassenlage geschuldet sein könnte. Österreich stockte 2 Altemissionen (A18X6P / 2026 ; A18X6Q / 2047) auf und Spanien plant die Refinanzierung bei 3 Anleihen (A18YPG / 2021 ; A18W1C / 2026 ; A18YZ6 / 2046). In Deutschland wurde bereits am gestrigen Mittwoch das Emissionsvolumen der aktuellen 2-jährigen Bundesschatzanweisung (110463) um 4 Mrd. € auf insgesamt 13 Mrd. € erhöht. Die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,48%.

Euro bestätigt seine Stärke

Ob auch in diesem Jahr Benfica keine Möglichkeit haben wird, einen internationalen Titel zu gewinnen, entscheidet sich am kommenden Mittwoch im Rückspiel gegen den deutschen Rekordmeister. Doch auch im Falle eines Weiterkommens hätte das Team aus Lissabon den sogenannten Guttmann-Fluch, auferlegt im Jahre 1962 vom damaligen Trainer Bela Guttmann, nach über 50 Jahren nicht automatisch gebrochen.

So mancher wird momentan die internationalen Finanzmärkte des Öfteren verfluchen, aber beim Währungspaar EUR/USD gab es in den vergangenen Handelstagen keinen Anlass dazu. Im Gegenteil, die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich zum Wochenende zunächst sehr beständig und stieg bis auf 1,1438 USD. Damit markierte der Euro ein neues Jahreshoch und gleichzeitig entspricht dies dem höchsten Stand seit Oktober 2015. Allerdings sorgten zum Wochenausklang robuste US-Arbeitsmarktdaten für Gegenwind und der Euro fiel bis auf 1,1335 USD zurück. Seither handelt das Devisenpaar EUR/USD in einem engen Kurskorridor zwischen 1,1453 USD und 1,1327 USD.

Nachdem das Pfund Sterling bereits vergangene Woche zu den größten Verlierern der Leitwährungen gehörte, setzt sich die Talfahrt fast ungebremst fort. Notierte die britische Währung vor Wochenfrist noch unterhalb der wichtigen Marke von 0,80 GBP, so verbilligte sie sich weiter und handelt aktuell bei 0,8108 GBP. Mitte Juli vergangenen Jahres handelte die Währung Großbritanniens noch um die Marke von 0,70 GBP. Begründet werden kann dieser Wertverfall u.a. mit dem drohenden Brexit und den schlechteren Konjunkturaussichten. Außerdem wurde ursprünglich auf eine Zinsanhebung in 2015 bzw. Anfang 2016 spekuliert und da diese Prognose sich nicht erfüllt hat und auch in naher Zukunft nicht erfüllen wird, kam zusätzlich Druck auf.

Obwohl sich Privatanleger aktuell etwas zurückhalten, waren dennoch Aktivitäten bei einigen Währungsanleihen zu beobachten. Insbesondere gilt dies für Anleihen auf norwegische Kronen, südafrikanische Rand und die neuen USD-BMW-Anleihen.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

EZB verdrängt Privatanleger aus der ersten Reihe

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sitzen Privatanleger nicht in der ersten Reihe. Gemeint ist die erste Reihe von Anleihen mit bester Bonität. Denn die hat die EZB durch ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen längst selbst belegt – mit der Folge, dass der Markt für potenzielle Investoren fast leergefegt ist. Darüber hinaus wirkt sich die Ankündigung der Zentralbank, künftig auch Corporate Bonds ankaufen zu wollen, bereits auf die nächste Reihe aus - dort, wo sich Unternehmensanleihen mit Topbonität befinden.

In Erwartung einer erhöhten Nachfrage durch die EZB haben die Notierungen von Titeln bestens gerateten Emittenten wie BASF, Nestlé oder BMW deutlich angezogen. Im Schlepptau negativer Renditen bei Staatsanleihen beläuft sich inzwischen die effektive Verzinsung „guter“ Unternehmensanleihen annähernd bei null oder sogar im negativen Bereich. Sobald die EZB mit dem Ankauf von Corporate Bonds beginnen sollte, wird sich diese Entwicklung bei verschiedenen Anleihen sicherlich nochmals verschärfen.

Den Anlegern bleibt damit nur noch der Spagat zwischen eben jenen Bonds aus den vorderen Reihen, die Minusrenditen bringen, und Anleihen von Schuldnern, denen man eine fristgerechte Rückzahlung nebst Zinszahlung zutraut. Oftmals werden in diesem Zusammenhang auch Mittelstandsanleihen als Alternative angepriesen. Aber nicht erst seit der Insolvenz des Modeunternehmens Steilmann sollten sich Investoren der erheblichen Risiken eines Engagements in den hinteren Reihen bewusst sein. Vor diesem Hintergrund weichen viele Anleger auf Titel aus, deren Emittenten oftmals mit Beständigkeit gleichgesetzt werden.

So sind vermehrt Handelsaktivitäten in einem Bond von ThyssenKrupp (WKN: A1R041) mit Laufzeit 10/2019, der mit rund 1,92% rentiert und einem Corporate Bond von Peugeot (A1HQZP), der 1/2019 fällig wird und eine Rendite von ca. 1,10% vorweist, zu registrieren. Gesucht ist auch ein Titel von Mahle (A161HE) mit Endfälligkeit 5/2022, der auf seinem Jahreshoch von 103,65 % mit 1,74% rentiert. Anleger, die sich des Währungsrisikos bewusst sind, weichen auch auf Bonds in ausländischer Währung aus, wie etwa ein Corporate Bond von Apple (A18X83) auf US-Dollar, der 2/2046 fällig wird. Bei einem Kurs von 107,55% liegt hier die Rendite - unter Nichtberücksichtigung des Devisenrisikos - derzeit bei 4,25%.

Der Überlebenskampf der risikobewussten Anleger erinnert inzwischen immer mehr an finanzielle Selbstverteidigung.

Vorsicht ist die Mutter der Fed-Kiste

Die jüngsten Aussagen von Janet Yellen zur Geldpolitik kamen an den Märkten gut an, denn von allen Marktteilnehmern wird grundsätzlich eine anhaltende Liquidität mit Zinsen nahe null geschätzt. Die Notenbank-Chefin machte in ihrer Rede in New York deutlich, dass die Fed noch „erheblichen Spielraum“ für stimulierende Maßnahmen habe - falls dies notwendig werden sollte. Gleichzeitig betonte sie aber ausdrücklich, dass bei allen weiteren Zinsschritten eine vorsichtige Vorgehensweise garantiert sei. Das war zwar nichts Neues, aber in der Deutlichkeit so nicht erwartet worden.

Obwohl das Wirtschaftswachstum zwar „Besorgnis erregend” sei, betonte sie aber zugleich, dass die globalen Wirtschaftsrisiken voraussichtlich nicht gravierend auf die Vereinigten Staaten ausstrahlen würden. Yellen sieht es nach wie vor als angemessen an, dass die Fed „vorsichtig“ mit ihren Zinsschritten fortfahre. Aus den Entwicklungen im Ausland folgt nach ihrer Einschätzung, dass das Erreichen der Fed-Ziele für Beschäftigung und Inflation wahrscheinlich einen etwas niedrigeren Pfad der Leitzinsen erfordert als noch im Dezember vorhergesehen.

Yellen dürfte damit insbesondere auf die stockende Wirtschaftsentwicklung in China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, angespielt haben. Den Umstand, dass der Gegenwind für die amerikanische Wirtschaft aus dem Ausland nachlasse, sieht sie als einen wichtigen Grund dafür, dass die Fed in der Geldpolitik „graduelle Erhöhungen“ für angemessen hält.

Insgesamt konnte Yellen mit ihren Aussagen beruhigend auf die Märkte einwirken, so wie es der Vorgehensweise einer Fed-Chefin gebührt. Der Eindruck wurde verstärkt, dass die US-Notenbank bei ihren weiteren Zinsschritten mit Vorsicht und Bedacht vorgehen wird. Als Zeitpunkt für einen möglichen Zinsentscheid gilt bei vielen Marktbeobachtern inzwischen der Juni, nachdem zuvor vereinzelt auch immer wieder eine Erhöhung auf der Fed-Sitzung im April in Erwägung gezogen wurde.

Blase oder Nicht-Blase?

Ist es nun eine Blase oder nicht, was sich da am Immobilienmarkt abspielt? Fest steht, dass die Abschaffung des Zinses zu einer Flucht in Sachwerte wie Immobilien geführt hat. So dürften nach Schätzungen der amtlichen Gutachterausschüsse im vergangenen Jahr Wohnungen, Häuser und Grundstücke im Wert von 200 bis 210 Mrd. € den Besitzer gewechselt haben. Die 200-Mrd.-€-Marke ist damit erstmals geknackt worden. Peter Ache, Geschäftsstellenleiter des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse, rechnet angesichts weiter gesunkener Zinsen damit, dass die Summe 2016 weiter steigen wird.

Seit 2010 gehen die Werte, zu denen Immobilen den Besitzer wechseln, linear nach oben. 2015 war der Anstieg sogar noch ein bisschen stärker. Nicht für jeden rechne sich da jetzt noch der Kauf, sagte Ache. Im Hochpreissegment würde er jetzt nichts kaufen, sondern abwarten.

Die Gefahr einer Immobilienblase sehen die Gutachterausschüsse, wo seit 2007 bundesweit Zahlen erhoben werden, aber noch nicht. Einen weiteren Anstieg der Preise beurteilen sie jedoch skeptisch. Entscheidend wird aber auch sein, inwieweit Immobilien kreditfinanziert wurden. Der Hauskauf auf Pump hat zuletzt so stark zugenommen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Folglich nimmt der Immobilienboom in deutschen Großstädten nach Ansicht der Bundesbank allmählich bedenkliche Züge an, wie Vorstand Andreas Dombret gegenüber Spiegel Online erklärte. Deshalb habe er, Dombret, heute mehr Bedenken als in den vergangenen Jahren. Vor diesem Hintergrund müssten die Finanzinstitute „angesichts des jetzigen Marktes sehr vorsichtig sein und ihre Immobilienkreditentscheidungen besonders gut abwägen”. Die künftige Entwicklung wird sich auch an der Antwort auf die Frage messen lassen, ob die Immobilien ihren Wert behalten, wenn die Zinsen wieder ansteigen.

Nachdem die Interessenten in den Trendstädten inzwischen kaum mehr geeignete Objekte finden, ziehen nun die Preise auch in Städten wie Hildesheim und Holzminden an. Dies hat der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse registriert, der seine Erkenntnisse aus den Kaufverträgen gewinnt. Weiter gestiegen sind im vergangenen Jahr auch die Preise für Ackerland, das an manchen Orten kaum günstiger als Gewerbeland ist. Da könne man, nach Meinung von Peter Ache, die Kühe besser auf einer Gewerbefläche inklusive voller Erschließung melken. Denn klar ist, dass diese Entwicklung viele Bauern unter Druck setzt, weil auch die Pachten entsprechend steigen.

Deutsche Post im Doppelpack

Seit vielen Monaten hat sich die Deutsche Post nicht mehr am Kapitalmarkt als Emittent gezeigt, aber bei solch günstigen Refinanzierungskonditionen hat sich auch der Branchen-Primus entschieden, 1,25 Mrd. € aufzunehmen. Hierzu wurden 2 neue Anleihen aufgelegt.

Bei der ersten Tranche handelt es sich um eine 750 Mio. € schwere 5-jährige Anleihe (A2AASK) und der Anleger erhält bis zum Laufzeitende am 01.04.2021 eine jährliche Zinszahlung in Höhe von 0,375%. Das Papier wurde mit +45 bps über Mid Swap gepreist, was einen Ausgabepreis von 99,355% ergab. Die zweite Tranche (A2AASL) ist eine Anleihe mit Fälligkeit am 01.04.2026 und einer jährlichen Verzinsung von 1,25%. Diese 500 Mio. €-Anleihe wurde bei einem Emissionskurs von 99,506% bzw. bei +70 bps über Mid Swap begeben. Beide Anleihen wurden mit einer Mindeststückelung von 1.000 € ausgestattet und besitzen ein vorzeitiges Kündigungsrecht jeweils drei Kalendermonate vor der entsprechenden Fälligkeit zu pari.

Das „Draghi-Tief” vom 10.03.16 rückt in weite Ferne

Seit letztem Donnerstag wurde lediglich an 3 Börsentagen gehandelt und in dieser Zeit wurde erneut versucht, das bisherige Renditetief der 10-jährigen Benchmark-Anleihe bei 0,07% zu unterbieten. Doch noch ist es nicht vollbracht!

