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Categories: Rohstoffe
Author: Robert Sarcher

Friedberg, 16.01.2012. Es ist schon seltsam, nahezu jede Woche finden sich in der Presse Berichte über die immer weitere Verknappung von Seltenen Erden und Technologiemetallen. In das gleiche Horn blasen Studien und  besorgte Berichte von regierungsnahen Organisationen über zu erwartenden Engpässe in den nächsten Jahren und trotzdem fallen seit einigen Monaten die Preise für diese Rohstoffe fast im Gleichschritt.

China droht den Märkten mit der weiteren Verknappung der für moderne Technologieprodukte so notwendigen Rohstoffe. Laut Handelsministerium dürfen im ersten Halbjahr 2012 nur noch 10.546 Tonnen Seltene Erden ausgeführt werden, dies entspricht einer Kürzung um 27 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders kritisch wird diese Meldung wenn man bedenkt, dass China für weit über 90 % der weltweiten Seltenen Erden Produktion verantwortlich ist.

Das US-Energieministerium (DOE) hat Ende 2011 in seinem Bericht “Critical Materials Strategy” eine massive Knappheit an Tellur, Neodymium, Dysprosium, Terbium Europium und Yttrium für die Jahre 2015 bis 2025 aufzeigt. Besonders kritisch stuft der Bericht die Situation bei Indium ein, hier ist die Situation bereits bis 2015 “fast kritisch”. Und so passt es eigentlich gar nicht ins Bild, dass neben Indium auch die meisten anderen Seltenen Erden und Industriemetalle weiter im Preis fallen.

Auch in Deutschland wird das Thema aufmerksam verfolgt. So sieht Professor Michael Stelter vom Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie im sächsischen Freiberg das größere Problem in der wirtschaftlichen Abhängigkeit und politischen Verknappung der Rohstoffe und nicht im  eigentlichen Mangel an den Rohstoffen selbst. Auch die Deutsche Rohstoff AG aus Heidelberg versucht von diesem Boom zu profitieren und hat mit der Seltenerden Storkwitz AG ein Unternehmen gegründet welches den Selten Erden Erzkörper in Storkwitz weiter untersuchen soll. Entdeckt wurde dieser schon zu DDR Zeiten in den 70er Jahren auf der Suche nach Uran. Bis es allerdings zu einer Produktion kommt sind noch viele Hürden zu nehmen und es dürften noch einige Jahre vergehen.

Im Gegensatz zu Rohstoffen wie Gold und Silber die rund um die Uhr an den internationalen Börsen gehandelt werden ist die Transparenz bei der Preisentwicklung von Seltenen Erden und diversen Industriemetalle nach wie vor sehr undurchsichtig und für private Investoren fast nicht nachvollziehbar. Meist haben nur professionelle Marktteilnehmer der Industrie und Rohstoffhändler Zugriff auf Datenbanken mit korrekten Preisen und Kursentwicklungen.

So veröffentlichte SteelGuru in den letzten Tagen, dass die Preise für Seltene Erden, wohl auch aufgrund der geringeren Nachfrage der Elektronikindustrie während der anstehenden chinesischen Neu Jahr Festtage in Asien, schwach sind und auch bleiben werden. Indium wird aktuell in Asien für rund 550 USD je kg gehandelt. Gallium notiert bei 559 USD je kg und hat sich damit gegenüber Anfang 2011 fast halbiert. Auch Neodym ermäßigt sich weiter im Preis auf 250 USD je kg, was etwa 50 USD weniger ist wie noch Anfang Dezember 2011. Cer Oxyd notiert bei aktuell 54,5 USD je kg und damit nur noch bei rund einem Drittel seines bisherigen Höchststands. Ein Ende des Kursrückgangs ist aktuell noch nicht absehbar, obwohl die fundamentalen Daten für die Zukunft eigentlich eine andere Sprache sprechen.

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