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Categories: Unternehmen
Author: Robert Sarcher

Studie bescheinigt Kapitalwert (NPV 5 %) von 2.800 Millionen USD

Genau passend zur ersten großen Rohstoffkonferenz des Jahres in Vancouver legt Exeter Resource Corp. (WKN 893955) die Vormachbarkeitsstudie für das Caspiche Projekt in Nordchile auf den Tisch. Die Studie bescheinigt dem Projekt einen Kapitalwert (NPV 5 %) von 2.800 Millionen USD und Betriebskosten in Höhe von durchschnittlich 606 USD pro Unze Goldäquivalent. Werden Kupfer und Silber als Nebenprodukte mitberücksichtigt, dann sinken die Produktionskosten für Gold auf 18 USD pro Unze. Laut der Studie wird die durchschnittliche Jahresproduktion über eine neunzehnjährige Lebensdauer der Mine demnach 696.000 Unzen Gold, 244 Millionen Pfund Kupfer und 844.000 Unzen Silber ausmachen.

Strategisch günstig zwischen der Maricunga Mine (Kinross) und dem Cerro Casale Projekt (Barrick-Kinross) liegt Exeter´s Caspiche Projekt im Norden Chiles nahe der Grenze zu Argentinien.

Quelle: Aktuelle Unternehmenspräsentation Exeter Resource Corp.

Vormachbarkeitsstudie präferiert Super Pit-Modell

Im Rahmen der von Jacobs Engineering durchgeführten Vormachbarkeitsstudie wurden drei Abbau- und Verarbeitungsvarianten für die Lagerstätte Caspiche bewertet. Die bevorzugte Erschließungsvariante ist ein obertägiger Verarbeitungsbetrieb mit einer Durchsatzleistung von 150.000 Tagestonnen Sulfiderz und eine Haufenlaugung mit einer geplanten Anfangskapazität von 72.000 Tagestonnen. Im Rahmen der Vormachbarkeitsstudie ist vorgesehen, dass die Haufenlaugung vor dem Hauptkonzentrator startet und das laugbare Erz im Rahmen des Prestrippings aussortiert wird. Insgesamt belaufen sich die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Erzreserven aus der aktuellen Ressourcenschätzung für das Super Pit-Modell auf 1,091 Milliarden Tonnen Erz die 19,3 Millionen Unzen Gold, 4,62 Milliarden Pfund Kupfer und 41,5 Millionen Unzen Silber beinhalten.

Super Pit-Modell, Quelle:Exeter Resource Corp.

IPCC System - Die Antwort auf hohes Strip Ratio

Das Strip Ratio, also das Verhältnis von Abraummaterial zu Erz beträgt 3,1 zu 1. Um an verwertbares Erz zu gelangen müssen demnach große Mengen Abraummaterial bewegt werden. Ein Faktor der die Kosten eines Projekts recht schnell in die Höhe treibt. Darauf reagiert die Vormachbarkeitsstudie mit der Einbindung von IPCC-Systemen mit hohen Durchsatzkapazitäten für das Handling des Taubgesteins.

IPCC steht für “In-Pit Crushing and Conveying” also ein “Brecher- und Fördersystem” für das Gestein welches das Brechen des Gestein direkt an der Abbaustelle vornimmt und dann das Material via Förderbänder weitertransportiert. Diese Methode ist kostengünstiger gegenüber dem Transport des Gesteins mittels LKWs. IPCC-Systeme mit großen Kapazitäten im Abraumhandling kommen in mehreren Kupferbetrieben in Chile und Peru bereits zum Einsatz bzw. ist deren Einsatz in der Planung.

Daraus ergibt sich eine Effizienzsteigerung beim Handling von Abraummaterial, mit dem nicht nur den steigenden Betriebskosten für die Behandlung von Abraummaterial, sondern auch den Investitions- und Betriebskosten für die Errichtung der Wände der Absetzteiche unter Einsatz herkömmlicher Methoden entgegengewirkt werden soll.

Geplante Erzverarbeitungsmethoden

Das Oxiderz und ein Teil des Sulfiderzes mit geringem Kupferanteil würden in einem herkömmlichen Haufenlaugungsbetrieb verarbeitet. Der Betrieb umfasst das Brechen des abgebauten Erzes, die Laugung des gebrochenen Erzes und die Gewinnung von Gold und geringeren Mengen Silber in einem Aktivkohle-Gewinnungskreislauf.