Aber was nicht ist, kann noch werden. Unter dem Gesichtspunkt, dass schon in wenigen Stunden die nächste Stufe der EZB-Rakete gezündet wird, haben die Kurse der „kaufenswerten” Anleihen und somit auch das Rentenbarometer nochmals an Wert zugelegt. Und ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht in Sicht.

Charttechnisch wird der erste Widerstand auf dem Weg zur psychologisch wichtigen 164er-Marke bei 163,84% (Hoch vom 30.03.) gesehen. Nach unten blickend stellt sich die untere Trendkanallinie des seit über 2 Wochen andauernden Aufwärtstrends bei ca. 163% als eine Unterstützung dar. Erst bei einem nachhaltigen Durchbrechen dieser Linie wäre ein Test des „Draghi-Tiefs” vom 10.03. bei 160,81% in Erwägung zu ziehen. Aktuell notiert der Euro-Bund-Future bei 163,41%.

Schwindendes Interesse bei Bobl-Tender

In dieser Woche lohnt sich der Blick in die USA, denn dort wurden für T-Bills und T-Notes im Volumen von 210 Mrd. USD neue Investoren gesucht. Neben den üblichen Geldmarkttiteln mit den Laufzeiten von 4 und 52 Wochen sowie 3 und 6 Monaten von 122 Mrd. USD wurden auch noch T-Notes mit Fälligkeiten in 2018, 2021 und 2023 für insgesamt 88 Mrd. USD aufgelegt.

In Euroland hingegen standen im gleichen Zeitraum nur Emissionen für ca. 11 Mrd. € auf der Agenda. So sammelte Italien ca. 7 Mrd. € mittels diverser Emissionen ein und in Deutschland wurde seitens der Finanzagentur des Bundes die aktuelle Bundesobligation Serie 173 (114173) um 4 Mrd. € auf insgesamt 13 Mrd. € aufgestockt. Verwunderlich war hierbei, dass die abgegebenen Kaufangebote (3,55 Mrd. €) nicht das angestrebte Volumen der Aufstockung erreichte. Dieses lange Zeit unübliche Bieterverhalten bei einer 5-jährigen Gattung war sicherlich nicht so zu erwarten gewesen. Die Zuteilung erfolgte dennoch bei einer Durchschnittsrendite von -0,34%.

Euro im Aufwind

Am Ostersonntag erfolgte dieses Jahr die Umstellung auf die Sommerzeit. Um 2 Uhr morgens wurden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Da die Zeitumstellung nicht sonderlich beliebt ist, stellt sich der Gewöhnungseffekt nur selten ein.

Am Devisenmarkt hingegen laufen die Uhren wie gewohnt und die europäische Gemeinschaftswährung präsentiert sich weiterhin stark. So verlief der Start in eine verkürzte Handelswoche für die Einheitswährung ziemlich erfreulich und der Euro stieg in der Spitze bis auf 1,1364 USD, nachdem er zuvor noch um die Marke von 1,12 USD gehandelt wurde. Hauptsächlich verantwortlich für diesen Kursanstieg war eine Rede von US-Notenbank-Chefin Janet Yellen. Die Präsidentin der Fed äußerte sich zurückhaltend zu möglichen weiteren Zinsschritten. Dies schwächte den Greenback merklich und im Gegenzug konnte der Euro davon profitieren. Zum Wochenausklang könnte der US-Arbeitsmarktbericht für weitere Impulse am Devisenmarkt sorgen. Im Vorfeld dieser wichtigen Kennzahlen handelt der Euro heute Morgen bei 1,1320 USD.

Das Pfund-Sterling hat aufgrund der Brexit-Diskussion nach wir vor einen schwierigen Stand. So verlor die britische Währung deutlich an Wert und verbilligte sich bis auf 0,7946 GBP. Auf diesem Niveau notierte das Pfund zuletzt Mitte Dezember 2014 (0,8006 GBP).

Bei den Fremdwährungsanleihen standen in dieser Woche Anleihen auf türkische Lira und brasilianische Real im Fokus der Anleger. Aber auch der „Klassiker“, die US-Dollar-Bonds wurden verstärkt nachgefragt.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

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Baader Bank AG

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Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

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Über mögliche Interessenkonflikte und rechtliche Hinweise informieren Sie sich bitte im Disclaimer auf http://www.bondboard.de/Newsletter/Disclaimer.

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Author: Klaus Stopp

Waffen der EZB stumpfen immer mehr ab

Auch noch zwei Wochen nach der beispiellosen Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Debatte um die Sinnhaftigkeit der beschlossenen Maßnahmen in vollem Gange. Im Kampf gegen die geringe Inflation habe die Zentralbank weiter genügend Instrumente zur Hand, versicherte diese Woche EZB-Direktor Benoît Coeuré. Seines Erachtens habe bereits die jüngste Lockerungsrunde vom 10. März gezeigt, dass der Notenbank die Mittel nicht ausgingen, um das Preisniveau zu beeinflussen. Immerhin hat die EZB in den vergangenen zwei Jahren rund 800 Mrd. € neues Geld gedruckt, was den Euro um rund 20% gegenüber dem Dollar an Wert verlieren ließ.

Ihrem Ziel, die Inflation in Richtung 2% zu heben, ist die Zentralbank allerdings keinen Deut näher gekommen. Im Gegenteil, die Teuerungsrate ist im Februar auf minus 0,2% abgerutscht. Daher wird die Frage immer lauter gestellt, ob denn EZB-Präsident Mario Draghi allmählich die Munition ausgeht. Für Zentralbankgeld mag es kein Limit geben, aber das Angebot an Staats- und Unternehmensanleihen, das Draghi mit seinem Geld ankauft, ist durchaus begrenzt. Dadurch sind die Renditen von Staatspapieren unter die Nulllinie gerutscht. Wenn die EZB nun wie angekündigt auch noch Unternehmensanleihen ankauft, werden auch die Renditen dieser Titel in den Keller rutschen. Der Vorstandschef der Münchener Rück, Nikolaus von Bomhard, sagte dazu, ihm sei schleierhaft, wie die EZB die Anleihen auswählen wolle, von denen sie noch mehr ankaufen will. Die Zentralbank halte schon jetzt 25% aller gedeckten Anleihen und werde schon bald zehn Prozent aller europäischen Staatsanleihen halten.

Dass nun auch der eher theoretische Ansatz des sogenannten Helikoptergelds debattiert wird, mutet schon kurios an. Draghi hatte solche zielgenauen Finanzspritzen direkt von der Zentralbank an Unternehmen und Verbraucher als ein „sehr interessantes Konzept“ bezeichnet. Dagegen beschreibt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, der bereits die vorangegangenen Entscheidungen der EZB kritisiert hatte, die Option des Helikoptergeldes als ein waghalsiges geldpolitisches Experiment.

Noch deutlicher wurde der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Otmar Issing, der die ganze Idee des „helicopter money“ für besorgniserregend, ja, für geradezu verheerend hält. Dies sei nichts anderes als eine Bankrotterklärung der Geldpolitik, sagte Issing wörtlich. Eine Notenbank, die Geld verschenkt, werde kaum mehr die Kontrolle über die Notenpresse wiedererlangen können.

Man muss sich vielmehr in der Europäischen Union klar machen, dass Geldpolitik kein Allheilmittel ist und nicht notwendige Reformen in einzelnen Ländern ersetzen kann. Dies wird offenbar vereinzelt auch bei der Notenbank so gesehen. Darauf deuten Äußerungen von EZB-Direktor Coeuré hin, der diese Woche darauf hinwies, dass die Geldpolitik der EZB nicht allein für eine nachhaltige Konjunkturerholung sorgen könne. Auch die Fiskal- und die Wirtschaftspolitik der Staaten der Eurozone stünden in der Verantwortung. Neben Wirtschaftsreformen könnten die Länder ihre Ausgaben für Investitionen sowie Forschung und Bildung erhöhen. Die EZB kann nicht ständig für die Politik die Kohlen aus dem Feuer holen. Damit wäre die Notenbank auf Dauer überfordert, was sich schon jetzt an dem Umstand zeigt, dass ihre Waffen immer stumpfer werden.

Teurer Brexit

Keine 100 Tage sind es mehr, bis die Briten entscheiden, ob Großbritannien noch Teil der EU sein soll oder nicht. Die Umfragewerte zu dem am 23. Juni stattfindenden Referendum sind seit dem vergangenen Sommer relativ stabil und tendieren pro Europa. In Online-Umfragen hat die In-Kampagne, die für einen Verbleib in der EU wirbt, meist ein bis zwei Prozentpunkte Vorsprung, in Telefon-Umfragen deutlich mehr. Die Out-Kampagne, die einen Brexit favorisiert, dagegen hat bislang nirgendwo deutlich und konstant vorne gelegen.

Im Meinungskampf um den Ausgang des Referendums hat diese Woche der britische Industrieverband CBI die Kosten eines EU-Austritts in den kommenden 4 Jahren auf 100 Mrd. Pfund taxiert. Dies entspräche rund 5% der jährlichen britischen Wirtschaftsleistung und würde 950.000 Jobs gefährden. Die Option eines EU-Austritts bezeichnet der Industrieverband daher als einen schweren Schlag für Lebensstandard, Jobs und Wachstum auf der Insel. Nach dem Wahlausgang wird man wissen, ob sich die Briten davon überzeugen lassen oder ob gar die EU noch einen teuren Anreiz hat bieten müssen, um für einen Verbleib in der Gemeinschaft zu stimmen.

Im Vorfeld des Referendums hat die Bank of England (BoE) an ihrem geldpolitischen Kurs nicht gerüttelt. Sie beließ bei ihrer jüngsten Sitzung den Leitzins bei 0,50% und es ist auch nicht davon auszugehen, dass sich vor der Abstimmung daran etwas ändern wird. War zu Jahresbeginn noch eine Zinsanhebung für möglich gehalten worden, so werden jetzt sogar wieder Zinssenkungen in Erwägung gezogen. Aber noch ist es nicht soweit.

Ungarn und Norwegen senken Zinsen

Auch bei zahlreichen kleinen Ländern zeigt der Zinstrend nach unten. So haben sowohl die norwegische als auch die ungarische Zentralbank ihre Leitzinsen gesenkt. Die ungarische Zentralbank hat sogar überraschend Negativzinsen eingeführt. Die Währungshüter in Budapest senkten den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld auf 1,2% von zuvor 1,35%. Parallel dazu führten sie, dem Vorbild der EZB folgend, einen Minuszins für Banken ein, die über Nacht Geld bei der Notenbank parken. In Ungarn beträgt die Strafgebühr 0,05% gegenüber minus 0,4% bei der EZB.

Die norwegische Zentralbank reduzierte ihren Leitzins um 0,25%-Punkte auf jetzt 0,5% und behielt sich weitere Senkungen im laufenden Jahr vor. Die Notenbank geht davon aus, dass der Leitzins im ersten Quartal 2017 bei rund 0,2% liegen wird. Die Aussichten für die norwegische Wirtschaft legen laut Notenbank-Gouverneur Oeystein Olsen nahe, dass der Leitzins im Laufe des Jahres noch weiter abgesenkt werden muss.

Deutsche Bank unter Beobachtung

Vor dem Hintergrund der Verlustmeldungen bei der Deutschen Bank nimmt Moody’s die Bonität der Bank unter die Lupe. So hat die US-Ratingagentur dem Institut avisiert, seine Einschätzung für deren Kreditwürdigkeit abzusenken. Dazu zählten das Langfristrating (A2) und das Rating für vorrangig unbesicherte Verbindlichkeiten (Baa1).

Schon jetzt sehen die Experten Kreditpapiere der Deutschen Bank nur als durchschnittlich gute Anlage an. Eine eventuelle Senkung des Ratings würde laut Moody’s aber nur um eine Stufe erfolgen. Ein Abgleiten in den Bereich der spekulativen Anlagen droht folglich nicht. Dafür müsste Moody’s die derzeitige Bonitätsstufe schon um drei Stufen senken.

Als Grund für ihre Überlegungen nennt die Ratingagentur zunehmende Hürden bei den Bemühungen der Deutschen Bank, die Profitabilität in den nächsten drei Jahren zu stärken und zu stabilisieren. Denn Gegenwind bei Erlösen und Ausgaben könnten zu einer Verzögerung bei der angestrebten Verbesserung führen.

