Die Opposition in Russland ist nach der gefälschten Wahl erwacht und Präsidentschaftskandidat Putin dürfte die Angst umtreiben, ob die Übernahme der Macht im laufenden Jahr so reibungslos klappt wie geplant. Das ist aber nicht die einzige Sorge des Premiers.
Mit ängstlichem Blick schaut die Führungselite des Landes auf die Entwicklung in (Süd-) Europa. Ein Kollaps in der Region könnte auch den noch jungen Aufschwung in Russland gefährden. Bislang gibt es dafür aber noch wenig Anzeichen. Die Industrieproduktion expandierte zuletzt mit Raten um die 4 Prozent, als wichtigste Stütze fungiert aber der Binnenkonsum. Die Einzelhandelsumsätze lagen in den vergangenen Monaten zuverlässig zwischen 5 und 9 Prozent über dem Vorjahreswert. Als sehr positiv zu werten ist dabei die Entwicklung der Inflation, die sich nach jüngsten Daten überraschend deutlich auf nur noch 7 Prozent reduzierte. Das gibt der Zentralbank Spielraum, um die Wirtschaft mit sinkenden Leitzinsen zu stützen – und dieser wurde mit einer Reduktion um 25 Basispunkte auf 8 Prozent prompt genutzt. Die Perspektiven von Russland und dem Aktienindex RTS sind damit im Prinzip nicht schlecht – wenn Südeuropa in 2012 endlich die Wende gelingt.
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