Der Sulfiderzkörper würde mittels einer herkömmlichen Konzentratoranlage verarbeitet werden. Das produzierte Kupferkonzentrat würde einer externen Röstung zugeführt um sicherzustellen, dass der Arsengehalt unter 0,2 % liegt. Eine zusätzliche Goldgewinnung wäre durch die Laugung der Flotationsrückstände zu erzielen.

Projektplan 2012

Ambitioniert startet Exeter ins Jahr 2012 und legt mit der Vormachbarkeitsstudie auch gleich einen umfangreichen Projektplan für das Jahr 2012 vor:

  • Das Unternehmen führt derzeit Gespräche mit ausgewählten Technikerteams, um die Haufenlaugung (oxide heapleach) für das Projekt Caspiche soweit zu entwickeln, dass im 2. Quartal 2012 eine Machbarkeitsstudie eingeleitet werden kann. Die Machbarkeitsstudie zur Haufenlaugung wird voraussichtlich im 4. Quartal 2012 abgeschlossen.
  • Wasser ist ein kritischer Faktor für das Gesamtprojekt. Die Vormachbarkeitsstudie veranschlagt einen Wasserbedarf von 1.000 Liter pro Sekunde bei einer Verarbeitungskapazität von 150.000 Tonnen Gestein pro Tag. Experten wurden mit der Durchführung der ersten hydrologischen Kartierungen und geotechnischen Evaluierungen des Projekts im Hinblick auf die Machbarkeitsstudie zur Haufenlaugung beauftragt. Diese Studien sollen im 2. Quartal 2012 abgeschlossen werden.
  • Daneben arbeitet Exeter mit Umweltexperten an einer Basisstudie die entsprechendes Datenmaterial für die Einreichung einer Umweltverträglichkeitsprüfung bei den chilenischen Behörden im 2. Quartal 2012 liefern soll. Eine Genehmigung könnte dementsprechend bis Ende 2013 vorliegen, so der Plan.
  • Parallel zu den Haufenlaugungsstudien setzt das Unternehmen auch die Arbeiten zur Analyse der metallurgischen und physikalischen Eigenschaften im Bereich des zentralen Sulfiderzkörpers fort. Die Tests sollen helfen, Optimierungspotenziale bei der Metallausbeute zu ermitteln.

Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden mit dem Datenmaterial aus der Machbarkeitsstudie zur Haufenlaugung kombiniert und zur Erstellung einer neuen Vormachbarkeitsstudie für das Gesamtprojekt herangezogen, die im 4. Quartal 2012 veröffentlicht werden soll.

Der Barbestand des Unternehmens ist für die weitere Projektentwicklung im Jahr 2012 mehr als ausreichend. Exeter verfügt über 75 Mio. CAD Cash. Canaccord veranschlagt in seiner neuesten Unternehmensanalyse für Projekt-Studien im Jahr 2012 einen Betrag von 30 Mio. USD.

Ausblick

Wenn alles glatt läuft könnte nach Aussage von Canaccord Genuity der Baubeginn der Produktionsanlage in 2015/2016 starten, die erste Haufenlaugungsproduktion in 2017 und die erste sulfidische Produktion in 2019/2020 in Betrieb gehen. Ein ambitioniertes Ziel wie mir scheint, wenn man bedenkt, dass im Vorfeld noch ein strategischer Partner gefunden werden muss der in der Lage und willens ist Produktionskosten von 4.800 Mio. USD zu stemmen.

Wer könnte dies sein? Barrick oder Kinross? Diese beiden Namen stehen auf dem Wunschzettel von Yale Simpson mit Sicherheit ganz weit oben. Bei diesen beiden Kalibern handelt es sich nicht nur um extrem finanzstarke Akteure sondern gleichzeitig auch um direkte Nachbarn des Caspiche Projekts. Hier bleibt viel Raum für Spekulationen. Klar ist: Exeter kann das Projekt auf keinen Fall alleine finanzieren. Neben dem aufhübschen der Braut dürfte die Brautschau eine der Hauptaufgaben des Management in 2012 sein.

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