Indessen hat das Geldhaus angekündigt, zumindest vorerst keine weiteren Coco-Bonds zu begeben. Diese neuartigen eigenkapitalähnlichen Anleihen seien „aktuell keine attraktive Option“, hatte Finanzvorstand Marcus Schenck der „Börsen-Zeitung” gesagt. Ursprünglich hatte das Institut beabsichtigt, über Coco-Bonds ab 2016 weitere 3 bis 5 Mrd. € aufzunehmen.

Die bereits gehandelten Cocos der Deutschen Bank hatten im Februar vorübergehend stark an Wert verloren, weil viele Anleger sich darum sorgten, ob die Bank nach dem Rekordverlust von 2015 die versprochenen Zinsen auf die 2014 ausgegebenen Papiere zahlen kann.

Anheuser-Busch nimmt einen großen Schluck aus der Pulle

Um die Übernahme des zweitgrößten Brauereikonzerns SAB Miller bewerkstelligen zu können, hat sich die US-amerikanische Brauerei Anheuser-Busch der Hilfe der Anleger bedient und insgesamt 13,25 Mrd. € mittels 6 neuer Bonds refinanziert. Die Ausstattung der einzelnen Tranchen richtet sich nach der Laufzeit und stellt sich folgendermaßen dar: A18ZDM / 2020 als Floater (3-Monats-Euribor +75 bps), A18ZDN / 2020 mit 0,625% p.a., A18ZDP / 2022 mit 0,875% p.a., A18ZDQ / 2025 mit einer Zinszahlung von 1,5% p.a., A18ZDR / 2028 als 2%er und nicht zuletzt A18ZDS / 2036 mit einem Kupon von 2,75%. Bei allen Anleihen wurde der für Privatanleger interessante Nominalbetrag von 1.000 € als Mindestanlagesumme festgelegt und mit Ausnahme des Floaters wurde auch immer ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) in die Anleihebedingungen aufgenommen.

Aber auch der deutsche Baustoffhersteller HeidelbergCement war am Primärmarkt aktiv und refinanzierte 1 Mrd. € im Rahmen einer 7-jährigen Anleihe (A2AASH) mit einer Mindeststückelung von 1.000 €. Das Unternehmen zahlt dem Investor einen jährlichen Kupon in Höhe von 2,25% bis zum Laufzeitende am 30.03.2023. Das Papier wurde mit 99,616% bzw. einem Emissionsspread von +246,9 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe begeben. Auch diese Anleihe ist mit einem optionalen Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) ausgestattet.

Das Stehaufmännchen

Wer seit Anfang März auf eine nachhaltige Korrektur des Euro-Bund-Future gesetzt hatte, musste inzwischen einsehen, dass das Rentenbarometer als „Stehaufmännchen“ bezeichnet werden kann. Trotz zwischenzeitlicher Schwächephasen tendiert es bereits seit Jahren langfristig nur in eine Richtung: Gen Norden. Noch ist zwar das Hoch vom 29.02. bei 164% etwa einen Prozentpunkt entfernt, aber das sind in Zeiten der „Geldschwemme“ nur Peanuts. Die Anschläge von Brüssel und die Aussicht auf Interventionen der EZB lassen viele Investoren die Scheu verlieren, auf einem Niveau zu investieren, das früher nicht für möglich gehalten wurde.

Wo die Logik aussetzt, kommt die Charttechnik ins Spiel! Im Windschatten der Fed-Entscheidung hat sich der Juni-Kontrakt wieder peu à peu von 161,09% bis auf 163,05% erholt und setzt nun zum Test der bisherigen Höchstmarke bei 164% an. Doch es gibt nicht nur Widerstandslinien, sondern auch Unterstützungslinien. Eine erste verläuft bei 161,80% (mehrere Hochs und Tiefs Ende Januar) und eine zweite bei 160,81% (Tief vom 10.03.).

Die Vermeidung von Strafzinszahlung hat oftmals höchste Priorität und dadurch werfen deutsche Staatstitel bis zu einer Fälligkeit im Jahre 2024 bereits Negativrenditen ab. Dies wird sicherlich so lange so bleiben, bis zum Verkauf anstehendes Material die Nachfrage der EZB und ihrer nationalen Partner übersteigt. Und das kann noch dauern. Aktuell notiert das Sorgenbarometer bei 163,03%.

Bund refinanziert sich für 30 Jahre bei 0,94%

In der Karwoche wurden in Euroland Kapitalmarktemissionen im Volumen von ca. 15 Mrd. € begeben. Den Auftakt machte die Slowakei mit der Aufstockung diverser Altemissionen (A1HLL8 / 2018 ; A1HCKU / 2024 ; A1ZB9Q / 2029) und die Niederlande sammelten mittels einer neuen 10-jährigen Anleihe (A1VNKY) ca. 5,7 Mrd. € ein. Am gestrigen Mittwoch erhöhte auch Portugal das Emissionsvolumen zweier Anleihen (A0DY6V / 2021; A1ZPDR / 2030) und Deutschland stockte die aktuelle 30-jährige Anleihe (110234) um 1 Mrd. € auf 15 Mrd. € auf. Die technisch unterzeichnete Anleihe - es lagen nur Bietungen über nominal 972 Mio. € vor - wurde bei einer Durchschnittsrendite von 0,94% zugeteilt. Trotz der geringen Nachfrage wurden lediglich 190 Mio. € zur Marktpflege zurückbehalten.

In den USA hingegen wurden in dieser ebenfalls verkürzten Handelswoche die üblichen Geldmarkttitel (4 Wochen, 3 und 6 Monate) für insgesamt 117 Mrd. USD und 2-jährige T-Notes als Floater für 13 Mrd. USD aufgelegt. In der kommenden Woche werden neben den T-Bills auch wieder T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren emittiert

EUR/USD auf erhöhtem Niveau seitwärts

Der Devisenmarkt stand in den vergangenen beiden Wochen vollkommen im Zeichen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der US-amerikanischen Notenbank (Fed), deren zinspolitischen Entscheidungen beim Währungspaar EUR/USD für deutliche Kursausschläge sorgten.

So handelte der Euro im Vorfeld dieser beiden Termine nur knapp über der Marke von 1,08 USD (10. März). Vor Wochenfrist und im Nachgang der Fed-Sitzung kletterte die Einheitswährung bis auf 1,1342 USD, markierte damit ein neues Fünf-Wochen-Hoch und entwickelte sich somit nicht im Sinne der EZB-Notenbanker. Nach diesen intensiven Kursschwankungen verlief der Start in die Karwoche weniger spektakulär. Unmittelbar vor den Osterfeiertagen geht der gemeinsamen Währung Eurolands die Luft aus und so handelt der Euro heute Morgen etwas schwächer bei 1,1160 USD, aber noch immer in der Tradingrange zwischen 1,10 USD und 1,135 USD.

In der Vorwoche war die Währung Brasiliens im Verglich zum Euro noch deutlich ins Hintertreffen geraten, aber inzwischen konnte sich der Real von seinem Tief bei 4,2623 BRL deutlich erholen und notiert aktuell um die Marke von 4,10 BRL.

Kurz vor Ostern wurden die Privatanleger fündig und legten sich diverse Ostereier in Form von Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, türkische Lira, südafrikanische Rand sowie brasilianische Real in ihre Depots.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

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Author: Klaus Stopp

EZB in der Sackgasse

Es war einmal vor langer, langer Zeit, als ich ein kleiner Junge war und mir die Welt als großes Aquarium vorstellte, dessen räumliche Grenzen wir nicht einsehen konnten. Aus dieser beschränkten Vorstellungskraft des Menschen rührt eventuell auch meine Unfähigkeit, mich mit der aktuellen Notenbankpolitik der führenden Zentralbanken anzufreunden. Immer mehr hat sich inzwischen die Europäische Zentralbank (EZB) in eine Sackgasse manövriert. Doch wie will man da wieder herauskommen? Im Rückwärtsgang? Durch Einreißen der Mauern und Zünden des Turbos? Super Mario ist zwar nicht James Bond, der sicherlich eine Lösung parat hätte, aber vielleicht gibt das jüngste 007-Abenteuer einen entscheidenden Hinweis.

Immer öfter kommt hierbei ein Helikopter zum Einsatz und der könnte auch schon bald in der EZB-Zinspolitik eine große Rolle spielen. Abheben und die staunende Menge mit ihrem beschränkten Weltbild zurücklassen. Denn das „Helikopter-Geld“, sprich Geld, das die Notenbanken den Bürgern zur Konsumanheizung kostenlos direkt zur Verfügung stellen, wird immer mehr zum Thema. Diese Vorgehensweise kennt man aus Japan und den USA. Allerdings ist die Wirkung sehr umstritten. Insbesondere wenn man bedenkt, dass sich inzwischen immer mehr mahnende Kommentare zur Geldpolitik der Notenbanken Gehör verschaffen. So hat sich jetzt auch der ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rughuram Rajan, der inzwischen indischer Notenbankgouverneur ist, mit dem Thema beschäftigt. Seiner Meinung nach führt die Null-Zins-Politik zu einer Verunsicherung der Menschen, was sogar zu einer Steigerung der Spartätigkeit führen könnte und damit kontraproduktiv wäre. Auch mit seiner Äußerung, dass nicht die Deflation das Problem darstellt, sondern die Verschuldung der Staatshaushalte, spricht er vielen Fachleuten aus dem Herzen.

Zumal sicher ist, dass die Staats- und Regierungschefs die Folgen ihrer verfehlten Haushaltspolitik nicht am eigenen Leib erfahren und sich dadurch in einer trügerischen Sicherheit wähnen. Unterstützung erfahren insbesondere die sogenannten Volksvertreter von Draghi und seinen Helfershelfern, die sogar zukünftig Banken für eine ungezügelte Kreditvergabe im Worst/Best Case mit Liquidität zum negativen Zins belohnen. Die hierbei immer wieder zu beobachtende Denkweise der Politiker und Notenbanker „Hauptsache, in meiner Amtszeit geht alles gut“ erinnert an einen Menschen, der aus großer Höhe in die Tiefe springt. Unterwegs beruhigt er sich mit den Worten „Bisher ist doch alles gut gegangen“, aber es kommt hierbei nicht auf den Fall an, sondern auf die Landung. Und die wird richtig wehtun!

Heta: Die Frist ist verstrichen

Nicht erst seit dem Jahre 2015, als auch in Deutschland bei Bankanleihen die Bail-in-Regeln umgesetzt wurden, machen sich immer mehr Investoren Gedanken über die gesetzlich geregelte Haftungskaskade bei unbesicherten Verbindlichkeiten von Banken. Die daraus entstehenden Probleme sind hinreichend bekannt, aber nach dem jüngsten Heta-Desaster sind nun auch Anleger verunsichert, die in mit einer Garantie versehenen Anleihen engagiert sind. Seit diesem Montag wissen nun alle Investoren, dass die Frist für eine Annahme des Angebots aus Kärnten verstrichen ist und die Juristen das Zepter übernehmen.

In Österreich werden manche Probleme anders als in Deutschland angegangen. Das musste in jüngster Vergangenheit auch unsere Bundeskanzlerin erfahren. Doch anscheinend sind sich die Staatsregierung Österreichs und die Landesregierung von Kärnten nicht der Konsequenzen ihrer Entscheidung auf das zukünftige Anlegerverhalten bewusst. Der jetzt erlittene Vertrauensschaden für die Finanzprodukte Österreichs wird ungeachtet des Ausgangs der anstehenden juristischen Spielereien noch über Jahre hinweg erhalten bleiben. Somit werden Anleihen von österreichischen Unternehmen bei vielen Kapitalsammelstellen auf die Negativliste gesetzt und nur noch im Rahmen einer Risikostreuung oder als Beimischung berücksichtigt. Denn auf was kann sich ein Investor verlassen, wenn schon nicht mehr auf die Garantie von einem Bundesland eines als Prime bzw. High Grade gerateten Staates? Bei einem solchen Finanzgebaren wird der Unterschied zwischen einem Politiker, der sich schon nach wenigen Minuten nicht mehr an seine Worte erinnern kann, und einem Börsianer, der gemäß dem Spruch: „Ein Händler, ein Wort“ eine nachhaltige Verpflichtung eingeht.

Definitiv wird es in dieser Angelegenheit mit Ausnahme der Anwaltskanzleien keine Sieger geben, sondern nur Parteien, die weniger verlieren als die anderen. Auch ist in der letzten Konsequenz nicht auszuschließen, dass wegen dieses Streits das Rating Österreichs von den drei führenden Ratingagenturen auf den Prüfstand kommt und herabgestuft wird. Vielleicht ist das die einzige Sprache, welche Politiker verstehen.

Fed wartet ab

Die gestrige Entscheidung der US-Notenbank Fed war mit Spannung erwartet worden. Während nur wenige mit einer Leitzinserhöhung rechneten, war man gespannt, welche Aussagen die US-Währungshüter zum Zustand der US-Wirtschaft machen werden und welche Hinweise sie auf einen möglichen weiteren Leitzinsschritt geben würden.

So wurde bei der abschließenden Erklärung durch die Fed-Präsidentin Janet Yellen deutlich, dass ein behutsames Tempo bei der Zinserhöhung zu erwarten ist. Obwohl die Inflationsrate und die Konjunkturdaten bereits jetzt einen kleinen Zinsschritt erlaubt hätten, hat sich der geldpolitische Rat aufgrund der Risiken bei der weltweiten Wirtschaftsentwicklung für eine Beibehaltung der Leitzinsen entschieden. In den noch verbleibenden neun Monaten des Jahres werden von Marktbeobachtern dennoch zwei weitere Zinsanhebungen für möglich gehalten. Diese Einschätzung erlaubt es allen Beteiligten mit etwas mehr Ruhe und Gelassenheit an die künftigen Fed-Sitzungen heranzugehen.

Der Niedrigzins und seine Folgen

Neben dem zunehmenden Margendruck auf Lebensversicherer und andere Finanzinstitute wirkt sich die Niedrigzinsphase auch auf den Immobilien- und Goldmarkt aus. Außerdem drohen Bankkunden nun höhere Gebühren. Kein Zweifel, die Nebenwirkungen, welche die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit sich bringen, machen sich immer deutlicher bemerkbar.

„Die Zeit von weiten Angeboten kostenloser Kontoführung ist aus meiner Sicht vorbei.“ Mit diesem Satz machte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, in dieser Woche klar, dass sich die Niedrigzinspolitik nun auch auf die Kontoführungsgebühren der Sparkassen auswirkt. Man werde Leistungen bepreisen müssen - und zwar verursachergerecht, meinte er angesichts der „falschen Zinspolitik” der EZB. So werden Strafzinsen, die die EZB für geparkte Gelder von Banken verlangt, bereits an Firmenkunden selektiv weitergegeben. Vor dem Schritt, auch Privatkunden für ihre Spareinlagen einen Minuszins abzuverlangen, dürften insbesondere Sparkassen und Genossenschaftsbanken zurückschrecken. Daher werden sich die Institute über die Verteuerung der Kontoführungsgebühren neue Ertragsquellen erschließen. Eine weitere Nebenwirkung des ultrabilligen Geldes offenbart sich auf dem Immobilienmarkt. Dort kennen die Preise schon seit geraumer Zeit nur eine Richtung: Nach oben. Nicht von ungefähr warnt daher Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer vor einer Immobilienblase in Deutschland als Folge der Billiggeldschwemme der EZB. Er erläutert weiter, dass die Immobilienpreise zwar „noch nicht außer Rand und Band“ seien, wenn man sie mit den erzielbaren Mieten, den verfügbaren Einkommen und dem Schuldendienst vergleiche, aber wenn es noch Jahre so weitergehe, könnte am Ende eine Blase entstehen. Daher spricht Krämer von einer Überhitzung der Immobilienmärkte in gefragten deutschen Städten, in denen die Häuserpreise seit 2010 um ca. 30% stärker gestiegen sind als die Mieten und auch die verfügbaren Einkommen der Großstädter.

Aber auch der Goldpreis erfährt vor dem Hintergrund der EZB-Politik einen neuen Höhenflug und hat nun den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. In der Spitze mussten die Anleger für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) an der Börse in London 1.284 US-Dollar bezahlen. Damit ist Gold so wertvoll wie zuletzt im Februar 2015. Die Nachfrage nach Gold ging bei dem größten Vermögensverwalter der Welt, Blackrock, sogar so weit, dass das Institut die Ausgabe neuer Wertpapiere bei seinem Goldfonds IAU kurzfristig eingestellt hatte. Als Grund für die Unterbrechung wurde auf die hohe Nachfrage von Anlegern verwiesen, die die Kapazitäten des Fonds überstiegen habe.

Wenn schon die Zinsen bei null liegen, mögen sich viele Anleger sagen, dann doch besser ein Engagement in Gold. Denn historisch gesehen konnte man mit Gold in etwa die Kaufkraft erhalten. Außerdem gilt eine Anlage in Gold als eine gewisse Absicherung gegen globale Krisen oder ein instabiles Finanzsystem. Im Krisenfall tendierte der Goldpreis von jeher nach oben.

Bankenverband stellt einen „Sechser“ auf

Den Begriff einer „Bad Bank“ will der Bundesverband deutscher Banken (BdB) partout vermeiden, wenn von der neuen EIS-Einlagensicherungsbank die Rede ist. Mit der Neugründung der EIS rüstet sich die Branche, um gefährdete Institute im Krisenfall schon im Vorfeld möglicher Insolvenzen abzusichern.

Die EIS, mit 25 Mio. € Eigenkapital ausgestattet, ist als neues Vehikel gedacht, um dem weiterhin bestehenden milliardenschweren Einlagensicherungsfonds unter die Arme zu greifen. Die EIS kann im Falle der absehbaren Schieflage einer Geschäftsbank faule Portfolios übernehmen und damit als „Bad Bank“ fungieren. Sollte nichts mehr zu retten sein, steht die geordnete Abwicklung eines Geldhauses auf dem Plan. Außerdem könnte die EIS in Zukunft auch Zahlungen für Geschädigte übernehmen. Damit legt sich der BdB eine Institution zu, die wie ein „Sechser“ beim Fußball Gefahren im Vorfeld versucht abzuräumen, bevor die eigentliche Abwehr in Form des Einlagensicherungsfonds zum Zuge kommt.

Wie der BdB betont, geht es bei der EIS nicht darum, in den Wettbewerb einzugreifen. Vielmehr soll die neugegründete Bank jedes in Schieflage geratene Institut stabilisieren. Grundsätzlich müsse ein Institut auch aus dem Markt ausscheiden können. Die EIS darf auch nicht dafür verwendet werden, dass Geschäftsbanken die milliardenschweren Bestände ihrer eigenen internen „Bad Banks” beim BdB abladen.

Mit Gründung der EIS zieht der BdB auch seine Lehren aus dem Fall der Düsseldorfer Hypothekenbank (DHB), die 2015 wegen ausfallgefährdeter Anleihen der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria unter Druck geraten war. Der BdB ist daraufhin mit Garantien eingesprungen, um einen Zusammenbruch zu verhindern und die Reputation des deutschen Pfandbriefs zu schützen. Solche Garantien werden mit den Auslagerungsmöglichkeiten an die „Bad Bank“ künftig nicht mehr nötig sein.

Leitzinsen mit Tendenz nach unten

Der Leitzins in Großbritannien hat mit 0,5% zwar ein Rekordtief erreicht, dennoch kann das Land im Vergleich zur Eurozone fast schon wie ein Hochzinsland angesehen werden. Auf ihrer heutigen Sitzung dürfte die Bank of England (BoE) den Leitzins auf diesem Niveau belassen. Immerhin war man am Markt noch zum Jahresbeginn davon ausgegangen, dass die BoE innerhalb der nächsten zwölf Monate den Leitzins erhöhen würde.

Diese Erwartung wurde mittlerweile auf den Kopf gestellt. Aufgrund des gesunkenen Ölpreises und der nervösen Debatte um den Austritt Großbritanniens aus der EU („Brexit“) steigt sogar die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung. Auch die Inflationsprognose der BoE im Februar deutet darauf hin, dass sie es mit der Zinswende angesichts des schwachen Inflationsdrucks nicht eilig hat. Ohnehin wird davon ausgegangen, dass die Notenbank das Referendum über die EU-Mitgliedschaft am 23. Juni abwarten wird, bevor sie zu neuen geldpolitischen Maßnahmen greift.

Weiter nach unten tendiert auch der Leitzins in Japan. So hat der Chef der japanischen Notenbank, Haruhiko Kuroda, erneut eine weitere Zinssenkung in Aussicht gestellt und dabei die Grenzen der geldpolitischen Lockerung aufgezeigt. Demnach könnte der Leitzins theoretisch auf minus 0,5% gesenkt werden. Erst im Januar hatte die Notenbank den Leitzins erstmals in den negativen Bereich gesenkt, und zwar auf minus 0,1%.

Doch passt zu diesem Blick in die Zukunft nicht, dass bereits nach wenigen Wochen die erste Ausnahme von der Negativzins-Regel beschlossen wurde. Zukünftig werden Geldreservefonds, die über Treuhandbanken Geld bei der Zentralbank deponieren, keine Strafzinsen zahlen müssen. Manchmal merkt man erst hinterher, dass man übers Ziel hinaus geschossen ist.

Auf den ersten Blick: Hoher Budgetüberschuss in Athen

Auf den ersten Blick steht die griechische Regierung aufgrund höherer Einnahmen und geringerer Ausgaben finanziell besser da als erwartet. Das Staatsbudget von Athen weist für die beiden ersten Monate des Jahres einen Überschuss von insgesamt fast 3 Milliarden € auf, obwohl lediglich 1 Milliarde € geplant war.

Auf den zweiten Blick erkennt man, dass es sich dabei um den Primärhaushalt handelt, bei dem üblicherweise diverse Kosten ausgeklammert werden. So fallen neben den Kreditkosten auch die Budgets von Sozialversicherungen und Kommunen unter den Tisch. Die Bilanz der Regierung unterscheidet sich damit von der Kennziffer, welche die Geldgeber Europäische Union und Internationaler Währungsfonds im Blick haben.

Die Steuereinahmen summierten sich im Januar und Februar 2016 auf 8,1 Mrd. €, das waren 322 Mio. € mehr als geplant. Dennoch schulden immer mehr Griechen dem Staat Steuern. In 2015 stieg die Summe unbezahlter Steuern auf 86 Mrd. € - ein Plus von 14%. Doch in Athen geht man davon aus, dass von dieser Summe lediglich rund 10 Mrd. € eingenommen werden können, weil viele Bürger und Firmen kein Geld haben, um ihre Schulden zu begleichen. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, denn rund 4,3 Mio. Griechen sind mit ihren Zahlungen im Rückstand, was fast der Hälfte aller Steuerpflichtigen entspricht.

Deutsche Telekom rüstet sich für die Zukunft

Der Breitbandausbau des bestehenden Telefon- und Internetnetzes wird derzeit von vielen Telekommunikationsunternehmen forciert, so auch beim Branchenprimus der Deutschen Telekom. Um diese zukünftigen Herausforderungen meistern zu können, hat das Unternehmen 4,5 Mrd. €, verteilt auf 3 Neuemissionen am Kapitalmarkt aufgenommen. Die erste Anleihe ist ein 4-jähriger Floater (A18Y8L) im Volumen von 1,25 Mrd. €, der zu pari begeben wurde. Der Emittent zahlt bis zum Laufzeitende am 03.04.2020 einen vierteljährlichen Kupon in Höhe des 3-Monats-Euribor +35 bps. Der zweite Bond wurde mit 1,75 Mrd. € als 7-jährige Anleihe (A18Y8N) mit Fälligkeit am 03.04.2023 und einem jährlichen Kupon von 0,625% aufgelegt. Der Emissionspreis von 99,093% entsprach einem Spread von +45 bps über Mid Swap. Das Paket rundet ein 12-jähriger Bond (A18Y8M) mit einem Volumen von 1,5 Mrd. € ab. Die Anleger erhalten bis zur Fälligkeit am 03.04.2028 jährlich 1,5% an Zinsen. Das Papier wurde mit +75 bps über Mid Swap gepreist und folglich belief sich der Ausgabepreis auf 99,162%. Die Deutsche Telekom hat bei allen hier beschriebenen Anleihen die Mindestanlagesumme von 1.000 € gewählt, was sie für den Privatanleger interessant machen dürfte.

Auch der italienische Sportwagenhersteller Ferrari fuhr mit vielen PS am Primärmarkt vor und konnte durch die Begebung einer 500 Mio. € schweren Anleihe (A18Y3J) sein Debüt am Markt feiern. Das Unternehmen zahlt dem Anleger einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,5% bis zum Ende der Laufzeit am 16.03.2023. Die Anleihe wurde mit 98,977% auf den Markt gebracht, dies entspricht +140 bps über Mid Swap. Der Bond besitzt ein vorzeitiges Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Die Mindeststückelung beträgt 100.000 € und ist daher insbesondere für institutionelle Anleger geeignet.

Im Niemandsland seitwärts

Seit der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag sind die Börsianer sich immer noch nicht sicher, wie zukünftig die Kursentwicklung des Rentenbarometers sein wird. Wurde zuerst nach der Bekanntgabe der Beschlüsse himmelhoch jauchzend das bisherige Kontrakthoch bei 164,00% in Augenschein genommen, so setzte sich kurze Zeit später die Angst durch, dass die Dimension der Entscheidung negative Rückschlüsse zulasse. Wenn mit einer solchen Brachialgewalt vorgegangen wird, kann es natürlich sein, dass der Druck seitens der Notenbanker noch größer war als alle Marktteilnehmer dachten. Darüber hinaus überlegte man allerdings auch, ob die EZB überhaupt noch Handlungsspielraum hat. Die Kurskorrektur auf 160,81% war somit nur eine logische Schlussfolgerung und man entfernte sich deutlich von dem zuvor erreichten Level bei 163,40%.

Charttechnisch betrachtet ist eine Seitwärtsbewegung eingeläutet worden und ein erster Widerstand verläuft aktuell bei 162,11% (Tief Ende Februar / Anfang März). Ein nachhaltiges Überwinden dieser Hürde bringt das am 10. März erreichte Niveau bei 163,40% ins Spiel. Eine erste Unterstützung verläuft bei 160,81% (Tief vom 10. März) und ein Durchbrechen dieser Linie würde den Weg frei machen bis in den Bereich von 159,00% (mehrere Hochs und Tiefs Ende Januar). Aktuell notiert der Euro-Bund-Future nach der gestrigen Fed-Entscheidung bei 162,20% im Niemandsland und wird sich in den kommenden Tagen für eine Richtung entscheiden müssen.

Bund platziert 10 Jahre bei 0,30%

In den USA wurden in der Woche der Fed-Beratung neben den üblichen Geldmarktpapieren mit Fälligkeiten in 4 Wochen, 3 bzw. 6 Monaten 60 Mrd. USD, 37 Mrd. USD und 30 Mrd. USD auch noch 11 Mrd. USD mittels einer Aufstockung der aktuellen 10-jährigen inflationsindexierten T-Notes aufgenommen.

Solche Emissionsvolumen werden auch in absehbarer Zeit in Euroland nicht zur Disposition stehen. Die in der europäischen Gemeinschaftswährung zusammengefassten Staaten haben lediglich ca. 17 Mrd. € am Kapitalmarkt aufgenommen. Hierbei stockte die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland die aktuelle 10-jährige Benchmark-Anleihe (110239) um weitere 4 Mrd. € auf insgesamt 14 Mrd. € auf. Die Zuteilung erfolgte bei einer leichten Überzeichnung mit einer Durchschnittsrendite von 0,30%. Heute werden Frankreich und Spanien mit diversen Emissionen den interessierten Anlegern Material zur Verfügung stellen. Hierbei handelt es sich im Falle Frankreichs um die neu aufgelegte inflationsindexierte Anleihe (A18Y73 / 2021) und die Altemissionen (A1AS9F / 2020 ; A1HAW9 / 2022). Spanien wird mit drei Altemissionen (A18W6G / 2019 ; A18W1C / 2026 ; 607762 / 2032) sein Glück versuchen.

Das Ende der Fastenzeit naht

Es ist zwar noch nicht Ostern, aber das Ende der Fastenzeit naht und bis zu den Festtagen bleiben uns noch einige spannende Handelstage. Bereits in der vergangenen Woche feierte die europäische Gemeinschaftswährung eine kleine Wiederauferstehung.

Es ist zwar mittlerweile nicht mehr unüblich, dass die Finanzmärkte während der EZB-Pressekonferenz etwas außer Kontrolle geraten. Aber am vergangenen Donnerstag gelang der Einheitswährung Eurolands das Kunststück, innerhalb weniger Handelsstunden sowohl ein neues März-Tief bei 1,0823 USD als auch kurz darauf mit 1,1217 USD ein neues Monatshoch zu markieren. Nach diesem Kursfeuerwerk verlief der Start in die neue Woche wesentlich ruhiger. In den Fokus der Anleger rückte die Fed und somit war das Handelsgeschehen im Vorfeld der Sitzung durch Zurückhaltung gekennzeichnet. Dies spiegelte sich auch in der Kursentwicklung des Euros wider, der sich momentan in einer engen Tradingrange zwischen 1,1059 USD und 1,1175 USD bewegt. Nach der gestrigen Sitzung der Federal Reserve startet der Euro heute Morgen deutich freundlicher bei 1,1294 USD und markiert damit ein neues Monatshoch.

Die aktuelle Schwäche des brasilianischen Real nutzten die Anleger zum Einstieg und engagierten sich in selbigen Währungsanleihen. In Vergleich zum Euro verbilligte sich die Währung Brasiliens von 3,9435 BRL (10. März) bis auf 4,2632 BRL.

Eine erhöhte Umsatztätigkeit wurde aber auch in Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, norwegische Kronen, südafrikanisch Rand sowie auch türkische Lira registriert.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Draghis Medizin sorgt für unangenehme Nebenwirkungen

Weil die Eurozone von dem seitens der EZB ausgerufenen Inflationsziel in Höhe von 2% immer noch meilenweit entfernt ist und die Konjunktur nicht recht in Gang kommen will, bröckelt das Vertrauen in die Geldpolitik. Welche weiteren geldpolitischen Maßnahmen wird uns Mario Draghi im Anschluss an die heutige Ratssitzung der EZB auftischen? Dass der EZB-Präsident nachlegen wird, gilt als ausgemachte Sache. Erwartet wird eine weitere Senkung des Einlagezinses für Banken von minus 0,3% auf mindestens minus 0,4%.

Dieser Schritt ist bereits an den Märkten eingepreist und ich gehe sogar von minus 0,5% aus. Denn viele Notenbanker nehmen oftmals einen Währungskrieg zur Ankurbelung der Inflation und Konjunktur billigend in Kauf, obwohl die Halbwertzeit dieser Maßnahme sehr gering ist. Als Alternative bzw. Ergänzung ist allerdings auch eine Ausweitung des QE-Programms, etwa durch eine Laufzeitverlängerung über März 2017 hinaus oder eine Erhöhung des monatlichen Kaufvolumens, das derzeit bei 60 Mrd. € liegt, möglich. Das wäre aber nach meiner Einschätzung keine gute Lösung, da sich die EZB ohnehin schon oftmals ihrer Maximalgrenze von 33% nähert, bis zu der sie Anleihen eines Landes überhaupt ankaufen darf. Außerdem muss man feststellen, dass der Anleihenmarkt ohnehin schon weitestgehend leergefegt ist.

Der Spielraum, welcher der EZB verbleibt, wird also immer geringer. Zumal trotz radikaler Niedrigzinspolitik die erhofften Wirkungen bisher ausgeblieben sind. So freuen sich Investoren zwar über Geldspritzen, die den Aktienmarkt anheizen sollen, zweifeln aber vielfach an der Wirksamkeit der anhaltenden Geldschwemme und stellen sich die Frage, ob es gelingen kann, diese schadlos wieder zu beenden. Eine Exit-Strategie ist allerdings nicht existent.

Nicht nur hier offenbaren sich die unangenehmen Nebenwirkungen, welche die expansive Geldpolitik mit sich bringt. Längst schlagen die Maßnahmen auf die Erträge von Versicherern und Kreditinstituten durch, so dass die Sparkassen-Finanzgruppe verständlicherweise vor weiteren expansiven Maßnahmen der EZB warnt. „Vor allem leistet die EZB mit übereilten geldpolitischen Maßnahmen einer Krisenstimmung und damit einem weiteren Vertrauensverlust im Euroraum Vorschub“, heißt es in einem Positionspapier der Chefvolkswirte der Sparkassengruppe. Daher legen sie der EZB nahe, sich stattdessen für einige Zeit von dem hoch gesteckten Ziel der angestrebten Inflationsrate zu verabschieden. In einer Zeit ausgeprägter Wirtschaftsschwäche sei dieses Ziel ohnehin nur schwer zu erreichen. Außerdem droht die Glaubwürdigkeit der Notenbank Schaden zu nehmen, wenn sie permanent trotz höchstem Aktionismus ihre eigenen Ziele verfehlt. Darüber hinaus rechnen die Volkswirte ohnehin für den Euroraum damit, dass sich die Inflationsraten spätestens 2018 dem Zielwert 2% nähern würden – und zwar ohne zusätzliche Maßnahmen, allein schon über die Basiseffekte. Dann hätte die EZB ihr Pulver umsonst verschossen und jede Menge Kollateralschäden verursacht.

Für heute dürfte zumindest insofern die Sache klar sein, dass Draghi die Märkte nicht enttäuschen will – so wie er es im Dezember getan hat, als die EZB den Einlagezins auf minus 0,3% senkte und das QE-Programm bis März 2017 verlängerte. Doch den Marktteilnehmern war dies zu wenig und infolgedessen drehten damals die Aktienkurse Richtung Süden ab.

Die spannende Frage für heute wird nun sein, ob dieses Mal die hohe Erwartungshaltung der Börsianer und Investoren erfüllt werden kann oder es zum Déjà-vu kommen wird.

Fed hält sich aus dem Vorwahlkampf raus

Die Notenbanken sind bereits seit mehreren Jahren zu marktbeherrschenden Größen an den internationalen Finanzmärkten geworden, weshalb die geldpolitischen Entscheidungen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Waren in dieser Woche die Blicke der Börsianer noch auf die Europäische Zentralbank (EZB) gerichtet, so wird in der kommenden Woche die Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank (Fed) im Fokus der Investoren sein.

Nach den zuletzt positiven US-Konjunkturdaten spricht zwar einiges für eine erfolgreiche Stimulierung der US-Wirtschaft und somit auch für eine mögliche Zinsanhebung in den USA. Doch wäre dieser Schritt verfrüht, zumal die Zinsanhebung vom Dezember vergangenen Jahres noch zu frisch ist, und man die Finanzmärkte nicht übereilt vor neue Herausforderungen stellen sollte. Die Wirtschaftsdaten signalisieren zwar, dass die erste Zinsanhebung gut verdaut wurde, aber wie so oft ist weniger auch mal mehr. Daher dürfte die US-Notenbank kommende Woche ihr Pulver nochmals trocken halten.

Sicherlich spielt auch die nahende US-Präsidentschaftswahl am 8. November eine nicht zu unterschätzende Rolle bei zukünftigen Zinsentscheidungen in den USA. In der Vergangenheit hat es die Fed stets vermieden, sich mittels Geldpolitik direkt oder indirekt zur aktuellen Wirtschaftspolitik zu äußern und auf diesem Weg eine Bewertung vorzunehmen. Noch hat man die Zeit, um in aller Ruhe die weitere Entwicklung aller marktbestimmenden Komponenten der Zinspolitik auszuwerten und zu analysieren, um gegebenenfalls im Juni reagieren zu können. Neben den Rohstoffpreisen und der damit zusammenhängenden Inflation sind auch andere Komponenten wie beispielsweise die Arbeitsmarktdaten zu berücksichtigen. Auch die Tatsache, dass sich Auswirkungen der Fed-Beschlüsse nicht nur auf den Wirtschaftsraum der USA beschränken lassen, müssen die Notenbanker in ihr Kalkül mit einbeziehen. Die Volkswirtschaften in China, Russland und den Schwellenländern würden unter einer erneuten US-Zinsanhebung massiv leiden und zur Stützung ihrer eigenen Währung gezwungen sein.

Somit bleibt es auch nach der Zinsentscheidung der EZB spannend und erst am kommenden Mittwoch wissen wir, welche Gedanken sich die Fed-Mitglieder unter dem Vorsitz ihrer Präsidentin, Janet Yellen, gemacht haben. Die Geldpolitik der ruhigen Hand ist gefragt und es bleibt uns nur zu hoffen, dass dies auch auf die Reaktionen der Marktteilnehmer zutrifft.

Boxkampf um die Heta

Für den Fall, dass die Gläubiger der Hypo-Bad-Bank Heta einem Schuldenschnitt nicht zustimmen, will der Kärntner Landeshauptmann, Peter Kaiser (SPÖ), „die Boxhandschuhe“ anziehen, wie er sagt. Bisher sei man mit Samthandschuhen vorgegangen. Denn kommt es zu keiner Einigung, steht Österreich ein Novum bevor: Die erste Pleite eines Bundeslandes.

Am morgigen Freitag läuft das Angebot aus Kärnten für die Heta-Gläubiger ab, das Letztere bislang ablehnen. Kärnten, das Nachbesserungen definitiv ausschließt, droht damit ein jahrelanger Rechtsstreit, dem allerdings nun tatsächlich eine Insolvenz vorangehen könnte. Das Bundesland Kärnten haftet für Anleihen der ehemaligen Hypo Alpe Adria i.H.v. 11 Mrd. €. Mehrere Investorengruppen hatten zuvor das aufgebesserte Angebot für den Rückkauf ihrer Heta-Anleihen abgelehnt. Eine große Gläubigergruppe, der u.a. die Commerzbank, die HSH Nordbank und die Deutsche Pfandbriefbank angehören, hält Heta-Papiere im Volumen von über 5 Mrd. €. Doch das Angebot kann nur wirksam werden, wenn zwei Drittel zustimmen und somit kann diese Gruppe alleine den Deal platzen lassen. Und auch die deutschen Versicherer pochen auf Erfüllung der unwiderruflichen Garantie des Bundeslandes und lehnen infolgedessen ebenfalls das Angebot Kärntens über eine finanzielle Beteiligung i.H.v. 1,2 Mrd. € ab. Hierin sieht Kärnten nämlich die Schmerzgrenze dessen, was es leisten könne. Und nur für dieses Angebot gibt es für Kärnten die Kreditierung durch den Bund. Das Angebot läuft am 11. März aus. Danach gibt es keine Chance mehr für die Gläubiger, doch noch zuzustimmen.

Nun spekulieren viele Anleger darauf, dass Österreich dem Bundesland zu Hilfe kommt, um dessen Insolvenz zu verhindern. Doch zuvor wird die zuständige Finanzmarktaufsicht (FMA) einen Schuldenschnitt bei der Bad Bank machen, der spätestens Ende Mai erfolgen muss. Bis dahin läuft das über die Heta verhängte Schuldenmoratorium. Auch eine Rückzahlung sämtlicher Heta-Anleihen ist bis dahin gestoppt.

Würden die Gläubiger das Angebot über insgesamt 7,8 Mrd. € annehmen, verzichteten sie auf rund 3 Mrd. €. Das Bundesland argumentiert, dass bei einem Rechtsstreit am Ende für alle Forderungen weniger bleiben als bei einer Annahme des vorliegenden Angebots. Verlässlichkeit sieht anders aus!

BaFin legt die Daumenschrauben an

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) zieht für insgesamt 15 deutsche Institute die Daumenschrauben an. Weil sie als national systemrelevant gelten, müssen diese Institute weitere Kapitalpuffer anlegen, die über die Mindestanforderungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hinausgehen. So hat die BaFin die entsprechenden Banken, zu denen die BayernLB, Commerzbank und Deutsche Bank sowie die DekaBank, aber auch die LBBW gehören, aufgefordert, innerhalb einer Übergangsfrist einen Kapitalpuffer zwischen 50 und 150 Basispunkten aufzubauen, wie die „Börsenzeitung“ schreibt.

Die Gruppe der betroffenen Institute deckt sich weitestgehend mit dem Kreis der bereits 2013 als national systemrelevant definierten Häuser, ausgenommen der Töchter ausländischer Großbanken. Daher trifft die Forderung nach einem Zusatzpuffer die Banken auch nicht ganz unvorbereitet. So haben bereits mehrere der relevanten Institute damit begonnen, ihre Eigenkapitalquoten über das von der EZB geforderte Maß hinaus auszubauen, um zukünftig Krisen besser überstehen zu können.

London verschärft Strafrecht für Banker

Ausgerechnet (oder gerade) Großbritannien, wo die Bedeutung der Finanzwirtschaft überdurchschnittlich ist und auf eine lange Tradition verweisen kann, hat einen neuen Straftatbestand für Banker eingeführt. Spitzenbanker, die künftig - Finanzjongleuren gleich - fahrlässig hohe Summen verzocken, drohen nun bei „rücksichtslosem Fehlverhalten“ Haftstrafen von bis zu sieben Jahren oder unbegrenzte Geldbußen.

Der neue Straftatbestand zeigt laut dem konservativen Finanzminister George Osborne, dass Großbritannien die „Lehren aus der Vergangenheit gezogen hat”. Man habe die Bankenregulierung reformiert, um ein stärkeres und sicheres Finanzsystem zu schaffen, argumentiert er. Demnach müssen die Banker in der Londoner City nun mit einigen „der härtesten Sanktionen in der Welt rechnen“.

Mit den strengen Regeln reagiert London auf eine der Hauptforderungen einer parlamentarischen Kommission, die nach dem Skandal um die Manipulation des globalen Referenzzinses Libor eingesetzt worden war. In der Folge des Liborskandals hatten Banken insgesamt 9 Mrd. US-Dollar an Strafen gezahlt, darunter die Deutsche Bank. Auch hat ein Londoner Gericht mittlerweile eine erste Haftstrafe in der Zinsaffäre verhängt. So muss der ehemalige UBS-Banker Tom Hayes wegen seiner Rolle bei den Libor-Manipulationen sogar für 11 Jahre ins Gefängnis.

EZB nimmt italienische Banken unter die Lupe

Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt die Kapital- und Liquiditätsniveaus mehrerer italienischer Banken verstärkt unter die Lupe. Dies meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Angesichts einer Schuldenlast von rund 200 Mrd. € hatten Zweifel an der Stabilität der betroffenen Institute deren Aktienkurse geschwächt.

Die EZB überprüft den Meldungen zufolge täglich die Liquidität unter anderem der Banken Monte dei Paschi di Siena und Banca Carige. Bisher hatte die EZB mehrere Institute, in deren Bilanzen sich ein Berg fauler Kredite gebildet hat, zur Stärkung ihrer Kapitalpolster gedrängt. Grundsätzlich gehört die Überwachung von Kapital- und Liquiditätsniveaus zur gängigen Praxis der EZB. Auch die Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca soll die EZB im Visier haben, wie die Zeitung „La Repubblica“ schreibt.

Diese besondere Art der Zuwendung wirft zusammen mit der Einschätzung der EU-Finanzminister, dass Italien mit seinem diesjährigen Haushalt gegen die Defizitregeln der Währungsgemeinschaft verstoßen wird, ein besonderes Licht auf das südeuropäische Land.

Coca Cola löscht Durst

In der Hoffnung, dass viele Investoren - entsprechend der Werbung - mit Coca Cola den Moment genießen, hat sich der US-amerikanischen Hersteller von Erfrischungsgetränken entschlossen, eine Unternehmensanleihe am Kapitalmarkt zu begeben.

So wurde ein 8 1/2-jähriger 600 Mio. € schwerer Bond (A18YV1) mit Fälligkeit am 11.11.2024 und einer jährlichen Zinszahlung von 1,875% aufgelegt. Der Emissionspreis (99,671%) entsprach einem Spread von +150 bps über Mid Swap. Coca Cola entschied sich bei dieser Anleihe für eine 100.000er Mindeststückelung und zielt somit verstärkt auf institutionelle Kunden ab.

Aber es gab auch einen Emittenten, der sich bei seinen Anleihen für die „privatanleger-freundliche“ Stückelung von 1.000 € entschied. So stillte der deutsche Kunststoffhersteller Covestro seinen Kapitaldurst mit einem Dreierpack an neuen Anleihen zu jeweils 500 Mio. €. Zuerst wurde ein 2-jähriger Floater (A169MF) zu pari begeben. Gezahlt wird bis zum Laufzeitende am 10.03.2018 ein vierteljährlicher Kupon in Höhe des 3-Monats-Euribor +60 bps. Der zweite Bond wurde als 5 1/2-jährige Anleihe (A169MG) mit Fälligkeit am 07.10.2021 und einem jährlichen Kupon von 1% aufgelegt. Der Emissionspreis von 99,586% entsprach einem Spread von +146,6 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe. Das Tripple komplettiert eine 8 1/2-jährige Anleihe (A169MH) mit Fälligkeit am 25.09.2024. Der Bond wurde mit 99,736% emittiert und mit einem jährlichen Zins i.H.v. 1,75% ausgestattet. Dies entsprach einem Aufschlag von +182 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe. Die beiden zuletzt genannten Anleihen verfügen über ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option).

Hohe Erwartungen können zum Problem werden

Nun ist es endlich soweit. Super-Mario wird heute liefern und die Euro-Bund-Future Händler werden versuchen auf der sich daraus ergebenden Welle zu surfen. Wie hoch die Wellen schlagen werden, hängt insbesondere von der Wortwahl des EZB-Präsidenten ab. Doch eines kann man vorhersagen: Das durch den Rollover entstandene Gap von über 2,5 Prozentpunkten wird nicht geschlossen werden. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die Börsianer mit ihren sehr hohen Erwartungen an die Ergebnisse der Sitzung enttäuscht werden und es zu Gewinnmitnahmen kommen wird. Denn immer nur auf die Kaufkraft der EZB zu setzen und jeden Hinweis auf zusätzliche Liquidität mit einem Anstieg des Rentenbarometers zu koppeln, wird sich früher oder später als Trugschluss erweisen.

Infolge des Kontraktwechsels ist es angebracht, die Chartanalyse zu bemühen. Hierbei ergibt sich eine erste Unterstützungslinie bei 162,11% (Tiefs Ende Februar und Anfang März) und eine zweite im Bereich von 161,23% (Tiefs Anfang/Mitte Februar). Nach oben bildet die Marke von 164,00% nicht nur eine psychologische Hürde, sondern stellt auch mit dem Hoch vom 29. Februar einen echten Widerstand dar.

Athen zahlt für 91 Tage 2,7% p.a.

In dieser Handelswoche hat sich Griechenland am Geldmarkt für 91 Tage neue finanzielle Mittel besorgt. Hierbei konnten 1,3 Mrd. € zu einer Rendite von 2,7% aufgenommen werden. In den übrigen Euroländern stockten sowohl Deutschland als auch Österreich zwei Anleihen (A0GL3F / 2021 ; A18X6P / 2026) auf. Österreich vereinnahmte damit insgesamt 1 Mrd. € und Deutschland erhöhte planmäßig das Emissionsvolumen der 10-jährigen inflationsindexierten Anleihe (103056) um 500 Mio. € auf insgesamt 6,5 Mrd. €. Die Zuteilung der deutlich überzeichneten Emission erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,72%. Die am gestrigen Mittwoch um 4 Mrd. € auf 9 Mrd. € aufgestockte 2-jährige Bundesschatzanweisung (110463) wurde bei einer Durchschnittsrendite von -0,55% abgerechnet. Den Schlusspunkt setzt am Freitag Italien mit einer Begebung einer neuen 7-jährigen Anleihe. In Anbetracht der Tatsache, dass Italien auch in diesem Jahr die Defizitregeln nicht einhalten wird, wartet man gespannt auf die Reaktion der Investoren.

In den USA hingegen konnten Kapitalsammelstellen in dieser Woche unter Wertpapieren mit diversen Laufzeiten auswählen. So wurden 60 Mrd. USD als 4-Wochen-, 37 Mrd. USD als 3-Monat- und 30 Mrd. USD als 6-Monat-T-Bill aufgelegt. Für an längeren Laufzeiten interessierten Anlegern waren allerdings auch 24 Mrd. USD als 3-jährige- sowie 20 Mrd. USD als 10-jährige-T-Note und 12 Mrd. USD als 30-jährigen-T-Bond im Angebot.

Euro im Bann der EZB

In der vergangenen Berichtswoche hatte die europäische Gemeinschaftswährung ihrem amerikanischen Pendant wenig entgegenzusetzen und stand klar auf der Verliererseite. Der Start in die neue Handelswoche jedoch verlief für die Einheitswährung Europas deutlich freundlicher. Der Euro war aufgrund der Verunsicherung um die Wirtschaft Chinas als sicherer Hafen gesucht. So stieg der Eurokurs in der Spitze bis auf 1,1057 USD, nachdem er die Woche zuvor noch um die Marke von 1,0850 USD gehandelt wurde. Im Vorfeld der heutigen EZB-Ratssitzung halten sich die Anleger etwas bedeckt und harren der Dinge, die da noch kommen werden. Aktuell notiert der Euro bei 1,0980 USD.

Aus Sorge um China standen gegenüber dem Greenback insbesondere Währungen unter Druck, die wirtschaftlich eng mit dem Reich der Mitte verbunden sind. So verlor beispielsweise der australische Dollar im Vergleich zum Greenback erheblich an Wert und notierte sogar bei 0,7527 AUD, einem Niveau das zuletzt Anfang Juli vergangenen Jahres erreicht wurde. Aber zur Freude Australiens gibt es noch Euroland. Gegenüber dem Euro konnte der Aussie-Dollar kräftig zulegen und markierte mit 1,4591 AUD sogar ein neues Jahreshoch.

In der Gunst der Privatanleger standen in dieser Handelswoche Währungsanleihen lautend auf australische Dollar, brasilianische Real sowie norwegische Kronen. Die Palette der ebenfalls stark nachgefragten US-Dollar-Anleihen wurde am gestrigen Mittwoch um 7 Anleihen von Berkshire Hathaway erweitert, wovon ab heute bereits 5 Anleihen von uns gepreist werden. Die Emissionen im Gesamtvolumen von 9 Mrd. USD waren 3-fach überzeichnet.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Author: Klaus Stopp

Draghi in den Startlöchern für weitere geldpolitische Schritte

Deutet man die Zeichen aus dem Turm der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt richtig, so werden bereits am kommenden Donnerstag weitere geldpolitische Maßnahmen getroffen. Man sei auf mögliche weitere Schritte vorbereitet, hatte EZB-Präsident Mario Draghi in einem Brief an einen Europa-Abgeordneten geschrieben, der von der EZB selbst öffentlich gemacht wurde. Die EZB könne dadurch „alle zur Verfügung stehenden Optionen“ nutzen, heißt es in dem Schreiben. Und: „Es gibt keine Grenzen, wie weit wir gewillt sind mit unseren Instrumenten innerhalb unseres Mandats zu gehen.“ Die EZB sieht sich also grenzenlos in ihren Spielräumen – „koste es, was es wolle“, wie Draghi im Sommer 2012 gesagt hatte.

Wenn nun am 10. März der EZB-Rat zu seiner turnusgemäßen geldpolitischen Sitzung zusammenkommt, wird diese auch unter dem Eindruck einer vermutlich negativen Inflation für die gesamte EU stehen, die wesentlich von der schwachen Teuerungsentwicklung in Deutschland und Spanien beeinflusst worden ist. Bekanntlich strebt die Notenbank mittelfristig eine Inflation von knapp 2% an, wovon man insbesondere wegen des Ölpreisverfalls weit entfernt ist. Vor diesem Hintergrund hat der Markt ein Absenken des aktuellen Einlagenzinses, zu dem Banken bei der EZB Gelder parken, von derzeit minus 0,3% auf minus 0,4% bereits eingepreist. Meines Erachtens ist sogar mit einem Absenken auf minus 0,5% zu rechnen.

Eine Ausweitung des Ankaufvolumens für Anleihen von derzeit rund 60 Mrd. € pro Monat erscheint dagegen als unwahrscheinlich. Damit würde man im Markt früher oder später an die Grenzen der Verfügbarkeit stoßen. Der Sekundärmarkt ist ohnehin schon leergefegt, so dass die EZB sogar bei verschiedenen Neuemissionen immer wieder als Käufer auftritt. Bei einer Erhöhung des Ankaufprogramms gehen der EZB also schlichtweg bald die Titel aus, die am Markt verfügbar sind und man würde Gefahr laufen, an die Obergrenze von 33% der ausstehenden Anleiheschulden eines Landes zu geraten, die sie sich selbst gesetzt hat. Allerdings wäre auch eine Anpassung dieser Beschränkung eine mögliche Option der geldpolitischen Gestaltung am 10. März.

Mit Blick auf den Kampf für eine Erhöhung der Inflation argumentiert Draghi immer wieder gerne damit, dass sich niedrige Inflation bzw. Deflation nicht verfestigen dürfe. Sonst hätte die Zentralbank irgendwann kein Mittel mehr, etwas dagegen zu unternehmen. Umso mehr müsse die EZB handeln, so seine Schlussfolgerung. Da es insbesondere der Absturz des Ölpreises ist, welcher der EZB einen dicken Strich durch die Rechnung macht, mag man Draghi ja empfehlen, doch gleich am Spotmarkt in Rotterdam als Käufer aufzutreten, um den Ölpreis in die Höhe zu treiben. Statt Anleihen und Gold würde die Notenbank dann auch Öl bunkern. Zugegeben, der Vorschlag ist nicht ganz ernst gemeint. Aber am Ende könnte eine solche direkte Intervention am Ölmarkt wirkungsvoller und gegebenenfalls auch weniger schädlich für den Finanzsektor sein als eine dauerhafte Niedrigzinsphase.

Der Zins-Irrsinn hat ein Gesicht bekommen

Als ich vor über 30 Jahren die Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert habe, da war die Finanzwelt noch in Ordnung. Damals erklärte man mir: Wenn man Geld für eine kurze Zeitspanne aufnimmt, dann zahlt man hierfür einen Zins an den Geldgeber. Und wenn man das Geld über einen längeren Zeitraum benötigt, steigt der zu zahlende Zins entsprechend. Zum Schluss kam dann noch der Hinweis, dass ein schlechter Schuldner selbstverständlich höhere Zinsen zahlen muss als ein guter. Soweit die Theorie.

Inzwischen hat sich die Welt gedreht. Das Land der aufgehenden Sonne ist ein Paradebeispiel für Auswüchse in der Finanzwelt, die noch vor Jahren unvorstellbar gewesen sind. So hat es Japan in dieser Woche erstmalig geschafft, eine Staatsanleihe mit Minuszins zu begeben. Das heißt, das Land verschuldet sich für 10 Jahre und bekommt dafür von den Gläubigern noch Geld. Auf die gesamte Laufzeit hochgerechnet, muss Japan von den an diesem Dienstag aufgenommenen ca. 2,2 Bill Yen am Ende der Laufzeit ca. 7,5 Mrd. Yen weniger zurückzahlen. Damit hat der Zinsirrsinn ein Gesicht bekommen.

Wie Japan ergeht es momentan auch anderen Ländern. Solche Marktkonditionen sind natürlich kontraproduktiv für jede nachhaltige Wende in der Haushaltspolitik. Wenn selbst Länder wie Japan, die mit einer Verschuldungsquote von 244% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Kreide stehen, so vorgehen können, dann ist das für Politiker sehr verführerisch. Zumal die Quoten von Griechenland (194%) und Italien (132%) gegenüber Nippon, so wie es in Reinhard Meys Lied „Über den Wolken“ heißt, mickrig und klein erscheinen. Ein noch besserer Indikator der Verschuldung ist allerdings der Vergleich der jährlichen Staatseinnahmen mit der Verschuldung. Hierbei kann Japan mit dem Faktor 7, die USA mit 3 und Griechenland mit ca. 4 „glänzen“. Bei Unternehmen wird in der Regel ein Faktor 3 noch toleriert. Allerdings sollte man bei dieser Betrachtungsweise nicht vergessen, dass Regierungen mittels Steuererhebungen eine Möglichkeit zur Verbesserung der Einnahmen besitzen, nach der sich jeder Finanzchef eines Unternehmens sehnt.

Doch früher oder später wird ein Umdenken der Investoren einsetzen und zu einer drastischen Wende beim Anlegerverhalten führen. Der Chef der Schweizerischen Notenbank (SNB), Thomas Jordan, wird nicht müde, auf diese Problematik hinzuweisen. Seines Erachtens wird eine Flucht in Bargeld stattfinden. Und der Umstand, dass man jetzt seitens der Europäischen Zentralbank-Vertreter die Begrenzung von Barbezahlungen diskutiert, wird von vielen als Bestätigung dieser These gewertet. Bei dieser Gelegenheit sei nochmals daran erinnert, dass in diesem Zinsspiel die Rollen der Gewinner und der Verlierer per Definition besetzt sind und sich nur noch die Frage nach der Dauer des Mitspielens stellt.

Moody’s verpasst China einen Schuss vor den Bug

Noch hat Moody’s den Daumen nicht gesenkt. Doch der Umstand, dass die Ratingagentur den Ausblick für die Bonitätsbewertung von China von stabil auf negativ gesenkt hat, ist als Schuss vor den Bug zu deuten. Das Reich der Mitte wies 2015 das schwächste Wirtschaftswachstum seit 25 Jahren aus. Moody’s begründete den negativen Ausblick unter anderem mit Chinas steigenden Staatsschulden und den gesunkenen Fremdwährungsreserven. Dennoch bestätigte die Ratingagentur die langfristige Einstufung Chinas mit Aa3, der viertbesten Note innerhalb der Bonitätsskala und damit Investment Grade. Die Reserven Chinas seien nach wie vor großzügig, so Moody‘s. China könne abgestuft werden, wenn eine Verlangsamung der Reformen zu beobachten sei, welche das Land braucht, um ein nachhaltiges Wachstum zu fördern und den Staatshaushalt zu schützen.

Dass die Wirtschaft im Reich der Mitte neue Impulse brauchen kann, darauf deutet auch eine Maßnahme der People’s Bank of China (PBoC) hin, die den Mindestreservesatz für Geschäftsbanken um 50 Basispunkte reduziert hat. Dieser Schritt soll für üppige Liquidität sowie für neue Anreize bei der Kreditvergabe sorgen.

Die scheinen auch bitter nötig, denn die chinesische Regierung beabsichtigt aufgrund von Überkapazitäten infolge einer sich rasant abkühlenden Konjunktur, 5 bis 6 Millionen Jobs in staatlichen, sogenannten Zombie-Firmen, zu streichen. Der Abbau soll in den nächsten zwei bis drei Jahren erfolgen. Es wäre die größte Umstrukturierung seit fast zwei Jahrzehnten. Vielleicht war es ja der letzte Schuss vor den Bug, den Moody’s mit seinem negativen Ausblick China verpasst hat – bevor die Ratingagentur die Bonität des Landes tatsächlich abwertet.

Griechenland unter doppeltem Krisendruck

Aufgrund seiner Haushaltslöcher und der geografischen Lage Griechenlands hat sich die Krisensituation in dem Mittelmeerstaat zugespitzt. Angesichts des weiter wachsenden Flüchtlingszustroms hat Athen die EU um Hilfe ersucht, die nun ihrerseits ein millionenschweres Nothilfe-Paket für Hellas schnürt. Natürlich hat Griechenland an der Südostgrenze der EU bei der Bewältigung des Flüchtlingsthemas an strategischer Bedeutung gewonnen. Deshalb dürfte die Bereitstellung eines Nothilfe-Pakets zügiger vonstattengehen, als dies bei den Verhandlungen um Notkredite zur Bewältigung der Schuldenkrise der Fall war.

Jedenfalls sollen noch in diesem Jahr 300 Mio. € und bis Ende 2018 insgesamt 700 Mio. € für humanitäre Hilfe dem Land zur Verfügung gestellt werden. Das Geld werde nicht nur Griechenland, sondern auch anderen EU-Staaten zugutekommen, wird in EU-Kreisen argumentiert. Die Unterstützung sei nötig, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, wenn eine noch nie dagewesene Zahl von Flüchtlingen in die EU gelange. Dafür sollen Umschichtungen in dem bestehenden Haushalt vorgenommen werden. Athen hatte für dieses Jahr um Nothilfe in der Höhe von 480 Mio. € gebeten. Nach Angaben der Vereinten Nationen warten derzeit 24.000 Flüchtlinge in Griechenland auf ihre Weiterreise.

Parallel zu dem Flüchtlingsdrama droht sich die Schuldensituation des Landes weiter zu verschärfen. So rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) laut „Spiegel“ damit, dass Griechenland bereits ab Ende März Schwierigkeiten haben wird, seine Schulden zu bedienen. Dabei stellt sich der IWF gegen die Bereitschaft vieler EU-Länder, Athen angesichts der Belastungen durch die Flüchtlingskrise bei den Sparauflagen im Rahmen des dritten Rettungspakets stärker entgegenzukommen. Das könnte etwa die Umsetzung der umstrittenen Rentenreform betreffen. Der IWF beharrt demnach auf den Reformversprechen aus Athen und blockiert den längst fälligen Fortschrittsbericht, der grünes Licht geben muss, damit sich der Währungsfonds am dritten Rettungspaket beteiligt. Solange es den Griechen nicht gelinge, die Wohlhabenden ausreichend zu besteuern, müssten laut IWF die Renten gekürzt werden - eine Situation, die ausgerechnet die linke Syriza-Regierung von Alexis Tspiras nicht in der Lage ist zu lösen.

Triumph der Geier in Argentinien

Seit fast 15 Jahren schwelte ein Streit zwischen Argentinien und seinen Gläubigern. Viele Investoren haben Geld verloren und nun haben ihnen US-Hedgefonds gezeigt, wie man es richtig macht. Zum Wochenstart ließen die beiden Parteien über den Vermittler mitteilen, dass eine Einigung erzielt wurde und insgesamt 4,65 Mrd. USD beglichen werden. Das entspricht einer Einigung auf 75% der ursprünglich geforderten Summe. Unterm Strich hat sich dieser Rechtsstreit für die Investoren ausgezahlt, da man die fast wertlosen Schuldverschreibungen in den vergangenen Jahren aufkaufte und nun den Gewinn heben durfte.

Doch in diesem Streit gibt es nicht nur einen Gewinner, sondern auch eine Vielzahl an Verlierern. Hatten sich die früheren Präsidenten Argentiniens noch dem „Erpressungsversuch” erwehren können, so ist der amtierende Präsident Mauricio Macri eingeknickt und hat dem Deal zugestimmt. In der Folge ist allerdings in Argentinien eine innenpolitische Debatte über die Frage ausgelöst worden, ob die Lösung als Erfolg oder als Niederlage einzustufen ist. Einerseits ist Argentinien, dem seit fast 15 Jahren der Weg an die Kapitalmärkte versperrt war, vielleicht bald wieder in der Lage, sich bei Investoren zu refinanzieren. Andererseits müssen die Kosten des Deals an anderer Stelle eingespart werden, was nicht ohne Stellenabbau im öffentlichen Dienst möglich sein wird. Somit schließt sich der Kreis bis zum einfachen Bürger, der zum Schluss der Leidtragende dieser Einigung sein wird.

Daher sollte man sich nicht nur in Lateinamerika vor Augen führen, was passiert, wenn die Inkompetenz von Politikern auf die Beharrlichkeit der „Geierfonds” trifft. Die Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht, und die jetzige Generation muss dafür bluten. Auch wird von dieser Vereinbarung eine Signalwirkung für zukünftige Fälle dieser Art ausgehen. Wenn, wie in diesem Fall, die Rückzahlung in etwa dem 15-fachen des eingesetzten Kapitals entspricht, dann weiß man, welche Begehrlichkeiten bei ähnlich gelagerten Verhandlungen geweckt werden. Allerdings ist auch hierbei wichtig, dass man den richtigen, schwergewichtigen Partner an seiner Seite hat. Argentinien ist zwar nicht Heta, die Bad Bank der einstigen Hypo Alpe Adria, und auch nicht Kärnten, aber die beiden dort involvierten Streitparteien werden sich diese Lösung sicherlich gut anschauen.

Grundsätzlich muss allerdings angemerkt werden, dass solche Rechtsstreitigkeiten hoffentlich auch wieder dazu beitragen, die Rückzahlungsmoral der Schuldner wiederzubeleben. Denn ein Rentenhandel ohne verlässliche Partner ist zum Scheitern verurteilt. Die Auswirkungen eines fehlenden Vertrauens sind momentan bei verschiedenen Mittelstandsanleihen zu beobachten - und das gilt es zu verhindern.

Primärmarkt profitiert von Stimmungswechsel

Den meisten PC Usern sind System-Updates bestens bekannt und die hat in dieser Woche auch der US-Software- und Hardwarehersteller IBM für sich in Anspruch genommen.

Auf diesem Wege wurden 3 neue Anleihen im Gesamtvolumen von 2,25 Mrd. € emittiert. Eine 5 1/2 -jährige Anleihe (A18YPK) im Volumen von 1 Mrd. € zahlt dem Investor einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,5% bis zum Laufzeitende am 07.09.2021. Der Bond wurde mit +60 bps über Mid Swap gepreist und somit lag der Ausgabepreis bei 99,337%. Der zweite Bond (A18YPL) mit einem Emissionsvolumen von 750 Mio. € ist am 06.09.2024 fällig. Der Anleger erhält eine jährliche Verzinsung in Höhe von 1,125%. Gepreist wurde die Anleihe zu 99,399%, was einem Emissionsspread von +85 bps über Mid Swap entsprach. Zur Komplettierung des Dreierpacks wurde eine 12-jährige Anleihe (A18YPM) im Volumen von 500 Mio. € mit Laufzeitende am 07.03.2028 auf den Markt gebracht. Mit einem jährlichen Kupon von 1,75% ausgestattet, wurde das Papier mit +120 bps über Mid Swap gepreist wurde, was einem Reoffer von 98,858% gleich kam. Alle hier beschriebenen Anleihen verfügen über ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) und eine kleinste Stückelung von 100.000 €.

War zu Jahresbeginn sogar der Kapitalmarkt für „gute“ Unternehmen infolge der Sorge um den Zustand der Weltwirtschaft und des VW-Skandals nicht verfügbar, so führte nicht zuletzt der Stimmungswechsel an den Aktienmärkten zu einer deutlichen Belebung am Primärmarkt für Corporate Bonds. Die Gunst der Stunde nutzte auch der deutsche Premiumhersteller von Automobilen, Daimler, und platzierte drei neue Bonds. Zuerst wurde ein 2-jähriger Floater (A2AAL1) im Volumen von 1 Mrd. € zu pari begeben. Gezahlt wird bis zum Laufzeitende am 09.03.2018 ein vierteljährlicher Kupon in Höhe des 3-Monats-Euribor +48 bps. Daimler entschied sich bei dieser Anleihe für eine Mindeststückelung von 100.000 €. Der zweite Bond wurde als 3 1/2-jährige Anleihe (A2AAL2) mit Fälligkeit am 09.09.2019 im Volumen von 1,5 Mrd. € und einem jährlichen Kupon von 0,5% aufgelegt. Der Emissionspreis von 99,793% entsprach einem Spread von +70 bps über Mid Swap. Den Hattrick komplettiert ein 10-jähriger Bond (A2AAL3) im Volumen von 1 Mrd. €. Die Anleger erhalten bis zur Fälligkeit am 09.03.2026 jährlich Zinsen in Höhe von 1,5%. Das Papier wurde mit +105 bps über Mid Swap gepreist und folglich belief sich der Ausgabepreis auf 99,339%. Die beiden letztgenannten Anleihen richten sich durch die Mindestanlage von 1.000 € auch an private Investoren.

Frisches Kapital brauchte auch der Stahlproduzent ThyssenKrupp. Aus diesem Grunde wurde eine 5-jährige Anleihe (A2AAPF) im Volumen von 750 Mio. € mit Laufzeitende am 08.03.2021 begeben. Der Investor erhält einen jährlichen Zins von 2,75%. Der Reoffer lag bei 99,425% und somit mit +289,4 bps über Mid Swap. Der Bond besitzt ein Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten zu pari am 08.12.2020. Auch bei dieser Anleihe wurde die „privatanleger-freundliche“ Mindestanlagesumme von 1.000 € gewählt.

Die Raupe Nimmersatt legt eine Pause ein

Am kommenden Dienstag ist es wieder soweit. Es steht der letzte Handelstag im März-Kontrakt bei den unterschiedlichen Fixed-Income-Futures an und der Rollover wirft bereits seinen Schatten voraus. Ein Blick auf den neuen Kontrakt würde sicherlich bei vielen Investoren für Verwunderung sorgen. Der Juni Kontrakt des Euro-Bund-Futures notiert aktuell bei 162,60% und somit über 2,5 Punkte tiefer als der März Kontrakt. Doch diese Differenz bedeutet keinen signifikanten Renditeanstieg wie ihn sich viele Investoren wünschen würden, sondern ist lediglich den mathematischen Besonderheiten geschuldet.

Auch in dieser Handelswoche beherrschten die Kursverläufe an den Aktienmärkten das Geschehen an den Rentenmärkten. Somit war der Wochenauftakt mit dem Erreichen eines neuen Allzeithochs bei 166,63% keine Überraschung, aber infolge der weltweiten Kurserholung an den Aktienmärkten ging dem Sorgenbarometer die Luft aus, was eine Korrektur bis auf 165,04% bedeutete. Aufgrund der hohen Erwartungen an die EZB-Entscheidung in der kommenden Woche wächst die Gefahr, dass sich in einer ersten Reaktion Enttäuschung einstellen wird, da die Marktteilnehmer allzu oft an die Raupe Nimmersatt erinnern.

Aber trotz des anstehenden Rollover orientieren wir uns noch an den Leitplanken des bisherigen Kontrakts und daraus ergibt sich, dass der seit dem 29.12.2015 bestehende Aufwärtstrend noch intakt ist und lediglich der etwas steilere mit dem Unterschreiten der 166er-Marke durchbrochen wurde. Somit ergeben sich Unterstützungen bei 165,20% und 164,50% und nach oben mutieren alle zwischenzeitlichen Höchststände zu Widerständen. Eine erste obere Begrenzungslinie verläuft aktuell bei 165,57% (Hoch vom 22.02.).

USA mit Geldmarktwoche

Geldmarktwochen in den USA. Mit diesem Motto ist in dieser Handelswoche die Refinanzierung in Amerika zu umschreiben. Insgesamt wurden für 142 Mrd. US-Dollar T-Bills mit Laufzeiten von 4 und 52 Wochen sowie 3 und 6 Monaten aufgelegt.

In Euroland ist angedacht, lediglich 17 Mrd. € einzusammeln. So wurde in Deutschland turnusgemäß am gestrigen Mittwoch die aktuelle fünfjährige Bundesobligation Serie 173 (114173) um 4 Mrd. € auf insgesamt 9 Mrd. € aufgestockt. Die Nachfrage nach diesem Titel war seitens der Investoren so hoch wie schon lange nicht mehr (ca. 5,5 Mrd. €). Und das trotz der hohen Negativrendite, denn die Zuteilung erfolgte im Durchschnitt bei -0,36%.

Zum Abschluss der Emissionsrunde europäischer Staaten werden heute noch die französischen (A1HKFP / 2023 ; A1Z7JJ / 2031 ; A18YPD / 2026) sowie die spanischen Anleihen (A18YPG / 2021 ; A1ZJHS / 2024 ; A1ZXQ6 / 2030) Investoren zum Kauf angeboten.

Der Euro lässt kräftig Federn

Das noch relativ junge Jahr hatte bis dato im Hinblick auf die Finanzmärkte rund um den Globus bereits einiges zu bieten. Und weil das noch nicht genug war, beschert uns das Schaltjahr 2016 noch einen weiteren Tag, um uns mit den aktuellen Marktgegebenheiten zu beschäftigen.

Diesen zusätzlichen Handelstag wusste die europäische Gemeinschaftswährung allerdings nicht zu nutzen. Im Gegenteil, gegenüber dem Greenback hat die Währung Eurolands aktuell das klare Nachsehen. Erwartungen, die EZB könnte ihre geldpolitische Ausrichtung nochmals lockern belasten den Eurokurs. Hinzu kommen überraschend gute Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten, die dem US-Dollar Rückenwind verleihen und die Einheitswährung weiter schwächen. So ist es im Augenblick nicht überraschend, dass der Euro auf einem Niveau um die Marke von 1,0850 USD so niedrig handelt wie zuletzt Anfang Februar (1,0812 USD). Und das obwohl nach einer Studie der BNP Paribas der innere Wert des Euros bei 1,32 USD liegt.

Besonders hervorzuheben ist aber noch eine weitere Dollar-Währung. Der kanadische Dollar konnte zum Euro kräftig zulegen und erreichte mit 1,4532 CAD ein neues 3-Monatshoch. Nach den relativ deutlichen Kursverlusten der jüngeren Tage aufgrund der Brexit-Diskussion konnte sich auch das Pfund-Sterling leicht stabilisieren und notiert aktuell etwas fester bei 0,771 GBP nach zuletzt 0,7928 GBP.

Auf der Suche nach rentablen Investments fragten Privatanleger in dieser Berichtswoche vornehmlich Währungsanleihen, lautend auf US-Dollar, brasilianische Real, türkische Lira und auch russische Rubel, nach.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

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Redaktion:

Robert Halver,

Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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